Von dem Willen und Kampfgeist eines Vaters.

(Quelle Bild: Pixabay/TheDigitalArtist)

Irgendwo in diesem Land liegt jetzt ein Vater in einem Krankenbett auf einer Intensivstation, der in den letzten Wochen für Tiefschläge und Höhenflüge sorgte, die für seine Familie kaum zu verstehen und begreifen sind.

Aber beginnen wir von vorne:

Ein Ehemann verlor vor vielen Jahren seine Ehefrau, und einige Zeit später sein Augenlicht. Ein Mann der viel von der Welt gesehen hatte, musste sich im hohen Alter der Blindheit stellen. Das war hart! Und verlangte ihm sowie seiner Familie (3 Töchter) viel ab. Dieser Vater wohnte noch immer in seinem Elternhaus bis zu seinem 80. Lebensjahr, die Versorgung klappte. Für alles war gesorgt. Trotz einiger Probleme/Hürden immer wieder.

Gesundheitliche Probleme kamen hinzu, dieser Vater musste in immer kürzeren Intervallen ins Krankenhaus. Und er fand sich dort nicht zurecht. Weil er blind war. Das machte ihm Angst und stresste ihn.

Nach einer Odyssee zwischen Krankenhaus I und Krankenhaus II auf direktem Wege entwickelte er nach seiner Entlassung ein Durchgangssyndrom, ein Delir. So vermutete man. Er war nicht mehr Herr seiner Sinne. Diese Tatsache brachte ihn in Krankenhaus Nummer III und es wurde klar, dass er zu Hause mit diesem Krankheitsbild nicht mehr adäquat versorgt werden kann. Für die drei Töchter war es die Hölle den sonst so sortierten Vater so verwirrt zu sehen.

So entschlossen sich seine drei Töchter schweren Herzens für eine Heimunterbringung, es wäre nicht möglich sich 24 Stunden um ihn zu kümmern bzw. auf ihn aufzupassen. Denn er brachte sich durch das Delir sehr oft in gefährliche Situationen. 

Dort lebte er nicht mal zwei Wochen bis er stürzte. Und er brach sich einen Halswirbel. Nach einer Notoperation stellt sich heraus, dass er seine Beine wieder bewegen kann. Aber nicht seinen Oberkörper. Zudem konnte er nicht mehr schlucken, Essen und Trinken waren ihm nicht mehr möglich. Er musste sehr oft abgesaugt werden. Eine Tortur für Betroffene.

Seine Beine halfen ihm aber seit einiger Zeit schon nicht mehr, er saß im Rollstuhl. Seine Arme und Finger hingegen waren wichtig für ihn. Er konnte noch ein Brot halten und sein Saftglas im Pflegeheim. Sich kratzen wenn es ihn juckte. Und plötzlich ist diese Option Geschichte. Die drei Töchter fragten sich, welche Lebensqualität er in dieser Situation noch haben wird wenn man das Gesamtbild betrachtet. 

Dieser Vater lag nach der Operation intubiert auf einer Intensivstation inmitten von Gerätschaften, Monitoren und Schläuchen. Er entwickelte Kampfgeist und konnte recht schnell ohne Atemunterstützung leben. Er atmete wie ein 20-jähriger, so die Aussage einer Intensivschwester. Man entschloss sich zu einer Rehabilitation in naher Zukunft, denn die Chancen standen gut, dass er die Lähmung im Oberkörper und die Probleme beim Schlucken wieder besiegen kann mit therapeutischer Unterstützung. Wenn sein Gesundheitszustand stabil ist und stabil bleibt.

Eine Verlegung in eine Rehaklinik war geplant. Und während den Vorbereitungen für diese Verlegung kommt es zu einer Situation, welche eine Reanimation (Wiederbelebung) nötig machte. Sein Herz wollte nicht mehr schlagen. Die Wiederbelebung war erfolgreich, der Vater kam ins Leben zurück, wurde nochmals intubiert und brauchte diesmal Atemunterstützung. Es sah nicht gut aus. Seine drei Töchter saßen verzweifelt zu Hause und planten die Fahrten in die Klinik. Kurioserweise standen die Autos aller drei Töchter zeitgleich in Werkstätten wegen diverser Probleme. Keine war mobil in der aktuellen Situation.

Das Drama wurde vorerst per Telefon besprochen was die weitere Vorgehensweise betraf. Untereinander und mit den Ärzten.

Die Autos waren repariert und fahrbereit, und die drei Töchter machten sind auf den Weg Richtung Klinik. Die Prognose war düster. Der Vater entschied letztendlich wie es weiterging durch seine Verfassung und der Reaktion seines Körpers.

An einem Samstag in den Vormittagsstunden, die Sonne schien und der Himmel strahlte, war ein Gespräch mit der behandelnden Ärztin geplant. Die drei Töchter eilten aus allen Himmelsrichtungen in die Klinik. Es fühlte sich für sie an wie ein Tag des Abschiedes. Die erstgeborene Enkeltochter war auch zu ihrem Opa gekommen. Sie nahm eine lange Reise auf sich. Sie konnte sich nicht von ihrer Oma verabschieden und wollte es nun bei ihrem Opa dürfen.

Eine Tochter summte auf dem Weg zur Klinik die Lieder im Radio mit, wahrscheinlich um sich zu beruhigen.

Von der anderen Tochter hört man gar nichts, sie war ganz still, sie funktioniert einfach nur noch.

Die dritte Tochter hat mit Kreislaufproblemen zu kämpfen, es dauerte bis sie den Gang in die Klinik antreten konnte.

Es wurde mit der behandelnden Ärztin abgesprochen, dass der Vater keine lebenserhaltenden Maßnahmen mehr erhält. Das war sein Wunsch. Die Beatmung sollte abgeschaltet werden um zu sehen ob er noch alleine atmen kann. Man musste schauen wie er für sich entschied. Innerlich hatten sich alle auf einen Abschied eingestellt. Diese Momente waren eine Qual.

