Prädikat: Leider geil! Heavy Metal in Elfis Rockscheune.

(Quelle Bilder: Steffi Werner, Jens Dreier)

Uslar/Vahle Obwohl es durchaus ein paar Leute mehr hätten sein können, ging am vergangenen Samstag in Elfis Rockscheune der Punk ab. Bis spät in die Nacht wurde abgefeiert, der Musik gelauscht und viel erzählt zwischen alten und neuen Bekannten. 

Aber beginnen wir von vorne: „Reminder“ eröffnete den Abend und bereitete die Party-People auf „Against Evil“ quasi vor. Und dann kamen sie um die Ecke: Noble John, Shasank Venkat, Sravan Chakravarthi, Siri Sri und Oliver Rix (er ist an der Seite von Against Evil während der Tour). Es war eigentlich in den ersten Sekunden schon klar, dass die vier jungen Männer unglaublich sympathisch sind. Was sich auch bewahrheitete. So durften die Fotografen Bilder von ihnen machen, man sprach zusammen, und das alles ohne Anflug von Star-Allüren. An diesem Abend war oft unser Schul-Englisch zu hören, selbst ich bekam ein paar hinnehmbare Sätze auf die Kette. Trotz meiner Warnung:

„Oh, my english is terrible“

Weil wir natürlich wissen wollten wie die Tour begann bzw. bis jetzt so lief, ob sich die vier Jungs in Deutschland wohlfühlen usw. Mir ist in Erinnerung geblieben, dass sie den Himmel hier in Deutschland so mögen, er hat andere Farben wie der Himmel in Indien, sagten sie.

Schwupps, wurde aufgebaut nachdem Reminder erfolgreich die Bühne verlassen hatte nach dem einheizen, und Elfis Rockscheune stand ganz im Zeichen von indischem Heavy Metal. Obwohl ich mehr auf der Hardrock-Schiene fahre, kam ich aus dem Staunen nicht mehr raus und war durchaus positiv überrascht. Die Jungs von Against Evil hatten sofort einen Draht zu der zuhörenden Gemeinde und rissen sie mit. Die ersten CD, Shirts und Autogrammkarten gingen in den Besitz der Besucher über. Was mir sofort auffiel war die Liebenswürdigkeit und die anfängliche Schüchternheit der vier Musiker. 10 Sympathiepunkte für Against Evil. Nach dem Gig mischten sie sich unter die Besucher, tranken ein Bier mit uns und Smalltalk war an der Tagesordnung. Der gesamte Abend war total stressfrei, kein Zoff, keine Randale sondern einfach nur eine extrem gechillte Party mit familiärem Charakter. Das schöne war, dass wir alle bei der ersten Deutschlandtour von Against Evil dabei waren. Vielleicht denkt man daran zurück wenn sie in Zukunft auf noch viel größeren Bühnen/Events stehen werden.

Anmerkung der Redaktion: Bernd „das Tier“ Petsch hat Konkurrenz bekommen: Noble „the Animal“ John 😉

Ein Highlight war auch der Besuch der Biker aus dem Sauerland, welche in Eschershausen zu einem fröhlichen Wochenende bei Familie Johanning eingecheckt hatten. Sie sichteten das Plakat von Elfis Rockscheune, sind in ein Taxi gestiegen und landeten im beschaulichen Vahle. Diese Biker waren es auch, welche dann die Rockscheune spät in der Nacht mit uns abschlossen und es hier so nett fanden, dass sie wiederkommen wollen. Besser geht`s ja nicht, oder? 😉

Solche Abende bekommt man nur auf die Kette wenn alle mit anpacken, gerade wenn solche Events ohne Eintritt auskommen (müssen). Die Preise für eine Wurst oder eine Hefe-Kaltschale waren mehr als human. Die Gigs von Reminder und Against Evil wurden nicht wegen Profit auf die Beine gestellt, sondern um den Fans einen tollen Abend zu ermöglichen. Eine Seltenheit wie ich finde. Gäbe es Leute wie Elfi, Frank, die Jungs und Familien sowie Freunde und Fans von Reminder und Against Evil nicht, welche im Vorfeld und im Nachgang mit in der Reihe der Helferinnen und Helfer stehen, dann wären solche Veranstaltungen gar nicht zu wuppen.

Und gäbe es hier die Menschen nicht, welche sich an einem Samstagabend auf den Weg Richtung Vahle machen um sich genau solche Sachen anzuschauen bzw. dabei zu sein, dann wäre es hier um einiges trauriger.

Hinweis: Reminder wird bald 40, dann habt ihr die Möglichkeit auch dabei zu sein wenn E-Gitarren und Drums ein kleines Dorf zu einer tollen musikalischen Bühne machen mit total entspanntem Feierfaktor. Für mich mittlerweile ein Geheimtipp und Muss im Uslarer Veranstaltungskalender.

Keep on rocking und thanks für diesen fantastischen Abend.

@Jens Dreier

 

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Vom frühen Vogel und Nudeln um 10.30 Uhr.

(Quelle Bild: Steffi Werner)

Ich muss zugeben, dass ich mir an den Wochenenden nie einen Wecker stelle. Samstags und sonntags wird ausgeschlafen. So lange, bis ich von alleine aufwache oder durch die immer früh aufstehenden Nachbarn, welche geräuschtechnisch dann nicht so zimperlich sind. Es wird mir immer ein Rätsel sein wie man um 7.30 Uhr schon für den Weltfrieden die Bude saugen kann.

