Ein Sommerfest, welches seinem Name alle Ehre machte

(Quelle Bilder: S. Werner)

Wenn in der Tulpenstraße bei Heidi bis weit in die Nacht gewerkelt wird, dann kann das nur eins bedeuten: Das Sommerfest bei Heidis Pachworkstübchen steht auf dem Veranstaltungskalender.

So auch am vergangenen Samstag. Bei Temperaturen von über 30 Grad öffnete sie Haus und Hof um ihre Arbeiten vorzustellen. Aber nicht nur ihre: Noch mehr kreative Menschen wie Tanja`s Tattoo Stube, Landei Keramik, Luise Naturseife, Daniela Halm mit Mary Kay-Produkten sowie die Steinbilder von Ulrike Schietzold konnten bestaunt sowie gekauft werden. Auch die Holzarbeiten von Karin und Hartmut Niemeyer waren im Angebot.

Für Essen und Trinken war ausreichend gesorgt, Ehemann Markus war der Herrscher des Grills. Nach Bratwurst und hausgemachtem Kartoffelsalat waren noch Kuchen und gut gekühlte Getränke im Angebot. Das wurde auch seitens der Besucherinnen und Besucher gut angenommen. Immer wieder saßen die Leute zusammen im Schatten und hielten Small Talk.

Es gingen sicherlich einige Näharbeiten, Seifen, Shampoos, Körpercremes, Dekoartikel und Kosmetik über den Verkaufstresen. „Handmade“ und das aus der Region: Dafür stehen die Sommerfeste bei Heidi und das ruft auch die Besucher auf den Plan.

Gut zu tun hatte auch Tanja in ihrem eingerichteten Tattoo-Zimmer. Man konnte ihr bei der Arbeit über die Schulter schauen.

Im übrigen hat Heidi ein neues Label: Neben dem Holzknopf auf ihren Arbeiten gibt es nun auch ein Lederpatch. Und das sieht ziemlich gut aus.

So ein Event ist nicht im Vorfeld zu wuppen und durchzuziehen ohne helfende Hände. Die Heidi in Form ihrer Freunde hatte, welche sie an diesem Tag unterstützten.

Sehr positiv fand ich persönlich die Regelung, dass im Haus eine Mund-Nasenmaske getragen werden musste. Diese war dann draußen im Hof und Garten nicht mehr notwendig. Also kein großes Opfer. Und zudem verantwortungsbewußt.

Ich bin immer wieder beeindruckt, wie man Haus, Hof, Garten, Familie, Job und Hobby unter einen Hut bekommt. Heidi macht einfach. Das ist sicherlich auch nur dann möglich, wenn man für seine Sache brennt.

(Werbung wegen Markennennung)

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Lebensfreude pur – Der Umzug beim Packebierfest in Wiensen.

Ich finde keine Worte dafür, was heute in Wiensen los war beim Umzug und beim Packen am Thie.

Nach einer schier endlos scheinenden Zeit mit all den Auflagen während einer Pandemie hat heute in Wiensen die Luft gebrannt. Und die Leute hatten Bock auf ein traditionsreiches Dorffest.

Schon vor Beginn des Events heute war die Lebensfreude zu spüren: Die Vereine haben ihre Wagen für die Umzüge aufgepimpt. Die Vereine selbst haben feiernd und singend an der Straße gestanden am Thie.

Ob es die Junggesellen Vernawahlshausen waren oder die Junggesellen aus Oedelsheim oder Höckelheim: Was für eine Stimmung diese schon vor dem Hauptpart verbreitet haben. Es war genial.

Als der Umzug startete, die Paare gefunden waren, konnte man all die Sehnsucht nach dem normalen Leben so greifen. Teils ging auf den Festwagen so die Post ab, dass man Angst hatte die Achsen brechen. Party ohne Ende und Spaß ohne Ende.

Singende und feiernde Menschen mit Bock auf das Packebierfest.

