Dorfgeflüster.

(Quelle Bild: Steffi Werner)

Erst vorhin wieder habe ich eine Situation erlebt, welche mir meine Sehnsucht nach dem Leben auf einem Dorf verdeutlicht hat.

Ich war zum Blumen gießen auf dem Friedhof, am Grab meiner Eltern. Ich konnte dort jahrelang nicht hingehen, es war für mich so ein fürchterlicher Ort.

Jetzt geht es, oder besser gesagt, ich kann diesem Ort so viel positives abgewinnen. Dort ist es so ruhig, ich treffe selten jemanden weil ich spät am Abend dort hin fahre. Es riecht dort immer so gut, nach Natur irgendwie. Und es sind einfach Erinnerungen, wenn man die Namen auf den Grabsteinen liest und sich im Kopf sofort Anekdoten im Kopf zusammen brauen. Trotz aller Dramatik.

Heute sah ich aus dem Augenwinkel eine Frau, welche ich schon von Kindesbeinen an kenne. Als ich gerade die Gießkanne füllte, kam sie mir entgegen. Ich hatte vorher schon gesehen, dass sie am Grab ihrer Familie arbeitete, und das mit Lockenwicklern im Haar. Da ist mir echt der Herz aufgegangen.

Das ist irgendwie Dorf: Man vereint das eine mit dem anderen, es ist auch wumpe was die anderen denken oder wie man ausschaut. Es muss halt alles geschafft werden. Das sind noch so alte Relikte, welche ich von Tag zu Tag mehr entdecke bzw. echt vermisse.

Als diese Frau auf mich zukam, sprach ich sie an. Wir haben uns bestimmt 10 Jahre nicht mehr gesehen. Sie hat mich aber sofort erkannt, dass

„Stefanie“

war Musik in meinen Ohren. Und dann haben wir gesabbelt, bzw. hat sie mich gefragt wie es mir geht, wo ich jetzt wohne, etc.

Das hatte so etwas heimisches.

40 Jahre habe ich auf diesem Dorf gelebt. Und ich vermisse es heute mehr denn je. Das Blöken der Kühe, das morgendliche Gegacker der Hühner, das Geräusch der Trecker, auch den Geruch von Gülle. Und das Bimmeln der Dorfkapelle, welches uns in Kindertagen immer die Uhr ersetzte. Dieses Gefühl von Heimat, die Gewissheit der Wurzeln, die Erinnerungen an die Kindheit, die Jugend und an so viele wichtige Stationen, die das Leben so geprägt haben. Auch das Gefühl von Zusammenhalt, von Einheit, von Heimat eben.

Fast immer wenn ich auf dem Friedhof war, fahre ich nach Hause durch die Straße, in der ich 40 Jahre lang wohnte. Wo mein Elternhaus steht. Wo auch der Kurze groß wurde. Durch MEIN Dorf.

Und mein Plan ist der, irgendwann wieder in diesem Dorf zu landen. Sollte sich im nächsten Jahr die Möglichkeit ergeben dort eine Wohnung zu finden, dann wäre das ein Traum von mir.

Ich wohne jetzt auch nicht in einer Großstadt und bin nur einen knappen Kilometer von diesem Dorf entfernt. Nur einen knappen Kilometer. Auch weiterhin lasse ich mich dort sehen wann immer es möglich ist. Ich möchte aber irgendwann wieder aufwachen weil die Kühe blöken, die Hühner gackern, es nach Gülle riecht oder die Glocken der Dorfkapelle bimmeln. ^^

Share

Du kommst aus Uslar, wenn auch Du dieser Tage diese Kleinstadt langsam „hochfahren“ siehst.

(Quelle Bild: Steffi Werner)

Harte Wochen liegen hinter uns und vielleicht noch vor uns, den einen trifft es härter, den anderen etwas milder. Unsere Gastronomie gehörte mit zu den großen Verlierern in den vergangenen Wochen. Allerdings finde ich, dass viele von ihnen durch die Abhol- und Bringdienste versucht haben das Beste aus der Situation zu machen. Auch wenn es die sonstigen Einnahmen nicht annähernd deckte, so fand ich den Versuch bzw. Optimismus und auch den Zusammenhalt richtig klasse. Während sich die Restaurants/Gaststätten/Cafés noch irgendwie helfen konnten, waren und sind die Kneipen gekniffen.

Ich kann jeden Gastronom verstehen welcher den Restaurantbetrieb noch nicht hochfährt aus Gründen die Wohlfühlatmosphäre betreffend. Es ist anders mit all dem Reglement, der gute Geist des ein oder anderen Restaurants/Cafès bleibt vielleicht auf der Strecke. Und all die Maßnahmen sind mit so viel Arbeit verbunden, das sieht man auch in anderen Bereichen. Die Relation muss stimmen.

