Es geht wieder los!

(Quelle Bild: Pixabay/cocoparisienne)

Wahrscheinlich habe nicht nur ich Freude im Hintern, dass unsere Gastronomie wieder durchstarten kann hier in Uslar.

7 Monate alles geschlossen, einige haben den Außerhaus-Verkauf von Essen angeboten. In ihrer Not wahrscheinlich. Und auch wenn wir sicherlich fleissig bestellt haben, mag das ein Tropfen auf dem heißen Stein gewesen sein, gerade auch für die Hotelbetriebe. Das ist allerdings nur meine Vermutung.

Umso größer ist jetzt die Freude, dass langsam wieder Leben in die Bude kommt bzw. in diese Kleinstadt 🙂

Doch, es hat echt gefehlt. Der Kaffee am Nachmittag, das Bier oder was auch immer mit Freunden am Abend bzw. an den Wochenenden.

Wenn man in den letzten Monaten durch die Lange Straße fuhr, dann war das ein grausamer Anblick. Alles dunkel. Wo sonst bei frühlingshaften bzw. sommerlichen Temperaturen Hinz oder auch Kunz draußen saßen, sah man nur eine gähnend leere Innenstadt. Vom Fiasko der Betreiberinnen und Betreiber ganz zu schweigen. Und von deren Lieferanten. Wie der Brauerei beispielsweise. Oder anderen.

Es ist einfach schön zu lesen oder auch zu hören, wie nun zumindest diese Berufsgruppe wieder „on air“ geht.

Per Whatsapp infomiert man sich zurzeit wer wann wieder öffnet. Und alle freuen sich. Das war zumindest meine Beobachtung.

Das Treffen mit Freunden, das gemeinsame Essen, die Gespräche: Es hat so gefehlt! Der Klatsch und Tratsch, sehen und gesehen werden. Nicht selten das Salz in der Suppe eine Kleinstadt betreffend bzw. Uslar.

Bleibt zu hoffen, dass die Veranstalter auch bald nachziehen können, die DJ hier, die Organisatoren, die Musiker etc., diese müssen noch ausharren. Man mag sich nicht ausmalen wann die Feste, Konzerte oder was auch immer hier wieder am Start sind, wahrscheinlich wird das noch dauern. Aber man soll ja bekanntlich den Glaube nicht verlieren und die Hoffnung nicht aufgeben.

Ich wünsche allen Restaurants, Kneipen und Hotels volle Häuser. Wie es die Verordnung gerade zulässt. Und die Zahlen. Aber die sind hier im Landkreis ja gerade bombastisch. Und dass der (vielleicht) schwierigste Part jetzt erstmal überstanden ist und es für alle Beteiligten wieder los geht mit dem, was sie mit Herzblut betreiben. Und mit Leidenschaft.

Dass der Einzelhandel, gerade die alteingessesenen Uslarer Geschäfte, jetzt auch wieder unter weniger strengen Verordnungen öffnen dürfen, das freut mich nicht weniger.

So soll es sein, so soll es bleiben. ^^

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„Was stimmt mit Dir eigentlich nicht?“

(Quelle Bild: Pixabay/Free_Photos)

Diese Frage, natürlich anders gestellt bzw. positiver oder denzenter gespickt, wird mir immer wieder gestellt. Im Bezug auf Partnerschaft, Ehe und all das Gedöns.

Es scheint unnormal zu sein, wenn eine Frau wie ich, mit 51 Jahren, alleine durchs Leben geht. Und das auch relativ tiefenentspannt. Und zudem sehr zufrieden. Mehr als zufrieden.

Ich sehe an den Blicken immer, dass die- oder derjenige total spektakuläre Antworten erwartet. Geheimisse oder was auch immer.

Total klasse finde ich Randbemerkungen wie:

„Du bist doch nicht doof“,

„Du siehst doch nicht aus wie Elli Pirelli aus dem Sumpf oder wie ein Heilbutt vergammelt!“

Ja, Danke 😉

Ich finde die Frage nicht unbedingt anstößig, vielleicht etwas sehr privat. Teils erkläre ich das, teils auch wieder nicht.

Warum muss mit uns, die sich für ein Leben als Single entschieden haben, eigentlich irgend etwas nicht stimmen?

Ist es so neben der Kappe mit sich selbst zufrieden zu sein? Hängt die Glückseligkeit echt von einer Partnerschaft ab? Nee, eigentlich nicht.