Ist es nicht geil, dass unsere Dörfer mit ihren Traditionen für so viel positiven Input sorgen?

Ist es nicht geil, dass unsere Dörfer so lebendig sind?

Ist es nicht geil, wie Traditionen weitergegeben werden? Mit all der Arbeit?

Uslar und die Dörfer sind irgendwie geil!

Am Festplatz ging der Punk so richtig ab, es machte einfach Spaß in all die zufriedenen Gesichter zu schauen.

Während die Buden um Bratwurst und Co. belagert wurden auf der einen Seite, füllte sich das Festzelt mit singenden Menschen auf der anderen Seite. Alle zusammen, das war so der Tenor heute. Und das hat so beeindruckt.

Wie viele johlende Menschen heute im Karussel saßen und Spaß hatten:

Das war einmalig und nur das Zusehen hat Laune gemacht.

Wir haben in Wiensen heute so oft gesagt und gedacht:

„Das ist Lebensfreude pur! Und wie haben wir diese vermisst!“

Chapeau, Wiensen. Danke für diesen Sonntag. Es war toll.

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Allein Daheim und andere Beobachtungen.

In den letzten Monaten war ich davon überzeugt, mich mit Corona nicht zu infizieren. Von wegen Blutgruppe und so. Und immer wiederkehrender negativer Testungen über einen langen Zeitraum.

Tja, da wurde ich wohl eines besseren belehrt: Plötzlich war da der zweite Strich!

Ich hatte kurioserweise in den letzten Monaten noch darüber philosophiert, wie ich denn eine Quaratäne wegstecken würde. Wer für mich einkauft. Ob ich nicht am Rad drehe in der Bude. Und ganz wichtig: Wie mein Verlauf ist.

Nun musste ich in die Isolation und ehrlich gesagt war mir etwas mulmig. Ihr kennt das bestimmt: Man beobachtet sich 24 Stunden am Tag.

Zum Glück war hier alles tipptopp, außer Schnupfen und Müdigkeit keine nennenswerten Komplikationen.

Meine Einkaufswünsche wurden täglich erfüllt.

Ein Balkon ist vorhanden.

Das Wetter war toll. So konnte ich in der Sonne sitzen und war ohne Komplikationen prädestiniert.

Ich hätte auch niemanden in meine heiligen Hallen lassen müssen, das fand ich cool.

Meine Sorgen, dass ich hier verdurste oder verhungere, lösten sich in Schall und Rauch auf.

Meine Sorgen, dass ich hier vereinsame, auch.

Whatsapp und Facebook rettete mich über den Tag. Auch das Fernsehprogramm. Und der Schlaf.

Mein Schnitt war in den acht Tagen über 10 Stunden in der Nacht. Da sind die Mittagsschläfe nicht mit eingerechnet.

Bist Du in Quarantäne, dann musst Du Dich nicht aufbrezeln.

Duschen – Haare an der Luft trocknen lassen – kein Make up und aussehen wie Karl Napp.

Echt doof, wenn dann ein Kollege per Videoanruf Kontakt aufnimmt.

An Tag 8 wäre ich gerne mal Einkaufen gegangen. Einfach mal raus aus der Bude. Leider, leider war da mein Test noch positiv.

An Tag 10 fuhr ich dann in ein Testzentrum und siehe da:

Negativ!

Ich war 2 Stunden Einkaufen, habe das echt so genossen. Und ich war dankbar, dass ich ohne schwerwiegende Folgen dazu in der Lage war.

Mein Einkaufswagen war voller Köstlichkeiten, ich hätte jeden Kunde und jeden Kassierer und jeden Artikel knutschen können.

Nun gut, vielleicht etwas viele Lebensmittel hier für 1 Person, aber ich lasche das schon weg die Tage.

Aus der Bude zu eumeln, das ist schon toll. ^^

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Von Promis aus dem Fernsehen und Frauen aus Spandau.