Als die drei Töchter an sein Bett traten mit den schlimmsten Befürchtungen und voller Angst, sahen sie folgendes: Er atmete! Er atmete alleine und erzählte. Leise und kaum hörbar, aber er erzählte.

Während die eine Tochter all das nicht mehr wechseln konnte und verständlicherweise irgendwann nach Hause fuhr, gingen die anderen beiden Töchter nach Stunden an seinem Bett eine Kleinigkeit Essen. Mal kurz Kraft tanken, durchatmen, sich runter fahren. Als dann beide Töchter wieder zu ihrem Vater kamen sahen sie, dass er die Finger der rechten Hand bewegte. Das war unglaublich! Und er erzählte und erzählte und erzählte.

Er erzählte Dinge, von denen die beiden noch anwesenden Töchter teilweise überwältigt waren. Nämlich seine Sichtweise als Vater auf seine drei Töchter. Seine Worte waren so klar, so sortiert, so ehrlich. Seine Verwirrung aber auch seine klaren Momente wechselten sich ab. Aber da waren sie wieder, seine sortierten Gedanken.

Er hatte Durst, einen riesengroßen Durst, und wünschte sich ein kaltes Bier, einen Rotwein, einen Kaffee, einen Cappuchino und so weiter und so fort.  

Und er rief:

„Hallo. Ich möchte bitte zwei Schnäpse!“

Die Töchter saßen dort und lachten Tränen. Vor Erleichterung. Vor Glück. Auch vor Überforderung und Erschöpfung die letzten Wochen betreffend. Es war ein hoch und runter und auf und ab. Es war alles dabei von Trauer, Verzweiflung, Panik, Freude, Hoffnung, Glücksgefühlen. Das ging an die Substanz und an die Reserven.

Der Vater war zurück und legte erneut einen Kampfgeist an den Tag, den man von ihm nicht erwartet hatte.

Heute bekommt er nach Absprache mit dem Pflegeperson ein alkoholfreies Bier. Damit darf man ihm den Mund etwas befeuchten. Trinken kann er es ja nicht. Er wird es heute kurz schmecken, sein Bier.

Die dramatische Situation, welche gestern um 11 Uhr besprochen wurde, war hinfällig. Er hatte bewiesen, dass er leben möchte.

Aus seinem

„ich kann nicht mehr“

wurde ein

„ich möchte doch nur noch etwas leben“.

Seine drei Töchter sind nun gespannt, was in den nächsten Wochen passieren wird. Und dankbar sowie stolz, dass er so gekämpft hat. Weil sie es in der Intensität von ihm nicht kannten.

So lernten sie ihren Vater in den vergangenen Wochen/Tagen von einer ganz anderen Seite kennen.

Und sie lernten, zu was der Wille eines Menschen in der Lage sein kann.

Jeden weiteren Tag müssen sie allerdings auch lernen, sich immer wieder auf neue Situationen einzustellen. Denn der Zustand des Vaters ist jeden Tag anders und nicht vorhersehbar.

(Diese Geschichte hat sich genau so zugetragen wie sie geschrieben wurde und ich durfte sie nach Rücksprache auch veröffentlichen).

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Von viel redenden Menschen, ausverkauften Rouladen und günstigem Wein.

(Quelle Bild: Pixabay/LillyCantabile)

Ich war gestern noch recht spät beim Einkaufen und traf einen ehemaligen Kollegen. Ein unglaublich sympathischer und lieber Mensch, der immer viel zu berichten hat. Der immer sehr viel zu berichten hat. Eben einer, bei dem die Kartoffeln anfangen zu keimen im Einkaufswagen wenn Du den Absprung nicht schaffst. Und dieser ehemalige Kollege hatte vorher schon meine jetzige Kollegin getroffen in einem anderen Supermarkt, die Welt ist ja oft ein Dorf. Und ich denke noch so:

„Hossa, sie wird wieder fluchen weil sie nicht vom Fleck kam. Schreibst Du sie nachher mal bei Whatsapp an.“

Ich stieg gerade aus meinem Auto aus vor der Haustür, da fuhr sie am Parkplatz vorbei und hielt an. Ich musste nichts sagen, ich sah schon was los war.

Auch sie hatte den Absprung aus dem Gespräch nicht geschafft. Trotz mehrmaliger Versuche. Und noch viel schlimmer: Als sie es dann geschafft hatte, waren die Rouladen, welche sie unbedingt brauchte, ausverkauft. Er hatte sich nicht um Kopf und Kragen geredet, sondern sie quasi um ihre Rouladen. Meine Kollegin musste dann umschwenken und für das Mittagessen am Sonntag eine Alternative finden. Ja, so kann das kommen.

Ich musste hier zu Hause noch schmunzeln.

Dieser ehemalige Kollege erzählt aber auch immer die härtesten Geschichten, also spannend ist es schon.

Als ich mit ihm so auf dem Parkplatz stand und nach dem Blick auf die Uhr mitteilte wie spät es ist (es war 20.50 Uhr, der Discounter hatte bis 21 Uhr geöffnet), ging er seelenruhig Richtung Einkaufswagen. Keine Eile – keine Hektik – kein Stress. Bewundernswert. Und ich gehe davon aus, auch die Verkäuferinnen und Verkäufer wissen nun welches Auto er sich gekauft hat, wo er am Wochenende hinfährt, was sein Vater auf keinen Fall erfahren darf etc. Pünktlich Feierabend hatten diese Damen und Herren garantiert nicht.

Wenn dieser ehemalige Kollege Sonderangebote sieht, dann gibt es kein Halten mehr. Er kauft nicht 1 Teil oder 3 Teile. Nein, wenn es in seinen Augen ein totaler Schnapper ist, dann rammelt er sich den ganzen Kofferraum voll mit der Beute. So auch passiert vor einiger Zeit mit günstigem Wein. Alles rein hinten in die Karre. Nur leider, leider ist die Ladung verrutscht, und beim Öffnen der Kofferraumklappe flogen die Flaschen gleich hinterher.

