Indischer Heavy Metal-Sound in Vahle: Da legst di nieder!

(Quelle Bilder: Reminder/Against Evil/Steffi Werner)

„United we stand“ oder „Projekt Curry“: Heavy Metal-Fans uffjepasst.

Es passieren manchmal Dinge die so außergewöhnlich sind, dass sie unbedingt erwähnt werden sollten. Und es sei an dieser Stelle gesagt, dass soziale Netzwerke für viele Dinge ein Segen sind. Wie für folgende Story:

Eine indische Heavy Metal Band aus Visakhapatnam, sie nennen sich „Against Evil“, machten sich unter den Fans der etwas härteren musikalischen Gangart einen Namen. Ein Hardcore-Fan, der Maddin Schachtvier, legte sich ins Zeug für diese Truppe und empfahl sie weiter. Das hörten zwei Labelchefs und nahmen die Spur auf. So gewann die Sache eine total geile Eigendynamik.

Nun sitzen die Jungs von Against Evil knapp 7400 km von uns entfernt. Was denn nun? Wie bekommt man diese nach Germany? Kein Thema, die Fans der härteren musikalischen Gangart zeigten Eigeninitiative und organisierten mal eben so nebenbei Auftritte in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Und schwupps, war die „SENTENCED TO DEATH TOUR 2019“ geboren.

So weit, so gut, aber wie stemmt man all das euronentechnisch? Da kommen dann wieder die Fans der härteren musikalischen Gangart ins Spiel, denn diese kloppten ihre Lieblings-CD und Lieblings-LP unter das Volk und sammelten so Kohle, damit die Jungs aus Indien hier ihre Gigs geben können. Auch diese leben nicht nur von Luft, Liebe und Heavy Metal, Übernachtungen und die Organisation etc. müssen finanziell abgedeckt werden. Und, na klar, durch helfende Hände egal welchen Bereich betreffend um das „Projekt Curry“ steil gehen zu lassen.

Bernd Petsch, vielen Uslarern bekannt und Erfinder des Wortes „Hartwurstfraktion“ ist mit am Start und hat es echt geschafft, dass „Against Evil“ in Elfis Rockscheune in Vahle am 10. August auf den Brettern stehen werden, welche die (Heavy Metal-) Welt bedeuten. Bernd quält das Schlagzeug für „Reminder“, welche am 10. August ebenfalls in die Tasten/Saiten/Drums hauen. Im übrigen erinnert mich Bernd übelst an „Tier“ aus der Muppet Show, die beiden gehen ähnlich ab. Solltet ihr euch mal anschauen.

In diesem Jahr geben nicht nur Bernd Petsch, Christoph Vogt und Frank Schormann Vollgas, sondern auch Noble John, Shasank Venkat, Sravan Chakravarthi und Siri Sri. Letztere haben übrigens schon den Radio City Freedom Awards in der Kategorie „Best Metal Artist“ abgeräumt.

Ein Schmankerl für Fans der härteren musikalischen Gangart.

Lasst euch diesen geilen Abend nicht entgehen bei Bratwurst, Sensenbräu und Heavy Metal uppn Dorpe.

Last but not least: Der Eintritt ist frei.

Weitersagen. ^^

Wann: Samstag, 10.08.19 ab 19 Uhr

Wo: Elfis Rockscheune, Steinbergstr. 32, 37170 Uslar-Vahle

Eintritt: Nüschte

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Vom frühen Vogel und Nudeln um 10.30 Uhr.

(Quelle Bild: Steffi Werner)

Ich muss zugeben, dass ich mir an den Wochenenden nie einen Wecker stelle. Samstags und sonntags wird ausgeschlafen. So lange, bis ich von alleine aufwache oder durch die immer früh aufstehenden Nachbarn, welche geräuschtechnisch dann nicht so zimperlich sind. Es wird mir immer ein Rätsel sein wie man um 7.30 Uhr schon für den Weltfrieden die Bude saugen kann.

