Die letzte gelbe Telefonzelle: Weg ist sie.

(Quelle Bild: Pixabay/anaterate)

Hach ja, man wird fast etwas wehmütig und nostalgisch wenn man gesehen hat, wie die letzte gelbe Telefonzelle ihre Reise angetreten hat über den Königssee.

Heute noch habe ich den Geruch dieser Zellen in der Nase, die Teile rochen von innen alle gleich. Was wohl auch an den Telefonbüchern gelegen hat, welche rechts vom Apparat hingen. Man musste die hochklappen um Nummern zu suchen. Natürlich waren die nicht immer zu 100% vollständig, irgendein Dödel hat teilweise die Seiten raus gerissen.

Zu der Zeit der gelben Telefonzellen brauchte man immer Kleingeld in der Börse. Und teilweise noch viel mehr Zeit. Und natürlich musste man mit weniger netten hygienischen Zuständen klarkommen. Es war cool wenn man die Groschen rein geworfen hatte und wählte, später dann tippte. Und das Telefonat beendet war wenn die Groschen aufgebraucht waren. Letztes war dann weniger cool.

Manchmal hat man aus der gelben Telefonzelle in der Jugend den Schwarm angerufen inkognito, weil zu Hause die ganze Familie mithören konnte. Gerade dann, wenn die Schnur vom Telefon jetzt nicht die längste Schnur war.

Wir haben in den Dingern als Jugendliche heimlich gepafft, den Weltfrieden geplant, das Universum dumm und dämlich diskutiert, geknutscht und so. Silvester dienten die gelben Telefonzellen als „Testgelände“ für Böller jeglicher Art. Das hat aber auch gerumst und gequalmt 😉

In den gelben Telefonzellen hingen auch diese Notrufhebel, die konnte man im Ernstfall umlegen. Ich erinnere mich noch dunkel, dass in der Zelle vor meinem Elternhaus dieser Hebel oft sinnlos bewegt wurde und so der Notruf ausgelöst war. Da fand Remmi Demmi im Dorf statt, das glaubt mal. 

Heutzutage würde wohl kaum noch jemand den Hörer in die Hand nehmen ohne diesen vorher zu desinfizieren. Auf den Gedanken kamen wir damals gar nicht. Es sei denn es klebte Kaugummi dran. Hubba Bub*a, 3 Wochen alt und hart wie Euterbock.

Wenn abends das Licht darin anging, war alles voller Motten. Es gab auch Zellen, da war alles voller Spinnweben, toter Falter und anderem Flattervieh. Immer dann, wenn die zuständige „gelbe Telefonzellen-Reinigungskraft“ jetzt nicht sooooo oft vorbei schaute. Es war nämlich immer jemand zuständig für die Reinlichkeit. 

Wenn man die Tür schloss von der gelben Zelle, dann war das ein Stück Privatsphäre. Eingebildete Privatsphäre. Weil man draußen jedes Wort verstand. Es sei denn man hat geflüstert und schützend die Hand vor die Muschel gehalten. 

Es gab auch Tage, da standen mehrere Personen vor der gelben Zelle. Das konnte dann teilweise dauern. Hatte jemand ein lauteres Organ, kannte man die Geschichten von den „Vorsprechern“ immer bis ins Detail. Und man wünschte sich in den nächsten Tagen wieder besagte Person vor sich in der Warteschleife zu haben um das alles weiter zu verfolgen.

Wie gesagt, bei uns auf dem Dorf stand die Zelle vor unserem Haus. Man konnte im Blick haben wer viel telefonierte. Nostalgisch finde ich heute im Nachhinein betrachtet den Anblick, wenn die Hausfrau in Kittelschürze in die Zelle ging und das Geld aus der Kittelschürze holte. Und wenn wir als Kinder in den Schacht für das Rückgeld schauten und noch ein paar Groschen fanden.

Hach ja, man wird wehmütig und nostalgisch wenn man an die gelbe Telefonzelle denkt.

So sei der gelben Telefonzelle die letzte Reise über den Königssee gegönnt. Ich hoffe, da hing kein Hubba Bub*a am Hörer. ^^

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Von Balkonkästen, Blumenerde, Saatbändern und Kälte.

(Quelle Bild: Steffi Werner)

Eigentlich wollte ich meinen Balkon nicht bepflanzen, weil wir hier windschnittig leben. Hier pfeift es aus jeder Himmelsrichtung. Ich habe nach einem Sturm vor langer Zeit meine Balkonmöbelabdeckplane auf der anderen Seite des Hauses wieder gefunden, und mein“ kleines Schwarzes“ in einem Busch neben dem Haus. Es sollte nur auslüften und schwupps – hing es im Rhododendron unten auf der Wiese.