So wie meine Kollegin gestern auf Rouladen verzichten musste, so musste er damals auf viel Wein verzichten.

Gleicht sich das alles wieder aus. ^^

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Es wurde getanzt bis tief in die Nacht: Meeting Revival-Party

Da hat die Ü30- bzw. Ü40-Partygemeinde (mit Luft nach oben) aber gestern gezeigt, wo der Frosch feiertechnisch so die Locken hat. Schon vor 21 Uhr war das Gelände am Kulturbahnhof mehr als gut gefüllt. Mein Plan, gleich eine Bratwurst zu essen als Grundlage, war nach den ersten Gesprächen schon vergessen. Ich hätte mich am liebsten zu Gaby an die Kasse gesetzt um genau zu sehen wer dort alles aufschlägt. Menschenskinder, die Leute kamen und kamen und kamen. Zum Glück war das Wetter auch Bombe, so konnte man tiefenentspannt draußen sitzen/stehen und den Klängen der absoluten 80er- bzw. 90er Jahre-Gassenhauer lauschen. Peter und Speedy kredenzten nahtlos die Songs von damals. Es dauerte nicht lange, da wurde schon abgehottet auf der Tanzfläche. Als von den tanzenden Schulterpolster-Boys „Girl you know it`s true“ kam, ging mein Kopfkino schon los im Bezug auf damals.

Ich hätte gerne eine Runde Breakdance gesehen. Jemand der auf`m Koppe Drehungen vollzieht und so. Naja, vielleicht beim nächsten mal.

Der Getränkewagen war sehr begehrt, teilweise stand man in Zweierreihen um an diverse Kaltgetränke zu kommen. Wie damals an der Theke im Meeting zur besten Zeit.

Es war eine ausgelassene, total entspannte Atmosphäre. Wie oft konnte man beobachten, dass sich die Leute kurz in den Arm nahmen. Teilweise hatte man einige Leute jahrelang nicht mehr gesehen (Gruß an Andrea an dieser Stelle und an Nicole und an Susanne usw.).

Wie das immer so ist, waren mir einige Gesichter fremd. Aber: Man kann ja nachfragen. Da war ein ganz Schicker am Start, ich hab den Name vergessen, ich Schaf.

Mein Highlight war das Erscheinen von „Disko-Jupp“, dem Wolfgang. Der härteste Kassierer on earth war er damals. Er war es auch der damals mit mir meckerte, weil ich nur eine Cola getrunken hatte den ganzen Abend über. Das war noch im alten Meeting. Junge, hatte ich immer Muffe wenn die Kohle nur für ein Getränk reichte. Wir wollten ihm gestern eine Cola ausgeben, als Retourkutsche. Aber selbst das haben wir vergessen vor lauter Beobachterei und Jabbelei.

Im Vorfeld hatte ich etwas Panik, dass ich Flenne vor Rührung. Dem war allerdings nicht so.

Der Abend verging viel zu schnell. Ich saß gestern schon um 17 Uhr gekämmt und gestriegelt in der Küche voller Vorfreude und habe mit den Füßen gescharrt. Und dachte kurz darüber nach mein 80er Outfit aus dem Schrank zu holen. Und noch Lockenwickler einzudrehen. Und mich von oben bis unten mit Jovan Musk Oil zu bestäuben, das habe ich nämlich noch im Alibert stehen. Der Erinnerung wegen. Den Gedanke hatte aber nicht nur ich wie ich später erfuhr. Wäre eine Überlegung für die nächste Party wert: Wer im 80-Style erscheint oder nach „My Melody“ riecht, bekommt vergünstigten Eintritt oder so.

Bleibt zu hoffen, dass sich die Meeting Revival-Party wieder etabliert im Uslarer Veranstaltungskalender. Und DJ Wimmer bei der nächsten Sause mit am Start ist. Und natürlich, dass Gaby und ihr Team nochmals einladen. Das habt ihr echt fein gemacht 😉

Im Bett ist mir übrigens eingefallen, dass ich die Bratwurst vergessen habe.  Irgendwas is ja immer, nä? ^^

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Von Vorfreude und … mal wieder den 80er Jahren.

(Quelle Bild: Steffi Werner)

Meine Freunde sind sicherlich schon dezent genervt von mir, weil ich seit Wochen beinahe über nichts anderes spreche/schreibe als von einem DER Events 2019: Eine Revival Party. Genauer gesagt die „Meeting Revival-Party“. Die Party findet morgen statt, ich bin schon total uffjeregt.

Das Meeting war in den 80er/90er Jahren hier in dieser meiner Kleinstadt eine Diskothek. Jeden Donnerstag und jeden Samstag versammelte sich dort quasi die Gemeinde.

Als wir uns die Tage darüber unterhielten, haben viele ihre Geschichten/Erinnerungen erzählt. Schenkelklopfer, da waren so witzige Stories bei. Eine Handball-Kollegin erinnerte sich daran, dass uns der Türsteher nicht reingelassen hatte, wir waren zu jung. Wir wurden mit unseren Turnbeuteln nach Hause geschickt frei nach dem Motto:

„Du kommst hier net rein.“

Ich erinnere mich daran, dass genau dieser Türsteher dann, nachdem wir dort hinein kamen, gemeckert hat. Weil ich stundenlang an meiner Cola herum nuckelte. Seine Worte waren:

Das ist hier kein Bahnhof!“

Ja, ja, ja. Für `ne zweite Cola reichte die Kohle aber nicht. Ich hatte so Schiss vor dem und werde das echt nie vergessen.

Morgen dann gibt es nach einer mehrjährigen Pause eine neue Runde Erinnerungen. Viele sind gespannt wie die Flitzebogen.  Einige reisen sogar von außerhalb an und nächtigen mal wieder in der Heimat. Meistgelesener Kommentar zum Event:

Es war damals eine so schöne Zeit.“

Das war es auch.