(Quelle Bild: S. Werner)

Letztes Wochenende war es endlich soweit, ich konnte mein Geburtstagsgeschenk zum 50. Geburtstag einlösen. Die Jubiläumsshow eines namhaften Comedian in Berlin auf der Waldbühne. Also den Turnbeutel gepackt und per Zug ab in die Hauptstadt. Ich erwähnte sicherlich irgendwann schon einmal, dass ich mich beim ersten Besuch in Berlin auch gleich Hals über Kopf in diese Stadt verliebt habe. So war meine Freude bei der Ankunft am Bahnhof auf dem Höhepunkt.

Nach dem einchecken im Hotel ging es dann auf Streifzug, welcher auf einem Schiff endete. Eine Fahrt auf der Spree. Herrlich! Die Sonne brannte vom Planeten und ich war glückselig 😉

Ein netter Herr servierte Getränke, ein anderer netter Herr erklärte alles was links und rechts zu sehen war. Ihr kennt das.

Der freundliche Herr am Mikrofon machte kurz Pause und verschwand. Bis hierher nichts außergewöhnliches.

Dann kam er wieder, tippte auf meine Schulter und fragte:

„Entschuldigung, kann es sein, dass ich Sie aus dem Fernseh kenne?“

Ich war wie vom Donner gerührt und verneite.

Dann erklärte er, dass er und der nette Herr mit den Getränken sicher gewesen sind, ich sei Ulrike von der Groeben.

In diesem Moment war ich gefühlte 2,50 m groß und der Tag war gerettet.

Ich gebe zu, die Ulrike gleich gegoogelt zu haben. Nun gut, ich wäre froh wenn ich halbwegs so aussehen würde wie Ulrike und Sendungen moderieren könnte quasi.

Einen Tag später bei der Fahrt im Taxi von der Waldbühne Berlin zurück in die Stadt dann der nächste Brüller. Ein echt netter Texifahrer, ich saß vorne. Ich lasse jetzt mal die Geschichte weg vom dem Ehepaar, welches auch im Taxi mit uns saß. Und … ach, lassen wir das.

Der Taxifahrer war sehr gesprächig und erzählte dann, dass bei uns (!!!) in Spandau viel gebaut wird. Jetzt musste ich die Kurve kriegen und erzählte ganz belanglos, dass ich aus einer Kleinstadt in Niedersachsen komme. Aus einer Kleinstadt, in der man die Polizisten mit Name kennt. Und in der man Strecken von 5 km nach Partys zu Fuß geht, gerade wenn man auf einem Dorf aufgewachsen ist.

Daraufhin er:

„Du kommst doch aus Spandau, ich habe Dich hier doch schon gesehen!“

Und ich so:

„Nee, nicht wirklich.“

Scheinbar habe ich ein Allerweltgesichts.

Ich habe mich innerlich abgerollt als es im Auto plötzlich stank wie im Schweinestall. Und denke mir so:

„Zwei Frauen im Auto und der pfurzt wie Bolle! Gut, dass das Ehepaar schon ausgestiegen ist, es hätte sonst die Situation noch dramatisiert.“

Ich konnte das würgen am Höhepunkt des Gestankes gekonnt unterdrücken.

Bis er dann erwähnte:

„Da ist `ne Kläranlage im Ort.“

Gelächter in der Bude und Erleichterung.

Und die Moral von der Geschicht: Vom Fernseh und aus Spandau bin ich nicht. ^^

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Eine Spendenaktion mit ganz vielen Emotionen.

(Quelle Bilder: S. Werner)

Das Geld ist gezählt, die Kuchenplatten wieder bei ihren Bäckerinnen. Der Müll ist weggeräumt, der Bierwagen wurde abgeholt. Der Parkplatz vor dem REWE-Markt wirkt mittlerweile wieder so, als wäre dort heute überhaupt nichts passiert. Aber es ist in knapp fünf Stunden so viel passiert.
Alle Helferinnen und Helfer sind glücklich. Und stolz. Stolz auf eine Spendensumme von 2500 Euro! Stolz auf so viele helfende Hände, Sponsoren und natürlich auch auf die Menschen, die heute der Aktion gefolgt sind und verantwortlich für die erreichte Spendensumme.


