Hölle-Hölle-Hölle-Hölle *mitsing*

Dass ich als Hardrock-Tusse mal volles Pfund zu Wolfgang Petry abgehe und mit Schweißflecken unterm Ärmel klatsche dass die Finger fast bluten, das erlebt man quasi selten. Aber am Wochenende war es dann soweit. Das war eine Sause das Oktoberfest in Uslar, das kann man nur glauben wenn man dort war. Wenn Menschen quasi schon beim Essen mit Messer und Gabel auf der Tischplatte im Takt mitgehen, dann ist es soweit.
Und so viele in Tracht, also die Mädels im Dirndl und die Jungs in der Lederhose. Das war echt eine Augenweide. Ich musste den Männern immer auf die Schenkel schauen, normalweise fixiert sich mein Blick immer eher so im Pobereich.
Leider waren 2 Ehepaare unserer Truppe erkrankt, und der eine brachte anstatt seiner Frau seinen Nachbarn mit. War auch cool, keine Ute sondern ein Jürgen.
Auf dem Tisch standen Teller mit Wurst, und meine Freundin hat einen totalen Ekel gegen Rotwurst. Was hab ich aus Unterhaltungszwecken immer mal wieder gemacht?
Sie angetickt, Rotwurst in Mund geprümmelt und sie saß würgend neben mir und rief:
„Steffi, das glaub ich jetzt nicht, sag dass das nicht wahr ist!“
Auf Fotos einen Tag später hab ich dann auch gesehen dass mein Haus- und Hof-Bankerater ebenfalls da war. Es war aber so voll im Zelt dass er sicherlich nicht dazu kam meinen Leberkäse und das Festbier mitzuzählen welches durch meine Speiseröhre rutschte. Kam jedenfalls kein Anruf in der Art:
„Hier, Frau W., ich hab mitgezählt, 8x Festbier und Leberkäse mit Kartoffelsalat. Den Rest des Monats aber ruhiger, nä Madame?“
Mein Kumpel Olli, Motorradfahrer und ebenfalls Hardrock-Fan, ging ab wie ein Zäpfchen auf der Tanzfläche. Wir haben getanzt und geschunkelt als gäbe es keinen Morgen mehr.
Das leidige Toilettenthema gab es auch wieder, also ein Klowagen. Ich weiß nicht woher ich das Trauma habe dass ich immer denke der kippt um oder die Bremse ist nicht angezogen und ich rolle mit nacktem Hintern und 40 km/h durch unsere schöne Stadt. Ging aber gut. Im Dienst war wieder die freundliche Toilettenfrau die mich mal eine Runde umsonst auf den Topf gelassen hat weil ich auffällig oft auf einer anderen Veranstaltung die sanitäre Anlage aufsuchte. 1x wollte ich auf das Herrenabteil ausweichen, es eilte, aber irgendwie standen da so viele in Frontansicht vor mir, die Krachlederne teilweise in der Kniekehle hängend. Da bekam selbst ich Angst. Beine überkreuzen und nicht bewegen, nicht sprechen, nicht denken, dann geht das gut. Ich hätte noch ein Stündchen gekonnt, da aber eine mir nahestehende Person schon mit der Nasenspitze den Festboden küsste, zog ich es vor den Heimweg anzutreten.
Fazit: Wir hier in Südniedersachsen haben das Ding voll gerockt, wäre unsere Veranstaltung auf der Wiesn live übertragen worden, die hätten da geheult dass sie auf der Wiesn sind und nicht bei uns, da könnt ihr nen Eis drauf essen.
Das ist Wahnsinn, warum schickst Du mich in die Hölle? *träller ^^

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Uslar ist um ein Event reicher:

Du hast in Uslar zwei Möglichkeiten wenn Du was Neues auf die Beine stellst:
Du gehst entweder total unter und zahlst drauf, weil es nicht läuft/angenommen wird, oder Du schlägst in eine Kerbe und hast total ins Schwarze getroffen. Unserer Brauerei ist zweiteres gelungen, mal wieder, nach dem Erfolg der Brauereiparty. Das Oktoberfest hat so dermaßen eingeschlagen, eine Party vor dem Herrn. Auch ich gehörte zu den Zweiflern, gebe ich zu, dass die Sache und das Fest diese Stadt so auf den Kopf stellt übertrumpfte all meine Erwartungen.
Als ich am Freitag um 18.15 Uhr vor dem Zelt stand, die Menschentrauben sah, die Frauen und Männer in Dirndl und Lederhosen, war abzusehen dass das Oktoberfest eine Bereicherung sein wird, eine Veranstaltung die es so noch nicht gab und auf das sich die Uslarer freuen. Und genauso ging es ab! Das Zelt gut besucht, Stimmung war recht schnell am Start, Uslarer die auf Tischen und Bänken stehen und mitfeiern dass man glaubt man ist im falschen Film.
Die Brauerei gab die Vorlage, die Uslarer haben sie erfüllt, ich denke da sind wir um ein feststehendes, sicherlich in Zukunft gut ausgebuchtes, recht spektakuläres Angebot im Terminkalender dieser Stadt reicher. Dass die Norddeutschen den Bayern so eine Konkurrenz sein werden war mir neu, aber das ist gut so.

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„O´zapft is“ oder „Wir katapultieren die Wiesn an die Graft.“

Weltpremiere in Uslar: Das erste Oktoberfest im eigens dafür aufgebauten Zelt, für 600 Leute, mitten in der Innenstadt, über 2 Tage, beheizt und mit Klo, von der hiesigen Brauerei ausgerichtet. Und wer darf nicht fehlen? Ich!
Ich bin ja irrsinnig gut vorbereitet, hab mich dann mal mit der bayrischen Sprache auseinandergesetzt, tagelang, soll ja funzen heute Abend. Und nein, kein Dirndl, müsste ich nochmal schauen auf welche Seite ich da nun die Schleife hinklöppeln muss, und das ist mir zu umständlich. Außerdem dreh ich mich gerne beim tanzen, und ich will nicht dass dann mein Glockenrock abhebt.
Bayrisch/Hochdeutsch, Part 1:
Griaß eich, Mannalaid und Waiwalaid .Hau di hera, samma mehra
(Tach Mädels und Dreibeiner, setzt Euch, sind wir mehr).
Hoast mi?
(Haste verstanden?)
I habs großen Duàschd auf Bià, Grachal, Radla und bin dann foigfresn.
(Ich habe Bock auf eine Maß und das Zeug da mit Brause drin, und es wird sicherlich wieder reichen).
Nachad, ja nachad mit a Wambn, foigfresn, alle zam, ob Grischbal oder Hundsbuà, ob Oide oder Quadratratschn oder Haigäing: Gāch, jeder Haumdaucha, Hodalump, Lädschnbäbbi, dantschig angzogen, ob im Gwand, Jankerl, Dirndl, wird a moàdsdrum Gaudi haben. Mia schwinga de Haxn, schwofn, schwinga des Hoà.
(Nach dem Essen mit dicken Bauch, vollgefuttert, ob Klatschtante, Lästerschwester oder sonst wer, ob in Trachtenjacke oder im Dirndl: Wir machen Party dass die Schwarte kracht, schütteln das Haar und schmeissen unsere Extremitäten um uns).
Die 1. Uslarer Bierkönigin: Wirds a Zuggaschneggal mit Hoiz foà da Hiddn oder a grachad Haigäing?
(Wer holt den Titel? Eine mit großen Hupen oder eine mit so gar keinen Hupen?)
Kruzidiaggn, wir werden Schuàbladdl, obandln und zam blädln wià d’Sau bis wir miàd sind. A Braigaul reitet uns nicht vor die Diàl, fagäids Gōd, die Drebbm, oh die Drebbn.
(Wir hauen die Schuhsohlen aufs Parkett, feiern die Party des Jahres, rasten komplett aus. Uns reitet kein Brauereipferd nach Hause, wir müssen den Hausflur plus Treppe schon selber bezwingen irgendwie).
Bassd scho .Es wird grachad, griàbig, ein gschdandn Oktoberfest.
(Alles gut, alles geil, wird alles gut und geil, ein mördermäßig gutes und geiles Oktoberfest).
Obacht. Do legsd di nieda.
(Achtung, leg Dich schonmal hin, Hase. *Späsken*)
Pfiat di God.
(Tschüß Leute, bis später)
Wer weiß was das hier heißt? I muaß brunnzen.
Lösungvorschläge willkommen.
Euch allen, die ebenfalls dieses typisch bayrische Event aufsuchen, egal wo und wann, wünsche ich eine total geile Sause. Den anderen natürlich auch.
Ich hoffe i leg mi net aufm Nachhauseweg nieda. ^^

