Oedelsheim/Oberweser: Ein Dorf – die Feuerwehr – 66 Jahre

(Quelle Bilder: Freiwillige Feuerwehr Oedelsheim)

Udo Jürgens sang damals „mit 66 Jahren, da fängt das Leben an“. In Oedelsheim hat das Leben schon weitaus früher begonnen. Dieses Motto ist ein quasi der Eyecatcher für eine Veranstaltung am bevorstehende Pfingstwochenende. Denn Oedelsheim, das nordhessisches Dorf in Nähe des Reinhardswaldes und des Sollings, idyllisch an der Weser gelegen, hat an Pfingsten Grund zum Feiern.

Zum einen stellt sich das Dorf vor mit seinen Vereinen, seinem Freizeitangebot, mit seinen Bürgerinnen und Bürgern. Zum anderen nimmt die Freiwillige Feuerwehr des Ortes ihr neues LF 10 (Löschgruppenfahrzeug) in einem offiziellen Rahmen entgegen. Was auch den Abschied vom LF 8 bedeutet.

Der Zahn der Zeit nagte an diesem Wagen, 28 Jahre lang tat er seinen Dienst. Viele Erinnerungen, Geschichten, Einsätze und Schicksale sind mit dem LF 8 verbunden. So sei etwas Wehmut erlaubt unter den Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Oedelsheim.

[Oedelsheim]

(Freiwillige Feuerwehr Oedelsheim Eine „FireNight“ mit „FireDay“: 66 Jahre Feuerwehr)

Aber es schwingt auch viel Freude mit über die neue Errungenschaft im Feuerwehrhaus. Auch aus diesem Grund wird gefeiert. Zwei Tage lang. Auf dem Festzelt. Mit Jung und Alt sowie einem Rahmenprogramm. Yeah.

Auftakt ist am Samstag, 19. Mai, ab 22 Uhr in der Dorfmitte. Die White Brothers, vielen gerade im hessischen Raum bestens bekannt, werden sicherlich dafür sorgen, dass es steil geht auf dem Parkett des Zeltes. Um 22 Uhr beginnt gleich die „fröhliche Stunde“, auch happy hour, genannt.

Bis 23 Uhr ist ist diese aktuell. Der „Mutti-Zettel“ kann im übrigen auf der Seite der FFW Oedelsheim ausgedruckt werden. Nicht unwichtig für die minderjährige Partygemeinde. Ihr kommt da sonst net rein.

[Oedelsheim]

(Freiwillige Feuerwehr Oedelsheim Eine „FireNight“ mit „FireDay“: 66 Jahre Feuerwehr)

Nach einer feierwütigen Nacht geht es am Sonntag ab 14 Uhr mit einem Gottesdienst weiter. Danach kommt es zur offiziellen Übergabe des LF 10 an die FFW durch den Bürgermeister der Gemeinde Oberweser. Auch andere Wehren aus den Nachbarorten lassen sich das nicht entgehen und haben ihre Teilnahme angekündigt.

Ein moderneres, der Zeit und den Einsätzen angepasstes Einsatzfahrzeug ist auch aus dem Grund ein positiver Aspekt, weil so die Versorgung in der ländlichen Region auf der Ebene von „Retten-Löschen-Bergen-Schützen“ gesichert ist.

Eine Feuerwehr wäre keine Feuerwehr, würde sie nicht die Gunst der Stunde nutzen um zu demonstrieren, was ihr (ehrenamtlicher) Job unter anderem ausmacht. So wird es in Oedelsheim am Sonntagnachmittag kurze Einblicke in Übungssequenzen geben wie z. B. auch dem Fettbrand und andere Szenarien.

[Oedelsheim]

(Freiwillige Feuerwehr Oedelsheim Eine „FireNight“ mit „FireDay“: 66 Jahre Feuerwehr)

Die vielleicht heranwachsenden kleinen Feuerwehrmädchen und Feuerwehrjungs dürfen sich ebenfalls über Attraktionen freuen, denn auch an sie wurde gedacht bei den Planungen. Und: Die Kinder von heute sind die Feuerwehrleute von morgen. Nachwuchs ist immer gerne gesehen und mehr als wichtig.

Der Sonntag steht unter dem Motto „Ein Dorf- 66 Jahre Feuerwehr“. Viele Vereine, Institutionen, Bewohnerinnen und Bewohner werden auf den Beinen sein um sich und ihr Dorf sowie das Leben in Oedelsheim im allgemeinen vorzustellen.

Ausklingen lassen die Oedelsheimer das Festwochenende am Sonntag ab 18 Uhr zusammen mit den Weserbergland-Musikanten. Auch diese sind in unseren Breitengraden bekannt wie die bunten Hunde.

Also: Auf nach Oedelsheim am Pfingstwochenende. Wenn das alles kein Grund zum Feiern ist. Und Glückwunsch zum neuen Löschgruppenfahrzeug.

