Mein Leben bis hierhin – Ich mach`s kurz: Stefanie Tücking

(Quelle Bild: DavidRockDesign/Pixabay)

Dieser Satz ist auf dem Blog von Stefanie Tücking zu lesen (http://tueckabout.com/), und irgendwie wirkt genau dieser Satz beinahe makaber.

Das Gesicht und die Stimme, welche uns musiktechnisch durch die 80er Jahre begleitet hat mit der Musiksendung „Formel Eins“, ist im Alter von 56 Jahren verstorben. Ich habe lange nichts mehr von ihr gehört, aber ihr Name ließ mich die Tage aufhorchen.

Im Jahr 1986 war es, als ihr Gesicht bei Formel Eins auftauchte. Und genau 1 Jahr später erhielt sie mit 24 Jahren die goldene Kamera.

Nach Kai Böcking war sie die Moderatorin mit den zweitmeisten Sendungen, nämlich genau 80 von Januar 1986 bis Dezember 1987.

Der Song „Formula One“ von Harold Faltermeyer war ihr Song in dieser Musiksendung.

Stefanie Tücking hat laut ihrem Blog allerdings das Radio dem TV vorgezogen. Sie moderierte für Bayern 3, SWF 3, SWR 3.

Man munkelte, dass sie frei war von Star-Allüren. Eine locker-flockige Frau, welche sich auf Konzerten so wohl fühlte wie vor dem Mikrofon.

Sie war ein Teil der 80er Jahre.

Nicht nur, dass ich sie sauhübsch fand – nein, sie hatte etwas burschikoses an sich. Sie hat Elektrotechnik studiert, ist Mopped gefahren. Also keine Tussi, sondern eine eher etwas rauer wirkende Frau.

Sie blieb bewusst den roten Teppichen fern, man sah sie in keinen Talkshows oder ähnlichem, und in den sozialen Netzwerken war sie nur ganz kurz vertreten. All das schien nicht so ihre Welt zu sein. Eigentlich recht untypisch, versuchen doch viele unserer mehr oder weniger bekannten VIP mit Büchern und ihrer Internetpräsenz zum Beispiel von sich Reden zu machen. Es war nicht ihr Ding wie man in vielen Berichten über sie lesen kann dieser Tage. Das mag auch der Grund sein, warum sich viele jetzt wieder an sie erinnern.

Zitat von Spiegel Online:

>> Lieber gönnte sie sich den Luxus, keine Person öffentlichen Interesses zu sein. Das mag man Bescheidenheit nennen oder auch Bodenständigkeit. Charakter trifft es besser. <<

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Kann aus Wissenschaft Liebe werden?

Quelle Bild: Pixabay/Frank Winkler

Auf Sat 1 läuft wieder „Hochzeit auf den ersten Blick“. Kurze Zusammenfassung meinerseits:

3 Experten (Psychotherapeuten, Psychoanalytiker, Sexualtherapeuten) suchen Singles aus welche zusammenpassen könnten, und diese sehen sich zum ersten Mal im Standesamt wenn sie heiraten. Ja, richtig gehört, eine „Blind Wedding“ quasi.

Das ist ja was für mich, ich finde diese Art von Experimenten extrem spannend. Natürlich kann man auch „Nein“ sagen und diesen fremden Menschen nicht heiraten müssen. Das hätte eine der teilnehmenden Bräute auch tun sollen. Die Vorschau auf diese beiden Menschen als Eheleute versprach nichts Gutes.

Als ich am Sonntag vor dem Fernseher saß und das alles so verfolgte, fragte ich mich unentwegt welchen Typ Mann diese Experten für mich aussuchen würden.

  • Stünde dann vor der Standesbeamtin ein langhaariger Metal-Fan?
  • Oder ein total langweiliges, glatt gescheiteltes Männchen?
  • Oder ein saulustiger Mann, welcher mich schon zum Lachen bringt wenn ich auf ihn zugehe?

Zudem fragte ich mich was meine Familie sagen würde wenn ich sie einlade zu einer Hochzeit, bei der nicht mal ich meinen zukünftigen Ehemann kenne. Mein Vater würde mich sicherlich aus der Erbfolge schmeißen und sich fürchterlich aufregen. Meine Zwillingsschwester bestimmt auch. Meine große Schwester würde sich abrollen und fände das wahrscheinlich total spektakulär und cool.

