Du kommst aus Uslar, wenn …

… auch Du vorgestern die „Invasion der Männerwelt im Getränkemarkt Wiesenstraße“ mitverfolgt hast.

Natürlich meine Damen, auch unsere Gattung war dort vorgestern vertreten mit läppischem Mineralwasser oder stinknormalen Säften im Gepäck.
Im Hauptmarkt war es spät am Abend ruhig, noch alles da was man brauchte. Als jemand bemerkte, dass im Getränkemarkt zwei Kassen geöffnet haben weil die werte Männerwelt dort in Rudeln auftauchte, bin ich rüber und habe mir das unter einem ganz billigen Vorwand noch angeschaut.
Vor der Tür zwei junge Männer, müde und abgekämpft wirkend. Die sahen auch schwer nach Arbeit aus. Kurzes Geplänkel und ich erfuhr, dass sie gerade einen Bollerwagen bauen und das Schweißgerät aber nun im A…. ist. Tja, ich habe selten ein Schweißgerät in meiner Handtasche, konnte leider nicht helfen. Der Bollerwagen sah cool aus, ich durfte Bilder auf dem Smartphone anschauen. Die zwei waren auch auf der Suche nach günstigem Bier. Mein Tipp wurde belächelt, ich sag da jetzt nix zu.
Ich rein in die heiligen Hallen, beide Kassen rappelvoll. Vor mir eine junge Familie: Die Kleine hatte eine Flasche Wasser, die Mutter nichts, und der Papa lud auf: Von dem Bier ein paar Dosen und von dem anderen Bier ein paar Dosen und dann hier noch ein paar Kurze und da noch ein paar Kurze. Ich hatte etwas Mitleid mit der Mutter, die sich gestern vielleicht um zwei kleine Kinder kümmern musste: Das eine Kind, weil es nicht schlafen wollte. Das zweite Kind, weil es rotzevoll nach Hause kam. Dafür darf die Mutter ja am Muttertag eskalieren wenn sie möchte.
Ich verwette meinen Hintern darauf, morgen Abend stürmen nicht Banden von Mädels den Getränkemarkt, sondern den Hauptmarkt. Mit allem im Einkaufswagen, was man so kochen/backen kann, weil sich die Familie darüber freut.
Was würde ich dafür geben, in Uslar am Muttertag mal Bollerwagen ziehende Frauen gröhlend durch die Innenstadt eiern zu sehen

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Steht sie da in der Pampa. Junge, Junge, Junge!

Der liebe Gott hat beim Verteilen des Orientierungssinnes meine Wenigkeit wohl irgendwie übersehen. Oder mir nur eine Prise davon zugeworfen. Anders ist das teilweise echt nicht mehr zu erklären.

Ich wollte gestern Abend auf eine Veranstaltung hier in der Nähe. An diesem Ort war ich noch nie, es war eine Art Gehöft. Da ich bei Einbruch der Dunkelheit los wollte, hatte ich mir kurz vorher bei Mr. Google schon mal den Weg angeschaut. Ich habe kein Navi.

Aha, Ortseingang rechts rein und wieder rechts rein, gerade aus und 1x links.“

Gut, alles klar, kriege ich hin, eine meiner leichtesten Übungen. Ich musste auch nur 1x zurück setzen weil ich den Weg links rein übersehen hatte, hihi 🙂 Da war ja weit und breit nix, ich sah schwach ein paar Lichter leuchten in weiter Ferne und schloss daraus, dass es nur dieses Gehöft sein kann welches ich suchte. Es war mittlerweile schon dunkel. Nachtblind bin ich ja auch, das kommt erschwerend hinzu. Aber das Ziel war erreicht. Ich war noch nicht ausgestiegen, da ging ich im Koppe den Weg zurück schon mal durch. Rechts, geradeaus, dann links und wieder links und schwupps, bin ich auf der Hauptstrasse. Als ahnte ich was kommt. Nach knapp 2 Stunden brach ich auf. Hui, ich musste wenden und es war abschüssig. Wie der Motor aufgeheult hat, Du liebe Güte!

Ab ging die Luzie zurück. Ich habe wohl die Abzweigung nach rechts übersehen und bin weiter geknallt durch Flora und Fauna. Mir kam das komisch vor, da waren doch auf dem Hinweg nicht so viele Kurven. Ich muss doch bald mal in dem Ort sein. Irgendwas stimmte nicht. Und wo kommen die Tannen plötzlich her? Hä? Dann kam ich an einem Haus an, sicherlich ein Försterhaus oder so was in der Art, und da war dann auch die asphaltierte Straße zu Ende. Nun musste ich mich zur Ruhe zwingen und konzentrieren. Bitte jetzt nicht um 23 Uhr einen Anruf absetzen müssen, weil ich nicht weiß wo ich bin und mich meine Freunde suchen müssen. Ich weiß nicht mal ob mein Handy dort Empfang hatte. Mit zitterigen Händen eine Kippe aus der Schachtel gezogen, den Glimmstängel an und wild gepafft. Ich wollte bitte einfach nur nach Hause und schnellstmöglich raus aus dieser dunklen Ecke. Mir was das unheimlich da. Ich also wieder gewendet, diesmal ohne aufheulenden Motor und wieder zurück. Ich hatte echt etwas Panik, dass ich mich total verfranse und stundenlang über Feldwege brettere bis zum Sonnenaufgang.

