„Voll schnell die Karre“

Ich hab ja ein neues Auto, meine geliebtes kleines Wägelchen wäre nicht mehr durch den TÜV gekommen. Da ich pendeln muss, musste auch schnell ein neues Auto her. Als Frau mit schmalem Geldbeutel und wenig Kfz.-Wissen jetzt nicht so ganz einfach. Ich hab ein paar übers Internet rausgekramt, die meinem Kumpel geschickt, und der hat dann auch reagiert. Hier in der Nähe stand ein kleiner schwarzer Flitzer zum Verkauf. Wir also hin, mein Kumpel das Auto aufs genauste unters Auge genommen und riss mir immer Ärmel rum:
„Nimm das Auto, ganz schnell, sonst nehme ich den.“
Jau, Handschlag mit dem Verkäufer, Kohle geholt und ab in diesen Ort, von dem ich noch nie hörte. Ich hab mit 3 Dingen ein Problem:
Mich zurechtfinden in Orten in denen ich noch nie war.
Mit Autos fahren die ich noch nie gefahren bin.
Mich bei Dunkelheit in Orten zurechtfinden an denen ich noch nie war und das mit einem Auto, welches ich noch nie gefahren bin.
Meinen Kumpel hab ich vorgeschickt, ich muss dann alleine sein wenn mir die Panik aus den Ohren läuft. Ich also in diesem 104 PS schnellen, mit 195er Reifen ausgestatteten plus 6-Gang-Getriebe eingebauten Auto Richtung Heimat.
Ach Du Scheiße: Erste scharfe Rechtskurve, Fahrbahn war nass, und zack ging der Arsch weg. Ich schon Tränen in den Augen, und dann noch so ein Vollhorst hinter mir der gedrängelt hat. Ich hatte Mühe zu sehen wo ich war, bin ja nachtblind, und wusste gar nicht was jetzt schlimmer war: Die Orientierungslosigkeit? Dass ich weder die Scheibenwischer noch die Heizung fand? Wo verdammte Scheiße ist mein Kumpel? Diese vielen Gänge, ich hab mich dauernd verschaltet, der Motor hat geheult, ich hab geheult, ich glaube alle haben geheult. Und dann leuchtet da eine rote Lampe, mitten im Wald! Ich wieder am zittern, und langsam, aber gaaaaaaanz langsam nach Hause und ab an die Tanke, Benzin war alle. Ich wusste nicht wie der Tankdeckel aufging. Das macht man nicht am Tankdeckel, da ziehste im Auto an einem Knopp. Woher sollte ich das wissen? Total panisch da rumgefuchtelt, mit war speiübel. Ich hab dann einen mir völlig fremden Mann angesprochen. Der hat die Tankklappe auch aufbekommen, aber ich dann wieder nicht den Deckel. Ich hab an dem Teil rumgerissen, schon total hysterisch.
Also wieder zum dem mir fremden Mann, der hat mir dann auch den Deckel aufgedreht. Der hat mich angeschaut als ob er fragen wollte ob ich überhaupt einen Führerschein habe oder der Wagen geklaut ist oder ich nicht besser stationär irgendwo aufgehoben wäre. Ich hatte einen hochroten Kopf, war total nassgeschwitzt, 2 Kippen hintereinander, und dann kam ne whatsapp-Nachricht von meinem Kumpel:
„Wo bleibste denn?“
„Leck mich doch an Arsche, Junge!“ ^^