Innerhalb weniger Tage wurde diese Aktion geplant. Und wieder, wie auch schon im letzten Jahr in Bezug auf die Flutopferhilfe, fand sich schnell ein Helferteam und stellte in einem knappen Zeitfenster erneut eine Spendenaktion auf die Beine.

Es war ein ergreifender Tag mit einem stellenweise großen Kloß im Hals und auch Tränen in den Augenwinkeln. Weil es heute eine Begegnung gab und eine Situation, die vielen unter die Haut und ans Herz gingen.
Die zwei Herren aus Calden-Westuffeln und Ostheim, welche das gesammelte Geld erhalten sollen, waren heute auch Gäste in Uslar. Herr Rudert und Herr Rüddenklau hatten sich gestern gemeldet und ihren Besuch angekündigt. Weil sie von der Berichterstattung im Vorfeld wohl doch sehr beeindruckt waren.
Da standen sie nun auf dem REWE-Parkplatz, und es ging recht schnell, dass sie mit den Uslarern ins Gespräch kamen. Zwei durchaus unkomplizierte Menschen, die schon so lange so viel bewegen.
Ich gehe davon aus, dass die eine Dame die Ehefrau einer der beiden Hessen war. Tja, und als wir gefragt wurden ob wir Englisch sprechen, nahmen uns die Beiden mit zu einer jungen Frau mit zwei kleinen Kindern am Rand stehend. Es war eine Ukrainerin, welche geflohen war. Und durch einen schon bestehenden Kontakt zwischen Herrn Rudert, Herrn Rüddenklau und ihrem Schwiegervater nun in Sicherheit ist. Die junge Mutter bedankte sich bei uns und nahm uns auch in den Arm. Das war schon ein ergreifender Moment.

Als wenig später Hans-Georg Gloger die ukrainische Nationalhymne auf der Ukulele spielte, war Stille. Mit dem Wissen, dass ein paar Meter weiter von uns zwei kleine Kinder stehen (das jüngste Kind keine drei Jahre alt, sein Bruder nur wenig älter), welche sich von ihrem Vater trennen mussten, und eine Ehefrau von ihrem Mann. Weg von zu Hause, weg von Familie und Freunden. Das ging total unter die Haut. Einige konnten auch ihre Tränen nicht mehr zurückhalten. Diese Begegnung heute hat das ganze Drama so real gemacht, es ist schwer in Worte zu fassen.

Es wurde aber heute auch gelacht und viel miteinander geredet. Was einem einfach guttat in diesen Zeiten. Denn auch die Pandemie hat vielen von uns einiges abverlangt und tut es noch immer.

Als alle mehr oder weniger müde den Heimweg antraten, war aber auch Zufriedenheit zu spüren. Zufriedenheit darüber, dass wir hier in Uslar mit anpacken wenn es um etwas geht. Und dass wir in einer Kleinstadt gut vernetzt sind, eben weil wir uns größtenteils kennen.

Das Internet mag manchmal ein Fluch sein, aber bei Aktionen wie der heutigen ist es ein Segen. Denn die Planung und alles weitere nahm bei Facebook an Fahrt auf.
Man kann nur Danke sagen an all die Sponsoren und Unterstützer, an die Gäste und an die helfenden Hände. Aber auch an Menschen wie beispielsweise Herrn Rudert und Herrn Rüddenklau, die sich schon so lange engagieren. Und alle anderen, die dieser Tage so vieles bewegt und bewirkt haben. Gerade im Uslarer Land.