Ich kenne so viele Freunde und Freundinnen, welche mit dem Modell „Single“ total zufrieden sind. Denen fehlt nix. Das sind Leute wie Du und ich. Weitgehend ohne psychische Auffälligkeiten oder Traumatas. Die haben sich einfach nur für dieses Lebensmodell entschieden, weil es ihr Lebensmodell ist.

Gut, die/der ein(e) oder andere mag da Erfahrungen gemacht haben, welche nicht schön waren. So kam diese Entscheidung vielleicht zustande. Ich kann da weniger zu sagen, ich frage auch weniger nach. Das ist ja die Entscheidung eines jeden selbst.

Viele meinen, dass ein Leben als Single schwieriger ist. Man viel alleine ist, wenig Hilfe hat und Unterstützung erfährt. Dass man einsam ist oder unglücklich.

Das stimmt ja so nicht, es liegt immer im Auge des Betrachters und im eigenen Verlangen. Man hat ja auch Freunde. Familie etc.

Vor 30 Jahren war es den Frauen fast unmöglich alleine mit Kind über die Runden zu kommen. Da gab es noch nicht das Amt, da war eine alleinerziehende Mutter Gespräch und auch teils eine Außenseiterin. Von der Gesellschaft kaum akzeptiert. Es passte nicht in das Weltbild. Das erzählte mir mal eine Mutter von 3 Kindern vor Jahren, welche damals ihren Ehemann sofort verlassen hätte, dies aber nicht konnte. Weil sie finanziell nicht aufgefangen worden wäre und Thema gewesen im Dorf. Auf die man mit dem Finger zeigt.

Heute ist das alles anders, wir Frauen stehen im Job unseren „Mann“, verdienen unser Geld. Sind so finanziell nicht abhängig. Auch emotional wie es scheint.

Heute ist die Ehe oder Partnerschaft keine Garantie mehr für die Glückseligkeit. Das ist aber nur meine Meinung.

Die Frage „was stimmt mit Dir eigentlich nicht“? würde ich der fragenden Person immer gerne sofort entgegensetzen, aber es scheint mir zu müßig. ^^

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Die scheinbar verdrehte Welt diverser Sender, Formate und Produktionen.

(Quelle Bild: Pixabay/Peggy_Marco)

Sicherlich habe viele die schockierenden Worte bzw. Schilderungen von Ikke Hüftgold/Matthias Distel vernommen. Darauf muss man nicht näher eingehen, seine Worte erklären um was es geht bzw. ging. Bei Instagram weit über 5 Millionen klicks bzw. Reaktionen, das ist schon eine Hausnummer.

Erst kürzlich, ein paar Tage vor der Ausstrahlung seines Videos, sprachen wir noch darüber, wie sehr Teilnehmerinnen und Teilnehmer von sogenannten Reality-Shows im Grunde genommen vorgeführt werden. Das war zumindest unsere Sichtweise. Beispiel die Sendung mit dem Tausch der Mütter bzw. Familien. Es scheint immer derselbe Inhalt: Die gute Mutter tauscht mit der schlechten Mutter. Und wir Zuschauer sitzen wie Voyeuristen vor der Flimmerkiste und erhalten Einblicke in die Privatsphäre uns unbekannter Menschen. Ergötzen uns daran. Lassen uns so unterhalten. Klopfen uns vielleicht auch heimlich auf die Schulter, dass wir so nicht leben müssen. Es gab schon eine Kolumne darüber auf diesem Blog vor langer Zeit.

Ob es nun um Mütter/Väter geht, um Erziehung, um den Lebenswandel, Lebensstil, Hobbys, Finanzen usw.: Die schwächsten Glieder in dieser Kette, die Kinder, haben aufgrund des Alters oft kein Mitspracherecht. Oder können die Konsequenzen der Teilnahme an solchen Formaten nicht abschätzen. Sind sich nicht annähernd im Klaren darüber, was nach der Ausstrahlung einer Sendung passieren kann im Bezug auf Reaktionen. Von den Freunden, den Nachbarn, von total Unbekannten.

Ohne zuviel sagen zu wollen/dürfen, sind Verträge in diesen Formaten bzw. bei den Castings nicht ohne. Es scheint fast so, als träte man alle Rechte an die eigene Person ab. Es darf geschnitten und gesendet werden wie es der Dramatik dient. Davon gehe ich zumindest aus nach diversen Erfahrungen. Quote ist das Stichwort. Quote!

Wer abliefert, und sei es noch so skuril, der sorgt für Quote. Und Kohle.

