Der Schrank quillt über – aber nix zum anziehen.

(Quelle Bild: Pixabay/Pexels)

Viele Damen und einige Herren kennen es sicherlich: Es steht ein Event an und man ist der Meinung, dass die Klamotten im Schrank nicht mehr „up to date“ sind. Oder aber zu klein geworden, hin und wieder auch zu groß. Nicht mehr dem Trend entsprechend kommt noch hinzu.

So machte ich mich auf in recht angesagtes Geschäft hier in der Stadt, ein Familienunternehmen mit langer Tradition und wirklich toller Ware. Ein Outfit für eine Weihnachtsfeier war geplant.

Mein Kleidungsstil ist eher lässig. Jeanshose, Lederjacke, Holzfällerhemd. Das ist so meine Welt.

Mein Plan war, einfach mal chic und lässig zu kombinieren. Wenn es geht mit einem Rock.

Also rein ins Getümmel und in dieses ehrwürdige Geschäft.

Normalerweise probiere ich nie etwas an. Ich krieg echt die Krise in diesen kleinen Kabinen.

Diesmal sollte es anders laufen, ich wollte beraten werden.

In diesem Geschäft sehen die Verkäuferinnen alle rattenscharf aus. Jetzt so vom Typ generell her und auch vom Styling sowie der Klamotte. Tiptop angezogen, modisch voll auf dem Punkt.

Ich tauchte dort auf wie ein bunter Hund. Ein bunter Hund, welcher eben keinen Trend kennt. Morgens was sauberes angezogen, farblich abgestimmt, aber eben nicht so der Brüller in der Modewelt.

Die Vorschläge der rattenscharfen Verkäuferin waren jetzt nicht so meins, also machte ich alleine eine Rundgang durch alle Kleiderständer und Co. Ich brauche da meine Ruhe.

Chic und lässig ist nicht einfach. Zumindest bei mir nicht.

Die erste Kombi war gefunden. Ein Rock und eine Bluse, mit einer Jeansjacke kombiniert genau meine Welt. Der Rock rutschte mir aber vom Pansen. Zwei Nummer kleiner warf das Ding Falten. Nach dem Ruf nach der rattenscharfen Verkäuferin blickte ich nach unten auf meine Füße und links war in der Socke ein Loch. Wie blamabel!

Zudem sah ich meine Beine von hinten, die sehen echt aus wie ein Ausschnitt der Grachtenkarten von den Niederlanden. Die Spiegel sind fies in Geschäften. So stand ich nun mit Loch in der Socke und meinen krampfadergeplagten Beinen vor der rattenscharfen Verkäuferin.

Wie peinlich!

Der geile Blazer, eher etwas lockerer gehalten, war dann meiner.

Ab ins nächste Geschäft, ich hatte da im Schaufenster schon vor Tagen eine coole Hose gesehen.

Wieder in die Kabine, wieder der Ruf nach der nächsten rattenscharfen Verkäuferin. Ich plärrte aber gleich los wegen dem Loch in der Socke. Sie nahm es mit Humor.

So landeten zwei Hosen in der Einkaufstüte, obwohl ich eigentlich einen Rock wollte.

Heute nahm ich meinen Schrank mal unter die Lupe. Blusen ohne Ende, Hosen ohne Ende, Röcke wurden alle vor langer Zeit weggegeben.

Ich bin echt jetzt schon gespannt, für welche Kombi ich mich am Freitag entscheide. Und ob ich da noch irgendwo einen Rock in meine Einkaufstüte prümmele. Und den dann auch anziehe mit meinen heute erstandenen, 3 blickdichten und wärmenden Strumpfhosen. Wahrscheinlich wird es der Blazer mit der Jeans und einer der gefühlten 130 Blusen. Chick und lässig. Oder so.

Irgendwas ist ja immer. ^^

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Die Nacht der 40 Pizzen

(Quelle Bild: Pixabay/Hans)

Ihr kennt das sicherlich: Man hat nicht immer Lust auf Kochen. Wenn man dann noch ohne Ideen ist oder es ist zeitlich zu spät für aufwendige Sachen, darf auch mal Essen geholt werden so hin und wieder. Ich esse immer abends warm, das muss ich noch erwähnen.

