Jetzt wie ein Hund im nassen Gras suhlen.

(Quelle Bild: Skitterphoto/Pixabay)

Wahrscheinlich gehörte ich gestern zu der Mehrheit der Menschen, die sehnsüchtig auf den angekündigten Regen warteten. In der Hoffnung auf etwas Abkühlung und, na klar, den Duft nach regengeschwängerter Luft. Ich rieche das zu gerne.

Leider setzte gestern der Regen ein als ich noch im Büro war. Da kam aber auch was runter! Wäre ich nämlich nicht mehr im Büro gewesen sondern zu Hause, dann hätte ich mich mit Klamotten auf den Balkon gestellt, da könnt ihr ein Eis drauf essen. Ich habe dauernd aus dem Fenster geschaut (welches natürlich sperrangelweit geöffnet war) und konnte gerade so den Drang unterdrücken da raus zu klettern und über die Rasenfläche zu laufen, mit den Armen wedelnd, tanzend und rufend:

„Kinder, ist das schön.“

Aber: Die Mannschaft, sprich meine Kollegen/Vorgesetzten waren noch da, ich denke es hätte für Verwirrung gesorgt 😉 

Wenn ich morgens ins Büro komme und besagtes Fenster öffne, strömt nicht nur kühle Luft ins Büro: Ich sehe auch das nasse Gras. Und wie oft dachte ich morgens schon:

„Ich würde mich jetzt so gerne darin suhlen. Einfach raus aus dem Fenster, hinlegen und durch das nasse Gras rollen. Ist mir wumpe wie meine Klamotten aussehen.“

Aber gut, ich denke auch dieser Anblick würde für Verwirrung sorgen unter den anderen Kolleginnen/Kollegen:

Hier, guckt mal raus. Die Neue aus dem Schreibbüro robbt gerade über die Wiese. Also ich fand die von Anfang an komisch. Kennt die jemand näher? Macht die das öfter? Verheiratet soll sie auch nicht sein. Kein Wunder. Ach Herrje!“

Heute ist Urlaubstag 1, hier sind alle Fenster aufgerissen in unserer Kemenate, es ist ja zu ertragen. In den nächsten Regenschauer könnte ich mich stellen auf meinem Balkon, mit der nassen Rasenfläche hätte ich jetzt ein Problem. Aber gut, mein Elternhaus hat zwei Gärten, muss ich das dort planen. Da würde sich auch keiner über mein Verhalten wundern, die kennen mich seit 48 Jahren da auf dem Dorfe 🙂

Dann genießt alle die momentan erträglich Temperaturen. Nächste Woche wird es wieder heißer. Aber: Das ist eben der Sommer, ich will mich weiß Gott nicht beschweren. ^^

Share

Ich mach die Tür nicht auf!

(Quelle Bild: Pixabay/KatinkavomWolfenmond/free)

Wenn es hier bei uns klingelt, dann kann ich leider nicht sehen wer so klingelt. Nach diversen Erfahrungen, dass plötzlich irgendwelche dubiosen Verkäufer vor meiner Wohnungstür standen, öffne ich entweder die Haustür nicht bzw.  öffne auch nicht die Wohnungstür. Meine Freunde melden sich nämlich immer kurz wenn sie mich besuchen wollen. Die kennen mein Leiden schon 😉

Hier standen auch schon Herren einer Rettungsorganisation vor meiner Butze bei denen ich ein Abo abschließen sollte. Um im Fall der Fälle medizinisch versorgt und abtransportiert zu werden, natürlich nur von denen mit einem mordsmäßigen Mitgliedsbeitrag. Dumm war nur, dass der Typ die ganze Zeit auf meine Uniform starte und wohl selber bemerkte, dass er da bei mir irgendwie an der falschen Adresse war. „Hier werden Sie selber geholfen quasi.“

Vorgestern sah ich schon zwei fremde Personen auf unser Haus zu schleichen mit blauen Westen und Klemmbrett unter dem Arm. Kannte ich nicht. Dann klingelte es auch, aber meine Tür blieb zu.

Kurze Zeit später klingelte es wieder. Und wieder und wieder. Ich versuchte mich hinter der Gardine zu manövrieren und auszuspähen wer mich da besuchen will. Ich sah keinen, hörte aber jemanden brüllen auf dem Parkplatz vor dem Haus.

Werner macht nicht auf“,

„Warum macht da keiner auf?“,

„Bei Werner ist der Briefkasten voll“,

„Meine Katze muss doch irgendwo sein“

und so ein Kram.

Ich hing noch immer hockend hinter der Gardine und beobachtete das Treiben, mir was das irgendwie alles komisch. Und wer ist dieser Werner?

Dummerweise sah mich die neue Nachbarin von nebenan und rief dem Mann, welcher auf dem Parkplatz wild brüllend umher lief zu, dass ich hinter der Gardine stehe. Danke auch. Vielen Dank. Die ist halt neu hier und weiß anscheinend noch nicht wie der Hase hier läuft. Wir verpfeifen uns hier nicht. Jedenfalls nicht so. Also öffnete ich das Fenster und fragte was denn los sei. Ich war angefressen wegen der petzenden Nachbarin, das glaubt mal. Folgendes war passiert: Seine Katze war aus dem Dachlukenfenster abgehauen und nun weg. Und er wollte wissen, ob ich sie gesehen habe bzw. seine Katze irgendwie in meine Wohnung gelangt ist. Oder auf meinen Balkon. Weil hier so viele Fenster bzw. Dachfenster geöffnet waren, da hätte sie rein schleichen können. Es wollte seine Katze unbedingt finden, sie war wohl noch recht jung und er hing an ihr. Das waren aber nicht meine Fenster welche geöffnet waren. Zudem war ich zu diesem Zeitpunkt schon über eine Stunde at home und hätte wohl bemerkt wenn eine Katze in meiner Wohnung ist. Und dann kam der Kracher, nämlich seine Äußerungen über „Werner“ mir gegenüber. Er beschwerte sich nochmals bei mir über den ominösen Werner.  Als ich äußerte, dass ich Werner bin, war mal kurz betretenes Schweigen. Warum der in meinen Briefkasten schaute weiß ich nicht, wahrscheinlich suchte er die Katze.

