Mit über 100 Jahren noch unentgeltlich gearbeitet: Chapeau, David Goodall!

Der Fall des 104-jährigen australischen Botanikers David Goodall macht schon seit einiger Zeit die Runde. David Goodall ist in die Schweiz gereist, um seinem Leben durch Sterbehilfe ein Ende setzen zu dürfen. Weil er sein Leben, mit zunehmendem Verlust der Seh- und Hörkraft sowie anderen, der Altersschwäche zugrunde legenden Beschwerden, nicht mehr weiterführen wollte.

Gestern war dann der Tag, an dem sein Wunsch mit Hilfe einer Sterbehilfeorganisation in Erfüllung ging. Ich persönlich kann diesen Wunsch nachvollziehen.

Sicherlich haben einige von uns schon über dieses Thema nachgedacht. Ob wir irgendwann aufgrund von Krankheit oder einem Unfall in die Situation kommen könnten, das Leben nicht mehr als lebenswert zu empfinden. Dass dann der Tod eine Erlösung ist. Wenn Dinge die das Leben definieren, nicht mehr möglich sind. Bewegung, Hören, Sprechen, Sehen, Essen, Trinken usw. Wenn man darüber nachdenkt, dass man nach einer Erkrankung wie einem Schlaganfall z. B. nicht mehr in der Lage ist zu Laufen, wenn man über Sonden ernährt werden muss etc. Wenn man nichts mehr alleine bewerkstelligt kann. Wenn man „platt auf dem Laken liegt“, und klar ist, dass sich an diesem Zustand nichts mehr ändern wird, die Prognose eine schlechte Prognose ist.

Die Vorstellung beispielsweise nach einem Unfall von jetzt auf gleich ein Pflegefall zu werden, nicht mehr Herr über seinen Körper zu sein aber fit im Kopf, ist für mich ein furchtbarer Gedanke. Zu ahnen, dass man für die nächsten Jahre vielleicht in eine Einrichtung umziehen muss, welche die Versorgung gewährleistet. Weil niemand da ist, der sich 24 Stunden kümmern könnte und wollte. Seine eigenen vier Wände aufgeben, seine Privatsphäre. Für mich ein schlimmer Gedanke. Weil dann genau das, was mein Leben ausmacht, nicht mehr da ist. Ich kann über diese Thematik nur mutmaßen, vielleicht würde ich es im Fall der Fälle völlig anders sehen.

David Goodall, den ich in einem Interview sah, war geistig noch total auf der Höhe. Um Sterbehilfe zu erhalten, wird man zweimalig auf seine freie Willensäußerung getestet. Ob man diese im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte tätigte. Das konnte ihm attestiert werden. So stand der Entscheidung nichts mehr im Weg. Er sagte in einem Interview, er freue sich auf seinen Tod. David Goodall hatte sicherlich ein mehr als erfülltes Leben. Zum einen ist das Erreichen dieses Alters schon eine Seltenheit. Aber noch so klar bei Verstand zu sein, nicht weniger. Er wäre gerne in seiner Heimat gestorben, das erwähnte er noch.

Das Thema Sterbehilfe ist ein schwieriges und oft diskutiertes Thema. Ein wenig kurios und unheimlich wenn man im Vorfeld weiß, wann sein Leben beendet wird. Nach Termin quasi. Und sich vielleicht noch von all seinen Lieben verabschieden kann bzw. muss. David Goodall hatte in den letzten Tagen noch seine Familie um sich. Seine Enkelkinder sollen bei ihm gewesen sein als die tödliche Infusion in seinen Körper lief.

Auch ich vertrete die Meinung, dass jeder selber darüber bestimmen dürfen sollte ob sie oder er seinem Leben/Leiden ein Ende setzen möchte, aus welchen Gründen bzw. mit welchem Hintergrund auch immer. Wir haben schließlich auch nicht mit entschieden, ob wir geboren werden möchten. In Gesprächen hat man hier da und da sicherlich schon über dieses Thema gesprochen, und vielleicht auch hier und da den Wunsch geäußert, dass man im Fall der Fälle abtreten möchte. Zumindest sind meine Freunde im Bilde meinen Wunsch betreffend.

Ich möchte auch nicht am Leben erhalten werden durch Maschinen und Apparate, gerade wenn es keine Chance auf Besserung/Heilung meines Zustandes gäbe. Das ist allerdings ein anderes Thema, und zumindest diesem Drama könnte ich mit einer Patientenverfügung umgehen.

Makaber, dass ich etwas erleichtert war zu lesen, dass der Wunsch von David Goodall gestern erfüllt wurde.

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Münster

Was sich gestern in Münster zugetragen hat im Bezug auf den Suizid eines uns unbekannten Mannes, auf perfide Art und Weise vollzogen, hat sicherlich vielen die Sprache verschlagen. Und bestimmt haben sich viele gefragt, warum dieser Mann genau diesen Weg gewählt hat um seinem Leben ein Ende zu setzen. Zumindest habe ich mich das gefragt. Warum Menschen, die einfach nur einen schönen Frühlingstag bei vielleicht Kaffee und Eis genießen wollten, in diesem Horrorszenario mitspielen mussten. Für mich ist es ein Horrorszenario. Dieser Mann hat wahllos ihm sicherlich unbekannte Menschen mit in seinen Entschluss einbezogen. Seinen Wunsch/Drang zu ihrem Schicksal gemacht. Von jetzt auf gleich.

Im Laufe des Abends musste ich auch an die Katastrophe des Germanwing Fluges im Jahr 2015 denken, vieles erinnerte mich daran.

Zum jetzigen Zeitpunkt stehen viele Spekulationen noch auf wackeligen Füßen. Um zum jetzigen Zeitpunkt sind auch noch nicht alle Fragen beantwortet. Wer weiß, welche Sachverhalte noch ans Tageslicht kommen im Bezug auf diesen Mann/diese Tat. Was diese Tat allerdings nicht entschuldigen kann und wird, da sind wir alle sicherlich einer Meinung.