Aber irgendwie sieht das so nackig aus hier. Und so ganz unwichtig sind Pflanzen/Blumen ja auch nicht für Insekten.

Also bin ich losgegangen und habe mich eingedeckt: Saatbänder Marke „hängende Balkonpflanzen“, Saatgut Marke „Wildblumen-Style“. Aber auch Pflanzen, welche aus der Saat schon lange raus sind. Noch Balkonkästen besorgt und Draht, damit ich die Dinger fixieren kann. Wegen dem Wind eben. Und Blumenerde. Ganz viel Blumenerde.

Es kamen dann noch diverse andere Pflanzen dazu, auch noch diverse andere Balkonkästen und diverse andere Blumenerde. Noch mehr Blumenerde. Der letzte Sack beinhaltete 35 Liter, ich habe nach 50 Stufen gepumpt wie ein Maikäfer hier im Hausflur und hatte dauernd Schiss, dass der Beutel reißt. 35 Liter Blumenerde im Treppenhaus: Ich hätte gefegt wie doof. Diesen Beutel Blumenerde habe ich wie einen Säugling durch das Treppenhaus getragen, vorsichtiger ging nicht. Wie eine Prozession war das.

Nach knapp einer Woche konnte ich sehen, dass sich die Saat hier wohlfühlt. Da kommt jetzt ganz langsam Bewegung in die Blumenkästen. Was hab ich mich gefreut, da entwickelt man leichte Muttergefühle.

Tja, und dann kam die Kälte zurück. Das hätte ich im April einkalkulieren müssen. Habe ich aber nicht. Als ich am Freitag im Büro saß und dicke, fette Schneeflocken vom Himmel fielen, war mein erster Gedanke:

Oh nee, nein, mein Saatgut!“

Also den Kurzen angerufen, der war zum Glück noch zu Hause, und ihn gebeten alte Handtücher über die zwei Kästen zu hängen. Das hat er auch gemacht, nur eben nicht mit alten Handtüchern. Egal. Nur das Beste für die Saat. Nach Feierabend bin ich gleich auf den Balkon und habe die Lage gepeilt. Das sah aber gut aus. Handtücher wieder drüber und gleich auf die Wetter-App geschaut wann meine Saat über den Berg ist. Die Prognose war jetzt nicht so dolle.

Heute morgen schien die Sonne, der erste Gang war auf den Balkon zu meinem Saatgut. Kurz abdecken und checken was so geht. Die Handtücher waren gefroren, ich konnte die quasi runter heben. Und die Saat lächelte mich an.

„Super, Mensch, diese Saat ist eine tolle Saat. Eine windschnittige Saat. Saat, Du bist toll.“

Etwas Wasser dran, die Kästen hatten ja zwei Tage totale Quarantäne.

Und dann kam der Regen. Und es war wieder arschkalt. Und die Kästen bis zum Anschlag voll mit Gießwasser und Regenwasser.

Aber: Es kommen immer mehr grüne Keime aus der Erde gekrabbelt.

Und es soll ja ab morgen wieder wärmer werden mit mehr Sonnenschein.

Der Kauf der Solarlampen ist eine eigene Story wert, ich habe nicht gesehen, dass die Teile bei Einbruch der Dunkelheit blinken wie Disko-Kugeln aus den 80ern. Aber auch schön 😀

Wenn sich meine Wildblumen und hängenden Balkonpflanzen halten, dann besorge ich denen noch andere Kameraden: Hängepflanzen in Blumenampeln. Die kaufe ich aber fix und fertig, dieses Geschleppe von den Säcken steht mir bis oben hin. Echt jetzt. ^^

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Bad Oeynhausen, die Jogginghose und die Jeans-Allergie

(Quelle Bild: PDPics/Pixabay)

An einer Realschule in Bad Oeynhausen ist nun Schluss mit Jogginghosen tragenden Schülerinnen und Schülern: Wer zum vierten Mal in Folge nach drei Verwarnungen in dieser bequemen Freizeitkleidung in der Schule erscheint, darf wieder nach Hause gehen und sich umziehen.

Ich finde es gut. Und unterstütze das Argument, dass der „Couch-Potato -Look“ auf das Sofa gehört, nicht in die Schule.

Und dass es etwas mit Respekt zu tun hat wie man sich kleidet. Ob nun in der Schule, im Job oder auf der Straße.

