Uslar: Kambieke Helau! Die Karneval-Saison ist eröffnet.

Ich konnte es ja selber nicht glauben, dass ich meinen Hintern am Wochenende hoch bekam und mich gegen Mitternacht auf der After Show-Party in Schoningen wiederfand. Dort wurde dieser Tage die Karneval-Saison eingeläutet. Auch im Uslarer Land schwingen junge Frauen ihre Beine zum Gardetanz, auch im Uslarer Land schwingen Büttenrednerinnen und -redner große Worte.

Wegen eines anderes Termins habe ich es zum Programm nicht geschafft. Als ich die Halle des SC Schoningen 04 betrat, konnte ich gerade noch das Finale sehen. Und die Akteure. Und das Prinzenpaar. Und die Macherinnen und Macher. Es ist schon Jahre her, dass ich dort zur Karnevalszeit stand.

Man höre und staune als eine der Aktiven, mit dem „Kurzen“ im Schlepptau. Beim Kinderkarneval. Weil wir in Schoningen zum Kinderturnen gingen, und am einem Sonntag auch auf der Bühne standen. Es war etwas zum Thema „gestiefelter Kater“ oder ähnliches, der Kurze sah unendlich süß aus mit einem kleinen angesteckten Katzenschwänzchen hinten an der Strumpfhose.

Organisation funzt – Small Talk auch

Ganz, ganz früher, es muss in den 70er oder 80er Jahren gewesen sein, ging auch ich dort zum Turnen. Und fuhr mit dem Fahrrad nach Schoningen, von Allershausen aus ist das nicht weit. Schwupps, steht man mit 47 Jahren wieder in dieser Halle und da kommen teilweise Erinnerungen hoch. Es war eine schöne Zeit.

Die Schoninger wären nicht die Schoninger, würde das Netzwerk von helfenden Damen und Herren bei solchen Events nicht funzen. Sehr nette und freundliche Menschen an der Kasse, der Garderobe, hinter der Theke. Man fühlt sich einfach willkommen. Und wie das so ist wenn man sich im Grunde genommen kennt, das Uslarer Land mit seinen Dörfern ist zum Glück nicht Köln oder Berlin, ist der Small Talk eine Selbstverständlichkeit. Ich sah gestern nicht nur altbekannte Gesichter mit denen ich quasi absprach, dass wir uns auf ein Bier treffen. Nee, ich sah auch Leute die ich jahrelang nicht gesehen hatte. Eine frühere Schulkameradin, einen alten Nachbarn, eine verflossene Liebelei aus den 80ern z. B.

Schlafende Spanier, fliegende Jungs und schwungvolle Feuerwehrmänner

Die Showband spielte auf, es fanden sich sofort tanzende und gut gelaunte Närrinnen und Narren auf dem Tanzboden ein. In einer anderen Räumlichkeit war Dancefloor number 2, dort wurde zu etwas moderneren Klängen abgehottet. Ich war allerdings in der Halle schon fast verwurzelt an der Theke hinten links, weil ich natürlich gesabbelt habe und gesabbelt und gesabbelt. Und beobachtet.

Unter anderem den Spanier, der an der Theke im Stehen schlief. Einen jungen, recht humorvoll wirkenden Mann, welcher von der Bühne aus 2x ins Publikum sprang und sich von seinen Freunden auffingen ließ. Verletzt wurde keiner. Die Kumpels meines Sohnes, die klatschend, singend und tanzend zwischen uns schon etwas betagteren Leuten standen und zu Musik feierten, die schon viele Jahre auf dem Buckel hat.

Witzig war die Situation, dass der „Kurze“, welcher damals ein kleines Katzchenschwänzchen hinten an der Strumpfhose hatte beim Kinderkarneval, mit seinen fast 190 cm Körpergröße und einer „Mischung“ auch auf dem Saal war. Kinder, wie die Zeit vergeht.

Krönender Abschluss war der Tanz mit dem Feuerwehrmann, welcher mich über das Parkett schleuderte, so dass ich hinterher gepumpt habe wie ein Maikäfer.

Ein gelungener Abend mit „Gute Nacht-Zigarette“

Time to say goodbye, ich wollte den Absprung schaffen und mal nicht mit den Saal mit abschließen. Schnell zum Taxi. Es war derselbe Fahrer, welcher mich schon dort hin fuhr. Beim Quatschen auf der Hinfahrt stellten wir fest, dass wir uns vom Sehen her nicht kennen. Aber wegen einem Artikel zum Packebierfest in Wiensen im Jahr 2017 schon miteinander kommuniziert hatten.

Der gute Mann hatte kurze Zeit zuvor schon meinen Sohn nach Hause gebracht erzählte er mir. Den hatte ich gesucht zum Schluss. Weg war er. Wenn Muttern mehr Reserven hat und nach dem Kind die Wohnungstür aufschließt, dann ist es noch nicht soooo schlimm mit dem fehlenden Durchhaltevermögen.