Spannend fände ich es auch, aber für mich käme ein solches Experiment nie in Frage. Wissenschaft hin oder her – ich kann an diesem Versuch, das zarte Pflänzchen der Liebe entstehen zu lassen, so rein gar nichts finden. 1x “Ja” gesagt, gelten die Regeln wie bekannt: Man ist dann miteinander verheiratet. Auch die Teilnahme an diesem Experiment ändert nichts daran. Horror für mich einen Ehemann zu haben bei dem sich heraus stellt: Er ist es nicht! Dann ist da ein Ehemann (mit dem man na klar auch in den Flitterwochen war), mit dem man nichts anfangen kann. Diesen Mann muss man ein Stück weit in sein Leben lassen mit allem drum und dran. Und in seine Bude. Vielleicht auch in sein Bett? Dem Experiment wegen? Och nee.

Nun habe ich mal gegoogelt wie der Schnitt so war in den vergangenen Jahren. Guckste:

>> Von den in den 4 Jahren insgesamt 17 Paaren sind momentan (Stand 20. Dezember 2017) nur noch 3 zusammen. Dies entspricht ca. 18%. << (Quelle Wikipedia).

Jetzt nicht sooooo die mordsmäßig gute Rate.

Aber: Ich werde die restlichen Folgen auch noch schauen. Der Spannung wegen. Und der Wissenschaft. Und der Liebe. Und so. ^^

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Tatort „Blut“ vom 28.10.18: Ein Krimi sorgt für Furore.

(Quelle Bild: Pixabay/geralt)

Team Bremen hat Ende Oktober die Nation gespalten, mit knapp 8,30 Millionen Zuschauern im Sessel/auf dem Sofa. Es gab positive oder negative Kommentare, kaum etwas dazwischen. Rumgeeiere war nicht. Das war besonders gut in den sozialen Netzwerken zu verfolgen während bzw. nach der Ausstrahlung, als die User/Userinnen darüber diskutierten. Stellenweise schrieben sie genau das, was ich so dachte. Es war zum Schreien komisch. Mehr dazu später.

Auch ich saß vor der Flimmerkiste und war relativ schnell gefesselt von der obskuren Geschichte um den Vampir, den „kleinen Vampir“.

Okay, okay, okay, einiges schien arg unrealistisch, aber ich sah darüber hinweg.

Ich wusste nicht so recht wohin die Reise gehen sollte und wie sich letztendlich die teils kuriose Story klärt. Bzw. wie sich der Schwerpunkt erklärt. Es passiert selten, dass ich meine Beine auf das Sofa lege weil ich Angst habe mir packt gleich wer an die Füße. Es passiert selten, dass ich 90 Minuten lang weder auf die Toilette gehe noch eine Zigarette rauche. Es passiert selten, dass ich von der ersten bis zur letzten Minute gebannt vor dem Fernseher sitze. Und mir nach der Ausstrahlung im Anschluss nochmal denselben Krimi anschaue.

Es war eine der spektakulärsten Tatortfolgen die ich in der letzten Zeit sah.

Und gerade dem Team Bremen hatte ich diesen Inhalt nicht zugetraut. Inga Lürsen (Sabine Postel) die auf mich immer so abgeklärt und realistisch wirkt. Nils Stedefreund (Oliver Mommsen), der einfach irgendwie rattenscharf ist so als Mann und Kommissar. Aber auch mit Hang zur Realität. Die Beiden in einem Fall um Vampire kreisend? Ach was, schau an. Erwähnenswert ebenfalls Nora Harding (Lilith Stangenberg), die ihre Rolle fulminant spielte und vor der ich quasi echt Schiss hatte knapp 1,5 Stunden lang.

Die Mischung aus Krimi und Träumen, Krankheit, Wahnsinn, Geheimnis, Trauma, Elternliebe, der Liebe eines Kindes und dem realen Leben machte die Brisanz aus in dieser Folge. Alles gut abgewogen und wohl dosiert. Stellenweise sah man eine tolle Kameraeinstellung sowie Kameraperspektiven.

Als bei Facebook diskutiert wurde über diesen Tatort, musste ich mehrmals schmunzeln und auch lachen: Einige Frauen schrieben, dass sie nach diesem Tatort nur mit Licht einschlafen werden, dass sie mit den Hunden nicht mehr Gassi gehen aus lauter Panik, und die Vierbeiner vom Balkon abseilen damit sie pinkeln können. Ich habe keinen Hund, dachte aber auch daran, dass ich nach diesem Tatort nicht ohne Licht schlafen werde. Weil es mich gruselte. Pinkeln ging hier klar 🙂

Eine Verbindung zu Halloween sah ich nicht, da Halloween für mich nicht existiert.

Und die Moral von der Geschicht: Nur Wasser, CD und Mommsen kommen an meinen Hals, etwas anderes garantiert nicht.^^

 

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„Aufschieberitis“: Auch Prokrastination genannt.

