„Hello, can you hear me?“

Richtig, ich meine Adele den steilen Zahn.
Tolle Nummer, tolle Frau … ich kann die Nummer aber nicht mehr hören.
Morgens Radio an: Hello.
Fahrt zur Arbeit: Hello.
Rückfahrt: Hello.
Nach dem Einkaufen: Hello.
Beim Kochen, nach dem Duschen, auf dem Klo sitzend: Hello.

“Yes Adele, I can hear you. Ich can hear you total gut, mehrmals am day, more than mir lieb ist. Your Stimme is echt beautiful, keine question, but I habe the Gefühl I lebe mit you zusammen und you sing den song only for mich to every Tages- und Nachttime. Selbst in the night I wake auf, water lassen und säusele in my Frottee-Schleepanzug: “Hello”. But there is no one in my Gästeklo who antwortet: “I can hear you.” And wäre da ne voice who say das zu me, ich was thinking I was bekloppt in Koppe!
But the schlimmste is when you sing the song sehr früh in the morning when I fahre in the Rehaklinik. Than its dunkel and kalt and nebelig and I sehe every Kilometer nix because I am so nightblind of my Klüsen. When you than singing “Hello”, I am kurz before to ausrasten, möchte my Radio werfen out of my Toyota, driving drüber und kreische very hysterisch in my Winterpopelinecoat. Can you nicht mal sing a Gute-Laune-Song, so that I sleeping not ein with Pippi in the eyes? I can nicht more, early.
“Adele, can you hear me? Hello?” ^^

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Haushaltsseiten: Ich weiß manchmal nicht was ich davon halten soll.

Ich wische seit geraumer Zeit mein Laminat nur noch mit Weichspüler, das war ein richtig guter Tipp dieser Haushaltsseiten. Und das riecht so lecker.
Ja, ich gebe zu dass ich einige diverse Seiten abonniert habe, und eher unregelmäßig mal mit lese. Manchmal auch nur wegen der saulustigen Kommtare dort. Oder auch weil ich mich manchmal frage, wie einige so ohne Internet durchs Leben/den Haushalt gekommen sind bislang.
Alter Falter! Jetzt die Tage erst wieder gesehen: Da gibt es Frauen die laden Bilder hoch auf denen ich sehen kann dass Chantal (Name geändert) mit ihren 2 Jahren auf den Weihnachtsläufer kotzte und die Mama ruft auf ob jemand Tricks kennt das wieder rauszubekommen. Und die Frage wie der Gestank wegzubekommen ist.
Oder Kevin (Name geändert) der mit seinen 4 Jahren einen flotten Otto hatte und ich dann ebenfalls per Foto den Kackafleck auf der Matratze sehen darf. Auch hier die Frage wie man den Gestank wegbekommt.
Oder Luna (Name geändert) die läufig ist und auf das Sofa menstruierte. Luna ist ein Hund übrigens. Da gabs aber kein Foto von, und den Gestank erwähnte auch keiner.
Knaller finde ich immer Frauen die total verzweifelt fragen wie sie gewisse Verunreinigungen weg bekommen, und dann Bilder hochladen bei denen ich zoomen muss um da einen Fleck zu finden. Da sind entweder keine Flecken, oder ich habs an den Augen, oder meine komplette Wohnung ist ein einziger Fleck.
Auf diesen Seiten herrscht gerade schon Weihnachtsstreß. Da überschlagen sich einige schon seit 2 Wochen was sie kochen und backen sollen, naturbelassen, 7 Gänge für 35 Gäste, oder was man der Neffe oder der Nichte schenkt, 3 und 8 Jahre alt, oder wie man die Grundreinigung strukturiert oder ob man gebastelte Weihnachskarten verschickt oder doch gekaufte. Gekaufte machen so einen einfallslosen, unkreativen, faulen Eindruck. Ich habs Abo erstmal gelöscht, ich stoße im Januar wieder dazu wenn die sich alle runtergefahren haben.
Ich wünsche dann an dieser Stelle der Chantal, dem Kevin und der Luna eine schöne Adventszeit. Riechts bei Euch jetzt mittlerweile besser? ^^

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2015 war für Uslar das “Jahr der Votings”.