Links sah ich die Lichter meiner Stadt, also musste ich mich auch links halten. Die nächste Abzweigung links war dann meine. Aufatmen, das Dorf kam immer näher, ich war gerettet.

Heute habe ich mitbekommen, dass zwei Männer in dieser Ortschaft standen und das Navi das Gehöft nicht angezeigt hat. Die sind dort gar nicht erst gelandet. Also war ich doch eigentlich gar nicht so schlecht, nä? Und das ohne Navi. ^^

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25 Jahre Landmarkt in Uslar

25 Jahre Landmarkt in Uslar – Ich würde da jetzt noch sitzen wenn ich einen Stuhl hätte.

Welch glücklicher Zufall, dass ich heute Urlaub hatte und bei bestem Frühlingswetter den Landmarkt besuchen konnte. Zum Jubiläum. 25 Jahre ist schon eine stolze Zahl. Das Wetter war nicht weniger stolz und hat sich von seiner besten Seite gezeigt.
Die letzte Stippvisite auf dem Markt ist Jahre her, wenn der Landmarkt endet gehen viele von uns erst in die Mittagspause. So ist das halt. Mal gewinnste – mal verlierste.
Das Mittagessen fiel heute aus, eine Manta-Platte stand auf dem Plan. Der Bratwurstwagen war umlagert wie von den sprichwörtlichen Motten das Licht. In Dreier-Reihen rief man nach Wurst und Pommes. Es war kein Durchkommen. Also eine Runde gedreht durch die Lange Straße plus Forstgasse plus Braustraße plus Kurze Straße und wieder Lange Straße. Mit akribischer Beobachtung vom Angebot, den Ständen und, na klar, den Besuchern. Es müssen sich auch ehemaliger Uslarer heute auf den Weg in die Heimat gemacht haben, es wurde jedenfalls gemunkelt.
In der Braustraße trafen wir Günter. Günter musste sich um sein Essen selbst kümmern, weil die Frau nicht kochen wollte. Wir denken, der Günter bekam das hin.
Wir führten ein äußerst nettes Gespräch mit einem sympathischen Mann von einem Schmuckstand aus Holzminden.
Wir saßen auf einem Blumenkübel, haben uns unterhalten sowie das Treiben beobachtet. Ein Kind fuhr mit seinem Rad in die Deko eines Geschäftes – nix passiert.
Als ich mir meine Manta-Platte holte dachten viele, ich habe einen Hund
. Weil da einer vor mir rum tänzelte. Total tiefenentspannt. Also ich und der Hund jetzt. Es war der berühmteste Hund von Uslar glaube ich. Der geht auch in Kneipen und wirkt immer extrem gechillt, der Gute. Ein bratwurstessender Mann verabredete sich mit dem Hund auf einen Wodka. Das erlebste echt nur hier 🙂
Ich blieb hängen in der Nähe des Rathauses, neben dem Brunnen, bei der Heidi und ihrem fleißigen Ehemann. Erst auf einer Treppe sitzend, dann auf einem Klappstuhl. Ca. 20x wollte ich gehen, aber irgendwie auch nicht. Es war so geil (sorry) mal wieder das Leben und Treiben zu beobachten in Uslar. In der Sonne sitzend. Menschen wiederzusehen, welche man lange nicht sah. Zu quatschen. Ich ärgere mich noch jetzt, dass ich den Hintern nicht aus dem Stuhl bekam und den Gewürzstand aufgesucht habe. Nun ist er weg. Meine Gewürze auch. Shit happens. Vielleicht ist der Anbieter auch beim Waldmarkt in Schönhagen am Start, das ist Sonntag. Dann gäbe es noch eine Chance auf Pfiiff in der Küche.
Ich wäre so gerne dabei, wenn sich der bratwurstessende Mann mit dem berühmtesten Hund von Uslar auf einen Wodka trifft. Aber mich fragt ja keiner. ^^

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After-Work-Party im Dolce Vita Uslar

Wenn man in Uslar etwas auf die Beine stellt, gibt es zwei Möglichkeiten:

Das Event kommt an und es bleibt auch zu 90% so.

Das Event kommt nicht an, dann bleibt es ebenfalls zu 90% so.

Die After-Work-Party am Gründonnerstag bei einem unserer Italiener kam an. Und wie.

Zum 4. Mal fand fand diese Art des Feierabend-Ausklang statt, ich hatte das im Vorfeld aus den Augenwinkeln immer verfolgt.

Und war auch schon gewillt mir das mal anzuschauen. Aber entweder sind mir meine Begleiter abgesprungen oder ich bin mir selber abgesprungen. Donnerstags ist der Akku an Tag 4 der Arbeitswoche schon irgendwie fast leer.

Ebenso hatte ich im Vorfeld die Fotos dieser Abende gesehen. Und diese sahen nicht nach dem aus, was ich mir vorstellte. Ich dachte an diskrete Gespräche mit leiser Chill-Out-Musik untermalt und müde Menschen, welche leise knuspernd italienisches Gebäck zu sich nehmen. Schenkelklopfer diese Gedanken, wenn man weiß was dort tatsächlich abgeht.

