Von einer Frauen Fashion-Party, fußballbegeisterten Ehemännern und einem verschwundenen Ohrring.

(Quelle Bild: Pixabay/Alexas_Foto)

In Volpriehausen startete heute ein Secondhand-Basar für Frauen. Quasi wie das Event für Kinderkleidung, nur halt heute für die Mütter. Es ging auch um 17.30 Uhr schon rund in der Halle. Man sah Frauen und Frauen und Frauen und … Frauen. Es war alles sortiert an Tischen und Ständern: Hosen, Jacken, Blusen, Pullis, Kleider, Röcke usw. Und: Es gab auch Handtaschen und Schuhe. Ihr wisst Bescheid, ein Hauch Zalando-Feeling lag in der Luft, es hat nur keine gekreischt 😉
Es standen nette Damen in der Halle, welche das teilweise auftretende Chaos wieder richteten wenn wir Mädels uns zwischen all den Klamotten gehen ließen. Im Shoppingwahn verliert man auch mal gerne die Contenance und legt nicht wieder alles so hin wie es vorher gelegen hat. Auf Deutsch: Man wühlt wie Sau! Man muss schnell sein, schneller als die anderen. Es geht ja um Schnapper und so.
Es gab auch Umkleidekabinen, die hatte ich aber erst total spät gesehen. Was ich eher sah waren coole, schmerzfreie Damen, die in einer Ecke der Halle die Kleidung anprobierten. So stand eine im Schlüppa und eine in Hörnerweste in der Ecke rechts vorne. Was ja nicht schlimm ist, ich zählte nur 3 Männer in den heiligen Hallen. Es guckt einem ja keiner was weg.
Nicht nur mein Arm war mittlerweile auf 5 Meter ausgeleiert welcher schätzungsweise 15 kg Kleidung trug. Nee, auch andere Frauen trugen Berge von Klamotten durch die Halle. Eine Dame warf ihren Stapel mal kurz auf den Boden um weiter stöbern zu können. Und um mal die Extremitäten durchzuschütteln damit die Durchblutung wieder in Gang kommt.
Leider kam ich nicht mehr dazu die Häppchen zu probieren und einen Prosecco zu schlürfen. Für den kleinen Hunger und den Durst war auch gesorgt.
Beim Treffen mit den shoppenden Mitfahrerinnen vor der Tür, eine Kippe paffend, sprachen ein paar Frauen neben mir über Fußball und ihre fußballbegeisterten Ehemänner. Sie klagten eher. Eine sprach mich an ob ich darüber mal etwas schreiben könnte. Nun habe ich hier nicht so ein Prachtexemplar, ich kann da nicht mitreden. Das sagte ich auch. Sagt eine hübsche, dunkelhaarige Frau:

„Meinen Mann können Sie für 4 Wochen mal haben, Tag und Nacht, 24 Stunden.“

Das nenne ich mal Recherche aus der ersten Reihe 🙂
Nachdem unser „Shoppingtrupp“ abfahrbereit war, die ergatterten Teile schlummerten in großen Einkaufstaschen, kam der Schocker des Abends: Eine Dame hatte ihren Ohrring verloren. Die Dinger waren teuer und ein Geschenk des Herzbuben. Wir also wieder rein in die Halle und alles abgesucht, den Organisatoren die Telefonnummer gegeben, draußen noch die Taschen durchsucht und anderes Gelump. Der Ohrring muss ja irgendwo sein. Per whatsapp wurde ich informiert, dass der Ohrring gefunden wurde. Ich darf nur nicht sagen wo jetzt genau. Da hätte ich das Ding auch nicht vermutet. Was ein fieser Ohrring.
Gäbe es ein solches Event für Männer mit Schlagbohrer, Wasserwaage, Rasenmäher und Fußball, ich würde mir das auch mal anschauen. ^^

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Poetry Slam in Uslar lockte junges Publikum in den Kulturbahnhof.

(Quelle Bild: Steffi Werner)

Poetry Slam ist so ein Mini-Kosmos, der sehr speziell ist – aber schön.“

In einem Beitrag der Frankfurter Allgemeinen beschreibt Maria-Xenia Hardt das Phänomen Poetry Slam.

