Allein Daheim und andere Beobachtungen.

In den letzten Monaten war ich davon überzeugt, mich mit Corona nicht zu infizieren. Von wegen Blutgruppe und so. Und immer wiederkehrender negativer Testungen über einen langen Zeitraum.

Tja, da wurde ich wohl eines besseren belehrt: Plötzlich war da der zweite Strich!

Ich hatte kurioserweise in den letzten Monaten noch darüber philosophiert, wie ich denn eine Quaratäne wegstecken würde. Wer für mich einkauft. Ob ich nicht am Rad drehe in der Bude. Und ganz wichtig: Wie mein Verlauf ist.

Nun musste ich in die Isolation und ehrlich gesagt war mir etwas mulmig. Ihr kennt das bestimmt: Man beobachtet sich 24 Stunden am Tag.

Zum Glück war hier alles tipptopp, außer Schnupfen und Müdigkeit keine nennenswerten Komplikationen.

Meine Einkaufswünsche wurden täglich erfüllt.

Ein Balkon ist vorhanden.

Das Wetter war toll. So konnte ich in der Sonne sitzen und war ohne Komplikationen prädestiniert.

Ich hätte auch niemanden in meine heiligen Hallen lassen müssen, das fand ich cool.

Meine Sorgen, dass ich hier verdurste oder verhungere, lösten sich in Schall und Rauch auf.

Meine Sorgen, dass ich hier vereinsame, auch.

Whatsapp und Facebook rettete mich über den Tag. Auch das Fernsehprogramm. Und der Schlaf.

Mein Schnitt war in den acht Tagen über 10 Stunden in der Nacht. Da sind die Mittagsschläfe nicht mit eingerechnet.

Bist Du in Quarantäne, dann musst Du Dich nicht aufbrezeln.

Duschen – Haare an der Luft trocknen lassen – kein Make up und aussehen wie Karl Napp.

Echt doof, wenn dann ein Kollege per Videoanruf Kontakt aufnimmt.

An Tag 8 wäre ich gerne mal Einkaufen gegangen. Einfach mal raus aus der Bude. Leider, leider war da mein Test noch positiv.

An Tag 10 fuhr ich dann in ein Testzentrum und siehe da:

Negativ!

Ich war 2 Stunden Einkaufen, habe das echt so genossen. Und ich war dankbar, dass ich ohne schwerwiegende Folgen dazu in der Lage war.

Mein Einkaufswagen war voller Köstlichkeiten, ich hätte jeden Kunde und jeden Kassierer und jeden Artikel knutschen können.

Nun gut, vielleicht etwas viele Lebensmittel hier für 1 Person, aber ich lasche das schon weg die Tage.

Aus der Bude zu eumeln, das ist schon toll. ^^

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Von Promis aus dem Fernsehen und Frauen aus Spandau.

(Quelle Bild: S. Werner)

Letztes Wochenende war es endlich soweit, ich konnte mein Geburtstagsgeschenk zum 50. Geburtstag einlösen. Die Jubiläumsshow eines namhaften Comedian in Berlin auf der Waldbühne. Also den Turnbeutel gepackt und per Zug ab in die Hauptstadt. Ich erwähnte sicherlich irgendwann schon einmal, dass ich mich beim ersten Besuch in Berlin auch gleich Hals über Kopf in diese Stadt verliebt habe. So war meine Freude bei der Ankunft am Bahnhof auf dem Höhepunkt.

Nach dem einchecken im Hotel ging es dann auf Streifzug, welcher auf einem Schiff endete. Eine Fahrt auf der Spree. Herrlich! Die Sonne brannte vom Planeten und ich war glückselig 😉

Ein netter Herr servierte Getränke, ein anderer netter Herr erklärte alles was links und rechts zu sehen war. Ihr kennt das.

Der freundliche Herr am Mikrofon machte kurz Pause und verschwand. Bis hierher nichts außergewöhnliches.

Dann kam er wieder, tippte auf meine Schulter und fragte:

„Entschuldigung, kann es sein, dass ich Sie aus dem Fernseh kenne?“

Ich war wie vom Donner gerührt und verneite.

Dann erklärte er, dass er und der nette Herr mit den Getränken sicher gewesen sind, ich sei Ulrike von der Groeben.

In diesem Moment war ich gefühlte 2,50 m groß und der Tag war gerettet.