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Ich bin gerade voll auf dem Gewinnspiel-/Lotto-Trip

Über 30 Millionen im Jackpot, das muss man sich mal vorstellen, das ist doch unvorstellbar! Ich spiele immer nur dann Lotto wenn der Topf voll ist, das soll richtig rattern auf dem Bankkonto. Ich hatte mir schon die Privat-Nummer meines Bankberaters rausgesucht, im Fall der Fälle hätte ich den aus dem Bett geklingelt bei einem 6-er. Ach was, ich wäre da hingefahren, mit einer Taxe, und hätte ihm im Frottee-Schlafi die frohe Botschaft verkündet und einen 20er in die Hand gedrückt, er darf was davon abhaben.
Mein Slogan: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
Und siehe da: Letzten Samstag hatte ich 2×2 richtige plus Zusatzahl. Was sagt ihr nun? 4,80 Euro eingesetzt, 10 Euro einkassiert. Ja, Kleinvieh macht auch Mist. Hab meinen Bankberater nicht angerufen, noch ein paar Euro draufgelegt und gleich in eine Dose Tabak investiert.
Zudem hab ich mich bei ‪Antenne Niedersachsen‬ angemeldet und bei ‪‎radio ffn‬. Da gibst Du Deine Daten an, bei ffn kannst Du Dir einfach was wünschen und bekommst es bezahlt, bei Antenne musst Du ans Telefon gehen und sagen:
„Ich höre Antenne Niedersachsen.“ Gibt 10.000 Euro.
So, jetzt denke ich: Was mache ich wenn radio ffn anruft um Dir Deinen Wunsch zu erfüllen, und Du meldest Dich mit „Ich höre Antenne Niedersachsen?“ Kommt nicht gut.
Ist aber auch doof wenn Antenne Niedersachsen anruft und ich melde mich mit Nachname in der Hoffnung, mein Wunsch wird gezahlt von ffn.
Dann is nix mit 10.000 Euro, da ist der Arsch ab von der Marie, da hast Du die Nummer gepflegt verkackt um mal direkter zu werden. Radio Hochstift‬ macht auch gerade eine Aktion mit Rechnung bezahlen und so, da registriere ich mich nachher.
Zudem bin ich noch im Rennen um ein Dirndl, ein Wellness-Wochenende, Sofortrente von über 3000 Euro und nen Rundsofa. Heißt unterm Strich: Wenn mein Handy klingelt, dreh ich leicht bis mittelgradig durch und fahr sofort einen Parkplatz an wenn ich im Auto sitze, aber SOFORT.
Heute lag ich beim Lotto jedenfalls total daneben, ich hab auch saudoofe Zahlen genommen, nicht meine üblichen. Gerade mal einen 1-er sozusagen, ich war echt enttäuscht. Für 32 Mille hätte ich Facebook gekauft, und wir hätten hier ne Party auf meine Kosten gefeiert dass sich Euer Schlüppagummi von alleine aufgeribbelt hätte, da könnt ihr mal wieder ein Eis drauf essen. ^^

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Danke für diese direkten und treffenden Worte von Jens Reuter aus Holzhausen zum Thema „nächtlicher Einsatz.

Jens Reuter, 14. September 2015:

Mal etwas in eigener Sache………

in der Nacht vom Samstag auf Sonntag den 13.09. wurden wir mit der Feuerwehr um 1.52 Uhr zu einem Notfall mit Sirene alarmiert.
Der Rettungsdienst forderte uns zu einer Notfallmäßigen Tragehilfe an.
Meine Kameraden und ich hüpfen aus den Betten, springen vom Sofa um zügig zum Feuerwehrhaus zu fahren, dort wird sich in windeseile umgezogen……Privatkleidung durch Einsatzkleidung getauscht.
Ich lasse mir durch die Leitstelle den Einsatzauftrag geben.
……Notfallmäßige Tragehilfe,  es eilt also.
Das erste Fahrzeug ist noch nicht ganz gefüllt, aber wir fahren los (nur mit Blaulicht).
An der Einsatzstelle angekommen erkennt man das Gebäude, jetzt ist klar, wir helfen jemanden den viele von uns kennen.
Ich laufe in das Gebäude, Obergeschoss…….. wie in alten Gebäuden üblich, eine schmale steile Treppe hinauf, ich erkundige mich bei dem Rettungsdienst, nehme aber die Gesamtsituation wahr.
Ich werde gefragt wieviele Leute ich habe…..genug, antworte ich.
Es werden dringend 2 meiner Leute gebraucht, unterstützung bei der Reanimation.
Zwei junge Männer im alter von anfang/mitte 20 laufen sofort los, ohne nachzudenken, sie helfen so gut es geht…….. es ist etwas anderes als an einer Übungspuppe Hand an zu legen.
Der Rest der Mannschaft räumt alles im Flur und Treppenhaus beiseite für die Rettung.
Der Hof und der Eingangsbereich sind dunkel, stolpergefahr…… wir leuchten alles aus.
Lange, endlose Minuten vergehen bis die Patientin die Treppe herunter und in den Rettungswagen gebracht werden kann.
Nach getaner Arbeit verlassen wir wieder die Einsatzstelle, aber es ist stiller als sonst, jeder von uns wusste, es war kein Einsatz wie sonst.