Als am Samstag Felix Römer den 5. Solling Poetry Slam eröffnete, waren nahezu alle Stühle besetzt. Mit viel jungem Publikum. Was sicherlich an den recht jungen Teilnehmerinnen/Teilnehmern gelegen hat, welche auf der Bühne ihre Wortbeiträge dem Publikum vorstellten. In diesem Jahr sogar mit fliegenden roten Rosen Richtung Bühne. Die Palette war wieder breit gefächert, es waren Texte mit viel Gefühl, mit nicht weniger Dichterkunst, mit Humor und Lyrik.

Zehn Slammer gingen ins Rennen um den Sieg, welcher das Publikum durch den Beifall bestimmte, zu ergattern. Durch den Abend führte Felix Römer, seit Jahren Bestandteil in der Poetry Slam-Szene. Mit einem eigenen Beitrag und der spontanen Backround-Musik von Tatjana Vetter und Hans-Georg Gloger (welche den Abend musikalisch begleiteten) demonstrierte Felix Römer den Sinn, Zweck und Spaß eines Poetry Slam.

Der Literatur- und Kunstkreis Uslar e. V. hatte als Gastgeber in den Jugend- und Kulturbahnhof geladen, mit Unterstützung der Brauerei Bergbräu als Sponsor.

Was macht einen Poetry Slam aus? Und warum sollte man unbedingt mal eine solche Veranstaltung besuchen? Weil es spannend und interessant ist, wie die verschiedenen Charaktere des Teilnehmerfeldes ihre selbst geschriebenen Zeilen vortragen. Vor allem aber der Inhalt. Es sind eigene Gedanken. Das macht die Sache so spannend und vielfältig wie auch interessant und teilweise intim.

Neben Nick Pötter (Berlin), Gewinner des diesjährigen Poetry Slam, gingen an den Start der Zweitplatzierte Manuel Brinkmann (Adelebsen), Marie Wilp (Northeim), Micha El Goehre (Essen), Sebastian Tschauder (Goslar), Jana Mest (Göttingen), Marie Elsner (Northeim), und als Lokalmatadore die „Uslarer Frauenriegemit Elsa-Johanna Graap, Kristina Bäthe und Steffi Werner.

Spaß dürfte es allen gemacht haben, ob auf oder vor oder hinter der Bühne.

Mehr Infos und Literatur aus Uslar: Literatur- und Kunstkreis Uslar e. V.

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Bei „am Fenster“ von City ging die Post ab.

Wochenlang darauf hin gefiebert, dass der Tag des Klassentreffens endlich kommt. Als Kind der 80er wünschte man sich das Feeling aus diesem Jahrzehnt zurück. Ich persönlich hatte echt Angst mittendrin in Tränen auszubrechen vor lauter Rührseligkeit. Es ging aber gut.

Als wir uns am Nachmittag vor der Schule trafen (wir hatten die Möglichkeit diese zu besichtigen), startete die Zeitreise 30 Jahre zurück. In einigen Räumen roch es noch wie damals, das haben viele festgestellt. Ich musste wohl schmunzeln, dass viele die Toiletten nochmal sehen wollten. Was daran lag, dass wir uns in den Pausen dort oft aufgehalten hatten und heimlich gepafft.

In der Turnhalle ist die Zeit wohl stehengeblieben, es hat sich kaum etwas verändert. Als ich diese Seile sah an denen man im Sportunterricht hoch klettern musste, habe ich eine Krise bekommen: Ich habe nicht einen Zentimeter geschafft damals.

Es waren so viele Eindrücke, dass einige echt leicht erschöpft waren. Man bedenke: Wir sind Ü-40 😉

Dann ging es in das Gasthaus, dort warteten weitere ehemalige Schulkollegen/-kolleginnen, und ein toll geschmückter Saal: Auf den Tischen lag Brausepulver, Kinderschokolade, Leckmuscheln etc. Auch drei Lehrer erschienen, und die sahen noch aus wie damals. Unterrichten hält wohl jung 😉

Man dachte auch an die Schüler, welche nicht mehr leben. Es wurden Kerzen aufgestellt mit deren Namen zur Erinnerung.

Bei manchen der Gesichter auf dem Saal wusste ich nicht wer sie/er war, bei manchen konnte ich mich nicht erinnern, dass sie in der Parallelklasse waren.