Wie ich vorhin einem Nachrichtenmagazin entnehmen konnte, soll dieser Mann suizidgefährdet gewesen sein. Eine psychische Erkrankung wurde in den Raum geworfen. Und er soll sich dahingehend geäußert haben, dass er einen Suizid in der Art, wie gestern leider vollzogen, geplant hat. Wie mag man das nennen? Den Abgang im ganz großen Stil?

Was hat er jetzt davon, wenn nach der Tat alle seinen Namen kennen? Seine Geschichte? Sein Motiv? Sein Gesicht? Seine privaten Stories? Seine Diagnosen/sein Krankheitsbild? Er hat keine heldenhafte Tat begangen sondern eine abscheuliche.

Die Verletzten, die Familien/Freunde der Getöteten treten ein schweres Erbe an. Das private Umfeld dieses Mannes allerdings auch. Und nein, ich möchte ihn bzw. seine Tat nicht entschuldigen. Es sind nur meine Gedanken.

Ich war noch nie in der Situation einen Selbstmord zu planen. Oder in der Situation von jetzt auf gleich zu entscheiden meinem Leben ein Ende zu setzen. Zum Glück. Von daher kann ich das, was sich in seinem Kopf abgespielt hat, auch nicht nachvollziehen.

Es ist kein prügeln meinerseits auf Menschen mit psychischen Erkrankungen. Es ist eher hilfloses Unwissen zu diesem Krankheitsbild und solchen Handlungen. Und die Frage, ob man aufgrund seiner Äußerungen im Vorfeld zu dem Ereignis gestern anders hätte reagieren können/müssen. Um genau das zu verhindern. Das ist aber nur Spekulation. Das werden die Fachleute erklären können die nächsten Tage. Oder es zumindest versuchen.

Man will nicht darüber nachdenken wie grausam und völlig sinnlos die involvierten Menschen ihr Leben verloren haben bzw. schwer verletzt wurden. Wieso sie Verantwortung tragen mussten für jemanden, der sich nach einem theatralischen Abgang gesehnt hat. Wie viele Menschen heute generell in seinem Selbstmord involviert waren. Die Opfer, die nicht das geringste für seinen Entschluss konnten und an erster Stelle stehen. Die anderen Besucher in Nähe des Kiepenkerls, die Anwohner, die Rettungskräfte, die Polizei, Feuerwehr und auch die Politik. Welche Welle der Erschütterung und welche Panik der Wunsch nach dem Freitod des Mannes ausgelöst haben. Wie verständnislos viele von uns sind, die diese Meldung und die bislang recherchierten Tatsachen zur Kenntnis nahmen.

Auf der einen Seite möchte man es verstehen, auf der anderen Seite kann man es nicht verstehen. Und selbst wenn man es verstehen würde: Es ändert nichts an dieser Tragödie.

In der nächsten Zeit werden die Medien eine Neuigkeit nach der nächsten verkünden, sicherlich wird viel diskutiert und analysiert. Und auch weiterhin spekuliert. Auch Falschmeldungen wird es geben, Verdachtsmomente. Ob er falsch therapiert wurde, ob er überhaupt therapiert wurde, wie und ob man das heutige traurige Ereignis hätte verhindern können. Ob wirklich zwei weitere Menschen, wie berichtet, aus dem Fahrzeug gesprungen sind. Diese Beobachtung konnte bis vor Kurzem weder ausgeräumt noch bestätigt werden.

Der Gedanke, man verliert einen geliebten Menschen oder man muss um diesen Menschen bangen, weil ein anderer sich diesen traurigen, vielleicht nach Sensation schmachtenden Weg überlegt hat um aus dem Leben zu scheiden, den kann und will ich nicht zu Ende denken.

Ich verurteile Suizid nicht, ich verurteile diesen Weg des Suizides.

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Motivation ist die halbe Miete

Ich habe  letztens eine Situation erlebt, welche quasi für diese Kolumne verantwortlich ist. Eine ähnliche Kolumne gab es schon vor längerer Zeit, da ging es um Komplimente. Das liegt ja beides nah beieinander.

Der Input von außen, von anderen, ist wirklich oft das Zünglein an der Waage für unsere Laune. Wobei der Faktor eine Rolle spielt wie wir gerade generell so „drauf sind“.

Vor einigen Wochen, es war ein völlig normaler Tag ohne besondere Vorkommnisse, ich war nicht so ganz auf der Höhe um ehrlich zu sein, bekam ich mehr oder weniger im Vorbeigehen gesagt wie froh man ist, dass ich da bin. Mit dieser Aussage hatte ich nicht gerechnet. Und von dem Moment an war ich nicht nur mit mir zufrieden und hatte gute Laune, sondern ich war den Rest des Tages total motiviert. Diese netten Worte waren in Sekunden gesprochen, hielten aber stundenlang an.

Ein paar positive Worte von anderen haben oft Einfluss auf unser momentanes Selbstwertgefühl. Und unsere Laune. Aber auch unsere Leistungen.

Wer im Job beispielsweise dauernd welche übergebraten bekommt bzw. Kritik, der arbeitet irgendwann nicht mehr mit vollem Einsatz. Die-/derjenige wird unsicher, macht seine Sache nicht mit ganzem Herzen und vollem Einsatz. Und macht einen Fehler nach dem anderen. Aus Unsicherheit. Weil man meint, dass die Leistung eh nicht ausreicht bzw. dass man selber nicht ausreicht. Wozu dann noch anstrengen und alles geben? Bringt ja eh nix.

Im privaten Bereich passiert das sicherlich nicht weniger. Beispielsweise der Ehemann welcher nur meckert, die Partnerin die nur das Haar in der Suppe sucht, die Schwiegermutter, die Dich einfach nur Kacke findet. Spaß macht all das nicht. Manchmal merken die Menschen nicht, dass sie nur meckern und motzen, zetern und kritisieren. Das kenne ich von mir auch. Ich kann mir Komplimente, nette Worte, aber auch Lob oft denken. Zur Aussprache kommen aber viel öfter meine kritischen Äußerungen. Oft fällt mir das nicht mal auf. Traurig, traurig, ich weiß das.

Natürlich sollte das auch immer ehrlich gemeint sein und kein Geschwafel. Kritik muss auch sein, selbst diese spornt uns hin und wieder an. So mancher Tritt in den Hintern hat uns hin und wieder ins Gleichgewicht gebracht.