Heute war es dann aber anders: Ich hatte um 8.15 Uhr schon einen Termin und bin so gegen 6.30 Uhr aus der Kiste gekrabbelt. Wollte ich zumindest. Nach mehrmaligem Snooze war es dann 7 Uhr weil ich gerade die perfekte Schlafposition gefunden hatte. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern wann ich das letzte Mal an einem Samstag um diese Uhrzeit aufgestanden bin. Jedenfalls bin ich gegen 8 Uhr dann hier Richtung Innenstadt gelaufen. Es hatte etwas genieselt und war auch recht frisch, aber ich habe so richtig tief durchgeatmet. Regenluft ist ein toller Duft, die Luft ist dann so klar irgendwie. Ich war dann doch erstaunt wie viele Autos schon unterwegs waren, hin und wieder auch ein paar Leutchen. Mir schoß durch den Kopf dass meine Freunde, hätten sie mich um diese Uhrzeit zu Fuß gesehen, an ihrem Verstand gezweifelt hätten. Oder sich Sorgen gemacht.

„Hä? Steffi samstags um 8 Uhr ohne Auto unterwegs? Was ist da los?“

Normalerweise gehe ich um diese Uhrzeit an wenigen Wochenenden von Events nach Hause mit meiner Handtasche schleudernd. Ich habe in die Richtung gehend echt Durchhaltevermögen 😉

Jedenfalls habe ich dann heute Morgen seit langer Zeit die Momente genossen wenn eine Kleinstadt erwacht. Wenige Geschäfte hatte schon geöffnet, einige waren gerade dabei. Der Obstmann stellte seine Äpfel vor die Tür, die Buchhandlung kramte die Deko auf den Bürgersteig, vor einem Lokal waren die Stühle und Tische noch angekettet und verregnet. Innen wurde gerade bei geöffnetem Fenster durch gesaugt. Ich hatte noch kurz überlegt ein paar Brötchen zu holen, aber in unserer Innenstadt gibt es keinen Bäcker mehr. Als mir dann der Gedanke kam von der Tankstelle welche mitzunehmen, hatte ich schon an Geschwindigkeit zulegt weil ich viel zu viel Kaffee getrunken hatte und eiligst nach Hause wollte. An der „Tanke“ war soviel los. Also bin ich den Berg wieder hoch gekrabbelt und habe bitter bereut, dass ich mein Smartphone nicht dabei hatte um ein paar Bilder zu machen von einer erwachenden Kleinstadt. Hätte ich nicht diese Unmengen an Kaffee getrunken, dann wäre ich sicherlich noch ohne Ziel hier durch die Straßen gelaufen.

Mir war nicht mehr bewusst wie ruhig es an einem Samstag um 8 Uhr eigentlich ist. Und wie gut mir dieser kleine, frühe Ausflug tat.

Sicherlich nehme ich mir jetzt vor des öfteren so früh aus der Schlafmolle zu klettern, und sicherlich drehe ich mich dann um 7 Uhr noch 18x um weil ich so müde und platt bin sowie gerade die perfekte Schlafpostion gefunden habe. Ich kenne mich. Es sei denn, ich lege meine Termine samstags in Zukunft immer auf die frühen Morgenstunden.

Sonntags kann ich keine Termine machen um 8 Uhr. Muss ich mir in die Richtung etwas anderes überlegen.

Nachteil dieses frühen Ausfluges: Es ist 10.20 Uhr und ich habe schon zwei Teller Mittagessen von gestern aus den Töpfen gekratzt. Und heute Abend stehe ich dann plärrend vor dem Spiegel weil die Bluse am Pansen so spannt. Aber okay, irgendwas ist ja immer und Nudeln gegen 10.30 Uhr schmecken auch. ^^

Euch/Ihnen trotz dem grauen Himmel ein schönes Wochenende.

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Von viel redenden Menschen, ausverkauften Rouladen und günstigem Wein.

(Quelle Bild: Pixabay/LillyCantabile)

Ich war gestern noch recht spät beim Einkaufen und traf einen ehemaligen Kollegen. Ein unglaublich sympathischer und lieber Mensch, der immer viel zu berichten hat. Der immer sehr viel zu berichten hat. Eben einer, bei dem die Kartoffeln anfangen zu keimen im Einkaufswagen wenn Du den Absprung nicht schaffst. Und dieser ehemalige Kollege hatte vorher schon meine jetzige Kollegin getroffen in einem anderen Supermarkt, die Welt ist ja oft ein Dorf. Und ich denke noch so:

„Hossa, sie wird wieder fluchen weil sie nicht vom Fleck kam. Schreibst Du sie nachher mal bei Whatsapp an.“

Ich stieg gerade aus meinem Auto aus vor der Haustür, da fuhr sie am Parkplatz vorbei und hielt an. Ich musste nichts sagen, ich sah schon was los war.

Auch sie hatte den Absprung aus dem Gespräch nicht geschafft. Trotz mehrmaliger Versuche. Und noch viel schlimmer: Als sie es dann geschafft hatte, waren die Rouladen, welche sie unbedingt brauchte, ausverkauft. Er hatte sich nicht um Kopf und Kragen geredet, sondern sie quasi um ihre Rouladen. Meine Kollegin musste dann umschwenken und für das Mittagessen am Sonntag eine Alternative finden. Ja, so kann das kommen.

Ich musste hier zu Hause noch schmunzeln.

Dieser ehemalige Kollege erzählt aber auch immer die härtesten Geschichten, also spannend ist es schon.