Meist gestellte Frage gestern:

Wer ist das?“

Es wurde viel geredet, Foto-/Poesiealben gingen durch die Reihen und dabei wurde viel gelacht. In der Fotobox ging auch der Punk ab.

Der DJ hatte schon 80er-Scheiben aufgelegt. Es war recht spät als die Ersten die Tanzfläche stürmten. Das dann aber mit vollen Inbrunst. Bei „am Fenster“ von City, dem „goldenen Reiter“ von Joachim Witt“ und „Skandal um Rosi“ von der Spider Murphy Gang wurde lauthals mit gegrölt und getanzt bis zum abwinken. Das Personal des Gasthauses war recht jung. Und die Gesichter von denen war Gold wert als die Meute von schon etwas gesetzteren Damen und Herren quasi eskalierte bei diesen Songs. So what 😉

Es wurde einem warm um`s Herz wenn man sah wie sich die Leute teilweise den ganzen Abend über immer mal wieder in den Arm nahmen.

Erinnerungen sind was tolles, und davon gab es gestern Abend genug. Würde es eine Zeitmaschine geben, dann würde ich dort einsteigen und mich in die 80er Jahre katapultieren lassen. Für einen Tag.

All die Leute gestern zu beobachten, Kopfkino zu haben bei der Musik, und sich nochmal fühlen wie ein Teenie, das ist mit keinem Geld der Welt zu bezahlen.

Gefeiert wurde bis 4.30 Uhr habe ich gerade erfahren. Da lag ich schon in der Koje.

Vielen Dank an alle, die das gestrige Klassentreffen auf die Beine gestellt haben. Ich werde von den Eindrücken sicherlich noch lange zehren. Hier läuft gerade meine Playlist aus den 80ern, versteht sich von selber. Ich muss es mir heute nochmal geben. Und freue mich auf das nächste Treffen.  Und auf euch. ^^

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Wie klein die Welt doch ist.

(Quelle Bild: SplitShire/Pixabay)

Ich war gestern in musiktechnischer Mission unterwegs, nämlich beim Konzert von Niedeckens BAP. Nach Feierabend noch schnell eine Karte geholt, für heute Urlaub eingereicht, im Bad restauriert und aufgepimpt, locker-flockige Kleidung an und ab ging es. Ich war alleine unterwegs.

Als ich an der Stadthalle in Beverungen die Treppen hoch ging Richtung Eingang, rief ein Mann:

„Steffi Werner?“

Ich denke so:

„Ich habe nichts gemacht!“

Und dann stellte er sich vor: Es war der Bruder vom „Chef“, so nenne ich liebevoll den Mann einer lokalen Onlinezeitung, für den ich auch hin und wieder schreibe. Wir kennen uns mittlerweile auch persönlich, also der Chef und ich jetzt, bei den Konzerten von Scooter und Roger Hodgson haben wir zusammen gepafft und über die lokalredaktionelle Gemeinde im Umkreis gefachsimpelt. Es funzt bei uns was die Zusammenarbeit betrifft.

So, jedenfalls hat mich sein Bruder gleich erkannt (wahrscheinlich von Facebook) und mir seine hübsche Tochter vorgestellt. Wir zu dritt rein in die Halle, und da sah ich auch gleich den Chef. So standen wir vier lange zusammen. Dann ging es um ein Selfie von uns. Für die Mutter. Und ich sage noch:

Wir kennen uns doch gar nicht, eure Mutter und ich.“

Sagt der Chef:

„Doch, sie liest Dich.“

Okay. Niedeckens BAP war schon auf der Bühne, und wir standen eine Zeitlang dort zusammen bei Cola, Alster und den Klängen von Wolfgang Niedecken. 

Ich hatte mir so sehr gewünscht, dass der Song „do kanns zaubere“ kommt, eins meiner Lieblingsstücke von Wolfgang Niedecken. Der Song kam auch. Der Bruder vom Chef muss auch darauf gewartet haben, das sah ich an seiner Reaktion. Er war gestern das erste Mal zusammen mit seiner Tochter auf einem Konzert erzählte er mir noch.

Als ich zu meinem Auto ging schoss mir durch den Kopf, dass es diese Begegnung sicherlich nicht gegeben hätte, würde ich nicht bloggen. Und hin und wieder für diese lokale Onlineredaktion schreiben.