Wenn ich Casting-Shows schaue, dort werden auch gerne private Trailer gezeigt aus dem häuslichen Umfeld, dann kommen immer die weit nach vorne welche eine Geschichte zu erzählen haben. Dunkle Zeiten, schwierige Situationen, schillernde Lebensphasen. Ein „Normalo“, also jemand der total unspektakulär sein Leben gestaltet, der fokussiert nicht. Da singt beispielsweise eine oder einer so grausam, das mein Trommelfell blutet. Und einer oder eine andere wie eine Göttin. Hat der „Trommelfellbluter“ eine dramatische Geschichte zu erzählen, und der „Gott“ im Bezug auf tollen Gesang eine langweilige Story, dann bilde ich mir immer ein, erstere Gruppierung kommt weiter. Weil die Berichterstattung mehr eingeschlagen hat. Und das alles mehr fasziniert. Und fokussiert.

Teilweise frage ich mich ob die Leute, welche es vor eine Kamera geschafft haben plus einem Wiedererkennungswert, einfach darüber stehen was so an Klamauk über sie berichtet wird. Ruhm ohne wenn und aber, egal um welchen Preis. Hauptsache in den Schlagzeilen. Oder ob auch diese Leute darunter leiden, aber aus der Nummer nicht mehr rauskommen. Weil sie das Geld brauchen. Oder eben den eben zitierten Ruhm.

Im Bezug auf Ikke Hüftgold waren am Rande (für mich) sehr interessante Begebenheiten zu beobachten:

Menschen, deren Geschichte auserzählt ist, nach denen eigentlich kein Hahn mehr kräht, deren Leben so langweilig ist wie nur sonstwas, die einfach über keinerlei Ausstrahlung oder Talent verfügen, teilten sein Statement sofort. Verwiesen auf seine Worte. Nahmen Anteil an diesem Drama.

Pathologisch wirkte auf mich der Eindruck, dass genau diese Leute gerne die eigenen Kinder vor die Kamera schubsten und noch drängen, sie der Allgemeinheit zur Unterhaltung darbieten in Momenten, welche beispielsweise intim waren/sind und diese Kinder bzw. Jugendlichen anscheinend total überforderten.

Aber wenn man einmal mit dem kleinen Zeh auf dem roten Teppich stand und gerne weiter stehen möchte, dann muss man scheinbar Abstriche machen. Egal auf wessen Kosten und egal um welchen Preis.

Abschließend hat mich das Statement von Ikke Hüftgold wirklich berührt. Und meine Sichtweise ein wenig verändert.

Diverse Sendeformate bzw. Sender werden hier nicht mehr geschaut. Allerdings nicht nur wegen dieser grausamen Story, sondern weil wir hier diesen (gestellten) Mumpitz nicht brauchen. Aber das haben wir schon viel eher beschlossen.

Wir Zuschauerinnen/Zuschauer entscheiden darüber, was gesendet, gefeiert, geduldet wird und was nicht.

So einfach ist das. ^^

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Wenn der Kirchturm nachts laut bimmelt.

(Quelle Bild: Pixabay/OpenClipart-Vectors)

Es trug sich zu Ende April, als ich in der Nacht von Sonntag auf Montag, geweckt von einer randvollen Blase, aufwachte und den Gang auf die sanitäre Anlage antrat. Zu hören war Geläut. Nicht wie üblich alle 15 Minuten, sondern durchgehend. Ich war etwas verwirrt, schob diese akkutische Wahrnehmung auf vielleicht akute Überarbeitung/schlechten Schlaf oder was auch immer, und rollte mich wieder ab. Es bimmelte noch immer. Da kommt man auf ganz skurile Gedanken so kurz vor dem Wiedereintauchen in das Land der Träume. Man zweifelt an sich und an seinem Verstand.

„Habe ich irgendeinen kirchlichen Feiertag vergessen?

Bimmelt die katholische Kirche jetzt nachts um 2 Uhr aus Gründen, welche ich noch nicht durch die hiesige Presse mitbekommen habe?

Hat man das Läuten wegen Corona von abends 21 Uhr jetzt auf nachts 2 Uhr verschoben?

Läutet es nun generell wieder wegen der Pandemie? Wirklich nachts um 2 Uhr?“

So schlief ich ein und dachte am nächsten Morgen nur kurz darüber nach. War mir allerdings auch nicht mehr sicher ob es nun ein Traum war oder Realität.