Heute war es dann aber anders: Ich hatte um 8.15 Uhr schon einen Termin und bin so gegen 6.30 Uhr aus der Kiste gekrabbelt. Wollte ich zumindest. Nach mehrmaligem Snooze war es dann 7 Uhr weil ich gerade die perfekte Schlafposition gefunden hatte. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern wann ich das letzte Mal an einem Samstag um diese Uhrzeit aufgestanden bin. Jedenfalls bin ich gegen 8 Uhr dann hier Richtung Innenstadt gelaufen. Es hatte etwas genieselt und war auch recht frisch, aber ich habe so richtig tief durchgeatmet. Regenluft ist ein toller Duft, die Luft ist dann so klar irgendwie. Ich war dann doch erstaunt wie viele Autos schon unterwegs waren, hin und wieder auch ein paar Leutchen. Mir schoß durch den Kopf dass meine Freunde, hätten sie mich um diese Uhrzeit zu Fuß gesehen, an ihrem Verstand gezweifelt hätten. Oder sich Sorgen gemacht.

„Hä? Steffi samstags um 8 Uhr ohne Auto unterwegs? Was ist da los?“

Normalerweise gehe ich um diese Uhrzeit an wenigen Wochenenden von Events nach Hause mit meiner Handtasche schleudernd. Ich habe in die Richtung gehend echt Durchhaltevermögen 😉

Jedenfalls habe ich dann heute Morgen seit langer Zeit die Momente genossen wenn eine Kleinstadt erwacht. Wenige Geschäfte hatte schon geöffnet, einige waren gerade dabei. Der Obstmann stellte seine Äpfel vor die Tür, die Buchhandlung kramte die Deko auf den Bürgersteig, vor einem Lokal waren die Stühle und Tische noch angekettet und verregnet. Innen wurde gerade bei geöffnetem Fenster durch gesaugt. Ich hatte noch kurz überlegt ein paar Brötchen zu holen, aber in unserer Innenstadt gibt es keinen Bäcker mehr. Als mir dann der Gedanke kam von der Tankstelle welche mitzunehmen, hatte ich schon an Geschwindigkeit zulegt weil ich viel zu viel Kaffee getrunken hatte und eiligst nach Hause wollte. An der „Tanke“ war soviel los. Also bin ich den Berg wieder hoch gekrabbelt und habe bitter bereut, dass ich mein Smartphone nicht dabei hatte um ein paar Bilder zu machen von einer erwachenden Kleinstadt. Hätte ich nicht diese Unmengen an Kaffee getrunken, dann wäre ich sicherlich noch ohne Ziel hier durch die Straßen gelaufen.

Mir war nicht mehr bewusst wie ruhig es an einem Samstag um 8 Uhr eigentlich ist. Und wie gut mir dieser kleine, frühe Ausflug tat.

Sicherlich nehme ich mir jetzt vor des öfteren so früh aus der Schlafmolle zu klettern, und sicherlich drehe ich mich dann um 7 Uhr noch 18x um weil ich so müde und platt bin sowie gerade die perfekte Schlafpostion gefunden habe. Ich kenne mich. Es sei denn, ich lege meine Termine samstags in Zukunft immer auf die frühen Morgenstunden.

Sonntags kann ich keine Termine machen um 8 Uhr. Muss ich mir in die Richtung etwas anderes überlegen.

Nachteil dieses frühen Ausfluges: Es ist 10.20 Uhr und ich habe schon zwei Teller Mittagessen von gestern aus den Töpfen gekratzt. Und heute Abend stehe ich dann plärrend vor dem Spiegel weil die Bluse am Pansen so spannt. Aber okay, irgendwas ist ja immer und Nudeln gegen 10.30 Uhr schmecken auch. ^^

Euch/Ihnen trotz dem grauen Himmel ein schönes Wochenende.

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Die 3. Nacht der 1000 Lichter im Bodenfelder Freibad

(Quelle Bilder: Förderverein Freibad Bodenfelde)

Bodenfelde/ Wenn am Samstag, 27. Juli ab 19 Uhr das Freibad Bodenfelde seine Pforten öffnet, dann ist ist sie wieder da:

Die 3. Nacht der 1000 Lichter in Bodenfelde.


Nach 2-jähriger Pause wird der Förderverein des Bodenfelder Freibades den Gästen wieder die Möglichkeit bieten an einem hoffentlich lauen Sommerabend noch ein paar Bahnen zu ziehen. Inmitten einer Kulisse aus Knicklichtern, Kerzen und Scheinwerfern. Das Freibad schillert an diesem Abend in den buntesten Farben. Bis genau 1 Uhr in der Nacht darf geschwommen werden oder in einem Affenzahn ins kühle Nass gerutscht.