Die junge Mutter mit den kleinen Jungs wird heute und vielleicht auch in naher Zukunft noch vielen von uns im Gedächtnis bleiben. Sie stehen für so unendlich viele Menschen und Geschichten in diesem Krieg.

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Wenn man das Hobby zum Beruf machen darf

Quelle Bild: Pixabay/geralt)

Ihr Lieben, ich habe mich euch gegenüber die letzten Monate echt schlecht gefühlt. Es ist ruhig geworden auf dieser Seite. Nicht grundlos. Und ich konnte euch einfach keinen reinen Wein einschenken und das erklären.

Erinnert ihr euch daran, dass es immer mein Traum war mit dem Bloggen irgendwann mein Geld zu verdienen? Beziehungsweise genau das zu meinem Job zu machen? Seit Herbst letzten Jahres ist genau das passiert. Und seit Anfang des Jahres darf ich mich Social Media-Managerin nennen, weil ich noch eine Weiterbildung gemacht habe. Und zum Glück auch erfolgreich bestanden. Weil alles lange auf wackeligen Füßen stand, und ich nicht laut herum trötern wollte ohne das Zertifikat in der Tasche, war es lange still. Was mir so leid tat, weil mir viele von euch schon so lange folgen und treu sind. Ich hoffe, ihr verzeiht mir das.

Es ist so ein tolles Gefühl einen Job mit Herzblut und Leidenschaft ausüben zu dürfen. Bilder machen, Storys schreiben, die Seiten aktuell halten, die sozialen Medien im Auge haben. Es ist mir teils schon passiert, dass ich den Feierabend verpennt habe, weil ich so vertieft war in meiner Arbeit.

Aber mit fast 52 Jahren ist mir die Weiterbildung echt schwer gefallen. Ich dachte, ich bin drin im Thema Social Media. Während dem Lehrgang hat sich gezeigt: Ich bin nicht annähernd drin. Das ist echt ein unglaublich weites Feld. Wenn sich zwei eingefleischte Social Media-Manager unterhalten, dann verstehe ich noch heute teils nur Bahnhof. So schlummert hier diverse Fachliteratur um da noch viel zu lernen.

Ich habe beim Schreiben meiner Abschlussarbeit in meinem Urlaub geflennt, war total niedergeschlagen und habe mir so richtig gepflegt einen abgebrochen. Ich hatte echt Schiss, dass ich nicht bestehe. Das verbuche ich unter „komplett überschätzt“.

Die 80 Stunden Weiterbildung waren verteilt auf 5 Freitage und Samstage. Hier gab es 5x widerliche Linsensuppe aus der Dose an diesen Tagen 🙂

Mein Highscore war das Einschlafen um 19 Uhr nach einer Schulung, weil ich so platt war.

Jetzt darf ich 8 Stunden an 5 Tagen das machen, was ich sonst nach Feierabend oder an den Wochenenden gemacht habe. Es ist einfach mein Ding.

Vielleicht ist es eine Art Gewöhnung und hier auf der Seite geht wieder was. Es würde mir total leidtun, wenn diese Seite hier und auch mein Blog verstauben und der Vergangenheit angehören.

Ihr seid mir so wichtig geworden in den letzten Jahren. Und habt mich teils oft erfüllt mit euren Kommentaren.

Dafür sage ich echt gerne DANKESCHÖN

I do my very best. ^^

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Schreiben ist manchmal wie Medizin.

(Quelle Bild: Pixabay)

Wenn man Dinge, die einen beschäftigen, in Worte fassen kann per Stift oder Tastatur: Mir geht es dann immer ein bißchen besser.

Wisst ihr, eigentlich haben wir schon echt viel erlebt. Gerade in Bezug auf historische oder monumentale Ereignisse das Weltgeschehen betreffend.

Ganz viele tolle und positive Dinge, aber eben auch das Gegenteil.