Jetzt muss man sich rechtfertigen, warum die Feuerwehr mit der Sirene in der Nacht alarmiert wurde und warum musste die Feuerwehr zu so einem Einsatz überhaupt hin?

Ich glaube wir sind so langsam an einem Punkt angekommen, wo wir mal in uns gehen müssen, mal drüber nachdenken was man so sagt.
Das die Feuerwehr schon lange nicht mehr nur zum Feuer löschen da ist, muss sich auch jetzt schon rumgesprochen haben, die Feuerwehr hilft überall wo sie gebraucht wird und die Unterstützung des Rettungsdienstes ist auch schon lange kein Neuland mehr, auch wir mussten solche Einsätze in der jüngsten Vergangenheit meistern.
Jede(r) Feuerwehrfrau -/mann ist in der 1. Hilfe ausgebildet, dass ist Pflichtprogram, bei uns in der Feuerwehr selbst verfügen wir auch noch über 4 Feuerwehrsanitätern.
Also alles kein Neuland…………und da wir eine Hilfsorganisation sind, helfen wir…..egal bei was, egal bei wem, egal wo und egal um welche Uhrzeit!
Auch helfen und unterstützen wir Hilfsorganisationen (Feuerwehr, THW, DRK, JUH usw.) uns gegenseitig, wenn es alleine nicht mehr geht.

Klar werden Menschen in der Nacht durch eine heulende Sirene wach, aber ich gehe mal stark von aus, dass so ziemlich alle sofort wieder einschlafen.
Klar hätte auch nur über Piepser alarmiert werden können, aber die Sirene gehört zu einer nicht weg zu denkenden Alarmierungseinrichtung.

Die Sirene geht ja nicht ohne Grund, irgendwo gibt es jemanden der Hilfe benötigt.
Ich bin mir sicher, dieses Geräusch der Sirene, oder eines Einsatzfahrzeuges mit Martinshorn  ist für die, die auf Hilfe warten ein schönes Geräusch…..es heißt Hilfe kommt!
Man sollte eigentlich noch froh sein, dass es überall noch so viele freiwillige Helfer gibt und vor allem so gut geschultes Personal wie in unserem Land.

Meckert nicht immer rum, freut Euch lieber das es Menschen gibt, die sich für andere einsetzen,
die alles andere im Moment des Alarms stehen und liegen lassen……. einfach nur um zu helfen.
Viele von uns, damit meine ich nicht nur mich und meine Kameraden der Örtlichen Feuerwehr, ich beziehe das generell auf alle Ehrenamtlichen Helfer Bundesweit, opfern sehr viel Zeit neben Beruf und Familie für Fort -und Ausbildung…..ja, und für Einsätze.
Nicht selten muss dann auch mal die Familie hinten anstehen, aber zum Glück stehen diese aber hinter uns Helfern!

……….Ganz wichtig, ich denke keiner meiner Leute oder ich müssen uns rechtfertigen warum Nachts eine Sirene aufheult, oder generell für einen Alarm.
Manchmal wäre anstelle von getuschel und nörgeln auch ein Lob mal angebracht.

Ich selber bin sehr sehr stolz auf meine Mannschaft und hoffe, dass jeder von denen dabei bleibt, damit bei uns im Ort auch nach wie vor schnelle örtliche Hilfe geleistet werden kann, wenn diese von Nöten ist.