Als ich mit ihm so auf dem Parkplatz stand und nach dem Blick auf die Uhr mitteilte wie spät es ist (es war 20.50 Uhr, der Discounter hatte bis 21 Uhr geöffnet), ging er seelenruhig Richtung Einkaufswagen. Keine Eile – keine Hektik – kein Stress. Bewundernswert. Und ich gehe davon aus, auch die Verkäuferinnen und Verkäufer wissen nun welches Auto er sich gekauft hat, wo er am Wochenende hinfährt, was sein Vater auf keinen Fall erfahren darf etc. Pünktlich Feierabend hatten diese Damen und Herren garantiert nicht.

Wenn dieser ehemalige Kollege Sonderangebote sieht, dann gibt es kein Halten mehr. Er kauft nicht 1 Teil oder 3 Teile. Nein, wenn es in seinen Augen ein totaler Schnapper ist, dann rammelt er sich den ganzen Kofferraum voll mit der Beute. So auch passiert vor einiger Zeit mit günstigem Wein. Alles rein hinten in die Karre. Nur leider, leider ist die Ladung verrutscht, und beim Öffnen der Kofferraumklappe flogen die Flaschen gleich hinterher.

So wie meine Kollegin gestern auf Rouladen verzichten musste, so musste er damals auf viel Wein verzichten.

Gleicht sich das alles wieder aus. ^^

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Es wurde getanzt bis tief in die Nacht: Meeting Revival-Party

Da hat die Ü30- bzw. Ü40-Partygemeinde (mit Luft nach oben) aber gestern gezeigt, wo der Frosch feiertechnisch so die Locken hat. Schon vor 21 Uhr war das Gelände am Kulturbahnhof mehr als gut gefüllt. Mein Plan, gleich eine Bratwurst zu essen als Grundlage, war nach den ersten Gesprächen schon vergessen. Ich hätte mich am liebsten zu Gaby an die Kasse gesetzt um genau zu sehen wer dort alles aufschlägt. Menschenskinder, die Leute kamen und kamen und kamen. Zum Glück war das Wetter auch Bombe, so konnte man tiefenentspannt draußen sitzen/stehen und den Klängen der absoluten 80er- bzw. 90er Jahre-Gassenhauer lauschen. Peter und Speedy kredenzten nahtlos die Songs von damals. Es dauerte nicht lange, da wurde schon abgehottet auf der Tanzfläche. Als von den tanzenden Schulterpolster-Boys „Girl you know it`s true“ kam, ging mein Kopfkino schon los im Bezug auf damals.

Ich hätte gerne eine Runde Breakdance gesehen. Jemand der auf`m Koppe Drehungen vollzieht und so. Naja, vielleicht beim nächsten mal.

Der Getränkewagen war sehr begehrt, teilweise stand man in Zweierreihen um an diverse Kaltgetränke zu kommen. Wie damals an der Theke im Meeting zur besten Zeit.

Es war eine ausgelassene, total entspannte Atmosphäre. Wie oft konnte man beobachten, dass sich die Leute kurz in den Arm nahmen. Teilweise hatte man einige Leute jahrelang nicht mehr gesehen (Gruß an Andrea an dieser Stelle und an Nicole und an Susanne usw.).

Wie das immer so ist, waren mir einige Gesichter fremd. Aber: Man kann ja nachfragen. Da war ein ganz Schicker am Start, ich hab den Name vergessen, ich Schaf.

Mein Highlight war das Erscheinen von „Disko-Jupp“, dem Wolfgang. Der härteste Kassierer on earth war er damals. Er war es auch der damals mit mir meckerte, weil ich nur eine Cola getrunken hatte den ganzen Abend über. Das war noch im alten Meeting. Junge, hatte ich immer Muffe wenn die Kohle nur für ein Getränk reichte. Wir wollten ihm gestern eine Cola ausgeben, als Retourkutsche. Aber selbst das haben wir vergessen vor lauter Beobachterei und Jabbelei.

Im Vorfeld hatte ich etwas Panik, dass ich Flenne vor Rührung. Dem war allerdings nicht so.

Der Abend verging viel zu schnell. Ich saß gestern schon um 17 Uhr gekämmt und gestriegelt in der Küche voller Vorfreude und habe mit den Füßen gescharrt. Und dachte kurz darüber nach mein 80er Outfit aus dem Schrank zu holen. Und noch Lockenwickler einzudrehen. Und mich von oben bis unten mit Jovan Musk Oil zu bestäuben, das habe ich nämlich noch im Alibert stehen. Der Erinnerung wegen. Den Gedanke hatte aber nicht nur ich wie ich später erfuhr. Wäre eine Überlegung für die nächste Party wert: Wer im 80-Style erscheint oder nach „My Melody“ riecht, bekommt vergünstigten Eintritt oder so.

Bleibt zu hoffen, dass sich die Meeting Revival-Party wieder etabliert im Uslarer Veranstaltungskalender. Und DJ Wimmer bei der nächsten Sause mit am Start ist. Und natürlich, dass Gaby und ihr Team nochmals einladen. Das habt ihr echt fein gemacht 😉

Im Bett ist mir übrigens eingefallen, dass ich die Bratwurst vergessen habe.  Irgendwas is ja immer, nä? ^^

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Von Vorfreude und … mal wieder den 80er Jahren.