Wenn es Aufzeichnungen gäbe welche deutsche Stadt am zahlreichsten auf Votingknöppe gedrückt hat, wären wir wohl mit an der Spitze gewesen, aber haushoch, aber volles Pfund, na hör ma.
Angefangen mit dem Voting für die FFW Uslar, gefolgt vom Voting der IngDiba oder wie das hieß, da konnten einige Vereine gutes Geld gewinnen, und gestern schlossen wir mit dem Voting für Cheryl um die Wild Card die Votingphase erstmal ab.
Und mittendrin dachte ich die FFW Uslar geht nochmal in ein Voting um den deutschen Engagementpreis, das war aber falsch gedacht. Da dachte ich echt wenn ich jetzt noch 1x aufrufe zum voten, dass hier morgens Uslarer(innen) vor meiner Tür stehen und mich mit PC-Mäusen bewerfen oder mir ne Tastatur übern Schädel ziehen weil sie nicht mehr voten können.
Bei Cheryl hatten sicherlich viele mehrere Seiten auf dem Rechner auf und das Smartphone immer vor den Klüsen um alle 30 Sekunden für sie zu stimmen. Ich hatte das Gefühl ich wohne mit Cheryl zusammen, kein Gesicht sah ich in den letzten Tagen mehr wie ihres. Leider, leider, leider hat es ja nicht gereicht für die Tournee. Es würde mich nicht wundern wenn wir auf die letzten Tage von 2015 nochmal für irgendwas tolles voten dürfen, oder in 2016 dann wieder.
“Lass auf der Tastatur die Pfoten,
vielleicht gibts wieder was zum voten.”

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Die erste große Liebe

Die erste große Liebe ist ja irgendwie immer präsent, mal mehr und mal weniger, auch wenn es schon Lichtjahre zurückliegt. Wenn ihr jetzt die drei Wörter „erste große Liebe“ lest, habt ihr bestimmt alle ein Bild vor dem geistigen Auge oder den Name, stimmts? Manchmal erinnern einen Situationen an diesen Menschen, bestimmte Musikstücke, wenn man über besagte Person spricht. Ich muss jetzt gerade lachen weils ein heilloses Durcheinander war. Warum? Ich hab mir ja nie so artige Jungs gesucht, so glattgescheitelte. Ich fand immer die total klasse die etwas rebellisch unterwegs waren, und so einen Hauch von Verruchtheit an sich hatten. Jo, ich hab dann auch gleich den Jackpot geknackt, der war Hardcore der Bursche. Wobei das garnicht zu mir passte, ich war so scheißenartig. Es fühlte sich für mich damals nur gigantisch an wenn man verknallt ist und das auf Gegenseitigkeit beruht. Das ist ja was noch nie dagewesenes, da gibt man zum erstenmal den Schmetterlingen in der Magengegend ein Zuhause und lernt auch recht schnell das widerliche Gefühl des Liebeskummers kennen. Ich hab mich in den 80er Jahren das erste Mal verliebt, und im Gegensatz zu heute war es einfach viel viel schöner. Liebesbriefe mit der Post verschickt, und reichlich einparfümiert. Man musste, um miteinander zu reden, telefonieren oder sich treffen. Und dann diese kleinen süßen Zettel mit folgendem Inhalt:
Willst Du mit mir geben? °Ja °Nein° Vielleicht°.
Das geht z. B. meinem Sohn heute mit facebook, Whatsapp etc. verloren, die Generation erlebt es anders.
Ich werde nie die Situation kurz vor dem ersten Kuss vergessen. Ich war so aufgeregt dass ich blöderweise Luftschlangen gekaut habe (wir waren auf einer Party). Sowas doofes, bunte Papierluftschlangen in der Futterlucke, und Dich will in Kürze einer küssen, so richtig küssen, also ihr versteht was ich meine. Ich weiß nicht mal ob ich rote, grüne und blaue Farbkleckse auf den Zähnen und der Zunge hatte. Ihn schien es nicht zu stören, ging dann ab. Boah, da bleibt einem heute noch die Luft weg wenn man daran denkt. Der erste Kuss! Ich glaube ich habe hinterher erstmal 30 min. aufm Sofa gesessen weil die Beine wabbelten und ich mal kurz nicht mehr runterkam von meiner Polly-Pocket-Insel. Mit der ersten großen Liebe erlebt man Dinge, die sich zwar im Laufe der Zeit wiederholen, die einen aber trotzdem geprägt haben und die wir in der Form nicht nochmal erleben dürfen. Ich steh noch heute auf die durchgeknallten Typen, also noch immer nicht auf die glattgescheitelten. Aber ich muss mich nach dem knutschen nicht mehr setzen und kaue selten kurz vorher Luftschlangen. In diesem Sinne: Ich glaube zu wissen an wen viele von Euch heute noch denken werden … ^^
Kolumnen, die das Leben so schreibts Foto.

