Von 73 Jahren Ehe und viel Etikette.

(Quelle Bild: Pixabay/Ryan McGuire)


Auch hier lief am Nachmittag der Fernseher, als die Trauerfeier von Prinz Philip übertragen wurde. Weil mich diese royalen Ereignisse, trotz des traurigen Hintergrundes, total faszinieren. Faszinieren aus den Gründen, dass ich es gigantisch finde, wie durchgeplant alles zu sein scheint. Ob Hochzeiten oder Trauerfeiern. Das war heute auch wieder zu sehen. Jeder Schritt schien im Protokoll zu stehen. Alles sicherlich durchgeplant und durchgespielt bis ins kleinste Detail. Ohne nur eine Sekunde dem Zufall zu überlassen.

Auch wie beherrscht die britische Königsfamilie immer scheint. Mich hat das damals schon bei der Trauerfeier von Lady Diana fast sprachlos gemacht. Als die Söhne, zu der Zeit noch Kinder, total nach Etikette funktionierten.

Das war heute auch wieder zu sehen. Ich frage mich wie man sich so beherrschen kann. Keine Gefühlsregung zeigen (dürfen). Mit Stil und Haltung so emotionale Ereignisse erleben oder durchleben können. Weil das scheinbar von einer royalen Familie so verlangt wird. In einem Artikel, welche ich heute gelesen hatte, fiel das Wort „eiserne Disziplin“. Das trifft den Nagel auf den Kopf.

Wie sagte Royal-Expertin Julia Melchior:

„Die Königin trauert im Stillen. Sie ist eine Person, die stets Haltung wahrt, so auch heute, in einem Moment der großen Trauer für sie.“

Kommen wir zur Überschrift, den 73 Ehejahren.

Unglaublich, so lange verheiratet gewesen zu sein. Und noch viel länger verliebt. Ich hatte heute bei dem Sender mit dem Slogan „mit dem Zweiten sieht man besser“ geschaut. Mit Julia Melchior hatte man eine Frau gefunden, welche wusste wovon sie sprach als Kommentatorin.

Da fiel mehr als 1x der Satz, dass Prinz Philip die Liebe des Lebens für die Queen war. Ihr engster Vertrauter. Ihr Berater. Ihr Fels in der Brandung. Und das über einen Zeitraum von 73 Jahren, das ist beinahe unvorstellbar. Und spricht ja irgendwie auch für eine wirkliche Liebe ohne wenn und aber. Wie glücklich man sich schätzen kann, wenn einem eine solche Liebe und ein solcher Zeitraum des Zusammenseins gegönnt ist.

Wenn man zusammen so alt werden darf. Wenn man auf eine bewegte Ehe zurückblicken kann. Auf so viele Kinder, Enkelkinder, Urenkelkinder.

Sicherlich hat es auch im Palast mal geraucht und geknallt zwischen ihr und ihm. Man sagt ihm ja einen grandiosen Humor nach. Einen schwarzen Humor.

Als Elisabeth gekrönt wurde, soll er zu ihr gesagt haben:

„Wo hast du diesen Hut her?“

Als er den nigerianischen Präsidenten traf, der ein traditionelles Gewand trug, meinte Prinz Philip:

Sie sehen aus, als wären Sie fertig fürs Bett!“ 

Einen schottischen Fahrlehrer fragte Prinz Philip einmal:

„Wie schaffen Sie es, die Eingeborenen lange genug vom Alkohol fernzuhalten, damit sie die Prüfung schaffen?“ (Quelle: PromiPool).

99 Jahre alt werden, davon 73 Jahre verheiratet, das muss man erstmal schaffen. Mich beeindruckt es jedenfalls.

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Brücken-Lockdown und so. Mein Kommentar.

(Quelle Bild: Pixabay/Timusi)

Im Erfinden der „Lockdown-Varianten“ sind wir aber ganz weit vorne:

(M)ein Kommentar.

Ach Mensch, jetzt ist der Brücken-Lockdown an der Reihe bzw. in Planung. Nach dem Lockdown light, dem generellen Lockdown und so weiter und so fort und all dem Kram. Wenn man uns eines nicht absprechen kann, dann ist es die vielfältige Benennung der Lockdowns.

>>NRW-Ministerpräsident L. dringt auf einen harten Lockdown, bis mehr Menschen geimpft sind. Das nächste Bund-Länder-Treffen will er deshalb vorziehen.

„Geschieht nichts, werden die Zahlen weiter erheblich zunehmen“, warnte L. Ein neuer „Brücken-Lockdown“ müsse dem entgegenwirken. Damit könne dann ein niedrigeres Niveau erreicht werden, das dann durch Testungen gehalten werden könne, bis mehr Menschen geimpft seien.“<< (Quelle: Tagesschau.de).

Auf das Bund-Länder-Treffen bin ich schon jetzt gespannt. Und ich wette mittlerweile mit mir selbst, ob mich das Ergebnis aus den Puschen hauen wird oder der erste „Ausbrecher“, welchem nach ein paar Tagen einfällt, dass das alles jetzt doch nicht so prickelnd ist. Und uneffektiv. Und nicht zu verantworten. Das kennen wir ja schon.

Wie schrieb eine Dame vorhin bei Facebook sinngemäß?

„Wir haben mittlerweile mehr Lockdown-Varianten als Mutanten!“

Ich muss der Dame zustimmen.

Besagter Ministerpräsident schwafelte etwas davon, dass viele von uns dazu bereit sind.

Ach was! Echt? Ich sehe viele von uns, welche auf dem Zahnfleisch gehen, fertig sind mit der Bereifung.

Welche ihre Existenz davon schwimmen sehen. Finanziell in die Bredouille geraten oder schon aufgeben mussten.