Nun bin ich auf dem Handy der Mutter verewigt. Der Gedanke gefällt mir.

„Gruß an euch Drei. Wir sehen uns im September 2019 bei Roland Kaiser auf der Weserwiese, oder? Das haben wir doch gestern so verabredet, nä?“ ^^

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Von alten Freunden und einem Wiedersehen.

(Quelle Bild: Pixabay/Alexas_Fotos)

Gestern war ich auf dem 50. Geburtstag eines Kumpels eingeladen. Und ich ahnte schon, dass ich viele Leute wiedertreffe mit denen ich jahrelang eng befreundet war: Die alte Clique! Genau so kam es auch.

Hin und wieder läuft man sich über den Weg. Einen von ihnen habe ich total lange nicht mehr gesehen, und wir haben uns so oft in den Arm genommen als wir uns gegenüber standen. Und ganz viel über alte Zeiten gesprochen.

Im Laufe des Abends habe ich alle immer mal wieder beobachtet. Jünger sind wir sicherlich nicht geworden. Der eine ist schon ergraut, der andere hat ein paar Kilo zugenommen etc. Aber ich habe gestern alle noch durch die Augen von damals gesehen. Vom Wesen her sind auch alle noch so wie vor 30 Jahren. Ich wusste wer wieder alle zum Lachen bringt, wer zu späterer Stunde anfängt zu Tanzen, wer den ganzen Abend vernünftig bleibt und wer zu späterer Stunde undeutlich spricht 😉  Bingo, wie damals in den 80ern/90ern. Als hätten wir gestern da weitergemacht, wo wir vor Jahrzehnten aufgehört haben.

Gerade die sehr engen Freundschaften sind auch bis heute bestehen geblieben, das war gestern auch wieder zu sehen. Im Laufe des Zeit hält man sich in verschiedenen Freundeskreisen auf. Zu einigen verliert man den Kontakt, dann lernt man wieder neue Leute kennen usw.

Aber die Truppe von gestern Abend hat im Kern Bestand.

Zwei meiner Freunde sind die Paten meines Kindes.

Der Typ, in den ich damals so verknallt war, ist heute verheiratet. Seine Frau ist meine beste Freundin.

Die Frau eines Kumpels treffe ich hin und wieder in der Klinik, wir sind quasi Kollegen.

Und der Mann, der damals meine große Liebe war, ist heute auch ein guter Freund meines Sohnes.

Einige aus dieser Truppe treffen sich 1x/Monat zum Frühstück. Und das schon seit Jahren. Auch nicht Gang und Gebe, dass Freundschaften so lange bestehen bleiben.

Als ich gestern gefragt wurde ob ich etwas schreibe über diesen Geburtstag, hatte ich noch verneint. Ich wollte eigentlich nur feiern. Aber im Laufe des Abends, als ich alle beobachtete und mir so viele Gedanken durch den Kopf gingen, und ich mich natürlich auch so gefreut hatte über das Wiedersehen mit meinen alten Freunden, ging mein Kopfkino doch los. Ich bin dann auch teilweise ergriffen, weil man diese Zeiten halt nicht zurück holen kann. Aber gerne daran denkt.

Ich habe Erinnerungsbilder von gestern auf meinem Handy, wir haben noch ein Gruppenbild gemacht. Köstlich. Als hätte man die Bilder vor 30 Jahren gemacht so von den Mimik her 🙂

Die Freunde von gestern haben mich so lange Zeit begleitet, wir haben Sachen erlebt und getan, die darf man keinem erzählen. Stress gab es auch hin und wieder, völlig normal. Aber ich möchte keine Sekunde missen, und auch keinen der Kumpels von damals. Wobei einer aus diesen Reihen nicht mehr am Leben ist.

Mir geht seit heute morgen durch den Kopf, dass ich alle bei meinem 50. wiedersehen möchte. Die Truppe, aber auch die Truppen danach. Ich brauche dann ein großes Areal und sollte schon anfangen zu sparen. Denn es sind zum Glück nicht wenige. ^^

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30 Jahre aus der „Penne“: Das muss gebührend gefeiert werden.