Welche Verbindung zwischen mir und Oedelsheim besteht? Ich war in den 80er Jahren schwer verliebt in einen Oedelsheimer. Aber das nur am Rande.
Datum: 19. und 20. Mai

Uhrzeit: 19. Mai 22 Uhr, 20. Mai 14 Uhr

Ort: Dorfmitte Oedelsheim, Oberdorfstraße

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„Move your Ass“ meets „Sister Moonshine“ in Beverungen

(Quelle Bild: Martin Zühlsdorf)

Wenn sich am 25. und 26. August Scooter und Roger Hodgson quasi das Mikrofon in die Hand geben, 24 Stunden zeitversetzt auf der Weserwiese am Hakel in Beverungen, dann erwartet die Besucher von den Stilrichtungen her ein musikalischer Gegensatz, der größer nicht sein könnte.

Während Scooter, also der H. P. Baxxter, zusammen mit Michael Simon und Phil Speiser bei der „100% Scooter – 25 Years Wild & Wicked Tour“ sicherlich eher die Generation meines Sohnes von den Socken hauen wird, so wird der Roger Hodgson meiner Generation Gänsehaut und Pippi in den Augen bescheren. Aber genau das macht die Sache, die Kombination so interessant.

Beide Konzerte sind für mich ein Muss, beides möchte ich mir anhören, anschauen und die Stimmung hautnah erleben. Wann kommen musikalische Größen dieser Rangordnung hier in die Nähe? Open Air? An die Weser? Für mich persönlich eine total geile Sache und einer der Höhepunkt im Jahr 2018.

Die Kulturgemeinschaft Beverungen und Umgebung e. V. ist verantwortlich für dieses Schmankerl im Hochsommer. Schaut man sich deren Seite an, so stolpert man über eine breitgefächerte Palette an kulturellen sowie musikalischen Angeboten der Spitzenklasse.

Auch der Jahrgang 1970 kann zu „Hyper, Hyper“ feiern

Zurück zu H. P. Baxxter: Seit 1993 als Scooter im Musikgeschäft, 23x in den Top-Ten der deutschen Singlecharts gelandet. Bei Wikipedia wird seine Musik als „elektronische Tanzmusik“ erläutert. Da musste ich wohl etwas schmunzeln über diese eigenwillige Interpretation. „1, 2, Wechselschritt.“

Von ihm bzw. seinen Gigs habe ich mir flüstern lassen, dass seine Konzerte auch für meinen Jahrgang Party und Fete bedeuten. Eine Bekannte von mir war schon dort und berichtete von einem tollen Abend, cooler Musik, einer super Bühnenshow und positiven Begegnungen so im zwischenmenschlichen Bereich.

Auch wir, der Jahrgang 1970, können da noch Spaß haben, wenn „Hyper, Hyper“ über das Gelände dröhnt. Ich erinnere mich an einen Abend beim Italiener hier vor Ort, bei der After Work-Party, als „Hyper, Hyper“ gespielt wurde und ich echt dachte, die Pizzeria wird gleich abgerissen. Alles flippte aus auf der Tanzfläche zu diesen Klängen, auch und gerade meine Generation. Deshalb ist die Fahrt am 25.08. nach Beverungen schon eingenordet.

Ein musikalischer Meilenstein

Roger Hodgson, bis 1983 Mitglied von Supertramp und Mitbegründer im Jahr 1969, ist ein musikalischer Meilenstein in meinem Leben. Was habe ich mir die Musik von ihm bzw. Supertramp rein gepfiffen, was hat mich diese Musik durch meine Jugend begleitet, zu wie vielen Songs habe ich noch heute Kopfkino – und ein Ziehen in der Magengegend.

Ob „Dreamer“, „Take the long way home“, „The logical song“ oder auch „It`s rain again“ – das sind Stücke mit niemals endender Aktualität. „Don`t leave me now“ ist für mich eine der schönsten Balladen. Da stellen sich noch heute meine Nackenhaare auf, wenn ich diesen Song höre.

Ihn live zu sehen und zu hören bei seiner „Breakfast in America – Welttour 2018“ ist ein Höhepunkt und mir eine Ehre. Dieser Abend wird für mich eine Zeitreise mit sicherlich vielen Emotionen, mit singend, Feuerzeug schwenkend und kurz das Taschentuch an die Augen drückend sowie rein schnäuzend.

Den Montag, 27.08., habe ich Urlaub genommen, dieses musikalische Paket der Superlative schaffe ich nicht mehr ohne Ausschlafen.

Termine:
Scooter: Samstag 25.08.2018 ab 20 Uhr.
Roger Hodgson: Sonntag 26.08.2018 ab 20 Uhr.
Wo: Weserwiesen am Hakel, Kolpingstrasse, 37688 Beverungen.
Weitere Infos: www.kulturgemeinschaft-beverungen.de

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Erst im Wald, dann auf der Wache!

Manchmal frage ich mich warum es nicht möglich ist, dass ich mal 24 Stunden ohne kleine bis mittelschwere Katastrophen durch den Tag komme. Nur einen Tag. Meine Güte!