Ich musste das ganze mal los werden, denn ich möchte nicht mehr jeden Einsatz rechtfertigen, schon gar nicht solche!

Wir sind immer für Euch da
365 Tage im Jahr, 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag

EHRENAMTLICH !!!!!

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Klassentreffen 2015

Alternativtitel: Wir haben dem Ouzo-König die Krone auf den Kopp geprümmelt.
Oder:
Kolumne/Steffi brauchte nur 48 Sekunden.

Das war ja nicht so ein typisches Klassentreffen bei dem man mit den Händen gefaltet im Schoß da sitzt, die Vorsuppe wegschlabbert, sich stundenlang alte Bilder anschaut und auf das Ende der Veranstaltung hofft, dem Streber von damals heute noch eine räuchern möchte… nee, das war die Party vor dem Herrn! Wenn ich morgens um 5 Uhr ohne Straßenbeleuchtung den Weg nach Hause finde, singend, springend, mit guter Laune aus dem Hintern scheinend, dann war das auch eine Party, da könnt ihr ein Eis drauf essen.
Wir waren knapp 12 Leute glaube ich, aber von der ersten Minute an Stimmung in der Bude. Ein Lacher jagte den nächsten, eine Umarmung jagte die nächste, und auch nach knapp 25 Jahren hörst Du Geschichten, die Du noch nicht kanntest.
Wir waren beim Griechen, ich denke die hatten es da nicht leicht mit uns. Und Sie hatten keinen Feierabend mit uns, und sie holten ein Bier und eine Ouzo-Flasche nach der nächsten für uns. Der erste Schwächeanfall kam schon vorm bezahlen, den Guten ins Auto gepackt, noch schnell den Haustürschlüssel mit ins Schloss gesteckt, den Guten rein in Flur, wieder rein ins Auto ohne den Guten und Attacke in die Kneipe. Waren auch fast alle mit. Wäre da zum Tanz eingeladen worden, ich hätte gezappelt wildfuchtelnd bis zum Morgengrauen *fuchtel-fuchtel*.
Jetzt sind wir aber Ü-40, da zerreißt es Dich früher wie damals in der 8. Klasse, und irgendwann löste sich das alles dann auch auf. War so geil so viele wiederzusehen, zusammen zu feiern und zu lachen.
Seit gestern gibt es auch eine whatsapp-Gruppe.
Titel: Was für eine Klasse!
Und wisst ihr was? Mein Akku ist schon 2x komplett abgekackt, da geht so die Post ab, mir sind echt schon die Tränen gelaufen vor Lachkrämpfen. Wie schrieb ein Klassenkamerad heute:
„Ich hab Euch alle lieb.“
Ein anderer schrieb:
„76 Posts nach einer Stunde. Das alles während meines Tinder-Dates.“
Und ich dachte:
„Das bimmelt hier als wäre online ein neuer Papst gewählt, kommt halt nur kein weißer Rauch aus dem Smartphone.“
Zu den 48 Sekunden: Ich war die schnellste damals auf der Toilette. Wie ich es in 48 Sekunden aus der Klasse auf das Schulklo und wieder in der Klasse geschafft habe, ist mir noch heute ein Rätsel. Aber ein noch größeres Rätsel ist mir, das sich meine Klassenkameradin das so gut gemerkt hat.
An dieser Stelle natürlich liebe Grüße an alle aus der Klasse von Frau Ahrend.
Ihr solltet unbedingt mal ein Klassentreffen organisieren, also ihr Mitlesenden.
P. S.: 48 Sekunden würde ich heute übrigens nicht mehr schaffen. ^^

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Ich widme diese Kolumne meinen Kolleginnen aus der Praxis Schu…/Schl……, also meiner Lehrpraxis

Wo ist die Karteikarte von Frau Sauerkirsch?