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Die Büroklammer

Ineinander gepopelte Büroklammern: Ich raste nochmal aus!

Kennt ihr ihn auch? Diesen nervenaufreibenden, stundenlang dauernden, täglich wiederkehrenden Job des “Büroklammerns auseinander bauen müssens” weil die sich verschlungen haben? Quasi Büroklammer an Büroklammer? Als würden die sich lieben und nicht mehr loslassen wollen? Als säßen da in der Fabrik Mitarbeiter, deren Job es ist in einem 2000er Paket
1801 Büroklammern ineinander zu haken, damit wir Büro-Tussen einen Nervenzusammenbruch bekommen?
Bei uns gehen tagtäglich eine Menge Büroklammern über den Schreibtisch. Und dauernd hat man so einen Haufen in der Hand wo 2, oder auch 3, oder auch mehr Klammern eine Einheit bilden. Normalerweise lege ich die an die Seite, weit an die Seite. Weil ich da echt ausrasten könnte wenn es schnell gehen muss. Aber irgendwann sind die „Single-Büroklammern“ aufgebraucht, und dann muss man die „Gang-Bang-Büroklammern“ voneinander lösen. Du schiebst die eine nach unten, merkst dass das die falsche Richtung war, also nach oben geschoben damit die wenigstens brauchbar ist, und Du siehst dass da aber noch einige mehr an so einer Traube hängen. Das meist zu einer Uhrzeit zu der keine Zeit mehr ist ins Lager zu gehen. Oder im Lager sind gerade keine. Und die Kollegin kann auch nicht helfen weil die ebenfalls gerade mit den „Gang-Bang-Büroklammern“ kämpft.
Ich muss ja garnicht wissen dass die Kollegin gerade wieder eine „Gang-Bang-Trennung“ vornimmt, ich höre das ja am Fluchen.
Und immer sehe ich dann vor meinem geistigen Auge Arbeiter an einem Fließband sitzen oder stehen, die juchzen und in die Hände klatschen und dreckig lachen, während sie die Büroklammern ineinander haken und im Chor rufen:
“Nieder mit den Bürotussen, wir machen Euch so alle!”
Dass einem so ein kleines bißchen Draht so aus der Fassung bringen kann, läßt mir dann den Draht aus der Mütze fliegen.
„Gang-Bang-Büroklammern“, dolles Wort, was? ^^

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Lief ja quasi gestern

Dafür dass ich eigentlich garnicht zur Apres Ski-Party wollte, hab ich lange ausgehalten. Zwar ging es nicht ein fröhliches Liedchen trällernd mit der Handtasche schleudernd die Bella Clava hoch, den Zeitungsausträger überholend, aber es war mal wieder ein schöner Abend.
Ich bin wegen Cheryl runtergegangen, weil ich sie mal live hören wollte, und weil ich es unglaublich finde dass eine junge Frau, die man vor Monaten sicherlich auf den ersten Blick nicht wahrnahm, plötzlich derart bekannt ist hier. Unterm Strich kann ich nur sagen dass ich Gänsehautalarm hatte, eine tolle Stimme und eine tolle junge Frau.
Auch ansonsten war gut was los und prima Stimmung. Find ich immer spannend dass man denkt man kennt hier schon alle, und man wird an Abenden wie gestern eines besseren belehrt und lernt dann wieder “neue” Uslarer kennen. Der Glühwein, die Uslarer Kaltschale und sonstige diverse Kaltgetränke sorgten zu späterer Stunde dann für laut singende und tanzende Gruppierungen. Da schleuderten gestern welche ihr Becken durch die Gegend von denen ich dachte dass sie resistent sind gegen Spaß.
Die gute alte Stadtschänke sorgte dann mitunter dafür dass man den Glühwein, die Kaltschale und das andere Kram ordentlich auf die sanitäre Anlage bringen konnte. Viele haben sich dann dort schon recht früh für den Gute-Nacht-Absacker niedergelassen, da war ja stellenweise kein Durchkommen mehr. Ich bin jedenfalls teilweise wieder auf dem neusten Stand was den Klatsch und den Tratsch angeht, man muss nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.
Man gut dass die Straßenbeleuchtung noch an war, sonst hätte ich wieder stundenlang gebraucht mich den Berg hochzutasten. Unten Anlauf genommen: zack war ich oben. Und kaum dass die Jacke an der Garderobe hing kam der Nachwuchs auch zur Tür herein, mit Kumpel an den Hacken.
“Gute Nacht Marie-Ann, gute Nacht Jim-Bob, gute Nacht Horst-Herbert. Licht jetzt aus und nicht mehr so lange, Kopfschmerztabletten und Mineralwasser stehen neben der Brotmaschine falls einer was braucht.”