Zu dem Impfungen:

Ich persönlich gehöre zu den knapp 2 Millionen Leuten, welche den viel diskutierten Impfstoff schon im Balg haben. Und keiner weiß wie es für uns nun weitergeht. Etwas anderes drauf impfen? Denselben Impfstoff nachimpfen? Was machen wir denn nun? Selbst einen hochprozentigen Schnappes in den Hintern hauen? Oder wie oder was?

Der Brücken-Lockdown soll dem entgegenwirken? Obwohl noch keiner weiß, wie das Drama um die Erstgeimpften weiter gehen soll?

Ich lach mich dezent schlapp.

Gedenken wir zwischendurch kurz den Malle-Urlaubern und den Fußballern, ganz großes Kino.

Während der eine MP Osterzöpfe backt, zeigt sich der andere MP mit der Faultier-Frisur bei der drölfzigsten Impfung. Genau mein Humor.

Dieses Geeiere motiviert uns nicht, dieses Geeiere macht uns dünnhäutig. Und facht das Misstrauen an.

Warum nehmen die Meldungen überhand, dass sich Gruppierungen entgegen der Empfehlungen treffen?

Warum nehmen die Meldungen überhand, dass sich die Leute die Koeppe wegen Kleinigkeiten einhauen?

Wären die MP Eltern, dann hätten man denen schon die Super Nanny auf den Hals gehetzt. Weil sie nicht konsequent sind.

Ab auf die stille Treppe, aber sofort!

Eine Super Nanny für unsere MP, das wäre es!

Ich darf jetzt noch posten, ich habe Urlaub ^^

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Der Vertrauensschaden: (M)ein Kommentar.

(Quelle Bild: Pixabay/Wokandapix)

Eigentlich möchte ich mich noch immer kneifen lassen um zu überprüfen, ob ich das Szenario der letzten Tage wirklich erlebt habe. Oder einfach nur grausam geträumt.

Es geht um die „Osterruhe“, so wurde das Drama um dieses Vorhaben bzw. Nichtvorhaben so nett betitelt.

Napoleon sagte schon vor langer Zeit:

„Das Schlimmste in allen Dingen ist die Unentschlossenheit.“

Das empfinde ich heute ganz genauso. Diese Unentschlossenheit, welche sich seit Monaten unregelmäßig wiederholt seitens unserer Politik, die macht mich echt fertig.

Nein, ich möchte sicherlich mit den Damen und Herren nicht tauschen.

Und nein, Vorwürfe machen oder schimpfen wie ein Rohrspatz, das macht die Sache nicht einfacher. Ich muss nur mal Dampf ablassen. Sie bzw. ihr müsst das jetzt kurz ertragen 😉

Die Pandemie mit all ihren negativen und grausamen Facetten ist eine Sache.

Menschen vertrauen zu müssen, welche scheinbar momentan auch überfordert sind, dann wiederum eine andere.

Nicht nur die „Osterruhe“ hat mir den Draht aus der Mütze gehauen, sondern u. a. auch die Möglichkeit der Mallorca-Urlaube sowie die Demo in Kassel. Vom Impf-Debakel ganz zu schweigen.

Wie sagte ein junger Mann kürzlich in einem Interview, warum er nach Malle geflogen ist?

„Ich muss hier mal raus!“ (sinngemäß wiedergegeben).

Verständlich, aber ich glaube wir alle müssen „hier mal raus“. Aus der Situation und vielleicht auch um einen Tapetenwechsel genießen zu dürfen. Auf andere Gedanken kommen. Runter fahren und Kräfte sammeln. Nur: Die Regeln sind aber gerade ganz andere.

Was für eine Klatsche für unsere Hotels hier in good old germany, welche keine Gäste beherbergen dürfen.

Was für eine Klatsche für unsere Gastronomie, welche Hygienekonzepte erarbeitet haben, Geld investiert, und welche nicht mal einen Apfelsaft im Außenbereich servieren dürfen.

Zu Kassel äußere ich mich lieber nur kurz, sonst kocht mir gleich wieder die Galle hoch! Wir hangeln uns von Lockdown zu Lockdown, reduzieren die Kontakte, haben unsere Masken in der Flappe hängen. Seit über einem Jahr. Und so weiter, und so fort.

In Kassel aber rennen über 20000 Menschen durch die Pampa, zu den Feinheiten muss ich hier nichts sagen, die Bilder haben Bände gesprochen.

Es soll jeder seine Meinung vertreten und für seine Sichtweise eintreten, kein Ding. Nur verstehe ich nicht wie ein solcher „Auflauf“ durchgewunken wird, während in Kleinstädten Streifenwagen hinter Kindern/Jugendlichen her fahren, weil sich diese mit vier oder auch fünf Leuten getroffen haben.

Die Leute aus der Veranstaltungsbranche, unsere Musiker, Künstler etc. füllen teils Stadien oder Hallen mit weitaus weniger Menschen. Welche sich sicherlich auch an die Hygieneregeln halten würden, beispielhafter wie es in Kassel teilweise lief. Diese Berufsgruppen bekommen nicht annähernd eine Chance. Müssen aber zuschauen, wie Demos in genau der Größenordnung durchgewunken werden. Ich weiß nicht ob ich schallend lachen soll oder stumm heulen wenn ich lese, wie sich der Verwaltungsgerichtshof nun erklären will.

Diese (für mich) teils nicht logischen Entscheidungen in vielen Bereichen, nicht nur den oben genannten, das haut mich so oft aus den Latschen.

Und die Uneinigkeit unserer Bundesländer. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Pandemie. Kaum ist etwas beschlossen, dauert es nicht lange bis die ersten Ministerpräsidenten mäkeln, hier nicht mit spielen möchten und da die Dinge gerne anders machen würden. Es ist so ermüdend. Und bremst so vieles aus.