Ich persönlich brauche 1x im Quartal jemanden, der mir ganz gehörig den Kopf wäscht wenn ich mal wieder einen Höhenflug habe und auf meiner Polly Poket-Insel herum eiere. Aber auch nur 1x im Quartal. ^^

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Kommentar aus Uslar: Plagiats-Diskussion im Netz – Ein Poet, der keiner ist?

Am Dienstag, spät am Abend, las ich auf Facebook ein recht entsetztes Posting eines Bekannten, welcher seiner abgrundtiefen Enttäuschung Luft machte. Ich verstand erst gar nicht, um was und wen es ging. Dachte erst an eine verschmähte Liebe.

Vermutete im ersten Augenblick auch, dass mal wieder ein „Troll“ unterwegs ist, welcher Inhalte großer Seiten quasi mopst und dann als sein geistiges Eigentum verkauft. Die falschen Fünfziger unter den Schriftstellern, die gerne mal zugreifen auf anderen Seiten und das Gestohlene dann mit ihrem Stempel weiterverkaufen. Da wird mein Bekannter immer recht ungehalten. Dem war auch so, nur dass es diesmal um eine große und bekannte Seite ging: Der Poet aka Deno L.

Mein Bekannter, welcher diesen Mann in der Vergangenheit immer verteidigt hatte, wurde nun (wie viele andere auch) angeblich hinters Licht geführt. Mit Texten und Zitaten, welche – so der Vorwurf – nicht aus seiner Feder stammen, sondern per copy + paste von anderen Dichtern/Denkern/Poeten/Bloggern übernommen wurden.

Ich hatte mir auch hin und wieder diese Seite angeschaut, aber ich kann so völlig überzogene Hardcore-Poesie-Texte schwer ertragen. Mir fehlt das Romantik-Gen, mit solchen Texten kann man bei mir so absolut nicht punkten. So viel Gesülze lässt mich erschaudern.

Und dieser Autor, mit mehreren hunderttausenden von Anhängern und Fans, meist weiblich, soll nun ein solches Ding durchgezogen haben? Ein Mann, welcher sich Schriftsteller nennt und schon zwei Bücher auf den Markt gebracht hat? Plus Hörbuch? Die auch noch laufen wie Hulle? Der Poet verhält sich wie ein Prolet? Na das wäre ja echt ein Ding! Ich betone: Wäre.

Der Sache auf den Grund gehen

Ich schaute mir seine anderen Seiten auf Twitter und Instagram an, las die Rezessionen über seine Bücher, suchte auch sein privates Profil auf, und im Laufe des Tages kamen immer mehr negative Verdachtsmomente auf den Schirm. Ich sah auch Screenshots, die scheinbar belegen, dass zwei komplett identische Texte durch das Netz wandern. Von anderen Autoren und von ihm.

Klar darf man Texte übernehmen. Man muss halt nur fragen bzw. die Quelle mit angeben. Das soll der gute Mann aber wohl nicht immer getan haben. Bzw. holt er es nach, wenn man ihn darauf hinweist. Viele brachten ihrem Unmut gestern zum Ausdruck, weil sie ihre Zitate auf seiner Seite wiederfanden.

Diskussion in den sozialen Medien

Unter dem Hashtag #derpoet oder #der_poet_official wird das ganze Ausmaß, über das man dieser Tage spricht und mutmaßt, klar. Mittlerweile wird gemunkelt, dass auch englische Texte recht schlecht ins Deutsche übersetzt und von ihm übernommen werden.

Und ab diesem Zeitpunkt konnte ich die Wut derer verstehen, welche sich betrogen fühlten. Seine Fans, aber in erster Linie die Leute, mit dessen Texten er sich anscheinend verkaufte. So lautet zumindest der Vorwurf in den sozialen Netzwerken. Man kann den Usern von Twitter nur danken, welche durch akribische Recherche dieser Sache auf den Grund gegangen sind und nun diese merkwürdigen Zufälle aufgedeckt haben.

Viele Erklärungen sind denkbar

Nun bin ich nicht doof, also nicht durchgehend, und stelle die These in den Raum, dass zeitgleich mehrere Personen auf dem Sofa sitzen, oder auf dem Küchenstuhl, und haargenau dieselben Gedanken haben und diese auch online teilen. Mit denselben Rechtschreib- und Grammatikfehlern. Kann ja sein.

Ich stelle auch gerne die These in den Raum, dass der Poet nicht wusste, dass man eine Quellenangabe machen muss, wenn man Eigentum anderer Personen teilt. Oder auch, dass man vorher einfach fragt. Das gilt für Texte und Bilder. Denn einige Bilder, welche ich auf seinen Seiten fand, waren bis vorgestern mit seinem Emblem unterzeichnet, eine Quellenangabe fand sich auch bei diesen Bildern nicht. Oder es liegt an meinen alten Augen, dass ich sie nicht fand. Ein poetischer und zudem qualitativ hochwertiger Fotograf also. Kann ja sein.

Ich stelle auch gerne die These in den Raum, dass der Poet auf seiner Facebook-Seite sein Impressum so gut versteckt hat, dass ich einfach zu dämlich bin es zu finden. Bis vorgestern war keins hinterlegt, trotz mehrmaliger Suche. Oder es ist unsichtbar. Oder wurde nachträglich eingefügt. Kann ja sein.

Drei Gründe, über dieses Thema zu schreiben

1) Jeder Blogger, Poet, Lyriker o. ä. macht seine Sache sicherlich mit Herzblut. Und sitzt an seiner Arbeit oft stundenlang, auch tagelang. Nicht hauptberuflich, meist als Hobby. Viele verarbeiten auf diese Art und Weise ihre Geschichten. Dann sind das sehr intime Geschichten. Und natürlich wollen wir (ich zähle mich zu den Bloggern) damit unterhalten, zum denken anregen, zum träumen animieren. Ich jetzt Letzteres nicht so wirklich.

Dann wäre es schon total schlechter Stil, wenn man diesen „Künstlern“ ihre Babys „mopst“ und sich mit fremden Federn schmückt. Daraus vielleicht auch noch Kapital schlagend, während diejenigen mit dem eigentlichen Urheberrecht dumm aus der Röhre schauen und ihre Arbeit so fast zunichte gemacht wird. Das ist allgemein gesprochen.