Die Besucherinnen und Besucher haben zudem die Möglichkeit leckere Cocktails zu genießen. Oder auch ein Wasser. Oder Bier. Oder andere diverse Getränke. Gegen den kleinen Hunger in diesem Jahr im Angebot Leberkäse, Kasseler im Brötchen und natürlich die bekannten, sagenumwobenen BFP – die Bodenfelder Freibad-Pommes.“
Umrahmt wird der Abend/die Nacht musiktechnisch von den Jungs, welche hier in die Region gehören wie die Weser oder der Sollingturm: Daniel und Mario Knops. So kann vor oder während oder nach dem Schwimmen ein kleines Tänzchen gewagt werden. Das Freibad Bodenfelde lädt mit seinem weitläufigen Gelände und der großen Terrasse zu all dem ein.

So wird jeder Gast für sich entscheiden ob es eine Runde in die Becken geht oder doch gleich zum Tanzen auf die Wiese oder gepflegt an die Bar. Flexibel sein ist alles. ^^

Mehr zum Freibad hier: Freibad Bodenfelde bei Facebook

Wo: Bodenfelde, Nienoverer Weg 25, 37194 Bodenfelde
Datum: Samstag, 27.07.2019
Uhrzeit: 19 Uhr bis Open End
Eintritt: 6 Euro

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Das Ende der Geschichte von einem Vater und seinen drei Töchtern.

(Quelle Bild: Steffi Werner)

Als das Drama um meinen/unseren Vater im April begann ahnte ich schon, dass es kein gutes Ende nehmen wird. Trotz hoffnungsvollen Momenten. Für mich fing zu diesem Zeitpunkt schon das Abschiednehmen an. Stück für Stück. Tag für Tag.

Trotzdem dachte ich, mir reißt es den Boden unter den Füßen weg als mein Telefon klingelte und man mir sagte, dass mein Vater  eingeschlafen sei. Da er zuletzt in der Klinik lag in der ich arbeite, war ich in ein paar Minuten bei ihm und sah seinen friedlichen Gesichtsausdruck. Das beruhigte mich sehr. Denn für ihn waren die letzten Wochen die übelste Quälerei. Er war sehr krank, er war alt, er hatte so wenig Perspektiven auf einen akzeptablen und würdevollen Lebensabend. Der Gedanke, dass er blind, schlecht hörend, verwirrt und am Oberkörper gelähmt in einem Pflegeheim vor sich hin vegetiert in seinem Rollstuhl, hat mich manchmal um den Verstand gebracht. Wie gut, dass er das nicht mehr erleben musste.

Mein Vater und ich waren wie Feuer und Eis. Welche Kämpfe haben wir miteinander ausgefochten, wie oft Streitigkeiten erlebt, stellenweise haben wir uns ignoriert, auch verletzt oder sind uns aus dem Weg gegangen. Wir waren zwei typische „Werner“, beide Dickschädel und beide nicht einfach. Kam es aber hart auf hart, dann standen wir beide oft in einer Reihe. Ich erinnere mich daran, dass er sauer auf mich sein konnte wie er wollte: Stieg mir aber das Wasser bis zum Hals, dann war er fast immer für mich da.

Wie stolz war er als der erste männliche „kleine Werner“ auf die Welt kam: Mein Sohn. Der Kurze und sein Opa waren ein Team. Mein Vater hatte für ihn extra einen Balkon an das Haus gebaut im Jahr 1998, damit der Kurze an der frischen Luft seinen Mittagsschlaf im Kinderwagen halten konnte.

Als ich im Herbst 2017 meinen Job wechselte von Klinik A zu Klinik B, ahnte ich nicht wofür genau das gut sein sollte. Kaum hatte ich dort angefangen, kam mein Vater mit immer neuen Diagnosen zu uns. Das war genau die Zeit in der wir beide uns zusammenrauften. Ohne große Worte.

Für diese letzten 1,5 Jahre mit ihm bin ich so dankbar.