(Quelle Bild: Pixabay/sandra_schoen)

Kommen wir zum unterhaltsamen Teil:

Hin und wieder leide auch ich unter Aufschieberitis, ich war nie die „ich erledige das sofort-Tante“. Gut, man kommt ja trotzdem durch`s Leben, mal besser und mal schlechter. Vor einiger Zeit sah ich beim Einkaufen eine Zeitschrift welche dieses Thema behandelte. Ich packte sie auf das Band. Vielleicht stehen dort Tipps und Tricks drin welche es in Zukunft funzen lassen. Zuhause angekommen, lag sie erst auf dem Küchentisch, dann auf dem Schuhschrank, dann auf einem Hocker auf dem Flur. Und sie lag und lag und lag. Immer wenn ich daran vorbei ging und mich das Wort „Aufschieberitis“ anstarrte, nahm ich mir vor diese Lektüre in einer stillen Stunde zu lesen. Wenn ich konzentriert bin. Und entspannt. Und gut drauf. Okay, okay, okay. Die Zeitschrift schaffte es kürzlich vom Flurhocker bis ins Wohnzimmer: Nämlich unter meinen Teller, der war so heiß und kein Untersetzer lag in der Nähe. Nun liegt diese Zeitschrift auf dem Wohnzimmertisch unter der Fernsehzeitung. So geht das seit Juli. Da fragt man sich warum das so ist und ahnt welche Gründe es hat. Es scheint keine neckische Erklärung für die Aufschieberitis zu geben.

Kommen wir zum ernsthaften Teil:

Vor einigen Wochen bekam ich eine Email zu diesem Thema, ich öffnete sie und las das alles und erkläre es mal mit meinen Worten:

Wir schieben Dinge nicht selten auf weil wir den Kanal voll haben. Job, Familie usw., wenn es geht alles perfekt gemacht um bestehen zu können und Eindruck zu machen. Mithalten zu können. Vieles belastet uns, vieles überlastet uns. Wenn wir dann Dinge aufschieben, nehmen wir kurz etwas Druck aus der Sache und treten zurück. Nicht die beste Lösung, aber sie verschafft uns etwas mehr Luft. Dieser Schlendrian bremst uns aus. In der Email sprach man davon, dass uns dieses vor größerem Schaden bewahrt. In dieser Email standen ebenfalls noch ein paar Ratschläge wie man die Aufschieberitis in den Griff bekommt, sich neu strukturiert, wie man sich vielleicht besser organisieren kann und das Feld von hinten aufrollt. Und wie man sich Freiräume schafft, ohne dass die Aufschieberitis dieses stellvertretend übernimmt.

Aber eines stand in dieser Email nicht: Das wir alle unterschiedlich ticken. Vom Charakter her und sicherlich auch die Erziehung betreffend.

Was für die/den eine(n) normal ist bezüglich der Bewältigung der Aufgaben, fällt der/dem anderen schwer. Woran die/der eine zu knabbern hat, geht der/dem anderen leicht von der Hand.

Die Zeitschrift aus dem Juli liegt jetzt neben mir, ich nehme die gleich mit ins Bett. Ob ich den Bericht dort lese? Keine Ahnung! Aber immerhin liegt die Lektüre gleich im Schlafzimmer. Sie kommt weit rum hier. ^^

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Launische Menschen – kennen wir alle.

 

(Quelle Bild: geralt/Pixabay)

Ob im Freundeskreis, unter Bekannten, in der Verwandtschaft, unter Kollegen: Meist trifft man auf mindestens einen launischen Menschen. Diesen fasst man irgendwann mit Samthandschuhen an, dem lieben Frieden zuliebe. Oder man distanziert sich so weit das möglich ist.

Launisch sind wir alle, mal mehr und mal weniger. Die/der eine kann es gut verpacken bzw. verdrängen, die/der andere überhaupt nicht. Meine Launen bekommen meist die Leute zu spüren, die mir wirklich ganz nahe stehen. Ich entschuldige mich auch für meine launischen Phasen. Ansonsten versuche ich meine schlechte Laune meist zu verbergen.

Es macht mehr Spaß mit Menschen den Tag zu verbringen die gut gelaunt sind, uns zum Lachen bringen, die zumindest lächeln.

Es macht überhaupt keinen Spaß mit Menschen den Tag zu verbringen die schlecht gelaunt sind, die selber nicht mehr Lachen können und demzufolge nicht lächeln. Die mit ihrer Schwermut fast jeden Tag andere von sich entfernen. Und den anderen diese Schwermut auch aufs Auge drücken, das ist das schlimme an der Sache. 