Ich liebe meine Jogginghosen heiß und innig, kein Thema. Der erste Gang nach Feierabend ist der Gang ins Schlafzimmer. Raus aus der Jeans – rein in die Jogginghose. Niemals würde ich auf die Idee kommen mit meiner blauen Schlamper-Jogginghose ins Büro zu gehen. Oder zum Einkaufen. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass ich damals in einer Jogginghose in die Schule gehen wollte. Da wäre hier auch was los gewesen wenn ich diesen Wunsch geäußert hätte, das könnt ihr glauben 🙂

Das Argument einer Mutter fand ich zum schreien komisch: Als Befürworterin der Jogginghose nannte sie eine „Jeans-Allergie“ als Grund dafür, dass ihr Nachwuchs mit Jogginghose im Unterricht erscheint. Das habe ich noch nie gehört. Aber gut, kann ja wirklich so sein. Aber: Es gibt ja noch andere Hosen: Flanellhosen, Lodenhosen, Cordhosen etc. Einfach dem Kindelein ein derartiges Beinkleid kaufen und der Drops ist gelutscht 😉

Die Jogginghose gehört heute anscheinend teilweise zum guten Ton unserer Stars und Sternchen. Nicht selten tragen diese Designer-Jogginghosen, teils aufgepimpt, und stehen so vor der Kamera/dem Publikum. Für mich persönlich noch immer befremdlich.

Am letzten Wochenende war ich mit einer Bekannten auf einem Stadtfest. Wir haben uns immer wieder betreten angeschaut wenn erwachsene Damen und Herren in ihren Jogginghosen durch die Stadt wanderten. Das waren nicht wenige. Und nein, das waren jetzt auch keine schicken aufgehübschten Jogginghosen, sondern eher die alten Modelle.

Ich kann mir nicht helfen, dieser Anblick wirkt immer so verloddert und hinterlässt bei mir einen negativen Eindruck.

Ich bin gespannt, wie viele Mädels und Jungs in Zukunft von jetzt auf gleich noch unter Jeans-Allergien leiden, sollte sich diese Kleiderordnung auch an anderen Schulen durchsetzen. ^^

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Das Unwort 2018: Heißzeit. Das Jugendwort 2018: Ehrenfrau/Ehrenmann.

(Quelle Bild: wilhei/Pixabay)

Gut informierte Menschen werden es bemerkt haben: Ich habe beim Jugendwort mal kurz die Wörter vertauscht. Weil eigentlich die Frau vor dem Mann genannt wird. Eigentlich.

Auch bei der Wahl vom Wort des Jahres ist vieles anders. Die Deutung, die kuriose Wortwahl, die Nutzung. Eigentlich.

Da war ich wohl positiv überrascht, dass das Unwort und auch das Jugendwort mal halbwegs positive Bedeutungen haben. Je nachdem, aus welchem Blickwinkel man dieses betrachtet. Und man auch relativ schnell schnallt um was es geht.

Zum einen das Thema betreffend phänomenaler Sommer im Jahr 2018.

Zum anderen das Thema betreffend coole Menschen. Die etwas tolles getan haben oder noch tun, gerne auch für ihre Mitmenschen. Eine Lady, ein Gentleman um es genauer zu sagen.

Herrlich, können wir also auch noch in eine optimistische Richtung denken.

Bei der Heißzeit geht es auch um den Klimawandel. Mir nicht unbedingt egal. Allerdings waren meine Gedanken eher bei dem super-duper-oberaffengeilen Sommer.

Auf Platz 2 landete Funklochrepublik.

Und? Wo soll ich dich abholen?“

„Funklochrepublik, Dorfstraße rechts rein und dann hinter der 3. Birke links. Du musst klingeln an der Tür, hier ist kein Empfang.“

Bei den Jugendwörtern fand ich die Vorschläge wie „ich küss dein Auge“ oder auch „glucose-haltig“ irgendwie total affig.

Liebst Du mich?“

„Yo, ich küsse dein Auge, Babo.“

Oder

Magst du mich?“

hier, ich find Dich voll glucose-haltig. Wie die Brause ohne Süßstoff und mit Bums im Blutzuckerspiegel.

Oder auch sheeeesh, das war auch ein Kloppervorschlag.

Mensch, ich sah gestern den Meyer mit der Müller und dann kommt noch die Schmidt und der Schulze dazu. Nackt! Beim Schützenfest! So was aber auch!“

Sheeeesh? Sheeesh? Oh Gott! Sheeeesh?“

Sheeeesh steht für „nicht dein Ernst“ oder „echt jetzt“ oder „wirklich“ und so.