Dankbar bin ich auch für seine Worte an uns drei Töchter gerichtet an einem seiner letzten Tage. Es tat im Hinblick darauf, dass er nicht mehr viel Zeit hat, so gut. Es fühlte sich an wie ein Segen von ihm und macht für mich heute die Trauer und die Gedanken an die Vergangenheit erträglicher. 

Ich habe ihn oft im Stich gelassen wenn er meine Hilfe dringend gebraucht hätte. Was an unserem zerrütteten Verhältnis lag. Auch wenn es zu spät war und ich im Nachhinein an den Situationen damals nichts mehr ändert kann, konnte ich mich dafür noch bei ihm entschuldigen. Ob er meine Worte hörte weiß ich nicht. Aber es tat mir gut sie auszusprechen. Das schlechte Gewissen allerdings bleibt.

Am Tag seiner Beerdigung war so viel los. Die Vögel auf dem Friedhof sangen in einer Lautstärke, dass wir im ersten Moment irritiert waren. Das ging so die ganze Trauerfeier über. Wir dachten es war ein Teil der Hintergrundmusik, welche die Beisetzung untermalte und vielleicht etwas zu laut eingestellt war. Dem war aber nicht so.

Gegen Abend kamen heftige Gewitter auf. Der Himmel bot Wolkenbilder in einer Intensität wie sie lange nicht zu sehen waren. Ich habe ein Foto nach dem nächsten gemacht (Wolkenbilder fotografieren ist eine Art Hobby von mir). Drei der Bilder hatte ich als Wetterbild bei einem Radio-/Fernsehsender eingereicht. Die Geschichte hinter diesen Bildern kannte nur ich. Bislang hatte es keine Aufnahme von mir bis zur Ausstrahlung geschafft welche ich in den letzten Monaten gemacht hatte. Und das waren viele. Sehr viele. Doch ein Wolkenbild von diesem Tag wurde dann ausgewählt und war am Abend kurz in einem regionalen Nachrichtenmagazin zu sehen. Dass es genau dieses Bild war von diesem Tag, lässt mich bis heute verwundert zurück.

In den letzten Tagen fand ich den Gedanke tröstlich zu wissen, dass mein Vater nun bei meiner Mutter ist. Er hat sie sehr vermisst. Diese Tatsache macht die Trauer auch ein Stück weit erträglicher. 

Wie gerne schaue ich mir Bilder von ihm an. Heute mit einem ganz anderen Gefühl wie vor 2 Jahren noch. Bei den alten Fotos denke ich immer wieder:

„Was war er für ein hübscher Mann.“

Auf den alten Fotos mit seinen Enkelkindern kann man seinen Stolz auf sie und seine Liebe zu ihnen fast spüren.

Wie stolz bin ich heute auf ihn, dass er seinen letzten und harten Weg mit so viel Kampfgeist und Durchhaltevermögen gegangen ist.

Wie traurig bin ich allerdings auch, dass er alleine war beim Sterben. Ich saß knapp 100 Meter weiter und habe nicht geahnt was sich an diesem Vormittag bei ihm abspielte. Aber vielleicht wollte er auch alleine sein in diesem Moment. An dieser Tatsache werde ich noch ein wenig zu knabbern haben.

Wir drei Töchter haben total unterschiedliche Erinnerungen an ihn. Ich fand es beinahe spannend als meine ältere Schwester ihn beschrieb und ich nur dachte:

„Von wem spricht sie denn da?“

Bei meinen Erinnerungen an ihn wird es meinen Schwestern nicht anders gehen. 

Auch wenn man noch 1000 wirre und traurige Gedanken im Kopf hat und sich recht langsam an die Tatsache gewöhnt, dass die Eltern nicht mehr da sind, kann ich wieder lachen und vielen Dingen etwas positives abgewinnen. Es muss und wird weitergehen.

Und so endet die Geschichte von einem Vater und seinen drei Töchtern.

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Von dem Willen und Kampfgeist eines Vaters.

(Quelle Bild: Pixabay/TheDigitalArtist)

Irgendwo in diesem Land liegt jetzt ein Vater in einem Krankenbett auf einer Intensivstation, der in den letzten Wochen für Tiefschläge und Höhenflüge sorgte, die für seine Familie kaum zu verstehen und begreifen sind.