Als ich die Tage die Kurze Straße runter fuhr, sah ich aus dem linken Augenwinkel Menschen vor der Stadtschänke sitzen. Ich habe mich so gefreut über diesen Anblick. Nani und Axel sind wieder „on air.“

Heute Morgen musste ich mal kurz reinschauen, einfach mal „Hallo“ sagen, fragen wie die Situation gerade ist, wie es läuft, usw.

Und ich traf eine Nani und einen Axel welche mir erklärten wie das alles vor sich geht, wo es noch hängt etc. Sicherlich merkt man, dass es gerade eine Situation ist welche keine Vergleichsmöglichkeit bietet. Jeder probiert sich aus und tastet sich vor. Aber Nani und Axel wirkten auf mich positiv gestimmt.

Besonders rührend fand ich ihre Erzählungen darüber, dass die Uslarerinnen und Uslarer beim zufälligen Treffen mit Nani beim Einkaufen sofort fragten wie es ihr geht, ob sie über die Runden kommt, ob noch finanzielle Reserven vorhanden sind. Und dass die ein oder andere Träne zu sehen war bei den kurzen Unterhaltungen. Solche Schilderungen machen für mich das Leben in einer Kleinstadt aus und so besonders.

Das gleiche gilt für andere Gespräche mit einigen hiesigen Gastronomen.

Die Situation ist quasi richtig bescheiden, aber bei vielen mit denen ich kurz sprach steckte vor mir niemand den Kopf in den Sand. Das finde ich sehr professionell. Wie es hinter den Kulissen aussehen mag, das kann man nur erahnen.

Bis alles wieder so ist wie es mal war, wird es vielleicht dauern. Aber der Tag wird kommen, und bis dahin kann man seine Unterstützung signalisieren wenn man sich einfach nur an die Regeln hält welche die Gastronomie vorgibt, oder einfach mal etwas bestellt. Wem es möglich ist vorausgesetzt.

Gruß an all die anderen, welche hier im Uslarer Land kreativ geworden sind und trotz all dem Drama ihre Philosophie verteidigen.

Share

Und ich sah: Nix!

 

(Quelle Bild: Pixabay/Tama66)

Dunkel war`s, der Mond schien helle,

das ist die perfekte Einleitung zu folgendem Erlebnis.

Ich hatte vorletzte Woche schon bemerkt, dass meine Scheinwerfer beim Auto so kleine Aussetzer hatten. Wenn ich aber den verantwortlichen Hebel kurz titschte, ging das alles wieder. Nur eben vor ein paar Tagen nicht mehr.

Als ich beim Einkaufen abends von Discounter A zu Discounter B fuhr, es war schon dunkel on the road, durchlebte ich plötzlich einen Blindflug der besonderen Art. Licht ging aus bzw. Scheinwerfer gaben den Geist auf. Trotz titschen von besagtem verantwortlichen Hebel tat sich nichts. Ich bin geistesgegenwärtig rechts ran gefahren und habe den Hebel malträtiert wie irre. Als total überforderte Frau bin ich auch ausgestiegen und um das Auto gegangen. Check der Gesamtsituation. Das Rücklicht ging, die Scheinwerfer vorne leuchteten dezent und als total überforderte Frau haut man dann mit der Hand auf die Scheinwerfer in der Hoffnung, diese reagieren und erstrahlen in vollem Glanz. Das Licht ging dann auch wieder. Erst dezent leuchtend, dann mit voller Wucht. Für einige hundert Meter. Die Scheinwerfer gingen wieder aus. Also wieder rechts ran, wieder den Hebel malträtiert, wieder ging das Licht. Für ein paar Meter.

Schnell in Discounter B gerammelt, schon mit leichter Panik im Geiste weil ich noch knapp 1 km fahren musste um zu Hause zu sein. Und ja, ich hatte etwas Schiss einer Polizeistreife zu begegnen welche einem dann folgt mit dem Schriftzug auf dem Dach a la:

Bitte folgen. Rechts ran, Du dumme Nuss. Steffi, was geht los darein?“

Okay, ganz ruhig, das wird. Die sind ja hier nett in den Streifenwagen.

Das Licht war aber rebellisch und wollte so gar nicht mehr. Auch das Fernlicht reagierte nicht. Nur das Abblendlicht. Was macht man dann? Die Option mit der Warnblickanlage war nur kurz eine Option 😉

So fährt man los mit der linken Hand den verantwortlichen Hebel nach hinten ziehend, durchgehend, und hämmert mit Abblendlicht durch die Straßen einer Kleinstadt. Glaubt es mir, ich kam mir so bescheuert vor weil ich die wenigen Autos im Gegenverkehr geblendet hatte wie Bolle.

