Eine Spendenaktion mit ganz vielen Emotionen.

(Quelle Bilder: S. Werner)

Das Geld ist gezählt, die Kuchenplatten wieder bei ihren Bäckerinnen. Der Müll ist weggeräumt, der Bierwagen wurde abgeholt. Der Parkplatz vor dem REWE-Markt wirkt mittlerweile wieder so, als wäre dort heute überhaupt nichts passiert. Aber es ist in knapp fünf Stunden so viel passiert.
Alle Helferinnen und Helfer sind glücklich. Und stolz. Stolz auf eine Spendensumme von 2500 Euro! Stolz auf so viele helfende Hände, Sponsoren und natürlich auch auf die Menschen, die heute der Aktion gefolgt sind und verantwortlich für die erreichte Spendensumme.


Innerhalb weniger Tage wurde diese Aktion geplant. Und wieder, wie auch schon im letzten Jahr in Bezug auf die Flutopferhilfe, fand sich schnell ein Helferteam und stellte in einem knappen Zeitfenster erneut eine Spendenaktion auf die Beine.

Es war ein ergreifender Tag mit einem stellenweise großen Kloß im Hals und auch Tränen in den Augenwinkeln. Weil es heute eine Begegnung gab und eine Situation, die vielen unter die Haut und ans Herz gingen.
Die zwei Herren aus Calden-Westuffeln und Ostheim, welche das gesammelte Geld erhalten sollen, waren heute auch Gäste in Uslar. Herr Rudert und Herr Rüddenklau hatten sich gestern gemeldet und ihren Besuch angekündigt. Weil sie von der Berichterstattung im Vorfeld wohl doch sehr beeindruckt waren.
Da standen sie nun auf dem REWE-Parkplatz, und es ging recht schnell, dass sie mit den Uslarern ins Gespräch kamen. Zwei durchaus unkomplizierte Menschen, die schon so lange so viel bewegen.
Ich gehe davon aus, dass die eine Dame die Ehefrau einer der beiden Hessen war. Tja, und als wir gefragt wurden ob wir Englisch sprechen, nahmen uns die Beiden mit zu einer jungen Frau mit zwei kleinen Kindern am Rand stehend. Es war eine Ukrainerin, welche geflohen war. Und durch einen schon bestehenden Kontakt zwischen Herrn Rudert, Herrn Rüddenklau und ihrem Schwiegervater nun in Sicherheit ist. Die junge Mutter bedankte sich bei uns und nahm uns auch in den Arm. Das war schon ein ergreifender Moment.

Als wenig später Hans-Georg Gloger die ukrainische Nationalhymne auf der Ukulele spielte, war Stille. Mit dem Wissen, dass ein paar Meter weiter von uns zwei kleine Kinder stehen (das jüngste Kind keine drei Jahre alt, sein Bruder nur wenig älter), welche sich von ihrem Vater trennen mussten, und eine Ehefrau von ihrem Mann. Weg von zu Hause, weg von Familie und Freunden. Das ging total unter die Haut. Einige konnten auch ihre Tränen nicht mehr zurückhalten. Diese Begegnung heute hat das ganze Drama so real gemacht, es ist schwer in Worte zu fassen.

Es wurde aber heute auch gelacht und viel miteinander geredet. Was einem einfach guttat in diesen Zeiten. Denn auch die Pandemie hat vielen von uns einiges abverlangt und tut es noch immer.

Als alle mehr oder weniger müde den Heimweg antraten, war aber auch Zufriedenheit zu spüren. Zufriedenheit darüber, dass wir hier in Uslar mit anpacken wenn es um etwas geht. Und dass wir in einer Kleinstadt gut vernetzt sind, eben weil wir uns größtenteils kennen.

Das Internet mag manchmal ein Fluch sein, aber bei Aktionen wie der heutigen ist es ein Segen. Denn die Planung und alles weitere nahm bei Facebook an Fahrt auf.
Man kann nur Danke sagen an all die Sponsoren und Unterstützer, an die Gäste und an die helfenden Hände. Aber auch an Menschen wie beispielsweise Herrn Rudert und Herrn Rüddenklau, die sich schon so lange engagieren. Und alle anderen, die dieser Tage so vieles bewegt und bewirkt haben. Gerade im Uslarer Land.

