Eine Premiere ohne Generalprobe.

 

(Quelle Bild: Pixabay/Zappa 99020)

Hallo Ihr Lieben, ich hoffe es geht Ihnen/euch gut. 

Vielleicht geht es anderen Seitenbetreiberinnen/Seitenbetreibern bzw. Administratoren ähnlich: Man ist unsicher, was man dieser Tage an Beiträgen schreiben/hochladen soll.

Mir geht es so. Auf der einen Seite werden die Entwicklungen um den Virus zuhauf diskutiert, debattiert, erklärt usw. Alle haben den Kanal voll sozusagen. Da möchte man nicht in dieselbe Kerbe schlagen.

Auf der anderen Seite fühlt es sich falsch an wenn man unterhaltsame/humorvolle Dinge veröffentlicht, man möchte nicht respektlos wirken.

Es seien mir noch ein paar Worte zum heutigen Tag erlaubt, und dann werde ich sicherlich auch wieder das machen was ich mir vorgenommen hatte: Euch unterhalten und euch zum Lachen bringen. Ich brauche allerdings noch etwas.

In den letzten Tagen habe ich mir eines immer wieder gewünscht: Aufwachen und feststellen, dass alles nur ein böser Traum ist. Bis jetzt habe ich echt Probleme all das zu verstehen oder zu verinnerlichen was da gerade passiert.

Manchmal weiß ich nicht ob ich Dinge belächeln soll oder mich aufregen, gerade was die Postings in den sozialen Netzwerke betrifft. Die nicht enden wollenden Hamsterkäufe um das Klopapier zum Beispiel regen mich morgens auf, mittags lache ich mich schlapp darüber und abends bin ich wieder geschockt. Viele von uns haben sich sicherlich noch nicht eingependelt in eine Situation, welche uns gerade beherrscht und die wir in der Art noch nicht kannten.

Gerade heute, nach all den Pressekonferenzen und deren Inhalten/Marschrouten für die nächsten Wochen, war dieses ambivalente Verhalten viel zu beobachten.

Meine Gedanken waren oft:

Ich bin froh, dass meine Eltern all das nicht mehr erleben müssen.“

Ich denke, dass die älteren Leute welche die Hamsterkäufe auf die Spitze treiben, dieses nicht tun aus Egoismus oder Boshaftigkeit: Nein, viele von ihnen sind traumatisiert durch ganz andere Erlebnisse.

Ich denke, dass viele junge Leute welche auch die Hamsterkäufe auf die Spitze treiben, dieses ebenfalls nicht aus Egoismus oder Boshaftigkeit tun: Nein, auch sie haben Angst und stehen einer Situation gegenüber, welche sie vielleicht nicht einordnen können.

Klopapier, warum orientieren sich so viele an Klopapier?

Vielleicht deshalb, weil es ein simples Produkt ist und dieses simple Produkt irgendwie ein Gefühl von Sicherheit vermittelt.

Ich könnte noch auf die Kindergarten- bzw. Schulschließungen eingehen, welche einen Sinn hatten: Die Ausbreitung einzudämmen. Wie die Tage oft zu sehen war und zu lesen, nutzen einige Familien diese Schließungen für Stadtbummel. Aber vielleicht gehören auch diese Familien zu denen, welche erst realisieren müssen was gerade passiert.  Weil es echt schwere Kost ist.

Es ist niemanden geholfen, und das sage ich auch mir, jetzt aggressiv zu urteilen/verurteilen:

Es ist eine Premiere ohne Generalprobe.

Als heute beschlossen wurde, dass Gaststätten um 18 Uhr schließen ab morgen, war mein erster Gedanke:

Geh da hin, das geht in Zukunft nicht mehr.“

Ich gehe selten Essen, schon gar nicht unter der Woche. Was ein Irrsinn.

Wir haben in der Vergangenheit oft gelebt wie die Made im Speck, wir hatten so viel Freiheiten, wir konnten auch hier in Klein Kleckersdorf am späten Abend noch in eine Kneipe rammeln oder eine Pizza bestellen. Und Klopapier kaufen bis der Arzt kommt.

Die persönlichen Interessen nun reglementiert zu bekommen, das fällt uns allen sicherlich mehr oder weniger schwer.

Was auch ich mir vornehmen muss: Verurteile nicht vorschnell und bleibe locker.

Es ist wie es ist, und wir wollen doch alle schnell wieder zur Normalität übergeben und dem Virus Einhalt gebieten.

Und wisst ihr woran ich nach all den Pressekonferenzen heute dachte?

Wenn das alles vorüber ist, wenn der Virus eingedämmt ist und das „normale Leben“ wieder beginnt, dann möchte ich mich in meiner Heimatstadt mit einer Flasche Sekt in die Innenstadt begeben und all das feiern. Mit Freunden, Nachbarn und gern auch mit den Inhabern von 37 Paketen Klopapier. ^^

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Gestern noch so – heute aber so.

(Quelle Bild: Pixabay – Alexandra_Koch)

Eines vorweg: Ich möchte hier keine Panik machen, Angst verbreiten, negative Stimmung herauf beschwören. Es geht einfach nur um einen Tag, welcher mich quasi von rechts auf links gekrempelt hat.

Und noch eines vorweg: Heute verneige ich mich vor allen Arztpraxen, Notaufnahmen, Krankenhäusern, Rettungssanitätern etc.: Was diese alle leisten, schon leisten mussten und noch leisten werden, das hat meinen höchsten Respekt verdient.

Aber beginnen wir von vorne.

Ich war in den letzten Tagen echt abgenervt von den Meldungen, den Diskussionsgrundlagen und vielen Postings zum Thema Coronavirus. Bis gestern fand ich das alles überzogen, teilweise deplatziert etc. Ich konnte Worte wie „Klopapier“, „Mehl“, „Hamsterkäufe“ usw. nicht mehr hören.