Es fing alles irrsinnig schön an, im Erlebniswald beim Waldmarkt. Und Jubiläum des Baumhaushotels. Ich habe heute meine erste Wildschweinbratwurst gegessen, mich mit Gewürzen eingedeckt und mir selber Schmuck geschenkt. Aus altem Besteck gemacht. Total geil. Mir schenkt ja sonst keiner was. Ja, ich weiß, ich hab`s schwer *jammer*

Mit dem Smartphone bewaffnet, stolperte ich durch den Wald/über das Gelände, ein Bild nach dem nächsten schießend. Mal ganz im Vertrauen: Wir wohnen hier schon geil 😉

Auf dem Weg zu meinem Auto, es zog sich, das glaubt mal, hält ein Bekannter mit dem Fahrrad an und fragt mich, warum mein vorderes Kennzeichen fehlt? Was? Oh Gott! Nee, nicht auch das noch! Ich im Schweinsgalopp zum Auto: Stimmt, Nummernschild weg, mich blickte ein schwarzes, nacktes Gestell an. Mein Bekannter und ich sprachen noch darüber, dass ich am besten den Verlust gleich melde auf der hiesigen Wache. Vielleicht wurde es auch schon gefunden.

Ich bin der größte Schisser vor dem Herrn bei so einer Nummer. Nun musste ich knapp 10 km zurück. Mit nackter Vorderfront. Mir war das saupeinlich. Und ich hatte Angst, dass mir ein Streifenwagen entgegenkommt, dieser hinter mir her fährt mit dieser Leuchtschrift oben auf dem Dach – „anhalten, Sie kennzeichenlose Tusse, aber zackig“ – man mich raus winkt und dann die Nummer kommt mit Papieren und Verbandkasten zeigen und erklären, dass man das Nummernschild verloren hat! Andere verlieren Schlüssel oder was weiß ich, wir verlieren Nummernschilder. Meine Fresse!

Auf dem Weg zur Polizei habe ich versucht genau so hinter dem vorausfahrenden Fahrzeug zu fahren, dass keiner meine nackte Schürze sieht. Einige Leuten schauten nämlich schon blöd beim Anblick meiner Frontansicht. Also vom Auto jetzt 😀

Auf der Wache angekommen betete ich gen Himmel, dass ein Beamter im Dienst ist welcher mich kennt. Und vielleicht weiß, dass mein Leben so im allgemeinen und des öfteren durch solche Katastrophen gezeichnet ist. Und zum Glück: Er kannte mich. Ich Hibbelkopp muss da rein gestürzt sein als hätte man mich ausgeraubt. Ich bin dann immer so uffjeregt, flügelschlagend, mit verzerrt hoher Stimme und schwitzend. Jeder andere hätte gedacht:

„Ihr Nummernschild mag sie verloren haben, ihre Unschuld wohl nicht. Was ein Weib!“

Der nette Polizist und ich haben kurz den Schaden angeschaut, es muss sich gelockert haben das Kennzeichen, also kein Diebstahl. Ich habe nämlich darüber nachgedacht, dass sich ein schlimmer Finger mein Nummernschild vorne dran klatschen könnte, eine Bank ausraubt, und hier steht heute nachher das SEK am Bette.

Nun ist aktenkundig dass mein Nummernschild irgendwo im Uslarer Land liegt, ich war über die Stadtgrenze nicht hinaus seit gestern. Das weitere Vorgehen wurde besprochen und ich habe nun einen Zettel in meiner Handtasche, dass das fehlende Nummernschild gemeldet wurde. Falls mich morgen im Hessenland ein anderer Streifenwagen anhält auf dem Weg in die Klinik. Ich bin immer total angespannt wenn die Damen und Herren nebst Dienstwagen in meiner Nähe sind. Totaler Schwachsinn, ich mache ja nichts. Wegen eines fehlenden Nummerschildes wandert man ja nicht in U-Haft bei Wasser und Brot.

Ich hätte mich stundenlang auf der Wache umschauen können, habe wieder gefragt wie eine 5-jährige, so a la:

„Is ruhig heute?“

„Mit welcher Besatzung arbeitet ihr?“

„Was ist denn jetzt wenn und überhaupt und generell?“

„Warum?“

Die Damen und Herren waren wirklich nett, ich kann das nicht anders sagen.

Eben kam eine whatsapp vom Kurzen, der ist 35 km entfernt von mir. Ob ich schon mitbekommen habe, dass unser Nummernschild vorne fehlt. Er wurde darauf angesprochen. Spitze, das höre ich gerne, das hat noch gefehlt. Vielleicht hänge ich mir da morgen früh einen Blumenstrauß vor, damit das nicht so nackt aussieht wenn ich zur Arbeit fahre.

Und die Moral von der Geschicht: Mach `nen Aufruf bei Facebook, dann findet es sich oder auch nicht. Warum ich keinen Mann habe? Den würde ich auch noch verlieren. ^^

!!!Falls es jemand findet der uns kennt, dann bitte melden!!!