Der gestrige Tag hat mich total aus der Bahn geworfen. Am Abend saß ich heulend in meiner Küche und dachte:

„Noch nie in meinem fast 52-jährigen Leben habe ich so konzentriert Angst erlebt wie in den letzten zwei Jahren.“

Diese Angst hat mich gestern extrem müde gemacht. Und dünnhäutig. Vielleicht auch sentimental. Meine Stimmung war niedergeschlagen.

Ich weiß, ich weiß, das Glas ist halb voll. Nicht halb leer. Think positive 🙂

Eigentlich gibt es keinen Grund zu klagen. Wir haben ein Dach über dem Kopf, leben in Sicherheit. Wir haben tolle Freunde, sind gesund. Wir leben nicht in Armut, wir haben alles was wir brauchen und so viel mehr.

Aber gestern war ich echt fertig mit der Bereifung und hatte fast schmerzlich Sehnsucht in meine Jugend. In die 80er Jahre. Hier lief ein Song nach dem nächsten aus diesem Jahrzehnt. Es war wohl die Sehnsucht nach Unbeschwertheit. Als alles noch in Ordnung war und alle an Bord auf unsere Familien bezogen.

Nun aber sitzen wir zwei Jahre in einer Pandemie fest, teils ist unser Leben umgekrempelt. Aber wir haben ja Fuß gefasst mit der Situation. Mehr oder weniger. Mal besser und mal schlechter.

Aktuell hatte mir gestern der Konflikt in Europa den Rest gegeben. Und Angst gemacht. Mal wieder Angst. Mein Fass war voll.

Man sorgt sich ja auch um die Familie, besonders um die Kinder. Aber auch um die Geschwister. Auch Freunde. Und Kollegen.

Das hat mich gestern maßlos überfordert. Und mir so viel Positives genommen.

Wut und Unverständnis kommen auf, wenn gerade in den sozialen Netzwerken Menschen mit Lach-Smileys Berichte über Krankheit, Tod oder Krieg kommentieren. Gepaart mit erbärmlichen Statements.

Ich empfinde die momentane Zeit als keine leichte Zeit. Und noch nie war ich so gefordert hinsichtlich meiner Toleranz. Und meiner positiven Denkweise.

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Er war so viel mehr als „I`d do anything for love“ – Meat Loaf.

(Quelle Bild: Skitterphoto/Pixabay)

Zumindest wurde in den letzten Tagen viel auf genau diesen Titel in den Überschriften verwiesen, als der Tod von Meat Loaf bekannt wurde.

Mich persönlich hat die Musik von Meat Loaf in meiner wildesten Zeit begleitet. Was schon lange zurück liegt. Keine Party ohne Meat Loaf.

So wollte es damals irgendwie das Gesetz. Und wir haben danach so abgefeiert, als gäbe es keinen Morgen mehr. Eine tolle Zeit. Was hatte ich da für Bilder vor Augen seit gestern.

Hier liegen einige CD`s von ihm, seine Musik passte zu meiner/unserer rebellischer Phase Anfang der 90er Jahre.

Songs wie „Modern Girl“, Paradise by the Dashboard light“ oder „You took the Words Right Out of My Mouth“ sind mir irgendwie präsenter als „I`d do anything for love“.

Meat Loaf war auch mit seinen Balladen voll mein Ding, „Heaven can wait“ ist so eine typische Nummer. Oder „“Two Out of Three Ain’t Bad„.

Als ich in jungen Jahren mal nachschaute was Meat Loaf eigentlich übersetzt heißt, da staunte ich nicht schlecht: Hackbraten!

Wenn man sich bei Wikipedia mal alles anschaut und liest seine Person betreffend, dann erfährt man warum es zu diesem Name kam. Und noch so vieles mehr.

Viele meiner Freunde scheinen dieselben Gedanken zu haben wie ich, wenn es darum geht, wie sehr Meat Loaf unsere Jugend begleitet hat mit seiner Musik.

Und welche Erinnerungen seine Songs hervorrufen.