Gestern Abend nach Dienstschluss auf dem Weg nach Hause fühlte ich mich irgendwie total schlecht. Ich war müde, kaputt und fühlte mich krank. Das ging weiter bis heute früh. Mir schoss in den Kopf, dass ich in einer Klinik arbeite und auf einem Konzert war mit weit über 1000 Besuchern. Da ging das Gedankenkarussell schon los. Also rief ich meinen Hausarzt an, das wurde ja empfohlen. Nicht dort auftauchen – erst telefonisch melden. Nach Schilderung meiner Beschwerden und Erwähnung des Konzertes am WE wurde ich einbestellt gegen Mittag. Normalerweise rammele ich rein in die Praxis, quatsche mit den Arzthelferinnen und nehme im Wartezimmer Platz. Aber heute war alles anders: Nur kurz rein um sich anzumelden, Hände desinfizieren und dann wieder raus auf den Parkplatz. Ich stand dort mit zwei anderen Personen, wir stellten uns automatisch weit auseinander. Und wir wirkten alle 3 gedankenverloren. Ich fragte mich wie lange das Personal in dieser Praxis schon auf den Beinen ist und wie lange sie am heutigen Tag noch auf den Beinen sein werden. Welche Panik die Angestellten dieser Praxis vielleicht vor einer Ansteckung haben. Wie sie nach bestem Wissen und Gewissen mit dem Thema umgehen. Wie sie überlegt und entschieden haben das alles zu organisieren. Eine Ausnahmesituation. Die Entscheidung, die Leute mit Erkältungssymptomen nach draußen zu schicken, fand ich total sinnvoll. Mich störte das nicht.

Und während ich dort stand, kam echt etwas Panik in mir auf. Und wirre Gedanken.

Wie organisiere ich mich, wenn ich in Quarantäne muss?“

Wen habe ich vielleicht angesteckt?“

Was denken die Leute, die mich jetzt hier stehen sehen?“

Kann ich mein Immunsystem noch hochfahren, obwohl ich jetzt nicht so gesund lebe?“

Alles gut, meine Symptome konnten den Coronavirus ausschließen, ich bin einfach nur erkältet.

Den Rest des Tages war ich viel online und klickte dann doch den ein oder anderen Artikel dieses Thema betreffend an. Nicht genervt, sondern wissbegierig. Und ich tauschte mich aus mit Freunden und Kollegen. Erfuhr von den neusten Vorsichtsmaßnahmen, wer noch krank auf dem Sofa liegt, und auch von den fast im Minutentakt abgesagten Veranstaltungen.

Gestern war ich noch der Meinung, dass das alles überzogen ist. Heute finde ich all die Maßnahmen mehr als okay.

Wie gerne gehe ich auf Veranstaltungen, wie gerne treffe ich meine Freunde im großen Rahmen, wie gerne lerne ich neue Leute kennen. Partys/Events/Märkte/Ausstellungen und all das waren für mich immer wie Urlaub, ich konnte so gut dabei abschalten. Nun ist das für unbestimmte Zeit Geschichte, und irgendwie fühlt sich das merkwürdig an. In 49 Jahren habe ich eine solche Stimmung noch nicht erlebt. Schlimmer aber die Aussicht, dass berechtigterweise Schulen und Kindergärten geschlossen werden, aber die Eltern, die  in der Medizin zu Hause sind und so dringend gebraucht werden dieser Tage, jetzt ein Problem haben. Wie andere Eltern im Fall der Fälle auch.

Die Liste lässt sich fortsetzen mit all den Vereinen, welche jetzt pokern müssen mit ihren Veranstaltungen in naher Zukunft. Mit euch möchte ich nicht tauschen.

Kommt gut und gesund durch diese Krisenzeit.

Gruß an Angela, Martina, Simone, Marina und Kollegen/Kolleginnen: Ihr macht das toll. ^^

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Sie spaltet die Nation: Daniela B.

(Quelle Bild: Pixabay/bere69)

Vorweg sei gesagt, dass ich genannte Dame nicht persönlich kenne, die folgenden Worte sind nur meine Sicht auf die Dinge/diese Frau und beruhen nicht auf belegbaren Fakten. Daniela B. wäre nie in meinem Freundeskreis, uns trennen Welten.

Kaum eine Frau hat im Jahr 2019 so polarisiert wie Daniela B. Zum einen durch die Presse/die Medien, zum anderen durch ihre penetrante Art sich in den Fokus der Öffentlichkeit stellen zu wollen. Egal mit welchem Hintergrund, egal mit welcher Botschaft. Aber immer scheint bis zum heutigen Tag der Tod des Ehemannes der immerwährende Mittelpunkt und Aufhänger zu sein. Sicherlich verpackt jeder diese Art Schicksalsschlag komplett unterschiedlich. Und sicherlich kann man sich nicht in Personen versetzen, welche mit einem solchen Drama umgehen bzw. leben müssen. Das macht jeder auf seine Art und Weise ab.

Man muss auch nicht darüber diskutieren, dass es eine Mutter von 5 Kindern schwer hat um finanziell alles zu wuppen. Wenn sie eben keiner geregelten Arbeit nachgeht welche jeden Monat ein solides Einkommen sichert.

Nun ist „Madame“ im Dschungel und glänzt meiner Meinung nach mit wenig Sympathie. Die dauernd nörgelnde Daniela vom ersten Moment an welche eine negative Aura hat, viele negative Äußerungen tätigt, welche sich auch durch eine negative Mimik und negatives Verhalten darstellt. Und welche scheinbar eine Rolle spielt, denn ich empfinde sie als wenig authentisch und real.

Wer sich an ihre „Kampfansagen“ im Vorfeld erinnert, der wird, wie ich auch, mehr erwartet haben:

  • Eine kämpfende Daniela, welche über sich hinaus wächst und uns allen zeigt wo der Frosch die Locken hat.
  • Eine kämpfende Daniela, die sich neu definiert und das ewig nachklingende „mein Mann“ von sich aus etwas weniger benennt.
  • Eine kämpfende Daniela, welche sich nicht hinter ihren persönlichen Dramen versteckt bzw. durch diese Art „Welpenschutz“ Respekt,  Verständnis und Ansehen erwartet von der Welt.