Neulich beim Einkaufen rief eine Bekannte:

Steffi, 18.05.?“

Ja, Andrea, 18.05.!“

High Five 😉

Und man darf gespannt sein wer morgen wieder wen nicht erkennt oder sofort erkennt. Wer überhaupt erscheint. Und wie oft über die damaligen Zeiten gesprochen wird. Wie die Party-Gemeinde nach der Musik eskaliert auf der Tanzfläche. Wer vielleicht ihrer/seiner ersten großen Liebe über den Weg läuft etc.

Man munkelt, einige Ehefrauen/Ehemänner sind in Sorge, weil wiederum deren Ehefrauen/Ehemänner morgen auf „the love of the 80th“ stoßen werden. Bei mir recht realistisch, ich war in den 80er Jahren gefühlte 4376 Mal verliebt. Das wissen die Betroffenen allerdings nicht 😉

Die 80er waren meine Zeit. Ich kann teilweise nicht sagen was ich gestern gegessen habe. Aber ich kann sagen, zu welchem Lied aus den 80er Jahren genau was los war. Hier liegen noch zwei Tagebücher. Mit einer Liste ganz hinten, in wen ich verliebt war und wer mich dann auch wollte. Das Schnitt war jetzt nicht soooooo dolle, aber das ist ja wumpe.

Und ich sehe mich schon in der Nacht mit meiner Handtasche schleudern nach Hause gehen bei Sonnenaufgang, und „take on me“ von aha trällern.

Was muss, das muss, gelle? ^^

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Investigativ in Bodenfelde unterwegs – für den Schüttenhoff

(Quelle Bilder: Schüttenhoffgesellschaft Bodenfelde, Steffi Werner)

(M)ein Kommentar

Uslar/Bodenfelde/ Kaum nimmt man am Fahnenausmarsch und an der Generalversammlung teil, werden die wildesten Spekulationen aufgestellt. Ich bin gefragt worden ob es stimmt, dass ich neuerdings zu den Marketenderinnen gehöre. Zur Beruhigung an alle:

Nein, ich werde NICHT in einem kurzen Uniformrock als Marketenderin durch Bodenfelde marschieren. Das will auch keiner sehen. Es war ein kurz aufkeimendes Gerücht. Woher auch immer es kam.“ Schenkelklopfer 🙂

Da ich am Freitag beim Hexentreffen teilnehmen durfte (Dankeschön für die Einladungen an dieser Stelle), war ich quasi mittendrin statt nur dabei. Investigativ um genauer zu sein.

Aber beginnen wir von vorne.

Fahnenausmarsch/Generalversammlung

Ich war schon ziemlich uffjeregt muss ich zugeben an diesem 10. März. Und dann erstaunt. Erstaunt darüber, dass der Mann, der an meinem 18. Geburtstag mucksmäuschenstill auf meiner Rattan Couch in meinem Kinderzimmer saß, so brüllen kann. Herrschaftszeiten. Meistgehörte Worte/Sätze bei der Meldung an den Hauptmann:

Augen geradeaus“,

stillgestanden“,

rührt euch“.

(Selbst ich nahm teilweise Haltung an)

Vom Herrn Oberst gab es für die Einheiten stellenweise etwas „Lack“, natürlich humorvoll untermalt.

Der Fahnenausmarsch war etwas verregnet, was den Damen und Herren allerdings nicht die Laune verhagelte. Man konnte einigen die Vorfreude auf das Pfingstwochenende schon ansehen unter dem Regenschirm.

Bei der anschließenden Generalversammlung war der Saal rappelvoll.

Es ist ja unglaublich, wie viel Arbeit hinter all dem steckt. Das wurde mir bei einigen Tagesordnungspunkten erst klar.

Hätte ich gewusst, dass das Freibier dort fliest wie das Wasser die Weser hinunter, dann hätte ich am Montag Urlaub eingereicht, das ist Fakt. Im Verlauf der Veranstaltung jedenfalls standen einige schon auf den Stühlen und haben gefeiert.

Als ich mit dem Uslarer Bürgermeister den Saal verließ, sagte ich so zu ihm:

„Hier, hör mal. Is` so schön hier, ich sollte einen Bodenfelder heiraten.“

Er so:

*………, *……………., *……………..! *zensiert, es war aber positiv 🙂

 

Die Hexen und die Gulaschsuppe

Letzten Freitag dann der Besuch bei den Hexen. Es war das 7. Treffen. Ob die lustige Fahrt nach Willingen dazu zählt, ist ja wumpe.

Ich habe über 20 feierwütige Damen gezählt, allerdings trudelten im Laufe des Abends noch mehr ein. Das hörte gar nicht mehr auf. Man war so nett und beantwortete mir meine gefühlten 4376 Fragen zu dem Part mit den Hexentanz am Pfingstmontag.

Schon Heinrich Sohnrey beschrieb, dass

>>… gegen Abend urplötzlich ein Haufen Frauen aus dem Hinterhalte hervorbrach und die Musik vom Platze holte. … Die ganze Gesellschaft schloss sich an, und unter Schreien und Jauchzen wogte der Trubel hinter der schmetternden Musik im ganzen Ort umher. Auf jedem Kreuzwege und freiem Platze wurde im rasendsten, wildesten Tempo ein Reigen aufgeführt und alles mit fort- und herumgerissen. << (Quelle: Schüttenhoffseite).

Dass genau ein solches Szenario auch an diesem Pfingstmontag in ähnlicher Form stattfindet, kann ich mir nach dem Besuch des Hexentreffens wohl denken. Das kriegen die hin, kein Thema. Herr Sohnrey wird geahnt haben, welche Riege 2019 am Ruder ist 😉

Nach einer nahrhaften Grundlage in Form einer Gulaschsuppe gingen die Damen ins „Trainingslager“, wenn Sie verstehen was ich meine 😉 Feiern können sie jedenfalls. Bis morgens um 3.30 Uhr wurde getagt (munkelt man).