So, die Diskussion war beendet, ich wendete mich wieder meiner Wäsche zu, klingelte es wieder: Der Katzen suchende Nachbar stand vor meiner Bude. Das glaube ich jetzt nicht! Will der alle Räume persönlich inspizieren? Hier war keine Katze! Kurzer Plausch, kurze Erklärung welches Dachfenster zu welcher Wohnung gehört, den Name des Nachbars von mir gegenüber kenne ich nicht. Der hat aber ein Dachlukenfenster, er war nur nicht da. Als ich meine Tür schloss, ging es im Hausflur noch munter weiter. Da suchte einer verzweifelt seine Katze, ich verstand das ja auch zum Teil.

Einen Tag später treffe ich den Katzen- und Werner suchenden Mann auf dem Parkplatz und frage anstandshalber, ob die Katze wieder da ist.

Sagt er sinngemäß:

„Nee, nicht aufgefunden. Das ist aber nicht schlimm, dann kaufe ich eine eben eine Neue.“

Ach so, na dann, aha, tztztz. Hat sich der Ausraster ja total gelohnt. Ich weiß nicht wer mir mehr leidtut: Die Katze, die petzende Nachbarin oder der brüllende, hysterische Nachbar. Und ich bete zum lieben Gott, er kauft sich keine Lama welches über unsere Dächer spaziert und auf meinem Balkon landet. Geht der Rotz von vorne los. Den Briefkasten von Werner reparieren wir auch, ist ja klar. Da ist der Schlüssel abgebrochen.  Man ey, Werner. ^^

Share

In der Damentoilette war mehr los als in den Straßen von Potsdam.

Tür auf – Tür zu – Rotes Schloß – weißes Schloß

Am letzten Wochenende war ich wieder unterwegs mit dem Reisebus nach Potsdam. Nun ist es bei uns Frauen ja so, dass wir oft austreten müssen. Zumindest mein Jahrgang. Sag mir, dass ich zwei Stunden auf keine Toilette kann, und meine Blase füllt sich automatisch von jetzt auf gleich bis zum Rand. Ohne etwas getrunken zu haben. Nur der Gedanke daran macht mich schon panisch.

In diesen Reisebussen sind auch Toiletten, aber irgendwie stand ich der ganzen Sache kritisch gegenüber.

Zum einen weil ich die Erklärung über all die Knöpfe und Schalter vorher per Durchsage vom Fahrer so kompliziert fand, so dass ich etwas Angst hatte falsch zu drücken und den Notruf auszulösen.

Wenn Sie dort drücken, dann passiert das.“

Wenn Sie da drücken, passiert dieses.“

Und wenn Sie genau da drücken muss ich Sie retten, denn das ist der Notknopf.“

Bitte nur das kleine Geschäft, die anderen Mitreisenden werden es Ihnen danken.“

Okay, ist klar bis hier. Ich gehe da nicht drauf. Nicht inmitten mir fremder Leute. Einige sitzen ja quasi fast neben Dir wenn Du Deiner Notdurft nach kommst. Das ist nicht so meins.

So nimmt man jedes Raststätten-WC mit. Ich habe gelernt immer Kleingeld dabei zu haben, genau 70 Cent. Dann ab durch das Drehkreuz und ab geht der Peter. Vorher noch schnell den 50 Cent-Gutschein in den Geldbeutel geprümmelt welchen der Apparat ausspuckt (habe ich noch nie eingelöst).

Nun hatten wir auf der Rückfahrt die Situation, dass ich schon nach verlassen des Schiffes hätte austreten können. Ich war auf dem Schiff aber zu spät dran, wir mussten runter vom Kutter und zu unserem Bus. Gut, gehe ich halt im Bus. Das habe ich aber nicht geregelt bekommen aus o. g. Gründen. Knapp 2,5 Stunden Fahrt folgten, dann kam unsere „Zwischenstop-Raststätte“. Drei Mal dürft ihr raten, wer gerannt ist.  Es war aber so, dass zeitgleich mit uns noch weitere Reisebusse anhielten, und noch weitere Damen und Herren aufgehalten hatten: Wie eine Karawane wenn der Sultan Durst hat. Ein Gerammel in der Raststätte, fast alle runter auf die Toiletten. Die von unten kamen mussten warten: Eine Menschentraube mit Blase randvoll war auf dem Vormarsch. Ich drängele eigentlich nicht, bis auf diesen Tag. Ich habe links und rechts überholt, hatte die 70 Cent schon in meiner schweißnassen Hand und tippelte vom rechten Bein und auf das linke Bein. Während man vor mir erst das Geld passend suchte, habe ich mich wieder vor gedrängelt und passierte das Kreuz: Jau, drin. Da stand mein Geschlecht dann aber auch noch vor den Türen. Tür auf – Tür zu – Tür auf – Tür zu. Rotes Schloss – weißes Schloss – rotes Schloss – weißes Schloss. Immer Action da drin bei dieser Anzahl von Damen. Und ein Geschnatter wie im Puten-Stall.

Man ist ja unglaublich erleichtert, wenn man dann diesen Trupp verlassen kann und zum Bus schlendert als wäre nix gewesen.