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Münster

Was sich gestern in Münster zugetragen hat im Bezug auf den Suizid eines uns unbekannten Mannes, auf perfide Art und Weise vollzogen, hat sicherlich vielen die Sprache verschlagen. Und bestimmt haben sich viele gefragt, warum dieser Mann genau diesen Weg gewählt hat um seinem Leben ein Ende zu setzen. Zumindest habe ich mich das gefragt. Warum Menschen, die einfach nur einen schönen Frühlingstag bei vielleicht Kaffee und Eis genießen wollten, in diesem Horrorszenario mitspielen mussten. Für mich ist es ein Horrorszenario. Dieser Mann hat wahllos ihm sicherlich unbekannte Menschen mit in seinen Entschluss einbezogen. Seinen Wunsch/Drang zu ihrem Schicksal gemacht. Von jetzt auf gleich.

Im Laufe des Abends musste ich auch an die Katastrophe des Germanwing Fluges im Jahr 2015 denken, vieles erinnerte mich daran.

Zum jetzigen Zeitpunkt stehen viele Spekulationen noch auf wackeligen Füßen. Um zum jetzigen Zeitpunkt sind auch noch nicht alle Fragen beantwortet. Wer weiß, welche Sachverhalte noch ans Tageslicht kommen im Bezug auf diesen Mann/diese Tat. Was diese Tat allerdings nicht entschuldigen kann und wird, da sind wir alle sicherlich einer Meinung.

Wie ich vorhin einem Nachrichtenmagazin entnehmen konnte, soll dieser Mann suizidgefährdet gewesen sein. Eine psychische Erkrankung wurde in den Raum geworfen. Und er soll sich dahingehend geäußert haben, dass er einen Suizid in der Art, wie gestern leider vollzogen, geplant hat. Wie mag man das nennen? Den Abgang im ganz großen Stil?

Was hat er jetzt davon, wenn nach der Tat alle seinen Namen kennen? Seine Geschichte? Sein Motiv? Sein Gesicht? Seine privaten Stories? Seine Diagnosen/sein Krankheitsbild? Er hat keine heldenhafte Tat begangen sondern eine abscheuliche.

Die Verletzten, die Familien/Freunde der Getöteten treten ein schweres Erbe an. Das private Umfeld dieses Mannes allerdings auch. Und nein, ich möchte ihn bzw. seine Tat nicht entschuldigen. Es sind nur meine Gedanken.

Ich war noch nie in der Situation einen Selbstmord zu planen. Oder in der Situation von jetzt auf gleich zu entscheiden meinem Leben ein Ende zu setzen. Zum Glück. Von daher kann ich das, was sich in seinem Kopf abgespielt hat, auch nicht nachvollziehen.

Es ist kein prügeln meinerseits auf Menschen mit psychischen Erkrankungen. Es ist eher hilfloses Unwissen zu diesem Krankheitsbild und solchen Handlungen. Und die Frage, ob man aufgrund seiner Äußerungen im Vorfeld zu dem Ereignis gestern anders hätte reagieren können/müssen. Um genau das zu verhindern. Das ist aber nur Spekulation. Das werden die Fachleute erklären können die nächsten Tage. Oder es zumindest versuchen.

Man will nicht darüber nachdenken wie grausam und völlig sinnlos die involvierten Menschen ihr Leben verloren haben bzw. schwer verletzt wurden. Wieso sie Verantwortung tragen mussten für jemanden, der sich nach einem theatralischen Abgang gesehnt hat. Wie viele Menschen heute generell in seinem Selbstmord involviert waren. Die Opfer, die nicht das geringste für seinen Entschluss konnten und an erster Stelle stehen. Die anderen Besucher in Nähe des Kiepenkerls, die Anwohner, die Rettungskräfte, die Polizei, Feuerwehr und auch die Politik. Welche Welle der Erschütterung und welche Panik der Wunsch nach dem Freitod des Mannes ausgelöst haben. Wie verständnislos viele von uns sind, die diese Meldung und die bislang recherchierten Tatsachen zur Kenntnis nahmen.

Auf der einen Seite möchte man es verstehen, auf der anderen Seite kann man es nicht verstehen. Und selbst wenn man es verstehen würde: Es ändert nichts an dieser Tragödie.

In der nächsten Zeit werden die Medien eine Neuigkeit nach der nächsten verkünden, sicherlich wird viel diskutiert und analysiert. Und auch weiterhin spekuliert. Auch Falschmeldungen wird es geben, Verdachtsmomente. Ob er falsch therapiert wurde, ob er überhaupt therapiert wurde, wie und ob man das heutige traurige Ereignis hätte verhindern können. Ob wirklich zwei weitere Menschen, wie berichtet, aus dem Fahrzeug gesprungen sind. Diese Beobachtung konnte bis vor Kurzem weder ausgeräumt noch bestätigt werden.

Der Gedanke, man verliert einen geliebten Menschen oder man muss um diesen Menschen bangen, weil ein anderer sich diesen traurigen, vielleicht nach Sensation schmachtenden Weg überlegt hat um aus dem Leben zu scheiden, den kann und will ich nicht zu Ende denken.

Ich verurteile Suizid nicht, ich verurteile diesen Weg des Suizides.