Uslar/ Kinder, wie die Zeit vergeht: Gestern noch mit der Schultasche auf den Schulbus gewartet – heute stehen wiederum teilweise die eigenen Kinder schon im Berufsleben und haben die Schule verlassen.

30 Jahre, das ist eine lange Zeit, das ist ein rundes Jubiläum, das ist ein Grund für ein Klassentreffen. In Uslar werden sich alle Abschlussklassen des Jahres 1988 der Realschule in einem Gasthaus einfinden Ende Oktober. In dem Gasthaus, in dem sie 1988 den Abschlussball feierten.

Ein Organisationsteam aus sieben Leuten ist seit geraumer Zeit auf der Suche nach all den Mitschülern. Per Facebook, per Whatsapp und teilweise auf privater Ebene. Die erste Whatsapp-Gruppe fand sich schon, seit Monaten werden dort Bilder ausgetauscht und Erinnerungen. Und man findet den ein oder anderen Name wieder. Teilweise mit geänderten Nachnamen, da viele Mädels mittlerweile verheiratet sind und sogar schon Silberhochzeit feierten.

Es dürfte ein spannender Tag werden mit sicherlich vielen Fragen:

Wer ist das?“

Wo lebst Du jetzt?“

Wie geht es Dir?“

Kinder? Haus? Boot?“

Und so weiter, und so fort.

Von vier Klassenlehrern haben schon zwei zugesagt. Die Lehrer und Schüler kommen aus der ganzen Republik zusammen. Einer von ihnen, ein Mitschüler aus Kolumbien, dürfte die weiteste Anreise haben. Man munkelt, er überlegt wirklich ob er in den Flieger steigt.

Geplant ist ein Tag der unter Umständen schon mit einem gemeinsamen Besuch der Schule beginnt. Danach geht es in das Gasthaus, dort erwartet die Damen und Herren Essen, ein DJ, eine Fotobox und sicherlich viele spannende Gespräche. Die Sichtung witziger Bilder von damals, vielleicht auch die ein oder andere Beichte, welche der einen oder dem anderen seit 30 Jahren auf der Seele brennt.

Die Mitschüler von außerhalb können im Gasthaus nächtigen und am nächsten Tag kann gemeinsam gefrühstückt werden, bevor alle wieder die Heimreise antreten. Mit sicherlich ganz viel Erinnerungen, Geschichten und Eindrücken im Gepäck.

Damals konnte man es kaum abwarten die Schule zu verlassen und ins Berufsleben einzutauchen. Heute trauert man dieser Zeit, der Kindheit/Jugend hinterher. Weil es eine tolle Zeit war, gerade die 80er Jahre. Viele von uns, Jahrgang 1970 plus/minus, erlebten in diesem Jahrzehnt die erste große Liebe, die beste Musik, eine sicherlich unbeschwerte Jugend in einer Kleinstadt. Man hatte sich und seine Leute, man hatte seine Events, man hat viel erlebt. Die Schulzeit spielte eine große Rolle. Deshalb kann man davon ausgehen, dass Ende Oktober in dem Gasthaus in der Nähe von Uslar viele auf eine Zeitreise gehen werden.

Den Schülerinnen/Schülern und Lehrern von damals einen tollen Tag/Abend.

Wir wollen Bilder sehen, wir wollen Bilder sehen, wir wollen, wir wollen, wir wollen Bilder sehen.“

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Geschichten aus dem Uslarer Land