Die junge Mutter mit den kleinen Jungs wird heute und vielleicht auch in naher Zukunft noch vielen von uns im Gedächtnis bleiben. Sie stehen für so unendlich viele Menschen und Geschichten in diesem Krieg.

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Wenn man das Hobby zum Beruf machen darf

Quelle Bild: Pixabay/geralt)

Ihr Lieben, ich habe mich euch gegenüber die letzten Monate echt schlecht gefühlt. Es ist ruhig geworden auf dieser Seite. Nicht grundlos. Und ich konnte euch einfach keinen reinen Wein einschenken und das erklären.

Erinnert ihr euch daran, dass es immer mein Traum war mit dem Bloggen irgendwann mein Geld zu verdienen? Beziehungsweise genau das zu meinem Job zu machen? Seit Herbst letzten Jahres ist genau das passiert. Und seit Anfang des Jahres darf ich mich Social Media-Managerin nennen, weil ich noch eine Weiterbildung gemacht habe. Und zum Glück auch erfolgreich bestanden. Weil alles lange auf wackeligen Füßen stand, und ich nicht laut herum trötern wollte ohne das Zertifikat in der Tasche, war es lange still. Was mir so leid tat, weil mir viele von euch schon so lange folgen und treu sind. Ich hoffe, ihr verzeiht mir das.

Es ist so ein tolles Gefühl einen Job mit Herzblut und Leidenschaft ausüben zu dürfen. Bilder machen, Storys schreiben, die Seiten aktuell halten, die sozialen Medien im Auge haben. Es ist mir teils schon passiert, dass ich den Feierabend verpennt habe, weil ich so vertieft war in meiner Arbeit.

Aber mit fast 52 Jahren ist mir die Weiterbildung echt schwer gefallen. Ich dachte, ich bin drin im Thema Social Media. Während dem Lehrgang hat sich gezeigt: Ich bin nicht annähernd drin. Das ist echt ein unglaublich weites Feld. Wenn sich zwei eingefleischte Social Media-Manager unterhalten, dann verstehe ich noch heute teils nur Bahnhof. So schlummert hier diverse Fachliteratur um da noch viel zu lernen.

Ich habe beim Schreiben meiner Abschlussarbeit in meinem Urlaub geflennt, war total niedergeschlagen und habe mir so richtig gepflegt einen abgebrochen. Ich hatte echt Schiss, dass ich nicht bestehe. Das verbuche ich unter „komplett überschätzt“.

Die 80 Stunden Weiterbildung waren verteilt auf 5 Freitage und Samstage. Hier gab es 5x widerliche Linsensuppe aus der Dose an diesen Tagen 🙂

Mein Highscore war das Einschlafen um 19 Uhr nach einer Schulung, weil ich so platt war.

Jetzt darf ich 8 Stunden an 5 Tagen das machen, was ich sonst nach Feierabend oder an den Wochenenden gemacht habe. Es ist einfach mein Ding.

Vielleicht ist es eine Art Gewöhnung und hier auf der Seite geht wieder was. Es würde mir total leidtun, wenn diese Seite hier und auch mein Blog verstauben und der Vergangenheit angehören.

Ihr seid mir so wichtig geworden in den letzten Jahren. Und habt mich teils oft erfüllt mit euren Kommentaren.

Dafür sage ich echt gerne DANKESCHÖN

I do my very best. ^^

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Schreiben ist manchmal wie Medizin.

(Quelle Bild: Pixabay)

Wenn man Dinge, die einen beschäftigen, in Worte fassen kann per Stift oder Tastatur: Mir geht es dann immer ein bißchen besser.

Wisst ihr, eigentlich haben wir schon echt viel erlebt. Gerade in Bezug auf historische oder monumentale Ereignisse das Weltgeschehen betreffend.

Ganz viele tolle und positive Dinge, aber eben auch das Gegenteil.

Der gestrige Tag hat mich total aus der Bahn geworfen. Am Abend saß ich heulend in meiner Küche und dachte:

„Noch nie in meinem fast 52-jährigen Leben habe ich so konzentriert Angst erlebt wie in den letzten zwei Jahren.“

Diese Angst hat mich gestern extrem müde gemacht. Und dünnhäutig. Vielleicht auch sentimental. Meine Stimmung war niedergeschlagen.