Miese Laune haben wir alle mal, aus den unterschiedlichsten Gründen. Und manchmal hilft es ja auch wenn man darüber redet. Dann weiß der Mensch gegenüber Bescheid. Wenn aber ein chronisch schlechtgelaunter Mensch nicht redet und alle anderen drumherum mit dieser miesen Stimmung runter zieht, fliegt mir persönlich fast immer der Draht aus der Mütze. Man kann sich von diesen Menschen nicht immer entfernen, das ist das Problem. Man ignoriert sie stellenweise, versucht sie zu umgehen. Und nimmt sie letzten Endes nicht mehr ernst.

Wenn jemand dauernd abgenervt wirkt, schlecht gelaunt, sein Umfeld damit negativ beeinflusst, dann liegt es in der Verantwortung dieses Menschen etwas zu ändern. Es müssen sich nicht zig andere Leute dafür verantwortlich fühlen und diese unterschwellige miese Stimmung ertragen.

Wenn ich mehrmals die Woche jemanden erleben muss der ein Gesicht zieht wie 7 Tage Regenwetter, der nicht grüßt, der nicht spricht, der nur flucht, dann kriege ich echt die Pimpernellen! 

So, und diese Worte gehen raus an alle Dauer-Schlechtgelaunten:

Ihr macht es uns nicht einfach. Gerade weil wir für die Gründe eurer Launen nichts können. Gewisse Dinge zu klären liegt in eurer Verantwortung. Hängt doch eure miese Stimmung beim Verlassen des Hauses an die Garderobe, und stülpt sie beim nach Hause kommen wieder über. Lächelt doch einfach mal wieder wenn ihr draußen seid, das tut gut und steckt teilweise an. Hoffentlich und wahrscheinlich auch euch.  Selbst wenn es nur gespielt ist.  Positiv oder neutral wahrgenommen werden ist schöner als negativ wahrgenommen werden. ^^

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„Bei Tempo 120 auf der Autobahn würde niemand für 3 Sekunden die Augen schließen …

(Quelle Bild: Pexels/Pixabay)

Genau das passiert aber, wenn man aufs Handy schaut – man fährt praktisch blind!“

Worte von Boris Pistorius gesprochen zum Thema Handy am Steuer. Nicht nur am Steuer eines PKW, wohl auch am Lenker eines Fahrrades.

In Niedersachsen wurde heute kontrolliert dieses Thema betreffend. An 300 Orten. Hintergrund dieser Aktion war auf die Ablenkbarkeit durch das Handy/Smartphone aufmerksam zu machen.

Schenkelklopfer Nummer 1 für mich persönlich, ich zitiere mal kurz:

>> Der Vorsitzende des Bundesverbandes Niedergelassener Verkehrspsychologen, Karl-Friedrich Voss, vergleicht die Plakate mit den Schock-Bildern auf Zigarettenpackungen: „Die, die es angehen soll, interessiert es nicht“, glaubt er. <<

So sieht das aus. Und nicht anders.

Vor einiger Zeit, ich war unterwegs auf dem Weg zur Arbeit, kam mir ein PKW entgegen welcher hin und wieder auf meine Fahrbahn geriet. Ich ging vom Gas, fuhr weit rechts, war verunsichert was mit dem Fahrer (oder der Fahrerin) los war. Und schaute in den Wagen als wir auf derselben Höhe waren. Was soll ich sagen? Der junge Mann hatte beide Hände am Smartphone, sein Blick war starr nach unten gerichtet. Neben ihm hätte sonst was passieren können: Er hätte es nicht mit geschnitten, war vertieft in das Treiben am Smartphone. Er hätte lange Zeit gebraucht um reagieren zu können. Als ich in den Rückspiegel schaute, geriet er wieder auf die Gegenfahrbahn.

Mir kam auch hin und wieder eine Dame entgegen welche viel telefonierte während der Fahrt. Sie schaute dabei wie ein bekifftes Kaninchen. Wirkte weit entfernt von der Teilnahme am Straßenverkehr. Diese Dame kam mir auch mal in einer Ortschaft entgegen: Katastrophe! Das Handy am Ohr, fuhr sie wie manch anderer mit 4,8 bar auf dem Kessel. Sie war in meinem Alter, das hat mich total geschockt.

Nun konnte ich heute lesen, dass der Polizei noch keine Zahlen zur Unfallursache „Handy“ vorliegen. Das verwundert mich schon arg.

Ebenfalls war zu lesen, welche Strafe auf die Handy-Nutzer am Steuer wartet: 100 Euro Bußgeld, 1 Punkt in Flensburg.