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25 Jahre Landmarkt in Uslar

25 Jahre Landmarkt in Uslar – Ich würde da jetzt noch sitzen wenn ich einen Stuhl hätte.

Welch glücklicher Zufall, dass ich heute Urlaub hatte und bei bestem Frühlingswetter den Landmarkt besuchen konnte. Zum Jubiläum. 25 Jahre ist schon eine stolze Zahl. Das Wetter war nicht weniger stolz und hat sich von seiner besten Seite gezeigt.
Die letzte Stippvisite auf dem Markt ist Jahre her, wenn der Landmarkt endet gehen viele von uns erst in die Mittagspause. So ist das halt. Mal gewinnste – mal verlierste.
Das Mittagessen fiel heute aus, eine Manta-Platte stand auf dem Plan. Der Bratwurstwagen war umlagert wie von den sprichwörtlichen Motten das Licht. In Dreier-Reihen rief man nach Wurst und Pommes. Es war kein Durchkommen. Also eine Runde gedreht durch die Lange Straße plus Forstgasse plus Braustraße plus Kurze Straße und wieder Lange Straße. Mit akribischer Beobachtung vom Angebot, den Ständen und, na klar, den Besuchern. Es müssen sich auch ehemaliger Uslarer heute auf den Weg in die Heimat gemacht haben, es wurde jedenfalls gemunkelt.
In der Braustraße trafen wir Günter. Günter musste sich um sein Essen selbst kümmern, weil die Frau nicht kochen wollte. Wir denken, der Günter bekam das hin.
Wir führten ein äußerst nettes Gespräch mit einem sympathischen Mann von einem Schmuckstand aus Holzminden.
Wir saßen auf einem Blumenkübel, haben uns unterhalten sowie das Treiben beobachtet. Ein Kind fuhr mit seinem Rad in die Deko eines Geschäftes – nix passiert.
Als ich mir meine Manta-Platte holte dachten viele, ich habe einen Hund
. Weil da einer vor mir rum tänzelte. Total tiefenentspannt. Also ich und der Hund jetzt. Es war der berühmteste Hund von Uslar glaube ich. Der geht auch in Kneipen und wirkt immer extrem gechillt, der Gute. Ein bratwurstessender Mann verabredete sich mit dem Hund auf einen Wodka. Das erlebste echt nur hier 🙂
Ich blieb hängen in der Nähe des Rathauses, neben dem Brunnen, bei der Heidi und ihrem fleißigen Ehemann. Erst auf einer Treppe sitzend, dann auf einem Klappstuhl. Ca. 20x wollte ich gehen, aber irgendwie auch nicht. Es war so geil (sorry) mal wieder das Leben und Treiben zu beobachten in Uslar. In der Sonne sitzend. Menschen wiederzusehen, welche man lange nicht sah. Zu quatschen. Ich ärgere mich noch jetzt, dass ich den Hintern nicht aus dem Stuhl bekam und den Gewürzstand aufgesucht habe. Nun ist er weg. Meine Gewürze auch. Shit happens. Vielleicht ist der Anbieter auch beim Waldmarkt in Schönhagen am Start, das ist Sonntag. Dann gäbe es noch eine Chance auf Pfiiff in der Küche.
Ich wäre so gerne dabei, wenn sich der bratwurstessende Mann mit dem berühmtesten Hund von Uslar auf einen Wodka trifft. Aber mich fragt ja keiner. ^^

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After-Work-Party im Dolce Vita Uslar

Wenn man in Uslar etwas auf die Beine stellt, gibt es zwei Möglichkeiten:

Das Event kommt an und es bleibt auch zu 90% so.

Das Event kommt nicht an, dann bleibt es ebenfalls zu 90% so.

Die After-Work-Party am Gründonnerstag bei einem unserer Italiener kam an. Und wie.

Zum 4. Mal fand fand diese Art des Feierabend-Ausklang statt, ich hatte das im Vorfeld aus den Augenwinkeln immer verfolgt.

Und war auch schon gewillt mir das mal anzuschauen. Aber entweder sind mir meine Begleiter abgesprungen oder ich bin mir selber abgesprungen. Donnerstags ist der Akku an Tag 4 der Arbeitswoche schon irgendwie fast leer.

Ebenso hatte ich im Vorfeld die Fotos dieser Abende gesehen. Und diese sahen nicht nach dem aus, was ich mir vorstellte. Ich dachte an diskrete Gespräche mit leiser Chill-Out-Musik untermalt und müde Menschen, welche leise knuspernd italienisches Gebäck zu sich nehmen. Schenkelklopfer diese Gedanken, wenn man weiß was dort tatsächlich abgeht.

Da die Veranstaltung letzte Woche am Tag vor Karfreitag stattfand und wir alle ausschlafen konnten, glühte ich mit ein paar Tassen Kaffee vor und ließ mich dorthin chauffieren. Zwar etwas verspätet und alleine, aber immerhin. Ich wusste ja, dass eine Kollegin von mir (die Heidi), welche dem Organisationsteam der Party angehört, auch dort zugegen ist. So war die Gefahr, dass ich alleine dort stehe wie ein überflüssiger Schirmständer, schon im Keim erstickt.