(Quelle Bild: Steffi Werner)

Meine Freunde sind sicherlich schon dezent genervt von mir, weil ich seit Wochen beinahe über nichts anderes spreche/schreibe als von einem DER Events 2019: Eine Revival Party. Genauer gesagt die „Meeting Revival-Party“. Die Party findet morgen statt, ich bin schon total uffjeregt.

Das Meeting war in den 80er/90er Jahren hier in dieser meiner Kleinstadt eine Diskothek. Jeden Donnerstag und jeden Samstag versammelte sich dort quasi die Gemeinde.

Als wir uns die Tage darüber unterhielten, haben viele ihre Geschichten/Erinnerungen erzählt. Schenkelklopfer, da waren so witzige Stories bei. Eine Handball-Kollegin erinnerte sich daran, dass uns der Türsteher nicht reingelassen hatte, wir waren zu jung. Wir wurden mit unseren Turnbeuteln nach Hause geschickt frei nach dem Motto:

„Du kommst hier net rein.“

Ich erinnere mich daran, dass genau dieser Türsteher dann, nachdem wir dort hinein kamen, gemeckert hat. Weil ich stundenlang an meiner Cola herum nuckelte. Seine Worte waren:

Das ist hier kein Bahnhof!“

Ja, ja, ja. Für `ne zweite Cola reichte die Kohle aber nicht. Ich hatte so Schiss vor dem und werde das echt nie vergessen.

Morgen dann gibt es nach einer mehrjährigen Pause eine neue Runde Erinnerungen. Viele sind gespannt wie die Flitzebogen.  Einige reisen sogar von außerhalb an und nächtigen mal wieder in der Heimat. Meistgelesener Kommentar zum Event:

Es war damals eine so schöne Zeit.“

Das war es auch.

Neulich beim Einkaufen rief eine Bekannte:

Steffi, 18.05.?“

Ja, Andrea, 18.05.!“

High Five 😉

Und man darf gespannt sein wer morgen wieder wen nicht erkennt oder sofort erkennt. Wer überhaupt erscheint. Und wie oft über die damaligen Zeiten gesprochen wird. Wie die Party-Gemeinde nach der Musik eskaliert auf der Tanzfläche. Wer vielleicht ihrer/seiner ersten großen Liebe über den Weg läuft etc.

Man munkelt, einige Ehefrauen/Ehemänner sind in Sorge, weil wiederum deren Ehefrauen/Ehemänner morgen auf „the love of the 80th“ stoßen werden. Bei mir recht realistisch, ich war in den 80er Jahren gefühlte 4376 Mal verliebt. Das wissen die Betroffenen allerdings nicht 😉

Die 80er waren meine Zeit. Ich kann teilweise nicht sagen was ich gestern gegessen habe. Aber ich kann sagen, zu welchem Lied aus den 80er Jahren genau was los war. Hier liegen noch zwei Tagebücher. Mit einer Liste ganz hinten, in wen ich verliebt war und wer mich dann auch wollte. Das Schnitt war jetzt nicht soooooo dolle, aber das ist ja wumpe.

Und ich sehe mich schon in der Nacht mit meiner Handtasche schleudern nach Hause gehen bei Sonnenaufgang, und „take on me“ von aha trällern.

Was muss, das muss, gelle? ^^

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Investigativ in Bodenfelde unterwegs – für den Schüttenhoff

(Quelle Bilder: Schüttenhoffgesellschaft Bodenfelde, Steffi Werner)

(M)ein Kommentar

Uslar/Bodenfelde/ Kaum nimmt man am Fahnenausmarsch und an der Generalversammlung teil, werden die wildesten Spekulationen aufgestellt. Ich bin gefragt worden ob es stimmt, dass ich neuerdings zu den Marketenderinnen gehöre. Zur Beruhigung an alle:

Nein, ich werde NICHT in einem kurzen Uniformrock als Marketenderin durch Bodenfelde marschieren. Das will auch keiner sehen. Es war ein kurz aufkeimendes Gerücht. Woher auch immer es kam.“ Schenkelklopfer 🙂

Da ich am Freitag beim Hexentreffen teilnehmen durfte (Dankeschön für die Einladungen an dieser Stelle), war ich quasi mittendrin statt nur dabei. Investigativ um genauer zu sein.

Aber beginnen wir von vorne.

Fahnenausmarsch/Generalversammlung

Ich war schon ziemlich uffjeregt muss ich zugeben an diesem 10. März. Und dann erstaunt. Erstaunt darüber, dass der Mann, der an meinem 18. Geburtstag mucksmäuschenstill auf meiner Rattan Couch in meinem Kinderzimmer saß, so brüllen kann. Herrschaftszeiten. Meistgehörte Worte/Sätze bei der Meldung an den Hauptmann:

Augen geradeaus“,

stillgestanden“,

rührt euch“.

(Selbst ich nahm teilweise Haltung an)

Vom Herrn Oberst gab es für die Einheiten stellenweise etwas „Lack“, natürlich humorvoll untermalt.

Der Fahnenausmarsch war etwas verregnet, was den Damen und Herren allerdings nicht die Laune verhagelte. Man konnte einigen die Vorfreude auf das Pfingstwochenende schon ansehen unter dem Regenschirm.

Bei der anschließenden Generalversammlung war der Saal rappelvoll.

Es ist ja unglaublich, wie viel Arbeit hinter all dem steckt. Das wurde mir bei einigen Tagesordnungspunkten erst klar.