An dem verantwortlichen Hebel sitzt auch der Blinker, ich kam so durcheinander mit meiner Motorik, in meiner linken Hand war echt was los. Den Hebel nach hinten ziehend und dann noch rechts bzw. links titschend kam ich nach zwei Kreuzungen zu Hause an.

Seit diesem Tag bin ich nur bei Tageslicht durch unsere City gecruist und nun steht das Auto in der Werkstatt. Heute Abend kurz vor Sonnenuntergang bin ich noch schnell 2 km gefahren, es war aber noch helle quasi und ich musste nicht mit der linken Hand an dem verantwortlichen Hebel titschen.

An dieser Stelle Gruß nach Sohlingen an den Maik, welcher sich jetzt um meine Lichtorgel kümmert und so spontan Zeit hatte. Und glaub mir, Maik, ich blende Deine Initialen mit Fernlicht in den Nachthimmel wenn Du die Beleuchtung der Karre wieder in den Griff bekommst. ^^

Share

Gestern noch so – heute aber so.

(Quelle Bild: Pixabay – Alexandra_Koch)

Eines vorweg: Ich möchte hier keine Panik machen, Angst verbreiten, negative Stimmung herauf beschwören. Es geht einfach nur um einen Tag, welcher mich quasi von rechts auf links gekrempelt hat.

Und noch eines vorweg: Heute verneige ich mich vor allen Arztpraxen, Notaufnahmen, Krankenhäusern, Rettungssanitätern etc.: Was diese alle leisten, schon leisten mussten und noch leisten werden, das hat meinen höchsten Respekt verdient.

Aber beginnen wir von vorne.

Ich war in den letzten Tagen echt abgenervt von den Meldungen, den Diskussionsgrundlagen und vielen Postings zum Thema Coronavirus. Bis gestern fand ich das alles überzogen, teilweise deplatziert etc. Ich konnte Worte wie „Klopapier“, „Mehl“, „Hamsterkäufe“ usw. nicht mehr hören.

Gestern Abend nach Dienstschluss auf dem Weg nach Hause fühlte ich mich irgendwie total schlecht. Ich war müde, kaputt und fühlte mich krank. Das ging weiter bis heute früh. Mir schoss in den Kopf, dass ich in einer Klinik arbeite und auf einem Konzert war mit weit über 1000 Besuchern. Da ging das Gedankenkarussell schon los. Also rief ich meinen Hausarzt an, das wurde ja empfohlen. Nicht dort auftauchen – erst telefonisch melden. Nach Schilderung meiner Beschwerden und Erwähnung des Konzertes am WE wurde ich einbestellt gegen Mittag. Normalerweise rammele ich rein in die Praxis, quatsche mit den Arzthelferinnen und nehme im Wartezimmer Platz. Aber heute war alles anders: Nur kurz rein um sich anzumelden, Hände desinfizieren und dann wieder raus auf den Parkplatz. Ich stand dort mit zwei anderen Personen, wir stellten uns automatisch weit auseinander. Und wir wirkten alle 3 gedankenverloren. Ich fragte mich wie lange das Personal in dieser Praxis schon auf den Beinen ist und wie lange sie am heutigen Tag noch auf den Beinen sein werden. Welche Panik die Angestellten dieser Praxis vielleicht vor einer Ansteckung haben. Wie sie nach bestem Wissen und Gewissen mit dem Thema umgehen. Wie sie überlegt und entschieden haben das alles zu organisieren. Eine Ausnahmesituation. Die Entscheidung, die Leute mit Erkältungssymptomen nach draußen zu schicken, fand ich total sinnvoll. Mich störte das nicht.

Und während ich dort stand, kam echt etwas Panik in mir auf. Und wirre Gedanken.

Wie organisiere ich mich, wenn ich in Quarantäne muss?“

Wen habe ich vielleicht angesteckt?“

Was denken die Leute, die mich jetzt hier stehen sehen?“

Kann ich mein Immunsystem noch hochfahren, obwohl ich jetzt nicht so gesund lebe?“

Alles gut, meine Symptome konnten den Coronavirus ausschließen, ich bin einfach nur erkältet.

Den Rest des Tages war ich viel online und klickte dann doch den ein oder anderen Artikel dieses Thema betreffend an. Nicht genervt, sondern wissbegierig. Und ich tauschte mich aus mit Freunden und Kollegen. Erfuhr von den neusten Vorsichtsmaßnahmen, wer noch krank auf dem Sofa liegt, und auch von den fast im Minutentakt abgesagten Veranstaltungen.

Gestern war ich noch der Meinung, dass das alles überzogen ist. Heute finde ich all die Maßnahmen mehr als okay.