Wer andere gefährdet oder schädigt, zahlt 150-200 Euro, 2 Punkte sind fällig und ein Fahrverbot droht. Ein Fahrradfahrer ist mit 55 Euro Strafe dabei. Sorry, das Strafmaß raffe ich nicht. Wir können noch so dramatische Videos teilen die dokumentieren, wie Menschen verunfallen durch die Nutzung der Handys am Steuer. Und man kann noch so emotional auf diese Gefahr aufmerksam machen mit Bildern, Bannern und was weiß ich: Von diesem Strafmaß lässt sich kaum einer abschrecken.

Auch ich gehöre zu denen, die das Smartphone immer und überall dabei haben, oft online sind. Und auch ich habe vor einiger Zeit mal das Handy während der Fahrt gezückt als es bimmelte. Also spiele ich mich nicht als Moralapostel auf. Aber ich habe bemerkt wie weg geschossen ich war durch den Blick auf das Handy. Es war ein Blindflug. Während der Fahrt ist mein Handy in der Tasche, ich habe dann kein Internet und bin erst dann wieder online wenn ich das Auto verlasse. Für mich sicherer und für die anderen. Weil ich nicht damit leben möchte mich oder jemand anderen in Gefahr gebracht zu haben, weil ich das Ding vor den Augen hatte und online erreichbar sein wollte.

Noch nie bekam ich eine private Nachricht, eine Email oder eine Mitteilung in den sozialen Netzwerken die so wichtig war, dass dafür während der Fahrt das zücken meines Handy etwas grundlegendes in meinem Leben veränderte hätte. Noch nie. ^^

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Der bittere Beigeschmack von Social Media

(Quelle Bild: PhotoMIX-Company/Pixabay)

Wie viele andere sicherlich auch, war ich heute stellenweise sprachlos über die vielen dummen, niveaulosen und üblen Kommentare hier bei Facebook über die Meldungen bezüglich Daniel Kaiser-Küblböck. Aber nicht nur geschmacklose Kommentare machten die Runde, sondern auch sehr fragwürdige und mehr als grenzwertige Karikaturen/Collagen um den vermissten jungen Mann. Man fragt sich was die Menschen dazu berechtigt, solch erbärmliche Worte zu verfassen im Internet. Man muss ihn nicht gemocht haben oder ein Fan von ihm gewesen sein. Man muss sich aber auch nicht dazu äußern, selbst wenn man ihn doof fand.

Eigentlich wurden uns doch Werte wie Pietät und Respekt sowie Anstand vermittelt. Was heute stellenweise zu lesen war, ist von diesen Werten weiter entfernter denn je.

Das Wort „Mobbing“ machte im Zusammenhang mit Daniel K. heute ebenfalls die Runde. Wenn man diesem Verdacht Glauben schenken kann und er unter Mobbing litt, dann finde ich die verbale Entgleisung einiger Leute heute doppelt so schlimm. Auf der einen Seite gibt es Menschen die das Thema heute wieder zur Sprache brachten. Die einfach nur zum wiederholten Male auf Mobbing hinwiesen. Auch gerade und besonders im Netz.

Und auf der anderen Seite machen so viele Userinnen/User nahtlos weiter dieses Problem betreffend. Sie finden böse, makabere und witzige Worte über jemanden, von dem keiner weiß was letztendlich passiert ist. Immer drauf – mit aller härter. Aktueller Stand der Dinge ist, dass die Suche beendet wurde. Weil man nicht mehr davon ausgeht, dass Daniel K. noch am Leben ist falls er ins Wasser sprang. Allerdings wissen wir ja alle nicht was sich genau zugetragen hat. Ob er noch am Leben ist. Nachrufe und „RIP-Äußerungen“ zieren schon jetzt meine Startseite bei Facebook. Bevor sein Tod bestätigt wurde. Eine solche Meldung habe ich nämlich bis jetzt noch nicht vernommen.

Was geht in den Köpfen derer vor, die heute böse Karikaturen von einem Mann teilten, ohne zu wissen was genau passiert ist? Ob die Berichterstattung nah dran ist an der Wahrheit? Wie kann man einen solchen Groll hegen? Wie kann man darüber scherzen? Und wenn es erwachsene Menschen waren: Was leben diese der jüngeren Generation vor? Ihren Kindern vielleicht? Neffen und Nichten? Enkelkindern? Dass es normal ist sich in Momenten von menschlichen Schicksalen darüber zu belustigen? Dass es normal ist dann Gift und Galle zu spucken? Dann dürfen wir uns eigentlich nicht über eine Generation wundern, welche viele Werte nicht übermittelt bekam bzw. kennt.