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Wenn nicht Du, wer dann.

Wenn ich eine Frau für den Titel “Frau des Jahres 2015” nominieren könnte, dann wärst Du es, liebe S.
Mir ist gerade unbegreiflich wie man soviel Scheiße durchleben kann und muss, ohne zu verzweifeln oder durchzudrehen.
Und nie hast Du Dich hier oder anderswo ausgekotzt, so richtig vom Leder gelassen, mal alles aus Dir rausgeschrien oder geschrieben. Du warst einfach diszipliniert und hast nicht das getan, was ich sicherlich an Deiner Stelle täte oder auch schon gemacht habe, und was andere tagtäglich machen.
Und wenn man Dich trifft, dann schaffst Du es noch zu lächeln oder einen Spruch zu reißen, obwohl Du sicherlich ganz oft einfach nur hemmungslos weinen würdest.
Wie das Leben so laufen kann: Nach 23 Jahren das Aus der Ehe, zum 3. Mal, das Haus gerade gekauft, 3 Kinder die versorgt werden wollen und der ganze Rattenschwanz der da noch dran hängt.
Der Trennungsterror begann, es riss Dich von einer Ecke in die andere bis Du endlich begreifen und akzeptieren musstest dass Du a) keine Antworten auf Deine Fragen bekommst und b) all das was mal war, ein jähes Ende genommen hat, nicht mehr reparabel ist. Du hast den Kopf oben gehalten, geklärt was geklärt werden musste, und Deine Frau gestanden dass so mancher Kerl den Hut vor Dir ziehen würde. Das alles im nicht gerade gesunden Zustand, das kommt ja nach dazu. All die anderen Baustellen die nicht weniger dramatisch waren und sind, haben Dich immer mal wieder kurz in die Knie gezwungen, und tun es auch heute noch, aber Du stehst auf und machst weiter.
Ein Gefühlchaos mal auf und mal ab, von Euphorie bis Verzweiflung. Man sah Dir an dass Du auf dem Zahnfleisch gehst. Und selbst dann hast Du Deinen Job erledigt, Dich um die Belange Deiner Liebsten gekümmert, versucht die Zukunft irgendwie zu regeln und zu strukturieren, weil es außer Dir keiner konnte, Du warst alleine mit all dem.
Und als wir alle dachten: “Ja, da ist jetzt jemand der ihr guttut, der ihr Halt gibt, der sie liebt, bei dem sie sich auskotzen kann, der sie auffängt und aufbaut, der die nächsten Probleme gemeinsam mit ihr löst”, dachten wir falsch, leider! Wieder einer dieser Typen der Dir das Blaue vom Himmel holen wollte, Dir aber letzten Endes nur noch den nächsten Schlag versetzte, und dafür sorgte dass das Wort Vertrauen eigentlich keine Daseinsberechtigung mehr zu haben scheint in Deiner Gefühlswelt.
Liebe S., jetzt sage ich Dir mal was: Wenn ich nur halb soviel Power hätte wie Du, wenn ich nur die Hälfte an Schlägen in die Magengrube überstanden hätte, wenn ich nur einen Bruchteil dieser Gefühlsachterbahn hinter mich gebracht hätte ohne durchzudrehen, dann wäre ich darauf schon stolz gewesen. Du hast das alles durch, 100% Scheiße, sorry für die Wortwahl, bist aufrecht gegangen, hast nie Deinen Status hier zum Dampf ablassen genutzt, hast hinterm Berg gehalten denen gegenüber, die es nichts anging. Ich weiß dass es Menschen gab und auch noch gibt die Dich in gewissen Stunden sicherlich unterstützen und für Dich da sind und bei denen Du mal ausrasten darfst.
2015 war nicht Dein Jahr, ich glaube bei 2014 und 2013 sah es auch nicht besser aus.
Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann dass 2016 und 2017 und all die folgenden Jahre DEINE Jahre werden. Dass Du irgendwann mal auf die Chaosjahre zurückschaust, vielleicht kurz lächelst weil Du weißt dass all dieser Mist hinter Dir liegt, die Zukunft aber durchaus schöne Dinge für Dich parat hält. Weil Du es verdient hast. Wenn Deine Zukunftspläne Dich glücklich machen, dann sei es Dir gegönnt, der Neustart nicht weniger. Es kann ja nur noch besser werden.
Wenn nicht für Dich, für wen dann …
(Für meine Freundin S.).