„Das orangefarbene Telefon“ oder „wie klein hier doch die Welt ist.“

Tatort war der Dorfflohmarkt in Schlarpe: Unter den unzähligen Angeboten und Ständen heute fiel mir ein Gegenstand sofort ins Auge: Ein orangefarbenes Telefon mit Wählscheibe. Ihr wisst schon, 80er Jahre und so. Verabreden für das Meeting ging damals überwiegend über ein grünes oder orangefarbenes Telefon mit Wählscheibe. Ich musste heute ein paar mal wählen weil ich das Geräusch so geil fand. Aber für den Preis wollte ich es nur zu Dekorationszwecken nicht mitnehmen. Also gingen wir weiter und ich war mit den Gedanken immer bei diesem Telefon und entschloß mich, dieses auf dem Rückweg zu kaufen. Andere Frauen haben das bei Handtaschen und Schuhen. Wie das so ist wenn eine Traube von Frauen gemeinsam durch ein Dorf döllmert, kann das etwas dauern. Schnabbel hier – sabbel da – guck mal hier – guck mal da. Während der Rest meiner Truppe noch an einem Stand war an dem es gefühlte 124.377 Weihnachtskugeln gab in allen Farben und Größen, wandelte ich zu dem Händler mit dem orangefarbenen Telefon. Huch, er hatte es wohl anders platziert, ich sah es nicht mehr. Nee, er hatte es nicht anders platziert, das orangefarbene Telefon hatte einen Käufer gefunden. Och nee, Mensch, so eine Sch…!!!
Ich traf noch auf ein grünes Telefon mit Wählscheibe, aber grün passt nicht zu meiner Deko. Oder doch? Frage ich einfach was es kostet wenn ich da wieder lang gehe. 3x dürft ihr raten: Auch das grüne Telefon war weg.
Wie mit den Kerlen: Lernste einen kennen, gehst kurz auf Klo, kommste wieder: Kerl weg!
Auf dem Street Food-Markt angekommen, erzähle ich einer Bekannten vom Dorfflohmarkt und dem Missgeschick mit dem orangefarbenen Telefon. Dreht sich ein Mann vor mir um und sagt:

„Das habe ich gekauft.“

Und er hat den Händler zudem um 50% runter gehandelt. Bitte? Das glaube ich ja jetzt nicht! Ich habe ihm zu seinem Erwerb aber noch gratuliert, von Neid erfüllt natürlich. Und ich wette, es passt in seinen Flur nicht so grandios wie in meinen Flur.
Tja, stand ich in Uslar mit meinem „kalten Keks“, ohne orangefarbenes oder grünes Telefon mit Wählscheibe in meiner Handtasche aus Schlarpe.
Merke: Beim nächsten Dorfflohmarkt schlage ich gleich zu. Ohne Rücksicht auf Verluste. Ich bleibe an dem Mann mit dem Telefon aber dran. Ich erkenne ihn wieder. Das Gesicht habe ich mir gemerkt. Für immer und ewig. Wie klein doch die Welt hier so ist. ^^

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Zwei Premieren – zwei Mal ein voller Erfolg.

Der erste Dorfflohmarkt in Schlarpe sowie der erste Street Food-Markt in Uslar lockten viele Besucher bei bestem Wetter am Sonntag zu beiden Events.

In Schlarpe waren schon zur Mittagszeit unzählige Autos an den Straßen geparkt. Viele Besucher schlenderten an die Stände, welche im gesamten Dorf verteilt waren, streiften durch Schlarpe und besuchten die Dorfgemeinschaftsanlage um sich zu stärken.

Durch viele Gespräche mit anderen Besuchern hörte man oft die Aussage: „Das ist wie eine Zeitreise zurück in die Kindheit“. Angeboten wurden unter anderem Comichefte, Musikkassetten, Schallplatten, Lampen aus alten Zeiten, Milchkannen, Schreibmaschinen, Telefone mit Wählscheiben, viel Geschirr, alte Töpfe, Holzkisten und vieles mehr. Viele Gespräche entstanden durch die Sichtung der Raritäten. Wer Schlarpe noch nicht so wirklich kannte, der lernte Schlarpe am Sonntag kennen. So ging man durch Straßen, durch man man noch nie ging. Und entdeckte nebenbei eine tolle Landschaft und ein urgemütliches Dorf. An der Dorfgemeinschaftsanlage war der zentrale Punkt mit nicht nur Essen und Trinken, sondern auch einem Rahmenprogramm. Draußen saßen viele Besucher unter blauem Himmel und ließen es sich bei einer Bratwurst oder einem Wasser gut gehen. Den Kaffee und Kuchen nicht zu vergessen. Die Helfer/innen hatten gut zu tun.

Wie viele Besucher Schlarpe begrüßen durfte, lässt sich schwer sagen. Aber sicherlich hat der erste Dorfflohmarkt die Erwartungen übertroffen. Weit übertroffen.