Unter was leiden diese Menschen? Unzufriedenheit? Hass? Fühlen sich diese Menschen vernachlässigt? Sind sie neidisch? Eifersüchtig? Jemand der halbwegs auf der Höhe ist vom Kopf her, der schreibt nicht öffentlich solche Kommentare. Weil jemand mit etwas Hirn darüber nachdenken würde, dass all das auch von Menschen gelesen wird welche jemandem nahe standen bzw. nahe stehen. Ich möchte weder über mich noch über einen lieben Menschen aus meinem Umfeld derart Widerwärtiges lesen.

Es geht nicht darum Moralapostel zu spielen. Im Glashaus saßen wir alle schon. Es geht auch nicht darum diesen Leuten den Marsch zu blasen. Weil es bei genau denen nicht ankommt.

Erschreckend, mit welcher Härte/Dummheit solche Meldungen kommentiert werden. Da macht es keinen Unterschied ob es einen VIP betrifft und jemanden aus der Nachbarschaft.

Das ist ein Phänomen, welches die sozialen Netzwerke an bitterem Beigeschmack haben.

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Die Zeitumstellung: Rien ne va plus!

(Quelle Bild: Steffi Werner)

4,6 Millionen haben abgestimmt: Lasst die Zeiger stehen wo sie stehen. Keine Sommer- und Winterzeit mehr. Fertsch. It`s over.

Eine beachtliche Zahl an Frauen und Männern sagen ganz klar: Keine Zeitumstellung auf Winter- bzw. Sommerzeit mehr. Von 4,6 Millionen waren wir Deutschen mit 3 Millionen an der Spitze der „Abstimmer“.

Was 1980 eingeführt wurde, wird in naher Zukunft enden. Keine Eselsbrücken mehr wie

„Sommerzeit – eine Stunde vor – wir holen die Gartenmöbel aus dem Schuppen

oder

„Winterzeit“ – eine Stunde zurück, wir bringen die Gartenmöbel in den Schuppen.

38 Jahre lang lebte ich mit der Zeitumstellung, nur 10 Jahre ohne. Und an diese 10 Jahre kann ich mich nicht mehr erinnern.

Laut dem Bundesumweltamt hat die Zeitumstellung nicht den gewünschten Effekt um das Einsparen von Energien gebracht.

Mediziner und Schlafforscher sagen, dass die Zeitumstellung 2x im Jahr für einige Menschen gesundheitliche Begleiterscheinungen bedeuteten.

Auch ich habe abgestimmt dafür, die Umstellung abzuschaffen. Und mich gefragt, welche in naher Zukunft festgelegte Zeit nun meine Zeit sein wird so sonnenauf- und untergangstechnisch.

Nun fand ich eine Seite auf der ich testen konnte, wann die Sonne aufgeht bzw. untergeht nach beiden Zeiten. Und war etwas erschrocken!

Beispiel:

Am 01.09.18 nach aktueller Zeit geht die Sonne um 6.33 Uhr in Uslar auf und um 20.08 Uhr wieder unter.

Hätten wir jetzt die Winterzeit, dann ginge die Sonne um 5.32 Uhr auf und um 19.10 Uhr schon unter.

Sonnenaufgang nur noch Sommerzeit am 01.01. um 9.27 Uhr (!!!) und Sonnenuntergang um 17.22 Uhr.

Sonnenaufgang nach Winterzeit am 01.01. um 8.27 Uhr und Sonnenuntergang um 16.22 Uhr.

Wenn Anfang Januar die Sonne nach festgelegter Sommerzeit erst um 9.27 Uhr aufgeht, dann finde ich das recht befremdlich und recht spät.

Geht die Sonne nach der Winterzeit im August um 4.44 Uhr auf und schon um 20.12 Uhr (!!!) unter, dann finde ich das auch irgendwie nicht so prall.

Die Umstellung 2x im Jahr war dann doch nicht so verkehrt wie ich finde. Oder ich muss mich an die Zeiten des Lichtes gewöhnen. Das war bis zum meinem 10. Lebensjahr ja auch kein Problem 😉

Ich kann jetzt nicht favorisieren, ob ich eher für die Sommerzeit bin oder für die Winterzeit. Vielleicht war die Zeitumstellung 2x/Jahr doch nicht so verkehrt. Und ihr so? ^^

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„Lampenfieber ist nichts anderes als Achtung vor dem Publikum“. Dieter Thomas Heck

(Quelle Bild: Jordy/Pixabay)

Keiner hat den Abspann schneller gelesen als er: Dieter Thomas Heck.