Frei nach dem Motto:

„Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?“

Es verwirrt und es ist auch kräftezehrend. Wenn unsere Ministerpräsidenten schon keinen gemeinsamen Nenner finden, wie sollen wir dann eine Marschrichtung erkennen und dieser folgen? Ich bin 50 Jahre alt und noch halbwegs fit in der Rübe. Wie soll das Chaos ein alter Mensch verstehen? Oder auch ein junger Mensch?

Für mich, neben den Kindern/Jugendlichen, sind die Senioren die Verlierer in der Pandemie.

Nur mal am Rande: Ich habe letztens einen älteren Mann beim Einkaufen beobachtet, welcher aufgrund einer Arthrose (oder so ähnlich) die Maske nicht aufgesetzt bekam. Er hat so lange gekämpft mit dem Teil, ich hätte heulen können bei diesem Anblick. Und ich will nicht wissen, wie oft er in der Woche diesen Kampf auf sich nehmen muss.

Ältere Menschen, teils schlecht sehend und hörend, verstehen wahrscheinlich stellenweise die Welt nicht mehr. Unsereins muss sich ja mittlerweile durch die Regeln kämpfen. Wie machen das betagtere Herrschaften ohne Familie oder sonstige soziale Kontakte, welche ihnen die wichtigsten Neuerungen, Regeln, Pläne erklären? Weil sie die Nachrichten nicht gut verstehen konnten zum Beispiel? Oder die Zeitung nicht mehr lesen? Hat denen vor ein paar Tagen jemand die „Osterruhe“ näher gebracht um nun wieder alles zu dementieren? Was macht so etwas mit einem Menschen, welcher schon viel erlebt hat in seinem Leben? Ich kann verstehen wenn diese Menschen verrückt werden oder ihren Lebensmut verlieren.

Denken die Damen und Herren aus der Politik darüber eigentlich mal nach? Sind sich diese Damen und Herren bewußt, was dieses „rein in die Kartoffeln und wieder raus aus den Kartoffeln“ mit uns allen macht?

Warum tagen diese Damen und Herren bis in die Nacht und über Stunden, wenn am Ende kein gemeinsamer Nenner gefunden wird und jeder wieder sein eigenes Süppchen kocht? Immer und immer wieder?

Bekommen diese Damen und Herren eigentlich etwas mit bezüglich der Stimmung in diesem Land?

Fragen über Fragen, mit Antworten rechne ich schon nicht mehr.

Ich darf mich nicht beschweren, wie schon so oft gesagt. Wir sind gesund, haben einen Job, ein Dach über dem Kopf, soziale Kontakte im beruflichen Alltag. Das will ich auch echt nicht ausblenden oder schlecht reden.

Aber heute ist so ein Tag, an dem ich den Kopf auch mal hängen lassen muss und auch verzweifelt sein darf. An dem ich zugeben kann, dass ich all die Widersprüche und Richtungswechsel nicht mehr verstehe. Dass mich all das wütend macht. Und dass ich am Abend nichts mehr von Corona hören möchte. Weil für mich, gerade heute, diese Unentschlossenheit kaum zu ertragen ist. Um wieder auf das Zitat von Napoleon zurück zu kommen.

Aber: Morgen ist ein neuer Tag, wahrscheinlich oder hoffentlich mit mehr Zuversicht.

Enden wir mit einem positiven Zitat:

Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu tragen: Die Hoffnung, der Schlaf und das Lachen.
Immanuel Kant

Mit dem zweiten Ding starte ich in Kürze. ^^

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Das perfekte Geheimnis: Der Film hat (bei mir) gesessen!

(Quelle Bild: Pixabay/TajebMEZAHDIA)

Viele von Ihnen/von euch werden besagten Film kennen. Für die, welche damit jetzt nichts anfangen können:

Sieben Freunde treffen sich zum Abendessen und sprechen ab, ihre Handys auf den Tisch zu legen. Jeder kann und soll somit Nachrichten, Telefonate etc. des anderen nachvollziehen können. Eine Menge Alkohol kommt ins Spiel. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass auch Paare an diesem Tisch sitzen. So nimmt das Chaos seinen Lauf bis hin zur teils totalen Eskalation (das war jetzt die kurze, knappe Version).

Ich habe diesen Film erst kürzlich gesehen und hätte mich weg schmeißen können vor Lachen. Tolle Schauspieler denen ich echt abgenommen hätte, dass sie auch im wahren Leben beste Freunde sind. Eine eigentlich ernste Thematik wurde recht humorvoll beleuchtet. Bis hin zu wirklich harter Kost, wenn dann die ein oder andere Nachricht laut vorgelesen wurde oder eben auch Telefonate mit angehört. Was da abging: Hör mir auf 🙂

Nach dem Film habe ich mich gefragt, ob ich an einem solchen Experiment teilnehmen würde. Ich kam relativ schnell auf die Antwort: Nein!

Weil man doch so seine kleinen Geheimnisse hat. Gerade wenn man viel in den sozialen Netzwerken unterwegs ist und viel Apps wie den Messenger oder WhatsApp nutzt. Weil:

Da kotzt man mal ab, da verrät man jemandem kleine Schwärmereien, da schüttet man sein Herz aus oder was auch immer. Eben Intimitäten. Ich kann da nur für mich sprechen. Gerade jetzt in Zeiten der Pandemie sind sicherlich Telefonate drin, auch ein Treffen mit der besten Freundin, aber irgendwie ist das nicht dasselbe wie in „normalen Zeiten“. Soll heißen, Austausch findet momentan viel online statt.

Ebenso habe ich mich gefragt ob es sein kann, dass viele von uns durch die Nutzung vieler Portale im Internet eine zweite Seite an sich entdeckt haben. Mir ist das schon oft aufgefallen. Im Internet bin ich doch teilweise anders drauf als im wahren Leben. Bei Bekannten bin ich hin und wieder ebenfalls erstaunt, dass ich sie bei Facebook z. B. anders erlebe als real.