Bis ich kürzlich erst die lokale Presse online gelesen hatte, und da kam dann die Lösung:

Es hat wirklich geläutet, eine der vier Glocken hatte quasi eine Eigendynamik entwickelt und bis 3 Uhr alles gegeben. 60 Minuten Gebimmel vom Feinsten. Bis zu dem Moment, als man dann die Stromversorgung unterbrechen musste. Es hatten sich nämlich schon Anwohner bei der Polizei gemeldet und sich über das Gebimmel beschwert. Ein netter Herr der Gemeinde machte sich dann auf den Weg und klemmte der Glocke den Saft ab.

Ich habe also keinen Feiertag verpasst, keine Neuerungen um das Geläut verschlafen, halluziniert habe ich auch nicht.

Sind wir mal gespannt, wann bzw. ob die evangelischen Kirchenglocken auch eines Tages ihren eigenen Willen durchsetzen und eine Kleinstadt aus dem Tiefschlaf reißen.

Das sollte ich dann mitbekommen, der nächtliche Gang aus dem Bett auf die Gästetoilette lässt da Raum für 🙂

Und ja, es mag viele genervt haben, aber ich finde solche Storys immer herrlich.

Und die Moral von der Geschicht: Kirchenglocken gehorchen immer … nicht! ^^

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Vatertag so ohne Jungs/Männer/Väter: Ich habe euch echt vermisst.

(Quelle Bild/Pixabay/RitaE)

Jahr Nummer 2 ohne Bollerwagen und ohne lustiges Männervolk. Ich habe diese Bilder bzw. Anblicke immer geliebt.

Morgens alle noch „frisch-fromm-fröhlich-frei“ hier den Berg hoch gekrabbelt, und knapp 12 Stunden später das Drama in seiner realen Form. Da wurde auch gekrabbelt, aber teils auf allen Vieren oder mit Schwankschwindel.

Es geht nicht darum den Alkoholkonsum zu feiern. Es geht eher darum die Zusammengehörigkeit schätzen zu wissen. Hier in unserer Ecke gibt es viele Junggesellen-Vereine, die sind natürlich am Vatertag durchgestartet. Oder Freunde. Oder Kollegen. Oder, oder, oder. Das ist das Schöne an einer Kleinstadt oder an den Dörfern: Dort erhält man diese Traditionen am Leben. Da treffen sich die Männer zum Wandern und verbringen gemeinsam einen sicherlich lustigen Tag.

Es gab Vatertage, da bin ich spaßeshalber ins Auto gestiegen und habe mir das mal aus der Nähe angesehen. Wenn die Trupps durch die Pampa krochen, johlend durch die Gegend zogen. Wenn sie Rast machten auf diversen Bänken/Büschen/Bordsteinkanten.

Teils war ein so genannter „Ghetto-Blaster“ auf dem Bollerwagen, da war Stimmung in der Bude.

Einer war immer der, welcher irgendwie nicht müde wurde. Und einer war immer der, welcher zuerst schlief. Zur Not im Stehen. Oder sanft gebettet im Bollerwagen.

Man kennt sich ja hier.

Bei einigen dachte ich:

„Oh Gott, wenn Du die Haustür aufschließt mit 4,8 Atü auf`m Kessel, dann ist eine Predigt der Gattin aber sowas von gesichert.“

Bei anderen dachte ich:

„Wenn Du die Haustür aufschließt, rund wie ein Buslenker, kriegt das nicht mal eine(r) mit.“

Hoffen wir, dass 2022 hier die Bollerwagen hoch krabbeln und wieder runter.

Dass die Männer Spaß in den Backen haben.

Dass Vereinsleben und Freundschaft an Tagen wie diesen wieder erlebt bzw. gelebt werden kann.

Mal ganz ehrlich: Ich würde da total gerne mal mitmarschieren. ^^

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„Steffi, ich bin gelaufen wie `ne Frau!“

(Quelle Bild: Pixabay/Alexas_Fotos)

Vor ein paar Wochen traf ich einen Bekannten beim Einkaufen, und der erzählte mir eine so witzige Story (wie ich finde), dass ich sie euch/Ihnen natürlich nicht vorenthalten möchte.

Es ging um Shopping während der Pandemie, bzw. Shopping in einem bestimmten Zeitfenster. 30 Minuten! Und zwar Klamotten!

Der Tobi, so heißt der gute Mann, ist dafür extra in eine 35 km entfernte Stadt gefahren.

Und so nahm das Abenteuer seinen Lauf:

30 Minuten Zeit in einem Laden über zwei Etagen mit unendlich vielen Ständern, auf denen auch reduzierte Kleidung hing. Da konnte er sich nicht annähernd durchwühlen. Nicht annähernd! Er hatte ja nur 30 Minuten auf dem Tacho und musste sich über zwei Etagen kämpfen. Umringt von ihm unbekannten Frauen.