Ich gebe zu, die Ulrike gleich gegoogelt zu haben. Nun gut, ich wäre froh wenn ich halbwegs so aussehen würde wie Ulrike und Sendungen moderieren könnte quasi.

Einen Tag später bei der Fahrt im Taxi von der Waldbühne Berlin zurück in die Stadt dann der nächste Brüller. Ein echt netter Texifahrer, ich saß vorne. Ich lasse jetzt mal die Geschichte weg vom dem Ehepaar, welches auch im Taxi mit uns saß. Und … ach, lassen wir das.

Der Taxifahrer war sehr gesprächig und erzählte dann, dass bei uns (!!!) in Spandau viel gebaut wird. Jetzt musste ich die Kurve kriegen und erzählte ganz belanglos, dass ich aus einer Kleinstadt in Niedersachsen komme. Aus einer Kleinstadt, in der man die Polizisten mit Name kennt. Und in der man Strecken von 5 km nach Partys zu Fuß geht, gerade wenn man auf einem Dorf aufgewachsen ist.

Daraufhin er:

„Du kommst doch aus Spandau, ich habe Dich hier doch schon gesehen!“

Und ich so:

„Nee, nicht wirklich.“

Scheinbar habe ich ein Allerweltgesichts.

Ich habe mich innerlich abgerollt als es im Auto plötzlich stank wie im Schweinestall. Und denke mir so:

„Zwei Frauen im Auto und der pfurzt wie Bolle! Gut, dass das Ehepaar schon ausgestiegen ist, es hätte sonst die Situation noch dramatisiert.“

Ich konnte das würgen am Höhepunkt des Gestankes gekonnt unterdrücken.

Bis er dann erwähnte:

„Da ist `ne Kläranlage im Ort.“

Gelächter in der Bude und Erleichterung.

Und die Moral von der Geschicht: Vom Fernseh und aus Spandau bin ich nicht. ^^

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Vom Ententanz zum Jahreswechsel und anderen Peinlichkeiten.

(Quelle Bild: Pixabay/Viki_B)

Silvester zum zweiten Mal in Zeiten einer Pandemie, daran ist ja nun nichts zu ändern. Nix mit Partys im großen Stil. Okay, dann ist das eben so.

Ich war jetzt nicht so gut drauf und hatte mich auf einen Abend auf dem Sofa eingerichtet. Zudem wollte ich um Mitternacht zwei andere Seiten in Bezug auf Social Media bespielen, eine Planung dafür im Vorfeld ging irgendwie in die Hose.

Und ich denke noch so:

„Naja, in diesem Jahr werden sich die Programmdirektoren und alle anderen Verantortlichen sicherlich ein angepasstes Angebot überlegt haben. Nicht so ein Drama wie vor einem Jahr.“

Ich muss jetzt noch lachen. War nix mit angepasstem Angebot. Es war derselbe Reinfall wie 2020/2021 was uns die öffentlich-rechtlichen Sender, aber auch die privaten Sender so geboten haben.

Musiksendung über Musiksendung über Musiksendung. Ich war noch nie der Typ Frau, welcher klatschend und schunkelnd nur für sich im Wohnzimmer eskaliert.

Die Fernbedienung war hier im Dauereinsatz, es war ein wirres durch das Programm zappen an diesem Abend. Der Blick in die Fernsehzeitung brachte auch kein Licht ins Dunkel. Zu blöde, dass ich den DVD-Spieler nicht gestartet bekam. Streamingdienste sind hier auch noch nicht aktuell.

Ich war dann kurz hängengeblieben in einer Doku über spektakuläre Unfälle. Da war aber nach 20 Minuten die Luft raus bei mir. Nächster Halt waren zwei Typen, die eine Ketchupflasche in einen Fernseher schossen. Da war nach 5 Minuten die Luft ebenfalls raus.

Der Film „Spiel mir das Lied vom Tod“ fand hier auch keinen Anklang. Makaberer ging`s ja kaum in der aktuellen Situation.

Gegen 22.30 Uhr hätte ich mich abrollen können. Ging aber nicht, ich hatte ja um Mitternacht noch zwei Missionen zu erfüllen.