2) Dem Poeten folgen irrsinnig viele Menschen. In den Kommentarfeldern fliegen Herzen und rote Rosen nur so umher. Und winkende Katzen und Kussmund werfende Hasen und das Gedöns. Der Poet scheint auf einige eine magische Anziehungskraft zu haben. Er suggeriert Verständnis, Feinfühligkeit, Abgeklärtheit, Verletzbarkeit. Kriterien, auf die Frauen und Männer, welche vielleicht nicht gerade auf der Sonnenseite des Lebens stehen, total abfahren. Und diese Leute werden durch solch ein Vorgehen, sollte es sich bewahrheiten, beschissen, anders kann ich das nicht in Worte fassen.

3) Über diese Sache wurde vorgestern auch auf einem Radiosender berichtet. Bei Twitter ja eh, da entstand eine kleine Revolte. Der Moderator des Radiosenders erwähnte, dass er den Poet angeschrieben hatte und um Stellungnahme bat, aber keine Antwort erhielt. Ob das mittlerweile geschehen ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Kann ja durchaus sein.

Wenn an der Vorwürfen nun ein Funken oder auch kein Funken Wahrheit ist, dann kann man doch Stellung beziehen und all die Gerüchte aus der Welt schaffen. Das wäre das Erste, an dem ich interessiert wäre, würde man mir so etwas unterstellen.

Viele unbeantwortete Fragen

Ich konnte sehen, dass er die Werbetrommel noch mehr rührte. Seine Bücher anpries wie warme Semmeln. Mit einer Intensität, die auf mich einen recht verzweifelten Eindruck machte. Wobei die Links bei zwei Buchhandlungen ins Leere liefen. Ob das nun ein technisches Problem war oder das Buch aus dem Verkauf genommen wurde, weiß ich nicht.

Nun ist ja die große Preisfrage, welche Texte in seinen Büchern zu finden sind. Auch identische Zitate aus anderen Quellen? Oder seine? Was ist in dem Hörbuch zu hören? Die Worte aus der Feder eines Users von Twitter? Oder seine? Was hat es mit dem ominösen Film auf sich, der seit Januar 2018 gedreht werden soll? Stoff aus dem englischsprachigen Raum oder seiner? Ich betone: Das stehen Fragezeichen.

„Mopsen wäre unprofessionell und uncool“

Autor oder Schriftsteller darf ich mich dann nennen, wenn ALLE Texte von mir geschrieben wurden. Ich darf dann tolle Bilder zu Artikeln teilen, wenn ich die Quelle angebe bzw. die Erlaubnis des jeweiligen Fotografen habe. Ich darf mit meinen Worten dann Geld verdienen, wenn es auch wirklich meine Worte sind. Und ich darf dann eine Gemeinschaftsseite, eine Website führen, wenn ich ein Impressum habe und somit kontaktierbar bin.

Und von erwachsenen Menschen sollte man verlangen können und dürfen, dass sie ihren Lesern mit Respekt und Achtung gegenübertreten. Auch den Kolleginnen und Kollegen, die eine ähnliche Arbeit machen und schreiben. Jeder macht sein Ding und behält seine Griffel auf seiner Seite. Mopsen wäre unprofessionell und uncool. Das wissen die echten Poeten, Schriftsteller, Blogger allerdings auch.

Werden kritische Beiträge gelöscht?

Was mich an der Sache so stutzig macht? Kritische Beiträge und User werden auf all seinen Seiten relativ schnell gelöscht und blockiert. Ich gehöre auch dazu, also zu den blockierten Usern. Er hat keine Zeit oder Lust für Statements einem Moderator gegenüber, bewirbt aber in genau diesem Moment auf seinen Seiten seine Bücher und Hörbucher. Die Rezensionen bei Amazon sprechen eine deutliche Sprache. Viele seiner Beiträge werden seit vorgestern von seinen Seiten entfernt, also gelöscht. Wohl seinerseits?

Ein Poet, der momentan keiner ist? Fragen über Fragen.

Diese Worte spiegeln natürlich nur meine persönlich Meinung bzw. meine Beobachtungen wider. Für die rechtliche Klärung und alles weitere sind andere Institutionen und Behörden zuständig.

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XXXXXXXXL-Portionen, gerne auch mit viel Glitzer

Quantität geht vor Qualität!?

Erst vorhin wieder sah ich ein Video, in dem Essen präsentiert wurde. Kein XXL-Essen, kein XXXL-Essen, ne, XXXXXXXL-Essen. Portionen, die einen erschlagen, und von denen man meinen könnte, dass sie für 48 Leute reichen.

Der neue Trend am Gourmet-Himmel: Mehr und mehr und mehr. Soviel, dass man den Teller nicht tragen kann!

Auch aufgefallen ist mir, dass vieles nichts mehr mit Kochen oder Backen zu tun hat, sondern mit „wir klatschen so viel Lebensmittelfarbe, Glitzergedöns, Zuckerperlen und Co. auf das Essen/die Getränke, dass es einfach nur toll aussieht. Wie es schmeckt ist egal.“

Ein gigantomanischer Eisbecher, groß wie ein LKW-Reifen (übertrieben jetzt), aber Eis ist der geringste Teil in dem Becker. Haufenweise Kekse und Kuchen und Sahne und Soßen. So viel, dass es schon fast aus dem Becher heraus läuft.

Ein Sandwich so groß wie ein Kasten Bier, über und über mit Fleisch und Käse und Soßen beklatscht. Man kann den nicht mal ordentlich Essen, nagt daran herum wie ein Tier.

Was mich enttäuscht ist, dass mittlerweile diese Videos auch geteilt werden von Seiten, welche mir immer gute Rezepte lieferten, also Hausmannskost.

Ich möchte keinen Kaffee trinken, welcher mit Glitzerpartikeln übersät ist. Ich möchte einen Kaffee trinken, nur einen Kaffee. Schon der Gedanke daran, dass diese Partikel meinen Verdauungstrakt ausschmücken, lässt mich schütteln.