Pfingstmontag um 13.30 Uhr geht`s rund mit den Hexen, nur mal so als dezenter Hinweis.

Männereinfangen: Das wird mein Event

Bei meiner Recherche stolperte ich bei der Beschreibung des Hexentanzes über folgendes Wort: „Männereinfangen“. So, wer sich weiter oben an meine Worte Richtung Uslarer Bürgermeister erinnert, der kennt meinen Plan. Und wenn ich mir dafür in Vaddern seiner Werkstatt noch einen Reisigbesen klöppeln muss 😉

Zurück zu Thema:

Während die Hexen feierten, füllte sich auch der Gastraum nebenan. Der männliche Anteil schoss leicht nach oben. An den Shirts konnte man erkennen, dass auch einige Herren der Einheiten kurz auf ein Feierabendbierchen vorbei schauten. Ein mir gut bekannter Pionier antwortete dann auf meine restlichen 325 Fragen ordnungsgemäß und erzählte, wie sich teilweise die vier Tage Schüttenhoff in der Vergangenheit so gestaltet haben. Die Highlights sozusagen. Die legendären Geschichten.

Leute, ich würde das nicht annähernd durchhalten.

Was an diesem Abend allerdings auch wieder zu spüren war, das war die Vorfreude auf den Schüttenhoff.

Vorfreude ist die schönste Freude. Keine 6 Wochen mehr, dann wird der Zeltboden schon beben.

Ich komme dann aber nicht mit dem Auto. Versprochen. ^^

Hinweis:

Eine Abordnung der Schüttenhoffgesellschaft ist am 31. Mai von in der Zeit von 12 Uhr bis 13 Uhr auf NDR1 zu hören in der Sendung „Plattenkiste“. RADIO AN.

NDR1 Plattenkiste

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Die letzte gelbe Telefonzelle: Weg ist sie.

(Quelle Bild: Pixabay/anaterate)

Hach ja, man wird fast etwas wehmütig und nostalgisch wenn man gesehen hat, wie die letzte gelbe Telefonzelle ihre Reise angetreten hat über den Königssee.

Heute noch habe ich den Geruch dieser Zellen in der Nase, die Teile rochen von innen alle gleich. Was wohl auch an den Telefonbüchern gelegen hat, welche rechts vom Apparat hingen. Man musste die hochklappen um Nummern zu suchen. Natürlich waren die nicht immer zu 100% vollständig, irgendein Dödel hat teilweise die Seiten raus gerissen.

Zu der Zeit der gelben Telefonzellen brauchte man immer Kleingeld in der Börse. Und teilweise noch viel mehr Zeit. Und natürlich musste man mit weniger netten hygienischen Zuständen klarkommen. Es war cool wenn man die Groschen rein geworfen hatte und wählte, später dann tippte. Und das Telefonat beendet war wenn die Groschen aufgebraucht waren. Letztes war dann weniger cool.

Manchmal hat man aus der gelben Telefonzelle in der Jugend den Schwarm angerufen inkognito, weil zu Hause die ganze Familie mithören konnte. Gerade dann, wenn die Schnur vom Telefon jetzt nicht die längste Schnur war.

Wir haben in den Dingern als Jugendliche heimlich gepafft, den Weltfrieden geplant, das Universum dumm und dämlich diskutiert, geknutscht und so. Silvester dienten die gelben Telefonzellen als „Testgelände“ für Böller jeglicher Art. Das hat aber auch gerumst und gequalmt 😉

In den gelben Telefonzellen hingen auch diese Notrufhebel, die konnte man im Ernstfall umlegen. Ich erinnere mich noch dunkel, dass in der Zelle vor meinem Elternhaus dieser Hebel oft sinnlos bewegt wurde und so der Notruf ausgelöst war. Da fand Remmi Demmi im Dorf statt, das glaubt mal. 

Heutzutage würde wohl kaum noch jemand den Hörer in die Hand nehmen ohne diesen vorher zu desinfizieren. Auf den Gedanken kamen wir damals gar nicht. Es sei denn es klebte Kaugummi dran. Hubba Bub*a, 3 Wochen alt und hart wie Euterbock.

Wenn abends das Licht darin anging, war alles voller Motten. Es gab auch Zellen, da war alles voller Spinnweben, toter Falter und anderem Flattervieh. Immer dann, wenn die zuständige „gelbe Telefonzellen-Reinigungskraft“ jetzt nicht sooooo oft vorbei schaute. Es war nämlich immer jemand zuständig für die Reinlichkeit. 

Wenn man die Tür schloss von der gelben Zelle, dann war das ein Stück Privatsphäre. Eingebildete Privatsphäre. Weil man draußen jedes Wort verstand. Es sei denn man hat geflüstert und schützend die Hand vor die Muschel gehalten. 

Es gab auch Tage, da standen mehrere Personen vor der gelben Zelle. Das konnte dann teilweise dauern. Hatte jemand ein lauteres Organ, kannte man die Geschichten von den „Vorsprechern“ immer bis ins Detail. Und man wünschte sich in den nächsten Tagen wieder besagte Person vor sich in der Warteschleife zu haben um das alles weiter zu verfolgen.

Wie gesagt, bei uns auf dem Dorf stand die Zelle vor unserem Haus. Man konnte im Blick haben wer viel telefonierte. Nostalgisch finde ich heute im Nachhinein betrachtet den Anblick, wenn die Hausfrau in Kittelschürze in die Zelle ging und das Geld aus der Kittelschürze holte. Und wenn wir als Kinder in den Schacht für das Rückgeld schauten und noch ein paar Groschen fanden.

Hach ja, man wird wehmütig und nostalgisch wenn man an die gelbe Telefonzelle denkt.