Da hatte er wohl Druck. Zeitdruck. Und suchte sich hektisch seine neuen Klamotten zusammen, welche er ja auch noch anprobieren musste.

An dieser Stelle seiner Schilderung kam der Satz:

„Steffi, ich bin gelaufen wie `ne Frau“.

Mit Volldampf durch Hosen, Shirts und Hoodies.

In der Umkleidekabine angekommen, riss er vor lauter Hektik nicht nur die Mund-Nasen-Maske runter, sondern sich auch die Klamotten vom Leib. Das musste ja alles zügig gehen, die Uhr lief. Seiner Aussage nach lief ihm schon fast der Schweiß von der Stirn und hinten am Poppes runter, so viel Hackengas hatte er gegeben. Beim kurzen Gang aus der Kabine hatte er vor lauter Hektik die Mund-Nasen-Maske vergessen, was wiederum für Gemotze seitens der Angestellten sorgte. Also Maske wieder auf und weiter gewühlt.

Ich persönlich bin ja froh, dass er nicht nackig aus der Kabine rannte, da wäre Gemotze wohl das kleinste Problem gewesen.

Was soll ich sagen? Er hat es geschafft! Er hat es geschafft in 30 Minuten Klamotten über zwei Etagen zusammen zu suchen, dieses anzuprobieren und erfolgreich dann sein Eigen nennen zu dürfen.

Ihr könnt es mir glauben: Als er mir die Story vor einem Getränkemarkt erzählte, ging sofort mein Kopfkino an und ich sah das alles vor meinem geistigen Auge. Mir liefen die Tränen vor Lachen, ich konnte mich kaum beruhigen.

Ich traue mich nicht ihn zu fragen, ob ich bei einem solchen Ereignis mal dabei sein darf. Natürlich NICHT mit in der Kabine, sondern einfach bei einer solchen Tour. Ich glaube ich würde mich beömmeln über 30 Minuten.

Lieber Tobi, Du wirst das ja hier lesen:

Nein, ich bin nicht entsetzt über die Aussage mit dem Laufen und uns Frauen, das war ja als Joke gemeint Deinerseits.

Und nein, ich habe an Deiner Kleidung echt nichts auszusetzen, hast Du gut gewählt das Beinkleid und alles andere. Siehst ja immer schick aus.

Und nein, ich möchte nicht in 30 Minuten shoppen, ich würde ganz andere Dinge vergessen als nur die Mund-Nasen-Maske, das glaub mal.“

Ach Männer, was würden wir nur ohne euch machen. ^^

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Vom „großen Licht“ und der „guten Stube“.

(Quelle Bild: Pixabay/Peggy_Marco)

Es gibt ja so Erinnerungen an unsere Kindheit/Jugend, die holen uns sofort wieder ein wenn wir sie hören.

So wie in der Überschrift genannte Ausdrucksweisen.

Das „große Licht“ war das Deckenlicht, man wurde immer dezent daran erinnert dieses zu löschen wenn man das Zimmer verlassen hatte. Oder es anzuschalten wenn man es betrat. Außer dem großen Licht gab es in meiner Erinnerungen noch z. B. Stehlampen. Unsere schaltete man ein, wenn man an einer Schnur zog. Diese Stehlampen waren so häßlich, dass sie wiederum auch schon wieder fast schön waren.

Auch damals in vielen Wohnungen integriert die Wandlampen. Bei uns waren es zwei. Die wurden auch mit einer Schnur angeschaltet. Gut, schön waren die auch nicht, aber sie machten ein so muckeliges Licht.

Die „gute Stube“, diese habe ich noch total real vor Augen. Die gute Stube wurde nur genutzt Weihnachten oder an Geburtstagen. Bei uns war die gute Stube von der alten Stube durch eine Schiebetür getrennt. Das Ding hat gequietscht beim öffnen und man brauchte vollen Körpereinsatz um das Teil von links nach rechts zu schieben. Die gute Stube war jetzt optisch nicht so der Brüller, aber es war eben die gute Stube. Es war in der guten Stube meist arschkalt, weil sie kaum genutzt wurde. Und kurz bevor sie genutzt wurde, musste man darin feudeln. Es war ja alles vollgestaubt, eben weil sie vor sich hin vegetierte bis zum nächsten Einsatz.