Share

„Ich hab nix zum Anziehen“

Dieser Satz dürfte 95% der Frauen bekannt vorkommen, und 70% der Männer die MIT einer Frauen zusammenleben. Wir kennen das ja alle: Es gibt Events, da möchte/muss/sollte/kann man gut aussehen, Männer und auch Frauen. Hintergrund der Events is ja wumpe quasi.
Wir Frauen haben, wenn wir mit einem Mann zusammenleben, von 8 Fächern im Schrank 6 für uns, und von der Hängeleiste im anderen Schrank über ¾ für uns. Unterwäsche- und Sockenschublade hat dieselbe Konstellation. Es sei denn Du bist Single, dann gehören Dir 8 Fächer und 4/4 plus 100% Unterwäsche- und Sockenschublade, wie bei mir.
Aber wir haben nix zum Anziehen, wir Frauen haben definitiv nix zum Anziehen, nie haben wir Frauen was zum Anziehen.
Männer ziehen sich eine frische Unnahos an, frische Socken, frische Jeans, Shirt, Hemd, Pulli und eine Jacke, und zack: Fertig.
Wir Frauen haben es da schwieriger: Wir gehen vor dem Event nochmal los, weil wir ja nix haben. Neues Shirt in der Hand, da muss aber noch ein Langarmshirt zu, könnte ja kälter werden plus Top weil es auch wärmer werden könnte. Die Wahl der Jeans fällt nach der Wahl des Shirts und des Langarmshirts und des Tops aus, das muss eine Einheit bilden. Steht das Gebilde, muss noch neue Unterwäsche her, weil der alte BH mit dem neuen Shirt und Langarmshirt und Top nicht kompatibel ist. Ebenso ist der alte Schlüppa mit der neuen Jeans nicht kompatibel. Das können Männer nicht verstehen, weil sie den Unterschied zwischen Push-up-BH, Balconette-BH und Shirt-BH nicht kennen. Ebenso wenig den Unterschied zwischen String, Hipster, Hopster, Flipster, Flopster und so. Das trägt alles auf wenn das nicht kompatibel ist, das sieht dann Scheiße aus. Ist das alles in der Einkaufstüte, fehlt noch ne kompatible Jacke und kompatible Schuhe, das muss eben alles passen, das muss eine Einheit bilden.
Ist das alles in der Tüte, und wir nach stundenlangem Duschen und Cremen und Stylen und Fönen und Glätten und Schminken und so fertig, geht es mir oft so dass ich GENAU DAS anziehe, was ich seit Jahren zu gewissen Events anziehe: Shirt aus dem Schrank rechts, 3. Fach oben, Jeans von der Hängeleiste, BH Unterwäscheschrank links unten, Schlüppa von rechts, Schuhe wie immer: Flach und bequem. Tja, liegen sie da die Tüten. Geht ja nicht kaputt und wird nicht alt, kommen ja noch Events so ab und an, dann ist das schon noch kompatibel. ^^

Share

Mal ein paar Worte zur Online-Petition bezüglich der Bundesjugendspiele:

Ich habe gevotet und klar meine Meinung vertreten, dass unseren Kindern die Bundesjugendspiele erhalten bleiben sollen. Ich finde es sehr fragwürdig eine Petition ins Leben zu rufen bei der es um ein persönliches Problem geht, nämlich um einen (1!) Jungen, dem diese Bundesjugendspiele keinen Spaß machen, und die ihn stressen bzw. ihm nicht gut tun. Dafür hab ich vollstes Verständnis, es gab auch zu meiner Schulzeit Mitschüler die sich vor dem Tag fürchteten. Warum dann aber gleich eine Petition und nicht einfach dafür einstehen, dass die Kinder selber entscheiden können ob sie daran teilnehmen wollen oder nicht? Wenn das für Kinder ein solcher Albtraum ist, dann sollten Eltern ihre Kinder an diesem Tag freistellen dürfen, das wäre für mich eine echte Alternative.

Es gibt durchaus auch Kinder denen es großen Spaß macht, die daran wachsen, die sich darauf freuen, die vielleicht daraus ein Hobby im sportlichen Bereich finden. Es sind Bundesjugendspiele, nicht Olympia. Lasst doch mal die Kirche im Dorf!

Mein Sohn musste auch mit vielen Niederlagen klarkommen, ob in der Schule oder schon im Kindergarten. Auch er wurde sicherlich mal ausgelacht für Dinge die ihm schwerfielen. Ja, mir tat das als Mutter sehr leid. Aber so ist das Leben. Man muss lernen damit umzugehen, das Leben besteht nicht nur aus Glanzleistungen und positivem Feedback. Und dann sind wir Eltern gefragt den Kindern auch bei Defiziten irgendwie den Rücken zu stärken, dass sie solche Situationen überstehen und damit umgehen lernen.

Ich finde es falsch solchen Erlebnissen aus dem Weg zu gehen, denn dann haut es uns/unsere Kinder in anderen Situationen aus der Bahn.

Kritik ist Mist, gehänselt werden ist Mist, Letzter werden ist Mist, nur eine Teilnahmeurkunde ist Mist (hab ich nur bekommen, das mal dazu).

Ich nenne das „Kuschelpädagogik“.

Seid Euch mal gewiss dass auf unsere Kinder im Berufsleben kein Zuckerschlecken wartet, die müssen um ihre Lehrstellen kämpfen. Und generell ist das Leben nicht selten genauso ein Kampf. Da kann ich mein Kind nicht aus gewissen Situationen nehmen um ihn zu schützen. Ich kann mich aber hinter ihn stellen und für ihn da sein, versuchen sein Selbstbewusstsein zu pushen, ihn durch schwierige Lebenslagen begleiten.