Die Meldungen über den Tod von „Herrn Hitparade“, Dieter Thomas Heck im Alter von 80 Jahren, war gestern eine Schlagzeile welche im Minutentakt von allen wichtigen Nachrichtenmagazinen in den sozialen Netzwerken geteilt wurden. Verdient, angemessen, respektzollend.

Dieter Thomas Heck gehörte zu einer Generation vor und hinter der Kamera, welche durch Können und Wiedererkennungswert ihren Status in der Fernsehlandschaft begründet wussten.

Sicherlich hat er viele von uns durch unsere Kindheit/Jugend begleitet. Man kannte ihn einfach. Auffälliges Äußeres, auffällige Stimme, auffällige Sprachgeschwindigkeit. Heute unvorstellbar, dass die Liste der an der Produktion beteiligten Personen und deren Funktionen verlesen werden. Er ratterte den Abspann runter wie kein anderer. Das ist unvergessen.

Keiner seiner Nachfolger, weder Viktor Worms noch Uwe Hübner konnten ihn ersetzen. Dazu hatte er zu sehr fokussiert. Dazu ist er in zu vielen Köpfen geblieben. Denken wir an die Hitparade, dann denken wir an Dieter Thomas Heck, das ist einfach so.

Fragt man Wikipedia mal nach ihm, dann kommen Infos an das Tageslicht, welche ich bislang noch nicht kannte. Wie er Moderator wurde, dass er im Vorfeld seiner Karriere in einer Talentshow aufgetreten war, dass er eher durch Zufall beim Radio landete. Und dass die Zeitschrift „Bravo“ für den Name „Dieter Thomas Heck“ verantwortlich war. Denn er hieß eigentlich Carl-Dieter Heckscher.

2017 erhielt er die goldene Kamera für sein Lebenswerk, das war auch sein letzter öffentlicher Auftritt.

Saß man als Kind am Samstagabend nach dem Baden auf dem Sofa, das Haar nach Apfelshampoo riechend und die Hitparade lief, dann war das bei vielen von uns schon fast eine Selbstverständlichkeit.

Dieter Thomas Heck hat noch in Mikrofone gesprochen, welche so groß waren wie ein Haar-Fön und noch ein Kabel hatten.

Er hat Gäste verschiedener Genres angekündigt, von Nicole, Roland Kaiser und Kollegen bis hin zu Nena und der Spider Murphy Gang und Konsorten. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Das Publikum im Studio war immer schick angezogen und artig. Darauf habe ich als Kind komischerweise oft geachtet.

James Last war im übrigen der Komponist der Titelmelodie der Hitparade. Das war mir bis gestern auch total neu. Aber wann beschäftigt man sich mit solchen Infos genauer? Wenn eine Showgröße aus dem deutschen Fernsehen wieder die Bühne verlässt. Da reist die/der ein(e) oder andere mal kurz zurück in die Kindheit/Jugend.

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Diskussionen um den After Baby-Body: Ich bekomme bei dem Wort schon Anfälle!

(Quelle Bild: Licya/Pixabay)

Dieser Tage war das Bild von Hana Nitsche (GNTM-Teilnehmerin, ich kannte sie nicht) zu sehen, im Netzschlüppi mit Vorlage, Desinfektionsmittel, Smartphone und einem Kühlakku. Mit noch zu sehendem Bäuchlein. Weil: Sie hatte kurz zuvor ihre Tochter entbunden. Dieses Bild sollte stehen für ein „Zeichen“. Ein Zeichen, dass wir Frauen, welche ein Kind entbinden durften, halt so unsere Probleme mit der ein oder anderen Sache haben unsere Körper betreffend. Dass nicht alles sofort wieder tippi toppi ist nach der Geburt.

Ich bin so froh, dass ich vor 20 Jahren noch kein Handy hatte, kein Facebook, kein Instagram etc., und nicht den Drang verspürte ein Zeichen setzen zu wollen. Und kein VIP bin. Ich kann mich nicht daran erinnern, mich nach der Geburt meines Sohnes für etwas geschämt zu haben. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, mich im Jahr 1998 für eine obstkistendicke Vorlage, eine „Wanne“ und Verstopfung vom Feinsten Rede und Antwort stehen zu müssen/wollen. Weil ich viel zu geflasht war von der Geburt und dem Wunder der Geburt. Und von meinem Sohn.

Ich habe meine 20 Kilo schnell wieder abgenommen, weil der Kurze nur trockenes Brot mit Marmelade vertrug (ich habe gestillt). Von allem anderen hat er gefurzt wie irre und hatte Bauchweh. Getrunken habe ich Fenchel-Tee, Still-Tee, Anti-Flatulenzen-Tee: Das ist der Grund, warum ich Fenchel nicht mehr riechen kann heute, da muss ich echt würgen. 