Kommen wir auf die Paare in dem Film zu sprechen: Die/der ein(e) oder andere wird auch das Gefühl kennen, dass das Vertrauen ein wenig leidet wenn man so gar nicht weiß, mit wem oder wo die Partnerin/der Partner so rum daddelt den lieben langen Tag. Wenn das Handy schnell verschwindet beim Blick darauf. Wenn sich jemand mit dem Handy in eine stille Ecke verkriecht. Oder das Handy versteckt wird. Auch einigen von uns wird das bekannt vorkommen wenn man sich selbst betrachtet, so ehrlich muss man sein. Dieses Phänomen wird auch im Film anschaulich dargestellt. Teils überspitzt, aber nicht unrealistisch.

Der Film endet jedenfalls richtig fies: Da hatte einer der sieben Freunde ein totales Ass im Ärmel, ich wäre da echt nicht drauf gekommen.

In dem Film „das perfekte Geheimnis“ steckt viel Wahres. Wer ihn noch nicht kennt: Anschauen lohnt sich wirklich.

Würden Sie/würdet ihr mit Ihren/euren Freunden ein solches Experiment wagen? Und das Smartphone für alle offen auf den Tisch legen?

Ich jedenfalls bin raus. ^^

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Die Bildschirmkontrolle von Oliver Pocher – Influenzer leicht erklärt, und das ziemlich geil.

(Quelle Bild: Pixbay)

Auch wenn ich diesem Mann nicht immer positiv gegenüber gestimmt war, hat mich seine „Bildschirmkontrolle“ dann doch positiv beeindruckt.

Wer damit jetzt nichts anfangen kann: Oliver Pocher nimmt unsere Influenzer etwas näher unter die Lupe und deckt halt die ein oder andere kuriose Nummer auf. Bei Instagram. Ja, er führt sie dann auch vor, mit viel Sarkasmus, aber auch Humor. Er recherchiert viel und fasst das gesehene Drama jeden Tag zusammen.

Influenzer faszinieren mich auch immer wieder, jeden Tag auf`s Neue. Ich meine allerdings die Influenzer, welche das alles nicht aus Spaß an der Freude machen, locker durch die Hose atmend, sondern welche sich davon einen finanziellen Vorteil verschaffen wollen. Weil sie Produkte verticken, weil sie sich mit zig Filtern fast zur Unkenntlichkeit bearbeiten, weil sie über Belanglosigkeiten berichten, weil sie meinen zu den ganz Großen des Showbusiness zu gehören.

Einer Casting-Show entsprungen, hüpfen viele dieser eher weniger bekannten Gesichter auf den Zug der Influenzer auf. Dagegen ist auch eigentlich nichts einzuwenden.

Wären da nicht diese Grotten langweiligen Storys mit Null Inhalt, die bis zum Erbrechen (wiederholenden/dümmlich wirkende) Fragerunden, gestellte und bearbeitete Bilder. Gepaart mit Werbung für No Name-Produkte für (meiner Meinung nach) absolut überteuerte Produkte, meinst im Bereich Kosmetik angesiedelt.

Kracher sind für mich immer die Statements zum Weltgeschehen.

Die eine animiert andere Leute dazu, in Zeiten von „stay home“ Schneebilder zu posten. Der Harz z. B. wurde eh schon überrannt von Tagestouristen, hunderte von Menschen rodelten für den Weltfrieden, verstopften die Straßen, sorgten für Staus ohne Ende, hinterließen ihre Exkremente im schönen Harz. Während einer Pandemie. Besagte Influenzerin rief aber dazu auf, tolle Bilder aus dem Schnee zu posten. Einige Lämmer folgten dieser Bitte, man mag es kaum glauben.

Andere Influenzer bewerben gerne Pflegeprodukte. Aber nicht nur ein Pflegeprodukt, nee, die bewerben gleich gerne im Dutzend. Pflegeserie A ist das Hammer, der Wahnsinn, die Lösung aller Probleme im dermatologischen Bereich.

Pflegeserie B ist auch der Hammer, der Wahnsinn, die Lösung aller Probleme im dermatologischen Bereich.

Pflegeserie C und D folgen, E- Z sind auch der Hammer. Die Lösung aller Probleme im dermatologischen Bereich. Jung, frisch, faltenfrei – das alles für einen Schnapper.

Weiter geht es mit Nahrungsergänzungsmitteln, Tee usw.:

Obst und Gemüse waren gestern – heute bringen nur online erhältliche Mittelchen und Teesorten den Gesundbrunnen, totale Gesundheit und natürlich die Lösung aller Probleme im dermatologischen Bereich.

Kaufe ich keinen Tee für 2,90 Euro welcher mir schmeckt: Nee, mir wird dank der Influenzer ein Tee für knapp 30 Euro angeboten, bestelle ich 10 Pakete, bekomme ich beispielsweise 55% Rabatt. Och ja, das rechnet sich.

Erst kürzlich gesehen: Da bewirbt eine DER Influenzerin on earth einen total überteuerten Tee, aber zum entschlacken haut sie sich den günstigen Tee für 1,95 Euro in den Einkaufswagen aus dem Discounter und dann in den Verdauungstrakt.

Richtig klasse die Damen, welche Sportbekleidung verticken:

Schon mit 7 Jahren nicht über den Bock im Sportunterricht gekommen, aber mit der Sportbekleidung von Firma XY ist man extrem sportlich unterwegs. Nach 10 Metern mit dem Hund hechelnd unterwegs, einer Ohnmacht nahe, nach Luft schnappend wie ein Karpfen an Land, aber dank der Sportbekleidung fühlt man sich toll und durchtrainiert und überhaupt. Da machen die Bilder nichts aus, wenn man sich mit einer XL in eine S presst bzw. zwängt, echt nicht 😉

Da fällt doch keinem Follower auf, wenn man abends in seiner Story postet, dass man sich Chips und Flips und Schokolade und Rotwein in den Pansen kloppt. Gerne auch einen Magenbitter hinterher.