Ich möchte auch keine Torte essen welche ausschaut, als hätte man Autolack drüber gesprüht. Ja, das sieht echt klasse aus. Aber ich möchte keine chemischen Substanzen heraus schmecken, sondern qualitativ hochwertige Zutaten.

Man fragt sich natürlich auch, was mit diesen XXXXXXL-Portionen passierte wenn der gierige Kunde es nicht schaffte: Sicherlich landet das alles in der Biotonne. Da kriege ich echt kleine Kötzerchen.

Mein Essen sieht manchmal aus wie hingesch….. . Optisch so gar nicht ansprechend. Aber ich weiß, dass ich dafür lange am Herd stand, sich darin viel frische und „normale“ Zutaten befinden. Ich will mich jetzt nicht selber loben, aber mein Linseneintopf ist `ne Wucht. Da geht mir schon beim Einkaufen für dieses Essen (Rezept ist von meiner Mama) einer ab.

Die Esskultur ist momentan stellenweise eine echt merkwürdige Esskultur.

Aber ich halte an meinem Holzkochlöffel, Bräter und normalen Portionen ohne Glitzer fest, so! ^^

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(Gefährlicher) Schwachsinn für ein paar klicks: Die „Tide Pod Challenge“.

Wie hohl muss man sein

Ich dachte es handelte sich um einen Scherz als ich die Tage Bilder im TV sah von einem Mädel aus den USA, welche eine Waschmittelkapsel zerbiß. Jau, richtig gelesen, Waschmittelkapseln werden zerbissen. Die Flüssigkeit lassen die Mädels und Knaben dann aus dem Mund laufen. Oder sie legen sich die komplette Kapsel in den Mund bis sich die Hülle auflöst. Dann wird es ausgespukt quasi. Natürlich, wie kann es anders sein, wird das alles gefilmt und dann online gestellt. Es wird gemunkelt es soll witzig sein. Aha. Na dann. So so. Die Witzigkeit wird unterstrichen von 86 absichtlich herbeigeführten Fällen, welche der Giftnotrufzentrale über dem großen Teich bekannt sind. 39 dieser Irren mussten ärztlich behandelt werden aufgrund schwerer Vergiftungen 😉

Die verstrahlten Jugendlichen

Die „Tide Pod Challenge“, so wird dieser Schwachsinn genannt, ist eine weitere Challenge, welche mich staunend und mit dem Kopf auf die Tischplatte hauend zurück lässt.

Nun musste der Hersteller, wie kann es auch anders sein, ein Statement abgegeben. An die scheinbar total verstrahlten Jugendlichen. Die Eltern sollen den verstrahlten Jugendlichen sagen, dass klicks und likes nicht so wichtig sind wie Gesundheit und das Leben an sich. P&G versuchte auch auf der Ebene der verstrahlten Jugendlichen zu reagieren in dem ein American Football Spieler denen erklären sollte, dass man Pods zum Waschen nutzt, nicht zum Essen! Schlimmer geht`s nimmer! Was ist denn mit denen los? Das waren heranwachsende Menschen, keine kleinen Kinder.

Dämliche Challenges

Ebenso dämliche Challenges waren die Banana Peel Challenge. In Stummfilmmanier sollten Jugendliche dabei versuchen, auf einer Bananenschale auszurutschen und hin zu knallen. Gefolgt von der Cinnamon Challenge. Einen Eßlöffel Zimt in die Futterluke, und an den Hustenkrämpfen dann fast zugrunde gehen. Und immer dabei die Kamera, um das alles per Video in den Netzwerken zu teilen. Wie süß.

Pussy slapping war auch aktuell mittendrin, junge Frauen schlagen anderen jungen Frauen auf den Venushügel. Das zog viele Reaktionen nach sich, wie kann es auch anders sein wenn man die Kamera drauf hält und es teilt. Fanden viele anscheinend witzig.

In die Arbeitswelt losgelassen

Mir unbegreiflich, dass junge Menschen, wahrscheinlich in einem Alter, welches Intelligenz und Vorausschau beinhalten sollte, so einen Rotz witzig finden. Und sich zum Dödel der Saison machen, in dem sie es auch noch teilen bzw. öffentlich machen. Und uns so zeigen, dass man diese Mädels und Jungs eigentlich NICHT in Kürze in die Arbeitswelt entlassen kann.

Man muss ja aufpassen, dass der Lehrling im eigenen Betrieb nicht auf die Idee kommt, sich die Patrone vom Drucker auf der Toilette in die Speiseröhre zu schieben. Oder den Kuli ins Trommelfell. Oder mit dem Locher wilde Muster ins Ohrläppchen hämmert. Man weiß ja auch nicht wo der Tacker schon so alles drin steckte, sorry. Das alles natürlich mit der Kamera begleitet und nach Feierabend auf diversen Kanälen geteilt. Verrückte Welt. ^^

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Comeback oder weg?

Nostalgie in Uslar: Erinnerungen an damals: Zeitreise zurück in die wunderbaren 80er-Jahre

Comeback aber so was von. Als gestern Abend das Spezial dieser Sendung ausgestrahlt wurde und Janine Kunze nebst Tochter auf ihre eigene Zeitreise ging, wäre ich gerne mitgereist. Ein klein wenig bin ich das auch. Zum einen trug die Musik dieser Ära ihren Teil dazu bei, zum anderen die Dinge, die man sah.

Ob es die Kleidung war, die Zimmereinrichtungen samt „Wölkchen-Tapete“, die Starschnitte oder das Magazin schlechthin für uns Jugendlichen, die Bravo. Beim Lesen von Dr. Sommer bekam ich oft eine rote Rübe – vieles konnte damals nicht so besprochen werden, wie heutzutage.

„Ich war total verknallt“

Also wurde alles aus diesem Bereich gelesen, um zu wissen, wo denn der Frosch die Locken hat – bezüglich der Aufklärung. Mein Starschnitt war von Dean Harrow: Ich war damals total verknallt in ihn.

Ich durfte ihn einmal live sehen. Wo das genau war, weiß ich aber nicht mehr. Fakt ist aber, dass ich schon damals vier Köpfe größer war als er. Dementsprechend „entliebte“ ich mich recht schnell wieder. Bei „future brain“ von ihm könnte ich aber selbst heute noch ausrasten und abtanzen.