Hätte ich gewusst, dass das Freibier dort fliest wie das Wasser die Weser hinunter, dann hätte ich am Montag Urlaub eingereicht, das ist Fakt. Im Verlauf der Veranstaltung jedenfalls standen einige schon auf den Stühlen und haben gefeiert.

Als ich mit dem Uslarer Bürgermeister den Saal verließ, sagte ich so zu ihm:

„Hier, hör mal. Is` so schön hier, ich sollte einen Bodenfelder heiraten.“

Er so:

*………, *……………., *……………..! *zensiert, es war aber positiv 🙂

 

Die Hexen und die Gulaschsuppe

Letzten Freitag dann der Besuch bei den Hexen. Es war das 7. Treffen. Ob die lustige Fahrt nach Willingen dazu zählt, ist ja wumpe.

Ich habe über 20 feierwütige Damen gezählt, allerdings trudelten im Laufe des Abends noch mehr ein. Das hörte gar nicht mehr auf. Man war so nett und beantwortete mir meine gefühlten 4376 Fragen zu dem Part mit den Hexentanz am Pfingstmontag.

Schon Heinrich Sohnrey beschrieb, dass

>>… gegen Abend urplötzlich ein Haufen Frauen aus dem Hinterhalte hervorbrach und die Musik vom Platze holte. … Die ganze Gesellschaft schloss sich an, und unter Schreien und Jauchzen wogte der Trubel hinter der schmetternden Musik im ganzen Ort umher. Auf jedem Kreuzwege und freiem Platze wurde im rasendsten, wildesten Tempo ein Reigen aufgeführt und alles mit fort- und herumgerissen. << (Quelle: Schüttenhoffseite).

Dass genau ein solches Szenario auch an diesem Pfingstmontag in ähnlicher Form stattfindet, kann ich mir nach dem Besuch des Hexentreffens wohl denken. Das kriegen die hin, kein Thema. Herr Sohnrey wird geahnt haben, welche Riege 2019 am Ruder ist 😉

Nach einer nahrhaften Grundlage in Form einer Gulaschsuppe gingen die Damen ins „Trainingslager“, wenn Sie verstehen was ich meine 😉 Feiern können sie jedenfalls. Bis morgens um 3.30 Uhr wurde getagt (munkelt man).

Pfingstmontag um 13.30 Uhr geht`s rund mit den Hexen, nur mal so als dezenter Hinweis.

Männereinfangen: Das wird mein Event

Bei meiner Recherche stolperte ich bei der Beschreibung des Hexentanzes über folgendes Wort: „Männereinfangen“. So, wer sich weiter oben an meine Worte Richtung Uslarer Bürgermeister erinnert, der kennt meinen Plan. Und wenn ich mir dafür in Vaddern seiner Werkstatt noch einen Reisigbesen klöppeln muss 😉

Zurück zu Thema:

Während die Hexen feierten, füllte sich auch der Gastraum nebenan. Der männliche Anteil schoss leicht nach oben. An den Shirts konnte man erkennen, dass auch einige Herren der Einheiten kurz auf ein Feierabendbierchen vorbei schauten. Ein mir gut bekannter Pionier antwortete dann auf meine restlichen 325 Fragen ordnungsgemäß und erzählte, wie sich teilweise die vier Tage Schüttenhoff in der Vergangenheit so gestaltet haben. Die Highlights sozusagen. Die legendären Geschichten.

Leute, ich würde das nicht annähernd durchhalten.

Was an diesem Abend allerdings auch wieder zu spüren war, das war die Vorfreude auf den Schüttenhoff.

Vorfreude ist die schönste Freude. Keine 6 Wochen mehr, dann wird der Zeltboden schon beben.

Ich komme dann aber nicht mit dem Auto. Versprochen. ^^

Hinweis:

Eine Abordnung der Schüttenhoffgesellschaft ist am 31. Mai von in der Zeit von 12 Uhr bis 13 Uhr auf NDR1 zu hören in der Sendung „Plattenkiste“. RADIO AN.

NDR1 Plattenkiste

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Von Gastauftritten und vielen Gästen: Rescuer füllte den Kulturbahnhof.

(Quelle Bild: Mona Thiele/Torsten Prey)

Uslar/ Als gestern im Kulturbahnhof Uslar gegen 20.30 Uhr Christoph, Miks, Maik, Thomas und Bernd startklar waren und ihr Jubiläumskonzert „30 Jahre Rescuer“ eröffneten, taten sie dieses vor einem großen Publikum. Der Kulturbahnhof Uslar war mehr als gut gefüllt.

Christoph dankte all denen, welche auf unterschiedlichste Art und Weise in den letzten 30 Jahren an der Seite von Rescuer waren.

Das Konzert war gespickt mit einigen Highlights. Sehr emotional war der Moment, als die Kinder der Musiker auf der Bühne erschienen mit einem Geburtstagskuchen. Und ihren Vätern sagten wie stolz sie auf sie sind. Da hatte man etwas Pipi in den Augen.

Tolle Gastauftritte

Der erste Gastauftritt gehörte Denise: Unter anderem knallte sie mal eben von Melissa Etheridge „like the way i do“ ins Mikrofon. Stimmlich passte sie richtig klasse in die Herren-Kombo.

Dann erschien der Mann auf der Bühne, welcher aus der Uslarer Musikszene auch nicht mehr wegzudenken ist: Axel Sch. Er reihte sich mit seiner Gitarre auf der Bühne ein und rockte zusammen mit Rescuer den Saal.

Weiter ging es mit dem Gastauftritt von Heiner E. und seiner Mundharmonika: Blues war angesagt. Akustisch eine tolle Ergänzung, es gab den Songs die gewisse Note.