Bei uns gab es aber auch noch die „gute Kleidung“, also Klamotten, welche man nur sonntags oder aber auch bei besonderen Anlässen trug, zu denen in der guten Stube die Heizung angestellt wurde. Und das große Licht angeknippst 😉

Heute noch habe ich die Sache mit der guten Kleidung verinnerlicht. Es gibt Klamotten, die kann ich wochentags nicht anziehen, da fühle ich mich schlecht.

Oder aber es passiert auch, dass ich die Klamotten so dermaßen unter guter Kleidung verbuche und sie auch so behandle, dass ich diese noch nie trug. Weil der Anlass noch nicht gegeben war. Wahrscheinlich passe ich da nicht mal mehr rein. Ich müsste das echt mal antesten demnächst.

Wörter wie die der guten Stube oder dem großen Licht fallen hier heute nicht mehr. Auch nicht die der guten Kleidung.

Stube sagt man kaum noch, eher Wohnzimmer. Das große Licht ist heute einfach nur das Licht. Aber irgendwie waren diese Ausdrücke doch klasse damals, oder? Wenn ein Vater brüllte:

„Mach das große Licht aus und die gute Stube zu“,

dann haben wir gespurt und wußten wo der Frosch die Locken hat.

Das sind so Erinnerungen an alte Zeiten. Es war weiß Gott vieles nicht schlecht in den 70er und 80er Jahren. Weiß Gott nicht. Und ich bin oftmals kurz davor mir eine häßliche Stehlampe mit Schnur zu kaufen, nur der Erinnerung wegen. ^^

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Von Lichthupen, vielen grüßenden Händen und einem quietschenden Lenkrad.

Quelle Bild: Pixabay/JillWellington)

Das quietschende Lenkrad begleitet mich seit Wochen, ich weiß nicht was da los ist. Je wärmer es in der Karre ist, desto lauter und penetranter quietscht das Teil. In einem ganz ekelerregenden Ton durchgehend. Vielleicht hängt das mit nachfolgendem Problem zusammen.

Mein Lenkrad scheint sich auch irgendwie anders positioniert zu haben, ich sehe meine Anzeige für Licht, Blinker und all dem Kram nicht mehr. Das nur als Erklärung im Vorfeld für folgende Story aus der letzten Woche:

Ich fuhr zur Arbeit, und nach knapp 5 km machte ein mir entgegenkommender netter Mann Lichthupe. Ich kannte den nicht, ging vom Gas, dachte an einen Blitzer, einen Unfall, ausgebrochene Rinder oder was auch immer. Aber da kam nichts.

Knapp 1 km weiter machte wieder ein mir entgegenkommender netter Mann Lichthupe. Und hob die Hand. Auch diesen kannte ich nicht. Ich war verwirrt.

Es dauerte nicht lange, da begegnete mir wieder eine Lichthupe, auch dieser Fahrzeugführer war mir unbekannt. Da ich gerne zu weit links fahre, schob ich es auf diesen Umstand und fuhr ab diesem Zeitpunkt weiter rechts. Zwischenzeitlich dachte ich einfach nur, dass die Herren gute Laune haben weil wir blauen Himmel hatten, Sonne satt, der Tag begann klasse. Und sie wollten mich an ihrer Stimmung teilhaben lassen.

Oder lag es an meiner neuen Sonnenbrille? Für knapp 14 Euro geschossen? Sehe ich damit sympathisch aus und sie wollten mir das einfach nur symbolisieren?

Gut, der Traum war geplatzt als mir Wagen Nummer 4 mit Lichthupe entgegenkam und der Gruß jetzt nicht soooo freundlich wirkte. Eher abgenervt.

Total verunsichert rutschte ich etwas tiefer in den Sitz um meine Anzeige genauer unter die Lupe zu nehmen. Und da hatten wir dann den Salat und die Lösung: Ich war mit Fernlicht unterwegs über ca. 10 km.

Nix mit nett, guter Laune, toller Stimmung, noch viel tollerer Sonnenbrille und viel Sympathie. Ich hatte es verk*ackt!

Wahrscheinlich bin ich beim blinken etwas zu heftig unterwegs gewesen und habe zeitgleich das Fernlicht angestellt. Das wird beides über den Hebel links gesteuert. Da das Lenkrad tiefer sitzt wie gewohnt, hatte ich das nicht gesehen auf der Anzeige. Vielleicht hängt dieser Umstand auch mit dem Gequietsche zusammen, man weiß es nicht.

Gut, man möchte ab diesem Zeitpunkt gerne unsichtbar sein und unter die Fußmatte krabbeln.