Bei Facebook, Insta und Co. brannte auch nicht die Luft quasi. Ganz kurz keimte die Idee auf noch schnell zwei Stunden in eine Singlebörse zu stürmen. Irgend ein Trallerpattchen wird da auch so derbe Langeweile schieben. Diese Idee fand ein jähes Ende, als hier schon die Böllerei los ging. Weil ich via Küchenfenster mein KFZ im Auge hatte. Während draußen das Gekreische hysterischer Damen an Fahrt aufnahm, schritt die Zeit dann doch voran.

23.45 Uhr bereitete ich meine Beiträge vor und schaute so eine neckische Musiksendung, weil die immer exakt den Countdown runterzählen. Ich hatte noch die Szene erwischt, als junge Frauen flügelschlagend den Ententanz zelebrierten. Mensch, wie unterhaltsam. Da haben wir doch eigentlich alle drauf gewartet, oder? Das war so der Moment, in dem ich peinlich berührt war. Es folgte die Polonaise Blankenese,

„hier fliegen gleich die Löcher aus dem Käse,“

Sie kennen das.

Die Stimmung war auf dem Höhepunkt. Bei mir jetzt nicht so, aber andere hatten bestimmt ihren Spaß.

00.15 Uhr, meine Arbeit war getan, mein Auto scheinbar nicht von einer Rakete gestreift oder zerlegt, zu dem Gekreische hysterischer Damen auf dem Parkplatz paarte sich das Gekreische hysterischer Typen.

Ich hatte noch einen Film im Auge, die Infos darüber klangen nicht schlecht.

Nach 3 Minuten war dann der Fernseher aus, das war scheinbar so ein wirres Kram, für das man einen gewissen Pegel an Sprit im Blut haben musste um dem folgen zu können.

Dann noch in eine Singlebörse rammeln lohnte ja auch nicht mehr, die hätten bestimmt gedacht ich bin so eine komplett verstrahlte Tusse.

Und zum nächsten Jahreswechsel ist hier ein Streaming-Dienst an Bord, ich schwöre!

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Sprachnachrichten im Turbo-Gang – wer es mag.

(Quelle Bild: Pixabay/geralt)

Da schaute ich wohl nicht schlecht, als neben den Sprachnachrichten meiner Freunde (und meinen eigenen) bei Whatsapp plötzlich rechts „1““ und 1,5“ und „2“ auftauchten wenn man auf den Play-Button drückte. Ich hab mich echt nicht getraut da mal drauf zu drücken. Okay, okay, okay, die Neugierde siegte dann doch und ich hörte nach dem tätigen der Knöppe mir unverständliche, rasant schnell gesprochene Sprachnachrichten à la Mickey Mouse. Zum schreien komisch, ich hätte mich beömmeln können.

Nun wusste ich nicht ob ich da irgendeinen Trend verpasst habe, die Erhöhung der Sprachgeschwindigkeit einen Grund hat welcher mir nicht einleuchtet. So habe ich das auf mehreren Seiten mal gegoogelt.

Hintergrund ist echt, das man Zeit spart beim abhören der Nachrichten, gerade wenn man einen Lahma*sch unter seinen Leuten hat, welche extrem langsam spricht. Sorry, aber so jemanden kenne ich nicht. Weder in den sozialen Netzwerken noch im realen Leben. Selten war ich in Situationen bezüglich Unterhaltungen/Gesprächen, in denen ich mir mehr Geschwindigkeit wünschte. Mit verzerrter Stimme, das kommt ja noch dazu.

Und selbst wenn ich jemanden kennen würde, welche(r) langsam spricht: Dann ist das eben so und wird seinen Grund haben. Vielleicht auch einen medizinischen Grund mit neurologischer Ursache.

Ich würde mir wohl manchmal weniger Inhalt wünschen beim quatschen, also wenn jemand ohne Punkt und Komma redet und von Kuchen backen auf Pobacken kommt so rein von der Thematik her. Allerdings geht es vielen Leuten so mit mir wenn ich in Sabbel-Laune bin 😉

So habe ich den angeblichen Wunsch von Usern nicht verstanden, wenn es um die Verdopplung der Sprachgeschwindigkeit geht.

Wenn man die Geschwindigkeit verdoppelt, dann versteht man kaum was. Ich jedenfalls nicht. Auf eineinhalb Mal schnellere Abspielung geht das noch, aber bei allem anderen hört sich das an als ob eine Ziege in einen Blecheimer pullert.