Da die Veranstaltung letzte Woche am Tag vor Karfreitag stattfand und wir alle ausschlafen konnten, glühte ich mit ein paar Tassen Kaffee vor und ließ mich dorthin chauffieren. Zwar etwas verspätet und alleine, aber immerhin. Ich wusste ja, dass eine Kollegin von mir (die Heidi), welche dem Organisationsteam der Party angehört, auch dort zugegen ist. So war die Gefahr, dass ich alleine dort stehe wie ein überflüssiger Schirmständer, schon im Keim erstickt.

Als ich aus dem Auto stieg war gleich zu sehen, dass viel los war. Autos über Autos. Von innen drang schon eine Geräuschkulisse auf die Straße, welche sich nach einer Menge Spaß anhörte. Ich traf beim Betreten des Lokals auch gleich meine Kollegin, die Heidi, und diese wies mich erst mal in den Ablauf ein. Es war allen ernstes meine erste After-Work-Party, mit 47 Jahren, 20 Jahre vor der Rente. Das muss man sich mal vorstellen.

Und dann sah ich sie alle: Viele Kolleginnen, Bekannte, alte Nachbarn, die hübschen Frauen aus Schönhagen, von der Bollerwagen-Rallye noch bestens im Gedächtnis, Schoninger und Dinkelhäuser und auch Bodenfelder waren am Start. Und eben die Uslarer Gesichter welche man einfach kennt. Der DJ Daniel Knops, er hat sich mittlerweile hier in der Region und weit darüber hinaus einen Namen gemacht, stand am Plattenteller und sorgte dafür, dass auf der Tanzfläche schon der Punk abging. Ich hatte mit so viel Party gar nicht gerechnet. Das Lokal war rappelvoll und alle feierten ihren Feierabend, bzw. dem langen Wochenende entgegen. Ein Plausch hier, eine Umarmung da, viel Beobachtung meinerseits. Es war größtenteils meine Altersklasse anwesend, plus/minus ein paar Jahre. Und eine gesittete Feiergemeinde bei der niemand Stress machte oder unangenehm auffiel. Das war ein sehr positiver Faktor. Eine Veranstaltung mit Stil, ohne Flatrate-Saufen und happy hour.

Mittlerweile wurde nicht nur auf der Tanzfläche getanzt, sondern schon in den Gängen vom Lokal. Wie sagte eine Dame bei uns am Tisch: „Das ist fast so wie im „Meeting“ damals (das Meeting war eine Diskothek hier in Uslar. Lang, lang ist es her). Von einem Mann an unserem Tisch kam die Aussage, dass der Inhaber ins Schwarze getroffen hat mit dieser Veranstaltung. Diese beiden Bekannten an meinem Tisch haben bislang alle After-Work-Parties mitgenommen. Bis morgens um 2 Uhr. An einem Donnerstag. Und die sind auch noch verheiratet miteinander. Respekt!

Als der DJ Knops den Scooter auf den Plattenteller legte, „Hyper, Hyper“, man kennt die Nummer, war dort echt kein Halter mehr: Totale Eskalation beim Italiener! Ich hatte kurz Panik der Pizza-Ofen in der Küche fliegt gleich aus der Verankerung vor lauter „Hyper, Hyper“ und tanzenden Menschen.

Ich aß noch gereichte Pizza, führte total witzige Gespräche, prostete mir mit Uslarern zu, mit denen ich mir noch nie zuprostete. Und ging irgendwann total tiefen entspannt und müde nach Hause.

Was soll ich sagen? Wirklich ins Schwarze getroffen mit dieser Art von Event. Und wir dürfen uns jetzt regelmäßig darauf freuen.

Am Standort Uslar und am Standort Göttingen, die beiden Städte wechseln sich quasi alle 4 Wochen ab.

Mir wurde gesteckt, dass auch eine Veranstaltung open air geplant ist. Also ein Feierabend-Event unter freiem Himmel. Das ist genau mein Ding. Muss ich dann eben nur mit noch mehr Kaffee vorglühen damit ich den Freitag überstehe. Oder Urlaub nehmen.

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Du kommst aus Uslar, wenn …

… auch Du manchmal denkst: „Total falsch eingeordnet die Madame oder den Typen aus Uslar“.

Ja, ja, die Uslar-Gruppen, Freudenthaler und wie sie alle heißen lassen zu, dass wir einige Leute bei Facebook, die wir persönlich nicht kennen, in eine Kategorie eintüten.
„Der schreibt immer so aggressiv“,
„die jault immer“,
„die oder den finde ich voll kacke“,
„wer ist denn das?“
Das ließe sich unendlich fortsetzen.
Dann trifft man die Leute mal persönlich, und denkt teilweise das totale Gegenteil.
Ich musste letzte Woche zur Post und mich für einen Wechsel des Handy-Anbieters verifizieren. Einer der Angestellten sprach total vertraut mit mir, der wusste soviel und ich denke noch: „Wer ist denn das? Hä? Was geht ab?“
Da ich meinen Ausweis holen musste, der lag auf dem Schuhschrank zu Hause, ich dumme Nuss, fiel es mir ein. Schon einige Zeit auf Facebook befreundet, aber noch nie real getroffen. Wir haben noch kurze Zeit recht entspannt und sauwitzig gelabert, nachdem der Ausweis vom Schuhschrank in der Postfiliale lag und ich verifiziert war. Halleluja!
Die nächste Begegnung im Discounter des Vertrauens zwischen Bio-Bananen-Saft und stillem Wasser: Vom lesen hier bei Facebook kannte ich den guten Mann schon lange. Erst letztens schrieben wir hier, unsere Grundlage war die Musik. Und heute kam es zum finalen Gespräch. Total lange und total interessant und total inhaltsreich.
Ich dachte echt, ich kenne hier jeden und jede und generell und überhaupt. Geh mal Einkaufen oder Dich verifizieren, da lernste die Leute erst kennen in Uslar. ^^