So sei der gelben Telefonzelle die letzte Reise über den Königssee gegönnt. Ich hoffe, da hing kein Hubba Bub*a am Hörer. ^^

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Von Balkonkästen, Blumenerde, Saatbändern und Kälte.

(Quelle Bild: Steffi Werner)

Eigentlich wollte ich meinen Balkon nicht bepflanzen, weil wir hier windschnittig leben. Hier pfeift es aus jeder Himmelsrichtung. Ich habe nach einem Sturm vor langer Zeit meine Balkonmöbelabdeckplane auf der anderen Seite des Hauses wieder gefunden, und mein“ kleines Schwarzes“ in einem Busch neben dem Haus. Es sollte nur auslüften und schwupps – hing es im Rhododendron unten auf der Wiese.

Aber irgendwie sieht das so nackig aus hier. Und so ganz unwichtig sind Pflanzen/Blumen ja auch nicht für Insekten.

Also bin ich losgegangen und habe mich eingedeckt: Saatbänder Marke „hängende Balkonpflanzen“, Saatgut Marke „Wildblumen-Style“. Aber auch Pflanzen, welche aus der Saat schon lange raus sind. Noch Balkonkästen besorgt und Draht, damit ich die Dinger fixieren kann. Wegen dem Wind eben. Und Blumenerde. Ganz viel Blumenerde.

Es kamen dann noch diverse andere Pflanzen dazu, auch noch diverse andere Balkonkästen und diverse andere Blumenerde. Noch mehr Blumenerde. Der letzte Sack beinhaltete 35 Liter, ich habe nach 50 Stufen gepumpt wie ein Maikäfer hier im Hausflur und hatte dauernd Schiss, dass der Beutel reißt. 35 Liter Blumenerde im Treppenhaus: Ich hätte gefegt wie doof. Diesen Beutel Blumenerde habe ich wie einen Säugling durch das Treppenhaus getragen, vorsichtiger ging nicht. Wie eine Prozession war das.

Nach knapp einer Woche konnte ich sehen, dass sich die Saat hier wohlfühlt. Da kommt jetzt ganz langsam Bewegung in die Blumenkästen. Was hab ich mich gefreut, da entwickelt man leichte Muttergefühle.

Tja, und dann kam die Kälte zurück. Das hätte ich im April einkalkulieren müssen. Habe ich aber nicht. Als ich am Freitag im Büro saß und dicke, fette Schneeflocken vom Himmel fielen, war mein erster Gedanke:

Oh nee, nein, mein Saatgut!“

Also den Kurzen angerufen, der war zum Glück noch zu Hause, und ihn gebeten alte Handtücher über die zwei Kästen zu hängen. Das hat er auch gemacht, nur eben nicht mit alten Handtüchern. Egal. Nur das Beste für die Saat. Nach Feierabend bin ich gleich auf den Balkon und habe die Lage gepeilt. Das sah aber gut aus. Handtücher wieder drüber und gleich auf die Wetter-App geschaut wann meine Saat über den Berg ist. Die Prognose war jetzt nicht so dolle.

Heute morgen schien die Sonne, der erste Gang war auf den Balkon zu meinem Saatgut. Kurz abdecken und checken was so geht. Die Handtücher waren gefroren, ich konnte die quasi runter heben. Und die Saat lächelte mich an.

„Super, Mensch, diese Saat ist eine tolle Saat. Eine windschnittige Saat. Saat, Du bist toll.“

Etwas Wasser dran, die Kästen hatten ja zwei Tage totale Quarantäne.

Und dann kam der Regen. Und es war wieder arschkalt. Und die Kästen bis zum Anschlag voll mit Gießwasser und Regenwasser.

Aber: Es kommen immer mehr grüne Keime aus der Erde gekrabbelt.

Und es soll ja ab morgen wieder wärmer werden mit mehr Sonnenschein.

Der Kauf der Solarlampen ist eine eigene Story wert, ich habe nicht gesehen, dass die Teile bei Einbruch der Dunkelheit blinken wie Disko-Kugeln aus den 80ern. Aber auch schön 😀

Wenn sich meine Wildblumen und hängenden Balkonpflanzen halten, dann besorge ich denen noch andere Kameraden: Hängepflanzen in Blumenampeln. Die kaufe ich aber fix und fertig, dieses Geschleppe von den Säcken steht mir bis oben hin. Echt jetzt. ^^

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Bad Oeynhausen, die Jogginghose und die Jeans-Allergie

(Quelle Bild: PDPics/Pixabay)

An einer Realschule in Bad Oeynhausen ist nun Schluss mit Jogginghosen tragenden Schülerinnen und Schülern: Wer zum vierten Mal in Folge nach drei Verwarnungen in dieser bequemen Freizeitkleidung in der Schule erscheint, darf wieder nach Hause gehen und sich umziehen.

Ich finde es gut. Und unterstütze das Argument, dass der „Couch-Potato -Look“ auf das Sofa gehört, nicht in die Schule.

Und dass es etwas mit Respekt zu tun hat wie man sich kleidet. Ob nun in der Schule, im Job oder auf der Straße.

Ich liebe meine Jogginghosen heiß und innig, kein Thema. Der erste Gang nach Feierabend ist der Gang ins Schlafzimmer. Raus aus der Jeans – rein in die Jogginghose. Niemals würde ich auf die Idee kommen mit meiner blauen Schlamper-Jogginghose ins Büro zu gehen. Oder zum Einkaufen. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass ich damals in einer Jogginghose in die Schule gehen wollte. Da wäre hier auch was los gewesen wenn ich diesen Wunsch geäußert hätte, das könnt ihr glauben 🙂

Das Argument einer Mutter fand ich zum schreien komisch: Als Befürworterin der Jogginghose nannte sie eine „Jeans-Allergie“ als Grund dafür, dass ihr Nachwuchs mit Jogginghose im Unterricht erscheint. Das habe ich noch nie gehört. Aber gut, kann ja wirklich so sein. Aber: Es gibt ja noch andere Hosen: Flanellhosen, Lodenhosen, Cordhosen etc. Einfach dem Kindelein ein derartiges Beinkleid kaufen und der Drops ist gelutscht 😉

Die Jogginghose gehört heute anscheinend teilweise zum guten Ton unserer Stars und Sternchen. Nicht selten tragen diese Designer-Jogginghosen, teils aufgepimpt, und stehen so vor der Kamera/dem Publikum. Für mich persönlich noch immer befremdlich.