Er war für mich persönlich ein Weltstar, dessen Musik ich sicherlich noch in 20 Jahren hören werde. Und ganz viele Dinge damit verbinde.

Kann man schöner von einer Bühne abtreten wenn man erahnt, dass so viele Menschen so viele Erinnerungen mit seiner/ihrer Musik verbinden? Und das noch über Jahre oder Jahrzehnte?

Das schafft nur die Musik.

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Vom Ententanz zum Jahreswechsel und anderen Peinlichkeiten.

(Quelle Bild: Pixabay/Viki_B)

Silvester zum zweiten Mal in Zeiten einer Pandemie, daran ist ja nun nichts zu ändern. Nix mit Partys im großen Stil. Okay, dann ist das eben so.

Ich war jetzt nicht so gut drauf und hatte mich auf einen Abend auf dem Sofa eingerichtet. Zudem wollte ich um Mitternacht zwei andere Seiten in Bezug auf Social Media bespielen, eine Planung dafür im Vorfeld ging irgendwie in die Hose.

Und ich denke noch so:

„Naja, in diesem Jahr werden sich die Programmdirektoren und alle anderen Verantortlichen sicherlich ein angepasstes Angebot überlegt haben. Nicht so ein Drama wie vor einem Jahr.“

Ich muss jetzt noch lachen. War nix mit angepasstem Angebot. Es war derselbe Reinfall wie 2020/2021 was uns die öffentlich-rechtlichen Sender, aber auch die privaten Sender so geboten haben.

Musiksendung über Musiksendung über Musiksendung. Ich war noch nie der Typ Frau, welcher klatschend und schunkelnd nur für sich im Wohnzimmer eskaliert.

Die Fernbedienung war hier im Dauereinsatz, es war ein wirres durch das Programm zappen an diesem Abend. Der Blick in die Fernsehzeitung brachte auch kein Licht ins Dunkel. Zu blöde, dass ich den DVD-Spieler nicht gestartet bekam. Streamingdienste sind hier auch noch nicht aktuell.

Ich war dann kurz hängengeblieben in einer Doku über spektakuläre Unfälle. Da war aber nach 20 Minuten die Luft raus bei mir. Nächster Halt waren zwei Typen, die eine Ketchupflasche in einen Fernseher schossen. Da war nach 5 Minuten die Luft ebenfalls raus.

Der Film „Spiel mir das Lied vom Tod“ fand hier auch keinen Anklang. Makaberer ging`s ja kaum in der aktuellen Situation.

Gegen 22.30 Uhr hätte ich mich abrollen können. Ging aber nicht, ich hatte ja um Mitternacht noch zwei Missionen zu erfüllen.

Bei Facebook, Insta und Co. brannte auch nicht die Luft quasi. Ganz kurz keimte die Idee auf noch schnell zwei Stunden in eine Singlebörse zu stürmen. Irgend ein Trallerpattchen wird da auch so derbe Langeweile schieben. Diese Idee fand ein jähes Ende, als hier schon die Böllerei los ging. Weil ich via Küchenfenster mein KFZ im Auge hatte. Während draußen das Gekreische hysterischer Damen an Fahrt aufnahm, schritt die Zeit dann doch voran.

23.45 Uhr bereitete ich meine Beiträge vor und schaute so eine neckische Musiksendung, weil die immer exakt den Countdown runterzählen. Ich hatte noch die Szene erwischt, als junge Frauen flügelschlagend den Ententanz zelebrierten. Mensch, wie unterhaltsam. Da haben wir doch eigentlich alle drauf gewartet, oder? Das war so der Moment, in dem ich peinlich berührt war. Es folgte die Polonaise Blankenese,

„hier fliegen gleich die Löcher aus dem Käse,“

Sie kennen das.

Die Stimmung war auf dem Höhepunkt. Bei mir jetzt nicht so, aber andere hatten bestimmt ihren Spaß.