Als ich aus dem Auto stieg war gleich zu sehen, dass viel los war. Autos über Autos. Von innen drang schon eine Geräuschkulisse auf die Straße, welche sich nach einer Menge Spaß anhörte. Ich traf beim Betreten des Lokals auch gleich meine Kollegin, die Heidi, und diese wies mich erst mal in den Ablauf ein. Es war allen ernstes meine erste After-Work-Party, mit 47 Jahren, 20 Jahre vor der Rente. Das muss man sich mal vorstellen.

Und dann sah ich sie alle: Viele Kolleginnen, Bekannte, alte Nachbarn, die hübschen Frauen aus Schönhagen, von der Bollerwagen-Rallye noch bestens im Gedächtnis, Schoninger und Dinkelhäuser und auch Bodenfelder waren am Start. Und eben die Uslarer Gesichter welche man einfach kennt. Der DJ Daniel Knops, er hat sich mittlerweile hier in der Region und weit darüber hinaus einen Namen gemacht, stand am Plattenteller und sorgte dafür, dass auf der Tanzfläche schon der Punk abging. Ich hatte mit so viel Party gar nicht gerechnet. Das Lokal war rappelvoll und alle feierten ihren Feierabend, bzw. dem langen Wochenende entgegen. Ein Plausch hier, eine Umarmung da, viel Beobachtung meinerseits. Es war größtenteils meine Altersklasse anwesend, plus/minus ein paar Jahre. Und eine gesittete Feiergemeinde bei der niemand Stress machte oder unangenehm auffiel. Das war ein sehr positiver Faktor. Eine Veranstaltung mit Stil, ohne Flatrate-Saufen und happy hour.

Mittlerweile wurde nicht nur auf der Tanzfläche getanzt, sondern schon in den Gängen vom Lokal. Wie sagte eine Dame bei uns am Tisch: „Das ist fast so wie im „Meeting“ damals (das Meeting war eine Diskothek hier in Uslar. Lang, lang ist es her). Von einem Mann an unserem Tisch kam die Aussage, dass der Inhaber ins Schwarze getroffen hat mit dieser Veranstaltung. Diese beiden Bekannten an meinem Tisch haben bislang alle After-Work-Parties mitgenommen. Bis morgens um 2 Uhr. An einem Donnerstag. Und die sind auch noch verheiratet miteinander. Respekt!

Als der DJ Knops den Scooter auf den Plattenteller legte, „Hyper, Hyper“, man kennt die Nummer, war dort echt kein Halter mehr: Totale Eskalation beim Italiener! Ich hatte kurz Panik der Pizza-Ofen in der Küche fliegt gleich aus der Verankerung vor lauter „Hyper, Hyper“ und tanzenden Menschen.

Ich aß noch gereichte Pizza, führte total witzige Gespräche, prostete mir mit Uslarern zu, mit denen ich mir noch nie zuprostete. Und ging irgendwann total tiefen entspannt und müde nach Hause.

Was soll ich sagen? Wirklich ins Schwarze getroffen mit dieser Art von Event. Und wir dürfen uns jetzt regelmäßig darauf freuen.

Am Standort Uslar und am Standort Göttingen, die beiden Städte wechseln sich quasi alle 4 Wochen ab.

Mir wurde gesteckt, dass auch eine Veranstaltung open air geplant ist. Also ein Feierabend-Event unter freiem Himmel. Das ist genau mein Ding. Muss ich dann eben nur mit noch mehr Kaffee vorglühen damit ich den Freitag überstehe. Oder Urlaub nehmen.

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Du kommst aus Uslar, wenn …

… auch Du manchmal denkst: „Total falsch eingeordnet die Madame oder den Typen aus Uslar“.

Ja, ja, die Uslar-Gruppen, Freudenthaler und wie sie alle heißen lassen zu, dass wir einige Leute bei Facebook, die wir persönlich nicht kennen, in eine Kategorie eintüten.
„Der schreibt immer so aggressiv“,
„die jault immer“,
„die oder den finde ich voll kacke“,
„wer ist denn das?“
Das ließe sich unendlich fortsetzen.
Dann trifft man die Leute mal persönlich, und denkt teilweise das totale Gegenteil.
Ich musste letzte Woche zur Post und mich für einen Wechsel des Handy-Anbieters verifizieren. Einer der Angestellten sprach total vertraut mit mir, der wusste soviel und ich denke noch: „Wer ist denn das? Hä? Was geht ab?“
Da ich meinen Ausweis holen musste, der lag auf dem Schuhschrank zu Hause, ich dumme Nuss, fiel es mir ein. Schon einige Zeit auf Facebook befreundet, aber noch nie real getroffen. Wir haben noch kurze Zeit recht entspannt und sauwitzig gelabert, nachdem der Ausweis vom Schuhschrank in der Postfiliale lag und ich verifiziert war. Halleluja!
Die nächste Begegnung im Discounter des Vertrauens zwischen Bio-Bananen-Saft und stillem Wasser: Vom lesen hier bei Facebook kannte ich den guten Mann schon lange. Erst letztens schrieben wir hier, unsere Grundlage war die Musik. Und heute kam es zum finalen Gespräch. Total lange und total interessant und total inhaltsreich.
Ich dachte echt, ich kenne hier jeden und jede und generell und überhaupt. Geh mal Einkaufen oder Dich verifizieren, da lernste die Leute erst kennen in Uslar. ^^

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Osterfeuer 2018 in Allershausen

Osterfeuer Allershausen: Wo ist denn nur die dicke Strumpfhose mit Fuß dran?