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Vorsicht, frisch gewischt!

Wenn ich diese orangefarbenen Schilder sehe auf denen o. g. Schriftzug steht, mit so einem Männchen drauf welches gerade ausrutscht, dann rutsche ich auch. Egal ob ich 10 m oder 100 m von so einem Schild entfernt stehe, egal ob da vor 3 Stunden schon gewischt wurde oder erst in 30 Minuten gewischt wird, ich sehe diese Schilder und rutsche. Auch dann wenn so ein Schild tagelang irgendwo grundlos steht und der Boden pfurztrocken ist. Ich gehe dann total langsam, Fuß vor Fuß, breitbeinig, die Schuhe über den Boden schiebend. Am besten noch an einer Wand festhaltend. Treppen runtergehen wenn da diese Schilder stehen heißt bei mir, dass ich mich mit beiden Händen am Geländer festhalte und mit beiden Füßen immer nur eine Stufe nehme, ganz langsam, bloß nicht stürzen.
Genauso verhält es sich wenn es glatt ist, also wenn ich MEINE dass es glatt ist. Ich schaff es selbst dann im Auto sitzend von Kupplung und Bremse zu rutschen weil ich meine dass es arschglatt ist. Wenn ich im Auto sitze morgens im Winter und ein Kollege stolpert einfach nur, denke ich es ist total glatt draußen. Da ist es schon eine Prozedur aus dem Auto zu kommen weil ich denke dass ich da schon auf die Klappe falle. Tür auf – Körper nach rechts gedreht – mit beiden Füßen gleichzeitig den Boden berührend – am Rahmen festhalten und hochziehen – beim Auto abschliessen am Auto festhalten damit ich nicht auf die Klappe fliege. Und das alles mit Handtasche links in der Ellenbeuge baumelnd. Und dann wieder total kleinschrittig und breitbeinig Richtung Ziel. Ich schiebe meine Schuhe über den Boden, quasi wie früher mit diesen Gleitschuhen. Und das dauert dann bis ich im Büro bin, das dauert. Und es ist nicht mal glatt, der Kollege ist einfach nur gestolpert. Wenn es echt mal glatt ist, würde ich mich am liebsten auf alle Viere begeben und dahin robben wo ich hin muss. Mit 45 Jahren sieht das aber ehrlich gesagt Scheisse aus, egal ob auf der Strasse oder da wo frisch gewischt wurde, WENN denn frisch gewischt wurde. Falls mal einer von Euch Gleitschuhe irgendwo im Handel sieht:
Schaut doch mal bitte ob Größe 41 noch auf Lager ist. ^^

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25.11.2015:

Am vorletzten Montag, als noch nicht beschlossen war dass das Spiel Deutschland-Niederlande abgesagt war, lief bei mir das Radio, der Fernseher, der Rechner, und das Smartphone war immer in Nähe. Als die Meldung kam dass das Spiel nicht stattfindet wegen Verdachtsmomenten, war ich im ersten Moment unglaublich wütend weil ich eh nicht verstanden habe warum dieses Spiel ausgetragen werden soll. 4 Tage nach Paris war die Entscheidung zu spielen für mich nicht nachvollziehbar. Meine Startseite bei Facebook überschlug sich, private Meinungen wurden gepostet, Nachrichtenagenturen und Magazine berichteten fast ohne Pause über Vermutungen, Spekulationen, Erkenntnisse. Da bekam ich richtige Angst. Angst davor, dass ich mit 45 Jahren etwas erleben muss, was meine Eltern erlebten: Den Krieg. Die Fülle an Nachrichten und Meldungen machte es mir unmöglich ins Bett zu gehen. Viele Diskussionen bei Facebook kippten, Emotionen wurden in Worte gefasst. Nachdem gemeldet wurde dass der Bahnhof in Hannover auch unter Verdacht steht, las ich eines immer wieder: “Ich habe Angst!” Viele jungen Menschen vermittelten den Eindruck schier zu verzweifeln, ich konnte das in einigen Kommentaren mitlesen. Und ich fragte mich wer sich jetzt dieser Menschen annimmt und beruhigt dass sie schlafen können. Menschen die sagten dass sie dem Terror die Stirn bieten und auch weiterhin auf öffentliche Veranstaltungen gehen, diskutierten mit denen die ihre Angst zugaben. Es waren nicht immer schöne Diskussionen, es ging ans Eingemachte und wurde teilweise sehr persönlich, auch was Beleidigungen etc. betraf. Und zu späterer Stunden bekam ich eine whatsapp-Nachricht einer jungen Frau, die u. a. folgendes schrieb: > “Ich gehe jeden Tag mit einer Höllenpanik zur Arbeit, durch den Göttinger Bahnhof und warte mit Angst auf meinen Zug. … Ich habe Angst um mein, Dein, unser Leben. Hab Dich lieb Steffi.”<
Ich war nicht in der Lage noch etwas zu erwidern.