Ich würde ja mal zu gerne in so einer Jury sitzen und das Wort des Jahres bzw. das Jugendwort mit wählen.

Allerdings sind die Hintergründe all dieser Worte/Wortwendungen nicht immer so meine Hintergründe, Worte/Wortwendungen. Wäre ich da total verkehrt. Und überhaupt: Was weiß denn ich schon? 😉

Kommt gut ins Wochenende, Ehrenfrauen und Ehrenmänner. Und nicht mehr so viel Heißzeit jetzt an der Heizung, nä? ^^

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Das Drama um die Piemont-Kirsche.

(Quelle Bild: Pixabay/werner22birgit)

Falls hier Mitarbeiter von Fer…. mitlesen: Gucken Sie mal kurz weg 😉

Gerade jetzt zur Weihnachtszeit geht die mit Schnappes (Brandwein) und einer Kirsche gefüllte Praline über den Verkaufstresen wie nix Gutes.

Sorry, aber ich mochte die Dinger noch nie, da schüttelt es mich. Grund ist der, dass ich keine Zartbitterschokolade mag. Der Schnappes geht, die Kirsche so halbwegs, aber die Schokolade so gar nicht. Auch die Sweety-Version krieg ich nicht durch meine Speiseröhre gepresst.

Ich bekam vor vielen Jahren zu Weihnachten von der Mutter meines damaligen Freundes zu Weihnachten die mit Schnappes und einer Kirsche gefüllte Pralinen geschenkt. Man will nicht unhöflich wirken, also bedankt man sich. Ich tat das wohl etwas zu überschwänglich. Resultat: Zu Weihnachten, Ostern und Geburtstagen lächelte mich eine Packung mit Schnappes und einer Kirsche gefüllte Pralinen an. Oh Gott, ich gab die immer weiter an Leute, welche die Piemont-Kirsche mochten.

Übrigens kommt die Piemont-Kirsche NICHT aus Italien, sie wird dort nur gekauft wegen günstiger und so. Nicht, dass ich jetzt Träume zerstöre. Da fährt keine Claudia Bertani in einem roten Kostüm und einem roten Sportwagen durch Italien und futtert Kirschen, um sie mit einem Nicken durch den TÜV gehen zu lassen (Werbung in den 90er Jahren).

Gaby machte in den 80ern die „Probe auf Exempel“: Fußballbegeisterte Männer lutschten augenscheinlich damals die veganen und laktosefreien Dinger weg wie Hulle. Sagte die Werbung.

Vor ganz langer Zeit bekamen wir in der Arztpraxis viele Geschenke, auch die mit Schnappes und einer Kirsche gefüllte Pralinen. Ich gab an meine Kolleginnen ab. Eine der beiden mochte die Dinger gerne. Und schob sich einen „Zartbitter-Kalorienkoffer“ nach dem nächsten in den Schlund, und das während der Vormittagssprechstunde. Ich kann nicht mehr sagen ob sie alleine nach Hause kam oder in der Nachmittagssprechstunde auftauchte. Ich kann aber sagen, dass sie nach eigenen Worten knappe 1,4 Atü auf dem Kessel hatte. Und sich Kopfschmerztabletten einwerfen musste. Kein Frühstück und eine halbe Packung von Claudia Bertanis Kirschen haut auch eine gestandene Arzthelferin aus den Birkenstöckern, ich habe es ja erlebt. Da wären die Teile mit der Nuss angebrachter gewesen 🙂

Ich lüge nie wieder und freue mir theatralisch ein Bein ab, wenn mir jemand eine Packung mit Schnappes und einer Kirsche gefüllte Pralinen schenkt. Nie wieder. Nie, nie wieder. Versprochen!

Ich stehe eher auf weiße Schokolade, eine Himbeere und Eierlikör. Aber da hinkt die Werbung total hinterher.