Liebe Frau Finke, ich finde ihre Seite übrigens total klasse, zumindest dass was ich beim kurzen anschauen gesehen habe. Wir sitzen ja beide im selben Boot was die Berufstätigkeit und den alleinerziehenden Part betrifft. Sie haben es mit 3 Kindern sicherlich noch schwerer. Aber was die Thematik betrifft, bin ich genau gegensätzlicher Meinung und ich würde es für alle sportbegeisterten Kinder total schade finden, wenn es die „Tradition Bundesjugendspiele“ demnächst nicht mehr geben wird.

Share

Ich liebe Dorffeste

Gestern gings steil sozusagen. In dem Dorf aus dem ich stamme war Party angesagt. Ein Jubiläum, und so lud man u. a. zu einer Dorfralley ein, so mit Bollerwagen und dem ganzen Kram. Meine Kolleginnen aus Job II haben sich zur Teilnahme überreden lassen. Alles klar, ich bin so gegen Mittag losgestiefelt. Hinter mir ein Gejohle wie doof, hatte ich nen Trupp hinter mir die schon lustig waren. Wir schnell unser Zeug in unseren Bollerwagen und zum Treffpunkt. War da was los! Das nahm garkein Ende mit den Gruppen, eine nach der anderen schlug auf. Und was die stellenweise so für Bollerwagen hatten, teilweise mit Musik und integriertem Grill und Kühlung und Zapfhahn. Die ersten Biere liefen, die ersten Sektkorken knallten, da war Stimmung in der Bude. Als wir dann starteten gabs ne Kiste Bier auf unseren Bollerwagen, vom Veranstalter. Ich hatte so nen Brand, war aber im Vorfeld zu geizig mir ein Bier zu holen weil ich ja auch wusste wir kriegen gleich 30 Flaschen 0,33er. Die Karawane setzte sich in Bewegung. Wir mussten Wissensfragen beantworten, Trinkspiele, Geschicklichkeitsspiele usw. Auch Bier mit nem langen Strohhalm ausschlabbern, und ich hatte so nen engen Schlüppa an dass ich Angst hatte mir haut es das Gummi aus dem Saum wenn ich da jetzt richig lossauge. Wir haben aber so lachen müssen dass wir nicht zu Potte kamen, die hinter uns standen schon in der Warteschleife. Es kam dann öfter zu Warteschleifen, und man quatscht so mit den anderen Gruppen, trinkt nen Bier und vielleicht noch ein Bier und wenn es sein muss noch ein Bier. Der eine neben uns trank es schon rückwärts. Und immer die Frage wo das nächste Klo ist, warste einmal drauf musste immer drauf.
Wir waren im Ziel, entspanntes Brautwurstessen, kleine Flirtereien mit den Gruppen die einen Grill auf dem Bollerwagen hatten. Die gab es dann nämlich umsonst, also die Wurst. Unsere war recht knusprig, der Typ der sie grillte warf sie erstmal auf den Schotter, der Grill hatte Schlagseite nach rechts. Mit einem Küchentuch übergefeudelt, die Dinger waren wie neu. So, wir haben auf die Siegerehrung gewartet und gewartet und gewartet. Und wir mussten lange warten, weil noch so viele fehlten. Kracher war, das eine Gruppe bis zum jetzigen Zeitpunkt noch immer nicht angekommen ist. Was da los war, ich weiß es nicht.
Also: Wir haben den 28. Platz gemacht, von 29 Gruppen doch ganz ordentlich, oder? Aber der Hammer waren die Anfragen hier bei fb zu diversen kleinen Problemen, lest selbst:
Platz 4:
-Habt ihr einen schlüssel gefunden?
Oder jemand anderes?
Platz 3:
-Guten Morgen,
habe gestern mein Handy verloren, es ist ein schwarzes iPhone 4 in einer dunkelgrün und schwarzen hülle, leicht erkenntbar an der zerstörten uneren kante vom bier öffnen )!!!) Es muss auch schon gefunden worden sein, weil mein vater um kurz nach 3 angerufen wurde von dem handy. Ich lag da schon im bett.. Würde mich freuen wenn es sich wieder anfindet, danke
Platz 2:
-Vermisse bollerwagen mit grünem unterbau.
Platz 1:
-Habt ihr ein voll bespffstxki hefundeb!
Ja, ich liebe Dorffeste, ich glaube der Poster von Platz 1 auch. ^^