Ich weiß, ich weiß, das Glas ist halb voll. Nicht halb leer. Think positive 🙂

Eigentlich gibt es keinen Grund zu klagen. Wir haben ein Dach über dem Kopf, leben in Sicherheit. Wir haben tolle Freunde, sind gesund. Wir leben nicht in Armut, wir haben alles was wir brauchen und so viel mehr.

Aber gestern war ich echt fertig mit der Bereifung und hatte fast schmerzlich Sehnsucht in meine Jugend. In die 80er Jahre. Hier lief ein Song nach dem nächsten aus diesem Jahrzehnt. Es war wohl die Sehnsucht nach Unbeschwertheit. Als alles noch in Ordnung war und alle an Bord auf unsere Familien bezogen.

Nun aber sitzen wir zwei Jahre in einer Pandemie fest, teils ist unser Leben umgekrempelt. Aber wir haben ja Fuß gefasst mit der Situation. Mehr oder weniger. Mal besser und mal schlechter.

Aktuell hatte mir gestern der Konflikt in Europa den Rest gegeben. Und Angst gemacht. Mal wieder Angst. Mein Fass war voll.

Man sorgt sich ja auch um die Familie, besonders um die Kinder. Aber auch um die Geschwister. Auch Freunde. Und Kollegen.

Das hat mich gestern maßlos überfordert. Und mir so viel Positives genommen.

Wut und Unverständnis kommen auf, wenn gerade in den sozialen Netzwerken Menschen mit Lach-Smileys Berichte über Krankheit, Tod oder Krieg kommentieren. Gepaart mit erbärmlichen Statements.

Ich empfinde die momentane Zeit als keine leichte Zeit. Und noch nie war ich so gefordert hinsichtlich meiner Toleranz. Und meiner positiven Denkweise.

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Er war so viel mehr als „I`d do anything for love“ – Meat Loaf.

(Quelle Bild: Skitterphoto/Pixabay)

Zumindest wurde in den letzten Tagen viel auf genau diesen Titel in den Überschriften verwiesen, als der Tod von Meat Loaf bekannt wurde.

Mich persönlich hat die Musik von Meat Loaf in meiner wildesten Zeit begleitet. Was schon lange zurück liegt. Keine Party ohne Meat Loaf.

So wollte es damals irgendwie das Gesetz. Und wir haben danach so abgefeiert, als gäbe es keinen Morgen mehr. Eine tolle Zeit. Was hatte ich da für Bilder vor Augen seit gestern.

Hier liegen einige CD`s von ihm, seine Musik passte zu meiner/unserer rebellischer Phase Anfang der 90er Jahre.

Songs wie „Modern Girl“, Paradise by the Dashboard light“ oder „You took the Words Right Out of My Mouth“ sind mir irgendwie präsenter als „I`d do anything for love“.

Meat Loaf war auch mit seinen Balladen voll mein Ding, „Heaven can wait“ ist so eine typische Nummer. Oder „“Two Out of Three Ain’t Bad„.

Als ich in jungen Jahren mal nachschaute was Meat Loaf eigentlich übersetzt heißt, da staunte ich nicht schlecht: Hackbraten!

Wenn man sich bei Wikipedia mal alles anschaut und liest seine Person betreffend, dann erfährt man warum es zu diesem Name kam. Und noch so vieles mehr.

Viele meiner Freunde scheinen dieselben Gedanken zu haben wie ich, wenn es darum geht, wie sehr Meat Loaf unsere Jugend begleitet hat mit seiner Musik.

Und welche Erinnerungen seine Songs hervorrufen.

Er war für mich persönlich ein Weltstar, dessen Musik ich sicherlich noch in 20 Jahren hören werde. Und ganz viele Dinge damit verbinde.

Kann man schöner von einer Bühne abtreten wenn man erahnt, dass so viele Menschen so viele Erinnerungen mit seiner/ihrer Musik verbinden? Und das noch über Jahre oder Jahrzehnte?

Das schafft nur die Musik.