Nächster Gastsänger war Mike the King O., der bekannte Elvis-Imitator aus Uslar. Kennste? Kennste! So übernahm der Rock`n Roll das Zepter für die nächsten Stücke.

Die Uslarer Musikszene war gut vertreten

Im Publikum zu sehen waren auch noch andere ehemalige Musiker bzw. aktuelle Musiker aus der Uslarer Szene: Markus B. von Project: Haven, Frank Sch. von Reminder, und Volker R., welcher schon mit Miks und Axel auf der Bühne stand damals als „Damn`let`s jam“.

Als Finalsong erklang „the Passenger“, Denise und Mike holten nochmals die Mikrofone hervor und ein toller Abend neigte sich gebührend dem Ende.

Das Publikum war ein dankbares Publikum, welches einfach nur gepflegt und harmonisch ab gefeiert hat. Mit einer der besten Sprüche des Abends:

Mich erinnert das alles an die alten Zeiten in der Papiermühle so von der Stimmung her“.

Es war jedes Alter vertreten und irgendwie waren die Besucherinnen und Besucher bunt gemischt und sehr gechillt 😉 

Chapeau!

Last but not least sollte erwähnt werden, dass gestern auf Eintrittsgelder verzichtet wurde. Der Überschuss von den Getränken geht an den Kulturbahnhof Uslar in finanzieller Form, freiwillige Spenden kommen dem Forum „Kinderarmut“ in Uslar zugute. Chapeau!

Für den Lacher des Abends sorgte ein junger Mann, welcher nach dem Genuss von zu viel edlem Gerstensaft anstatt „Zugabe“ versehentlich „Flughafen“ rief. Das machte aber nichts, man verstand was er wollte 🙂 

Bleibt zu hoffen, dass Uslar noch viele solcher Partys feiern darf. Mit Rescuer.

Auf die nächsten 30 Jahre.^^

Das Video zum gestrigen Abend: 30 Jahre Rescuer

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Von Speedy, Breakdance und alten Zeiten.

(Quelle Bilder: Lothar Niebur)
Uslar/ Am Samstag dem 18. Mai wird der Jugend- und Kulturbahnhof Uslar den Besucherinnen und Besuchern eine Reise in die 80er/90er Jahre und die Jugend ermöglichen. In eine Zeit, in der es auch in dieser Kleinstadt noch eine Diskothek gab: Das Meeting.

Von Südtirol nach Uslar

Kein geringerer als der Meeting-DJ vor dem Herrn, Speedy (Lothar Niebur), wird an diesem Abend auflegen und dem Publikum genau die Musikstücke kredenzen, zu denen damals getanzt wurde. Und gefeiert. Und was auch sonst noch so alles.
Auf die Idee diese geile Zeit aufleben zu lassen kamen Gaby Scholz, die Familie Weber und der Speedy.
Speedy kommt extra aus Südtirol/Norditalien angereist um mit den Uslarern eine der Partys 2019 zu feiern. Peter Ische wird ihn dabei unterstützen. Speedy hat schon jetzt Spaß in den Backen, das konnte er vorab berichten. Zitat bei Facebook:
>> Yoh. Das wird wieder Affenstark. Freue mich auf euch. Hoffe ich komme vor lauter Wiedersehen zum Musik machen. <<
 
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Ein Stück Uslarer Geschichte

Und da trifft er den Nagel auf den Kopf: Das Wiedersehen mit den Freunden von damals, das schwelgen in Erinnerungen von damals, das Gefühl der Unbeschwertheit von damals, das Feeling bei den Songs von damals.
Viele kennen das Meeting noch als es auf dem Gelände der Ilse-Werke beherbergt war. Das „alte Meeting“. Dort war auch sonntags geöffnet am Nachmittag. Kinder-Disko quasi für die, welche regulär am Abend nicht rein kamen weil sie zu jung waren. Speedy erinnert sich auch noch gerne an die Breakdance-Veranstaltungen im Meeting, das war so sein Ding.
Später kam dann der Umzug vom Meeting in die Wiesenstraße. Bis ins Jahr 2000 konnte sich das Meeting halten, mit sicherlich tausend Geschichten im Gepäck. Dann kam die Schließung und ein Stück Uslarer Geschichte nahm ein jähes Ende.
Umso schöner, dass die Meeting Revival-Party wieder auf dem Plan erscheint. Yes! Und wer sich an die 1. Party erinnert vor vielen, vielen Jahren der weiß noch, dass der Jugend- und Kulturbahnhof aus allen Nähten platzte und sogar die Türen geschlossen werden mussten für die nachrückende Party-Gemeinde, weil es gerammelt voll war. Das war auch Grund für die Überlegung in diesem Jahr das Außengelände mit einzubeziehen.