Ich habe aus Spaß an der Freude etwas dramatisch klingende Nachrichten in doppelter Geschwindigkeit abgehört: Da wird aus Drama schnell Comedy 🙂

Es sei die Frage erlaubt, ob wir für unsere Familie, Freunden, Kollegen und Bekannten nicht mal 6 Minuten Zeit abknapsen können wenn es um den Austausch geht. Auch wenn es 10 Minuten sind oder was auch immer. Sprachnachrichten sind nicht jedermanns Sache, kein Ding. Aber ich bitte ja auch niemanden am Telefon oder auf der Straße schneller zu sprechen, um nicht so viel Zeit in ein Gespräch investieren zu müssen. Wo bleibt da eigentlich die Zwischenmenschlichkeit?

Zudem würde ich gerne die Originalstimmen hören, nicht so eine spooky Stimmlage welche mir echt fremd ist.

Hauptsache man erfindet nicht noch die Funktion, dass wir Nachrichten mit doppelter Lesegeschwindigkeit aufsaugen müssen, weil sie dann verschwinden und wir ein paar Sekunden oder Minuten mehr Lebenszeit gewonnen haben.

Verrückte Welt. ^^

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Der erste Kaffee in der Außengastronomie: Yeah!

(Quelle Bild: Pixabay/Silke Wöhrmann/jobbe)

Ich weiß ja nicht wie es euch bzw. Ihnen geht, aber für mich ist die Öffnung der Gastronomie schon so ein kleines Highlight. Gerade was die Außengastronomie betrifft. Wie sehr habe ich genau das all die Monate vermisst.

Am Donnerstag hatte ich einen Termin (in Hessen war Feiertag), so war ich am Vormittag schon unterwegs. Und bin zum Glück auf die glohrreiche Idee gekommen einen kleinen Umweg durch die Innenstadt hier zu machen. Das Wetter war klasse, meine Stimmung nicht weniger als ich sah, dass scheinbar nicht nur ich diese Idee hatte. So dauerte es nicht lange bis zu dem Moment, als ich endlich, endlich wieder mit einem Kaffee vor einer unserer Kneipen saß.

Es mag sich albern anhören, aber das fühlte sich dermaßen geil an. Die Menschen um mich herum hatten irgendwie alle gute Laune. So kam man mit Leuten ins Gespräch, mit denen man noch nie ein Wort gewechselt hatte.

Am liebsten wäre ich drei Tage dort sitzengeblieben, weil es mir echt gefehlt hat. Und es sich anfühlte, als hätte man ein Stück Lebensqualität zurück erhalten. Vor 2 Jahren habe ich noch nicht so bewußt wahrgenommen, was diese Momente eigentlich für ein Luxus sind.

Es war meiner guten Erziehung geschuldet, dass ich mir kein kleines Bier gegönnt habe morgens um 11 Uhr. Das Gerede dann geht ja schnell:

„Hier, saß die Steffi da am Vormittag schon mit einer Gallone am Hals!“

Das Bier mit Freunden steht aber hier ganz weit oben auf der Agenda.

Apropo Freunde: Meine sind schon die Härtesten irgendwie. Ich war die Tage davor etwas unpässlich quasi. Einladungen auf das obligatorische Bier am Abend musste ich absagen. Was aber zumindest einen aus der oben genannten Gruppierung nicht davon abhielt, mir Bilder seines frisch gezapften Bieres zu schicken mit den Hinweisen, wie toll es jetzt gerade ist. Und wie er dieses Bier an der frischen Luft genießt. Während ich vor einem Kräutertee und Knäckebrot saß. Aber gut, es sei ihm gegönnt 🙂

Dass es nicht nur mir so geht, das konnte ich gestern Abend erleben, als vor einem Discounter zwei nette Angestellte draußen bei einem Bäcker saßen. Man konnte es ihren Gesichtern ansehen, dass sie dasselbe dachten wie ich am Vormittag.

„Endlich wieder!“

Das haben mir die zwei Hübschen in einem kurzen Gespräch dann auch bestätigt.

Wenn es nach mir ginge, würde ich (fast) jede Kneipe, jedes Café, jede Eisdiele und jedes Restaurant hier aufsuchen und dieses Feeling ausnutzen. Mache ich vielleicht auch 🙂

Es geht halt nix über diese Momente mit Freunden, das zusammen sitzen, das quatschen, das gemeinsame Essen und Trinken. Genau diese Dinge machen das Leben mitunter aus. Zumindest für mich.