Als ich gestern um 9 Uhr heute Morgen die dicken Flocken rieseln sah war ich mir unsicher, ob ich mir am Abend Thiel und Boerne rein ziehe oder das Osterfeuer in Allershausen. And the winner is; Taaaadaaaaa: Allershausen.
Nach dem Zwiebelprinzip wurde sich eingekleidet, also Shirt, Langarm-Shirt, dicker Rollenkragen-Pulli, Halstuch. Um unten rum zu starten, musste ich erst die dicke Strumpfhose mit Fuß suchen im Schrank. Das Ding ist so hässlich, man glaubt es kaum und sie hatte sich im Schrank hinten rechts verkeilt. Aber sie hält warm. Dicke Socken darüber, die Hose an welche eh in die Wäsche müsste. Und die Winterbotten an die Mauken. So eumelte ich nach Allershausen gegen 20.15 Uhr. Die Feuer waren schon am brennen, es war auch gut was los. Nun hatte ich die Brille nicht dabei, konnte halt nur die Leute erkennen, die direkt vor mir standen. Begrüßung hier, Osterwünsche da, Drückerchen dort.
Dann traf ich die Elvira und die Ela. Von der Ela wusste ich nicht, dass sie die Ela ist. Aus Hannover hierher gezogen, und es war so witzig wie sie erzählte über den Umzug von Großstadt in Kleinstadt. Ich gehe da mal nicht ins Detail. Schenkelklopfer 😀
Der Hunger war am Start, der Gang an die Bratwurstbude unumgänglich. Das müssen genau in diesem Moment schätzungsweise 11.376 andere Leute auch gedacht haben so übertrieben dargestellt. Ich dachte ich verrecke vor Hunger. Mit der Wurst auf der Hand zurück an den Tisch, die Grundlage für ein Bier war geschaffen.
Hin und wieder geht man zu den alteingesessenen Allershäusern, da bekommt man auch mal Schokoladen-Bollos geschenkt.
Nun trudelten einige Bollenser ein, man besprach noch dies und das und jenes und welches. Wieder war die Dorf-Rallye das Thema. Und ich wurde genötigt diesen Pfefferminz-Schnaps zu testen. Ich wurde genötigt! Von Nico B. Ich dachte, mir reißt es das Zäpfchen aus dem Halse. Trotz des hochprozentigen Hustensaftes war es kalt. Der Gang an das Feuer war matschig. Meine Winterbotten sehen aus wie Sau. Und ich hatte Angst, die Kinder mit den Fackeln sorgen für mein Ableben weil ich lichterloh brenne.
Mittendrin sah ich die Krissy, mit der ich später noch sprach. Auch mit dem Gatte wohlgemerkt. Ein sehr informatives und nettes Gespräch über Uslar im allgemeinen und generell.
Und ich traf die Anja, die ich Lichtjahre nicht sah. Ich erkannte sie sofort, sie brauchte ein Weilchen.
Abschluss war dann auf dem Dixi-Klo, bei der blauen Lagune unten im Auffangbecken.
Der Gang zurück nach Hause ging durch das Millionen-Viertel. Ich wünschte mir, es hält jemand an der mich kennt und nimmt mich mit. Unangenehm, wenn die Lungenbläschen aneinander rappeln und man pumpt wie ein Maikäfer. An der Kreuzung bei Teuteberg, knapp 100 vor meiner Haustür, hielt ein Wagen an und der Fahrer fragte, ob er mich mitnehmen soll. Es war der Nachbar aus der 17 mit seiner süßen Freundin. Weitere Konversation auf der Straße war leider nicht möglich, da kam ein anderer Wagen. So ein Arsch 😉
Jetzt aber schnell die Klamotten in die Waschmaschine. Man riecht, als wäre man bei den Dreharbeiten für die „Drei Damen vom Grill“ am Start gewesen. 72 Stunden lang. Mit angebrannter Krakauer. Ich muss aus der Strumpfhose raus! Es war aber wieder schön dort gewesen zu sein. ^^

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550 Singlemänner in einer Boeing 747

Der 1. April: Für mich “Naivchen” einen rabenschwarzer Tag.

Ging auch gut los vorhin: Ich habe eine Meldung bei Facebook gelesen, dass die Hilfsorganisation, für die auch ich tätig bin, jetzt “Rettungsschweine” ausbildet, als Unterstützung für die Rettungshunde. Mein erster Gedanke war:

“Cool, kannste jetzt doch bald an Übungen teilnehmen.”

Ich habe ja Angst vor Hunden.
Als ich gerade ansetzen wollte um meine durchaus vor Euphorie triefende Meinung kundzutun, fiel mir ein:

“Attention Frau Werner, heute ist der 1. April.”