Zurück in den Style der 80er-Jahre

Die Party im Keller, zu der sich Janine und ihre Tochter geschminkt, angezogen und gefeiert haben wie damals, hat Sehnsüchte in mir geweckt. Der Mettigel, die Schnittchen, die Bowle „grüne Witwe“, die Salzstangen, die Mucke und diese Unbeschwertheit vermisse ich auch heute noch.

Die Tochter von Janine sagte, dass sie sich ein Leben ohne Handy, Tablet und PC nicht vorstellen kann. Wir kannten das nicht. Wir haben uns gereicht. Es gab so viele spannende Dinge zu entdecken: Freunde, die erste große Liebe und, noch vieles andere. Wir waren einfach immer offline, aber mittendrin im Leben.

Wenn ich mir Bilder von damals anschaue, von der Einrichtung meines Zimmers und der Wohnung überkommt mich hin und wieder der Wunsch, meiner jetzigen Wohnung einen 80er-Style zu verpassen. Jedes Zimmer so wie damals umzugestalten.

Den alten Tanzpartner wieder sehen

Am besten mit einem Telefon mit Wählscheibe, in grün oder orange. Ich würde mich wohlfühlen, das weiß ich. Die Musik, die während des Spezials gespielt wurde, rief auch die ein oder andere Erinnerung auf den Plan. Ich weiß noch genau, wo und mit wem ich zum ersten Mal „Dirty Dancing“ geschaut habe.

Generell habe ich heute noch die Bilder vor Augen bei bestimmten Songs. Bei einigen zieht es leicht in der Magengegend. Wahrscheinlich weil man weiß, dass man all diese Geschichten aus den 80er Jahren nicht wieder erleben wird.

Und auch nicht alle Menschen wieder trifft, mit denen man diese Ära zusammen verbracht hat. Dieses Glück hatte Janine Kunze mit ihren ehemaligen Tanzpartner Jens, den sie in der Sendung wiedersah. Das sie so gerührt war, kann ich sehr gut nachvollziehen.

„Waren wir in den 80er-Jahren unbeschwerter?“

Ich habe sie so sehr beneidet, um ihre kurze Rückkehr in die 80er-Jahre. Und für eine Tochter, die dieses Erlebnis zusammen mit ihr durchgezogen hat. Und die sich letzten Endes auch so sehr für dieses Jahrzehnt begeistert konnte.

Bilde ich mir das ein oder waren wir damals unbeschwerter? Lag es an diesen Jahren oder daran, dass wir noch Kinder waren und im Gegensatz zu heute kaum Verantwortung übernehmen müssen? Ich weiß es nicht.

Eine Party, wie sie damals war

Was ich aber weiß ist, dass ich total gerne auch mal ein Event besuchen oder auch organisieren würde, mit all meinen Freunden,Schulkameraden und “Schwärmen“ von damals.

Auch in einem Keller, auch mit einem Mettigel, Käse und Weintrauben am Plastikspieß, Bowle, meine alten Turnschuhe und viel zu engen Jeanshosen ohne gezupfte Augenbrauen und Ganzkörperrasur.

Die Party des Jahres feiern

Mit Musik von „aha“, „Frankie goes to Hollywood“, „Ofra Haza“, „Taylor Dayne“ und so weiter und so fort. Gerne mit einem Schuss „My melody“ eingedieselt und gerne auch mit Janine Kunze. Ich glaube, wir würden die Party der Parties feiern.

Es war jedenfalls ein tolles Spezial von „Comeback oder weg“. Die Sendung hat mir wirklich außerordentlich gut gefallen und ich würde nur zu gerne noch mehr davon sehen.

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Der Schluss-Akkord beim „Club der roten Bänder“

Als am Montag die letzten Szenen über den Bildschirm flimmerten und sich der „Club“ um das Grab von Leo versammelte, waren sicherlich viele Zuschauerinnen und Zuschauer in Tränen aufgelöst. Auch ich.

Wenn die letzten Meter meiner Meinung nach vielleicht stellenweise zu theatralisch wirkten, war es für alle Fans auch ein Abschied von vielen Folgen einer der besten Serien, die jemals nach einer wahren Begebenheit gedreht wurde. Und ich hoffte so sehr, Benito holt Leo ab, das wäre echt mein Wunsch gewesen.

Ich spreche sicherlich nicht nur für mich, wenn ich behaupte, dass man beim Zuschauen auch automatisch an Schicksale aus den eigenen Reihen der Familie, Freunde und Bekannten dachte. Der Tod oder die schwere Erkrankung eines Menschen den wir kannten/kennen, und dessen Geschichte uns auch nach langer, langer Zeit noch nicht loslässt. Wenn überhaupt. Das habe ich am Montag bemerkt, als sich die Bilder auf VOX mit meinen Erinnerungen vermischten. Wahrscheinlich war auch das ein Teil des Erfolges dieser Serie: Es war aus dem Leben gegriffen.

Auch Schauspielern fiel der Abschied schwer

Manchmal, wenn man selbst nicht so auf der Höhe war, warum auch immer, war das schauen vom Club der roten Bänder anstrengend, bzw. blieb an diesen Tagen der Fernseher aus oder es wurde ein anderes Programm geschaut. Die Serie war harte Kost, welche man nicht immer verdauen konnte. Ganz zart besaitete Menschen taten sich sicherlich schwer. Einige meiner Bekannten haben es nie geschaut, weil ihnen die Erzählungen schon Angst machten. Wie im wahren Leben auch, verarbeiten wir solche Dinge sehr unterschiedlich. Der eine kann sich gut distanzieren, die andere geht am Leid Außenstehender kaputt.

Anhand der Interviews und den Statements der Schauspieler hinterher konnten wir alle erahnen, wie sehr sie mit ihrer Rolle verwachsen waren, und wie schwer auch für sie das Abdrehen bestimmter Szenen war. Die Tränen von Luise Befort haben mich unheimlich gerührt nach dem finalen Schlussstrich. Man ahnte, wie sehr die drei Jahre des Drehens und der Kontakt zu den anderen Schauspielern/dem Team zusammengeschweißt haben. Und dass auch ihr der Abschied schwer fiel, vielleicht auch das ein oder andere „verarbeiten“ müssen. Man muss bedenken, es waren recht junge Schauspielerinnen und Schauspieler, welche harte Kost umsetzen mussten.