Ich bin ja Arzthelferin, habe 1988 meine Lehre in einer recht großen Praxis angetreten. Und ich war damals schon anders wie andere irgendwie „wink“-Emoticon
Man durchläuft während seiner Lehrzeit alle Abteilungen, auch das Labor. Ich war noch gar nicht lange dort, und das Labor war gerade mein Schwerpunkt. Blutproben und auch anderes (ihr wisst schon) muss ja zu Dokumentationszwecken immer genaustens im Auge behalten werden, und ganz wichtig:
GUT BESCHRIFTET, um dem richtigen Patienten die richtigen Werte zuzuordnen, z. B. in Karteikarten. Computer waren damals noch nicht so im Rennen, wir haben echt Überweisungen, Rezepte und Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen noch per Hand ausgefüllt, heute unvorstellbar, war das ne Arbeit.
Jedenfalls wollte ich einen Befund in die dazugehörige Karteikarte eintragen, es war ein „Pippi-Befund“. Name war SAUERKIRSCH. Die Proben werden von den Patienten selbst oder von uns mit Namen versehen, ganz wichtig damit es zu keinen Verwechslungen kommt. Ich hab mich gewundert über den doch ungewöhnlichen Nachnamen, mir war der überhaupt nicht geläufig. Ich dachte sicherlich so:
„Stell Dir vor Du heißt so, alle fragen nach ob sie das richtig verstanden haben. Hoffentlich verliebe ich mich nicht in einen „Sauerkirsch“ oder „Süßkirsch“ oder „Schattenmorelle“.“
Also überall die Karteikarte gesucht. Die war aber nicht auffindbar. Überall gefragt und geschaut: Nix. Karteikarte war wohl weg oder so. Die Kolleginnen vorne an der Anmeldung erklärten mir noch dass es wohl eine neue Patientin ist und man in diesem Fall eine neue Karteikarte anlegen muss. Okay, wusste ich nicht, war ja im 1. Lehrjahr, die Anmeldung hatte ich noch nicht so durchlaufen, leider, dann wäre es nämlich nicht so peinlich für mich geworden.
Wer dann stutzig wurde weiß ich nicht mehr, ist ja echt lange her. Hier kommt die Lösung:
Die Patienten erhalten ja immer sogenannte Pippi-Becher für diese Proben. Einige kommen von den Dörfern und fahren nicht extra für einen Pippi-Becher in die Praxen. Oder sie haben Beschwerden, denken mit und bringen gleich die Probe mit. Da werden gerne leere Wurstgläser, Senfgläser, kleine Schnapsflaschen aus Glas genommen, und:
Leere Marmeladengläser, ich wiederhole: Leere Marmeladengläser!
Es gab keinen Patienten namens Sauerkirsch, in diesem zum Pippi-Becher umfunktionierten Glas befand sich mal Sauerkirschmarmelade!!!
Ihr könnt Euch sicherlich vorstellen dass diese Geschichte in die Anekdoten der Praxis einging. Und selbst gestern beim Einkaufen sprachen wir darüber, ich traf nämlich eine Kollegin aus dieser Zeit.
Fängt immer so an: „Weißte noch damals die Frau Sauerkirsch?“
Und dann beömmeln wir uns als wäre es gestern gewesen.
Ob ich es schneller gerafft hätte, wäre die Aufschrift „Pflaumenkompott 1985 mit nem Schuss Rum aus Omas Garten“ gewesen? Man weiß es nicht.^^

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Mein Bankberater und ich: Wir sind ja manchmal ein Dream-Team.