Warum ich mir dann gleich einen Kaffee rein drehen musste in dem Wissen noch 2,5 Stunden im Bus zu sitzen, weiß der Himmel. Aber gut, im Bus wäre ja eine Toilette gewesen. ^^

Share

Bombenstimmung bei der Tagesfahrt zur Kieler Woche

Von Bus-Charter, Knutsch-Buden und Uwe

Uslar/Northeim Nun habe ich meine Jungfernfahrt hinter mir was Tagesreisen mit einem Busunternehmen angeht.

Ich fahre nicht gerne Auto. Deshalb habe ich mir vor einiger Zeit  Kataloge von Busunternehmen angefordert. Für mich die perfekte Alternative um mal durch das Land zu kommen. Was früher als „Kaffeefahrt“ betitelt wurde, mit dem Hintergedanken, dass man mit Heiz- und Rheuma-Decken nach Hause kommt und so manch anderem Krimskram, ist zumindest bei mir seit der Tour nach Kiel nicht mehr im Kopf.

„Ist im Bus ein Klo?“

Als ich mit meiner Kollegin und Freundin gegen 3.30 Uhr aufbrach Richtung Northeim, wusste und ahnte ich nicht im entferntesten was da auf uns zukommt. Man stellte sich so manche Frage:

Was fahren da für Leute mit?“

Wird uns gesagt wo wir hin müssen? Wo wir uns sammeln?“

Läuft da jemand mit einem Schild umher, um uns am Ende wieder zum Bus zu lotsen?“

„“Ist im Bus ein Klo?“

Fragen über Fragen.

So standen wir um 4.30 Uhr mit vielen Mitreisenden am Bus. Ich mit einem Jutebeutel voller Essen und Trinken. Viel zu viel wie sich später herausstellte.

Der sympathische Busfahrer Uwe

Unser Fahrer hieß Uwe und es sollte sich im Laufe des Tages mehrmals bestätigen, dass der gute Mann viel Wissen hatte. Er erklärte auf dem Weg nach Kiel den gerade aktuell passierten Orten/Städten betreffend eine Menge. Und er kochte in den kurzen Pausen immer wieder Kaffee für uns alle. Was wir dankend annahmen. Denn viel geschlafen hatten wohl keiner von uns, man musste mit Koffein pimpen.

In Kiel angekommen, gingen wir zu unserem Schiff. Mit diesem sollte es hinausgehen aufs Wasser. Brunch war auch angekündigt. Wir wurden mit einem Glas Sekt begrüßt von wirklich netten Damen und Herren der Crew.

Bombentisch

Noch zwei Ehepaare aus unserem Bus kamen mit an den Tisch an dem wir saßen, und die Stimmung ging gleich steil an Bord. Raunte mir meine Kollegin zu: „Bombentisch.“ Wir haben Tränen gelacht, es passte einfach mit uns allen. Die Konversation begann. Das ist ja das spannende, wenn man mit fremden Menschen gemeinsam einen Tag verbringt.

Während ich noch glaubte, dass es bestimmt Marmelade aus kleinen Einwegpötten gibt, dazu Brot und Wurst und vielleicht ein Ei, wurden wir eines besseren belehrt: Ein Brunch wie aus dem Bilderbuch. Absolutes Highlight: Das Büfett wurde wie eine Art Hebebühne nach oben gefahren. Plötzlich fuhr ein Teil des Schiffsbodens hoch und Trommelwirbel: Kalte und warme Köstlichkeiten kamen ans Tageslicht. So etwas habe ich noch nie gesehen. Es gab alles was das Herz begehrt. Und saulecker war es auch.

Die Knutsch-Bude

Nachdem wir den Magen gefüllt hatten, ging es hoch aufs Schiff an die frische Luft. Ich wollte das Wasser riechen und die Möwen hören. Es wehte eine starke Brise, nieselte auch immer mal wieder. Was mich allerdings nicht störte, ich sog die mir sich bietenden Bilder auf wie ein Schwamm. Mir doch egal wenn ich auf dem Kopf aussehe wie ein aufgeplatztes Sofakissen, außer meiner Kollegin kennt mich dort keiner.

Als wir wieder Land betraten, ging es über das Areal der Kieler Woche. Stand an Stand, das Angebot war unfassbar. Es gab auch eine „Knutsch-Bude“. Während meine Kollegin und ich noch dachten, dass da so alteingesessene Singlefrauen wie wir mal kurz geküsst werden, gegen Bezahlung natürlich, sah die Realität schon etwas anders aus: Es ging um Schnäpse. Okay, schade, och Mensch. Aber unser Gedanke war toll. Man sollte dieser Art der Interpretation vielleicht weiter verfolgen. Gibt ja genug Singles.

 Capirinha in der Hand

Danach gingen wir Richtung Innenstadt Kiel. Ohne Plan – ohne Ziel – einfach drauf los. Und wir landeten vor der großen Bühne eines namhaften Radiosenders aus Hamburg. Es waren zwei Liegestühle frei, wir beide uns gleich da drauf geschmissen mit unserem Handtaschen und es war Extrem-Chilling angesagt. Tolle Musik auf der Bühne, Longdrinks in der Hand, die Sonne dann doch im Gesicht: Es war wie Urlaub.

Kleiner Hinweis an die Frauenwelt: Kiel hat unglaublich hübsche Männer. Wir saßen nicht selten mit offenem Mund beim Beobachten der Leute, und ohne etwas zu sagen wussten wir was die andere gerade dachte. An dieser Stelle Glückwunsch an die anwesenden Ehefrauen dieser Männer.

Durchgezählt wie auf Klassenfahrt

Irgendwann schlenderten wir zurück, noch ein paar Souvenirs für die Kinder kaufend und dann Richtung Bus.

Wir waren auch vollzählig, es ist keiner versackt. Der Uwe hat uns immer durchgezählt, es war stellenweise das Feeling einer Klassenfahrt.