Jeder Influenzer, welcher etwas auf sich hält, fliegt momentan nach Dubai. Alle haben dort geschäftlich zu tun, alle machen das natürlich nicht aus Spaß an der Freude. Abschalten – sich erholen – das Leben genießen- darum fliegt man trotz „stay home“ gerade nach Dubai. Völlig klar, ich verstehe das total.

Oliver Pocher beleuchtet genau diese Dinge total akribisch, jeden Tag, wie schon gesagt sehr gut recherchiert.

Ich persönlich mag die Hinweise seinerseits auf eine Welt von Eintagsfliegen, welche die Welt momentan nicht braucht.

Good luck für eure Geschäfte, liebe Influenzer. Good luck.

Und Gruß an Olli und Amira. Hört bitte mit der Bildschirmkontrolle nicht auf. . ^^

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Es kommt auf den Blickwinkel an.

(Quelle Bild: Pixabay)

Auch ich gehörte zu denen, die zu Beginn der Pandemie nicht nur Angst und Panik hatten, sondern die sich um ihr Leben beraubt fühlten.

Viele von uns schoss es von rechts nach links und von oben nach unten.

Eine noch nicht dagewesene Situation, in die man herein wachsen musste. Oder noch muss.

Viele kennen es: Morgens den Tränen nahe, mittags total gute Laune und abends dann der Absturz. Ambivalent – mein Wort des Jahres 2020.

Erst in den letzten Wochen wurde mir klar, wie dankbar ich mich in der jetzigen Situation eigentlich fühlen sollte, und das für uns kein Grund zum jammern besteht.

Wir in unserem Haushalt haben hier Jobs im systemrelevanten Bereich. Wir müssen nicht bangen um Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit.

Wir in unserem Haushalt bekommen unseren Lohn pünktlich und müssen keine finanziellen Schwierigkeiten befürchten.

Wir in unserem Haushalt wohnen ländlich, nicht in einer Großstadt in einer Dachgeschosswohnung ohne Balkon. Wir brauchen nur ein paar Minuten um in der Natur Spazieren gehen zu können.

Wir in unserem Haushalt sitzen nicht seit Wochen oder Monaten im Homeoffice, wir haben unsere Kollegen um uns. Wir lachen, wir debattieren, wir diskutieren. Das tut echt gut.

Ich habe höchsten Respekt vor den Eltern von Kindergarten- oder Schulkindern. Eltern, welche sich jetzt neu organisieren müssen und sicherlich an ihre Grenzen kommen was die Betreuung der Kinder angeht. Weil es nicht immer zu organisieren ist. Und viele exzellente Fachkräfte schon das Handtuch werfen mussten um die Notbremse zu ziehen, damit der Nachwuchs aufgefangen werden kann.

Wir in unserem Haushalt haben eigentlich wenig auszuhalten:

Ein Dach über dem Kopf, eine warme Wohnung, ein gefüllter Kühlschrank, ein regelmäßiges Einkommen, eine tolle Heimat, auch tolle Freunde, und ein positiver Blickwinkel.

Kürzlich erst mitbekommen:

Aufgrund der nicht stattfindenden Weihnachtsfeiern lassen sich einige Geschäftsführungen die „Weihnachtsfeiern to go“ einfallen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bekommen Saft, Sekt, Mandarinen, Nüsse und Kekse überreicht. Als Dank und aus Respekt.

Aber es gibt noch immer die, welche sich über den Plastikteller darunter beschweren.

Aufgrund der gerade existieren Situation werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teilweise ermutigt an einer Wichtel-Aktion teilzunehmen. Eine kleine Aufmerksamkeit für ein paar Euro, ein paar nette Worte. Einfach um zu zeigen bzw. zu demonstrieren, dass man an die Menschen denkt, welche mutterseelenallein Weihnachten verbringen. Aus dem Kreis der Kolleginnen und Kollegen.

Aber es gibt immer die, welche das Haar in der Suppe suchen und nicht in der Lage sind mal über den Tellerrand hinaus zu schauen. Und sich dazu entscheiden eben nicht daran teilzunehmen.

Und es gibt noch immer die, welche sich über diese Nächstenliebe beschweren und das alles als Nonsens betiteln und keinen Cent für die Menschen in ihrem direkten Umfeld übrig haben. Von ein paar netten Worten und Gesten ganz zu schweigen.

Wenn ich Sprüche lese wie:

„Jeder, der jetzt noch arbeitet, sollte einen Bonus bekommen“ dann wird es mir speiübel.

Denn jeder, welcher jetzt noch arbeiten darf, sollte sich glücklich schätzen. Auch wenn viele sicherlich an ihre Grenzen kommen, gerade das Pflegepersonal. Dieser Job verlangt mehr ab als manche gerade leisten können, ich weiß. Diese Menschen dürfen jammern.

Es kommt auf den Blickwinkel an. Da sollte die/der ein(e) oder andere mal in sich gehen bevor gejammert wird auf hohem Niveau. ^^

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Was all das mit uns macht.

(Quelle Bild: Pixabay)

Eigentlich wollte ich die Pandemie nicht mehr thematisieren. Eigentlich.

Es wird genug berichtet, gerade in den sozialen Netzwerken. Fast im Minutentakt schießen Meldungen aus dem Boden. Ich persönlich bin nicht selten überfordert und merke, wie sehr mich all das runter zieht.

„Lockdown light“, so nennt man den aktuellen Vorgang in der Pandemie.