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Vom Ententanz zum Jahreswechsel und anderen Peinlichkeiten.

(Quelle Bild: Pixabay/Viki_B)

Silvester zum zweiten Mal in Zeiten einer Pandemie, daran ist ja nun nichts zu ändern. Nix mit Partys im großen Stil. Okay, dann ist das eben so.

Ich war jetzt nicht so gut drauf und hatte mich auf einen Abend auf dem Sofa eingerichtet. Zudem wollte ich um Mitternacht zwei andere Seiten in Bezug auf Social Media bespielen, eine Planung dafür im Vorfeld ging irgendwie in die Hose.

Und ich denke noch so:

„Naja, in diesem Jahr werden sich die Programmdirektoren und alle anderen Verantortlichen sicherlich ein angepasstes Angebot überlegt haben. Nicht so ein Drama wie vor einem Jahr.“

Ich muss jetzt noch lachen. War nix mit angepasstem Angebot. Es war derselbe Reinfall wie 2020/2021 was uns die öffentlich-rechtlichen Sender, aber auch die privaten Sender so geboten haben.

Musiksendung über Musiksendung über Musiksendung. Ich war noch nie der Typ Frau, welcher klatschend und schunkelnd nur für sich im Wohnzimmer eskaliert.

Die Fernbedienung war hier im Dauereinsatz, es war ein wirres durch das Programm zappen an diesem Abend. Der Blick in die Fernsehzeitung brachte auch kein Licht ins Dunkel. Zu blöde, dass ich den DVD-Spieler nicht gestartet bekam. Streamingdienste sind hier auch noch nicht aktuell.

Ich war dann kurz hängengeblieben in einer Doku über spektakuläre Unfälle. Da war aber nach 20 Minuten die Luft raus bei mir. Nächster Halt waren zwei Typen, die eine Ketchupflasche in einen Fernseher schossen. Da war nach 5 Minuten die Luft ebenfalls raus.

Der Film „Spiel mir das Lied vom Tod“ fand hier auch keinen Anklang. Makaberer ging`s ja kaum in der aktuellen Situation.

Gegen 22.30 Uhr hätte ich mich abrollen können. Ging aber nicht, ich hatte ja um Mitternacht noch zwei Missionen zu erfüllen.

Bei Facebook, Insta und Co. brannte auch nicht die Luft quasi. Ganz kurz keimte die Idee auf noch schnell zwei Stunden in eine Singlebörse zu stürmen. Irgend ein Trallerpattchen wird da auch so derbe Langeweile schieben. Diese Idee fand ein jähes Ende, als hier schon die Böllerei los ging. Weil ich via Küchenfenster mein KFZ im Auge hatte. Während draußen das Gekreische hysterischer Damen an Fahrt aufnahm, schritt die Zeit dann doch voran.

23.45 Uhr bereitete ich meine Beiträge vor und schaute so eine neckische Musiksendung, weil die immer exakt den Countdown runterzählen. Ich hatte noch die Szene erwischt, als junge Frauen flügelschlagend den Ententanz zelebrierten. Mensch, wie unterhaltsam. Da haben wir doch eigentlich alle drauf gewartet, oder? Das war so der Moment, in dem ich peinlich berührt war. Es folgte die Polonaise Blankenese,

„hier fliegen gleich die Löcher aus dem Käse,“

Sie kennen das.

Die Stimmung war auf dem Höhepunkt. Bei mir jetzt nicht so, aber andere hatten bestimmt ihren Spaß.

00.15 Uhr, meine Arbeit war getan, mein Auto scheinbar nicht von einer Rakete gestreift oder zerlegt, zu dem Gekreische hysterischer Damen auf dem Parkplatz paarte sich das Gekreische hysterischer Typen.

Ich hatte noch einen Film im Auge, die Infos darüber klangen nicht schlecht.

Nach 3 Minuten war dann der Fernseher aus, das war scheinbar so ein wirres Kram, für das man einen gewissen Pegel an Sprit im Blut haben musste um dem folgen zu können.

Dann noch in eine Singlebörse rammeln lohnte ja auch nicht mehr, die hätten bestimmt gedacht ich bin so eine komplett verstrahlte Tusse.