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Osterfeuer 2018 in Allershausen

Osterfeuer Allershausen: Wo ist denn nur die dicke Strumpfhose mit Fuß dran?

Als ich gestern um 9 Uhr heute Morgen die dicken Flocken rieseln sah war ich mir unsicher, ob ich mir am Abend Thiel und Boerne rein ziehe oder das Osterfeuer in Allershausen. And the winner is; Taaaadaaaaa: Allershausen.
Nach dem Zwiebelprinzip wurde sich eingekleidet, also Shirt, Langarm-Shirt, dicker Rollenkragen-Pulli, Halstuch. Um unten rum zu starten, musste ich erst die dicke Strumpfhose mit Fuß suchen im Schrank. Das Ding ist so hässlich, man glaubt es kaum und sie hatte sich im Schrank hinten rechts verkeilt. Aber sie hält warm. Dicke Socken darüber, die Hose an welche eh in die Wäsche müsste. Und die Winterbotten an die Mauken. So eumelte ich nach Allershausen gegen 20.15 Uhr. Die Feuer waren schon am brennen, es war auch gut was los. Nun hatte ich die Brille nicht dabei, konnte halt nur die Leute erkennen, die direkt vor mir standen. Begrüßung hier, Osterwünsche da, Drückerchen dort.
Dann traf ich die Elvira und die Ela. Von der Ela wusste ich nicht, dass sie die Ela ist. Aus Hannover hierher gezogen, und es war so witzig wie sie erzählte über den Umzug von Großstadt in Kleinstadt. Ich gehe da mal nicht ins Detail. Schenkelklopfer 😀
Der Hunger war am Start, der Gang an die Bratwurstbude unumgänglich. Das müssen genau in diesem Moment schätzungsweise 11.376 andere Leute auch gedacht haben so übertrieben dargestellt. Ich dachte ich verrecke vor Hunger. Mit der Wurst auf der Hand zurück an den Tisch, die Grundlage für ein Bier war geschaffen.
Hin und wieder geht man zu den alteingesessenen Allershäusern, da bekommt man auch mal Schokoladen-Bollos geschenkt.
Nun trudelten einige Bollenser ein, man besprach noch dies und das und jenes und welches. Wieder war die Dorf-Rallye das Thema. Und ich wurde genötigt diesen Pfefferminz-Schnaps zu testen. Ich wurde genötigt! Von Nico B. Ich dachte, mir reißt es das Zäpfchen aus dem Halse. Trotz des hochprozentigen Hustensaftes war es kalt. Der Gang an das Feuer war matschig. Meine Winterbotten sehen aus wie Sau. Und ich hatte Angst, die Kinder mit den Fackeln sorgen für mein Ableben weil ich lichterloh brenne.
Mittendrin sah ich die Krissy, mit der ich später noch sprach. Auch mit dem Gatte wohlgemerkt. Ein sehr informatives und nettes Gespräch über Uslar im allgemeinen und generell.
Und ich traf die Anja, die ich Lichtjahre nicht sah. Ich erkannte sie sofort, sie brauchte ein Weilchen.
Abschluss war dann auf dem Dixi-Klo, bei der blauen Lagune unten im Auffangbecken.
Der Gang zurück nach Hause ging durch das Millionen-Viertel. Ich wünschte mir, es hält jemand an der mich kennt und nimmt mich mit. Unangenehm, wenn die Lungenbläschen aneinander rappeln und man pumpt wie ein Maikäfer. An der Kreuzung bei Teuteberg, knapp 100 vor meiner Haustür, hielt ein Wagen an und der Fahrer fragte, ob er mich mitnehmen soll. Es war der Nachbar aus der 17 mit seiner süßen Freundin. Weitere Konversation auf der Straße war leider nicht möglich, da kam ein anderer Wagen. So ein Arsch 😉
Jetzt aber schnell die Klamotten in die Waschmaschine. Man riecht, als wäre man bei den Dreharbeiten für die „Drei Damen vom Grill“ am Start gewesen. 72 Stunden lang. Mit angebrannter Krakauer. Ich muss aus der Strumpfhose raus! Es war aber wieder schön dort gewesen zu sein. ^^

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Nett? Für mein Alter? Bitte?

Ich war gestern Abend um die Häuser, bei einer After work-Party. Mehr dazu später.