„Hallo, Fer…., könnten Sie eventuell umswitchen? ^^

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„Die Wangen sind mit Asche beschmutzt, aber der Schornsteinfeger ist es nicht.“

(Quelle Bild: Pixabay-User 455992)

Es geht bald wieder los: 3 Nüsse für Aschenbrödel

Fast keine andere Variante der Filmmusik beim Aschenbrödel kommt an das Original von Karel Svoboda heran. Karel Gott nicht, Ella nicht, der Rest den ich bislang hörte schon lange nicht.
Als ich die Tage Hans-Georg Gloger und seine Ukulele sah und hörte, bekam selbst ich Grobmotorikerin ohne Hang zur Romantik eine Gänsepelle vom Feinsten.
Es ist schon erstaunlich, dass ein Märchen, welches 1973 entstanden ist, einen solchen Hype erlebt. Bei den Frauen sicherlich überwiegend. Schon seit einigen Tagen sind in den Medien die Sendetermine zu finden. Ich gebe es zu: Auch ich schaue es mindestens 1x im Jahr. Man hat fast das Gefühl Nikolaus, Kasperle, Rosalie, die böse Stiefmutter, die verzogene Stiefschwester und besonders Aschenbrödel und der Prinz, gespielt von Libuše Šafránková und Pavel Trávníče, gehören zur Vorweihnachtszeit wie Marzipankartoffeln und Lebkuchen.
Viele lieben die Geschichte, viele die Erinnerungen an die Zeit. Als man das Aschenbrödel als Kind schaute. Ich persönlich liebe die Szenen wenn die Kleider aus der kleinen Nuss springen. Und die Eule Rosalie zugegen ist in diesen Momenten. Ich finde auch den schwarzhaarigen, etwas bummeligen Küchenhelfer total witzig. Vom häßlichen, weißen Hut der Stiefmutter ganz zu schweigen: Wie eine Zeltplane als Fledermaus designet.
Eigentlich sollte dieses Märchen im Sommer gedreht werden. Weil die damalige DDR-Produktionsfirma „Deutsche Film AG“ (Defa) im Sommer allerdings schon ausgelastet war, drehte man im Winter. Und das ist verdammt gut so.
Nach der Meldung, dass der König, gespielt von Rolf Hoppe, am 14.11.18 im Alter von 87 Jahren verstorben ist (kurz vor Beginn der ersten Ausstrahlung in diesem Jahr), sahen ihn wahrscheinlich viele vor ihrem inneren Auge auf dem Thron sitzen beim Aschenbrödel.
Man staunt nicht schlecht wenn man liest, dass das Original-Brautkleid, welches bei einer Ausstellung auf Schloß Moritzburg 2014 gestohlen wurde, 3 Monate später anonym zurückgegeben wurde. Vielleicht passte das Dieb nicht hinein?
Man staut ebenfalls nicht schlecht, dass der sauhübsche Prinz von damals im wahren Leben seine große Liebe nicht gefunden haben soll: 3x geschieden! Och Mensch, ich hätte ihn damals samt Strumpfhose vom Pferd reißen wollen.
Es ist durchaus möglich sich im Schloß Moritzburg (Drehort) trauen zu lassen. Das Schloß ist aber total ausgebucht eben wegen dem historischen Hintergrund. Ich muss mich da allerdings nicht rein denken, ein Prinz reitet hier gerade nicht unter`s Fenster. Hier grast nicht mal ein einsames Pferd. So what.
Wenn der Satz:

„Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen“

zu hören ist, dann wissen wir wohl alle um was und wen es geht. Aschenbrödel ist wieder da. ^^
(Quelle einiger Infos: Der Westen.de. Quelle Musik: Hans-Georg Gloger)

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Warum ist es denn so ruhig heute?

(Quelle Bild: Pixabay/RyanMc Guire)

Als ich gestern Morgen saumüde auf meinem Küchenstuhl saß, mit meinem Frottee-Bademantel und einer Tasse Kaffee auf einem Stuhl vor mich hin schwächelnd, vernahm ich ein Geräusch. Besser gesagt vernahm ich kein Geräusch. Um es genauer zu sagen: Nix. Ich hörte nix. Im ersten Moment dachte ich, dass sich mein eh schon grottiges Hörvermögen über Nacht total verschlechtert haben muss. Aus Reflex stand ich auf und schaute aus dem Fenster. Weil ich eigentlich sonst immer die Autos auf der Straße höre und meine Nachbarn, wenn auch sie sich für die Jobs präparieren bzw. das Haus verlassen und in ihre Autos steigen. Beim Blick nach draußen sah ich ebenfalls nix. Kein Auto fuhr, überall war es dunkel in die Wohnungen. Da fiel der Groschen: Niedersachsen hat Feiertag, Reformationstag. Das galt für mich nicht, ich wohne zwar in Niedersachsen, arbeite aber in Hessen. Okay, hilft ja nix. Dafür haben wir einen anderen Feiertag den die Niedersachsen nicht haben, nämlich Fronleichnam.