Am letzten Wochenende war ich mit einer Bekannten auf einem Stadtfest. Wir haben uns immer wieder betreten angeschaut wenn erwachsene Damen und Herren in ihren Jogginghosen durch die Stadt wanderten. Das waren nicht wenige. Und nein, das waren jetzt auch keine schicken aufgehübschten Jogginghosen, sondern eher die alten Modelle.

Ich kann mir nicht helfen, dieser Anblick wirkt immer so verloddert und hinterlässt bei mir einen negativen Eindruck.

Ich bin gespannt, wie viele Mädels und Jungs in Zukunft von jetzt auf gleich noch unter Jeans-Allergien leiden, sollte sich diese Kleiderordnung auch an anderen Schulen durchsetzen. ^^

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Podiumsdiskussion zum Freibad Volpriehausen: (M)ein Kommentar.

 (Quelle Bild: Pixabay/HardyS)

51 Jahre Heimat

In einem vollbesetzten Saal der Dorfgemeinschaftsanlage Schlarpe eröffneten die zwei Dorfmoderatorinnen Ester Graepler und Annika Wilke den Themenabend um die Frage nach dem Werdegang bezüglich dem Freibad in Volpriehausen. Es ist und wird nicht einfach, das wurde mir an diesem Abend mehr als klar.

Das Freibad Volpriehausen wurde erbaut am 23.05.1968 und schaut auf eine 51-jährige Geschichte zurück. Damals gebaut für knapp 635.000 DM.

  • 51 Jahre, in denen viele Geschichten geschrieben und erzählt wurden/werden um dieses Freibad.
  • 51 Jahre, in denen sich Generationen mit diesem Freibad verbunden fühlten und noch fühlen. Es ist ein Stück Heimat, das war am Abend der Podiumsdiskussion mehrmals zu hören.

Zu hören war allerdings auch eine Stimme welche mehr oder weniger darauf hinwies, dass Veränderung bezüglich des Standortes „altes Freibad“ nicht unbedingt negativ zu betrachten ist. Dass man, wenn es weitergehen soll, an Nostalgie nicht unbedingt festhalten darf.

Fragen und Antworten

Tja, und nun ist nicht klar wohin die Reise geht: Was die Besucher sich wünschen, was die Helfer überhaupt noch leisten können.  Welchen Einfluss die Umgehung bezüglich dem Bau der B241 auf das Freibad haben wird. Woher das Geld nehmen für Ausbesserungen, woher noch helfende Hände bekommen zur Unterstützung? Und: Welche Alternativen sind noch möglich und umsetzbar? All das wurde bei der Podiumsdiskussion erklärt und diskutiert. Ich erwischte mich mittendrin dabei, dass meine Argumente hinsichtlich Pro und Kontra durch die Anregungen der anderen Besucher ins Stocken gerieten. Das ist das tolle an Diskussionen: Sie regen nicht selten zum umdenken an.

Die Fakten

Fakt ist, dass die Heizöltanks nicht mehr betrieben werden können, man würde sich den Hintern abfrieren ohne diese.

Fakt ist auch, dass viele Ausbesserungen und Reparaturen anstehen, damit das Freibad weiter in Betrieb genommen werden kann in der nächsten Saison.

Die Suche nach den Fördertöpfen ist schon im Gange, dazu konnte viel berichtet werden.

Der Bau der Umgehung der B241 und die Alternativen

Sollte der Bau der B241 beginnen, dann muss das Freibad schließen. Es wäre nicht möglich für einen reibungslosen Badebetrieb ohne Staub und Lärm zu sorgen. Auch und gerade im technischen Bereich. Dieser Punkt war für mich mit einer der dicksten Brocken.

Wenn das Bad 2 oder 3 oder 4 Jahre schließen muss: Haben sich die Besucher dann nicht schon lange eine andere Alternative hier in der Region gesucht um sich abzukühlen? Das waren auch meine Bedenken.

Soll der Standort beibehalten werden oder wäre ein anderer Standort nach Bau der Umgehung der B241 sinnvoller? Aber wo? Und wie? Ein neues Freibad? Woher käme das Geld? Oder doch besser ein Schwimmteich? In einem Schwimmteich können die Kinder aber nicht ihre Schwimmabzeichen machen, diesen Wortbeitrag fand ich interessant und informativ. Wie verhält es sich an einem Schwimmteich mit der Badeaufsicht? Wo genau käme dieser Schwimmteich überhaupt hin? Die Palette der Fragen hatte es echt in sich.

Die Vorschläge für das Ausweichen während der Bauphase in andere Freibäder der Region z. B. waren theoretisch sinnvoll, aber praktisch nicht einfach umsetzbar. Denn wir erreichen heute mit Bus und Bahn nicht bequem jedes Ziel im Stundentakt. Zudem müssen auch Bus und Bahn bezahlt werden und bezahlbar sein können für Familien.

Neue Helfer – neuer Termin

An diesem Abend fanden sich zum Glück neue Helferinnen und Helfer, welche in der Saison 2019 ihre Unterstützung anboten.

Am 24.04. wird das nächste Zusammentreffen stattfinden, und zwar um 19 Uhr im Gemeindehaus in Volpriehausen. Bis dahin werden sicherlich viele Dinge geklärt und abgeklopft sein. Ganz bestimmt werden auch bis dahin neue Ideen auf dem Plan erscheinen.  Es wird spannend bleiben. Und weitergehen. Die Frage ist nur in welche Richtung und mit welchem Plan in der Tasche.