Share

Immer dieser Kladderadatsch mit den Kennwörtern und Passwörtern und so *stöhn*

Gehts Euch auch so dass ihr ab und an Eure Passwörter vergesst weil ihr länger wo nicht online gewesen seid oder das Passwort geändert habt, aber das alte Passwort noch so im Schädel ist dass man auf das neue Passwort nicht kommt? Weil man sich das natürlich auch nicht vermerkt hat? Vielleicht mal auf einem Zettel oder so? Oder weil man sich garnicht anmelden kann weil die Suche nach einem adäquaten Passwort einen Nervenzusammenbruch nach sich zieht?
Ich stell mir seit Jahren immer wieder selber nen Bein weil ich aus sicherheitstechnischen Gründen die Passwörter ändere, das soll man ja, hab ich mal gehört und gelesen. Dann änder ich das, und ich nehm dann immer so doofe Passwörter, eben damit da keiner drauf kommt.
Beispiel: Stuten-Trulla.
Dann sagt mir der Rechner:
“Sie brauchen eine Zahl.”
Okay, nehm ich Stuten-Trulla1970.
Sagt der Rechner:
“Sie brauchen Sonderzeichen.”
Okay, nehme ich Stuten-Trulla-1970.
Sagt der Rechner wieder:
“Zu lang.”
Okay, S.-T.-1970.
Sagt der Rechner wieder:
“Zuviele Sonderzeichen.“
Gut, nehme ST-1970.
Sagt der Rechner wieder:
“Groß- und Kleinschreibung einfügen.”
Ja ey, nehm ich St-1970.
Sagt der Rechner wieder:
“Passwort bereits vergeben, nehmen Sie doch St-1865749 oder St-4653721.”
Leck mich am Arsch, wie soll ich mir denn eine 7-stellige Zahl merken? Ich kann mich damit garnicht identifizieren, Junge!
Ich hämmer dann so lange auf der Entertaste rum bis der irgend so ein Rotz-Passwort genommen hat, ich aber nicht darauf geachtet habe welche Zahlenkombi jetzt. Willst Dich einloggen nach 3-stündiger Passwortsuche:
Sagt der Rechner:
“Passwort falsch, versuchen Sie es nochmal.”
Ihr könnts mir glauben, ich versuche es die halbe Nacht wenn es sein muss.
Sagt der Rechner:
“Zuviele Fehlversuche, wenden Sie sich bitte an ihren Administrator.”
Da platzt mir dann der Poppes! Hier ist nicht mal im Ansatz nen Administrator nachts um 3.51 Uhr. Hier ist nicht mal ein Verlobter, nicht mal ne männliche Kakalake. Was meinste warum ich mich gerade in einer neuen Singlebörse anmelden wollte? Weil ich hier 24 Stunden am Tag nen Administrator rumliegen habe der nur darauf wartet dass ich wieder Blödsinn mit den Passwörtern mache? Für einen Account in einer Singlebörse? Passwort Stuten-Trulla? Brennst Du Rechner?
Ich nehme dann oft auch so Wörter wie
“Desoxryribonukleinsäure-1105+Groß-/Kleinschreibung/mittwochs-geh-ich-zum-Bodenturnen.”
Kommst keine Sau drauf, und der Rechner frißt es irgendwann wenn Du oft genug auf die Entertaste haust. Du musst es Dir halt nur aufschreiben. ^^