Hier in meiner Stadt hat ein Imbiss neu eröffnet, die Speisekarte war im Briefkasten. Also habe ich diese studiert an einem Samstagabend vor 2 oder 3 Wochen und mich dann für eine Familienpizza entschieden. Eine halbe Pizza für den Abend, die andere halbe Pizza für den Sonntagmittag.

Prima, das war ein Plan, auf gehts. Noch schnell den Einkauf erledigt und voller Vorfreude und mit richtig Hunger in diesen Imbiss. Es war dort recht ruhig (dachte ich), ein Bekannter stolperte auch dort herum.

Nachdem ich freudestrahlend meine Bestellung aufgegeben hatte, kam folgende Frage:

„Haben Sie noch was zu erledigen?“

Ich so: „Nee, wenn es etwas dauert warte ich draußen und rauche eine.“

Sie so: „Äh, der Ofen ist belegt. Wollen Sie nochmal wiederkommen?“

Mein Bekannter so: „Wir haben Community-Treffen und dafür 40 Pizzen bestellt.“

Ich so: „Och nee! Dann bitte einen Dönerteller!

Die Frage, ob ich nicht einfach mit zu diesem Treffen kommen kann zwecks schnellerer Vertilgung einer Pizza, wurde von meinem Bekannten klar verneint. Bei Gott, ich habe ihn samt „Pizzen-Community“ kurz richtig doof gefunden 😉

Ich sage es mal so: Hinter dem Tresen ging der Punk ab. In der linken Ecke backten die 40 Pizzen, in der rechten Ecke nahm mein Dönerteller an Fahrt auf. Mittendrin Gewusele vom Personal.

Mein Essen wurde zubereitet von einem bildhübschen Mann. So nutze ich die Wartezeit um hin und wieder einen Blick in seine Richtung zu werden. Schauen darf man ja. Nur so viel: Meine Wahl fiel auf die scharfe Soße! 😉

Als ich noch kurz den Bezahlvorgang der 40 Pizzen von diesem Community-Treffen beäugte, wandelte mein Essen über den Tresen. Überreicht vom bildhübschen Mann. Attacke zum Auto, ich hatte richtig Schmacht.

Im Auto dann die Feststellung, dass ich jetzt quasi nichts für Sonntagmittag habe. Weil die Familienpizza ja nun nicht an Bord ist. Okay, muss ein Bütterken herhalten, es gibt ja abends warm. Und was soll ich euch sagen? Ich habe die Portion nicht geschafft und somit am nächsten Tag gegen 12 Uhr noch die Reste in die Mikrowelle gestellt.

Wenn ich diese Pizza demnächst mal probieren möchte, rufe ich vielleicht vorher an. Um abzuchecken ob da vielleicht irgend ein Turnverein 35 x Calzone bestellt hat oder 38 x Baguette mit 17 Hamburgern plus 18 x Dönerteller samt 20 x Salat. Dann wäre ich raus und würde doch noch spät an einem Samstagabend kochen. Oder eben ein Bütterken schmieren. Oder, oder, oder. ^^

(Gruß an U. und seine Hamburger vertilgende Community. Ich hoffe es hat gemundet.

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„Du musst Spazierengehen“ haben sie gesagt,

„das tut Dir gut,“ haben sie gesagt.

(Für Dorthe K.)

Sonntags kriege ich den Hintern einfach nicht hoch. Auch wenn ich morgens plane mit dem Fotoapparat durch die Gegend zu wandern oder einfach irgendwo hinzufahren: Ich kann mich schwer aufraffen und finde mich oft dem Tiefschlaf verfallen auf dem Sofa wieder in den Nachmittagsstunden. Meine Freunde laden aber immer so tolle Bilder hoch und sind so aktiv. Das will ich auch!

Also habe ich mich am letzten Sonntag aufgerafft. Ich wollte jemanden besuchen knapp 1 km weiter. Meine Wander-App wurde gestartet ( so rein aus motivationstechnischen Gründen), Schuhe und Jacke an und ab ging es. Die Schuhwahl war jetzt nicht so der Brüller, es waren Trittchen. Stiefeletten um genauer zu sein. Ganz zarte Teile.