Aber beginnen wir von vorne:

Ein Ehemann verlor vor vielen Jahren seine Ehefrau, und einige Zeit später sein Augenlicht. Ein Mann der viel von der Welt gesehen hatte, musste sich im hohen Alter der Blindheit stellen. Das war hart! Und verlangte ihm sowie seiner Familie (3 Töchter) viel ab. Dieser Vater wohnte noch immer in seinem Elternhaus bis zu seinem 80. Lebensjahr, die Versorgung klappte. Für alles war gesorgt. Trotz einiger Probleme/Hürden immer wieder.

Gesundheitliche Probleme kamen hinzu, dieser Vater musste in immer kürzeren Intervallen ins Krankenhaus. Und er fand sich dort nicht zurecht. Weil er blind war. Das machte ihm Angst und stresste ihn.

Nach einer Odyssee zwischen Krankenhaus I und Krankenhaus II auf direktem Wege entwickelte er nach seiner Entlassung ein Durchgangssyndrom, ein Delir. So vermutete man. Er war nicht mehr Herr seiner Sinne. Diese Tatsache brachte ihn in Krankenhaus Nummer III und es wurde klar, dass er zu Hause mit diesem Krankheitsbild nicht mehr adäquat versorgt werden kann. Für die drei Töchter war es die Hölle den sonst so sortierten Vater so verwirrt zu sehen.

So entschlossen sich seine drei Töchter schweren Herzens für eine Heimunterbringung, es wäre nicht möglich sich 24 Stunden um ihn zu kümmern bzw. auf ihn aufzupassen. Denn er brachte sich durch das Delir sehr oft in gefährliche Situationen. 

Dort lebte er nicht mal zwei Wochen bis er stürzte. Und er brach sich einen Halswirbel. Nach einer Notoperation stellt sich heraus, dass er seine Beine wieder bewegen kann. Aber nicht seinen Oberkörper. Zudem konnte er nicht mehr schlucken, Essen und Trinken waren ihm nicht mehr möglich. Er musste sehr oft abgesaugt werden. Eine Tortur für Betroffene.

Seine Beine halfen ihm aber seit einiger Zeit schon nicht mehr, er saß im Rollstuhl. Seine Arme und Finger hingegen waren wichtig für ihn. Er konnte noch ein Brot halten und sein Saftglas im Pflegeheim. Sich kratzen wenn es ihn juckte. Und plötzlich ist diese Option Geschichte. Die drei Töchter fragten sich, welche Lebensqualität er in dieser Situation noch haben wird wenn man das Gesamtbild betrachtet. 

Dieser Vater lag nach der Operation intubiert auf einer Intensivstation inmitten von Gerätschaften, Monitoren und Schläuchen. Er entwickelte Kampfgeist und konnte recht schnell ohne Atemunterstützung leben. Er atmete wie ein 20-jähriger, so die Aussage einer Intensivschwester. Man entschloss sich zu einer Rehabilitation in naher Zukunft, denn die Chancen standen gut, dass er die Lähmung im Oberkörper und die Probleme beim Schlucken wieder besiegen kann mit therapeutischer Unterstützung. Wenn sein Gesundheitszustand stabil ist und stabil bleibt.

Eine Verlegung in eine Rehaklinik war geplant. Und während den Vorbereitungen für diese Verlegung kommt es zu einer Situation, welche eine Reanimation (Wiederbelebung) nötig machte. Sein Herz wollte nicht mehr schlagen. Die Wiederbelebung war erfolgreich, der Vater kam ins Leben zurück, wurde nochmals intubiert und brauchte diesmal Atemunterstützung. Es sah nicht gut aus. Seine drei Töchter saßen verzweifelt zu Hause und planten die Fahrten in die Klinik. Kurioserweise standen die Autos aller drei Töchter zeitgleich in Werkstätten wegen diverser Probleme. Keine war mobil in der aktuellen Situation.

Das Drama wurde vorerst per Telefon besprochen was die weitere Vorgehensweise betraf. Untereinander und mit den Ärzten.

Die Autos waren repariert und fahrbereit, und die drei Töchter machten sind auf den Weg Richtung Klinik. Die Prognose war düster. Der Vater entschied letztendlich wie es weiterging durch seine Verfassung und der Reaktion seines Körpers.