Share

Keine Fliegerbomben in Northeim

Meine persönliche Meinung, auch zu den Reaktionen hier gestern bei facebook, als sich herausstellte dass es sich bei den Funden in ‪#‎Northeim‬ nicht um Fliegerbomben gehandelt hat, sondern um ein Kabel und ein gusseisernes Wasserrohr (Gott sei Dank!!!)
Am 13.05.2015 konnten wir folgende Meldung vernehmen:
>Eine Spezialfirma hatte für die Erneuerung an der Eisenbahnführung der B241 das Gelände rund um den Northeimer Bahnhof sondiert. Dabei entdeckte sie die vermeintliche Bombe.<
>Sollte es sich tatsächlich um eine Weltkriegsbombe handeln, müssen rund 7000 Menschen im Umkreis von einem Kilometer am Sonntag ab 8 Uhr ihre Häuser verlassen.<
(Auszüge aus einem Artikel der ‪#‎HNAUslarNortheim‬).
Aufgrund dieser Tatsache musste natürlich im Vorfeld eine Evakuierung organisiert werden, mal eben 7000 Menschen aus der Gefahrenzone in eine Notunterkunft bringen erfordert im Vorfeld vielerlei Logistik.
Im Juni 2010 detonierte eine Bombe in ‪#‎Göttingen‬ beim Entschärfen, 3 Menschen verloren dabei ihr Leben, es gab Verletzte.
Northeim und Göttingen liegen nicht weit auseinander, und ich denke jeder der das Drama aus Göttingen noch im Hinterkopf hat, war sensibilisiert für den Fund in Northeim.
Laut Pressemitteilungen sind gestern Abend/heute Nacht beide Funde genauer untersucht worden, und es stellte sich glücklicherweise heraus dass es sich nicht im Fliegerbomben gehandelt hat. Somit musste nicht evakuiert werden.
Die Reaktionen gestern Abend einiger Menschen hat mich zu einem penetranten Kopfschütteln veranlasst. Es war von Panikmache die Rede, die Sache wurde runtergespielt, belächelt etc.
Ich erinnere mich noch sehr genau an die Detonation in Göttingen: Ich konnte den Abend meine Kameraden nicht unterstützen, da ich niemanden für meinen Sohn hatte. Meine Eltern konnten ihn nicht nehmen, sagten sie zumindest, aber ich denke der Grund war ein anderer: Sie hatten Angst um mich!
Als mein Melder ging und es hieß dass die Bombe detoniert ist, gefror mir das Blut in den Adern. Der Funkverkehr brach nicht ab, mit den alten Meldern konnte mal alles mithören. Ich hatte totale Angst um meine Kameraden, wusste nicht ob sie verletzt oder in Sicherheit waren, ich sah sie vor meinem geistigen Auge schwerverletzt auf dem Boden liegen. Telefonisch konnte ich keinen erreichen, in der Nacht bekam ich dann die Info dass alle wohlauf waren. Soviel zu Göttingen.
Genau dieses Erlebte aus dem Jahr 2010 war gegenwärtig im Fall von Northeim. Dass im Vorfeld eine Evakuierung vorbereitet wurde, war der genau richtige Weg. Wieviele Menschen da involviert waren weiß ich nicht, aber es werden viele gewesen sein die sich um die Sicherheit aller einen Kopf gemacht haben und nur eines wollten: Im Fall der Fälle die Menschen aus dem Gefahrengebiet bringen.
Die HNA Uslar/Northeim hat bis in die Nacht eine super Berichterstattung abgeliefert, ich saß lange vor dem Rechner weil ich im Fall einer Evakuierung auch mit ausgerückt wäre, meine Telefone lagen die Nacht am Bett, Uniform lag bereit.
Wir können alle froh sein dass es sich „nur“ um ein Kabel gehandelt hat und ein gusseisernes Wasserrohr. Aufgrund dieser guten Nachrichten alles in Frage zu stellen was im Vorfeld für die Sicherheit getan wurde, finde ich mehr als suspekt, und mich haben einige Reaktionen auch traurig gestimmt. Ich weiß nicht wie viele hunderte von Menschen die sich in Feuerwehren, Rettungsdiensten, technischen Gruppierungen etc. engagieren, auf Abruf waren, schon im Dienst waren, schon seit Wochen an den Vorbereitungen gearbeitet haben. Wie ich schon mal erwähnte, sind ein Großteil dieser Menschen „Ehrenamtliche“, sie/wir machen das in unserer Freizeit, unentgeltlich, weil sie/wir das als ein Hobby ansehen und es sich gut anfühlt, bei mir zumindest. Ich brauche keine Lob oder gute Worte, ich bin stolz darauf ein kleiner Teil eines Großen zu sein. Viele Kameradinnen und Kameraden waren gestern nicht um die Häuser, sondern zu Hause, früh im Bett weil wir alle bis weit nach Mitternacht nicht wussten ob wir heute ausrücken oder nicht. Es wird immer Kritiker und Nörgler geben, das gehört dazu. Jeder soll seine Meinung haben. Mir war es jetzt nur wichtig zu erklären wie sich der gestrige Tag anfühlte wenn Du nicht weißt was kommt, und angespannt bist eben wegen der traurigen Ereignisse im Juni 2010 in Göttingen.
Nochmal Danke an die https://www.facebook.com/HNAnous?fref=ts für die zügigen, zeitnahen und aktuellen Meldungen bis spät in die Morgenstunden. Und an die, die seit Wochen mit der Organisation einer evtl. Evakuierung einen sicherlich exzellenten Job gemacht haben.
Alles gutgegangen, das ist und bleibt die Hauptsache.