„Hungrig auf das neue Leben“: DJ Dieter Wimmer

Apropo abfeiern: Ebenfalls über einen Besuch am 18. Mai denkt der DJ nach, welcher in der Diskothek „Thirty-Four“ in Sohlingen (ein Dorf von Uslar) mit zum Aushängeschild gehörte: DJ Dieter Wimmer. Auch seinen Name und sein Gesicht sowie seine Stimme haben Kultstatus. Aus Baden-Baden wird er im Fall der Fälle anreisen und sich sowie die Gäste in Erinnerungen schwelgen lassen. Dieter Wimmer hat viele emotionale Rückblicke an die damalige Zeit. Zitat:
>> Die schönste Zeit die ich mit dieser Zeit verbinde, dass alle Gäste hungrig auf das neue Leben und zwar das Nachleben heiß waren. Raus aus dem Haus, weg vom 3 bis 4 Programm-Fernseher, und ab in die laute Nacht mit bunten Licht, Nebel und kalten Getränken und den ersten Cocktail im Leben und dazu eine Zigarette und cool und lässig an der Bar zu stehen, oder an der Tanzfläche, und Mädchen und Jungs immer hübsch zur Disco-Nacht im Modischen Style. … Und dann kamen die Trends: Breakdance und Robotdance. Und wenn ich z .B. Breakdance aufgelegt habe wurde sofort die Tanzfläche freigemacht und alle standen im Kreis und waren gespannt wer jetzt seine Dance-Performance abliefert, es gab immer Applaus und es war eine gute abwechslungsreiche kleine Tanzpause für uns alle. Es gibt noch sooooo viel tolles was mich an die Wahnsinns 80-ziger erinnert.<<
Man kann nur erahnen, was für eine legendäre Party am 18.05. in Uslar gefeiert wird. Eine mordsmäßige Party bis sicherlich spät in die Nacht/früh in den Morgen.
Feiert bis in die Puppen, Uslarerinnen und Uslarer. ^^
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Info:
Wann: 18.05.2019, 20 Uhr
Wo: Jugend- und Kulturbahnhof Uslar, An der Eisenbahn 1, 37170 Uslar
Bis: Wird spät, woll?
Eintritt: 5 Euro
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Das kleine Mädchen in der pinkfarbenen Jacke.

(Quelle Bild: Pixabay/ebpilgram)

Stadtkind und Dorfkind und so.

Vor ein paar Wochen fiel mir morgens auf dem Weg zur Arbeit ein kleines Mädchen auf in einer total auffälligen pinkfarbenen Jacke. Dieses kleine Mädchen war auf dem Weg zum Schulbus. Auf einem unserer Dörfer rund um Uslar. Ich musste etwas schmunzeln weil es fast schon herzerwärmend aussah, wie dieses kleine Persönchen mit dem großen Ranzen auf dem Rücken zur Bushaltestelle ging. Ich sah sie schon aus weiter Entfernung, dieses pinkfarbene Jäckchen hat echt Leuchtkraft. Auch bei Dunkelheit. Dieses kleine Mädchen geht bei Wind und Wetter zur Haltestelle. So kenne ich es aus meiner Kindheit auch noch.

Mal steht das kleine Mädchen dort alleine, mal spielt sie mit den anderen Kindern. Weder die Dunkelheit noch die eisigen Temperaturen machten den Kindern etwas aus. Sie kamen klar.

Vor ein paar Wochen hatte ich verschlafen und war später dran als gewohnt. Ich wohne gegenüber von einer Grundschule, das muss ich kurz erwähnen. Als ich zum Auto ging war es zu der Zeit, als die „Mutter-/Vater-Taxis“ hier einflogen auf unserem Parkplatz. Es war viel los, das kann ich wohl behaupten. Wie im Taubenschlag kamen die Eltern samt Kindern an und wie im Taubenschlag fuhren die Eltern wieder ohne Kinder ab. Aber irgendwie dauerte das alles. Ich konnte noch sehen wie ein Vater mit den Kindern an den Kofferraum ging und live dabei war, als die Kiddies ihre Ranzen aus dem selbigen holten. Überhaupt war auffällig, dass das alles irrsinnig lange dauerte. Also das „Absetz-Manöver“.Es fahren aber auch zu bzw. von dieser Grundschule Busse. Das am Rande bemerkt.

Nun könnte ich erwähnen, dass diese Grundschule an einer stark befahrenen Hauptstraße liegt. Aber: Das kleine Mädchen in der pinkfarbenen Jacke steht an derselben Hauptstraße, halt nur knapp 2 km bzw. 3 km weiter.

An der Grundschule hier steht morgens sehr oft ein Streifenwagen. Wahrscheinlich aus dem Grund der Überwachung/Sicherheit. Bei dem kleinen Mädchen in der pinkfarbenen Jacke stand bisher in unmittelbarer Nähe noch nie ein Streifenwagen. Zumindest habe ich das in den letzten Wochen nicht gesehen.

Nur 2 km oder 3 km Entfernung, aber doch ein so großer Unterschied.

Ich kenne das kleine Mädchen in der pinkfarbenen Jacke mit dem großen Ranzen nicht, aber irgendwie bin ich total stolz auf sie. ^^

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Mein erstes Mal – der Schüttenhoff 2014 damals – Junge!

(Quelle Bild: Schüttenhoff Bodenfelde)

Wahrscheinlich werden bei der Überschrift schon 99% der Bodenfelderinnen und Bodenfelder den Kopf schütteln und sich mit der Hand vor die Stirn kloppen.

Steffi, Bitte, nicht Dein Ernst jetzt!“

Ja, Mensch, sorry Leute. Doch!“

Obwohl nur ein paar Kilometer von Bodenfelde wohnhaft, war ich mit 44 Jahren zum ersten Mal beim Schüttenhoff dabei damals vor 5 Jahren.  Aber nicht als Besucherin, sondern dienstlich.