Ich hatte keine Zigaretten mehr und keine Zeit mir welche zu stopfen. Also steuerte ich das „Büdchen“ an, eine Art Trinkhalle hier in der Stadt. Der macht früh auf und spät zu und da kann man gut sabbeln. Ich dort rechts ran, steige aus: Jalousie unten! Och nee, Mensch. Wieder ins Auto und Richtung Tankstelle: Alles dunkel. Och nee, Mensch. Wieder rein ins Auto und in Hessen zu einem Discounter geballert. Der hatte auf. Ich war aber so auf diesen Feiertag fixiert, dass ich mich beim Betreten des Ladens wunderte, warum so viele Menschen an einem Feiertag so früh auf sind. Und Pfandflaschen wegbringen. Und um 7.40 Uhr schon Eier und Tomaten kaufen. Da fiel der zweite Groschen: Hessen hat keinen Feiertag. Denn dann hätte ich auch noch in der Molle gelegen. Also habe ich schnell Kippen geholt und ab durch die Mitte.

Im Job angekommen, hatten irgendwie viele so ihre Probleme, zumindest die niedersächischen Kollegen. Bei den hessischen Kollegen war ja alles wie immer. Da fuhren Autos, da standen die Nachbarn auch auf und mussten los.

Durch den Tag gestern war ich heute der Meinung wir haben Freitag. Eine andere Kollegin war der Meinung es ist Montag. Wiederum eine andere Kollegin ist gestern gar nicht erst erschienen: Sie hatte schlicht und ergreifend einfach nur Urlaub 😉

Wenn man nach Hause kommt und das Kind, welches in Niedersachsen arbeitet, Extrem Chilling vollzieht, noch betonend wie toll doch ein Feiertag ist bei bestem Wetter, dann muss man mal kurz auf dem Balkon eine paffen. Das ging ja gestern, hatte ich doch hessische Zigaretten gekauft. ^^

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Singlebörsen-Anekdoten „passiv“: Von Blind Dates, Bandnudeln und Roland.

 

(Quelle Bild: rawpixel/Pixabay)

Ich weiß ja nicht, ob Sie/ihr das Sendeformat auf Vox kennt: First Date – ein Tisch für zwei mit Roland Trettl (ein mittlerweile bekannter Koch in unserer Fernsehlandschaft).

Kurze Zusammenfassung: Man bewirbt sich dort als Single mit all seinen Vorlieben, Abneigungen, Eigenschaften und Gedöns (ich habe mal auf die Bewerbungsseite gelunzt), das Team sucht den in Frage kommenden Partner/die in Frage kommende Partnerin heraus, und dann trifft man sich in Rolands Restaurant zu einem gemeinsamen Essen. Es sind wie gesagt Blind Dates, keiner weiß wer gleich um die Ecke kommt oder auch schon auf dem Barhocker wartet.

Blind Dates kommen für mich so gar nicht mehr in Frage, da bin ich oberflächlich geworden und auch schon zu oft enttäuscht. Nicht nur, dass ich mein Gegenüber nicht annähernd vom Äußeren kenne, ich weiß auch nichts über seine Person. Risiko, würde ich auf einen Mann von 168 cm treffen welcher Schlager hört und Frühaufsteher ist. Und wenn ich mit fremden Menschen esse die mir auch noch gefallen, kleckere ich wie eine 2-jährige 😉

Wenn es meine Zeit erlaubt, sitze ich oft um 18 Uhr vor der Flimmerkiste und schaue die Sendung. Ich finde ja so zwischenmenschliche Dinge unheimlich interessant, Menschen sowieso.

Teilweise sehe ich wer da so aufeinander trifft und denke mir:

„Oh Gott, das wird nix, das passt ja gar nicht!“

Dann stellt sich aber beim Essen heraus, dass die beiden voll auf einem Level sind.

Teilweise denke ich:

„Jau, das wird spannend, das funzt mit den beiden.“

Dann stellt sich aber beim Essen heraus, dass beide so zu 0,000000% auf einem Level sind.

Was da schon für skurile Menschen mit gemacht haben. Ich erinnere mich dezent an einen Typen welcher ohne Schuhe in das Restaurant kam. Und irgendwie Zeug gesabbelt hat so dass mir schnell klar war: Da nutzt jemand die Medien aus um auf sich aufmerksam zu machen. Leider traf er auf eine wirklich hübsche und sympathisch wirkende Frau, welche sich dann im Laufe als sein „Opfer“ heraus kristallisierte. Zum Ende des Diners bekommen die Paare ihre Rechnung. Da entscheidet sich dann wer zahlt, ob sich beide die Rechnung teilen, ob sie zahlt usw. Tja, und der Typ ohne Schuhe mit einem immensen Darstellungsdrang lief aus dem Restaurant und ließ die Dame sitzen im wahrsten Sinne des Wortes. Mit der Rechnung. Und einem mehr als erstaunten Blick und sicherlich viel Fremdscham seiner Person gegenüber. Er wollte nur witzig wirken sagte er später. Pech für ihn, die Dame war danach so viel an ihm interessiert wie an einem Eiterpickel auf der Stirn.