Share

Kein Titel für diese Nummer…

Für Eltern bleibst Du immer irgendwie ein kleines Kind, egal wie alt Du bist, egal ob Du selber schon Mutter oder Vater bist, egal wie lange Du schon alleine klar kommst. Wenn ich meinen Vater besuchen möchte, werfe ich mir vorher homöopathische Beruhigungsglobuli ein, weil ich nach 10 Minuten fix und fertig bin. Es geht los nach dem Klingeln:
„Kolumne, mach die Tür zu.“
Als ob ich mit meinem Sohn in nem Wigwam lebe und wir ne Grasmatte aufschließen wenn wir nach Hause kommen. Weiter gehts:
„Was hastn da wieder an?“
Das ist bei ihm immer alles zu dünn, zu dick, zu bunt, zu kurz, zu flippig, zu durchsichtig etc.
„Na Kolumne, wieder was Neues gekauft? Das Geld muss bei Dir ja jungen.“ Ich bekomme für meine Arbeit Geld, keine Naturalien, und auch bei mir geht mal ne Hose oder nen Shirt kaputt, das gilt auch für den Kurzen. Hätten wir das auch. Der Gang ins Bad:
„Kolumne und Kind von Kolumne, spült bitte hinterher, Handtuch wieder aufhängen und nicht die Flüßigseife ins Waschbecken laufen lassen, kostet alles Geld und ich will nicht hinter Euch herräumen.“
Ich hab manchmal Angst der weiß wieviel Blätter noch auf der Klopapierrolle waren, der Kurze und ich halten oft auf. Weiter gehts:
„Und? Arbeit? Biste da noch? Sieh mal zu dass Du da bleibst, sieh zu dass Du da bleibst.“
Ja Papa, ich bleibe da. Der Kurze bleibt da auch, wir bleiben alle wo wir sind. „Und Wohnung? Alles gut da? Also ich kann nicht verstehen wie man da wohnen kann, hättest hier bleiben sollen.“
Ja, äh nee, nicht hierbleiben, alles total easy da jetzt, und ich sehe ganz viel Wald wenn ich auf dem Balkon stehe und so.
„Willste was mitessen? Ich hab ja nix, esst mal was mit.“
Und das ist immer der Höhepunkt, der Auslöser meine Migräne und der Grund für 2 Kippen hintereinander:
„Kolumne, mach mal mehr Butter drauf. Kolumnenkind, nicht soviel Leberwurst und hör auf das Messer abzulecken. Kolumne, mach noch ne Scheibe Wurst drauf, siehst schlecht aus. Kolumnenkind, nicht die Gurken aufmachen, Oppa ißt die so gerne. Kolumne, willste Dir ne Bregenwurst mitnehmen? Kolumnenkind, da liegen noch zwei Bollchen, steck die mal ein.“
Und dann die Frage der Fragen:
„Biste noch alleine?“
Jetzt kommt Kolumnenkind zum Einsatz:
„Nee Opa, … war gestern da, und vorgestern, und als ich am Wochenende weg war, auch. Mama wäscht seine Sachen mit und der küsst die immer.“
Boah, ich hab dem 3 Euro gegeben dass er das NICHT sagt. Mein Vater wieder:
„Ob das dass richtige ist? Also irgendwie mag ich den ja, aber viel halten tu ich nix von. Der will sich bestimmt nur ein paar schöne Stunden machen.“
Kolumnenkind setzt wieder an und ich bremse ihn aus:
„Ein Wort und ich gebe Dich zur Adoption frei, Freundchen!!!“
Da grinsen Opa und Kolumnenkind, da halten se zusammen. Wieder zu Hause schlafe ich im Sitzen auf dem Sofa ein, mit Schuhe an, und der Opa ruft nochmal an: Die Bollchen haben wir vergessen, auf dem Schuhschrank. Das nächstemal gibt es keine mehr, so! ^^