Kaum fuhr der Bus, fielen bei den ersten Fahrgästen auch gleich die Augen zu. Ich war viel zu aufgedreht, habe schon Bilder bearbeitet und in den sozialen Netzwerken geteilt.

Uwe sagte uns zum Schluss er sei froh, dass keiner von uns auf dem Schiff durch das hochfahren das Schiffsbodens durch die Luft katapultiert wurde, weil einer dort drauf stand. Ja Uwe, darüber waren wir wohl alle froh.

Die nächsten Reisen sind gebucht

Als wir gegen 23 Uhr wieder auf dem Gelände des Busunternehmens in die Nacht entlassen wurden, konnte ich kaum die Augen aufhalten. Noch knapp 30 Minuten Fahrt Richtung Uslar,  dann aber ab auf das Sofa oder ins Bett. Zum Glück hatten wir Urlaub eingereicht, nach einem solchen Ritt ist am Folgetag ein 9-stündiger Arbeitstag sicherlich eine Qual. Ich war noch immer so aufgewühlt. Weil ich lange, lange Zeit nicht mehr unterwegs war in dieser Form. Und mir nicht annähernd gedacht hätte, dass Reisen per Bus-Charter ein solch tolles Erlebnis ist. Für wirklich schmales Geld.

So komme auch ich Autofahr-Legasthenikerin mal durch die Republik. Die nächsten Fahrten sind schon gebucht. Ich hoffe, da sind dann auch „Knutschbuden“ nach unserer Interpretation am Start. Man wird ja wohl noch träumen dürfen.

Share

Zeig mir Deine Handtasche, und ich sag Dir wer Du bist.

Diese Weisheit habe ich erst vor ein paar Jahren gerafft, als man mich und gefühlte andere 1548 Frauen bei einem Casting darauf hinwies, dass man evtl. man kurz in unsere Handtaschen lunzt. Weil man am Inhalt einer Handtasche erfahren kann wie die Frau so tickt. Der Mann sicherlich auch, aber der trägt ja keine Handtasche. Eher selten quasi 😉

Diese These stimmt aber. Sage ich jedenfalls. Am Inhalt und der Größe meiner Handtasche lässt sich erahnen, dass ich mehr so die „immer rein, das wird irgendwann sauwichtig sein-Tusse“ bin.

Ich fahre Sonntag zur Kieler Woche. Nur einen Tag. Tagesreise sozusagen. Nichts dolles, ich verlasse nicht das Land und bin auch keine 5 Monate weg. Aber ich überlege seit einigen Tagen was ich alles so mitnehmen muss in meiner Handtasche: Getränke, Essen, Taschentücher, Fotoapparat, Kopfschmerztabletten, etwas für den Magen (es geht auf ein Schiff), Handy, Ladekabel, Geldbörse, Papiere, Kuli und Block, Deo, Parfüm, diverse Hygieneartikel wie Feuchttücher, Desinfektionsgel, einen Schirm, eine dünne Jacke/einen Pulli. Ich hasse das! Ich hasse das echt! Noch nie hat man gelesen, dass ein Tagesausflug richtig übel endete weil eine Frau ihr Deo vergessen hat. Oder ihren Kuli.

Noch nie habe ich erzählt bekommen, dass ein Tagesausflug in der Notaufnahme endete weil eine Frau ihre Schmerz- und Magentabletten vergessen hat. Oder das Desinfektionsgel.

Noch nie habe ich erlebt, dass ich bei einem Tagesausflug ohne Stift und Block in eine lebensbedrohliche Situation kam.

Aber trotzdem kann ich dieses Gerammel in meiner Handtasche nicht abstellen. Orrrr!

Das Teil wiegt ja dann auch! Da ich Querträgerin bin, also meine Tasche immer locker-flockig seitlich trage, muss ich hin und wieder wechseln. Sonst gehe ich krumm.

Am schlimmsten ist es dann, wenn ich etwas suche in dem Ding: Katastrophe!

Meinem Schwager ist mal aufgefallen, dass ich da einen Brauch übernommen habe: In unserer Familie ist das wohl Pflichtprogramm. Sieht man eine Frau schief gehen, mit einer Handtasche die aussieht als würde sie 35 kg wiegen, dann ist die Trägerin eine „Werner“.

Aber gut, wir haben Bullrichsalz dabei während andere über die Reling reiern. Ich wollte es nur gesagt haben.  Bitte, gerne 🙂 ^^

Share

„Schland“, Sammelkarten und Orakel: Kuriositäten um die WM.

 

Uslar Mir steigen dieser Tage wieder kleine Kötzerchen im Hals hoch wenn ich das Wort SCHLAND lese oder höre. Was nach der Entstehung dieses Wortes für einige Zeit noch recht witzig war, geht mir heute irgendwie auf den Sack. Aber mich fragt ja keiner. Außerdem werde ich es überleben 😉

Uschlaaaaa, das is in Nordschland

Nun habe ich das Wort SCHLAND mal gegoogelt: Es gibt sogar bei Wikipedia ganz viele Erklärungen dazu.

Wusstet ihr, dass dieses Wort ein geschütztes Markenzeichen ist seit 2015?

Und seit 2014 im Nachschlagewerk „Neuer Wortschatz“ zu finden?

Dass SCHLAND schon seit 2002 umher geistert?

Da war ich wohl vorhin etwas baff über die Infos. Ich kenne Leute, die sagen SCHLAND wenn sie mit 4,8 Atü auf dem Kessel im Taxi sitzen und erklären wollen wo sie hin möchten:

„Uschlaaaaa, kennste? Uschlaaaa, da is in Schland, Nordschland. Fahr los jetzte!“ Hicks.

Aber gut, wenn dieses Wort mit Feierlaune in Verbindung gebracht wird, lasse ich es mal durchgehen 😉

Eberhard und Seppi

Die „Orakel“ sind bei dieser WM auch wieder Thema.