An einem Samstag in den Vormittagsstunden, die Sonne schien und der Himmel strahlte, war ein Gespräch mit der behandelnden Ärztin geplant. Die drei Töchter eilten aus allen Himmelsrichtungen in die Klinik. Es fühlte sich für sie an wie ein Tag des Abschiedes. Die erstgeborene Enkeltochter war auch zu ihrem Opa gekommen. Sie nahm eine lange Reise auf sich. Sie konnte sich nicht von ihrer Oma verabschieden und wollte es nun bei ihrem Opa dürfen.

Eine Tochter summte auf dem Weg zur Klinik die Lieder im Radio mit, wahrscheinlich um sich zu beruhigen.

Von der anderen Tochter hört man gar nichts, sie war ganz still, sie funktioniert einfach nur noch.

Die dritte Tochter hat mit Kreislaufproblemen zu kämpfen, es dauerte bis sie den Gang in die Klinik antreten konnte.

Es wurde mit der behandelnden Ärztin abgesprochen, dass der Vater keine lebenserhaltenden Maßnahmen mehr erhält. Das war sein Wunsch. Die Beatmung sollte abgeschaltet werden um zu sehen ob er noch alleine atmen kann. Man musste schauen wie er für sich entschied. Innerlich hatten sich alle auf einen Abschied eingestellt. Diese Momente waren eine Qual.

Als die drei Töchter an sein Bett traten mit den schlimmsten Befürchtungen und voller Angst, sahen sie folgendes: Er atmete! Er atmete alleine und erzählte. Leise und kaum hörbar, aber er erzählte.

Während die eine Tochter all das nicht mehr wechseln konnte und verständlicherweise irgendwann nach Hause fuhr, gingen die anderen beiden Töchter nach Stunden an seinem Bett eine Kleinigkeit Essen. Mal kurz Kraft tanken, durchatmen, sich runter fahren. Als dann beide Töchter wieder zu ihrem Vater kamen sahen sie, dass er die Finger der rechten Hand bewegte. Das war unglaublich! Und er erzählte und erzählte und erzählte.

Er erzählte Dinge, von denen die beiden noch anwesenden Töchter teilweise überwältigt waren. Nämlich seine Sichtweise als Vater auf seine drei Töchter. Seine Worte waren so klar, so sortiert, so ehrlich. Seine Verwirrung aber auch seine klaren Momente wechselten sich ab. Aber da waren sie wieder, seine sortierten Gedanken.

Er hatte Durst, einen riesengroßen Durst, und wünschte sich ein kaltes Bier, einen Rotwein, einen Kaffee, einen Cappuchino und so weiter und so fort.  

Und er rief:

„Hallo. Ich möchte bitte zwei Schnäpse!“

Die Töchter saßen dort und lachten Tränen. Vor Erleichterung. Vor Glück. Auch vor Überforderung und Erschöpfung die letzten Wochen betreffend. Es war ein hoch und runter und auf und ab. Es war alles dabei von Trauer, Verzweiflung, Panik, Freude, Hoffnung, Glücksgefühlen. Das ging an die Substanz und an die Reserven.

Der Vater war zurück und legte erneut einen Kampfgeist an den Tag, den man von ihm nicht erwartet hatte.

Heute bekommt er nach Absprache mit dem Pflegeperson ein alkoholfreies Bier. Damit darf man ihm den Mund etwas befeuchten. Trinken kann er es ja nicht. Er wird es heute kurz schmecken, sein Bier.

Die dramatische Situation, welche gestern um 11 Uhr besprochen wurde, war hinfällig. Er hatte bewiesen, dass er leben möchte.

Aus seinem

„ich kann nicht mehr“

wurde ein

„ich möchte doch nur noch etwas leben“.

Seine drei Töchter sind nun gespannt, was in den nächsten Wochen passieren wird. Und dankbar sowie stolz, dass er so gekämpft hat. Weil sie es in der Intensität von ihm nicht kannten.

So lernten sie ihren Vater in den vergangenen Wochen/Tagen von einer ganz anderen Seite kennen.

Und sie lernten, zu was der Wille eines Menschen in der Lage sein kann.

Jeden weiteren Tag müssen sie allerdings auch lernen, sich immer wieder auf neue Situationen einzustellen. Denn der Zustand des Vaters ist jeden Tag anders und nicht vorhersehbar.