„Ich konnte mich nicht trennen“

Als sich die Crew um das Aufnahmeteam beim Dreh auf dem Friedhof wegdrehte, damit die Schauspieler unbeobachtet den „Schluss-Akkord“ spielen konnten, fand ich dieses sehr beeindruckend.

Die Reportage danach war nicht weniger heftig. Ich wollte ins Bett, konnte mich aber von den Menschen und Geschichten nicht trennen. Weil man auf Personen traf, die dem Tod nahe waren oder sind. Das wirkt so surreal.

Die Begegnung des jungen Mädchens Rinah, 15 Jahre alt, mit ihrer Mama und ihrer Schwester mit genau der Frau, die ihr Stammzellen spendete und so für ihre Gesundung sorgte, war ebenfalls ein Gänsehautmoment. Generell gleicht es beinahe einem kleinen Wunder, wenn genetische Zwillinge ihrem anderen Zwilling das Leben schenken, auch über Kontinente hinweg. Diese Menschen sind sich nie begegnet und wären sich sicherlich nie begegnet, gäbe es die Datenbank nicht.

Es trifft nicht nur die anderen

Am Fall der Viola, welche anscheinend nicht mehr gesund wird, wurde deutlich, was es für die Angehörigen bedeutet. In diesem Fall für die Mutter. Während die kranke Tochter beinahe alles ohne Zensur bespricht und ausspricht, auch darüber bloggt, ist die Mutter eher die, die sich damit anscheinend teilweise überfordert fühlt.

Mit dem Schicksal gehen wir alle absolut unterschiedlich um, und deshalb fällt das „miteinander arrangieren“ sicherlich oft schwer. Auf Blogger, welche über ihre Krankheiten offen sprechen, trifft man oft in den sozialen Netzwerken. Wiederum andere sprechen so gut wie nie über ihre Erkrankung.

Wir meinen oft, dass es immer nur andere trifft, nicht uns und auch nicht unsere Liebsten. Weit gefehlt. Man kann nichts tun, selten helfen, man steht hilflos und erschüttert daneben. Man weiß nicht, wie man sich verhalten soll. Gerade dieses „nicht ändern können“ macht uns so ohnmächtig.

„Darsteller waren uns schnell ans Herz gewachsen“

Beim Club der roten Bänder hatte man oft das Verlangen, imaginär das Drehbuch ändern zu wollen. Die Darsteller waren uns schnell ans Herz gewachsen, man litt mit. Wie der kleine Hugo aus der Nachbarschaft und die Emma aus dem Sportverein.

Dieses Sendeformat hat einen großen Teil der Zuschauer auf dem emotionalen Fuß erwischt. Was eigentlich ein positives Zeichen ist in unserer schnelllebigen, digitalisierten Welt. Ich hätte nie für möglich gehalten, dass VOX es schafft, montags so viele Menschen vor dem Fernseher zu versammeln, die schon vor 20.15 Uhr die Taschentücher in die Sofaritze steckten. Weil sie wussten, dass man sie brauchen wird.

Krebs ist ein unfairer, mieser Gegner

Abschließend ziehe ich schon seit recht langer Zeit meinen Hut vor den Frauen und Männern, welche es sich zur Aufgabe machen, für diese Menschen da zu sein. Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger, ehrenamtliche Damen und Herren im Hospiz, die Angestellten der Kinderkrebs-Stationen usw. Wie sagte eine Onkologin erst vor ein paar Tagen in einem Interview ihren Job betreffend, in dem sie vielen Menschen dramatische Nachrichten mitteilen muss:

Wichtig ist, dass man den Menschen die Wahrheit wie einen Mantel hinhält – so, dass sie nur noch hereinschlüpfen müssen.

Wie man kann all das ertragen Tag für Tag. Es ist mir persönlich ein Rätsel. Auch Feuerwehrleute, Rettungssanitäterinnen, welche Tag und Nacht genau dann an Ort und Stelle sind, wenn das Schicksal zuschlägt. Die Schlimmeres verhindern, für die Betroffenen da sind, das Übel abzuwenden versuchen und es oft schaffen. Auch dann, wenn sie selbst an ihre Grenzen kommen.

Nicht nur Krebs ist ein unfairer, mieser Gegner. So wie viele andere Krankheiten auch, das Schicksal inbegriffen, welche(s) dem Kampf und den Menschen von vorneherein keine Chance geben.

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„Stimmungsmacher“ hinter Comic-Bildern versteckt.

Als ich vorhin gelesen habe, dass z. B. auch Simone Thomalla ihren Account hier bei Facebook löschen will,  wegen Beleidigungen bis hin zu Drohungen, kam ich etwas ins grübeln. Sie bemerkte ebenfalls, dass viele üble Äußerungen von Menschen kommen, die sich hinter Profilbildern a lá Hund, Katze, Maus verstecken oder anderen Bildern, welche den User nicht klar zu erkennen geben. Von weiteren Angaben ganz zu schweigen. Trolle eben. Trolle, welche sich der Anonymität bedienen und ganz groß mitmischen. Ob es sich nun um eine Frau Thomalla oder eine Frau Müller oder einen Herrn Schmidt handelt: So was geht eigentlich gar nicht! Auch mir ist schon aufgefallen beim mitlesen auf anderen Seiten, dass richtig ätzende Statements von Leuten kommen, die sich hinter Comiczeichnungen als Profilbild verstecken, keine Angaben im Profil ihrer Person bezogen haben. Ich nenne das schlicht und ergreifend feige.

Facebook ist für mich eine ganz tolle Sache, gerade auf meine Schreiberei bezogen. Gäbe es Facebook nicht, dann gäbe es wahrscheinlich auch diese Seite nicht. Ich kann mich noch glücklich schätzen eine recht „kleine und sympathische Runde“ an Leuten zu haben, die hier mit mir kommunizieren und scherzen.