Wie gerne gehe ich auf Veranstaltungen, wie gerne treffe ich meine Freunde im großen Rahmen, wie gerne lerne ich neue Leute kennen. Partys/Events/Märkte/Ausstellungen und all das waren für mich immer wie Urlaub, ich konnte so gut dabei abschalten. Nun ist das für unbestimmte Zeit Geschichte, und irgendwie fühlt sich das merkwürdig an. In 49 Jahren habe ich eine solche Stimmung noch nicht erlebt. Schlimmer aber die Aussicht, dass berechtigterweise Schulen und Kindergärten geschlossen werden, aber die Eltern, die  in der Medizin zu Hause sind und so dringend gebraucht werden dieser Tage, jetzt ein Problem haben. Wie andere Eltern im Fall der Fälle auch.

Die Liste lässt sich fortsetzen mit all den Vereinen, welche jetzt pokern müssen mit ihren Veranstaltungen in naher Zukunft. Mit euch möchte ich nicht tauschen.

Kommt gut und gesund durch diese Krisenzeit.

Gruß an Angela, Martina, Simone, Marina und Kollegen/Kolleginnen: Ihr macht das toll. ^^

Share

Und so stand ich in der Braustraße mit einem „Einbecker Natur Radler“ in der Hand am späten Nachmittag.

(Quelle Bild: Steffi Werner)

Part IV der Planung für die Party zum 50. Wiegenfeste, ein Besuch bei Wilhelm Volke Getränkemarkt, Inhaber Stefan Groffmann lag auf dem Programm. Ich wollte eine Kühltruhe für den Abend bestellen sowie Gläser in einigen Variationen. Hat ja keiner 80 Bier-, Wein-, Sekt- und Weißbier- sowie Schnappesgläser am Start bzw. im Haushalt. Ich hier eh nicht. Als ich einparkte in der Braustraße, stach mir gleich ein Wagen mit Werbung der Einbecker Brauerei ins Auge.

Huch“,

denke ich noch,

wenn da jetzt ein Vertreter des goldenen Gerstensaftes auch vor Ort ist, kannst Du gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und Dich mit denen unterhalten zwecks flüssiger Untermalung der Party.“

Als ich von der Kristin sehr nett begrüßt und toll beraten wurde stellte sich heraus, dass der freundliche Mitarbeiter dort nur parkt, aber nicht bei Volke unterwegs ist. Nachdem meine Bestellung niedergeschrieben war (welche Erleichterung, dass die Sache mit den Gläsern etc. nun geklärt ist und das Angebot mit der Kaffemaschine für 40 Tassen pro Brühvorgang auch), bin ich wieder auf den Parkplatz zu meinem Auto und behielt den Wagen von den Einbeckern im Auge. Das war DIE Chance! So stand ich paffend doof rum und beobachtete das Treiben. Es erinnerte mich an die Szene aus Pretty Woman. Ich am Straßenrand stehend, jetzt nicht so geil angezogen wie Julia Roberts und er, von dem ich nicht mal weiß ob er annähernd aussieht wie Richard Gere. Ach, egal jetzt.

Bis sich zwei junge Männer ohne Jacke dem Einbecker Auto näherten. Ich wie die wilde Hilde hin zu den beiden jungen Männern und gleich total zugetextet:

„Tach, Steffi Werner. Ich plane eine Party … mit Einbecker Bier … tolle Gäste … viele Ärzte … Bloggerin … ich brauche mal eine Visitenkarte um meine Gedanken schriftlich an Sie weiterzuleiten … Bla … Bla .. Bla …“

Ich muss auf die beiden jungen Männer sicherlich total wirr gewirkt haben. Das bin ich ja auch.

So, und nach der Abmachung, dass wir per Mail nochmals intensiver in die Thematik eintauchen mit allem Drum und Dran und nach der Aushändigung von Info-Material greift einer in den Kofferraum des Wagens und reicht mir eine Flasche Einbecker Natur Radler.

Ein total feiner Zug, das nenne ich mal Marketing total unkompliziert.

Mir entfuhr ein:

Typisch Werner, steht sie in der Innenstadt mit einer Pulle Bier in der Pranke vor Sonnenuntergang“.