Da denke ich gerade an mein Lieblingszitat:

Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen.

Guy de Maupassant

Wahrscheinlich freuen sich die Betreiberinnen und Betreiber nicht weniger, uns wieder vor der Nase sitzen zu sehen. Sie haben uns bestimmt auch vermisst. ^^

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Wenn der Kirchturm nachts laut bimmelt.

(Quelle Bild: Pixabay/OpenClipart-Vectors)

Es trug sich zu Ende April, als ich in der Nacht von Sonntag auf Montag, geweckt von einer randvollen Blase, aufwachte und den Gang auf die sanitäre Anlage antrat. Zu hören war Geläut. Nicht wie üblich alle 15 Minuten, sondern durchgehend. Ich war etwas verwirrt, schob diese akkutische Wahrnehmung auf vielleicht akute Überarbeitung/schlechten Schlaf oder was auch immer, und rollte mich wieder ab. Es bimmelte noch immer. Da kommt man auf ganz skurile Gedanken so kurz vor dem Wiedereintauchen in das Land der Träume. Man zweifelt an sich und an seinem Verstand.

„Habe ich irgendeinen kirchlichen Feiertag vergessen?

Bimmelt die katholische Kirche jetzt nachts um 2 Uhr aus Gründen, welche ich noch nicht durch die hiesige Presse mitbekommen habe?

Hat man das Läuten wegen Corona von abends 21 Uhr jetzt auf nachts 2 Uhr verschoben?

Läutet es nun generell wieder wegen der Pandemie? Wirklich nachts um 2 Uhr?“

So schlief ich ein und dachte am nächsten Morgen nur kurz darüber nach. War mir allerdings auch nicht mehr sicher ob es nun ein Traum war oder Realität.

Bis ich kürzlich erst die lokale Presse online gelesen hatte, und da kam dann die Lösung:

Es hat wirklich geläutet, eine der vier Glocken hatte quasi eine Eigendynamik entwickelt und bis 3 Uhr alles gegeben. 60 Minuten Gebimmel vom Feinsten. Bis zu dem Moment, als man dann die Stromversorgung unterbrechen musste. Es hatten sich nämlich schon Anwohner bei der Polizei gemeldet und sich über das Gebimmel beschwert. Ein netter Herr der Gemeinde machte sich dann auf den Weg und klemmte der Glocke den Saft ab.

Ich habe also keinen Feiertag verpasst, keine Neuerungen um das Geläut verschlafen, halluziniert habe ich auch nicht.

Sind wir mal gespannt, wann bzw. ob die evangelischen Kirchenglocken auch eines Tages ihren eigenen Willen durchsetzen und eine Kleinstadt aus dem Tiefschlaf reißen.

Das sollte ich dann mitbekommen, der nächtliche Gang aus dem Bett auf die Gästetoilette lässt da Raum für 🙂

Und ja, es mag viele genervt haben, aber ich finde solche Storys immer herrlich.

Und die Moral von der Geschicht: Kirchenglocken gehorchen immer … nicht! ^^

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Vatertag so ohne Jungs/Männer/Väter: Ich habe euch echt vermisst.

(Quelle Bild/Pixabay/RitaE)

Jahr Nummer 2 ohne Bollerwagen und ohne lustiges Männervolk. Ich habe diese Bilder bzw. Anblicke immer geliebt.

Morgens alle noch „frisch-fromm-fröhlich-frei“ hier den Berg hoch gekrabbelt, und knapp 12 Stunden später das Drama in seiner realen Form. Da wurde auch gekrabbelt, aber teils auf allen Vieren oder mit Schwankschwindel.

Es geht nicht darum den Alkoholkonsum zu feiern. Es geht eher darum die Zusammengehörigkeit schätzen zu wissen. Hier in unserer Ecke gibt es viele Junggesellen-Vereine, die sind natürlich am Vatertag durchgestartet. Oder Freunde. Oder Kollegen. Oder, oder, oder. Das ist das Schöne an einer Kleinstadt oder an den Dörfern: Dort erhält man diese Traditionen am Leben. Da treffen sich die Männer zum Wandern und verbringen gemeinsam einen sicherlich lustigen Tag.