Der Besuch war erledigt, ich wollte dann noch an eine andere Ecke des Ortes. Von dort ging es dann Richtung Innenstadt. Auf dem Weg wollte ich gleich ein paar Euronen in das Sparfach beim Wirt meines Vertrauens versenken. Aber irgendwie war ich warm gelaufen und so ging es nochmal eine große Runde um die Stadt. Auf der Zielgerade zu meinem Sparfach hatte ich gefühlte 7 kg Kieselsteine in den Trittchen. Mein Gangbild verschlechterte sich schon ein wenig, ich ging wie auf Eiern. Meine Hacken brannten auch wie Feuer. Das muss wohl unterhaltsam ausgesehen haben, als ich wild rütteln vor der Kneipentür des Wirtes meines Vertrauens stand und dann unverichteter Dinge wankend die Innenstadt verließ (ich war zu früh, er hatte noch nicht geöffnet).

Zu Hause angekommen flogen die Stiefeletten gleich im hohen Bogen durch die Bude, die kleinen Steinchen hinterher. Aber: Meine Wander-App zeigte mir knapp 8 km an. Na, immerhin, da dürfen die Mauken gerne auch mal schmerzen. Darauf einen Kaffee.

Am Abend wurde dann großzügig Fußbalsam benutzt. 3 x habe ich gecremt. Die Haut an den Fußballen fühlte sich nämlich auch an wie ein kleiner Totalschaden. Bzw. sah diese auch so aus.

Ich bin ehrlich: Kurz nach 20 Uhr lag ich in der Waagerechten, ich habe keine 30 Minuten den Krimi geschafft. Um zu wissen wer der Mörder war, habe ich am nächsten Tag bei Facebook nachgelesen auf der Programmseite.

Die nächsten 3 Tage ging ich noch immer wie auf Eiern. Nachschub an Fußbalsam wurde geordert. Plus das abendliche Fußbad in Rosmarin, Thymian, Teebaumöl, Apfelessig und warmem Wasser in einer kleinen Wanne beim Abendprogramm vor der Flimmerkiste. So, ich bin nun stolze Besitzerin von 2 Paar Outdoor-Schuhen. 1 x eine Art Turnschuh und dann noch 1 x eine Art Stiefel. Die Trittchen trage ich nur noch dann, wenn es kurze Strecken sind. Oder wenn ich überwiegend sitze. Sitzschuhe quasi.

Und nun ratet mal, wer die Outdoor-Schuhe schon imprägniert hat und im gleichen Atemzug den abendlichen Krimi von morgen schon rot in der Fernsehzeitung angekreuzt. Man darf gespannt sein. ^^

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Allein Daheim und andere Beobachtungen.

In den letzten Monaten war ich davon überzeugt, mich mit Corona nicht zu infizieren. Von wegen Blutgruppe und so. Und immer wiederkehrender negativer Testungen über einen langen Zeitraum.

Tja, da wurde ich wohl eines besseren belehrt: Plötzlich war da der zweite Strich!

Ich hatte kurioserweise in den letzten Monaten noch darüber philosophiert, wie ich denn eine Quaratäne wegstecken würde. Wer für mich einkauft. Ob ich nicht am Rad drehe in der Bude. Und ganz wichtig: Wie mein Verlauf ist.

Nun musste ich in die Isolation und ehrlich gesagt war mir etwas mulmig. Ihr kennt das bestimmt: Man beobachtet sich 24 Stunden am Tag.

Zum Glück war hier alles tipptopp, außer Schnupfen und Müdigkeit keine nennenswerten Komplikationen.

Meine Einkaufswünsche wurden täglich erfüllt.

Ein Balkon ist vorhanden.

Das Wetter war toll. So konnte ich in der Sonne sitzen und war ohne Komplikationen prädestiniert.

Ich hätte auch niemanden in meine heiligen Hallen lassen müssen, das fand ich cool.

Meine Sorgen, dass ich hier verdurste oder verhungere, lösten sich in Schall und Rauch auf.

Meine Sorgen, dass ich hier vereinsame, auch.

Whatsapp und Facebook rettete mich über den Tag. Auch das Fernsehprogramm. Und der Schlaf.

Mein Schnitt war in den acht Tagen über 10 Stunden in der Nacht. Da sind die Mittagsschläfe nicht mit eingerechnet.

Bist Du in Quarantäne, dann musst Du Dich nicht aufbrezeln.