Paul die Krake war das unangefochtene Fußball-Orakel Nummer 1. Paul hat ja leider nicht überlebt.

Nun gibt es noch den sibirischen Tiger Fedor, den Schneeleopard Sagar, Eberhard das Landschwein, Eisbärbaby Nannok, Elefantenbaby Nelly, Elefantenkuh Zella, Seebärin Daisy, Pinguin Flocke und Seppi den Dackel. Ich sah erst heute eine Ziege die sich nicht namentlich vorstellte, die aber mit ihren Kolleginnen und Kollegen auch orakelt. Irgendwie orakelt das Tierreich gerade zu 80% die WM. Mein Favorit wäre übrigens Eberhard das Landschwein, gefolgt von Seppi dem Dackel. Die Namen sind mir so symphatisch 🙂

Sie tauschen und tauschen und tauschen

Beim Einkaufen heute war ein Papa hinter mir, welcher zu seinem Kurzen sagte: „Hier gibt es bestimmt Fußballkarten.“ Dabei verzog er das Gesicht gequält. Stimmt, ich wurde auch beim Bezahlen oft gefragt ob ich diese sammele. Ich sammele alles, aber nicht diese Karten. Weil ich auch echt nicht weiß, was die mir bringen. Erst vor Kurzem wurde in einer lokalen Gruppe Uslar betreffend entschieden, dass das tauschen dieser Karten in der Gruppe nicht mehr gestattet ist. War das teilweise ein wildes Geschreibsel:

„Hier, ich habe 364x die Karte X und suche die Karte Y. Wer hat? Wer will? Wer tauscht? Hä? Was?“

So wirklich hatte das mit Uslar nichts zu tun, in dieser Gruppe geht es mehr um Stories aus dieser wilden Stadt in Nordschland 🙂

Auch wenn ich jetzt nicht soooooo die WM-Maus bin, keine Wimpel am Auto habe, keinen Schlüppa in Schwarz-Rot-Gold trage, also das Spektakel nicht so wahnsinnig verfolge, kam ja doch unter dem Strich eine Kolumne bei rum. Dann will ich mal nicht meckern hier. ^^

Share

Labertaschen: Da kann ich nicht immer zuhören.

Jeder von uns kennt sicherlich Menschen, die ohne Punkt und Komma reden. Von Haus aus. Gibt es halt. Hinzu kommen Menschen, die sich sehr oft wiederholen bei den Schilderungen die sie uns mitteilen. Und dann gibt es noch die, die mit dem ganzen Einsatz ihres Körpers erzählen, mit Armen und Beinen und Mimik. Und dabei immer lauter werden.

Zu Gruppe II und III gehöre auch ich. Furchtbar. Ich merke das meist er nach den Gesprächen, dass ich gewisse Passagen die ich für wichtig halte, 100x wiederhole. Irgendwie kann ich das auch nicht abstellen.

Vorhin beim Einkaufen sah ich jemanden, einen wirklich ganz lieben Menschen. Aber ich versteckte mich einen Gang weiter, und mit meiner Tarnkappe rannte ich zur Kasse. Wenn mich diese Person nämlich in ihre Fänge bekommt, dann ist der Drops gelutscht. Dann taut die Tiefkühlkost auf, dann grillen sich die Würstchen quasi selber, dann habe ich Blumenkohl an den Ohren. Du kommt nicht weiter bzw. zu Potte wenn Du diese Person triffst. Auch wenn Du sagst, dass Du es eilig hast. Keine Chance. Diese Personen nehmen es zur Kenntnis, reden aber weiter und weiter und weiter und weiter. Man will meist nicht unhöflich sein und bleibt dann eben stehen. Herrgott, was ist schon 1 Stunde und 45 Minuten auf dem Parkplatz eines Discounters stehend. Den Lieblingsfilm verpassend. Mit dem Wissen, dass die Eiscreme schon die Konsistenz von Suppe hat. Und die Steaks wahrscheinlich schon anfangen zu gammeln im Einkaufswagen.

Wir sind ja nicht immer gleich gut gelaunt. Wenn ich mehlig bin, bin ich echt nicht aufnahmefähig. Dann bin ich eine schlechte Zuhörerin, gerade wenn es um schwere Kost geht. Dann ist mir eh am liebsten, ich muss gar nicht sprechen oder zuhören oder meine Meinung abgeben. Bin ich gut drauf, kann ich labern wie ein Buch, höre mir alles an, verteile bei Bedarf auch Ratschläge oder ähnliches. Wie so `ne Hobby-Psychologin.

Die Hardcore-Königsdisziplin sind Menschen die ohne Punkt und Komma reden, allerdings nur von sich:

Ich habe“, „ich will“, „ich werde“, „das ist bei mir ja so“

Die Dich nicht annähernd zu Wort kommen lassen, die es echt nicht interessiert wie es Dir gerade geht. Die nicht sehen würden, wenn Du mit einer Schusswunde, blutüberströmt und vor Schmerz jammernd vor ihnen stehst. Die das nicht wahrnehmen wollen oder können. Das sind so Gespräche, die lassen mich persönlich total schnell ermüden. Gerade wenn diese Person sich oft wiederholt und mit Armen und Beinen spricht. Da bin ich nach 5 Minuten fix und fertig.

Heute zum Beispiel ging der Award der meisten Sprachnachrichten bei Whatsapp eindeutig an mich. In einer Gruppe. Taaadaaa. Wir müssen was organisieren. Ich habe eine Sprachnachricht nach der nächsten da rein geballert. Und hatte mittendrin Angst, meine Freunde steigen aus der Gruppe aus oder kündigen mir die Freundschaft. Heißt: Ich war heute gut drauf. Bin ich knatschig und da knallt einer eine Nachricht nach der nächsten in den Chat, kriege ich echt die Pimpernellen.