Es gab Vatertage, da bin ich spaßeshalber ins Auto gestiegen und habe mir das mal aus der Nähe angesehen. Wenn die Trupps durch die Pampa krochen, johlend durch die Gegend zogen. Wenn sie Rast machten auf diversen Bänken/Büschen/Bordsteinkanten.

Teils war ein so genannter „Ghetto-Blaster“ auf dem Bollerwagen, da war Stimmung in der Bude.

Einer war immer der, welcher irgendwie nicht müde wurde. Und einer war immer der, welcher zuerst schlief. Zur Not im Stehen. Oder sanft gebettet im Bollerwagen.

Man kennt sich ja hier.

Bei einigen dachte ich:

„Oh Gott, wenn Du die Haustür aufschließt mit 4,8 Atü auf`m Kessel, dann ist eine Predigt der Gattin aber sowas von gesichert.“

Bei anderen dachte ich:

„Wenn Du die Haustür aufschließt, rund wie ein Buslenker, kriegt das nicht mal eine(r) mit.“

Hoffen wir, dass 2022 hier die Bollerwagen hoch krabbeln und wieder runter.

Dass die Männer Spaß in den Backen haben.

Dass Vereinsleben und Freundschaft an Tagen wie diesen wieder erlebt bzw. gelebt werden kann.

Mal ganz ehrlich: Ich würde da total gerne mal mitmarschieren. ^^

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Vom „großen Licht“ und der „guten Stube“.

(Quelle Bild: Pixabay/Peggy_Marco)

Es gibt ja so Erinnerungen an unsere Kindheit/Jugend, die holen uns sofort wieder ein wenn wir sie hören.

So wie in der Überschrift genannte Ausdrucksweisen.

Das „große Licht“ war das Deckenlicht, man wurde immer dezent daran erinnert dieses zu löschen wenn man das Zimmer verlassen hatte. Oder es anzuschalten wenn man es betrat. Außer dem großen Licht gab es in meiner Erinnerungen noch z. B. Stehlampen. Unsere schaltete man ein, wenn man an einer Schnur zog. Diese Stehlampen waren so häßlich, dass sie wiederum auch schon wieder fast schön waren.

Auch damals in vielen Wohnungen integriert die Wandlampen. Bei uns waren es zwei. Die wurden auch mit einer Schnur angeschaltet. Gut, schön waren die auch nicht, aber sie machten ein so muckeliges Licht.

Die „gute Stube“, diese habe ich noch total real vor Augen. Die gute Stube wurde nur genutzt Weihnachten oder an Geburtstagen. Bei uns war die gute Stube von der alten Stube durch eine Schiebetür getrennt. Das Ding hat gequietscht beim öffnen und man brauchte vollen Körpereinsatz um das Teil von links nach rechts zu schieben. Die gute Stube war jetzt optisch nicht so der Brüller, aber es war eben die gute Stube. Es war in der guten Stube meist arschkalt, weil sie kaum genutzt wurde. Und kurz bevor sie genutzt wurde, musste man darin feudeln. Es war ja alles vollgestaubt, eben weil sie vor sich hin vegetierte bis zum nächsten Einsatz.

Bei uns gab es aber auch noch die „gute Kleidung“, also Klamotten, welche man nur sonntags oder aber auch bei besonderen Anlässen trug, zu denen in der guten Stube die Heizung angestellt wurde. Und das große Licht angeknippst 😉

Heute noch habe ich die Sache mit der guten Kleidung verinnerlicht. Es gibt Klamotten, die kann ich wochentags nicht anziehen, da fühle ich mich schlecht.

Oder aber es passiert auch, dass ich die Klamotten so dermaßen unter guter Kleidung verbuche und sie auch so behandle, dass ich diese noch nie trug. Weil der Anlass noch nicht gegeben war. Wahrscheinlich passe ich da nicht mal mehr rein. Ich müsste das echt mal antesten demnächst.

Wörter wie die der guten Stube oder dem großen Licht fallen hier heute nicht mehr. Auch nicht die der guten Kleidung.

Stube sagt man kaum noch, eher Wohnzimmer. Das große Licht ist heute einfach nur das Licht. Aber irgendwie waren diese Ausdrücke doch klasse damals, oder? Wenn ein Vater brüllte:

„Mach das große Licht aus und die gute Stube zu“,

dann haben wir gespurt und wußten wo der Frosch die Locken hat.