Duschen – Haare an der Luft trocknen lassen – kein Make up und aussehen wie Karl Napp.

Echt doof, wenn dann ein Kollege per Videoanruf Kontakt aufnimmt.

An Tag 8 wäre ich gerne mal Einkaufen gegangen. Einfach mal raus aus der Bude. Leider, leider war da mein Test noch positiv.

An Tag 10 fuhr ich dann in ein Testzentrum und siehe da:

Negativ!

Ich war 2 Stunden Einkaufen, habe das echt so genossen. Und ich war dankbar, dass ich ohne schwerwiegende Folgen dazu in der Lage war.

Mein Einkaufswagen war voller Köstlichkeiten, ich hätte jeden Kunde und jeden Kassierer und jeden Artikel knutschen können.

Nun gut, vielleicht etwas viele Lebensmittel hier für 1 Person, aber ich lasche das schon weg die Tage.

Aus der Bude zu eumeln, das ist schon toll. ^^

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Von Promis aus dem Fernsehen und Frauen aus Spandau.

(Quelle Bild: S. Werner)

Letztes Wochenende war es endlich soweit, ich konnte mein Geburtstagsgeschenk zum 50. Geburtstag einlösen. Die Jubiläumsshow eines namhaften Comedian in Berlin auf der Waldbühne. Also den Turnbeutel gepackt und per Zug ab in die Hauptstadt. Ich erwähnte sicherlich irgendwann schon einmal, dass ich mich beim ersten Besuch in Berlin auch gleich Hals über Kopf in diese Stadt verliebt habe. So war meine Freude bei der Ankunft am Bahnhof auf dem Höhepunkt.

Nach dem einchecken im Hotel ging es dann auf Streifzug, welcher auf einem Schiff endete. Eine Fahrt auf der Spree. Herrlich! Die Sonne brannte vom Planeten und ich war glückselig 😉

Ein netter Herr servierte Getränke, ein anderer netter Herr erklärte alles was links und rechts zu sehen war. Ihr kennt das.

Der freundliche Herr am Mikrofon machte kurz Pause und verschwand. Bis hierher nichts außergewöhnliches.

Dann kam er wieder, tippte auf meine Schulter und fragte:

„Entschuldigung, kann es sein, dass ich Sie aus dem Fernseh kenne?“

Ich war wie vom Donner gerührt und verneite.

Dann erklärte er, dass er und der nette Herr mit den Getränken sicher gewesen sind, ich sei Ulrike von der Groeben.

In diesem Moment war ich gefühlte 2,50 m groß und der Tag war gerettet.

Ich gebe zu, die Ulrike gleich gegoogelt zu haben. Nun gut, ich wäre froh wenn ich halbwegs so aussehen würde wie Ulrike und Sendungen moderieren könnte quasi.

Einen Tag später bei der Fahrt im Taxi von der Waldbühne Berlin zurück in die Stadt dann der nächste Brüller. Ein echt netter Texifahrer, ich saß vorne. Ich lasse jetzt mal die Geschichte weg vom dem Ehepaar, welches auch im Taxi mit uns saß. Und … ach, lassen wir das.

Der Taxifahrer war sehr gesprächig und erzählte dann, dass bei uns (!!!) in Spandau viel gebaut wird. Jetzt musste ich die Kurve kriegen und erzählte ganz belanglos, dass ich aus einer Kleinstadt in Niedersachsen komme. Aus einer Kleinstadt, in der man die Polizisten mit Name kennt. Und in der man Strecken von 5 km nach Partys zu Fuß geht, gerade wenn man auf einem Dorf aufgewachsen ist.

Daraufhin er:

„Du kommst doch aus Spandau, ich habe Dich hier doch schon gesehen!“

Und ich so:

„Nee, nicht wirklich.“

Scheinbar habe ich ein Allerweltgesichts.

Ich habe mich innerlich abgerollt als es im Auto plötzlich stank wie im Schweinestall. Und denke mir so:

„Zwei Frauen im Auto und der pfurzt wie Bolle! Gut, dass das Ehepaar schon ausgestiegen ist, es hätte sonst die Situation noch dramatisiert.“

Ich konnte das würgen am Höhepunkt des Gestankes gekonnt unterdrücken.