Vor einiger Zeit war dort ein Paar, die haben einen Drink nach dem nächsten weg gekippt und saßen leicht angeheitert mit Proseccoflecken auf der Bluse vor der Kamera. Deren Abend war witzig.

Kürzlich erst nahmen zwei ältere Herrschaften teil. Der Mann war von ihr so entzückt, dass ihm nach dem Date die Tränen kamen. Die beiden sollen später auch noch Kontakt gehalten haben.

Wie gesagt: Zwischenmenschlich unglaublich interessant. Ich erwische mich immer wieder dabei, wie schnell ich Menschen nach einem kurzen Blick und ein paar Sätzen einordne, dieses aber nicht selten wieder revidieren muss.

Und das Blinde Date eine spannende Sache ist. Nur halt für mich nicht. Ich würde bei einer Teilnahme auch Roland Trettl oder den Barkeeper anspringen und nicht mehr los lassen. Das will ja keiner sehen. ^^

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Von Brautkleidern, der Location und dem Ententanz.

(Quelle Bild: Scottwebb/Pixabay)

Es gibt in unserer Fernsehlandschaft mittlerweile nichts, was es nicht gibt.

Während meines Urlaubs habe ich beim kramen oft den Fernseher laufen gehabt. Und stieß auf die Sendung „4 Hochzeiten und eine Traumreise“.

Kurze Erklärung: Vier sich komplett fremde Frauen (hin und wieder auch Männer) sind auf den Hochzeiten der anderen Paare anwesend und beurteilen die Events mit allem Pipapo hinterher. Wer die meisten Punkte hat, tritt eine Traumreise an. Frank Matthèe, Froonk, der Hochzeitsplaner kommentiert das alles nebenbei.

Stellenweise echt unterhaltsam, rührend, niedlich. Aber teilweise zum schreien komisch, hin und wieder treten Momente der Fremdscham ein.

Wenn ich mal heiraten sollte, dann möchte ich alle(s) dabei haben: Aber kein Kamerateam und keine mir fremde Frauen/Männer (die zudem noch scharf sind auf eine Traumreise), und mir vielleicht extra zu wenig Punkte rein knallen.

Bewertet wird bei dieser Sendung das Brautkleid, die Location, das Essen und die Stimmung.

Das fällt ja alles erfahrungsgemäß nach Budget total verschieden aus.

Glaubt es mir, es gab Szenen, da standen mir die Nackenhaare bis Larami. Z. B. als auf einer Hochzeit der Ententanz gespielt wurde und die Gäste flügelschlagend auf dem Saal standen. Dem verantwortlichen DJ würde ich eigenhändig mit meinem Brautstrauß einen Scheitel ziehen.

Oder aber auch wenn ein Spiel das nächste jagte und ein Bekanntenkreis nach dem nächsten etwas vortrug. Das ist sicherlich nett gemeint, kein Ding. Aber meins war es noch nie und wird es auch nie sein.

Falls meine Freunde hier mit lesen: Wer auf die Idee kommt sich bei meiner Hochzeit den Ententanz zu wünschen oder einen 72-Teiler zu singen mit Blockflöten- oder Triangelbegleitung, der geht am nächsten Tag mit mir in ein verbales Duell 😉 

Der Gedanke, dass auf meiner Hochzeit vier fremde Leute sitzen die weder meine Gäste kennen, noch die Verwandtschaftsverhältnisse noch meine Kollegen, die selbst mich und meinen Mann nicht kennen, ist mir irgendwie fremd.

Und wenn dann noch jemand an meinem Kleid rum nasselt, an meinem so sehr gewünschten Schweinefilet am Büfett, an meinem Ort der Feier und an der Stimmung, dann ist mir das noch viel fremder.

An Tag 5 platzt dann immer die Bombe, dann sehen alle Teilnehmer wie sie bewertet wurden und was die „Gastbräute-/der Gastbräutigam über ihre Feiern sagten. Das ist Hardcore, da fließen auch gerne mal Tränen und die Ernüchterung folgt. Mein lieber Herr Gesangsverein.

