Auch Grund für meinen Weihnachtsfrust: Die Schlacht um die letzte Entenbrust!

Die Republik rastet aus dieser Tage. Dass ich nicht schon Menschen im Bademantel mit Lockenwicklern aufm Koppe zum Discounter rennen sah, in Schlappen, morgens um 4.17 Uhr, ist eigentlich alles. Sind ja drei Tage die
Geschäfte zu, die Nation wird elendig verhungern und verdursten, Menschen werden sich total kraftlos, unterernährt und dehydriert durch die Strassen schleppen.
Die Stimmung in den Supermärkten ist einfach nur ätzend im Moment. Fast überall gestresste Gesichter, abgenervte Menschen, quengelnde Kinder, angenervte Teenies, und die Rollen des Einkaufswagens vom Hintermann in den Hacken hängend, vielleicht geht es ja schneller wenn ich die Kunden damit weiterschiebe bis zum Mülltrennbehälter.
Letzte Woche war eine Frau vor mir, die mit dem bepacken vom Band nicht mehr hinterher kam: Sie schmiss hinten drauf wie irre, und vorne staute sich schon alles und flog fast unter den Pfandautomat. Der Kassiererin stand der Schweiß auf der Stirn, sie rief nach “2. Kasse bitte”, ich musste auf Klo, und schämte mich schon fast nur ein Paket Bio-Strauchtomaten unterm Arm zu haben. Ich griff noch nach einer Fernsehzeitung, ich fühlte mich so nackt!
Weihnachten, das Fest der Ruhe und Besinnlichkeit. Ruhe ist gut, gerade beim Einkaufen. Der Kampf ist eröffnet um die letzte Packung Mortadella und die Eier aus Bodenhaltung. Ich warte manchmal drauf dass sich Menschen mit Semmelknödeln bewerfen oder sich ne Hirschkeule über den Schädel ziehen, weil die Frau Müller der Frau Schulze das letzte Paket Hirschhornsalz entriss.
Überquellende Einkaufswagen, das Kartenlesegerät an der Kasse qualmt schon, die Kunden vor mir legen soviel Bargeld hin wie ich nicht mal im Monat verdiene (war übertrieben, hihi), ich würde gerne den Angestellten des Einzelhandels die Wange tätscheln und sagen:
“Ist bald alles vorbei. Wenn Du Bock hast, kannst Du zu mir kommen auf eine Kaltschale oder so. Ich kraul Dir auch die Füße und die Ohren, hömma.”
Eskalation Parkplatz vor dem Discounter: Da herrscht manchmal ein Ton wie in einer Kaserne, weil der Single-Mann im Audi dem Ehepaar im Benz den Parkplatz raubte.
“Ey, wir waren eher da.”
“Na und, Sie sind doch Rentner, oder? Sie haben mehr Zeit.”
Ich hau dann ab und parke ganz weit weg weil ich es mit dem Einparken jetzt nicht so habe. Nicht dass der mich auch noch ausmeckert.
Ja, ich bin mittlerweile ein Grinch, trete mein Hirschhornsalz gerne ab damit es unterm Mistelzweig nicht noch knallt. Ich sehe sie schon alle um Montag jaulend und verzweifelt vor den Discountern knien weil die kompletten Nahrungsmittel aufgebraucht sind.
Gut dass es Zigarettenautomaten gibt, ich bin auf der sicheren Seite, auch wenn diese Seite dunkel ist und wenig Kekse hat. ^^

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