(Diese Geschichte hat sich genau so zugetragen wie sie geschrieben wurde und ich durfte sie nach Rücksprache auch veröffentlichen).

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Von viel redenden Menschen, ausverkauften Rouladen und günstigem Wein.

(Quelle Bild: Pixabay/LillyCantabile)

Ich war gestern noch recht spät beim Einkaufen und traf einen ehemaligen Kollegen. Ein unglaublich sympathischer und lieber Mensch, der immer viel zu berichten hat. Der immer sehr viel zu berichten hat. Eben einer, bei dem die Kartoffeln anfangen zu keimen im Einkaufswagen wenn Du den Absprung nicht schaffst. Und dieser ehemalige Kollege hatte vorher schon meine jetzige Kollegin getroffen in einem anderen Supermarkt, die Welt ist ja oft ein Dorf. Und ich denke noch so:

„Hossa, sie wird wieder fluchen weil sie nicht vom Fleck kam. Schreibst Du sie nachher mal bei Whatsapp an.“

Ich stieg gerade aus meinem Auto aus vor der Haustür, da fuhr sie am Parkplatz vorbei und hielt an. Ich musste nichts sagen, ich sah schon was los war.

Auch sie hatte den Absprung aus dem Gespräch nicht geschafft. Trotz mehrmaliger Versuche. Und noch viel schlimmer: Als sie es dann geschafft hatte, waren die Rouladen, welche sie unbedingt brauchte, ausverkauft. Er hatte sich nicht um Kopf und Kragen geredet, sondern sie quasi um ihre Rouladen. Meine Kollegin musste dann umschwenken und für das Mittagessen am Sonntag eine Alternative finden. Ja, so kann das kommen.

Ich musste hier zu Hause noch schmunzeln.

Dieser ehemalige Kollege erzählt aber auch immer die härtesten Geschichten, also spannend ist es schon.

Als ich mit ihm so auf dem Parkplatz stand und nach dem Blick auf die Uhr mitteilte wie spät es ist (es war 20.50 Uhr, der Discounter hatte bis 21 Uhr geöffnet), ging er seelenruhig Richtung Einkaufswagen. Keine Eile – keine Hektik – kein Stress. Bewundernswert. Und ich gehe davon aus, auch die Verkäuferinnen und Verkäufer wissen nun welches Auto er sich gekauft hat, wo er am Wochenende hinfährt, was sein Vater auf keinen Fall erfahren darf etc. Pünktlich Feierabend hatten diese Damen und Herren garantiert nicht.

Wenn dieser ehemalige Kollege Sonderangebote sieht, dann gibt es kein Halten mehr. Er kauft nicht 1 Teil oder 3 Teile. Nein, wenn es in seinen Augen ein totaler Schnapper ist, dann rammelt er sich den ganzen Kofferraum voll mit der Beute. So auch passiert vor einiger Zeit mit günstigem Wein. Alles rein hinten in die Karre. Nur leider, leider ist die Ladung verrutscht, und beim Öffnen der Kofferraumklappe flogen die Flaschen gleich hinterher.

So wie meine Kollegin gestern auf Rouladen verzichten musste, so musste er damals auf viel Wein verzichten.

Gleicht sich das alles wieder aus. ^^

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Es wurde getanzt bis tief in die Nacht: Meeting Revival-Party

Da hat die Ü30- bzw. Ü40-Partygemeinde (mit Luft nach oben) aber gestern gezeigt, wo der Frosch feiertechnisch so die Locken hat. Schon vor 21 Uhr war das Gelände am Kulturbahnhof mehr als gut gefüllt. Mein Plan, gleich eine Bratwurst zu essen als Grundlage, war nach den ersten Gesprächen schon vergessen. Ich hätte mich am liebsten zu Gaby an die Kasse gesetzt um genau zu sehen wer dort alles aufschlägt. Menschenskinder, die Leute kamen und kamen und kamen. Zum Glück war das Wetter auch Bombe, so konnte man tiefenentspannt draußen sitzen/stehen und den Klängen der absoluten 80er- bzw. 90er Jahre-Gassenhauer lauschen. Peter und Speedy kredenzten nahtlos die Songs von damals. Es dauerte nicht lange, da wurde schon abgehottet auf der Tanzfläche. Als von den tanzenden Schulterpolster-Boys „Girl you know it`s true“ kam, ging mein Kopfkino schon los im Bezug auf damals.