Liebe junge Männer der Einbecker Brauerei, falls Sie das hier lesen:

Sorry, dass ich Sie ohne Jacken überfallen habe bei der Kälte und vielleicht auch Ihre Zeit geraubt. So bin ich, so kennt man mich, so wird es immer mit mir sein. Danke für die Kostprobe vom Natur Radler, das teste ich am WE an. Ich melde mich und sicherlich kommen wir ins Geschäft. Das war Spontanität von ihrer schönsten Seite. Zumindest für mich. Was Sie so dachten, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich bin halt nicht Julia Roberts, Sie zwei waren aber echt schick.“ ^^

Share

Offline-Treffen vom Grillsportverein.de in Schönhagen oder …

kulinarische Highlights in einer „wehrhaften Enklave mit trinkfesten Einwohnern an den südlichen Ausläufern des Sollings.“

(Quelle Bilder: Grillsportverein.de, Pixabay)

Uslar/Schönhagen Wenn der Utti (Daniel Utermöhle), in Fachkreisen bekannt unter xxx (wurde von der Readaktion gestrichen) vom 17.01.2020 bis zum 19.01.2020 die Grillsportfreunde nach Schönhagen einlädt, dann startet Runde 2 des Offline-Treffens der Grillfreunde im Uslarer Land.

Bei diesem Event geht es nicht unbedingt nur um die Wurst, sondern um grillen, räuchern, „wokken“, wursten, fachsimpeln und das Verköstigen der an diesem Wochenende zubereiteten Speisen unter den Damen/Kumpels der Grillsportfreunde.

Auf der Teilnehmerliste stehen unter anderem Namen wie die Bienenkönigin, die Röstwurst, Fritz Felge, Sollinggrill, Siegerlandgriller, Barbie-Q und so weiter und so fort. Und all diese kreativen Menschen reisen an aus beispielsweise Ostdeutschland, Schleswig-Holstein und sogar aus Landsberg am Lech.

Eines verbindet all diese Damen und Herren: Die Passion bzw. das Hobby „Grillen“ mit seinen, wie es sich schon jetzt anhört, facettenreichen Alternativen. Alles scheint recht einfach abzulaufen: Kein Tamtam, kein Chichi, keine Ansprüche an eine 4 Sterne-Unterkunft: Es wird teilweise auch in der Mehrzweckhalle Schönhagen gepennt. Einfach nur, um diesem Hobby in freundschaftlicher Runde nachzukommen. Und um der/dem ein oder anderen über die Schulter zu schauen. Und natürlich um die ein oder andere Kreation zu probieren.

Was wird denn da so zubereitet? Das wird da so zubereitet:

Pig Wings, chilenische Kartoffelpuffer, Eigenkreationen von Huhn, Kaninchen, Fisch, Wild. Aber auch Berliner, Baumstriezel, weißer Glühwein, Wirsing-Lasagne, Grünkohl und, und, und. All diese kulinarischen Angebote dienen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zum Austausch, sicherlich auch um sich Tricks und Kniffe abzuschauen, und natürlich um all das auch mal probieren zu können. Sollte etwas zum probieren übrig bleiben. Und ganz wichtig: Was an diesem Wochenende zählt, ist das Zusammentreffen mit Gleichgesinnten in entspannter Atmosphäre.

„Ein Treffen unter Freundinnen/Freunden mit außergewöhnlichem, dem Genuss dienendem Hintergrund“,

so könnte man das 2. Offline-Treffen der Grillfreunde sicherlich auch nennen.

Es ist keine kommerzielle Veranstaltung, der Daniel wuppt das ganz privat weil er Spaß daran hat. Deshalb wird es für Besucher auch keine regulären Getränke- bzw. Imbissstände geben.

Wer also aus dem Raum Uslar an dieser Art des Grillsports interessiert ist, der darf gerne nach Schönhagen kommen und sich das alles anschauen.

Ort: Mehrzweckhalle Schönhagen, Amelither Str. 47, 37170 Uslar-Schönhagen

Wann: 17.01.-19.01.2020

Uhrzeit: Grob über den Tag verteilt.

Hier der Link:

Grillsportverein.de – mehr Infos

 

 

 

 

Share

Alles voller Männer!

(Quelle Bild: Pixabay/Geralt)

Vorteil von Silvester? Mir sind schon lange nicht mehr soviele Männer über den Weg gelaufen wie heute beim Einkaufen. Alles voller Männer. Im Discounter, im Getränkemarkt: Überall waren Männer! Kleine Männer, große Männer, schlanke Männer, vollschlanke Männer, gepflegte Männer, ungepflegte Männer, und so weiter, und so fort. Ich wollte fast so ’ne Flirtnummer außen an meine Kutte tackern, das wäre ja heute echt DIE Chance gewesen. Und ich habe total viel gelernt, gerade beim Einkaufen. Z. B. wie man 4 Kisten Bier in den Kofferraum eines Kleinwagens bekommt, wie man diese im Einkaufswagen so stapelt, dass man den auch noch schieben kann und nach vorne noch was sieht, welches Bier so der Renner ist zum Jahreswechsel, und, und, und. Ich hatte soviel Spaß beim Beobachten wie lange nicht mehr. Beim Bezahlen das totale Gegenteil vom normalen Wocheneinkauf: Er steht vorne, ER packt aufs Band, ER kontrolliert jede Kiste und jede Flasche und jeden 6-er Träger, und SIE steht tooootaaaaal gelangweilt hinten an *gähn*. Der eine Herr bezahlte und sagte 4x zu ihr:

„Pack den Bon ein, los pack den Bon ein, vergiß den Bon nicht, den Bohon!“

Ich weiß nicht ob er die 4 Flaschen Rum, den Weinbrand, den Klaren und das Bier am Donnerstag wieder umtauschen will und das nur als Deko in die Garage stellt? Der Gute hatte so einen roten Kopp, dass ich im Geiste nochmal die Reanimation und stabile Seitenlage durchging.
So, und dann ging’s weiter im Discounter am Tisch mit dem Feuerwerk: Die standen da wie die Küken um die Tränke, total süß. Während wir Frauen bei totalen Schnappern eines Designers bei Schuhen und Handtaschen z. B. kreischend durch die Gänge flitzen und alles anfassen und durchwühlen, uns in den Haaren ziehen und beissen wenn es sein muss, stehen die da wie die Küken um die Tränke. Der eine im Jogginganzug und mit Gummilatschen, nicht gekämmt, komplett tiefenentspannt, und ich glaube der hat sich echt alles durchgelesen was da zu lesen war an dem Zeug. Ich lese das nicht wenn ich es kaufe, ich versuche zu verstehen wie ich es zünden muss anhand der Bilder, und nehme auch nur so ein Kram für Kinder ab 6 Jahren. Aber der machte es sehr akribisch. Ich wollte noch fragen wo er wohnt bzw. böllert, aber er war irgendwie in Trance, und da soll man ja keinen ansprechen sonst erschrecken die sich so.
Ich glaube heute Abend hören viele Männer folgenden Satz von ihren Frauen:

„Gib die Bankkarte her, Du stürzt uns noch ins Verderben. Das nächste Mal bleibste im Auto sitzen.“

P. S. an die Männerwelt: Was würden wir nur ohne Euch machen?! ^^

Share

All I want for Christmas is … Rock `n` Roll – Rescuer spielt nochmals auf

(Quelle Bilder: Rescuer)

Uslar/ Wenn der Uslarer Weihnachtsmarkt in die letzte Runde geht, dann gehen fünf sympathische Männer nochmals an den Start: Christoph, Maik, Miks und Tom nebst Bernd, vielen besser bekannt als Rescuer, drehen am 20.12. den Hahn sicherlich so richtig auf und dann ist nix mehr mit „stille Nacht.“

Ab 19 Uhr wird es nicht heißen „süßer die Glocken nie klingen“, sondern „härter die Gitarren je ertönten“.

Vier Tage vor dem heiligen Abend darf man ruhig nochmal etwas eskalieren und feiern bevor die geruhsamen Tage kommen. Das wird insbesondere und sehr wahrscheinlich die Rescuer-Family mehr als erfreuen, welche zu 100% dort auflaufen wird.

In muckeliger Atmosphäre können an diesem Abend nebst Bratwurst, Glühwein und einigem anderen mehr im Angebot des Weihnachtsmarktes in Uslar auch Songs von Status Quo, Pink Floyd, ZZ Top, Bryan Adams, Foreigner, Iggy Pop sowie Fleetwood Mac und vielen weiteren namhaften Größen der Musikbranche genossen werden. Man kann die Fülle der Stücke/Interpreten kaum noch aufzählen, welche von Rescuer gecovert werden. Na klar und unbedingt Musik mit etwas mehr „Bums“, das versteht sich von selbst. Allerdings werden es auch einige Weihnachtssongs in das Programm von Rescuer schaffen am 20.12.19.

Das Jahr 2019 war für Rescuer ein erfolgreiches Jahr (mal wieder):

Es gab das Jubiläumskonzert zum 30-jährigen Bestehen im Kulturbahnhof Uslar (das war `ne tolle Sause), die Biker-Party in Eschershausen, Gigs in Schönhagen und Sangerhausen, auch für private Partys reisten sie durch das Land. Sie schlossen in alter Manier den Pekermarkt ab ( das war noch `ne dollere Sause) und nun erstmalig den Uslarer Weihnachtsmarkt.

Da mag der Weihnachtsmann samt Gefolge am Freitag auch eine kurze Pause einlegen um zu den Klängen von Rescuer mit den Füßen zu wippen.

Nicht von drauß vom Walde kommen sie her, sondern aus dem Probenraum direkt auf die Bühne am Museum.

Um mit Ihnen/euch in weihnachtlicher Atmosphäre nochmal alles zu geben.