Bei der „Gute Nacht-Zigarette“ in der Küche war ich echt froh darüber, meinen Hintern mal von der Couch bekommen zu haben.

Nun die Moral von der Geschichte

Wir haben hier in dieser Kleinstadt keine Clubs, kein Theater, kein Kino. Aber wir haben ganz viele Menschen aus der Kernstadt und von den Dörfern, welche uns mit ihren Veranstaltungen durch das Jahr bringen. Und somit dafür sorgen, dass wir feiern können, uns amüsieren, abschalten vom Alltag. Ich ärgere mich oft über mich selber, dass ich mich nicht aufraffen kann. Mir oft vornehme Feste aufzusuchen, aber dann auf meinem Sofa kleben bleibe. Und somit nicht nur eine Menge verpasse, sondern damit diese Veranstaltungen auch nicht unterstütze.

Nun folgen noch die Karnevalssitzungen in Wiensen und Vernawahlshausen. Und wenn ich Mittagsschlaf machen muss und kannenweise Kaffee trinken um meinen müden Po hoch zu bekommen: Ich habe mir vorgenommen auch dort zu späterer Stunde mal vorbei zu schauen. Wer mitreden will, muss dabei sein. Auch im Jahr 2018 stehen hier im Uslarer Land wieder viele Veranstaltungen auf dem Plan. Ich freue mich drauf, das sollten Sie/solltet ihr auch.

Schoningen, ich komme wieder. Sicherlich zum Feuerwehrfest im Juni. Gruß an den SC 04.

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Da dachte sich die wilde Sau: „Ich glaub, ich mache heute blau.“

Diese Story ist wirklich passiert vor relativer kurzer Zeit. In direkter Nachbarschaft der Rehaklinik, in der ich arbeite. Genauer gesagt in der Weser-Therme Bad Karlshafen.
http://www.hna.de/…/wildschwein-rennt-in-karlshafener-weser…
Ich mache mal eine Kurzfassung:
Treibjagd irgendwo im Walde. 2 Wildschweine flüchten, rennen knapp 3 km durch die Pampa, schwimmen durch die Weser. Eins der beiden Wildschweine landet dann im Innenbereich der Therme, und hüpft ins Solebecken. Platsch!
Wildschwein Nummer 2 blieb draußen. Ob in der Nähe der Saunen/des Nackichbereiches, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich war ja nicht dabei, habe artig gearbeitet. Angezogen, im Innenbereich meines Büros, ohne Wildschwein 1 und 2. Das ist auch gut so. Ich wäre nämlich den Heldentod gestorben!
So ein Wildschwein ist ja schon ein ziemlicher Koffer. Ich bekomme schon Schnappatmung, wenn ich eins an der Straße stehen sehe, oder halt im Wildpark. Diese Hauer: Aua!
Und ein solches Prachtexemplar sprang ins Solebecken!
Stellt Euch vor, ihr treibt total tiefenentspannt im Badeschlüppa durch das Solebecken, vielleicht auf dem Rücken liegend, dezent planschend. Und rums: Eine Wildsau landet mit einer Arschbombe direkt neben Euch. Das glaubt man doch im ersten Moment nicht. Selbst wenn man nur Augenzeuge aus sicherer Entfernung war, muss das ein unglaublich unrealistisches Bild gewesen sein.
Das Wildschwein jedenfalls konnte aus dem Becken flüchten und rannte in die Küche. Das kuriose an der Story: In dieser Küche wird sonntags gerade Wildschweinbraten angeboten. Tztztz. Drei Menschen schafften es nicht das Wildschwein aufzuhalten. Eine Person wurde auch leicht verletzt. Wildschwein 1 ist dann wieder raus aus der Therme, Wildschwein 2 war wohl schon weg. Man fand es zumindest nicht mehr.
Diese Story hat für viel Aufmerksamkeit gesorgt, hessische Radio- und Fernsehsender berichteten darüber. Wir Niedersachsen natürlich auch.
Bevor jetzt all die Tierschützer und Hobby-Pädagogen um die Ecke kommen:
Der Sau ist anscheinend nichts passiert. Es wurden auch keine Kinder verletzt oder Erwachsene (bis auf die Person, die die Sau aufhalten wollte). Der Schaden hielt sich in Grenzen. Diese Nummer hätte weitaus schlimmer enden können. Das tat sie aber nicht. Fast alle, die das Bild der badenden Sau im Solebecken sahen, mussten grinsen. Ich auch. Und die Jägerschaft. Und sicherlich wird man sich diese Geschichte in der Weser-Therme noch ganz ganz lange erzählen:
„Weißte noch? Die Sau mit der Arschbombe damals? Was ein Wildschwein.“
Jetzt noch ein Hirsch in der Sauna, und ich hole mir eine Jahreskarte.^^

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