Bis er dann erwähnte:

„Da ist `ne Kläranlage im Ort.“

Gelächter in der Bude und Erleichterung.

Und die Moral von der Geschicht: Vom Fernseh und aus Spandau bin ich nicht. ^^

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Vom Ententanz zum Jahreswechsel und anderen Peinlichkeiten.

(Quelle Bild: Pixabay/Viki_B)

Silvester zum zweiten Mal in Zeiten einer Pandemie, daran ist ja nun nichts zu ändern. Nix mit Partys im großen Stil. Okay, dann ist das eben so.

Ich war jetzt nicht so gut drauf und hatte mich auf einen Abend auf dem Sofa eingerichtet. Zudem wollte ich um Mitternacht zwei andere Seiten in Bezug auf Social Media bespielen, eine Planung dafür im Vorfeld ging irgendwie in die Hose.

Und ich denke noch so:

„Naja, in diesem Jahr werden sich die Programmdirektoren und alle anderen Verantortlichen sicherlich ein angepasstes Angebot überlegt haben. Nicht so ein Drama wie vor einem Jahr.“

Ich muss jetzt noch lachen. War nix mit angepasstem Angebot. Es war derselbe Reinfall wie 2020/2021 was uns die öffentlich-rechtlichen Sender, aber auch die privaten Sender so geboten haben.

Musiksendung über Musiksendung über Musiksendung. Ich war noch nie der Typ Frau, welcher klatschend und schunkelnd nur für sich im Wohnzimmer eskaliert.

Die Fernbedienung war hier im Dauereinsatz, es war ein wirres durch das Programm zappen an diesem Abend. Der Blick in die Fernsehzeitung brachte auch kein Licht ins Dunkel. Zu blöde, dass ich den DVD-Spieler nicht gestartet bekam. Streamingdienste sind hier auch noch nicht aktuell.

Ich war dann kurz hängengeblieben in einer Doku über spektakuläre Unfälle. Da war aber nach 20 Minuten die Luft raus bei mir. Nächster Halt waren zwei Typen, die eine Ketchupflasche in einen Fernseher schossen. Da war nach 5 Minuten die Luft ebenfalls raus.

Der Film „Spiel mir das Lied vom Tod“ fand hier auch keinen Anklang. Makaberer ging`s ja kaum in der aktuellen Situation.

Gegen 22.30 Uhr hätte ich mich abrollen können. Ging aber nicht, ich hatte ja um Mitternacht noch zwei Missionen zu erfüllen.

Bei Facebook, Insta und Co. brannte auch nicht die Luft quasi. Ganz kurz keimte die Idee auf noch schnell zwei Stunden in eine Singlebörse zu stürmen. Irgend ein Trallerpattchen wird da auch so derbe Langeweile schieben. Diese Idee fand ein jähes Ende, als hier schon die Böllerei los ging. Weil ich via Küchenfenster mein KFZ im Auge hatte. Während draußen das Gekreische hysterischer Damen an Fahrt aufnahm, schritt die Zeit dann doch voran.

23.45 Uhr bereitete ich meine Beiträge vor und schaute so eine neckische Musiksendung, weil die immer exakt den Countdown runterzählen. Ich hatte noch die Szene erwischt, als junge Frauen flügelschlagend den Ententanz zelebrierten. Mensch, wie unterhaltsam. Da haben wir doch eigentlich alle drauf gewartet, oder? Das war so der Moment, in dem ich peinlich berührt war. Es folgte die Polonaise Blankenese,

„hier fliegen gleich die Löcher aus dem Käse,“

Sie kennen das.

Die Stimmung war auf dem Höhepunkt. Bei mir jetzt nicht so, aber andere hatten bestimmt ihren Spaß.

00.15 Uhr, meine Arbeit war getan, mein Auto scheinbar nicht von einer Rakete gestreift oder zerlegt, zu dem Gekreische hysterischer Damen auf dem Parkplatz paarte sich das Gekreische hysterischer Typen.

Ich hatte noch einen Film im Auge, die Infos darüber klangen nicht schlecht.

Nach 3 Minuten war dann der Fernseher aus, das war scheinbar so ein wirres Kram, für das man einen gewissen Pegel an Sprit im Blut haben musste um dem folgen zu können.