Und zum nächsten Jahreswechsel ist hier ein Streaming-Dienst an Bord, ich schwöre!

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Wenn die Gedanken auf einer Polly Pocket-Insel verweilen.

(Quelle Bild: Pixabay/geralt)

Manchmal staunt man nicht schlecht über die eigene Zerstreutheit oder aber auch die der anderen. In diesem besonderen Fall war es mein eigenes Versagen. Ich kenne das zwar schon, komme mit dem Dilemma auch klar seit 51 Jahren, aber in gleich geschildertem Fall war auch ich kurz überfordert!

Als ich eines abend nach Feierabend bei einem Kaffee in meiner Küche saß, klingelte mein Handy. Es war der Name einer ehemaligen Kollegin und guten Bekannten im Display zu erkennen.

Mein erster Gedanke war:

„Mist, da ist was passiert! Bestimmt warnt sich Dich vor, dass Du die Handtasche und Deinen Turnbeutel packen musst, weil hier in unserem Viertel irgend etwas dubioses vor sich geht oder noch kommt und Du raus musst aus der Bude!“

Dem war aber nicht so. Zum Glück.

Sie war gerade hier zu Besuch und wollte mich darüber informieren, dass die Fahrertür meines Autos auf dem Parkplatz sperrangelweit offen stand.

Ich bin mit gefühlten 200 km/h vom Küchenstuhl hoch und habe aus dem Fenster geschaut: Jepp, die Karre war offen!

Nach dem Bedanken für den Tipp und meiner Ahnung, dass mich das ganze Viertel hier für total plemplem hält, habe ich mir ratzfatz eine Jacke übergezogen, den Autoschlüssel geschnappt und gleich noch den Beutel mit dem Biomüll. Bloß nicht auffällig verhalten. Den Biomüll in die Tonne werfen und dabei ganz elegant und abgeklärt die Fahrertür schließen. Am besten noch pfeiffend.

Im Auto war noch alles wie immer und vorhanden: Mein Ordner mit Schulungsunterlagen, der Eimer mit Enteiserspray, Raumduft und Lappen, mein überfüllter Aschenbecher und meine Musikkassetten aus den 80er Jahren. Alles noch an Bord.

Wieder in der Wohnung angelangt habe ich versucht zu verstehen, was mich denn da geritten hat nach Feierabend. Ich hatte auf dem Rücksitz einen Rucksack und auf dem Beifahrersitz einen Rucksack sowie im Kofferraum Einkäufe. Bei diesem Tanz um das KFZ und dem schultern von all dem Kram hab ich wohl die Fahrertür vergessen.

Und ich habe noch jetzt meinen Vater im Ohr:

„Mädchen, hab mal Deine Gedanken beisammen! Haste denn den Kopp nur zum Haare schneiden?“

Scheinbar ja! Momentan bin ich auf der Suche nach einem Schriftstück welches mir überreicht wurde, als ich total gallig und sauer war. Ich weiß noch, dass ich es gefaltet habe mit absolut stinkiger Laune im Balg. Ab da verliert sich die Spur.

Aber gut, es wird sich wieder anfinden.

Vielleicht im Auto zwischen den Schulungsunterlagen, dem Raumspray und dem Aschenbecher. ^^

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Von Onkel Ferdi, Tante Frieda und ganz vielen Erinnerungen.

(Quelle Bild: Pixabay/Caboompics)

Die letzten Tage war ich gedanklich viel in meiner Kindheit und Jugend unterwegs. Grund dafür war der Blick auf  die Traueranzeigen unserer lokalen Zeitung. Ich hatte online etwas gesucht und bin über die Annoncen der letzten Wochen gestolpert. Da stand der eine bekannte Mensch und beim weiter scrollen der nächste geläufige Name. Alle waren im Alter meiner Eltern bzw. kannte ich diese durch sie. Es waren Freunde der Familie oder eben Menschen hier aus dieser Kleinstadt. Mir kamen sofort Bilder in den Sinn. Bilder von früher.