Warum kann man in diesem Land eigentlich nicht eine deutsche Version für dieses Vorhaben auf den Markt werfen? Meine Eltern hätten mit diesem Wort nichts anfangen können. Viele andere ältere Menschen sicherlich auch nicht. Das aber nur am Rande bemerkt.

Unsere Nachrichtenmagazine überschlagen sich momentan. Eilmeldungen werden mehrmals am Tag durch die Welt geschossen. Dramatische Überschriften lassen uns aufhorchen. Das ist sicherlich auch alles gut und richtig, wir alle sollen natürlich informiert sein und richtig handeln. Kein Ding.

Was aber so manche Redaktionen aus der Feder schütteln, entsetzt mich nicht selten. Ich würde so weit gehen zu behaupten, dass nicht die Info an erster Stelle steht, sondern die Quote. Je dramatischer die Überschrift, desto mehr Klicks erreicht man.

Letzte Woche schrieb eine Userin unter einer Horror-Meldung eines lokalen Nachrichtenblattes folgendes:

„Es ist kein Leben mehr. Dann lieber Tod.“

„Will nicht mehr so Leben.“

Ich war echt geschockt darüber.

Da regnete es über Kommentare besorgter Userinnen und User die Lach-Smileys. Wo ist da eigentlich die Verantwortung der Nachrichtenmagazine? Das lokale Nachrichtenmagazin reagierte jedenfalls nicht auf den Kommentar.

Der Ton wird rauer unter den Usern, die Nerven liegen teils blank. Sachliches Diskutieren wird immer seltener, man merkt den Leuten teilweise die Verzweiflung und Überforderung an. Aber auch die Gleichgültigkeit und Coolness. Ich mag ja ganz besonders die hellen Leuchten, welche Meldungen über Corona mit den dämlichen Lach-Smileys untermalen. Selten fand ich den Einsatz dieser Smileys unpassender.

In den letzten Wochen bzw. Monaten kristallisiert sich immer mehr heraus, dass Meinungsverschiedenheiten nicht mehr nur zur Kenntnis genommen werden. Nein, man prügelt auf die anderen ein.

Im wahren Leben scheint es nicht anders. Beim Einkaufen keifen sich die Leute an mittlerweile. Ich gehe bewusst erst spät abends los wenn wenig los ist, weil ich die Entwicklung als total unangenehm empfinde.

Nun wird ja das Augenmerk auf Weihnachten gerichtet. Man möchte durch all die Maßnahmen erreichen, dass wir Weihnachten unter dem Tannenbaum mit unseren Familien zusammen sein dürfen.

Echt jetzt? Wie egal mir persönlich das ist!

Unsere Gastronomie/die Hotels zwingt es zum zweiten Mal in die Knie, einige haben schon aufgegeben, einige werden es noch tun.

Der Besuch eines Restaurants oder einer Kneipe ist so viel mehr, es geht nicht nur um Essen und Trinken.

Der Besuch von Restaurants oder Kneipen beinhaltet auch Austausch. Kommunikation. Soziales Miteinander. Lokale Aspekte.

Gerade wegen der Sperrstunde war mir die Lust auf einen Besuch dort vergangen, ich empfand es als Stress.

Ich bin fast schon erschrocken darüber, dass mir der „Lockdown light“ keine Bauchschmerzen mehr bereitet.

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So wird das nix, Leute!

(Quelle Bild: Pixabay/concerdesign)

Die Tage beim Einkaufen hatte ich mehrere Begegnungen welche die Frage in mir laut werden ließ, welchen Teil der momentanen Beschränkungen/Auflagen einige wenige von uns noch nicht verstanden haben oder vielleicht nicht mehr verstehen wollen. Es sei vielleicht auch meiner nicht gerade rosigen Laune geschuldet gewesen, dass ich mich so tierisch aufgeregt habe und meine Klappe hielt.

Tatort war ein Discounter. Als ich mit Mund-Nasen-Maske bewaffnet und geschrubbten sowie desinfizierten Händen zwischen das Fleisch schaute, näherte sich rechts von mir eine ältere Dame. Und sie näherte sich und näherte sich und näherte sich. Scheinbar nahm sie meine Anwesenheit nicht zur Kenntnis. Da der Abstand von 1,50 Metern schon unterschritten war, ging ich zurück und gewährte der älteren Dame den Vortritt. Kann ja mal passieren, dass man die momentane Situation mit den momentanen Regeln vergisst. Ging mir auch schon so, kein Thema.

Ein paar Meter weiter dann beim Käse agierte die ältere Dame noch immer so. Sie nahm nicht zur Kenntnis, dass sie allen anderen auf die Pelle rückte. Sie sprang umher wie Herr Nilsson von Pippi Langstrump in der Villa Kunterbunt. Und im Gespräch mit den Angestellten nur einige Zentimeter von diesen entfernt war. Mich wunderte, dass diese nicht reagierten. Ich war so ab genervt, dass ich einen anderen Weg einschlug und aus ihrem Radius verschwand.

Da kam mir irgendwann diese ältere Dame entgegen mit ihrer Mund-Nasen-Maske UNTER der Nase endend. Sie trug ihre Maske falsch. Ich entschied mich sie nicht anzusprechen, da sie total aufgekratzt wirkte und meine Worte wahrscheinlich nicht bei ihr angekommen wären.