Da ich zu den Menschen gehöre die erst mal alles glauben, versuche ich an Tagen wie dem heutigen keine große Konversation zu betreiben. Und am besten nix kommentieren, weil ich nicht weiß ob Ente oder nicht Ente oder Ente süß-sauer.
Am 1. April stelle ich alles in Frage, alles.
Und falle mit Pauken und Trompeten auf fast jeden Joke rein.
Würde es jetzt hier klingeln, und es würde jemand in die Sprechanlage brüllen:

“Steffi, komm mal schnell runter, hier liegt ein Brontosaurus, und der atmet so unregelmäßig”,

ich würde in meinen Tiger-Puschen mit 70 km/h die Treppe runter laufen, den 1. Hilfe-Beutel unterm Arm, im Geiste die Reanimation vornehmend.
Käme ein Anruf, ich müsste mal ganz schnell meinen Wagen wegfahren, weil hier gleich eine Boeing 747 zwischenlandet, besetzt mit 550 nackten Singlemännern, die alle mal ganz dringend auf meine Toilette müssten, ich würde meinen Wagen wegfahren, auch in Tiger-Puschen.
Heute wäre ein exzellenter Tag jemandem seine Liebe zu gestehen. Reagiert die Person jetzt nicht soooooo begeistert, könnte man es revidieren mit den Worten

“April, April.”

So käme man quasi noch raus aus der peinlichen Nummer.


Hätte ich über 75 Mille beim Euro-Jackpot gewonnen, hätte ich es heute erzählt. Da glaubt es einem ja eh keine Sau.

“Hier, der war echt gut, da träumste von, wa?”

Ich werde mich heute viel zu Hause aufhalten, wenig ans Telefon gehen, bei Facebook nichts kommentieren, und mich heute Abend selbst auf meinem Sofa für meine grenzenlose Naivität feiern.

“Ihr Name war Naiv, Steffi Naiv.” ^^

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Nett? Für mein Alter? Bitte?

Ich war gestern Abend um die Häuser, bei einer After work-Party. Mehr dazu später.

Als ich mich an der Theke anstellte um Getränke zu holen, hatte ich wohl irgendwie meinen Tunnelblick drauf. Es war gut was los an der Tränke. Nachdem ich meine Bestellung aufgab, raunte ein junger Mann neben mir los. Er stand wohl schon länger dort. Ich habe das echt nicht mitgeschnitten. Huch! Natürlich war mir das unangenehm, ich entschuldigte mich bei ihm. Ich glaube er stand auch ungünstig, in der Nähe einer Art Pfosten. Ich fragte noch was er denn bestellen wollte, natürlich hätte ich ihm meine Getränke dann überlassen. Die Bestellung muss halt nur kompatibel sein. Das war sie aber nicht, das Mineralwasser schoss die Aktion ins Aus. Also sein Mineralwasser jetzt, ich hatte das nicht bestellt. Da ich meine sechs bestellten  Bottiche nicht tragen konnte, ging ich voll beladen mit meinem Bekannten (der Gatte von der Susi) zurück zum Tisch. Prösterchen, zum Wohlsein. Scal.

Sagt mein Bekannter (der Gatte von der Susi) kurze Zeit später zu mir:

„Der junge Mann eben von der Theke hat gesagt Du siehst noch nett aus für Dein Alter.“

Bitte was? Für mein Alter? Hallo? Jetzt geht`s aber los hier.

Normalerweise machen mir solche Äußerungen nichts, ich bin halt keine 18 mehr. Aber ich schwöre, ich hatte weder einen knielangen Faltenrock aus Crepe Seide an, noch orthopädische Schuhe.

Ich zu meinem Bekannten (der Gatte von Susi):

Frag ihn doch bitte mal was er meint, wie alt ich denn bin.“

Er sträubte sich. Ich ließ nicht locker. Nach dem Besuch auf der Pippi-Box, mit akribischem Blick in den Spiegel ob meine Faltentiefe vielleicht zugenommen hat die letzten 120 Minuten (mir war auch noch eine volle Packung Kaugummi und mein Feuerzeug in die Toilette gefallen zu allem Überfluss, weil ich wieder alles in meine Hosentasche geprümmelt hatte), hat mein Bekannter (der Gatte von Susi) dann doch nachgefragt. Ich hatte echt etwas Panik der junge Mann meint, ich beziehe schon seit zwei Jahren Rente. Aber nee, alles gut, er schätzte mich auf Mitte 40 bzw. Anfang 50. Puh, das ging ja nochmal gut aus. Für den jungen Mann, meinen Bekannten (der Gatte von Susi) und mich. Es war ja quasi auch ein Kompliment.

Ich traf mal eine mir unbekannte Frau auf einem Parkplatz, welche in einem sich spontan entwickelndem Gespräch meinte, wir seien derselbe Jahrgang. Als ich sie fragte welcher Jahrgang sie sei, antwortete sie:

„1960“.

Ganz ehrlich? Ich war kurz davor ihr mit meinen eben gekauften Hähnchenschenkeln den Arsch zu versohlen. Da hatte ich  vom rein äußeren Erscheinungsbild her wohl keinen so guten Tag.  Oder es war der knielange Faltenrock aus Crepe Seide.  Man weiß es nicht. ^^

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