Von Geburtstagen, an denen Onkel Ferdi und Tante Frieda immer zu Besuch kamen und mit uns am Tisch saßen. Die uns Kindern meist kleine Geschenke mitbrachten. Bei denen man sich zu Hause so wohlfühlte wie in den eigenen vier Wänden. Die man bei jedem Geburtstag sah, bei jedem Grillen im Garten, auf der Kirmes oder wo auch immer. Die uns schlicht und ergreifend lange Zeit teils begleitet haben. Und zu denen ich selbst als erwachsene Frau noch immer „Onkel“ und „Tante“ sagte. Auch wenn es keine Verwandtschaft war. Eben die Freundin der Mutter und der Kumpel des Vaters.

Der Elektrofachmann, bei dem wir immer Lampen kauften. Oder andere elektronische Dinge. Der die Waschmaschine reparierte und dazu ins Haus kam. Ich war vor einiger Zeit noch in diesem Laden um einen Staubsauger zu kaufen. Den Elektrofachmann bekam ich nicht mehr zu sehen. Das Geschäft war noch eingerichtet wie früher. Ich hätte dort stundenlang verbringen können zwischen Glühbirnen, dem alten Quittungsblock und einem Geruch, welcher sich über all die Jahre zum Glück nicht verändert hat.

Die Dame, die ich als Kind in der Kirche immer gesehen habe am Samstagabend. Deren Stimme so einprägend war. An deren Mann ich mich nicht mehr erinnern kann, obwohl auch er jeden Samstagabend in der Kirche saß. Die immer so adrett gekleidet war und so sortiert wirkte.

Teils ist man diese älteren Herrschaften lange nicht mehr begegnet, aus welchen Gründen auch immer.  Aber beim Lesen ihrer Namen hatte ich so viel Kopfkino. Auch einige Dialoge kamen mir wieder in den Sinn. Die Erinnerung an alte Zeiten. An Kindheit und Jugend. An Hunderte von kleinen und großen Anekdoten. Auch der Rückblick auf die eigenen Eltern.

Nach und nach werden die Reihen immer dünner. Was normal ist und natürlich und dazu gehört. Aber jeder dieser Menschen lässt mich gedanklich zurückreisen in längst vergangene Jahrzehnte.

Das sind traurige, aber auf der anderen Seite auch tolle und schöne Erinnerungen …

(Namen sind frei erfunden).

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Ein Kurzurlaub der besonderen Art.

(Quelle Bild: Steffi Werner)

Sachen gibt`s – oder ein „wernerlastiger“ Kurzurlaub.

Einfach mal raus, ein paar Tage verreisen. Das war mein Plan für drei Tage. Das erste Mal seit der Pandemie. Und ich denke noch:

„Irgendein bekanntes Gesicht wirst Du schon treffen.“

Oder:

„Irgendeine Story wirst Du schon erleben.“

Bingo!

Das erste bekannte Gesicht traf ich kurz nach der Anreise. Die gute Frau hat mich aber nicht gesehen.

Das zweite bekannte Gesicht traf ich auf einer Insel an Tag zwei. Eine Frau, mit der ich meine Kindheit verbrachte. Kurzes Palaver und wir stellten fest, dass wir ja jetzt nicht sooo weit fern der Heimat sind. Da darf man sich auch gerne mal auf einer Insel über den Weg laufen 🙂

Die nächste kuriose Begebenheit vor dem Frühstück im Hotel. Bei der Zigarette am Morgen stehe ich vor der Tür und sehe Fahrzeuge einer mir bekannten Konzertagentur. Wir hatten vor knapp drei Jahren zusammengearbeitet.

Beim Frühstück dann gesellten sich zwei junge Männer an meinen Tisch. Und man kommt ins Gespräch bei Kaffee und Brötchen. Sie hatten am Abend zuvor ein Konzert aufgebaut in der Nähe und mussten am selben Tag weiter zum nächsten Gig. Ich dachte laut und murmelte vor mich hin, dass die von mir entdeckten Fahrzeuge der Konzertagentur vielleicht etwas mit der Veranstaltung am Abend in Zusammenhang stehen. Das bejahte einer der jungen Männer auch. Und so stellte sich heraus, dass sein Chef derjenige war, mit dem ich vor drei Jahren Kontakt hatte, heute noch habe über Facebook. Diesen musste ich natürlich sofort kontaktieren und von der Begegnung berichten.