Ich würde gerne eine Daniela sehen welche von sich erzählt, die ihre Person in den Vordergrund stellt, die aus ihrem Leben VOR Jens berichtet.

Daniela B. verrät sich scheinbar immer wieder durch ihre Körpersprache, sie ist eine Paradebeispiel wie man es nicht machen sollte. Was sie sagt und wie sie dabei agiert, das beißt sich ohne Ende.

Seit der Ausstrahlung vom Dschungelcamp werden die kritischen Stimmen immer mehr und immer lauter. Die Mehrheit, ich würde schätzen 80% der User im www., scheinen abgenervt von ihr. Egal auf welchen Seite man liest: Die meisten lassen kein gutes Haar an ihr. Das untermauert wohl auch die Entwicklung, dass sie wiederholt in die Prüfungen muss. Man möchte sie scheitern und leiden sehen.

Auf der einen Seite sicherlich traurig, auf der anderen Seite allerdings auch die Abrechnung auf ihr eigenes Verhalten im Vorfeld.

Man kam gerade bei Instagram nicht mehr hinterher bei ihr. Daniela B. schien dort zu posten in einer Intensität und mit teilweise inhaltlosen Bildern welche den Verdacht nahe legen, dass sie sich um eines mit Inbrunst kümmert: Das Smartphone. Ich kann ihr dort nicht mehr folgen da wir uns scheinbar zeitgleich blockiert haben. Ach Herrje 😉

Ich persönlich war der Meinung und hatte die Hoffnung, sie würde sich gut auf das Camp vorbereiten. Gerne auch mit Hilfe von außen. Im Bezug auf ihr Image, auf ihre Kritiker, für ihren Fortbestand in der Fernsehlandschaft bzw. vor der Kamera. Dass sie die Gunst der Stunde nutzt um sich zu zeigen.

Tja, dem war nicht so. Ganz im Gegenteil, ich empfinde sie als total nervtötend, penetrant und wenig belastbar sowie noch weniger daran interessiert über sich hinaus zu wachsen. 

Die Stimmen bekannter Menschen sprechen für mich auch eine eindeutige Sprache, weil auch dort Unverständnis über ihr Verhalten laut wird. Denken wir an die Worte von Dèsirèe Nick oder Thorsten Legat. Und sie liegen scheinbar goldrichtig mit ihrer Einschätzung. Hut ab, dass sie zu denen gehören, welche vor laufender Kamera das aussprechen was viele denken.

Vielleicht würde auch ich als Mutter von 5 Kindern die Chance nutzen eine enorme Gage mitzunehmen um meine Rechnungen bzw. das Leben bezahlen zu können. Aber sicherlich wäre ich vorher daran interessiert gewesen Eindruck zu hinterlassen. Einen guten Eindruck. Um weiter interessant zu bleiben und einen gewissen positiven Wiedererkennungswert zu nutzen. Und mit dem Gefühl eine Gage im 5- oder 6-stelligen Bereich bekommen zu haben für eine Leistung, für die ich alles gegeben habe.

Mit der vergeigten Prüfung im Dschungel an Tag 1 und Tag 2 hat sie sich den Spott quasi hart erarbeitet.

Mit der, wie ich es empfinde, Arroganz gegenüber ihren Mitstreitern nicht weniger.

Dass selbst ihre Fürsprecher jetzt wanken bzw. sie kritisieren zeigt, dass die Zeit des Verständnisses und der Schonfrist vorbei ist.

Ob sie nun traumatisiert ist oder nicht, das mag ich nicht beurteilen.

Ich finde es nur mehr als merkwürdig, dass sich eine „Witwe“ optisch total zu ihrem Vorteil verändert nach dem Tod des ach so geliebten Ehemannes, während eine andere Ex-Freundin von ihm daran fast zerbricht. Das ist nur meine persönliche Beobachtung/Interpretation.

Welche Rolle die Produktionsfirmen spielen in diesem Theater, das ist mir bis jetzt nicht klar. Ich kann mich allerdings gerade des Eindruckes nicht erwehren, dass schon im Vorfeld klar ist wer der Honk ist und wer der Zonk. Eine Frau B., die im Vorfeld über Monate hofiert wurde, wird nun in einem ganz schlechten Licht dargestellt. Das ergibt für mich keinen Sinn und untermauert meinen Verdacht. 

Und falls mir jetzt welche kommen mit „Neid“ und dem Rotz: Worauf? Neidisch bin ich, wenn überhaupt, auf Menschen welche Unvergleichbares leisten, ob durch ihre Jobs oder durch ehrenamtlichen Einsatz. Welche Sympathieträger sind und positiv in Erscheinung treten sowie auch so wahrgenommen werden. Und ganz wichtig: Welche sich selbst treu bleiben und mich berühren in irgendeiner Art und Weise. Die vor die Kamera gehören weil sie talentiert sind, egal in welcher Sparte.

Erschreckend, was für Äußerungen die Fans von Daniela B. vom Stapel lassen. Da trennt sich die Spreu vom Weizen. Und da fällt mir folgender Spruch ein:

Adler fliegt mit Adler, und Kanalratte läuft mit Kanalratte.“

Nach der Ansage an ihre Tochter vor dem Camp in einem Interview mit ähnlichen Worten wie:

„Ich hole die Krone, denen da drin haue ich auf`s Ma..“

darf gerne jeder spekulieren, ob ich sie im Bezug auf meinen o. g. Spruch eher in der Luft sehe oder im Kanal.

Wer in einem Anfall totaler Panik, kreischend und heulend in einer Prüfung dann doch die Zeit findet eine Moderatorin zu bitten sie „Danni“ zu nennen, den kann ich dann nicht ernst nehmen, sorry. Wäre ich in Panik, würde ich nicht mal bemerken wenn mich jemand „Flipper“ oder „Hasso“ nennt. Ein weiterer Verdacht meinerseits, dass sie nur eine Rolle spielt und nicht annähernd sie selbst ist.