Vor mir der Mann an der Kasse hängte sich an seinen Vordermann als wolle er eine Polonaise einläuten, da war nichts mit Abstand. Die Dame hinter mir musste ich auch mit Blicken daran erinnern, dass sie mir den Hinterkopf hätte kraulen können. Oder sie hatte auch Bock auf eine Polonaise. Also auch da war nichts mit den 1,50 Metern Abstand. Wiederum eine andere Dame stand elendig lange vor einem Verkaufsständer und veranlasste den Rest der einkaufenden Gemeinde dazu, diesen Gang zu verlassen und durch die Nebengänge den Einkauf fortzusetzen, da sich besagte Frau auch recht breit machte in diesem Bereich. Und das nicht nur kurz. Vom permanenten Anfassen der Ware spreche ich lieber nicht. Sie hatte wohl keinen Bock auf eine Polonaise. Ich hatte echt kurz Hoffnung, Gottlieb Wendehals kommt gleich aus einem Karton gesprungen, wirft Konfetti über das einkaufende Volk und ruft:

„Corona ist vorbei, jetzt aber hier eine mordsmäßige Polonaise, Leute!“

Als ich fertig war mit meinem Einkauf, schon geladen bis dort hinaus von dem Erlebten, kam der Kracher: Die ältere Dame stand auf dem Parkplatz mit einer Bekannten (zumindest schienen sie sich gut zu kennen), beide ohne Maske und Arm an Arm über einen längeren Zeitraum. Ich kämpfte noch kurz mit mir jetzt ein paar Takte zu sagen, aber ich entschied mich wieder dagegen weil ich so sauer war, dass ich wahrscheinlich nicht hätte die Form wahren können und mein Benehmen mich verlassen hätte.

Die ältere Dame war über 70 würde ich schätzen, also ein Teil der Risikogruppe. Wir alle müssen momentan Regeln folgen, Abstand halten, uns total einschränken. Wir versuchen andere zu schützen durch die Mund-Nasen-Masken, wir machen das nicht in erster Linie zu unserer Sicherheit. Und genau die, welche wir schützen wollen und sollen, bekommen es nicht auf die Kette. Ich weiß nicht ob es eine Art Resignation ist, oder ob mit den (wirren und nicht einheitlichen) Lockerungen ein solches Verhalten jetzt das Resultat ist.

Ich denke mal, dass das Personal im Verkauf, der Gastronomie oder auch in anderen Bereichen dieses Schauspiel auch schon beobachtet hat und feststellt, wie wenig Sinn Diskussionen machen. Zumindest war ein gewisses Level an Abgenervtheit gestern beim Einkaufen zu spüren bei den Angestellten. Weil sicherlich die Damen und Herren im Einzelhandel 16945x am Tag die Kundinnen und Kunden immer wieder maßregeln müssen. Seit Wochen. Und wohl noch für Monate.

Der Schlenderian scheint jetzt die Oberhand zu gewinnen. Das finde ich bedenklich …

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Gummihandschuhe – man findet dieser Tage in Uslar viele Gummihandschuhe.

(Quelle Bild: Pixabay/KlausHausmann)

Schon zum zweiten Mal ist mir beim Einkaufen aufgefallen, dass auf den Parkplätzen oder vor den Discountern Gummihandschuhe ihr Unwesen treiben. Scheinbar von Menschen achtlos entsorgt, welche wahrscheinlich mit dem Tragen genau dieser Handschuhe etwas Gutes im Sinn hatten: Sich und andere vor einer Ansteckung zu schützen.

Nun sind wir alle keine Mediziner, Virologen, etc. Zudem stehen wir mehr oder weniger momentan neben uns.

Muss es aber wirklich sein, dass getragene Gummi-/Einmalhandschuhe vor die Geschäfte geworfen werden? Es wurden doch die Mülleimer nicht weggeschlossen. Ist es wirklich zu viel verlangt, diese Handschuhe dann ordnungsgemäß zu entsorgen?

Wir haben uns in den vergangenen Tagen/Wochen bei dem Personal des Einzelhandels bedankt. Weil sie über sich hinauswachsen mussten und gerade noch müssen.

Ist es dann nicht umso bitterer, dass genau diesen Damen und Herren Dreck vor die Tür geworfen wird? Wer sammelt denn morgens, abends oder zwischendurch die getragenen Handschuhe auf und entsorgt sie?

Ist es nicht umso bitterer, dass wir genau diese mit Bakterien/Viren verseuchten Handschuhe (außer COVID-19 gibt es noch MRSA, Pseudomonas aeruginosa, Escherichia coli oder die simplen Bakterien/Viren, verantwortlich für den Magen-Darminfekt etc.) den Menschen vor die Füße werfen, welche eh schon einer großen Infektionsgefahr ausgesetzt sind?

Zu den Handschuhen ein Auszug der Seite Utopia:

>>„Hört auf, medizinische Handschuhe in der Öffentlichkeit zu tragen“, schreibt Dr. Marc Hanefeld, ein Allgemeinmediziner aus Niedersachsen, auf Twitter. „Das ist eine hygienische Sauerei großen Ausmaßes.“ >>Gummihandschuhe seien nur im medizinischen Alltag sinnvoll, die Träger*innen schützen sich mit ihnen vor größeren Verunreinigungen,<<

>> Im Alltag werden die Handschuhe Hanefeld zufolge schnell porös und damit durchlässig. „Weder Träger noch Patient/Berührter werden durch med. Handschuhe geschützt. Vor und nach Gebrauch ist eine hygienische Händedesinfektion notwendig.“ Die korrekte Händedesinfektion halte selbst „50 Prozent des Gesundheitspersonals“ nicht ein. Dringen Bakterien, Keime oder Viren durch den porösen Handschuh ein, treffen sie auf ideale Bedingungen: „Unter dem Handschuh vermehren sich Bakterien mit Freude, in der feucht-warmen Kammer. Spätestens nach dem Ausziehen hat man ohne Desinfektion eine Kloake an den Händen.“ Hinzu komme, dass Plastik im Vergleich zu Haut mehr Keime an die Umgebung abgebe.>>

Ein Discounter hier in Uslar hatte die Tage eigene Einmalhandschuhe vor der Ladentür hinterlegt, die Kunden konnten sich kostenlos damit „präparieren“. Es macht mich persönlich sprachlos, dass dieses Angebot angenommen wird, man aber scheinbar diese Art von Unterstützung nach der Nutzung nicht mehr zu schätzen weiß und diese kostenlose Hilfestellung in gebrauchtem Zustand wieder an den „Sponsor“ zurück gibt. Vor die Ladentür geworfen. Respektloser geht es kaum.