Das sind so Erinnerungen an alte Zeiten. Es war weiß Gott vieles nicht schlecht in den 70er und 80er Jahren. Weiß Gott nicht. Und ich bin oftmals kurz davor mir eine häßliche Stehlampe mit Schnur zu kaufen, nur der Erinnerung wegen. ^^

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Von Lichthupen, vielen grüßenden Händen und einem quietschenden Lenkrad.

Quelle Bild: Pixabay/JillWellington)

Das quietschende Lenkrad begleitet mich seit Wochen, ich weiß nicht was da los ist. Je wärmer es in der Karre ist, desto lauter und penetranter quietscht das Teil. In einem ganz ekelerregenden Ton durchgehend. Vielleicht hängt das mit nachfolgendem Problem zusammen.

Mein Lenkrad scheint sich auch irgendwie anders positioniert zu haben, ich sehe meine Anzeige für Licht, Blinker und all dem Kram nicht mehr. Das nur als Erklärung im Vorfeld für folgende Story aus der letzten Woche:

Ich fuhr zur Arbeit, und nach knapp 5 km machte ein mir entgegenkommender netter Mann Lichthupe. Ich kannte den nicht, ging vom Gas, dachte an einen Blitzer, einen Unfall, ausgebrochene Rinder oder was auch immer. Aber da kam nichts.

Knapp 1 km weiter machte wieder ein mir entgegenkommender netter Mann Lichthupe. Und hob die Hand. Auch diesen kannte ich nicht. Ich war verwirrt.

Es dauerte nicht lange, da begegnete mir wieder eine Lichthupe, auch dieser Fahrzeugführer war mir unbekannt. Da ich gerne zu weit links fahre, schob ich es auf diesen Umstand und fuhr ab diesem Zeitpunkt weiter rechts. Zwischenzeitlich dachte ich einfach nur, dass die Herren gute Laune haben weil wir blauen Himmel hatten, Sonne satt, der Tag begann klasse. Und sie wollten mich an ihrer Stimmung teilhaben lassen.

Oder lag es an meiner neuen Sonnenbrille? Für knapp 14 Euro geschossen? Sehe ich damit sympathisch aus und sie wollten mir das einfach nur symbolisieren?

Gut, der Traum war geplatzt als mir Wagen Nummer 4 mit Lichthupe entgegenkam und der Gruß jetzt nicht soooo freundlich wirkte. Eher abgenervt.

Total verunsichert rutschte ich etwas tiefer in den Sitz um meine Anzeige genauer unter die Lupe zu nehmen. Und da hatten wir dann den Salat und die Lösung: Ich war mit Fernlicht unterwegs über ca. 10 km.

Nix mit nett, guter Laune, toller Stimmung, noch viel tollerer Sonnenbrille und viel Sympathie. Ich hatte es verk*ackt!

Wahrscheinlich bin ich beim blinken etwas zu heftig unterwegs gewesen und habe zeitgleich das Fernlicht angestellt. Das wird beides über den Hebel links gesteuert. Da das Lenkrad tiefer sitzt wie gewohnt, hatte ich das nicht gesehen auf der Anzeige. Vielleicht hängt dieser Umstand auch mit dem Gequietsche zusammen, man weiß es nicht.

Gut, man möchte ab diesem Zeitpunkt gerne unsichtbar sein und unter die Fußmatte krabbeln.

Ich war mir sicher, dass auch auf einer der „Spotted-Seiten“ hier aus der Region Beträge kommen wie:
„Hey, alte Frau mit der coolen Sonnenbrille in der roten, windschnittigen Karre, was stimmt mit Ihnen nicht?“

Es kam aber zum Glück nichts.

„Mensch, Jungs, tut mir leid. Der nächste Werkstatt-Termin ist quasi euer Termin, da werde ich das Lenkrad richten und auch ölen lassen. Kommt nicht wieder vor. Aber an das Grüßen könnte ich mich gewöhnen. Weitermachen. Und sorry nochmal.“ ^^

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„Das ist Steffi, die trinkt nur halbe Liter“.

Quelle Bild: Pixabay/Free_Photos)

Mehr zu dieser Aussage einer meiner Freundinnen später.

Heute ist „Tag des Bieres“, fast wäre das an mir vorbeigegangen. Google sagt, mit dem Tag des Deutschen Bieres wird seit 1994 von den deutschen Bierbrauern der Erlass des bayerischen Reinheitsgebots im Jahr 1516 gefeiert. Der Tag des Deutschen Bieres findet jährlich am 23. April statt, dem Jahrestag des Erlasses.