Bei der Anzahl an engagierten Bürgerinnen und Bürgern aus den Bollertdörfern darf man sich sicher sein, dass diese das Ding wuppen irgendwie. ^^

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Die Macht der Presse und die Penetranz von Z-Promis.

(Quelle Bild: Pixabay/MichaelGaida)

Ein Kommentar

Ich habe in den letzten Wochen/Monaten (auf einige spezielle Fälle bezogen) viel auf unseren „großen Seiten“ gelesen. Und mir auch oft Gedanken darüber gemacht, warum der Voyeurismus heutzutage so ausartet im Bereich der Berichterstattung. Warum wir beispielsweise bis in kleinste Detail an Tragödien teilnehmen wollen, warum bis ins kleinste Detail berichtet wird. Welche Macht die Presse/die Sender teilweise haben, in welche Richtung sie vieles lenken können. Welche Überschriften fokussieren, aber im Grunde genommen so gar keinen Inhalt hervorbringen. Und welche Meldungen nach ein paar Tagen versickern, während sich andere über Monate halten. Hier sei die Frage nach dem Warum erlaubt, und hier beantwortet sich diese Frage teilweise von ganz alleine.

Gerade wenn es um Schicksalsschläge geht, auch im Bezug auf prominente Personen (oder solche, die sich dafür halten bzw. so angepriesen werden).

Der bekannte Satz:

„… sprach zuerst mit der Leiche“

hat in den letzten Wochen mehr denn je an Aktualität gewonnen. Leider. Wenn der Tod eines Menschen wochenlang die Meldungen beherrscht. Wenn der Tod eines Menschen dokumentiert wird, stellenweise mit grenzwertigen Bildern/Interviews. Wenn über den Tod eines Menschen spekuliert wird, auch wenn diese Spekulationen noch so an den Haaren herbei gezogen scheinen. Wenn uns solche Meldungen auf der einen Seite echt total nerven, man sie aber auf der anderen Seite trotzdem liest. Bei Facebook usw. sind allerdings die Kommentare dazu das Salz in der Suppe. Auch ich spreche mich davon nicht frei. Also vom mitlesen und Salz in die Suppe streuen. 

Ich bin auf diverse Seiten gestoßen im Zusammenhang mit einer ganz bestimmten Berichterstattung, und dort haben sich Menschen zusammen getan die viel Insiderwissen hatten und eben nicht nur spekuliert haben.

Da kamen dann plötzlich ganz andere Infos an das Tageslicht. Und ich war so naiv zu denken, dass aufgrund dieser Schilderungen diese penetrante Berichterstattung über einen gewissen Vorfall bald ein Ende nimmt. Das tat und tut sie aber nicht. Es wird immer weiter im Sumpf gewühlt. Verkaufszahlen sind wichtig, das ist auch mir klar. Ohne Moss nix los. Wie sehr unsere Medien viele von uns lenken, wie sehr sie nicht immer so wirklich realitätsnah berichten, das wurde mir persönlich in den letzten Wochen allerdings mehr als deutlich.

Kommen wir in diesem Zusammenhang nun zu den Z-Promis:

Verfolge ich die Presse, dann begegnen mir oft Namen welche ich nicht kenne. Noch nie gehört. Wer ist das? Teilweise google ich diese Leute. Die Zahl der Stars und Sternchen nimmt jeden Tag rasant an Fahrt auf. Ob nun unsere lieben Influencer, unsere Casting-Teilnehmer diverser Formate, ob die Teilnehmer an den verschiedensten Dokumentationen. Viele verglimmen schneller als sie auftauchten am Show-Himmel, andere halten sich. Nur leider nicht immer aufgrund ihrer Talente, ihrer Leistungen, ihrem Ehrgeiz, ihrem Fleiß oder ihrer Gaben, sondern aufgrund ihrer Penetranz. Und ihrer Schmerzlosigkeit. Schmerzlos muss man wohl sein um sich zum Honk zu machen und um sich zu verkaufen. Wobei einige wenige es noch halbwegs niedlich veranstalten und es so in das Herz der Zuschauer schaffen. Das ist auch dann in Ordnung, wenn betreffende Person das alles selbst in der Hand hat.

Nicht in Ordnung ist es aber, wenn ein(e) Hinterbliebene(r) eines (Z)Promis, egal wie sie/er fokussiert hat, das große Geld riecht und alles verkauft was eigentlich zur Privatsphäre gehört. Wenn die Person, um die es eigentlich geht, nichts mehr daran ändern kann aufgrund von Krankheit oder schlimmeren Entwicklungen. Wenn Menschen den Medienrummel aushalten müssen, welche das eigentlich nicht wollen. Weil sie zu jung sind, das Trauma noch nicht überwunden haben, sich vielleicht auch in ihrer Privatsphäre gestört fühlen. Genau das ist anscheinend der neue Trend. Die Medien beißen an, denn intime Dinge lassen sich gut verkaufen. Da schließt sich der Kreis.

Er hat gehört“, „sie hat gesagt“, „seine letzten Worte waren“, „hier aktuelle Fotos/Videos, schaut mal“ etc.

In der letzten Zeit sind einige Ikonen verstorben. Echte Ikonen. Man konnte ein paar Tage diese Meldungen lesen, dann war Schluss. Darin mag der Unterschied liegen: Es hat etwas mit Achtung, Respekt und Pietät zu tun. Privilegien, die einige Hinterbliebene in Ehren halten. Schade, dass diese Privilegien auszusterben scheinen.

Ich möchte jedenfalls nicht, dass man mein Privatleben verkauft in einer Situation, in der es mir nicht gut geht. Oder ich nicht mehr auf diesem Planeten verweile. Egal auf welche Art und Weise, weil sich jemand daran bereichern möchte. Punkt.

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