00.15 Uhr, meine Arbeit war getan, mein Auto scheinbar nicht von einer Rakete gestreift oder zerlegt, zu dem Gekreische hysterischer Damen auf dem Parkplatz paarte sich das Gekreische hysterischer Typen.

Ich hatte noch einen Film im Auge, die Infos darüber klangen nicht schlecht.

Nach 3 Minuten war dann der Fernseher aus, das war scheinbar so ein wirres Kram, für das man einen gewissen Pegel an Sprit im Blut haben musste um dem folgen zu können.

Dann noch in eine Singlebörse rammeln lohnte ja auch nicht mehr, die hätten bestimmt gedacht ich bin so eine komplett verstrahlte Tusse.

Und zum nächsten Jahreswechsel ist hier ein Streaming-Dienst an Bord, ich schwöre!

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Wenn die Gedanken auf einer Polly Pocket-Insel verweilen.

(Quelle Bild: Pixabay/geralt)

Manchmal staunt man nicht schlecht über die eigene Zerstreutheit oder aber auch die der anderen. In diesem besonderen Fall war es mein eigenes Versagen. Ich kenne das zwar schon, komme mit dem Dilemma auch klar seit 51 Jahren, aber in gleich geschildertem Fall war auch ich kurz überfordert!

Als ich eines abend nach Feierabend bei einem Kaffee in meiner Küche saß, klingelte mein Handy. Es war der Name einer ehemaligen Kollegin und guten Bekannten im Display zu erkennen.

Mein erster Gedanke war:

„Mist, da ist was passiert! Bestimmt warnt sich Dich vor, dass Du die Handtasche und Deinen Turnbeutel packen musst, weil hier in unserem Viertel irgend etwas dubioses vor sich geht oder noch kommt und Du raus musst aus der Bude!“

Dem war aber nicht so. Zum Glück.

Sie war gerade hier zu Besuch und wollte mich darüber informieren, dass die Fahrertür meines Autos auf dem Parkplatz sperrangelweit offen stand.

Ich bin mit gefühlten 200 km/h vom Küchenstuhl hoch und habe aus dem Fenster geschaut: Jepp, die Karre war offen!

Nach dem Bedanken für den Tipp und meiner Ahnung, dass mich das ganze Viertel hier für total plemplem hält, habe ich mir ratzfatz eine Jacke übergezogen, den Autoschlüssel geschnappt und gleich noch den Beutel mit dem Biomüll. Bloß nicht auffällig verhalten. Den Biomüll in die Tonne werfen und dabei ganz elegant und abgeklärt die Fahrertür schließen. Am besten noch pfeiffend.

Im Auto war noch alles wie immer und vorhanden: Mein Ordner mit Schulungsunterlagen, der Eimer mit Enteiserspray, Raumduft und Lappen, mein überfüllter Aschenbecher und meine Musikkassetten aus den 80er Jahren. Alles noch an Bord.

Wieder in der Wohnung angelangt habe ich versucht zu verstehen, was mich denn da geritten hat nach Feierabend. Ich hatte auf dem Rücksitz einen Rucksack und auf dem Beifahrersitz einen Rucksack sowie im Kofferraum Einkäufe. Bei diesem Tanz um das KFZ und dem schultern von all dem Kram hab ich wohl die Fahrertür vergessen.

Und ich habe noch jetzt meinen Vater im Ohr:

„Mädchen, hab mal Deine Gedanken beisammen! Haste denn den Kopp nur zum Haare schneiden?“

Scheinbar ja! Momentan bin ich auf der Suche nach einem Schriftstück welches mir überreicht wurde, als ich total gallig und sauer war. Ich weiß noch, dass ich es gefaltet habe mit absolut stinkiger Laune im Balg. Ab da verliert sich die Spur.

Aber gut, es wird sich wieder anfinden.

Vielleicht im Auto zwischen den Schulungsunterlagen, dem Raumspray und dem Aschenbecher. ^^

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