Und ja, ich nehme mir gerne die Zeit viele Kommentare zu lesen, die Sendung zu verfolgen und etwas zu schreiben.  Am Wochenende. Weil in der Woche hier ein Job an erster Stelle steht. Ich bin übrigens auch alleinerziehend.

Das Dschungel-Camp, es ist wie ein Unfall: Man möchte wegschauen, schafft es aber nicht. Sicherlich eine Art von abgeschwächtem Voyeurismus, das streite ich nicht ab. 

So, Daniela B., Sie haben ja noch etwas Zeit sich zu zeigen und zu beweisen. Ich drücke Ihnen die Daumen. Zudem habe ich mir gerne die Zeit genommen Sie zu thematisieren. Bitteschön. ^^

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Und wieder Mal beeindruckt es mich leider erst im nachhinein.

(Quelle Bild: Pixabay/Karsten Bergmann)

Mehr durch Zufall schaltete ich am 01. Januar durch das Fernsehprogramm und landete in einem Interview von Reinhold Beckmann mit Jan Fedder beim NDR aus dem Jahr 2018. Ich hatte zwar durch die Medien mitbekommen dass er verstorben ist, aber ich wusste nichts von seiner schweren Erkrankung über viele Jahre. Wenn das Großstadtrevier hier hin und wieder lief, war es meist sehr unterhaltsam durch ihn, allerdings habe ich es nie regelmäßig geschaut. Dass gerade ich mit Sinn für trockenen Humor nicht eine Folge von „Neues auf Büttenwarder“ geschaut habe, das ging mir gestern mehrmals durch den Kopf wenn Ausschnitte dieser Serie zu sehen waren. Köstlich, dieses Dialoge.

Zwei Sätze von Jan Fedder ließen mich interessiert aufhorchen als Reinhold Beckmann zu ihm sagte, dass er alles nur mit sich ausmacht. Die Antwort von Jan Fedder war:

„dann ziehe ich mich zurück und mache das mit mir selbst aus“

das muss man mit sich selber klären.“ 

Das kam mir sehr bekannt vor, und ich musste an eine Diskussion zu dieser inneren Einstellung denken vor langer Zeit mit einer Freundin zu diesem Thema. Zu gerne hätte ich das Interview bis zum Schluss geschaut, allerdings kam mir an diesem Abend etwas dazwischen. Gestern erst habe ich das komplette Interview gesehen plus die Dokumentation mit dem Titel  Jan Fedder – mit Ecken, Kanten und ganz viel Herz“. Viele seiner Schauspielkolleginnen und -kollegen haben gesprochen. Wirklich interessant, sollte man sich anschauen beim NDR.

Menschen mit Ecken und Kanten, welche so ticken wie sie eben ticken und sich da auch nicht von abbringen lassen, das sind für mich die interessantesten und ehrlichsten Menschen. Die sich nicht verstellen um des lieben Friedens Willen oder aus Angst vor Kritik und vielleicht auch Zurückweisung. Die ihr Ding durchziehen und sich selbst treu bleiben. So kleine Rebellen, die mochte ich schon immer.

Mir haben viele seiner Worte gestern total imponiert und ich denke auch heute noch über seine Aussagen nach. Weil einige seiner Worte Antworten auf Fragen waren, die ich mir seit geraumer Zeit hin und wieder stelle. Klingt jetzt kitschig, ist aber so.

Schmunzeln musste ich bei der Aussage

„Jan hat komplett einen an der Latte, und das macht ihn ja aus.“

So beschrieb ihn Carlo von Tiedemann in dieser Doku. Es ist liebevoll gemeint wenn ich sage, dass die meisten meiner besten Freunde „einen an der Latte haben“. Genau aus diesem Grund sind es meine besten Freunde.

Wieder Mal verfolge ich die Geschichten von sehr bekannten Menschen, über die nach deren Tod berichtet wird, und wieder Mal beeindruckt es mich leider erst im nachhinein.

In den nächsten Monaten werde ich mir sicherlich am Rechner „Neues aus Büttenwarder“ anschauen und den Film „Der Mann im Strom“. Die Ausschnitte gestern haben mich sehr neugierig gemacht.

Was ich aus den Worten von Jan Fedder mit ins neue Jahr nehme? Niemals die eigene Authentizität verlieren. ^^

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Von widerwärtigem Journalismus und Profitgier.

(Quelle Bild: Pixabay/Alexas_Fotos)

Das Drama um den Doppelmord in Göttingen werden sicherlich viele verfolgt haben. Ich nicht weniger, Göttingen ist von hier knapp 35 km entfernt.

Auf die Inhalte dieser brutalen und schwer nachvollziehbaren Tat gehe ich nicht näher ein, es geht auch nicht darum jetzt eine Diskussion um diesen Fall loszutreten.

Mir geht es mehr um die widerwärtige Berichterstattung und die Aasgeier, welche um dieses Drama kreisten wie der Teufel um die arme Seele weil sie den Rubel rollen sahen und noch rollen sehen.

Nachdem ich am Donnerstag bezüglich dieses Falles einen Anruf erhalten hatte, bin ich online gegangen und habe versucht herauszubekommen was genau denn dort passiert war. Der Täter war noch auf der Flucht, bewaffnet, und die Bevölkerung wurde um Vorsicht gebeten. Man sollte keinesfalls Anhalter mitnehmen oder ihn ansprechen falls man ihn erkennt.  Eine Personenbeschreibung ging online und Bilder des Täters.