Als ich mich an der Theke anstellte um Getränke zu holen, hatte ich wohl irgendwie meinen Tunnelblick drauf. Es war gut was los an der Tränke. Nachdem ich meine Bestellung aufgab, raunte ein junger Mann neben mir los. Er stand wohl schon länger dort. Ich habe das echt nicht mitgeschnitten. Huch! Natürlich war mir das unangenehm, ich entschuldigte mich bei ihm. Ich glaube er stand auch ungünstig, in der Nähe einer Art Pfosten. Ich fragte noch was er denn bestellen wollte, natürlich hätte ich ihm meine Getränke dann überlassen. Die Bestellung muss halt nur kompatibel sein. Das war sie aber nicht, das Mineralwasser schoss die Aktion ins Aus. Also sein Mineralwasser jetzt, ich hatte das nicht bestellt. Da ich meine sechs bestellten  Bottiche nicht tragen konnte, ging ich voll beladen mit meinem Bekannten (der Gatte von der Susi) zurück zum Tisch. Prösterchen, zum Wohlsein. Scal.

Sagt mein Bekannter (der Gatte von der Susi) kurze Zeit später zu mir:

„Der junge Mann eben von der Theke hat gesagt Du siehst noch nett aus für Dein Alter.“

Bitte was? Für mein Alter? Hallo? Jetzt geht`s aber los hier.

Normalerweise machen mir solche Äußerungen nichts, ich bin halt keine 18 mehr. Aber ich schwöre, ich hatte weder einen knielangen Faltenrock aus Crepe Seide an, noch orthopädische Schuhe.

Ich zu meinem Bekannten (der Gatte von Susi):

Frag ihn doch bitte mal was er meint, wie alt ich denn bin.“

Er sträubte sich. Ich ließ nicht locker. Nach dem Besuch auf der Pippi-Box, mit akribischem Blick in den Spiegel ob meine Faltentiefe vielleicht zugenommen hat die letzten 120 Minuten (mir war auch noch eine volle Packung Kaugummi und mein Feuerzeug in die Toilette gefallen zu allem Überfluss, weil ich wieder alles in meine Hosentasche geprümmelt hatte), hat mein Bekannter (der Gatte von Susi) dann doch nachgefragt. Ich hatte echt etwas Panik der junge Mann meint, ich beziehe schon seit zwei Jahren Rente. Aber nee, alles gut, er schätzte mich auf Mitte 40 bzw. Anfang 50. Puh, das ging ja nochmal gut aus. Für den jungen Mann, meinen Bekannten (der Gatte von Susi) und mich. Es war ja quasi auch ein Kompliment.

Ich traf mal eine mir unbekannte Frau auf einem Parkplatz, welche in einem sich spontan entwickelndem Gespräch meinte, wir seien derselbe Jahrgang. Als ich sie fragte welcher Jahrgang sie sei, antwortete sie:

„1960“.

Ganz ehrlich? Ich war kurz davor ihr mit meinen eben gekauften Hähnchenschenkeln den Arsch zu versohlen. Da hatte ich  vom rein äußeren Erscheinungsbild her wohl keinen so guten Tag.  Oder es war der knielange Faltenrock aus Crepe Seide.  Man weiß es nicht. ^^

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Uslar: Kambieke Helau! Die Karneval-Saison ist eröffnet.

Ich konnte es ja selber nicht glauben, dass ich meinen Hintern am Wochenende hoch bekam und mich gegen Mitternacht auf der After Show-Party in Schoningen wiederfand. Dort wurde dieser Tage die Karneval-Saison eingeläutet. Auch im Uslarer Land schwingen junge Frauen ihre Beine zum Gardetanz, auch im Uslarer Land schwingen Büttenrednerinnen und -redner große Worte.

Wegen eines anderes Termins habe ich es zum Programm nicht geschafft. Als ich die Halle des SC Schoningen 04 betrat, konnte ich gerade noch das Finale sehen. Und die Akteure. Und das Prinzenpaar. Und die Macherinnen und Macher. Es ist schon Jahre her, dass ich dort zur Karnevalszeit stand.

Man höre und staune als eine der Aktiven, mit dem „Kurzen“ im Schlepptau. Beim Kinderkarneval. Weil wir in Schoningen zum Kinderturnen gingen, und am einem Sonntag auch auf der Bühne standen. Es war etwas zum Thema „gestiefelter Kater“ oder ähnliches, der Kurze sah unendlich süß aus mit einem kleinen angesteckten Katzenschwänzchen hinten an der Strumpfhose.

Organisation funzt – Small Talk auch

Ganz, ganz früher, es muss in den 70er oder 80er Jahren gewesen sein, ging auch ich dort zum Turnen. Und fuhr mit dem Fahrrad nach Schoningen, von Allershausen aus ist das nicht weit. Schwupps, steht man mit 47 Jahren wieder in dieser Halle und da kommen teilweise Erinnerungen hoch. Es war eine schöne Zeit.

Die Schoninger wären nicht die Schoninger, würde das Netzwerk von helfenden Damen und Herren bei solchen Events nicht funzen. Sehr nette und freundliche Menschen an der Kasse, der Garderobe, hinter der Theke. Man fühlt sich einfach willkommen. Und wie das so ist wenn man sich im Grunde genommen kennt, das Uslarer Land mit seinen Dörfern ist zum Glück nicht Köln oder Berlin, ist der Small Talk eine Selbstverständlichkeit. Ich sah gestern nicht nur altbekannte Gesichter mit denen ich quasi absprach, dass wir uns auf ein Bier treffen. Nee, ich sah auch Leute die ich jahrelang nicht gesehen hatte. Eine frühere Schulkameradin, einen alten Nachbarn, eine verflossene Liebelei aus den 80ern z. B.