Finanzen und mein Kontostand: Geh mir fort! Ich weiß was reinkommt, ich weiß was rausgeht, aber manchmal geht soviel raus wie reinkam, sicherlich auch für Dinge die nicht nötig gewesen wären, ich will mal ehrlich sein. Und da ist ein Bankberater wie ich ihn habe, schon eine Hilfe. Und vor ihm hab ich Respekt, da steh ich stramm. Wenn da mal ein Anruf kommt mit der Bitte vorstellig zu werden, mach ich mir schon in die Hose!
Er kennt mich ziemlich gut und weiß dass ich mich manchmal zu wenig kümmere. Dann gibt es aber Pfeffer, das könnt ihr glauben. Ich muss schon sagen dass ich, seit er so ein bisschen der Herrscher meines Kontos ist, vorsichtig geworden bin. Er sieht nämlich jede Abbuchung. Und dann werde ich auch mal gefragt wieso und warum, und ob das sein musste. Bestellen hab ich mir abgeschminkt, das sieht der immer sofort, und er hakt nach, bis zum erbrechen hakt er nach.
Wenn ich weiß dass der Monat nicht so gut lief und er das sicherlich auch so sieht, geh ich immer abends an den Geldautomaten, um eine Konfrontation zu vermeiden. Kann nämlich passieren dass ich reingewunken werde. Ich stehe am Automaten und halte mein Gesicht ganz weit weg, Richtung Überweisungsterminal, damit mich keiner erkennt auf der Überwachungskamera. Unterleib am Geldautomat, Oberkörper am Kontoauszugsdrucker. Ist anstrengend, ich sag es Euch.
Er nimmt auch kein Blatt vor den Mund, da kann ich heulen wie ein Schloßhund, das juckt ihn nicht. Ich renne vermummt über den Parkplatz wenn wir uns doch begegnen, und er würde hinterher rennen, mit seinem Koffer, wären seine Kollegen nicht dabei.
Manchmal bin ich auch mit den banktypischen Ausdrücken überfordert. Er erklärt es mir, zur Not auch mit einer Zeichnung, hatten wir alles schon. Er legt Fakten auf den Tisch, fragt ob ich das verstanden habe, ich gucke doof, und dann stöhnt er kurz und holt Zettel und Stift.
Wenn ich da rein muss, mache ich schon immer den Türstopper weg und die Tür zu. Muss ja keiner hören was da millionentechnisch auf meinem Konto los ist. Da sind Glastüren, sehen also alle wenn wir malen oder er wild rumfuchtelt um mir Dividenden zu erklären. Was die wartenden Bankkunden dann denken wenn sie unsere doch sehr aktive Konversation beobachten, das weiß ich nicht, ich will es auch nicht wissen.
Mein Bankberater ist so eine Art Vater, ich hab ihm auch versprochen dass er bei meiner Hochzeit mal anwesend sein wird, ich rufe ihn an oder schaue vorbei wenn ich wieder neue Projekte in Arbeit habe, Zukunftsvisionen, oder den Wocheneinkauf so günstig absolvierte, dass ich immer hoffe ich komme in sein Büro und er steht auf seinem Schreibtisch und singt das Kufsteinlied. Kam noch nicht vor, wird aber, ich bin mir sicher. War ich mal einen Monat der Geiz in Person, dann lobt er mich wie eine alte Stute, ich warte immer darauf dass er mir durch die Mähne streichelt und meine Nüstern tätschelt. ^^

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2013: Wasserwelle und Strickjacke:

Wenn ich viel Zeit habe (so 2x die Woche), beobachte ich total gerne Menschen beim einkaufen. Zum einen was sie kaufen und zum zweiten wie sie kaufen. Momentan auf meiner Hitliste ganz oben:
Ehepaare, so zwischen 65 und 75 Jahre alt, gut situiert, und schon total lange verheiratet. Irgendwie sieht man denen das an, die kommunizieren schweigend. Sie schick angezogen, Wasserwelle, Seidenbluse, Perlenkette, Jeanshose mit Gummibund oben und Bügelfalte vorne. Er Strickjacke, Polohemd, Flanellhose, hochwertige Sandalen. Sie gibt ihm schweigend den Autoschlüssel, er gibt ihr schweigend den Einkaufszettel. Sie geht rechts, er links, sie geht zielstrebig, er schlendert und schaut sehr viel. Er grüßt, in dem er den Zeigefinger nach oben hebt und nickt, sie schaut hoch und lächelt kurz. Das Lächeln ist sehr kurz, die Wasserwelle verschwindet wieder mit dem Kopp in der Wursttheke. So, der Fall der Eskalation: Eine 18-jährige im Minirock, total cellulitefrei, Körbchengröße C, enges T-Shirt mit V-Ausschnitt, und die ist ca. 165 cm groß und muss sich in die Tiefkühltheke beugen. Holla, die Strickjacke verläßt seine Route, geht Richtung 18-jährige, kramt mit der linken Hand im Streichkäse, Augen aber auf die 18-jährige. Wasserwelle ruft:
„Wilhelm, Gouda oder Emmenthaler?“
Strickjacke antwortet:
„Hab ich Dir vorhin gegeben.“
Wasserwelle kommt mit dem Kopp aus der Wursttheke und spricht Strickjacke mit Blickkontakt an, bevor ihr Blick auf der 18-jährigen hängen bleibt. Blick wieder auf die Strickjacke, und das total vernichtend. Eine weitere Strickjacke im Anmarsch, die die erste Strickjacke anschaut, dann die 18-jährige anschaut, dann wieder die erste Strickjacke anschaut und grinst. Ja, die zwei verstehen sich ohne Worte und ohne dass sie sich kennen. Wasserwelle 2 und Wasserwelle 1 kramen total brastig im Gouda. Ich positioniere mich hinter den zwei Strickjacken und Wasserwellen an der Kasse, weil ich gerne hinter beiden auf den Parkplatz gehen möchte. Das dauert noch etwas, beide Wasserwellen verlieren nicht die Beherrschung und kaufen weiter ein. An der Kasse: Die beiden Strickjacken räumen aufs Band, die beiden Strickjacken bezahlen, die Wasserwellen stehen wie Offiziere daneben und kontrollieren alles. Kontrolle des Kassenzettels und raus ins Auto. Die Strickjacken räumen ein, die Wasserwellen sitzen im Auto und streichen sich die Blusen glatt. Die Strickjacken steigen ein, Tür zu, und dann seh ich nur noch an der Mimik der Gesichter und Münder der Wasserwellen, dass die sich gerade entladen. Die Strickjacken verziehen keine Mine, fahren vom Parkplatz, werfen aber noch schnell nen verschmitzen Blick auf die 18-jährige, der gerade der Einkaufswagen-Chip auf den Asphalt fiel und die sich runterbeugt. Die Wasserwellen tillen jetzt, jetzt tillen sie komplett. ^^
(Ich setze mal voraus dass ihr wisst das ich spaße und nicht diskriminiere, da ich selber einen Vater habe der schon etwas älter ist). ^^