Der Kamm schwoll mir an als ich merkte, dass ich auf der Seite einer lokalen Tageszeitung (online) einen Artikel nicht bis zum Ende lesen konnte mit den genaueren Warnungen/Hinweisen an die Bevölkerung. Der Artikel wäre nur dann einsehbar gewesen wenn ich ein Abo abgeschlossen hätte. Für knapp 2,50 Euro. Der erste Monat ist frei. Super Nummer, Leute. Super Nummer 😉

Da rennt ein bewaffneter Mann herum der eine Frau umgebracht hat und eine andere schwer verletzt, und ich soll ca. 2,50 Euro bezahlen um die genaueren Hinweise lesen zu dürfen?

Sorry, aber geht`s noch? Hätte man aufgrund der Gefahr diesen Abo-Rotz nicht weglassen können?

Das war die erste Sache die mich furchtbar aufgeregt hat.

Kommen wir zur zweiten Sache:

Seit irrsinnig langer Zeit regen wir uns darüber auf, dass Gafferbilder von Unfällen, Dramen etc. in den sozialen Netzwerken geteilt werden. Wir schreien danach, dass diese Leute so hart bestraft werden, dass es wehtut. Auch unsere Presseportale, großen Nachrichtenmagazine und kleinen Lokalredaktionen haben mit in das Horn geblasen und diese Entwicklung moniert.

Im Fall vom Göttinger Mord tauchen urplötzlich in einigen Artikeln Bilder auf, welche die abgedeckte Leiche der Frau zeigen. 

Und auch da fragte ich mich: Sorry, geht es noch?

Diese Bilder haben keine sachdienlichen Hinweise geliefert, sie zeigen ein grausames Schicksal.

War es wirklich nötig die Artikel um diesen schrecklichen Vorfall mit diesen Fotos online zu stellen? Hat mal jemand kurz an die Familie des Opfers gedacht? An die Tochter zum Beispiel welche ihre Mutter verloren hat? An deren Ehemann? Generell an die Familien und Freunde, Kollegen und Nachbarn?

Ihr Nachrichtenmagazine dreht euch im Wind wie es eure Quote wünscht. Auf der einen Seite die Moralapostel, auf der anderen Seite kalt und skrupellos.

Ich weiß, ich weiß, die kleinen Zeitungen kämpfen um das Überleben weil wir alle für „umme“ online unsere Infos bekommen. Das genau macht den kleinen Redaktionen zu schaffen und sorgt dafür, dass immer weniger Zeitungen gekauft werden. Ich kann das alles nachvollziehen. Keine Redakteurin und kein Redakteur arbeitet für Luft und Liebe.

Aber rechtfertigt das eine solch geschmacklose, pietätlose und respektlose Art und Weise?

Ich sage klar und deutlich NEIN.

Kracher war dann noch unser Privatsender mit den drei Buchstaben, welcher sich anmaßte zu behaupten, sie hätten „herausgefunden, dass der Täter ein bekannter Schwerverbrecher ist.“

Woraufhin ein User schrieb:

Nichts habt ihr …, Das sind Infos, die die Polizei herausgegeben hat.“

100 Punkte für das Statement des Users.

Aber wir rennen offene Türen ein wenn wir das alles ansprechen.

The Show must go on. I know. 

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Das Ende der Geschichte von einem Vater und seinen drei Töchtern.

(Quelle Bild: Steffi Werner)

Als das Drama um meinen/unseren Vater im April begann ahnte ich schon, dass es kein gutes Ende nehmen wird. Trotz hoffnungsvollen Momenten. Für mich fing zu diesem Zeitpunkt schon das Abschiednehmen an. Stück für Stück. Tag für Tag.

Trotzdem dachte ich, mir reißt es den Boden unter den Füßen weg als mein Telefon klingelte und man mir sagte, dass mein Vater  eingeschlafen sei. Da er zuletzt in der Klinik lag in der ich arbeite, war ich in ein paar Minuten bei ihm und sah seinen friedlichen Gesichtsausdruck. Das beruhigte mich sehr. Denn für ihn waren die letzten Wochen die übelste Quälerei. Er war sehr krank, er war alt, er hatte so wenig Perspektiven auf einen akzeptablen und würdevollen Lebensabend. Der Gedanke, dass er blind, schlecht hörend, verwirrt und am Oberkörper gelähmt in einem Pflegeheim vor sich hin vegetiert in seinem Rollstuhl, hat mich manchmal um den Verstand gebracht. Wie gut, dass er das nicht mehr erleben musste.

Mein Vater und ich waren wie Feuer und Eis. Welche Kämpfe haben wir miteinander ausgefochten, wie oft Streitigkeiten erlebt, stellenweise haben wir uns ignoriert, auch verletzt oder sind uns aus dem Weg gegangen. Wir waren zwei typische „Werner“, beide Dickschädel und beide nicht einfach. Kam es aber hart auf hart, dann standen wir beide oft in einer Reihe. Ich erinnere mich daran, dass er sauer auf mich sein konnte wie er wollte: Stieg mir aber das Wasser bis zum Hals, dann war er fast immer für mich da.

Wie stolz war er als der erste männliche „kleine Werner“ auf die Welt kam: Mein Sohn. Der Kurze und sein Opa waren ein Team. Mein Vater hatte für ihn extra einen Balkon an das Haus gebaut im Jahr 1998, damit der Kurze an der frischen Luft seinen Mittagsschlaf im Kinderwagen halten konnte.

Als ich im Herbst 2017 meinen Job wechselte von Klinik A zu Klinik B, ahnte ich nicht wofür genau das gut sein sollte. Kaum hatte ich dort angefangen, kam mein Vater mit immer neuen Diagnosen zu uns. Das war genau die Zeit in der wir beide uns zusammenrauften. Ohne große Worte.

Für diese letzten 1,5 Jahre mit ihm bin ich so dankbar.

Dankbar bin ich auch für seine Worte an uns drei Töchter gerichtet an einem seiner letzten Tage. Es tat im Hinblick darauf, dass er nicht mehr viel Zeit hat, so gut. Es fühlte sich an wie ein Segen von ihm und macht für mich heute die Trauer und die Gedanken an die Vergangenheit erträglicher. 