Schlafende Spanier, fliegende Jungs und schwungvolle Feuerwehrmänner

Die Showband spielte auf, es fanden sich sofort tanzende und gut gelaunte Närrinnen und Narren auf dem Tanzboden ein. In einer anderen Räumlichkeit war Dancefloor number 2, dort wurde zu etwas moderneren Klängen abgehottet. Ich war allerdings in der Halle schon fast verwurzelt an der Theke hinten links, weil ich natürlich gesabbelt habe und gesabbelt und gesabbelt. Und beobachtet.

Unter anderem den Spanier, der an der Theke im Stehen schlief. Einen jungen, recht humorvoll wirkenden Mann, welcher von der Bühne aus 2x ins Publikum sprang und sich von seinen Freunden auffingen ließ. Verletzt wurde keiner. Die Kumpels meines Sohnes, die klatschend, singend und tanzend zwischen uns schon etwas betagteren Leuten standen und zu Musik feierten, die schon viele Jahre auf dem Buckel hat.

Witzig war die Situation, dass der „Kurze“, welcher damals ein kleines Katzchenschwänzchen hinten an der Strumpfhose hatte beim Kinderkarneval, mit seinen fast 190 cm Körpergröße und einer „Mischung“ auch auf dem Saal war. Kinder, wie die Zeit vergeht.

Krönender Abschluss war der Tanz mit dem Feuerwehrmann, welcher mich über das Parkett schleuderte, so dass ich hinterher gepumpt habe wie ein Maikäfer.

Ein gelungener Abend mit „Gute Nacht-Zigarette“

Time to say goodbye, ich wollte den Absprung schaffen und mal nicht mit den Saal mit abschließen. Schnell zum Taxi. Es war derselbe Fahrer, welcher mich schon dort hin fuhr. Beim Quatschen auf der Hinfahrt stellten wir fest, dass wir uns vom Sehen her nicht kennen. Aber wegen einem Artikel zum Packebierfest in Wiensen im Jahr 2017 schon miteinander kommuniziert hatten.

Der gute Mann hatte kurze Zeit zuvor schon meinen Sohn nach Hause gebracht erzählte er mir. Den hatte ich gesucht zum Schluss. Weg war er. Wenn Muttern mehr Reserven hat und nach dem Kind die Wohnungstür aufschließt, dann ist es noch nicht soooo schlimm mit dem fehlenden Durchhaltevermögen.

Bei der „Gute Nacht-Zigarette“ in der Küche war ich echt froh darüber, meinen Hintern mal von der Couch bekommen zu haben.

Nun die Moral von der Geschichte

Wir haben hier in dieser Kleinstadt keine Clubs, kein Theater, kein Kino. Aber wir haben ganz viele Menschen aus der Kernstadt und von den Dörfern, welche uns mit ihren Veranstaltungen durch das Jahr bringen. Und somit dafür sorgen, dass wir feiern können, uns amüsieren, abschalten vom Alltag. Ich ärgere mich oft über mich selber, dass ich mich nicht aufraffen kann. Mir oft vornehme Feste aufzusuchen, aber dann auf meinem Sofa kleben bleibe. Und somit nicht nur eine Menge verpasse, sondern damit diese Veranstaltungen auch nicht unterstütze.

Nun folgen noch die Karnevalssitzungen in Wiensen und Vernawahlshausen. Und wenn ich Mittagsschlaf machen muss und kannenweise Kaffee trinken um meinen müden Po hoch zu bekommen: Ich habe mir vorgenommen auch dort zu späterer Stunde mal vorbei zu schauen. Wer mitreden will, muss dabei sein. Auch im Jahr 2018 stehen hier im Uslarer Land wieder viele Veranstaltungen auf dem Plan. Ich freue mich drauf, das sollten Sie/solltet ihr auch.

Schoningen, ich komme wieder. Sicherlich zum Feuerwehrfest im Juni. Gruß an den SC 04.

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Die Feuerwehren und alle anderen haben gestern einen tollen Job gemacht.

(Quelle Bild: privat/Steffi Werner)

Danke

„Friederike“ – ein beinahe harmloser und fast niedlich klingender Frauenname, hielt uns gestern alle in Atem. Ich persönlich darf mich glücklich schätzen, dass weder ich noch meine Familie oder Freunde oder Kollegen in dramatische Situationen gerieten. Keiner nahm körperlichen oder materiellen Schaden.

Wobei letzteres das kleinere Übel gewesen wäre. Alle trudelten im Laufe des Tages unversehrt, wenn auch teilweise ängstlich wirkend, zu Hause ein.

Dass der Wind an Geschwindigkeit aufnahm, bekam ich im Büro eher aus der 2. Reihe mit. Wir liegen von den Räumlichkeiten her nach hinten, etwas geschützter. Als ich kurz auf die andere Seite musste, ahnte ich, was da kommt.