Ab und an erreichen auch mich per Email böse Worte, oder aber auch auf anderen Seiten, auf denen meinen Artikel geteilt wurden. Und ich stelle hin und wieder fest, dass sich viele nicht die Mühe machen alles zu lesen, sondern nur die Überschrift und ein paar weitere Sätze, um dann richtig welche vom Stapel zu lassen. Sie haben nicht im Ansatz verstanden was ich sagen wollte, weil sie zu faul waren alles zu lesen.  Oder vielleicht einfach nur schlecht gelaunt sind. Das kenne ich von mir zugegebenermaßen auch, dass ich dann nicht sonderlich nett unterwegs bin und lieber die Klappe halten sollte/die Tastatur in Ruhe lassen. 

Wer seine Meinung kundtut, muss mit Gegenwind rechnen, wir ticken alle verschieden. Das ist auch gut so. Manchmal erweitern die Stellungnahmen anderer unseren Horizont, bzw. denkt man in eine andere Richtung. So weit – so gut.

Ich bin ganz klar der Meinung, dass jeder, der sich hier anmeldet, erkennbar sein muss. Ob nun mit Bild oder Profilangaben welche diese Person identifizieren. Dann würde sich die/der ein andere andere wahrscheinlich seine Lospolterei 3x überlegen. Schlimmer finde ich allerdings auch die stellenweisen Drohungen, Verleumdungen etc. Was man hier bei Facebook manchmal liest, spottet jeder Beschreibung. Diejenigen, die sich nicht an die Nettiquette halten, gehören sofort gelöscht. Das geht doch bei anzüglichen Bildern teilweise auch recht schnell (nicht immer, aber immer öfter).

Bin ich Gastgeber und jemand meint meine Gäste beleidigen zu müssen oder gar zu bedrohen, dann würde ich den Störenfried vor die Tür setzen. Und nicht mit ansehen, wie die geschädigte Person ihre/seine Jacke nimmt und geht.

Und wer nicht in der Lage ist zu diskutieren, weil sie/er sich nicht die Mühe macht sich richtig zu informieren, aggressiv wird oder Fehlinformationen verbreitet, gehört auch vor die Tür gesetzt.

Wie ich vorhin wieder lesen konnte, vermischen viele mehrere Meldungen miteinander, machen sie nicht mal die Mühe der Recherche, hauen aber welche raus und haben nicht gerafft, dass sie sich gerade ziemlich blamiert haben mit ihren dummen Statements. Das sind leider nicht selten die „Stimmungsmacher“, die für weitere Eskalationen sorgen.

Aber gut, wir sind hier freiwillig, nutzen es kostenlos, werden zudem natürlich auch unterhalten, positiv unterhalten. Ich zumindest. Dann muss ich persönlich auch mit den „Trollen“ leben. Wie jede(r) von uns. Hilft ja alles nix. ^^

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Positiv gegen negativ

Gedanken in Uslar: Wieso glauben wir eigentlich, dass wir unser Glück überhaupt nicht verdient haben?

Wie kommt es eigentlich, dass wir Unglück oder Hiobsbotschaften in unserem Leben mehr erwarten als Glück und tolle Neuigkeiten? Wieso sehen wir negatives selbstverständlicher als positives? Warum meinen wir, dass nach Sonne sofort Regen folgt? Ist es normal, dass wir meinen, Glück nicht verdient zu haben? Fragen über Fragen.

Der Grund für diese Fragen ist folgender: Seit Jahren schon beobachte ich, dass sich viele von uns über tolle Neuigkeiten kurz freuen und dann sofort der Meinung sind, dass der nächste Griff ins Klo nicht lange auf sich warten lässt.

Erfahrungen aus der Vergangenheit

Wir warten und warten und warten. Weil man diese Situation im Leben schon oft erlebt hat. Eine positive Sache war da, drei negative folgen. Was zur Konsequenz hat, dass man sich selbst als Grund dafür sieht. Nicht etwa die Verkettung gerade ungünstiger Umstände. Die einfach so passieren ohne uns ab watschen“ zu wollen.

 Grund dafür sind sicherlich oft Erfahrungen aus der Vergangenheit. Zum Beispiel die Bekanntschaft zu Menschen, von denen man sich viel versprochen hatte, die einem viel bedeuteten, die sich aber hinterher als falsche Fünziger herausstellten. Gerade auch im Bezug auf Partnerschaften.

Der finanzielle Engpass, welcher uns gerade etwas Ruhe bietet aber wieder ins Verderben führt, weil man gewisse Rechnungen oder Zahlungen nicht erwartet hat. Weil die Nebenkostenabrechung ins Haus flatterte oder die Waschmaschine kaputt ging.

Berufliche Werdegänge oder neue Perspektiven, die vielversprechend sind und sich gut anfühlen, die aber ins Wanken geraten könnten. Für die wir die Sicherheit aufgaben. Das ist das Leben und ein gewisses Risiko gehört immer dazu.

Negatives bleibt länger haften als positives

All das vergisst man aber nicht, zumindest nicht sofort. Und all das zieht sich wie ein roter Faden durch unser Leben. Negatives bleibt länger haften als positives. Und wir geben uns die Schuld dafür.

Wir nehmen nicht selten schlimme Dinge wie selbstverständlich an aber schöne Dinge hinterfragen wir. „Habe ich das verdient?“ „Womit habe ich das verdient?“ „Welchen Preis muss ich später dafür zahlen?“ So nehmen wir uns die Chance, in eine andere Richtung zu denken.

Mir wurde diesbezüglich mal der Kopf gewaschen. Er hat mir erläutert, dass mich nichts schönes erwarten kann, wenn ich immer nur das Schlimmste befürchte. Das lässt sich aber nicht von heute auf morgen abstellen, man muss das quasi üben.

Ich persönlich kenne so viele Menschen, die auf mich positiv wirken, aber auch auf der „Negativ-Schiene“ fahren. Tolle Menschen, die mich total beeindrucken, einen super Weg hingelegt haben und noch weiter hinlegen, ihren Weg einfach gehen.

Die einen tollen Charakter haben, charismatisch sind und sich wahrscheinlich einfach nur selber im Weg stehen. Wie so viele von uns. Wir müssen lernen, das Positive im Fokus zu haben und daran festzuhalten.

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