Dann noch in eine Singlebörse rammeln lohnte ja auch nicht mehr, die hätten bestimmt gedacht ich bin so eine komplett verstrahlte Tusse.

Und zum nächsten Jahreswechsel ist hier ein Streaming-Dienst an Bord, ich schwöre!

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Sprachnachrichten im Turbo-Gang – wer es mag.

(Quelle Bild: Pixabay/geralt)

Da schaute ich wohl nicht schlecht, als neben den Sprachnachrichten meiner Freunde (und meinen eigenen) bei Whatsapp plötzlich rechts „1““ und 1,5“ und „2“ auftauchten wenn man auf den Play-Button drückte. Ich hab mich echt nicht getraut da mal drauf zu drücken. Okay, okay, okay, die Neugierde siegte dann doch und ich hörte nach dem tätigen der Knöppe mir unverständliche, rasant schnell gesprochene Sprachnachrichten à la Mickey Mouse. Zum schreien komisch, ich hätte mich beömmeln können.

Nun wusste ich nicht ob ich da irgendeinen Trend verpasst habe, die Erhöhung der Sprachgeschwindigkeit einen Grund hat welcher mir nicht einleuchtet. So habe ich das auf mehreren Seiten mal gegoogelt.

Hintergrund ist echt, das man Zeit spart beim abhören der Nachrichten, gerade wenn man einen Lahma*sch unter seinen Leuten hat, welche extrem langsam spricht. Sorry, aber so jemanden kenne ich nicht. Weder in den sozialen Netzwerken noch im realen Leben. Selten war ich in Situationen bezüglich Unterhaltungen/Gesprächen, in denen ich mir mehr Geschwindigkeit wünschte. Mit verzerrter Stimme, das kommt ja noch dazu.

Und selbst wenn ich jemanden kennen würde, welche(r) langsam spricht: Dann ist das eben so und wird seinen Grund haben. Vielleicht auch einen medizinischen Grund mit neurologischer Ursache.

Ich würde mir wohl manchmal weniger Inhalt wünschen beim quatschen, also wenn jemand ohne Punkt und Komma redet und von Kuchen backen auf Pobacken kommt so rein von der Thematik her. Allerdings geht es vielen Leuten so mit mir wenn ich in Sabbel-Laune bin 😉

So habe ich den angeblichen Wunsch von Usern nicht verstanden, wenn es um die Verdopplung der Sprachgeschwindigkeit geht.

Wenn man die Geschwindigkeit verdoppelt, dann versteht man kaum was. Ich jedenfalls nicht. Auf eineinhalb Mal schnellere Abspielung geht das noch, aber bei allem anderen hört sich das an als ob eine Ziege in einen Blecheimer pullert.

Ich habe aus Spaß an der Freude etwas dramatisch klingende Nachrichten in doppelter Geschwindigkeit abgehört: Da wird aus Drama schnell Comedy 🙂

Es sei die Frage erlaubt, ob wir für unsere Familie, Freunden, Kollegen und Bekannten nicht mal 6 Minuten Zeit abknapsen können wenn es um den Austausch geht. Auch wenn es 10 Minuten sind oder was auch immer. Sprachnachrichten sind nicht jedermanns Sache, kein Ding. Aber ich bitte ja auch niemanden am Telefon oder auf der Straße schneller zu sprechen, um nicht so viel Zeit in ein Gespräch investieren zu müssen. Wo bleibt da eigentlich die Zwischenmenschlichkeit?

Zudem würde ich gerne die Originalstimmen hören, nicht so eine spooky Stimmlage welche mir echt fremd ist.

Hauptsache man erfindet nicht noch die Funktion, dass wir Nachrichten mit doppelter Lesegeschwindigkeit aufsaugen müssen, weil sie dann verschwinden und wir ein paar Sekunden oder Minuten mehr Lebenszeit gewonnen haben.

Verrückte Welt. ^^

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Der erste Kaffee in der Außengastronomie: Yeah!

(Quelle Bild: Pixabay/Silke Wöhrmann/jobbe)

Ich weiß ja nicht wie es euch bzw. Ihnen geht, aber für mich ist die Öffnung der Gastronomie schon so ein kleines Highlight. Gerade was die Außengastronomie betrifft. Wie sehr habe ich genau das all die Monate vermisst.