Ich war mir sicher, dass auch auf einer der „Spotted-Seiten“ hier aus der Region Beträge kommen wie:
„Hey, alte Frau mit der coolen Sonnenbrille in der roten, windschnittigen Karre, was stimmt mit Ihnen nicht?“

Es kam aber zum Glück nichts.

„Mensch, Jungs, tut mir leid. Der nächste Werkstatt-Termin ist quasi euer Termin, da werde ich das Lenkrad richten und auch ölen lassen. Kommt nicht wieder vor. Aber an das Grüßen könnte ich mich gewöhnen. Weitermachen. Und sorry nochmal.“ ^^

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„Das ist Steffi, die trinkt nur halbe Liter“.

Quelle Bild: Pixabay/Free_Photos)

Mehr zu dieser Aussage einer meiner Freundinnen später.

Heute ist „Tag des Bieres“, fast wäre das an mir vorbeigegangen. Google sagt, mit dem Tag des Deutschen Bieres wird seit 1994 von den deutschen Bierbrauern der Erlass des bayerischen Reinheitsgebots im Jahr 1516 gefeiert. Der Tag des Deutschen Bieres findet jährlich am 23. April statt, dem Jahrestag des Erlasses.

>>Innerhalb des Jahres 2020 summierte sich der Pro-Kopf-Verbrauch hierzulande auf rund 95 Liter Bier. Im europäischen Vergleich des Biervergleichs weisen nur die beiden Nachbarländer Tschechien und Österreich einen höheren Pro-Kopf-Konsum auf. <<

So wird es im Netz zitiert. Na da schau her, die Tschechien und Österreicher also 😉

Mittlerweile trinke ich, wenn es mal auf die Piste geht, nur noch Bier. Ich kann dieses süße Zeug wie Likör oder Schnappes nicht mehr ab. Von Rotwein kriege ich Kopfschmerzen, von Sekt muss ich dauernd aufstoßen, dieses Spritz-Gedöns schmeckt mir schlicht und ergreifend nicht. Irgendwann bin ich dann auf Bier umgestiegen.

Gut, wer Uslar kennt, der weiß auch um unsere Privatbrauerei. Und um die vielen anderen Brauereien in dieser Region. Das sind schon einige. Da zeigt man sich auch gerne hin und wieder solidarisch bzw. als Lokalpatriot. Auch als Frau.

Meine Freunde wissen um meine etwas unweibliche Art und Weise. Während sich meine Freundinnen gerne mit diversen Cocktails zu prosten, komme ich mit einem Jutebeutel und darin befindlichem Bier um die Ecke. Oder die kaufen das gleich mit ein wenn sie wissen, dass ich auch mit am Start bin.

„Kommt Steffi?“

„Ja.“

„Och nee, muss ich noch Bier holen.“

Um die Planungen aber nicht durcheinander zu würfeln, geht die Jutetasche mit zu den Mädelsabenden. Ich bin da nicht pingelig. Wobei mir gerade einfällt, dass zwei meiner Freundinnen auch so drauf sind wie ich. Genau aus dem Grund sind es wohl auch meine Freundinnen 😉

Oder nette Abende am Lagerfeuer, total rustikal und ungezwungen. Ich liebe das. Meist sitze ich bei den Jungs bzw. Männern mit einer Dose Bier in der Hand. Das hat irgendwie auch etwas von Lockerheit an sich.

Vielleicht ist das auch der Grund, weshalb mir oft das Wort „burschikos“ begegnet wenn man mich beschreibt.

Im Sommer bei subtropischen Temperaturen liegt hier alkoholfreies Weizenbier im Kühlschrank. Nichts löscht den Durst besser.

Wie sagte schon Dittsche:

„Das perlt aber auch heute wieder.“

Hin und wieder beim Einkaufen, wenn gerade ein neuer Gerstensaft beworben wird oder ich die Etiketten ansprechend finde, landet eine Flasche im Wagen. Wenn einer meiner Favoriten im Angebot ist, geht auch eine Kiste in den Kofferraum. Ich frage mich dann immer was die Verkäufer(innen) denken.

„Hä? Die ist doch Single? Hä? Was denn nun?“

Scheinbar scheint Bier den Männern vorbehalten zu sein, warum auch immer.

Meine Papa hatte eine ganz komische Marotte: Wenn wir gegrillt haben im Garten und er ein Bier trank, folgten Niesanfälle der besonderen Art. Das ging nicht selten über einen sehr, sehr langen Zeitraum, das halbe Dorf war im Bilde und er bekam sich kaum ein. Das habe ich dann aber nicht vererbt bekommen, hier ist der Rüssel ruhig bei Wasser, Malz, Hopfen und Hefe.