Share

“Hallo liebe Tauschmutter” *wildwink*

Ich zapp hier gerade so rum und blieb bei “Frauentausch” hängen. Dass die Sendung noch immer ausgestrahlt wird wundert mich, scheinen ja doch viele zu schauen so wegen Quote und so (ich ja auch gerade).
Immer derselbe Kladderadatsch:
Mutter 1 ist eine schlechte Mutter mit einer dreckigen Bude und einem blöden Kerl.
Mutter 2 ist eine super Mutter, hat eine 1a-Bude und einen tollen Kerl.
Mutter 1 kommt in der Bude von Mutter 2 an und heult gleich los weil sie schon ahnt dass sie das alles überfordern wird.
Mutter 2 kommt in der Bude von Mutter 1 an und heult auch gleich los weil sie schon ahnt dass sie das auch alles überfordern wird.
Dann kommen die Tauschkinder und Tauschmänner und Tauschtiere und Tauschfreude und Tauschschwiegereltern und so … and than … lets get ready to rumble!
Ich frage mich dann immer folgendes: Wieviel Kohle kriegen die denn dafür sich so intim zu zeigen? Also die Wohnungen, die Kinder, tja und teilweise waren ja da auch schon ganz andere Sachen zu sehen.
Sind das echt deren Wohnungen? Was tun die ihren Kindern an, gerade wenn es sich um Mutter 1 handelt? Das sehen doch auch die Klassenkameraden wenn es in der Bude aussieht wie bei Luis Trenker im Rucksack. Oder wenn Mama im Latexschlüppa durchs mit Haaren und Staub und Wollmäusen bedeckte Bad schwebt mit Sexspielzeug in der Pranke.
Und dann teilweise die partnerschaftlichen Konflikte, wo Mutter 1 die Mutter 2 um Hilfe bittet, so auf tiefenpsychologische Art:
“Kannste dem Alten ma sagen der soll mal wieder mit mir und so? Kannste dem mal sagen der soll mich ma achten und schätzen? Und er soll im stehen pullern und mal die Playstation ausstellen? Funzt hier gerade nicht so in unserer Beziehung!”
Der Mann von Mutter 2 versucht sich ja an Mutter 1, also an deren hauswirtschaftlichen und pädagogischen Fähigkeiten. Die Traummänner versuchen ja stellenweise den Chaosmüttern auf den Weg zu helfen, und sei es mit einem Friseurbesuch aus lauter Verzweiflung, weil Haushalt und Pädagogik irgendwie nicht greifen. In fast jeder Sendung dasselbe, nur die Gesichter wechseln und die Buden und so.
Und dann der finale Schuss: Mutter 1 und Mutter 2 bei einer Tasse Kaffee treffen aufeinander. Und da kann man froh sein wenn der Kaffee im Pott bleibt und nicht auf dem Haupthaar der anderen. Dass die sich da nicht die Aschenbecher in die Flappen hauen ist ja alles. Die brüllen dann stellenweise so, hysterische Schreikrämpfe, Tränen, Schuldzuweisungen, Vorwürfe, Beleidigungen, teilweise fast nen Schlag in die Visage. Und dann fahren alle nach Hause, lieben ihre Familie und ihre Buden und ihr Leben, ihre im stehen pullernden Männer, die Playstation und die Flaute in Punkto Liebe und so.
Kennt ihr noch den Andreas?
“Stop, Halt, es reicht!” (oder was immer er auch gerufen hat). *Türknall* ^^