Info:

Wann: Freitag, 20.12.19 ab 19 Uhr

Wo: Museum Uslar, Mühlentor 4

Eintritt: Bezahlt für euch Santa Claus. ^^

Share

Für andere einstehen: Dieses Privileg gibt es noch. Zum Glück!

 

(Quelle Bild: Pixabay/geralt)

Als ich mich heute auf den Weg zur Typisierung nach Vernawahlshausen machte ahnte ich nicht, wie sehr mich eine knappe Stunde dort emotional so aus den Puschen hauen wird.

Wir hatten uns dort verabredet um einen Kaffee zu trinken, auf diesem Weg ein paar Euronen da zu lassen (die Typisierungen kosten Geld), und auch so etwas wie Respekt zu zollen dem Betroffenen, seinen Angehörigen und den Organisatoren gegenüber.

Ich staunte nicht schlecht als ich viele Kolleginnen von mir sah, welche für die Blutabnahmen verantwortlich waren. Diese Kolleginnen sind auch die Kolleginnen der Tochter des erkrankten Mannes. Da musste ich schon schlucken und hatte einen Kloß im Hals.

Beim Erzählen über vorangegangene Typisierungen, wer es geschafft hat und wer leider nicht, kamen wieder die Bilder hoch. Auch da waren so viele Leute involviert und haben alles Menschenmögliche getan für eine Partnerin/einen Partner, einen Freund, ein Familienmitglied, einen Kollegen, einen Nachbarn etc.

In der Schwülmetalhalle war ein Kommen und Gehen, immer wieder war zu sehen wie sich Menschen anmeldeten und sich dann Blut abnehmen ließen. Ich saß vor meinem Kaffee, beobachtete das alles und irgendwie war ich so ergriffen von dieser Solidarität, dass mir fast die Tränen kamen.

Als wir in der Schwülmetalhalle ankamen, waren es knapp 50 Leute welche sich in die Datenbank aufnehmen lassen wollten. Als die Aktion beendet war, waren es knapp über 90 Leute. Knapp 90 Leute mehr, welche im Fall der Fälle einem anderen, sicherlich auch total fremden Menschen, mit einer Stammzellenspende das Leben retten würden.

Die Leute aus dem Dorf Vernawahlshausen standen heute und sicherlich auch in der vergangenen Zeit viel auf den Beinen: Die einen kümmerten sich um die schriftlichen Formalitäten, die anderen verkauften Kaffee und Kuchen, wiederum andere hatten all das auf die Beine gestellt und waren eher im Hintergrund verschwunden.

Genau solche Begebenheiten zeigen mir immer wieder, dass es Gott sei Dank noch die Momente gibt, in denen die einen für die anderen einstehen. Ohne irgendeinen Vorteil davon zu haben, ohne etwas zu erwarten: Einfach nur um zu helfen.

Im Auto auf dem Weg nach Hause dachte ich darüber nach, dass ich nach solchen Augenblicken den Glaube an das Gute im Menschen nicht verlieren werde.

Bleibt zu wünschen und zu hoffen, dass nach dem heutigen Tag und ähnlichen Typisierungsaktionen wieder ein Leben gerettet werden kann, weil eine Spenderin/ein Spender gefunden wurde. Ebenfalls bleibt zu hoffen, dass diese Art der Solidarität immer Bestand haben wird. 

Sicherlich tut dem Papa meiner Kollegin ein solches Bemühen seiner Familie, Freunde, Nachbarn, aber auch fremder Menschen gut. Für alles weitere sind die Daumen gedrückt.

Share

Geschichten aus dem Uslarer Land: Der Masterplan.

Der Masterplan für ein multifunktionales Uslar – Die Weichen sind gestellt.

(M)ein Kommentar.

Am 14.11.2019, bei der Sitzung vom Wirtschafts-, Umwelt- und Entwicklungsausschuss im Rathaus, war es so rappelvoll seitens der Besucherinnen und Besucher, dass 2x Stühle/Bänke nachgeordert werden mussten. Wer um 19.15 Uhr im Rathaus erschien, der musste stehend auf die Damen und Herren unserer Lokalpolitik schauen.

Die Vorstellung vom Masterplan durch die cima, Tagesordnungspunkt 4, sorgte am vergangenen Donnerstag jedenfalls für Furore in den „heiligen Hallen“ unserer Kleinstadt. Wenn das Interesse am Werdegang von Uslar so groß ist, dann darf man das gerne als einen positiven Aspekt werten.

Das wichtiges dann jetzt: Am Donnerstag wurde seitens des Ausschusses die Empfehlung abgegeben dem Masterplan zuzustimmen. Es folgen noch weitere Beratungen im Finanzausschuss, im Verwaltungsausschuss und last but not least natürlich in der Ratssitzung Anfang Januar 2020.

Wie gesagt, momentan sprechen wir noch von einer Empfehlung.