Ich war mal mit einer Freundin auf einer Veranstaltung am Abend, und irgendwie philosphierten wir über Bier in 0,25 l-Bechern bzw. 0,33 l-Bechern. Und diskutierten darüber, warum es das an diesem Abend bzw. nicht generell auch in 0,5 l-Bechern gibt.

Jedenfalls kamen wir mit einem netten Mann ins Gespräch und meine liebe Freundin begann den Small talk mit ihm so:

„Das ist Steffi, die trinkt nur halbe Liter.“

Gut, er war scheinbar etwas verwirrt und versteckte die 0,33 l-Flasche in der Jeansjacke. Der arme Kerl. ^^

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Von 73 Jahren Ehe und viel Etikette.

(Quelle Bild: Pixabay/Ryan McGuire)


Auch hier lief am Nachmittag der Fernseher, als die Trauerfeier von Prinz Philip übertragen wurde. Weil mich diese royalen Ereignisse, trotz des traurigen Hintergrundes, total faszinieren. Faszinieren aus den Gründen, dass ich es gigantisch finde, wie durchgeplant alles zu sein scheint. Ob Hochzeiten oder Trauerfeiern. Das war heute auch wieder zu sehen. Jeder Schritt schien im Protokoll zu stehen. Alles sicherlich durchgeplant und durchgespielt bis ins kleinste Detail. Ohne nur eine Sekunde dem Zufall zu überlassen.

Auch wie beherrscht die britische Königsfamilie immer scheint. Mich hat das damals schon bei der Trauerfeier von Lady Diana fast sprachlos gemacht. Als die Söhne, zu der Zeit noch Kinder, total nach Etikette funktionierten.

Das war heute auch wieder zu sehen. Ich frage mich wie man sich so beherrschen kann. Keine Gefühlsregung zeigen (dürfen). Mit Stil und Haltung so emotionale Ereignisse erleben oder durchleben können. Weil das scheinbar von einer royalen Familie so verlangt wird. In einem Artikel, welche ich heute gelesen hatte, fiel das Wort „eiserne Disziplin“. Das trifft den Nagel auf den Kopf.

Wie sagte Royal-Expertin Julia Melchior:

„Die Königin trauert im Stillen. Sie ist eine Person, die stets Haltung wahrt, so auch heute, in einem Moment der großen Trauer für sie.“

Kommen wir zur Überschrift, den 73 Ehejahren.

Unglaublich, so lange verheiratet gewesen zu sein. Und noch viel länger verliebt. Ich hatte heute bei dem Sender mit dem Slogan „mit dem Zweiten sieht man besser“ geschaut. Mit Julia Melchior hatte man eine Frau gefunden, welche wusste wovon sie sprach als Kommentatorin.

Da fiel mehr als 1x der Satz, dass Prinz Philip die Liebe des Lebens für die Queen war. Ihr engster Vertrauter. Ihr Berater. Ihr Fels in der Brandung. Und das über einen Zeitraum von 73 Jahren, das ist beinahe unvorstellbar. Und spricht ja irgendwie auch für eine wirkliche Liebe ohne wenn und aber. Wie glücklich man sich schätzen kann, wenn einem eine solche Liebe und ein solcher Zeitraum des Zusammenseins gegönnt ist.

Wenn man zusammen so alt werden darf. Wenn man auf eine bewegte Ehe zurückblicken kann. Auf so viele Kinder, Enkelkinder, Urenkelkinder.

Sicherlich hat es auch im Palast mal geraucht und geknallt zwischen ihr und ihm. Man sagt ihm ja einen grandiosen Humor nach. Einen schwarzen Humor.

Als Elisabeth gekrönt wurde, soll er zu ihr gesagt haben:

„Wo hast du diesen Hut her?“

Als er den nigerianischen Präsidenten traf, der ein traditionelles Gewand trug, meinte Prinz Philip:

Sie sehen aus, als wären Sie fertig fürs Bett!“ 

Einen schottischen Fahrlehrer fragte Prinz Philip einmal:

„Wie schaffen Sie es, die Eingeborenen lange genug vom Alkohol fernzuhalten, damit sie die Prüfung schaffen?“ (Quelle: PromiPool).

99 Jahre alt werden, davon 73 Jahre verheiratet, das muss man erstmal schaffen. Mich beeindruckt es jedenfalls.

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