Gerade bei den Übungsabenden im Vorfeld hinsichtlich dieses Festes/Festwochenendes wurde mir nach und nach klar, dass der Bär steppen wird. Und dass sich nicht nur hunderte von Aktiven einfinden werden, sondern auch tausende von Besuchern. Nach ausreichender und exzellenter Vorbereitung in den vielen Schulungsstunden kam dann mein erster Schüttenhoff. Mit so vielen Uniformen hatte ich nicht unbedingt gerechnet, auch wenn die Meldungen in den sozialen Netzwerken bzw. die Schnappschüsse von diesem historischen Event schon einen ersten Hinweis darauf gaben.

Als ich an meinem ersten Einsatztag mit an der Weserpromenade stand, wusste ich teilweise nicht wo ich nun zuerst und zuletzt hinschauen sollte. Uniformen über Uniformen über Uniformen. Menschen über Menschen über Menschen. Und Pferde. Und Uniformen. Und Menschen.

Und plötzlich sieht man Männer, die sich sonst nur im Auto oder zu Fuß zeigen, auf einem schicken Pferd sitzen. Als hätten sie nie etwas anderes getan als auf einem schicken Pferd zu sitzen.

Plötzlich sieht man den Nachbar, der sich sonst nur in Jeans und T-Shirt zeigt, in einer schicken Uniform stramm an der Weser stehen. Als hätte er nie etwas anderes getan als in einer schicken Uniform stramm an der Weser zu stehen.

Schon bei den Proben brannte der Planet vom Himmel, Pfingsten 2014 war ein dolles Wochenende mit viel Sonne und wirklich hohen Temperaturen. Kriterien, welche uns im Dienst leichte Sorgen machten.

  • Hoffentlich trinken die alle genug. Wasser natürlich. Oder Saft.
  • Hoffentlich haben die alle genug gegessen. Was leichtes natürlich. Oder Obst.
  • Hoffentlich stehen die alle auch mal im Schatten. Mit Kopfbedeckung natürlich. Oder gut eingecremt.

In den Einheiten war die Stimmung wohl locker-flockig, aber es herrschte auch Zucht und Ordnung. Ich konnte das alles noch nicht so wirklich einordnen.

An dem Tag, an dem ich zum ersten Mal auf die Schlachten traf im Ortskern, Bodenfelde war rappelvoll mit Aktiven und Besuchern, die Sonne brannte wieder volles Brett und gnadenlos, war ich abends nach meinem Dienst platt wie ein 2-jähriges Kind. Und habe vor Erschöpfung geschlafen wie ein dicker Maikäfer auf dem Rücken liegend. Laut schnarchend. Mit zusammengefallenen und angesengten Flügeln.

All die Eindrücke musste ich irgendwie erst mal wechseln.

Die Männer, welche plötzlich auf Pferden saßen, ritten durch den Ort, dass mir Angst und Bange wurde! Ich war angespannt vom Scheitel bis zu den Schuhsohlen.  Als die älteren Herren dann mit in die Schlacht einstiegen, hatte ich versucht jeden einzelnen im Auge zu haben. Ich hatte echt etwas Angst um die Aktiven. Sie waren mir so sympathisch.

Kleinere Knallgeräusche waren schon wohl zu hören, aber mein persönliches Drama kam ja noch: Als die Kanonen gezündet wurden. Ich bin gefühlte 17 Meter abgehoben, ca. 354 Mal, meine Pumpe war im Takt kompatibel mit der Kapelle so rhythmustechnisch gesehen und mein erster Gedanke:

„Steffi, jetzt schießen sie schon auf Dich!“

Du liebe Güte, ich dachte kurz meine Kameraden müssen sich gleich um mich kümmern.

Die galoppierenden Pferde, die kampfeslustigen älteren Herren, die Kanonen, die Sonne: Ich hielt wie hypnotisiert meine Wasserflasche mit angespanntem Bizeps und Trizeps und fragte mich:

„Was kommt jetzt noch?“

Ich hatte was von Marine und Schiffen gehört. Und kurz keimte in mir der Gedanke auf, ich müsse vielleicht mit einem Tretboot auf der Weser für Erste Hilfe-Maßnahmen irgendwie vor Ort sein. Das musste ich aber nicht. Puh!

Die Schlachten waren geschlagen, der Festumzug begann. Wir in unserem Fußtrupp waren irgendwie auf einer Wellenlänge mit der Einheit der Jäger,  total nette Männer waren das. 

Bei der Affenhitze hatten sich einige Aktive Geschirrtücher unter die Kopfbedeckungen geschoben um den Schweiß aufzusaugen. Ich wette, bei einigen wog das Tuch nach dem Umzug so viel wie ein halbes Pfund Schlachte-Mett vom Metzger des Vertrauens.

Und immer hatte man die Augen bei den Besuchern, den aktiven Damen und Herren. Hin und wieder kam es auch zu Einsätzen, meines Wissens nach aber zu keinen dramatischen Ereignissen.

Ich habe stundenlang literweise Wasser getrunken, war nicht 1x austreten, habe geschwitzt wie in einer 105 Grad-Sauna mit Kiefernnadel-Aufguss, hatte Puls und Blutdruck, in meinen Dienststiefeln war es mehr als muckelig warm.

Aber: Nach einem Narkose ähnlichen Schlaf am Abend nach dem nächsten Dienst konnte ich kurz und knapp erklären, um was es beim Schüttenhoff in Bodenfelde geht.

Dieses Jahr ist es wieder so weit. Der Part mit den Kanonen wird mich nicht aus den Puschen hauen. Und ich bin nicht im Dienst. Diesmal nicht. Ich bin bereit. Junge! ^^

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