Ich habe ihn oft im Stich gelassen wenn er meine Hilfe dringend gebraucht hätte. Was an unserem zerrütteten Verhältnis lag. Auch wenn es zu spät war und ich im Nachhinein an den Situationen damals nichts mehr ändert kann, konnte ich mich dafür noch bei ihm entschuldigen. Ob er meine Worte hörte weiß ich nicht. Aber es tat mir gut sie auszusprechen. Das schlechte Gewissen allerdings bleibt.

Am Tag seiner Beerdigung war so viel los. Die Vögel auf dem Friedhof sangen in einer Lautstärke, dass wir im ersten Moment irritiert waren. Das ging so die ganze Trauerfeier über. Wir dachten es war ein Teil der Hintergrundmusik, welche die Beisetzung untermalte und vielleicht etwas zu laut eingestellt war. Dem war aber nicht so.

Gegen Abend kamen heftige Gewitter auf. Der Himmel bot Wolkenbilder in einer Intensität wie sie lange nicht zu sehen waren. Ich habe ein Foto nach dem nächsten gemacht (Wolkenbilder fotografieren ist eine Art Hobby von mir). Drei der Bilder hatte ich als Wetterbild bei einem Radio-/Fernsehsender eingereicht. Die Geschichte hinter diesen Bildern kannte nur ich. Bislang hatte es keine Aufnahme von mir bis zur Ausstrahlung geschafft welche ich in den letzten Monaten gemacht hatte. Und das waren viele. Sehr viele. Doch ein Wolkenbild von diesem Tag wurde dann ausgewählt und war am Abend kurz in einem regionalen Nachrichtenmagazin zu sehen. Dass es genau dieses Bild war von diesem Tag, lässt mich bis heute verwundert zurück.

In den letzten Tagen fand ich den Gedanke tröstlich zu wissen, dass mein Vater nun bei meiner Mutter ist. Er hat sie sehr vermisst. Diese Tatsache macht die Trauer auch ein Stück weit erträglicher. 

Wie gerne schaue ich mir Bilder von ihm an. Heute mit einem ganz anderen Gefühl wie vor 2 Jahren noch. Bei den alten Fotos denke ich immer wieder:

„Was war er für ein hübscher Mann.“

Auf den alten Fotos mit seinen Enkelkindern kann man seinen Stolz auf sie und seine Liebe zu ihnen fast spüren.

Wie stolz bin ich heute auf ihn, dass er seinen letzten und harten Weg mit so viel Kampfgeist und Durchhaltevermögen gegangen ist.

Wie traurig bin ich allerdings auch, dass er alleine war beim Sterben. Ich saß knapp 100 Meter weiter und habe nicht geahnt was sich an diesem Vormittag bei ihm abspielte. Aber vielleicht wollte er auch alleine sein in diesem Moment. An dieser Tatsache werde ich noch ein wenig zu knabbern haben.

Wir drei Töchter haben total unterschiedliche Erinnerungen an ihn. Ich fand es beinahe spannend als meine ältere Schwester ihn beschrieb und ich nur dachte:

„Von wem spricht sie denn da?“

Bei meinen Erinnerungen an ihn wird es meinen Schwestern nicht anders gehen. 

Auch wenn man noch 1000 wirre und traurige Gedanken im Kopf hat und sich recht langsam an die Tatsache gewöhnt, dass die Eltern nicht mehr da sind, kann ich wieder lachen und vielen Dingen etwas positives abgewinnen. Es muss und wird weitergehen.

Und so endet die Geschichte von einem Vater und seinen drei Töchtern.

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Von Doppelnamen, Kinder-Kostümen und Karneval.

(Quelle Bild: Pixabay/annca)

Man könnte meinen, wir wollen/werden in Zukunft die Zeit der Narren und des Karnevals, genauer gesagt die Tage der Fröhlichkeit und Ausgelassenheit in Grund und Boden quatschen bzw. diskutieren.

Kramp-Karrenbauer, Leutheusser-Schnarrenberger und nun auch noch Möller-Hasenbeck

Ich staunte nicht schlecht, als ich eher am Rande den Eklat über Bernd Stelter und seinen Beitrag bei einer Karnevalssitzung in Köln mitbekam. Es ging um weibliche Doppelnamen. Kramp-Karrenbauer und so. Kennste? Kennste!

Kurios, dass wir uns ein paar Tage vorher noch mit ein paar Leuten über die doppelten Nachnamen unterhielten/austauschten. Wenn mir der Doppelname einer Dame nicht einfällt, nenne ich alle „Leutheusser-Schnarrenberger“. Das hat auch keine weitere Bedeutung, das ist nicht abwertend oder aufwertend gemeint, bezieht sich nicht im geringsten auf die Dame persönlich. Dieser Name ist zumindest für mich sehr einprägend. Nicht mehr und nicht weniger.

Ich habe mir den Ausschnitt angeschaut in dem Bernd Stelter auf der Bühne stand und Frau Möller-Hasenbeck (die verärgerte Zuschauerin) so respektlos war, eben diese Bühne aufzusuchen und sich aufzuregen. Wegen seinem Beitrag zu Doppelnamen. Na, da war die Frau Möller-Hasenbeck volles Brett auf dem richtigen Event. Was für eine Spaßmaus, die Frau Möller-Hasenbeck. Was für eine Spaßmaus.

Während (s)einer Aufzeichnung eumelte sie auf die Bühne. Darüber kann jeder seine Meinung haben. Mir wirft sich die Frage auf was ungezogener war: Der Beitrag von Bernd Stelter über Frau Kramp-Karrenbauer/Doppelnamen oder das Benehmen der Frau Möller-Hasenbeck? My winner is: Frau Möller-Hasenbeck. Yeah!

Fakt ist allerdings: Stelter durfte bleiben, Möller-Hasenbeck musste den Saal verlassen. Finde den Fehler.

Nur schade, dass der WDR die Szene letztendlich raus geschnitten hat und sich so der Dame mit dem Doppelname beugte.