Am letzten Tag, diesmal bei der Zigarette am Abend, stand vor dem Hotel ein LKW der Firma Werner. Mir blieb kurz die Spucke weg, denn mein Vater hatte auch ein Fuhrunternehmen namens Werner.

Kurz vor der Abreise, ich war wohl der letzte Gast im Hotel, kam ich mit dem Inhaber ins Gespräch. Er wusste sofort wer ich war, nur noch eine Frau Werner weilte in seinem Haus. Und er murmelte etwas von

„mir lief es kalt den Rücken runter, so viele Werners hier.“

Am Donnerstag hatte eine Frau Werner eingecheckt, am Samstag hatte eine Frau Werner eingecheckt, und am Montag hatte eine Firma Werner eingecheckt.

Im weiteren Gespräch erfuhr ich, dass seine Freundin Steffi heißt. Und auch aus Uslar kommt. Wir sprachen dann nochmals, er suchte sogar mein Zimmer auf und erzählte mehr belustigt, dass seine Freundin Steffi aus Uslar quasi gerade Stammbaumsuche betreibt wegen der Werners.

Nur leider, leider, sagten mir die Namen der Werners aus deren Bekanntenkreis so gar nichts.

Grüße gehen jedenfalls heute raus an die Konzertagentur Piekert, an Petra nebst Gatten, an die unbekannte Frau Werner, an die unbekannte Firma Werner, an die unbekannte Steffi P. aus Uslar und dem Hotel Ceteno in Bokeloh bzw. dem Herrn Müller. Und er würde noch weitere kalte Schauer bekommen wenn er wüsste, dass der Name Müller auch ein bekannter Name innerhalb meiner Familie war. Sachen gibt`s. ^^

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Ein merkwürdiger Trend.

(Quelle Bild: Pixabay/StockSnap)

Es ist wohl besser, bei einigen nachfolgenden Wörtern die Buchstaben durch * zu ersetzen, dem lieben Frieden und der respektvoller Ausdrucksweise zuliebe.

Anfangs fand ich es noch witzig, wenn ich Bilder von beispielsweise Tassen sah, auf denen „Halt die Fr*sse“ stand. Ist ja mal etwas anderes als Namen oder Hirsche oder was weiß ich.

Gut, dann kamen Shirts dazu mit Aufschriften wie „Ich hasse Menschen“, „ich liebe Steine“, „sprich mich nicht an! Du hast genug Probleme“, etc. Der Mittelfinger auf der Kaffeetasse ist ja auch ein Hingucker. Mein absoluter Favorit im negativen Sinn ist allerdings folgender Slogan: „Geh weg, Du unnötiger Sozialkontakt“.

Wie gesagt, anfangs fand ich das alles noch witzig, heute geht es mir allerdings ehrlich gesagt nicht nur auf den S*ck. Nee, ich finde diese Art und Weise quasi die Konversation, also das miteinander sprechen so negativ darzustellen, total grausam.

Okay, es kann ja sein, dass ich den Sarkasmus nicht verstehe oder den Trend generell nicht verstanden habe. Vielleicht mag mich da jemand aufklären.

Mir ist klar, dass einige meiner Bekannten und Freunde Jobs haben, in denen sie Dinge hören stundenlang, die ich wahrscheinlich keine 30 Minuten aushalten würde.

Bestimmt gibt es auch Leute, die froh sind wenn sie nach Feierabend nicht mehr sprechen müssen. Weil sie genau das 8 Stunden am Tag machen müssen. Vielleicht auch immer mit denselben Inhalten.

Und auch ich bin teils abends so genervt, dass ich weder langatmig Fragen beantworten möchte oder zuhören. Wenn ich froh bin meine Ruhe zu haben.

Aber ein „Halt die Fr*sse“ käme weder über meine Lippen, noch würde ich solche Statements teilen.

Komischerweise habe ich mir gemerkt, wer meiner Freunde scheinbar auf solche Botschaften steht. Was zur Folge hat, dass ich sehr zurückhaltend geworden bin in Bezug auf Gespräche. Oder Nachrichten in den sozialen Medien. Auch Kommentare betreffend.