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Crowd Birthing – Die Amerikaner mal wieder, tztztz.

„Crowd Birthing“ bedeutet so in etwa: Sollen doch alle mit in Kreißsaal kommen bei der Geburt, Familie, Freunde, der Vermieter. Und am besten noch mit einer Live-Schalte in die sozialen Netzwerke, per Kamera oder Handybildern, ist ja wumpe. Und bitte mit Ton, so ein Jauchzen während der Presswehen wirkt so irrsinnig dramatisch. Machen wir eine Geburt mal zum Event, die Welt braucht Inspirationen, Dramatik, Action.
Robbie Williams der Schnuckelpups hat es ja auch gemacht, also das Crowd Birthing, seine Ayda hat per Twitter quasi vor den Augen der Welt entbunden.
Ob das was für mich wäre? Nein, definitiv nein, bist Du denn verrückt? Ich stell mir das gerade vor und ich kann das, hab schon einen Kreißsaal von innen gesehen und weiß jetzt auch wie ich so während der Öffnung meines Geburtskanals reagiere. Alter Schwede, ich wusste nicht um soviel aggressives Potenzial in mir, der Arzt hat dermaßen welche um die Ohren bekommen verbal, ist mir heute noch peinlich.
Also man schreibt vorher schon Einladungen, bzw. wird per whatsapp schnell informiert:
„Leute, Muttermund 5 cm auf, ihr könnt losfahren. Kreißsaal 1a.“
Und dann kommen sie alle angerammelt, die Freunde und Familie. Zwischen den Wehen kann man sich noch schnell überschminken und frisch machen, Onkel Franz filmt bestimmt.
Ach, da sind sie ja alle.
„Möchte jemand was trinken? Schnittchen? Ich muss nur mal kurz die Preßwehe abwarten, dann schenke ich Euch was ein.“
„Neffe und Nichte, lasst mal die Pfoten von dem Gerät da, das ist bestimmt wichtig. Sagt mal bitte jemand den Kindern die sollen die Pfoten davon lassen? Ich kann gerade nicht aufstehen.“
„Schwiegermutter, jetzt guck nicht so grimmig, und hör auf die Augen zu verdrehen wenn ich kurz stöhne, das tut weh, ey.“
„Liebe User bei facebook und twitter und so, ich muss jetzt schneller sprechen, Hebamme steht schon da unten. Zwiebelt alles ein wenig. Bitte liked und teilt das, i love you all.“
„Kann mal jemand Oma da unten wegholen? Die prügelt sich doch gleich mit der Kinderkrankenschwester weil sie alles besser weiß.“
„Möchte noch jemand ein Schnittchen? Sonst würde ich mich gerne mal ins Finale pressen.“
Ich war schon mit dem Kindsvater und der Hebamme und dem Arzt überfordert, und wenn mein Gekeifere via Facebook und so zu sehen und hören gewesen wäre: Ich hätte heute in meinem Profil stehen PERSON DES ÖFFENTLICHEN LEBENS, das glaubt mal wieder. ^^

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