Für kleine Kinder gibt es keine Kultursensibilität

Etwas mehr beunruhigte mich die Meldung, dass eine Kita aus Hamburg in diesem Jahr den Eltern von den Kiddies eine Art „Kostümkodex“ empfahl. Ist nix mehr mit Indianer, Scheich und Co. Man konnte Worte in diesem Zusammenhang lesen wie Stereotype, kultursensibel, diskriminierungsfrei und vorurteilsbewußt im Bezug auf Erziehung. Laut diversen Berichten haben betreffende Eltern diese Bitte auch akzeptiert.

Für uns Erwachsene vielleicht eine Sache mit Sinn und Verstand. Weil wir es checken. Oder auch nicht. Betonung liegt auf „uns Erwachsene“. Aber auch da trifft es nicht die Meinung aller Menschen, denn das Netz diskutiert wie irre. Wir heute Morgen beim Frühstück auch. Man traute sich nicht zu sagen:

„Reiche mir doch den Friesenkeks“,

das ist bestimmt auch schon kultursensibel, was? 😉

Wie will man einem kleinen Jungen erklären, dass er aus Gründen der eventuellen Diskriminierung nicht als Indianer in den Kindergarten gehen kann?

Wie einem kleinen Mädchen, dass vielleicht das Kostüm der Prinzessin eine Klischee darstellt?

Diese Kinder wollen damit nicht negativ urteilen, dafür sind sie zu klein. Die Erwachsenen interpretieren negativ. Und geben das vielleicht auch dem Nachwuchs mit. Da liegt eigentlich eher der Hase im Pfeffer.

Ich wäre als kleines Mädchen nie auf die Idee gekommen, dass mein Zigeunerkostüm negativ behaftet sein könnte. Meine Eltern auch nicht. Ich habe dieses Kostüm geliebt.

Steffi Werner-Brösel sowie Flora und Fauna

Nun stellt euch mal vor ich lerne einen Mann kennen, welcher mit Nachname Brösel heißt. Und ich bastele mir einen Doppelname:

Steffi Werner-Brösel. Brüller, oder? 😉

Nun dürfen wir gespannt sein, was sich in der Karnevalszeit 2020 tut:

Keine Blumen- und Tierkostüme mehr, weil es Flora und Fauna und die Tierwelt verunglimpft?

Kein Kölsch mehr, weil es dem Alkohol eine Bühne bietet?

Kein kostenlosen Kamellen mehr, weil die Kinder sonst den Bezug zum Geld verlieren?

Keine Krapfen mehr, weil man sich über die wahre Herkunft/Bezeichnung in die Köppe kriegt?

Aber was weiß denn ich schon. Helau. ^^

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Schicke sie/ihn noch 1x um die Welt.

(Quelle Bild: Steffi Werner)

Seit geraumer Zeit ist auffällig, dass hier bei Facebook Bilder von Menschen auftauchen, welche kürzlich verstorben sind. Auch Bilder von Tieren. Natürlich zeigen diese Bilder Mensch/Tier zu Lebzeiten. Wobei ich vorhin das Foto eines verstorbenen Hundes sah. Angehörige/Frauchen/Herrchen/Freunde/Fremde bitten dann darum, diese Bilder über das eigene Profil zu teilen, um diese Menschen/Tiere noch 1x um die Welt reisen zu lassen. Facebook ist ja international.

Man darf sich gerne fragen welchen Sinn das haben soll. Wahrscheinlich ist es eine Art Trauerbewältigung. Dagegen ist auch nichts zu sagen. Jeder geht mit Trauer anders um.

Wenn ich das Bild einer verstorbenen Katze aus den USA hier in Südniedersachsen teile, was hat die Katze dann davon? Vielleicht hilft es der Halterin/dem Halter, aber sicherlich nicht der Katze.

Ich frage mich allerdings ob die verstorbenen Menschen gewollt hätten, dass ihr Bild und ihre Geschichte durch das Internet geistern. Geteilt teilweise von Leuten, zu denen keine Verbindung besteht.

Ich frage mich auch ob diejenigen, die diese Bilder teilen, kurz hinterfragen wen sie da um die Welt schicken.

Weiterhin sei die Frage erlaubt, wie es mit dem Datenschutz aussieht.

Mal eben ein Foto mit ein paar Worten des Abschiedes/der Trauer hochladen und auffordern dieses zu teilen, ist nicht gerade die feine englische Art. Zumal die verstorbene Person dafür wahrscheinlich nicht ihre Zustimmung gegeben hat oder gegeben hätte. Vielleicht war diese Person gar nicht bei Facebook, Twitter und Co. vertreten, eben weil sie nichts davon gehalten hat.

Für mich persönlich wäre es der Horror, würde man Fotos meiner verstorbenen Angehörigen/Freunde in den sozialen Netzwerken hochladen und die anderen User bitten dieses Bild zu teilen. Ich würde es auch für mich nicht wollen. Niemals.

Ganz schlimm fand ich heute, dass einige User/Userinnen ein Bild des kleinen Julen verbreitet haben mit der wiederholten Bitte es zu teilen wegen der Reise um die Welt und auch der Anteilnahme. Das wäre Sache der Eltern, nicht Sache von wildfremden Personen. Eigentlich weiß auch niemand, ob das Bild wirklich den verunglückten Junge zeigt. Nicht mal eine Quellenangabe war dabei. Von dem Einverständnis der Eltern ganz zu schweigen, das weitaus übelste an der Sache.

Wenn dann noch aufgefordert wird Herz zerreißende Worte in der Chronik zu teilen den kleinen Julen betreffend, ahne ich eher Likegeilheit. Und Pietätlosigkeit dem Kind sowie seinen Eltern gegenüber. Das macht man einfach nicht. Punkt.

Es ist immer schlimm einen Menschen oder ein Haustier zu verlieren. Aber nicht weniger schlimm finde ich die Respektlosigkeit, Fremde aufzufordern Fotos/Intimitäten zu verbreiten. Von jemandem, der genau so etwas vielleicht nie gewollt hätte. Oder sich nicht mehr dagegen wehren kann. Von der Machtlosigkeit der Hinterbliebenen ganz zu schweigen.