Es ist nicht lange her, da waren viele von uns sicherlich froh, sich wenigstens verbal austauschen zu können. Nicht im Homeoffice zu vergammeln, sondern Kolleginnen und Kollegen um sich zu haben. Bei denen man sich vielleicht auch mal auskot*en konnte. Mit denen man diskutierte. Denen man gerne zuhörte. Gerade wenn man privat viel allein war. Und Kontakte runter fahren mussten wegen der Pandemie.

Dass gerade in Zeiten wie diesen solche Sprüche wie oben genannt einen Hype feiern, erschließt sich mir nur schwer.

Sicherlich lächeln viele über den Spruch mit dem unnötigen Sozialkontakt. Ich finde diese Betitelung einfach nur grausam.

Steine finde ich übrigens auch toll, ich mag aber die Menschen um mich herum.

Das sind auch keine unnötigen Sozialkontakte, sondern teils meine Familie, meine Kollegen, meine Bekannten und meine Freunde. Diese müssen bei mir nie die Fr*sse halten. Und diese hasse ich auch nicht, sondern ich schätze sie. ^^

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Nie wieder unter 3 Wochen – der Sommerurlaub 2021.

(Quelle Bild: Steffi Werner)

Seit meiner Lehre gingen die Sommerurlaube über einen Zeitraum von 3 Wochen. Was ich nicht als unangenehm empfand.

Irgendwann war dieser Luxus vorbei, Ex-Arbeitgeber sahen das nicht gerne. So fing bei mir die Ära der 2-wöchigen Sommerurlaube an. Prickelnd fand ich es nicht unbedingt, aber man freut sich auch über 14 freie Tage. Kein Ding.

Nach endlos langer Zeit war der diesjährige Urlaub dann wieder auf 3 Wochen hochgefahren, und es war ein Unterschied wie Tag und Nacht im Vergleich zu den vorherigen Urlauben.

Vielleicht kennen andere es auch, dass die 1. Urlaubswoche klasse ist, aber man ist teils noch nicht so wirklich gechillt.

In der 2. Urlaubswoche hat man dann genügend Abstand und entspannt vom Feinsten. In der Vergangenheit war ich allerdings am Donnerstag oder Freitag schon wieder teils mit den Gedanken im Job.

Und zack – war Montag und die Arbeit rief.

In diesem Jahr war es total anders. Diese 3. Woche hat so gut getan. Zu wissen, dass noch sieben weitere Tage folgen, war absolut genial.

Nein, ich bin nicht verreist, zu Hause ist es auch schön. Mein Vorhaben mal Dinge zu erledigen, für die man in der Woche einfach zu kaputt ist am Abend, wurde umgesetzt.

Auch Wanderungen und Spaziergänge, das „Sonntagsfeierabendbier“ in das Gastronomie oder der Besuch von der Familie über ein paar Tage fanden Platz. Das alles aber in diesem Jahr nicht unter Druck, sondern auf die 3 Wochen verteilt. Genau das hat so Spaß gemacht.

Viele nehmen gerne zwei Wochen Sommerlaub um auch zu den anderen Jahreszeiten mal abschalten zu können, weil sie gerne viel verreisen oder was auch immer. Gut nachvollziebar, da muss das anders eingeteilt werden.

Ich persönlich bin dann wohl eher der Typ, für den die 3 Wochen total effektiv sind.

Ich war so entspannt, dass ich am ersten Arbeitstag am Schreibtisch saß und mir vorkam, als wäre das alles neu. Ich brauchte etwas um wieder in den Arbeitsalltag zu kommen.

Sicherlich ist es teils schwierig für die Firmen auf Angestellte über 3 Wochen zu verzichten. Die Vertretung muss geregelt sein und die Betriebe müssen laufen. Gerade zu den Urlaubszeiten. Gerade im Sommer.

Aber Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer, welche nach 3 Wochen total ausgeruht und voller Elan wieder erscheinen, sind sicherlich dann auch produktiv und geben wieder alles im Bezug auf ihre Aufgaben.

Ich möchte, wenn es geht, auch im nächsten Sommer wieder 3 Wochen Urlaub genießen dürfen. Es war seit langer Zeit mal wieder richtig genial. Aber so richtig genial. Um nicht zu sagen total genial. ^^

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