In Uslar beim ersten Street Food-Markt dasselbe Bild: Die Lange Straße war sicherlich besser besucht als im Vorfeld erwartet. Vor den Verkaufswagen der Anbieter bildeten sich Schlangen an hungrigen Frauen und Männern. Der Andrang war so groß, dass einige Anbieter schon am Nachmittag komplett ausverkauft waren. Zu sehen war ein Speiseangebot, welches man so noch nicht kannte. An den zusätzlich aufgestellten Tischen und Bänken saßen ebenfalls bei bestem Spätsommerwetter die Besucher und genossen sichtlich die Gerichte aus dem Food Trucks.

Der erste Street Food-Markt wurde im Vorfeld durch weniger optimistische Unkenrufe vorverurteilt, da Uslar gerade eine Woche zuvor den Pekermarkt feierte. Das tat der Sache aber keinen Abbruch, dieses Event wurde erstaunlich schnell und gut angenommen. So gut, dass sicherlich Veranstaltungen dieser Art wieder in Uslar stattfinden. Der Veranstalter Fabian Hofmann zeigte sich ebenfalls positiv überrascht und zufrieden. Und es kann durchaus sein, dass Fabian Hofmann in Zukunft mit noch anderen Ideen in Uslar zu sehen sein wird.

Zwei Events an einem Tag in einer Kleinstadt und den umliegenden Dörfern: Aber beide Organisatoren haben alles richtig gemacht.

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Fotobox: Der rote Buzzer für mordsmäßigen Spaß.

(Quelle Bild: Pixabay)

Gestern Abend war ich eingeladen zu einer Party, bei der 11 Leute gemeinsam ihre Geburtstage feierten. Schön rustikal an einer Grillhütte. Mit Live-Band. Unter freiem Himmel. Ihr könnt mir glauben, dass ich noch nie so viele verschiedene Salate gesehen habe. 40 Stück waren es. Es ärgert mich jetzt noch, dass ich mittendrin nicht doch noch mal von dem einen oder anderen probiert habe. Aber dafür hatte ich keine Zeit, weil … da stand eine Fotobox!

Bislang hatte ich erst 1x vor so einer Box gestanden, und das war schon zum schreien komisch. Ich kann keinem sagen wie oft ich gestern meine Bekannten vor diesen Apparatismus geschleppt habe für Schnappschüsse. Sehr oft. Da war auch viel Equipment bei, verschiedene Hüte, Masken, Perücken, Brillen. Die Männer griffen oft zu einer Perücke mit langen, blonden Haaren. Die war zum Schluss auch echt etwas abgenudelt. Teilweise musste man anstehen vor der Box, weil sich natürlich viele Freunde gemeinsam ablichten lassen wollten. Selbst die Musiker von der Band drückten den Buzzer. Waren die Bilder kurz zu sehen, hat sich das Partyvolk beömmelt.

Der rote Buzzer erinnerte mich an die Quiz-Sendungen aus dem Fernsehen. Mittendrin hatte ich versucht den roten Buzzer zu drücken wenn sich meine Leute noch postierten. Quasi Schnappschüsse von Schnappschüssen. Ist mir dann jetzt nicht soooo geglückt.

Ich war so was von gut gelaunt, und immer wenn ich jemandem über den Weg lief den ich kannte, zerrte ich diese Personen zur Box:

Hier, komm mal her, so jung kommen wir nicht mehr zusammen. Lass uns mal ein Erinnerungsfoto machen.“

So ging das den ganzen Abend. Da werde ich ja gerne mal zum kleinen Mädchen, welches flügelschlagend über das Areal läuft und sich einen Keks ab freut. Ich wartete quasi schon darauf, dass auf dem Bildschirm als Untertitel eine Nachricht kam:

Liebe Dame in der roten Kunstlederjacke. Freut uns sehr, dass Sie sich so freuen. Reicht aber jetzt auch. Gehen Sie doch noch eine Wurst essen oder tanzen. Bitte, gerne, auf Wiedersehen.“

Apropo tanzen: Mein Kollege, der immer behauptet er könne nicht tanzen, hat getanzt. Stundenlang. Er ist quasi etwas eskaliert. Es hat so einen Spaß gemacht die feiernde Gemeinde zu beobachten. Wenn ich meine Handtasche über einen Mann hänge links von mir stehend, und mich im Schweinsgalopp unter die tanzenden Menschen mische, dann ist es so weit 😉

Fakt ist: Wenn ich mal eine Party feiern sollte, etwas größer vielleicht (es wird wohl mein 50. werden, Hochzeit können wir gepflegt ausklammern), dann nicht ohne Fotobox.