Die Vorstellung des Masterplanes war umfangreich, informativ, beleuchtete viele Sequenzen, war teilweise logisch und teilweise befremdlich. Ich habe irgendwann Block und Stift in die Handtasche geworfen weil ich mir all die Infos nicht mehr aufschreiben konnte, ich wäre nicht mehr an meinen Aufzeichnungen entlang gestiegen.

Ich schreibe jetzt quasi aufgrund meiner Erinnerungen an diesen Abend.

Den Link zum ausführlichen Masterplan am Ende des Artikels lest am besten in Ruhe und selbst, wenn ich darauf eingehe dann dehydriert ihr oder liegt unterzuckert auf dem Wohnzimmerteppich.

Was mir bis zum Donnerstag nicht klar war, das war der Plan/Wunsch die Wiesenstraße mit der Innenstadt auf diverse Art und Weise zu verbinden. Das Leben tobt momentan in der Wiesenstraße, da muss man sich nichts vormachen. Das Verkehrsaufkommen dort hat seit dem Wegzug einiger Geschäfte von der Altstadt nach dort unten arg zugenommen.

Teil des Masterplanes ist unter anderem die Menschen aus der Wiesenstraße auch in die Lange Straße zu locken. Ein Vorschlag war der „Uslar-Taler“, welcher in der Einkaufsmeile ausgegeben wird, aber nur in der Stadt einzulösen wäre. Diesen Vorschlag fand ich nicht übel.

Mit einer hervorstechenden Beleuchtung u. a. soll diese Verbindung sichtbar gemacht werden. Auch nicht die dümmste Idee.

Weiter ging es mit dem leidigen Thema Leerstand der Häuser/Geschäfte in der Langen Straße. Eine Idee war, diese nicht genutzten Geschäfte als Wohnraum zu vermieten. Auch nicht die schlechteste Lösung, wer wohnt nicht gerne in einem ehemaligen Geschäft, welches vielleicht auch noch von einem typischen, alteingesessenen Uslarer betrieben wurde.

Warum man unsere Gassen aufwerten möchte, bzw. darüber nachdenkt, das entzieht sich meinem Verständnis. Ich finde die Gassen okay wie sie sind. Das verstehen aber wahrscheinlich nur die Uslarer.

Dass die Idee, die Lange Straße beispielsweise mit Spielgeräten auszustatten keine gute Idee ist, darauf kamen die Damen und Herren von selbst.

Was ich bei der Vorstellung vermisste, das war die Einbeziehung vom unteren Postberg/dem Neustädter Platz. Laut den Erläuterungen an diesem Abend ist am Forstgarten Schluss mit den Überlegungen.

Wer vielleicht geschäftlich durch Uslar fährt und am Postberg Nähe der Post an der roten Ampel steht und nach links schaut, der sieht ein ungepflegtes Gebäude: Die alte Post. Ob man da Lust hat den Blinker links oder rechts zu setzen um sich die Innenstadt von Uslar mal genauer anzuschauen, das bezweifle ich. Es sieht dort (leider) schrecklich aus.

Die Sauberkeit unserer Stadt war auch oft Thema bei der Vorstellung des Masterplanes. So muss es in diesem Jahr eine Aufräumaktion gegeben haben wie ich hörte.

Ebenso finde ich schade, dass der Neustädter Platz nicht Thema war. Wer sich an einem Sonntag frühmorgens dort mal in aller Ruhe dieses Plätzchen anschaut (ohne Verkehr), der merkt schnell, dass es eine wunderschöne Ecke von Uslar ist. Zudem eine charakteristische Ecke von Uslar. Genau da fahren viele Auswärtige lang. Die „Einflugschneise“ von Uslar wäre vielleicht eine Chance den ein oder anderen Auswärtigen in die Innenstadt zu locken. Leider kamen mir diese Gedanken erst beim Verlassen des Rathauses, somit war die Chance auf eine Frage in der unterbrochenen Sitzung dahin.

Apropo Meinung: Noch immer sind die Uslarer gefragt um sich mit ihrer Meinung bzw. ihren Vorschlägen einzubringen. Nicht meckernd bei Facebook, sondern konstruktiv bei der Stadt oder bei der cima. Am Donnerstag jedenfalls nahmen einige Uslarer kein Blatt vor dem Mund und sagten ihr Meinung zu der Thematik. Das war sehr interessant.

Eine wichtige Wortmeldung kam zum Schluss: Man hoffe, dass der Masterplan umgesetzt wird, und nicht (wieder) in einer Schublade vor sich hin gammelt. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. ^^

P. S.: Danke an Wilfried Fischer für die nachträglichen Erläuterungen.

Auszug der Sitzung, guckste da:

Protokoll der Sitzung

Share