Am Donnerstag hatte ich einen Termin (in Hessen war Feiertag), so war ich am Vormittag schon unterwegs. Und bin zum Glück auf die glohrreiche Idee gekommen einen kleinen Umweg durch die Innenstadt hier zu machen. Das Wetter war klasse, meine Stimmung nicht weniger als ich sah, dass scheinbar nicht nur ich diese Idee hatte. So dauerte es nicht lange bis zu dem Moment, als ich endlich, endlich wieder mit einem Kaffee vor einer unserer Kneipen saß.

Es mag sich albern anhören, aber das fühlte sich dermaßen geil an. Die Menschen um mich herum hatten irgendwie alle gute Laune. So kam man mit Leuten ins Gespräch, mit denen man noch nie ein Wort gewechselt hatte.

Am liebsten wäre ich drei Tage dort sitzengeblieben, weil es mir echt gefehlt hat. Und es sich anfühlte, als hätte man ein Stück Lebensqualität zurück erhalten. Vor 2 Jahren habe ich noch nicht so bewußt wahrgenommen, was diese Momente eigentlich für ein Luxus sind.

Es war meiner guten Erziehung geschuldet, dass ich mir kein kleines Bier gegönnt habe morgens um 11 Uhr. Das Gerede dann geht ja schnell:

„Hier, saß die Steffi da am Vormittag schon mit einer Gallone am Hals!“

Das Bier mit Freunden steht aber hier ganz weit oben auf der Agenda.

Apropo Freunde: Meine sind schon die Härtesten irgendwie. Ich war die Tage davor etwas unpässlich quasi. Einladungen auf das obligatorische Bier am Abend musste ich absagen. Was aber zumindest einen aus der oben genannten Gruppierung nicht davon abhielt, mir Bilder seines frisch gezapften Bieres zu schicken mit den Hinweisen, wie toll es jetzt gerade ist. Und wie er dieses Bier an der frischen Luft genießt. Während ich vor einem Kräutertee und Knäckebrot saß. Aber gut, es sei ihm gegönnt 🙂

Dass es nicht nur mir so geht, das konnte ich gestern Abend erleben, als vor einem Discounter zwei nette Angestellte draußen bei einem Bäcker saßen. Man konnte es ihren Gesichtern ansehen, dass sie dasselbe dachten wie ich am Vormittag.

„Endlich wieder!“

Das haben mir die zwei Hübschen in einem kurzen Gespräch dann auch bestätigt.

Wenn es nach mir ginge, würde ich (fast) jede Kneipe, jedes Café, jede Eisdiele und jedes Restaurant hier aufsuchen und dieses Feeling ausnutzen. Mache ich vielleicht auch 🙂

Es geht halt nix über diese Momente mit Freunden, das zusammen sitzen, das quatschen, das gemeinsame Essen und Trinken. Genau diese Dinge machen das Leben mitunter aus. Zumindest für mich.

Da denke ich gerade an mein Lieblingszitat:

Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen.

Guy de Maupassant

Wahrscheinlich freuen sich die Betreiberinnen und Betreiber nicht weniger, uns wieder vor der Nase sitzen zu sehen. Sie haben uns bestimmt auch vermisst. ^^

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Wenn der Kirchturm nachts laut bimmelt.

(Quelle Bild: Pixabay/OpenClipart-Vectors)

Es trug sich zu Ende April, als ich in der Nacht von Sonntag auf Montag, geweckt von einer randvollen Blase, aufwachte und den Gang auf die sanitäre Anlage antrat. Zu hören war Geläut. Nicht wie üblich alle 15 Minuten, sondern durchgehend. Ich war etwas verwirrt, schob diese akkutische Wahrnehmung auf vielleicht akute Überarbeitung/schlechten Schlaf oder was auch immer, und rollte mich wieder ab. Es bimmelte noch immer. Da kommt man auf ganz skurile Gedanken so kurz vor dem Wiedereintauchen in das Land der Träume. Man zweifelt an sich und an seinem Verstand.

„Habe ich irgendeinen kirchlichen Feiertag vergessen?

Bimmelt die katholische Kirche jetzt nachts um 2 Uhr aus Gründen, welche ich noch nicht durch die hiesige Presse mitbekommen habe?