Die momentan herrschende Krise um COVID-19 heißt im übrigen auch nicht, dass der Umweltschutz jetzt keine Rolle mehr spielt. Einmalhandschuhe einfach fallen lassen ist auch in dieser Zeit kein Kavaliersdelikt.

Falls die Mundschutzmaskenpflicht kommt, ahne ich was dann demnächst zu den Handschuhen hinzukommt vor unseren Füßen auf den Straßen von Uslar. Und nicht nur in Uslar.

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Es passieren dieser Tage auch schöne Dinge

(Quelle Bild: Kranich17/Pixabay)

Ich hoffe, Sie sind okay/ihr seid gesund.

Es passieren dieser Tage wirklich schöne Dinge. Auch witzige Begebenheiten welche mich und vielleicht auch andere mal kurz zum Lachen bringen und für ein paar Momente für „Normalität“ sorgen.

Irgendwie sitzt die 2 Meter-Regel beim Einkauf noch nicht bei allen. Teilweise, gerade wenn man Bekannte/Freunde trifft, stürmt man diesen sofort entgegen um dann im letzten Moment stark abzubremsen, weil man auch bei ihnen den Abstand einhalten muss. Aus diesem Grund fahre ich erst recht spät los, und das hat sich auch ausgezahlt. Man rennt nicht total hektisch durch den Laden weil man teilweise den anderen Menschen schlecht ausweichen kann. Ich war letztens bei der Dauerwurst eingekesselt und kam da nicht raus weil die Damen und Herren links und rechts von mir nicht in die Klotschen kamen und mich wohl nicht sahen. Aber gut, ich bin jetzt gut informiert zum Thema Dauerwurst. Stark frequentierte Läden meide ich ganz akribisch, ich wäre überfordert und würde wahrscheinlich auch auf andere desorientiert wirken. Selten bin ich so dermaßen kreuz und quer durch die Läden geirrt wie dieser Tage.

Was habe ich mich am letzten Montag gefreut meine Kolleginnen und Kollegen wiederzusehen. Generell auf die Arbeit. Mal etwas anderes um die Ohren zu haben, mal kurz das Herz ausschütten dürfen, vielleicht auch mal schmunzeln. Konzentriert sein auf seinen Job. Zum Glück sind der Kurze und ich gerade in krisensicheren Jobs, ich weiß das echt zu schätzen.

Meine Kollegen und ich konnten vor ein paar Tagen Mehl und Toilettenpapier auf der Arbeit erwerben. Da gab es eine Situation welche so komisch war, dass ich 15 Minuten gelacht habe wie doof.  Wir können dort zudem momentan kostenlos Frühstück bekommen oder Mittagessen oder Abendbrot. Eine wie ich finde tolle Geste seitens der Geschäftsführung.

Wie man teilweise nachvollziehen kann, sind viele nach drei Stunden im Job schon total kaputt, haben Wortfindungsstörungen oder reagieren dieser Tage etwas merkwürdig. Ich konnte bei meinen Freunden Dinge lesen/hören, die mich kurz lachen ließen: Die eine geht ohne Schuhe aus dem Haus, die andere verwechselt die Katze mit der Sporttasche, wiederum andere wissen beim klingeln vom Wecker nicht welcher Wochentag ist und diese kommen dann zu total ungewöhnlichen Zeiten zur Arbeit 🙂 Weil die Routine im privaten Umfeld fehlt, z. B. Hobbys betreffend, welche uns durch den Alltag führte.

Man macht seinen Job, ist aber immer noch nicht angekommen bei dem was gerade passiert. Oder man informiert sich kurz mittendrin und merkt, dass man all das nicht unter einen Hut bekommt bzw. viele von uns ermüdet.

Eine Sache habe ich gerade für mich entdeckt welche ebenfalls kurz abschalten lässt: Radio hören. Gerade die letzten Tage habe ich mich oft dabei erwischt bei einer Tasse Kaffee in der Küche zu sitzen und mit den Füßen zu wippen. Mein momentaner Lieblingssender beginnt mit einem großen „N“, endet mit einem großen „R“ und dann folgt eine „1“. Dieser sendet nicht nur schwere Kost, sondern viel Musik aus vergangenen Jahrzehnten, welche einen gedanklich kurz abtauchen lässt. Zudem wird auch über andere Dinge berichtet dieses Bundesland betreffend. Das tut echt gut.

Um uns herum formiert sich Hilfe, in den Städten und auf den Dörfern. Einkaufshilfen, das verbreiten von Bringdiensten in der Gastronomie (welche es jetzt gerade auch schwer getroffen hat) usw. Wir rücken alle mehr zusammen. Die Hilfsangebote sind toll, eine(r) nach der/dem anderen bringt sich ein und bietet Hilfe an auf total vielfältige Art und Weise.

Wir telefonieren wieder mehr. Weil man einfach kurz die Stimmen der Familie/Freunde hören möchte um sich zu vergewissern, dass alles gut ist.

Das schönste in den letzten Tagen waren die Worte einer meiner besten Freundinnen, die am Ende eines Telefonats zu mir sagte:

Ich hab Dich lieb“.

Ich Dich auch, Tina.

Da muss man kurz schlucken, ist aber auch dankbar für solche Freunde.

Es passieren dieser Tage auch schöne Dinge, und ich hoffe, wir vergessen das nie. ^^

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