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Ich bin mal volles Rohr einen Silvesterlauf gelaufen

Als ich kürzlich den Aufruf von Erbil Kurt zum Silvesterlauf gelesen habe, erinnerte ich mich an einen Silvesterlauf an dem ich teilnahm, vor Jahren, total untrainiert, dem Dorf zuliebe, in billigen Turnschlappen und mit Aircast-Schiene.
Silvesterlauf in Allershausen, ich wollte mal teilnehmen, kann ja nicht so schwer sein. Ich hatte mir Tage vorher das Gelenk verstaucht oder so, bekam eine Schiene, und meine Hausärztin die gleichzeitig meine Chefin war, riet mir von der Teilnahme ab. Ich dachte noch so: “Das kriegt die ja garnicht mit dass ich mitlaufe, auch mit Schiene.” Den letzten Satz behaltet mal im Koppe.
Der Tag kam, es hatte geschneit, der Startschuss ertönte, und ich lag nach 30 m schon hinten, total weit hinten. Ich stolperte da so durch die Pampa, mit Schiene am Fuß, alle waren weg irgendwie, ich keuchte und hustete und tastete mich mit den Turnschlappen ans Ziel. Ich war noch garnicht auf der Hälfte, da kamen mir die anderen schon entgegen. Mir war das so peinlich! Ich rannte weiter, war auf der Hälfte und sollte einen Nagel in so einen Holzstamm hämmern. Ich war fertig, ich war alle, ich hab gepumpt wie ein Maikäfer und gezittert wie Bolle. Und ich hab gehämmert als gäbe es keinen Morgen mehr. Irgendwann sagte eine Stimme: “Steffi, lauf weiter, wir haben aufgehört zu zählen, das waren jetzt über 80 Versuche.”
Mein Gott wie peinlich. Ich wieder zurück, total alleine, mit dem Schnee und den billigen Turnschlappen plus Aircast-Schiene wieder auf die Strecke, und ich lief und lief und lief.
Im Ziel angekommen fragte eine kleines Mädchen ihren Vater:
“Papa, wo kommt die Frau jetzt her?”
Jetzt ging es ans Luftgewehr. Hatte ich eine Panik! Wenn das hier so endet wie eben beim nageln, verringert sich die Einwohnerzahl der Allershäuser auf die Hälfte. Ich ballerte da so rum, was ich traf und womit war egal, es gab keine Verletzten. Dann kam die Siegerehrung: Ich war auf Platz 4! Platz 4! Habt ihr gelesen? Platz 4! Wir waren aber auch nur 4 Frauen, ich erwähne das jetzt mal ehrlich. Ich hab eine Uhr gewonnen, hatte Herzrhythmusstörungen, billige Turnschlappen an und eine Aircast-Schiene. Die Nummer mit dem nageln stand in der HNA, war Thema auf dem Neujahrsempfang in Allershausen. Aber das schlimmste war, dass ich auf dem Titelbild in der HNA abgebildet war. Und das sah meine Chefin die auch gleichzeitig mein Hausärztin war. Da gehst Du mit gesenktem Haupt in die Praxis und übernimmst freiwillig alle unangenehmen Arbeiten. Ich krieg heute noch nen roten Kopp wenn ich daran denke wie mich einer fragte:
“Haste echt über 80 Schläge für den Nagel gebraucht? Brüller!”
“Ja ey, ich war verletzt, hab aber eine Uhr gewonnen und Platz 4 belegt. Und jetzt kommst Du!” ^^

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