Nun zu meinen Freunden bei Whatsapp und der „Umzug 2018 Schoningen-Gruppe:

Mein Smartphone hat sich aufgehangen, ich bin heute wohl nicht mehr on air. Genießt die Ruhe, morgen geht es dann weiter.“

Schnabbel, schnabbel, schnabbel – im Display steht morgen wieder in grüner Schrift:

Steffi nimmt eine Sprachnachricht auf.“

Sorry ^^

Share

Surprise, Surprise: Die Überraschungsparty

Es war eine schauspielerische Glanzleistung aller Helferinnen und Helfer

Ich war ruhig die letzte Woche, gelle? Zum einen wurde mein Blog der DSGVO angepasst am Wochenende, zum anderen hatte ich ein ganz besonderes Projekt am Start: Eine Überraschungsparty planen und organisieren. Für den Kurzen.

Ja, wir haben beide in den letzten Jahren unsere Geburtstage gar nicht gefeiert. So dachte ich mir vor ein paar Wochen, dass es total cool wäre den 20. Geburtstag nachzuholen. Jetzt nicht meinen, den vom Kurzen. Etwas ausgiebiger dann. Nicht hier in unserer Bude in die nur 7 Leute passen, ich habe nicht mal Schnapsgläser und auch nur 4 Stühle. Sondern locker – flockig – rustikal. Mit Lagerfeuer am besten. Outdoor.

Also ratzfatz eine Grillhütte gemietet und alle eingeweiht. Keiner durfte ein Wort sagen. Nun rückte der Tag näher, wir hatten uns extra eine Story ausgedacht um ihn auf eine falsche Fährte zu locken. Ich bin wie angeschossen Einkaufen gewesen, hier Fleisch bestellt, da Getränke, und ich war lange auf der Suche nach ökologischem Mehrwegbesteck. Ist ja sauteuer das Zeug.

Okay, hatten wir alles unter Dach und Fach. So organisationstechnische Dinge sind nicht meine Dinge.

Was trinken die heutzutage?“

Wie viel Wurst und Steak isst eine feierwütiger Gast?“

Muss man in eine Grillhütte Flüssigseife und Klopapier mitbringen?“

Hoffentlich pinkelt da keiner aufs Areal.“

Nach Überlegung einer Story, die ihn auf die komplett falsche Fährte führte (meine Freundin feiert dort habe ich ihm gesagt, die Tina) ging der Spaß los.

Der Kurze, im Einzelhandel tätig, hat sich quasi seine Getränke selber geliefert 🙂 Er dachte aber, sie seien für die Tina. Und ich helfe ausladen, weil Tina arbeiten muss, für eine erkrankte Kollegin einspringen. War das ein Gemecker an der Hütte bei 30 Grad. 45 Minuten durchgehend Gemecker. Weil er eigentlich frei gehabt hätte. Und dann die Lästerei über mein ausgesuchtes Bier:

„Warum hat Tina so `ne Jauche genommen? Trinkt keine Sau!“

Er wusste ja nicht, dass es sein Bier für seine Party war und ich das im Angebot gekauft hatte. Nicht das von Tina.

Ich wieder an die Hütte gefahren gegen Abend, alles vorbereitet, der Kurze hatte sich hingelegt. Abgesprochen war, dass der Filialleiter ihn gegen 19 Uhr anruft, weil mit der Lieferung der Getränke was total in die Hose gegangen sein soll. Die er ja geliefert hatte. Und ihn abholt um nachzuschauen, was da falsch lief. Das war unser Plan um ihn an die Hütte zu locken. Wir waren schon alle dort. Nun ging der Kurze nicht ans Telefon, nicht ans Handy und nicht ans Festnetz. Ich rein in meine Karre und nach Hause gebürstet. Als ich aus dem Auto stieg, kam er aus der Haustür: Verpennt und mit wirrem Haupthaar. Auf sein

„irgendwas stimmt mit den Getränken nicht, ich werde jetzt abgeholt“

kam von mir ein

„keine Ahnung, ich war an der Hütte noch nicht.“

Ich fühlte mich mal kurz etwas schlecht.

Ich schnell in die Wohnung, ich hatte wieder die Hälfte vergessen und wieder ins Auto und hinterher. Der Filialleiter hat im Auto voll die Story erzählt, dass er Essen gehen wollte und einen Tisch reserviert hatte und nun wegen der falschen Lieferung alles ins wanken gerät. Selbst die Freundin des Filialleiters hat mitgespielt und am Handy per Lautsprecher Stress gemacht wegen dem bestellten Tisch und der falsch gelieferten Getränkebestellung.

Als ich dann wieder an der Hütte eintraf, stand da ein total verpeilter, verwirrter Kurzer der nicht fassen konnte, dass diese Party nicht die von Tina war, sondern seine. Er brauchte ein paar Minuten quasi.

Alle haben dicht gehalten, keiner hat sich verquatscht. Irre.

Wir haben bis morgens um 3.30 Uhr gefeiert. Seine Freunde waren so süß. Als es kurz Ärger gab, ist bei jeder Party so, kam einer mit 4,9 Atü auf dem Kessel auf mich zu und lallte:

„Steffi, wir passen auf Dich auf. Wir stehen hinter Dir. Mach Dir keine Sorgen.“

Als ich später einem mir unbekannten Polizisten begegnete und er mir mit seiner Taschenlampe entgegen kam auf dem Grillplatz, sagt der:

„Guten Abend, Frau Werner.“

Och nee, ich dachte gleich kommt ein:

„Sie schleichen aber auch immer, Jesses Maria. Man kennt Ihre Fratze. Die ganze Polizeidirektion Niedersachsen kennt ihre Fratze.“

Tausend Dank an dieser Stelle an die Freunde und Kumpels, die dicht gehalten haben. Und brenzlige Situationen im Griff hatten.