Als der Anruf kam, dass wir das Klinikgelände, welches im Wald auf einer Anhöhe liegt, nicht verlassen können aufgrund von umgefallener Bäume, wurde ich innerlich panisch. Die Feuerwehr war schon vor Ort, musste aber aus Gründen des Selbstschutzes auf eine kurze Beruhigung der Situation warten. Selbstschutz ist wichtig. Zugegebenermaßen war mein erster Gedanke egoistisch: „Wann komme ich nach Hause? Komme ich heute überhaupt nach Hause? Steht die Bude noch? Was ist zu Hause bzw. der Umgebung los?“

 Natur ist unbezwingbar

Der zweite Gedanke schoss uns Kolleginnen und Kollegen zeitgleich durch den Kopf: „Wie kommen die Patienten jetzt hier hoch und wie wieder runter? Gerade die Akutfälle, welche schnelle Hilfe benötigen?“ Der dritte Gedanke war der, dass hoffentlich keiner der Einsatzkräfte zu Schaden kommt.

Während wir fast alle telefonisch unsere Leute kontaktierten und nach deren Wohl fragten, Bescheid sagten, dass wir nicht wissen, wann wir nach Hause kommen, sprachen wir auch über andere Dinge. Nämlich darüber, dass die Natur unbezwingbar ist. Auch wenn die Forschung, die Technik und die Medizin beispielsweise immer größere Fortschritte machen und viel entwickeln was uns schützt etc., bietet uns die Natur knallhart die Stirn.

Man arbeitet weiter, aber driftet mit den Gedanken oft ab. Relativ schnell kam Entwarnung, wir können runter an die Hauptstraße und nach Hause. Aber langsam und sinnig sollen wir fahren. Das gleiche galt auch für die zu versorgenden Menschen. Für diese war die Meldung sicherlich wichtiger. Als ich zu meinem Auto ging, sah ich teilweise die Verwüstung. Man kann das nicht glauben.

Angst vor ein paar Kilometern Fahrstrecke

Die Fahrt zurück war angespannt, die Straße sah teilweise aus als hätte jemand Tannen gestreut über Kilometer hinweg. Und ich war verwundert, dass diese Straße überhaupt befahrbar war. Da haben alle Beteiligten schnelle und effiziente Arbeit geleistet.

Zu Hause war alles okay, kein Schaden. Das Kind war in Sicherheit. Ich bekam zum Glück keine Nachricht, dass sich der Rest meiner Familie oder meine Freunde/Kollegen in Gefahr befanden. Aufatmen war angesagt. In der Heimat waren noch einige Straßen gesperrt in jegliche Richtungen. Hin und wieder sah man ein Feuerwehrwagen mit Blaulicht. Das bekam ich alles erst mit als ich es mit eigenen Augen sah. Bzw. online ging und all die Berichte las über die Situation.

Ich hatte Angst vor ein paar Kilometern Fahrstrecke. Fast lächerlich gegen das mulmige Gefühl, welches ein Feuerwehrmann, eine Rettungssanitäterin oder ein Mitglied des THW haben muss.

Auch Stromanbieter, Bauhöfe, Straßenmeistereien und all die anderen haben gestern geackert wie doof, damit wir zur Normalität zurückkehren können. Damit alles „läuft“.

Danke.

Nur leider haben es nicht alle unbeschadet überstanden, auch einige der Rettungskräfte nicht. Sie bezahlten mit ihrem Leben.

Ich kann nicht oft genug Danke sagen. Und denke an die Menschen, die im Bemühen für unsere Sicherheit einzutreten durch Friederike den Tod fanden. Auch an deren Familien/Freunde.

Gruß an die FFW Lippoldsberg und an die anderen Wehren und beteiligten Hilfsorganisationen/Einrichtungen/Firmen, welche gestern einen bombastischen Job machten. 

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Uslar: Der Neujahrsempfang 2018 aus der hintersten Reihe betrachtet.

Günter, gibst Du jetzt die nächste Runde oder was?“

Mit einer der ersten Sätze beim Neujahrsempfang der Stadt Uslar und des Stadtjugendrings, Gastgeber war in diesem Jahr Schönhagen, bei dem ich in einer äußerst geselligen Runde schon das erste Mal herzhaft lachen musste.

Ich hatte mich auch in diesem Jahr selber angemeldet, hihi, ich stehe nicht auf der Gästeliste.

Käse, Mettwurst und Kaltgetränke

Ich mag es wenn man 1x im Jahr die Leute trifft, welche sich verdient machen für unsere Stadt. Oder sich einfach nur für ihre Heimat interessieren. Die Menschen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft etc. auf der einen Seite, all die Ortsräte der Dörfer, all die Ehrenamtlichen mit ihren verschiedenen Facetten und Aufgabengebieten auf der anderen Seite. Wenn ein(e) Bürgermeister(in) seinen Bürgerinnen und Bürgern dankt, Käsebrote, Mettwurstschnittchen und Kaltgetränke anbietet für „umme“, dann finde ich das extrem in Ordnung und angemessen. Denn eine Stadt nebst Dörfern lebt von all diesen Leuten.

Bist Du heute als Kommunistin hier?