Ich finde es fast traurig, dass Frauen heutzutage in eine (hoffentlich) ungewollte und (hoffentlich nicht) zensierte Challenge gehen ihre Körper nach der Geburt betreffend. Und sich für etwas rechtfertigen, entschuldigen, erklären oder feiern lassen, was doch eigentlich nebensächlich ist.

Man sah schon Bilder von Frauen, welche erst vor Kurzem entbunden hatten und welche für ihren After Baby-Body schnell wieder mit dem Sport begannen. Sich gesund ernährten. Einige hatten Körper kurz nach der Geburt, wie ich ihn nie besessen habe oder jemals besitzen werde. Weil sie diszipliniert sind. Viel Wert auf ihr Äußeres legen, gerade wenn sie in der Öffentlichkeit stehen. Und vielleicht auch eine Prise gute Gene haben. So what.

Momentan wird Brigitte Nielsen thematisiert mit einem (wie die Presse meint) supertollen After Baby-Body. Sie soll 8 Wochen nach der Geburt der Tochter eine superschlanke Figur haben.

Beim recherchieren für diese Kolumne stolperte ich über Sätze wie:

>>Viele Frauen sind durch das vorherrschende Schönheitsideal verunsichert. Gerade Mütter stehen dann nach einer Schwangerschaft vor der schier unüberwindbaren Herausforderung, möglichst schnell wieder diesem Schönheitsideal zu entsprechen. Deswegen sind ermutigende Worte wie die von Kristen so wichtig.<<

Wer ist Kristen? Kristen ist eine Amerikanerin, sie postete bei Instram Bilder von ihren Dehnungsstreifen und ihrem Bauch, vor und nach der Geburt.

Ihr Statement:

>> „Ich teile dieses Bild mit Euch, um Müttern zu zeigen, dass es keinen Unterschied macht, ob Du dünn bist, Dich richtig ernährt hast oder Sport während der Schwangerschaft machst. Manchmal wächst Dein Bauch so, dass es einfach nicht möglich ist, nach drei Wochen seine alte Figur zurückzuhaben.“<<

>> „Ihr könnt sehen, wie weit sich mein Bauch ausgedehnt hat. Es gibt kein Rennen, wer als erstes seinen alten Bauch zurück hat, liebe Mamas!! Wir werden das schon schaffen.“<<

Für mich ist das alles sehr widersprüchlich. Wenn es mir wumpe ist was andere denken, dann thematisiere ich das nicht. Dann nehme ich in Kauf, dass das Wunder einer Geburt und Schwangerschaft seinen Tribut fordert. Und lerne zu schätzen, dass mein Kind und ich gesund sind. Das ist für mich die Priorität. 

Ich habe mir im Jahr 1998 auch keine Vorlage vor die Stirn geklebt beim Einkaufen um zu demonstrieren, dass Wochenfluss normal ist.

Ich habe mich auch nicht auf einem Schwimmreifen mit Marienkäfern sitzend ablichten lassen um zu demonstrieren, dass man nach einer natürlichen Geburt schlecht sitzen kann.

Ich wurde auch nicht gefilmt in Phasen postnataler Stimmungsschwankungen, wenn ich anders wirkte wie andere und ich nicht mehr ich war. Weil ich grundlos geflennt habe und zwei Sekunden später die Fröhlichkeit in Person war.

Der Artikel um Kristen Sullivan endete mit folgenden Worten:

>> Eine wichtige und wahre Botschaft für mehr Verständnis und Rücksicht im Netz. Letztendlich gibt es wichtigere Dinge im Leben – zum Beispiel die Liebe und Gesundheit unserer Kinder.<<

Genau, im Netz! Im Netz?

Und genau, die Gesundheit und das Leben! Das ist wichtig, und nur das.

Pfeift doch endlich mal auf diesen Druck mit den Schönheitsidealen. Wenn man sich diesem nicht stellt, lebt man wohl bedeutend stressfreier, ruhiger und entspannter. Vielleicht auch die gerade geborenen Kinder.

Man kann Dinge auch kaputt diskutieren. Wir haben teilweise keinen Einfluss darauf was eine Schwangerschaft mit unseren Körpern macht. Viele von uns durften das Wunder einer Schwangerschaft und Geburt erleben. Einige von uns leider nicht oder mit traurigem Ausgang.

Und dann gibt es die, die sich für einen Körper rechtfertigen oder stolz auf ihre Körper sind nach der Geburt. Im Netz wohlgemerkt. Mit Bildern und Statements und sonstigem Pipopa.

Ich werde es wohl nie verstehen.

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