An unsere Verwandtschaft, die gegrillt hat wie wild und in rauhen Mengen.

An die Tina, die na klar auch dort war. „Was haste denn da für `ne Jauche genommen, Tina. Hä?“ 🙂

An die Kolleginnen/Kollegen von RE.. J. K. Wiesenstraße (ich darf keine Schleichwerbung machen), welche auch dicht gehalten haben, eine Standleitung zu mir aufnehmen mussten und den Spaß mitgemacht haben. Ihr wart echt oskarverdächtig. Und die vielen Salatmacherinnen, welche so viel lachten und Stimmung in die Hütte zauberten (eure Schüsseln bringe ich die Tage runter).

An den Mich(a)el der Brennholz lieferte, damit das Lagerfeuer aufflammte und ich mich wie 20 fühlte.

An den Tankshop in der Wiesenstraße (ich darf keine Schleichwerbung machen), welche mir in 30 Minuten 60 Brötchen gebacken haben auf den letzten Drücker.

An die Kerstin, bei der ich das Fleisch außerhalb der Öffnungszeit abholen konnte und die mir ausrechnete wie viel und was und überhaupt.

Und na klar die Junggesellen Bollensen, die in ihren grünen Shirts zahlreich erschienen, und mir mit ihren Stories echt so einige Lachkrämpfe abverlangten.

„Wenn … mit schwarzen Müllsäcken durch das Dorf geht, vollgeprümmelt bis oben hin, hat ihn die … wieder rausgeworfen. Kennen wir schon. Der zieht wieder ein. Die lieben sich.“

Die haben sich beim erzählen selber auf die Schenkel gehauen.

Es war ein toller Abend. ^^

Share

Die strenge Lisbeth, der schelmische Harry und die schöne Meghan.

Auch ich bekenne mich zu den Menschen, die morgen von 11.00 Uhr bis knapp 15 Uhr vor dem Fernseher sitzen werden beim ZDF, um mal wieder einer royalen Hochzeit beizuwohnen. Weil mich so etwas wirklich fasziniert, gerade Hochzeiten dieser Rangordnung. Für mich jedes Mal wieder unvorstellbar dieser Hype, diese minutengenauen Planungen, dieses von Anfang bis Ende durchdachte Protokoll. Die vielen fast durchdrehenden Menschen in den Straßen von England.

Manchmal wünscht man sich fast, ein Blumenkind bekommt einen Schreikrampf und pfeffert jemandem aus der königlichen Familie das Blumenkörbchen um die adligen Ohren. Am besten Charles, er bietet die größte Angriffsfläche 😀

Oder sagt schlimme Worte auf dem Weg zum Altar:

Ich gehe nicht neben Kimberley, die riecht nach Furz, die doofe Kuh!“

Es passiert einfach nicht, die sind getrimmt wie der Rest des Adels. Bei der Hochzeit von William und Kate hatte zumindest Pippa Middleton mal kurz für Furore gesorgt mit ihrem engen Kleid hinten um den wohlgeformten Po herum. Das alleine war schon zu viel wie ich lesen konnte. Deshalb soll Meghan keine Trauzeugin bzw. Brautjungfern haben: Man hat Angst, da raubt wieder eine mit einem wohlgeformten Hinterteil der Braut die Show. Und der Lisbeth halt.

Der Harry, irgendwie fiel er mit seinen Eskapaden früher schon sehr aus der Rolle in Lisbeth ihrem Hause. Er hat ja schon so manchen Klopfer gebracht. Und gerade das finde ich so sympathisch an ihm. Sicherlich hat er Nummern gerissen welche weniger witzig waren. Teilweise sogar geschmacklos. Nur musste ich teilweise grinsen wenn wieder Schlagzeilen über ihn zu lesen waren, dass er beispielsweise abgefeiert hat wie ein Wahnsinniger, und für einige Momente die Etikette sowie Oma Lisbeth vergaß. William ist ja eher so der ruhige, besonnene, artige Part. Ein kleiner Betbruder eben. Und dann kam der Harry und riss mit seinen Stories fast den Palast aus der Verankerung.

Die Presse überschlägt sich seit Monaten, es wird mit wilden Spekulationen um sich geworfen. Das Leben der Meghan M. wird auseinander genommen wie ein toter Fisch beim sezieren. Die strunzendoofen Überschriften ließen schon ahnen, dass da viel gequirlter Bullshit geschrieben wird. Ich finde sie sauhübsch, der Rest muss mich nicht interessieren.

Morgen sitze ich wie sicherlich Millionen anderer Menschen auch in Jogginghose vor der Flimmerkiste, mit einem kleinen Taschentuch ausstaffiert, Pott Kaffee am Mann/an der Frau und werde wie immer fasziniert sein von der royalen Welt und dem Drumherum.

Man mag als kleines Mädchen davon geträumt haben, dass man einen Prinzen heiratet. Heute nicht mehr. Mal ehrlich? Für mich wäre das alles nichts. So das Leben am Hofe im allgemeinen, mit Lisbeth oder einer Frau wie Lisbeth in der Verwandtschaft. Weil ich mich all den Regeln, der schon genannten Etikette, diesem dauernden Benehmen müssen nicht stellen wollen würde. Ich kann mir auch schwer vorstellen, dass die morgen eine Hochzeit feiern, welche wie eine Party wirkt, also bei der man eben richtig abfeiert. Wobei ich vorhin hörte, dass der Brauttanz nach Whitney Houstons Song: „I wanna dance with somebody“ abgehen soll. Weil beide Fans von ihr sind. Es wäre ihnen zu wünschen, dass sie so feiern wie sie feiern möchten, und nicht nach Regeln und Zeitplan. Das sind junge Leute.