Hat man das Läuten wegen Corona von abends 21 Uhr jetzt auf nachts 2 Uhr verschoben?

Läutet es nun generell wieder wegen der Pandemie? Wirklich nachts um 2 Uhr?“

So schlief ich ein und dachte am nächsten Morgen nur kurz darüber nach. War mir allerdings auch nicht mehr sicher ob es nun ein Traum war oder Realität.

Bis ich kürzlich erst die lokale Presse online gelesen hatte, und da kam dann die Lösung:

Es hat wirklich geläutet, eine der vier Glocken hatte quasi eine Eigendynamik entwickelt und bis 3 Uhr alles gegeben. 60 Minuten Gebimmel vom Feinsten. Bis zu dem Moment, als man dann die Stromversorgung unterbrechen musste. Es hatten sich nämlich schon Anwohner bei der Polizei gemeldet und sich über das Gebimmel beschwert. Ein netter Herr der Gemeinde machte sich dann auf den Weg und klemmte der Glocke den Saft ab.

Ich habe also keinen Feiertag verpasst, keine Neuerungen um das Geläut verschlafen, halluziniert habe ich auch nicht.

Sind wir mal gespannt, wann bzw. ob die evangelischen Kirchenglocken auch eines Tages ihren eigenen Willen durchsetzen und eine Kleinstadt aus dem Tiefschlaf reißen.

Das sollte ich dann mitbekommen, der nächtliche Gang aus dem Bett auf die Gästetoilette lässt da Raum für 🙂

Und ja, es mag viele genervt haben, aber ich finde solche Storys immer herrlich.

Und die Moral von der Geschicht: Kirchenglocken gehorchen immer … nicht! ^^

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Vatertag so ohne Jungs/Männer/Väter: Ich habe euch echt vermisst.

(Quelle Bild/Pixabay/RitaE)

Jahr Nummer 2 ohne Bollerwagen und ohne lustiges Männervolk. Ich habe diese Bilder bzw. Anblicke immer geliebt.

Morgens alle noch „frisch-fromm-fröhlich-frei“ hier den Berg hoch gekrabbelt, und knapp 12 Stunden später das Drama in seiner realen Form. Da wurde auch gekrabbelt, aber teils auf allen Vieren oder mit Schwankschwindel.

Es geht nicht darum den Alkoholkonsum zu feiern. Es geht eher darum die Zusammengehörigkeit schätzen zu wissen. Hier in unserer Ecke gibt es viele Junggesellen-Vereine, die sind natürlich am Vatertag durchgestartet. Oder Freunde. Oder Kollegen. Oder, oder, oder. Das ist das Schöne an einer Kleinstadt oder an den Dörfern: Dort erhält man diese Traditionen am Leben. Da treffen sich die Männer zum Wandern und verbringen gemeinsam einen sicherlich lustigen Tag.

Es gab Vatertage, da bin ich spaßeshalber ins Auto gestiegen und habe mir das mal aus der Nähe angesehen. Wenn die Trupps durch die Pampa krochen, johlend durch die Gegend zogen. Wenn sie Rast machten auf diversen Bänken/Büschen/Bordsteinkanten.

Teils war ein so genannter „Ghetto-Blaster“ auf dem Bollerwagen, da war Stimmung in der Bude.

Einer war immer der, welcher irgendwie nicht müde wurde. Und einer war immer der, welcher zuerst schlief. Zur Not im Stehen. Oder sanft gebettet im Bollerwagen.

Man kennt sich ja hier.

Bei einigen dachte ich:

„Oh Gott, wenn Du die Haustür aufschließt mit 4,8 Atü auf`m Kessel, dann ist eine Predigt der Gattin aber sowas von gesichert.“

Bei anderen dachte ich:

„Wenn Du die Haustür aufschließt, rund wie ein Buslenker, kriegt das nicht mal eine(r) mit.“

Hoffen wir, dass 2022 hier die Bollerwagen hoch krabbeln und wieder runter.

Dass die Männer Spaß in den Backen haben.

Dass Vereinsleben und Freundschaft an Tagen wie diesen wieder erlebt bzw. gelebt werden kann.

Mal ganz ehrlich: Ich würde da total gerne mal mitmarschieren. ^^

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