Share

Singlebörse war gestern – Kleinanzeigen sind jetzt angesagt „grin“-Emoticon

Für alle Singles und Singlerinnen unter meinen Lesern: Ich weiß jetzt wo der Frosch die Locken hat so kennenlerntechnisch. Ich weiß das aber auch erst seit gestern.
Uffjepasst jetzte.
Also, ich hab ein neues Auto, meiner kam nicht mehr durch den TÜV. Das grüne Flirtmobil hat quasi ausgesorgt. Also muss man sich ja drum kümmern dass man den Wagen noch unter die Menschheit bringt und da auch noch was bei abfällt. Ist ja immerhin ein Auto dass bei mir jahrelang echt was erlebt hat, da könnt ihr nen Eis drauf essen.
Verhandlungen im Vorfeld waren jetzt nicht so prickelnd, besser gesagt war ich total angenervt von den Penetranz und den Preisvorstellungen einiger Leute. Die quatschen Dir teilweise so die Lauschlappen ab und meckern hier und da und da und hier, dass mir echt schon die Faust in der Tasche aufging und ich den Futzi fragen wollte ob er sich nicht lieber ein paar Rollschuhe kaufen möchte, muss er sich nicht über den Motor aufregen. Ich war echt kurz davor zu sagen dass das kleine Käuferärschchen gleich Kirmes hat wenn nicht gleich Ruhe ist im Puff mit der Schlechtrederei meines Autos.
Also ich die Knipsmachine rausgeholt, das Flirtmobil von vorne und seitlich aufgenommen, und ganz wichtig: Ich hab die Anzeige ähnlich geschrieben wie meine Kolumnen, frei von der Leber weg mit einer Spur großer Schnauze.
Die Anzeige war ca. 10 min. online, da hatte ich schon 2 Nachrichten. Ich war total aufgeregt, witterte das große Geld und jemanden der würdig ist mein grünes Flirtmobil zu übernehmen … kam aber anders quasi …
“Hallo, ich bin der S… , komme aus … , Ich hab ein Auto und suche eine Frau. Hier meine Handy-Nummer.”
Nachricht 2:
“Hallo, würde Dich gerne kennenlernen. Hier meine Handy-Nummer.”
Dann rappelt whatsapp, eine fremde Nummer, und  der fragt so nach PS und dem Gedöns und plötzlich schreibt er:
“Ich finde Dich total lustig, Du schreibst so witzig.”
Handy-Nummer hatte ich ja oben eingeblendet, und ein Bild hatte der auch drin. Joa, könnte mein Sohn sein, aber nicht übel.
Der Klopper: Die haben mich ja alle 3 nicht gesehen, eben nur die Fotos vom grünen Flirtmobil. Der Text scheint Aufsehen erregt zu haben. Das Auto ist jetzt 24 Stunden aufm Markt, knapp 280 Seitenbesuche mittlerweile.
Ich versuchs jetzt mal bei Kleinanzeigen, Abteilung Technik und Auto. Ein Bild von einer Fahrradpedale oder so, ein etwas anderer Text, und die Chance da angeschrieben zu werden ist um einiges höher als in den Börsen.
“Wo habt ihr Euch kennengelernt?”
“Kleinanzeigen, Rubrik Fahrrad, 28 Zoll mit Gepäcktrager und manueller Klingel, Unterordner Pedale rechts.” ^^

Share

Kein Titel für diese Nummer…

Als Single im gesetzteren Alter auf eine Hochzeit müssen ist wie der Gang aufs Schafott!
Das geht schon los bei der Einladung:
„Kommst Du alleine oder hast Du endlich einen Partner?“
„Ich komme alleine, der sitzt gerade in U-Haft!“
Dann dieses Aufdrängen eines Tischpartners, Freunde, wie ich das hasse! Ich brauche keinen Tischpartner, ich bräuchte einen ganz anderen Sparkling-Partner, aber das nur am Rande. Was soll ich mit einem Tischpartner? Ich kann alleine mit Messer und Gabel essen, Getränke zu mir nehmen klappt auch, Toilettengang hab ich auch im Griff, und ich muss bei Hochzeitssuppe und Schweinelendchen auch keine Konversation betreiben, ich hab dann Schmacht.
Die Tischpartner werden Dir ja schon von der Trauung vorgestellt, Du musst mit denen ja in die Kirche „einziehen“, neben denen Sitzen, neben denen Singen, und Du kennst den garnicht! Ich singe nicht mit jemandem den ich nicht kenne, das ist voll intim, ey.
Ich bin 182 cm groß, mit Hochzeitsschlappen knapp 185 cm. Und ich krieg immer Tisch-/Ess-/Singpartner so um die 170 cm zugewiesen. Im Sitzen geht das auch, alles andere ein No Go.
Und dann diese behämmerten Gespräche mit der Verwandschaft zwischen Nusstorte und koffeinfreiem Kaffee:
„Du sag mal, warum bist Du denn noch immer alleine? Überleg mal wie alt Du bist, denk mal daran dass Du ja auch versorgt sein willst. Mädchen, Mädchen, Mädchen.“
Ich kau dann die Nuss der Nusstorte total spitz, das soll wehtun wenn se rauskommt.
Meine Antwort:
„Ich bin bekloppt, ich bin halt einfach bekloppt.“
Verwirrte Blicke, mit dem Kopp nicken sie aber alle, so nach dem Motto:
„Ja, wissen wir ja.“
Und dann diese elendige Tanzerei mit einem Tisch-/Ess-/Singpartner von 170 cm der kein Taktgefühl hat, Dir ewig auf die Quanten tritt, sein Blick unentwegt auf Deinen Hupen und er transpiriert ohne Ende. Und: Er hat eine Vorliebe für den Ententanz, flattert da wild mit den Armen und schüttelt sein Becken Richtung Fußboden und klatscht wie blöde. Nee Leute, nu is aber Schluss, das mach ich nicht mit, Gang an die Theke, ein Herrengedeck bestellt, alles in Pansen gekippt, aber vor die Tür, Kippe an, 1x laut gerülpst und Du hörst die Verwandschaft tuscheln:
„Sie ist echt bekloppt., das wird nix mehr.“ ^^

Share