Einfach mal darüber nachdenken.

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Mein Leben bis hierhin – Ich mach`s kurz: Stefanie Tücking

(Quelle Bild: DavidRockDesign/Pixabay)

Dieser Satz ist auf dem Blog von Stefanie Tücking zu lesen (http://tueckabout.com/), und irgendwie wirkt genau dieser Satz beinahe makaber.

Das Gesicht und die Stimme, welche uns musiktechnisch durch die 80er Jahre begleitet hat mit der Musiksendung „Formel Eins“, ist im Alter von 56 Jahren verstorben. Ich habe lange nichts mehr von ihr gehört, aber ihr Name ließ mich die Tage aufhorchen.

Im Jahr 1986 war es, als ihr Gesicht bei Formel Eins auftauchte. Und genau 1 Jahr später erhielt sie mit 24 Jahren die goldene Kamera.

Nach Kai Böcking war sie die Moderatorin mit den zweitmeisten Sendungen, nämlich genau 80 von Januar 1986 bis Dezember 1987.

Der Song „Formula One“ von Harold Faltermeyer war ihr Song in dieser Musiksendung.

Stefanie Tücking hat laut ihrem Blog allerdings das Radio dem TV vorgezogen. Sie moderierte für Bayern 3, SWF 3, SWR 3.

Man munkelte, dass sie frei war von Star-Allüren. Eine locker-flockige Frau, welche sich auf Konzerten so wohl fühlte wie vor dem Mikrofon.

Sie war ein Teil der 80er Jahre.

Nicht nur, dass ich sie sauhübsch fand – nein, sie hatte etwas burschikoses an sich. Sie hat Elektrotechnik studiert, ist Mopped gefahren. Also keine Tussi, sondern eine eher etwas rauer wirkende Frau.

Sie blieb bewusst den roten Teppichen fern, man sah sie in keinen Talkshows oder ähnlichem, und in den sozialen Netzwerken war sie nur ganz kurz vertreten. All das schien nicht so ihre Welt zu sein. Eigentlich recht untypisch, versuchen doch viele unserer mehr oder weniger bekannten VIP mit Büchern und ihrer Internetpräsenz zum Beispiel von sich Reden zu machen. Es war nicht ihr Ding wie man in vielen Berichten über sie lesen kann dieser Tage. Das mag auch der Grund sein, warum sich viele jetzt wieder an sie erinnern.

Zitat von Spiegel Online:

>> Lieber gönnte sie sich den Luxus, keine Person öffentlichen Interesses zu sein. Das mag man Bescheidenheit nennen oder auch Bodenständigkeit. Charakter trifft es besser. <<

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Kann aus Wissenschaft Liebe werden?

Quelle Bild: Pixabay/Frank Winkler

Auf Sat 1 läuft wieder „Hochzeit auf den ersten Blick“. Kurze Zusammenfassung meinerseits:

3 Experten (Psychotherapeuten, Psychoanalytiker, Sexualtherapeuten) suchen Singles aus welche zusammenpassen könnten, und diese sehen sich zum ersten Mal im Standesamt wenn sie heiraten. Ja, richtig gehört, eine „Blind Wedding“ quasi.

Das ist ja was für mich, ich finde diese Art von Experimenten extrem spannend. Natürlich kann man auch „Nein“ sagen und diesen fremden Menschen nicht heiraten müssen. Das hätte eine der teilnehmenden Bräute auch tun sollen. Die Vorschau auf diese beiden Menschen als Eheleute versprach nichts Gutes.

Als ich am Sonntag vor dem Fernseher saß und das alles so verfolgte, fragte ich mich unentwegt welchen Typ Mann diese Experten für mich aussuchen würden.

  • Stünde dann vor der Standesbeamtin ein langhaariger Metal-Fan?
  • Oder ein total langweiliges, glatt gescheiteltes Männchen?
  • Oder ein saulustiger Mann, welcher mich schon zum Lachen bringt wenn ich auf ihn zugehe?

Zudem fragte ich mich was meine Familie sagen würde wenn ich sie einlade zu einer Hochzeit, bei der nicht mal ich meinen zukünftigen Ehemann kenne. Mein Vater würde mich sicherlich aus der Erbfolge schmeißen und sich fürchterlich aufregen. Meine Zwillingsschwester bestimmt auch. Meine große Schwester würde sich abrollen und fände das wahrscheinlich total spektakulär und cool.

Spannend fände ich es auch, aber für mich käme ein solches Experiment nie in Frage. Wissenschaft hin oder her – ich kann an diesem Versuch, das zarte Pflänzchen der Liebe entstehen zu lassen, so rein gar nichts finden. 1x “Ja” gesagt, gelten die Regeln wie bekannt: Man ist dann miteinander verheiratet. Auch die Teilnahme an diesem Experiment ändert nichts daran. Horror für mich einen Ehemann zu haben bei dem sich heraus stellt: Er ist es nicht! Dann ist da ein Ehemann (mit dem man na klar auch in den Flitterwochen war), mit dem man nichts anfangen kann. Diesen Mann muss man ein Stück weit in sein Leben lassen mit allem drum und dran. Und in seine Bude. Vielleicht auch in sein Bett? Dem Experiment wegen? Och nee.

Nun habe ich mal gegoogelt wie der Schnitt so war in den vergangenen Jahren. Guckste:

>> Von den in den 4 Jahren insgesamt 17 Paaren sind momentan (Stand 20. Dezember 2017) nur noch 3 zusammen. Dies entspricht ca. 18%. << (Quelle Wikipedia).

Jetzt nicht sooooo die mordsmäßig gute Rate.

Aber: Ich werde die restlichen Folgen auch noch schauen. Der Spannung wegen. Und der Wissenschaft. Und der Liebe. Und so. ^^

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