So, und jetzt warten wir alle gespannt auf die Veröffentlichung der Bilder von gestern. Ich möchte nicht wissen was der Besitzer dieser Box denkt, wenn er heute die Bilder durchschauen muss.

Timo E.: Mein Mitgefühl haben Sie. Und Gruß an den Rest der Partygemeinde. ^^

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In Vahle regierten E-Gitarren, Schlagzeuge und „Sensenbräu“.

(Quelle Bilder: Avantatör Archiv/Steffi Werner)

Ein lauer Sommerabend in Elfis Rockscheune – dolle war`s

Alles richtig gemacht – so kann ich meinen Besuch bei Elfi in der Rockscheune, mit Avantatör und Reminder auf der Bühne, beschreiben.

Ein wirklich toller Abend mit tollen Leuten und tollem Feeling. In einer kleinen aber feinen Kulisse.

Ich muss zugeben beide Bands zum ersten Mal live gesehen und gehört zu haben. Was ich sah und hörte war voll mein Ding. Es standen Musiker auf der Bühne welchen man anmerkte, dass ihre Musik auch ein Stück ihrer Lebenseinstellung ist. Die Besucher werden das nicht anders empfunden haben. So erklärt sich auch, dass viele klatschend und auch mit wippend in der Scheune standen.

Avantatör, noch nicht so lange in der Welt der Musik zu finden, hatte auch gleich Fans im Gepäck. Man erkannte sie an den Shirts. Ich möchte mal behaupten die Jungs sind eine Bereicherung in der Uslarer Musikszene.

Schande über mein Haupt, dass ich Reminder (welche es schon 30 Jahre gibt) gestern erst hautnah kennenlernte. Auf der Bühne hatte ich sie noch nie gesehen/gehört. Mir persönlich war es eine Freude den Bernd am Schlagzeug zu beobachten. Er war mittendrin statt nur dabei 😉

Kommen wir zum Publikum: Man sah bekannte Gesichter, aber auch unbekannte. Und irgendwie lag der Fokus auf der guten Musik, auf vielen netten Gesprächen und einem total gechillten Abend. Es passte einfach. Erwähnenswert finde ich, dass die Familien/Freunde der Musiker mitgezogen haben, heißt geholfen. Ein Kumpel grillte draußen die Bratwurst, die Ehefrau und Töchter vom Christoph standen hinter der Theke und versorgten uns mit Getränken. Und Elfi stellte die Location zur Verfügung. Nicht unbedingt selbstverständlich das alles.

Es war ein „muckeliger“ Abend, total gemütlich. Dem konnte auch der kurzzeitige Regenschauer nichts anhaben, da man draußen geschützt unter einem Pavillion sitzen konnte. Wurde es in der Scheune zu warm, ging man kurz vor die Tür.

Ich persönlich habe mich gestern mit vielen Leuten unterhalten. Und wieder neue Menschen kennengelernt. Es war ein wirklich cooles Publikum. Wobei Fans der etwas härteren Klänge eh fast immer gut drauf sind.

Eines meiner Highlight war das extra kreierte „Sensenbräu“, darauf hatte ich mich im Vorfeld schon gefreut. Eine leere Flasche schlummert jetzt hier als Andenken an diesen Abend.

Elfis Rockscheune könnte sich meiner Meinung nach als Geheimtipp entwickeln. Ich bin mir nicht sicher ob es genau so gemütlich gewesen wäre, wenn noch hundert andere Besucher Vahle aufgesucht hätten. Was den Musikern vielleicht zu wünschen gewesen wäre. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass sie den Abend ähnlich empfanden wie ich.

Mein Fazit: Um auch weiterhin solche Veranstaltungen besuchen zu können bzw. um dafür zu sorgen dass sie überhaupt stattfinden, sollte man den Hintern hochbekommen und genau solche Gigs besuchen. Ebenso würdigt man so die „Arbeit“ der Musiker. Gerade hier in der ländlichen Region sind solche Veranstaltungen nicht selten das Salz in der Suppe.

Den Abend in Vahle hätte ich jeder anderen Großraumveranstaltung vorgezogen, aber so was von 😉

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