Wenn man sich den schönsten Tag im Leben versauen möchte, dann scheint dieses Format augenscheinlich geeignet. Für kein Geld der Welt würde ich einen Tontechniker neben mir am Altar dulden. Es sei denn, er sagt in Kürze zu mir „Ja, ich will“ und ist zufällig danach mein Ehemann.

Ich würde nur Froock einladen, der bekommt so herrliche Lachkrämpfe wenn was komplett in die Hose geht. Und euch natürlich. ^^

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Von einer lustigen Zugfahrt, einem Schweden und ganz viel „döp döp döp döbbö döp döp döp“.

(Quelle Bild: Martin Zühlsdorf)

Zwei Konzerte an ein und demselben Ort an zwei Tagen, wie sie unterschiedlicher nicht sein konnten.

Konzert 1, Scooter: Hyper, Hyper! *wildmitdenArmenfuchtel*

Och ja, wenn der H. P. Baxxter mal hier in die Nähe kommt, dann kann man sich das gerne anschauen wie ich finde. Auch noch Open Air, besser geht es ja quasi nicht. Da unsere Mitfahrgelegenheit ausfiel, schwenkten wir um auf die Bahn. Ist ja wumpe wie wir ankommen, Hauptsache wir kommen an. Treffen war am Bahnhof. Einige standen schon dort, einige sind später eingetrudelt. Wir waren 14 Leute, es wurde durchgezählt 😉

Schnell diesen elektronischen „Fahrkartenverkaufsapparatismus“ gecheckt (die Lena war die Herrscherin, sie hat das Ding verstanden und bedient wie eine Eins) und das Resultat war: Kein Niedersachsen-Ticket, sondern Gruppen-Tickets. Kohle rein, 2 x 8 Fahrkarten gedruckt (das dauerte aber auch), ordnungsgemäß bezahlt und rein in den Zug. Es gesellten sich während der Fahrt noch andere Anhänger dieser Veranstaltung zu uns, man erkennt sich ja quasi. Ich hätte mich im Zug schon beömmeln können, die Stimmung war bombastisch.

Wir alle im Zielbahnhof aus dem Zug raus und Richtung Konzertgelände. Das waren ein paar Meter. Zwischendurch Pinkelpause für die Damen an einer öffentlichen Toilette (der Piccolo wollte raus), zwischendurch dezente Annäherung mit den anderen Fahrgästen, welche man nicht kannte. Ein Mann meines Alters (denke ich mal) schlenderte mit uns. Eine Plastiktüte tragend und ein Scooter-Shirt am Leibe. Kurz an gequatscht den guten Mann, und er erwiderte:

Do you speak English?“

Äh, jau, a little bit jetzt so.“

Es erzählte uns, dass er aus Schweden angereist ist, in Bad Karlshafen nächtigt und Scooter-Fan ist.

My english is so terrible“,

aber wir verstanden ihn und er uns. Das war ja die Hauptsache.

An der Weserwiese angekommen, tobte schon das Leben. Wir alle drauf auf das Areal, die Stimmung war super. Zwei DJ legten im Vorfeld auf, na klar im Scooter-Style. Es waren aber nicht nur „Raver“ dort, sondern Menschen wie Du und ich. Total gemischt.

Dann kam er, der H. P. Baxxter, und es dauerte nicht lange bis wild hüpfende Menschen vor mir standen mit wild schwenkende Armen.

Scooter kennen wir (fast) alle, und ob man deren Musik mag oder nicht, ist ein anderes Thema. Scooter ließen den Großteil der Besucher eskalieren. Mich auch. „How much is the fish“ war an diesem Abend das Thema. Nach dem Konzert gingen einige von uns noch zu der After Show-Party. Rammelvoll der Laden, auch dort wurde wieder getanzt und gegrölt und gefeiert.

Premiere an diesem Abend: Der „Kurze“ und ich zusammen auf einem Konzert. Ich denke, er fährt mit mir nie wieder zusammen. Als Mutter hat man ein Auge auf`s Kind, auch wenn diese erwachsen sind. Ich jedenfalls. Schlimm, ganz schlimm. Das ist aber wieder ein anderes Thema 😉

So neigte sich eine Nacht dem Ende, wie ich sie auch erwartet hatte. Und ich hoffe inständig, der Schwede kam mit seiner Plastiktüte wieder heile in seinem Zimmer in Bad Karlshafen an. Gesehen habe ich ihn an diesem Abend nicht mehr. Aber gut, etwas Verlust hat man ja immer, nä? ^^

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