>>Innerhalb des Jahres 2020 summierte sich der Pro-Kopf-Verbrauch hierzulande auf rund 95 Liter Bier. Im europäischen Vergleich des Biervergleichs weisen nur die beiden Nachbarländer Tschechien und Österreich einen höheren Pro-Kopf-Konsum auf. <<

So wird es im Netz zitiert. Na da schau her, die Tschechien und Österreicher also 😉

Mittlerweile trinke ich, wenn es mal auf die Piste geht, nur noch Bier. Ich kann dieses süße Zeug wie Likör oder Schnappes nicht mehr ab. Von Rotwein kriege ich Kopfschmerzen, von Sekt muss ich dauernd aufstoßen, dieses Spritz-Gedöns schmeckt mir schlicht und ergreifend nicht. Irgendwann bin ich dann auf Bier umgestiegen.

Gut, wer Uslar kennt, der weiß auch um unsere Privatbrauerei. Und um die vielen anderen Brauereien in dieser Region. Das sind schon einige. Da zeigt man sich auch gerne hin und wieder solidarisch bzw. als Lokalpatriot. Auch als Frau.

Meine Freunde wissen um meine etwas unweibliche Art und Weise. Während sich meine Freundinnen gerne mit diversen Cocktails zu prosten, komme ich mit einem Jutebeutel und darin befindlichem Bier um die Ecke. Oder die kaufen das gleich mit ein wenn sie wissen, dass ich auch mit am Start bin.

„Kommt Steffi?“

„Ja.“

„Och nee, muss ich noch Bier holen.“

Um die Planungen aber nicht durcheinander zu würfeln, geht die Jutetasche mit zu den Mädelsabenden. Ich bin da nicht pingelig. Wobei mir gerade einfällt, dass zwei meiner Freundinnen auch so drauf sind wie ich. Genau aus dem Grund sind es wohl auch meine Freundinnen 😉

Oder nette Abende am Lagerfeuer, total rustikal und ungezwungen. Ich liebe das. Meist sitze ich bei den Jungs bzw. Männern mit einer Dose Bier in der Hand. Das hat irgendwie auch etwas von Lockerheit an sich.

Vielleicht ist das auch der Grund, weshalb mir oft das Wort „burschikos“ begegnet wenn man mich beschreibt.

Im Sommer bei subtropischen Temperaturen liegt hier alkoholfreies Weizenbier im Kühlschrank. Nichts löscht den Durst besser.

Wie sagte schon Dittsche:

„Das perlt aber auch heute wieder.“

Hin und wieder beim Einkaufen, wenn gerade ein neuer Gerstensaft beworben wird oder ich die Etiketten ansprechend finde, landet eine Flasche im Wagen. Wenn einer meiner Favoriten im Angebot ist, geht auch eine Kiste in den Kofferraum. Ich frage mich dann immer was die Verkäufer(innen) denken.

„Hä? Die ist doch Single? Hä? Was denn nun?“

Scheinbar scheint Bier den Männern vorbehalten zu sein, warum auch immer.

Meine Papa hatte eine ganz komische Marotte: Wenn wir gegrillt haben im Garten und er ein Bier trank, folgten Niesanfälle der besonderen Art. Das ging nicht selten über einen sehr, sehr langen Zeitraum, das halbe Dorf war im Bilde und er bekam sich kaum ein. Das habe ich dann aber nicht vererbt bekommen, hier ist der Rüssel ruhig bei Wasser, Malz, Hopfen und Hefe.

Ich war mal mit einer Freundin auf einer Veranstaltung am Abend, und irgendwie philosphierten wir über Bier in 0,25 l-Bechern bzw. 0,33 l-Bechern. Und diskutierten darüber, warum es das an diesem Abend bzw. nicht generell auch in 0,5 l-Bechern gibt.

Jedenfalls kamen wir mit einem netten Mann ins Gespräch und meine liebe Freundin begann den Small talk mit ihm so:

„Das ist Steffi, die trinkt nur halbe Liter.“

Gut, er war scheinbar etwas verwirrt und versteckte die 0,33 l-Flasche in der Jeansjacke. Der arme Kerl. ^^

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