Ich stelle es mir total steif vor. Da kann man als Braut nicht mal eben mit einem Bier um die Ecke huschen und heimlich `ne Kippe rauchen: Da wird die Lisbeth schon für sorgen! Oder bei den Freunden/Kollegen am Tisch als Braut gemeinsam mit einem Schnappes anstoßen und sich anzügliche Witze erzählen:

Hier, kennste den? Fragt eine Nutte eine andere Nutte …“ Bla, bla, bla.

Haste auch Lisbeth hinter Dir stehen mit drohendem Finger.

Bei diesen Hochzeiten scheint alles minutiös durchgeplant, da wird nichts dem Zufall überlassen. Teilweise sitzen die ersten Gäste stundenlang in der Kirche. Sicherlich darf man dann auch nicht mal kurz austreten, das gibt das Protokoll nicht her. „Aufhalten bis zum Schluss-Segen“ ist die Devise.

Aber gut, vielleicht interpretiere ich das auch alles falsch und da fliegt morgen die Kuh, und die Lisbeth tanzt die Polonaise ihres Lebens und geht ab wie H. P. Baxxter zu „Hyper, Hyper“.

Apropo: Irgendwie finde ich es schon bemerkenswert, wenn sich eine Frau wie die Queen so im Griff hat. Über 90 Jahre alt, seit knapp 60 Jahren im „Job“, keine Skandale um sie persönlich. Der Rest der Truppe fiel ja doch hin und wieder auf mit „nicht dem Hof angemessenen Aktionen“.

Meghan sei zu wünschen, dass sie es vielleicht schafft etwas frischen Wind in die königlichen Hallen zu bringen. Eine junge, hübsche Frau, die keine über dem Knie endenden Röcke tragen darf und keine High Heels, ist irgendwie veraltet. Auch wenn es sich um ein Mitglied der königlichen Familie handelt.

Ich verwette meine durchflennte Rotzfahne von morgen darauf, dass sie es schafft. ^^

Share

Grüner, bunter, heller und schöner als sonst.

(Quelle Bilder: Steffi Werner)

Nee, ich habe mir keine neue Batikhose gekauft, ich meine den seit geraumer Zeit schon relativ gut gelaunten und alles gebenden Frühling. Mit blauem Himmel und Sonne satt. Irgendwie habe ich so den Eindruck, man freut sich von Jahr zu Jahr mehr auf diese Jahreszeit. Und nicht nur ich. Meine Freunde schießen Bilder in der Natur welche den Verdacht nahe legen, die freuen sich auch ein Loch in die Mütze. Bzw. freuen die sich ein Loch in die Mütze, ich weiß das ja, es sind eben meine Freunde.

Mein Onkel hat immer gesagt:

„Stefanie, es ist Böschungswetter“.

Das habe ich damals nicht gerafft. Heute weiß ich was er meinte. Er ist aber auch ein Schelm, der Onkel 🙂

Ich arbeite seit Mitte Oktober in einer Klinik im Wald, und habe fast ein halbes Jahr dieses Gelände kahl gesehen. Nackige Bäume und so. Nackige Bäume, Regen, auch oft arschkalt und keine Nebengeräusche. Ich konnte mir nicht vorstellen wie das alles ausschaut, wenn es wieder grün wird. Nun sehe ich es, schon geil irgendwie. Nebengeräusche sind auch da. Stellenweise die Vögel, stellenweise der „Rasenmäher-Mann“, welcher total konzentriert von links nach rechts und wieder von rechts nach links eimert auf seinem Gerät vor meinem Büro-Fenster, und mich minutenlang zurückwirft in meiner Schreibtätigkeit, weil ich nix höre außer sein Gerät. Er hat ja Kopfhörer auf, er ist fein raus aus der Nummer. Dafür liebe ich ihn, wenn es danach nach frisch gemähtem Gras riecht. Gäbe es diesen Duft als Parfüm, Deo oder Raumspray, ich würde mir das sofort kaufen.

 

 

 

Vor meinem Balkon stehen Birken, die waren auch fast ein halbes Jahr nackig. Wie schnell die plötzlich anfingen wieder grün zu werden, ich bilde mir ein man konnte es 12-stündlich in großen Schritten beobachten.

Die Menschen um mich herum haben generell bessere Laune. Ist der Himmel blau – scheint die Sonne – blühen die Kirsch- und Apfelbäume: Zack, alle glücklich. Jetzt wird sich verliebt, verlobt, verheiratet. Ich jetzt nicht, aber einige um mich rum. Es sei ihnen gegönnt. Ich bin aber auch gerade verknallt: In den Raps.

Ich kann mich nicht daran erinnern in den letzten Jahren mal hier über die Dörfer gegurkt zu sein, um dann aus dem Auto auszusteigen und ein paar Meter zu gehen. Als würde man das alles förmlich aufsaugen. Natürlich Bilder machend um sie dann bei Instagram und Co. zu teilen. Genau das macht die halbe Nation, der Frühling wird gerade gefeiert auf Teufel komm raus.

Vorhin war ich Einkaufen am Abend, da sind die meisten ja irgendwie pampig und müde und meckerig. Als ich das Schild „Kasse geschlossen“ hinter mir aufstellen musste, und die Kassiererin die Kunden an die andere Kasse verwies, dachte ich da kommt jetzt gleich volles Brett Gegenwehr mit Gemotze und so.

„Hier, was soll denn das? Ich habe doch nur 3 Harzer Roller, das geht doch schnell!“

Kam aber nichts. Alle so:

„Okay, na klar, kein Ding.“

Lächelnd auch noch. Das kann nur der Frühling so etwas. Oder die waren alle frisch verknallt oder frisch verlobt oder frisch verheiratet. Das weiß ich jetzt nicht. Ist ja auch wumpe.^^

Share