Nach dem Shakehands mit dem Bürgermeister und seiner liebreizenden Gattin eumelte ich durch die Mehrzweckhalle Schönhagen, dort fand der diesjährige Empfang statt. Schnelles anstecken meines Schildes, sollen doch alle wissen wer ich bin und was ich so mache.

Auf die Frage: „bist Du heute als Kommunistin hier?“, musst ich erst mal eine paffen gehen. Aber gut, Kolumnistin klingt ja ähnlich.

Meine Augen erblickten recht schnell die FFW Schoningen, dort stolperte ich hin und dort blieb ich auch hängen. Da fand auch der Dialog mit „Günter und der Runde“ statt. Runden musste keiner geben, die Runden gab der Veranstalter.

Kurzer Plausch mit dem Ortsbürgermeister von Schlarpe, dem ehemaligen Ortsbürgermeister von Bollensen, kurzes Kennenlernen mit dem ebenfalls ehemaligen Ortsbürgermeister von Schönhagen. Und das von Herzen kommende Drückerchen mit dem witzigsten Feuerwehrmann on earth, dem Olaf Sch. von der Feuerwehr Schoningen.

Meine Augen wanderten immer wieder durch die Halle, also wer dort noch so ist und was die alle an haben, wer nun wer ist und welche Funktion sie oder er bekleidet. Fast alle trugen Schilder am Revers/Kragen/Pulli/Bluse, welche diese Infos preisgaben. Und wie oft nahm ich wahr, dass man mir links auf den Longblazer schaute, um zu wissen wer ich bin. Als ich die wichtigen Männer der Volksbank erblickte, wurde mir mulmig. Hoffentlich klopfen die mir jetzt nicht auf die Schulter mit den Worten:

„Hauen Sie hier mal richtig rein so schnittchen- und getränketechnisch, kost ja nix, woll?“

Ich drehte mich aber immer so, dass sie mein Schild nicht lesen konnten.

Zwischendrin kurzes Nicken, Händeschütteln oder in den Arm nehmen mit denen, die man gut kennt und bei denen man sich freute sie zu sehen.

Viele waren an diesem Tag im Programm involviert

Die Kinder der Grundschule bereicherten das Programm, die Mädchen auf den Einrädern ebenfalls, genau wie der Gospelchor und natürlich die musikalischen Darbietungen. Die spielten auch Coldplay, es war mir eine Freude.

Bei Empfängen gibt es Grußworte, Worte des Dankes, kritische Worte, aber auch erheiternde Worte. Auch in diesem Jahr war alles dabei.

Worte fanden wir während der gesamten Veranstaltung auch, in der Truppe mit der Feuerwehr Schoningen, der Feuerwehr Verliehausen, auch kurz mit dem guten Mann der Stadtwerke und teilweise mit Menschen, die ich nicht kannte und deren Schilder ich nicht lesen konnte, weil Brille nicht dabei.

Ich weiß, ich weiß, es gehört sich nicht während Darbietungen oder Wortbeiträgen zu quatschen. Das geht aber irgendwie nicht. Solche Programmpunkte dauern insgesamt teilweise bis zu 2 Stunden, da steht man nicht kommunikationslos nebeneinander. Gerade dann nicht, wenn man sich lange nicht gesehen hat. Oder Projekte für die Zukunft plant. Wie die Feuerwehr Schoningen und meiner einer wegen des bombastischen Zeltfestes im Juni. Die Schoninger hatten auch gestern dort das Fest beworben mit Flyern, Plakaten und selbstgebastelten kleinen Feuerwerkautos.

Möhre, Schnittlauch, Paprika

Der kleine Hunger stellte sich auch bald ein. Obwohl ich mir eine Pizza rein gepfiffen hatte und viel Tee trank, damit ich gut gestärkt den Tag überstehe, knurrte der Magen. Wir standen hinten, an den Tischen wo die kalten Platten landeten. Und bewegten uns dort auch nicht fort. Eben wegen der kalten Platten. Mir war das so wumpe wer sah wie oft ich zu Schinken-, Käse- und Mettwurstbrot griff. Und ich war noch recht zurückhaltend gestern.

Eine Bekannte fand zu Hause unter ihrem Schuh ein Stück Möhre von der Verzierung. Bei mir hatte sich der Schnittlauch nicht trennen wollen und klammerte sich an meine Tasche. Bei dem witzigen Feuerwehrmann wollte ein Stück Paprika nicht so, wie er wollte.

Man erlebt schon die dollsten Sachen

Als die Geschichten von anderen Neujahrsempfängen auf den Plan kamen, hätte ich mich kringeln können: Ich selber erlebte einen Empfang, bei dem einer „rund war wie ein Buslenker“, „voll wie ein Pinkelpott“, in die Garderobe erbrach. Mit wurde berichtet von einem Empfang, als sich Menschen übriggebliebenen Brote in die Taschen prümmelten.

Eine Stadt lebt halt von all diesen Stories und Begegnungen .

Auf die Inhalte all der Ansprachen kann ich nicht eingehen, das machen die Redakteure unserer Zeitungen viel besser, die haben es drauf. Ich beobachte eher am Rande und zwischenmenschlich.

Man kann nicht alles können. ^^

(Quelle Bilder privat/Olaf Schulze/FFW Schoningen)

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