Ich hätte gerne eine Runde Breakdance gesehen. Jemand der auf`m Koppe Drehungen vollzieht und so. Naja, vielleicht beim nächsten mal.

Der Getränkewagen war sehr begehrt, teilweise stand man in Zweierreihen um an diverse Kaltgetränke zu kommen. Wie damals an der Theke im Meeting zur besten Zeit.

Es war eine ausgelassene, total entspannte Atmosphäre. Wie oft konnte man beobachten, dass sich die Leute kurz in den Arm nahmen. Teilweise hatte man einige Leute jahrelang nicht mehr gesehen (Gruß an Andrea an dieser Stelle und an Nicole und an Susanne usw.).

Wie das immer so ist, waren mir einige Gesichter fremd. Aber: Man kann ja nachfragen. Da war ein ganz Schicker am Start, ich hab den Name vergessen, ich Schaf.

Mein Highlight war das Erscheinen von „Disko-Jupp“, dem Wolfgang. Der härteste Kassierer on earth war er damals. Er war es auch der damals mit mir meckerte, weil ich nur eine Cola getrunken hatte den ganzen Abend über. Das war noch im alten Meeting. Junge, hatte ich immer Muffe wenn die Kohle nur für ein Getränk reichte. Wir wollten ihm gestern eine Cola ausgeben, als Retourkutsche. Aber selbst das haben wir vergessen vor lauter Beobachterei und Jabbelei.

Im Vorfeld hatte ich etwas Panik, dass ich Flenne vor Rührung. Dem war allerdings nicht so.

Der Abend verging viel zu schnell. Ich saß gestern schon um 17 Uhr gekämmt und gestriegelt in der Küche voller Vorfreude und habe mit den Füßen gescharrt. Und dachte kurz darüber nach mein 80er Outfit aus dem Schrank zu holen. Und noch Lockenwickler einzudrehen. Und mich von oben bis unten mit Jovan Musk Oil zu bestäuben, das habe ich nämlich noch im Alibert stehen. Der Erinnerung wegen. Den Gedanke hatte aber nicht nur ich wie ich später erfuhr. Wäre eine Überlegung für die nächste Party wert: Wer im 80-Style erscheint oder nach „My Melody“ riecht, bekommt vergünstigten Eintritt oder so.

Bleibt zu hoffen, dass sich die Meeting Revival-Party wieder etabliert im Uslarer Veranstaltungskalender. Und DJ Wimmer bei der nächsten Sause mit am Start ist. Und natürlich, dass Gaby und ihr Team nochmals einladen. Das habt ihr echt fein gemacht 😉

Im Bett ist mir übrigens eingefallen, dass ich die Bratwurst vergessen habe.  Irgendwas is ja immer, nä? ^^

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Von Vorfreude und … mal wieder den 80er Jahren.

(Quelle Bild: Steffi Werner)

Meine Freunde sind sicherlich schon dezent genervt von mir, weil ich seit Wochen beinahe über nichts anderes spreche/schreibe als von einem DER Events 2019: Eine Revival Party. Genauer gesagt die „Meeting Revival-Party“. Die Party findet morgen statt, ich bin schon total uffjeregt.

Das Meeting war in den 80er/90er Jahren hier in dieser meiner Kleinstadt eine Diskothek. Jeden Donnerstag und jeden Samstag versammelte sich dort quasi die Gemeinde.

Als wir uns die Tage darüber unterhielten, haben viele ihre Geschichten/Erinnerungen erzählt. Schenkelklopfer, da waren so witzige Stories bei. Eine Handball-Kollegin erinnerte sich daran, dass uns der Türsteher nicht reingelassen hatte, wir waren zu jung. Wir wurden mit unseren Turnbeuteln nach Hause geschickt frei nach dem Motto:

„Du kommst hier net rein.“

Ich erinnere mich daran, dass genau dieser Türsteher dann, nachdem wir dort hinein kamen, gemeckert hat. Weil ich stundenlang an meiner Cola herum nuckelte. Seine Worte waren:

Das ist hier kein Bahnhof!“

Ja, ja, ja. Für `ne zweite Cola reichte die Kohle aber nicht. Ich hatte so Schiss vor dem und werde das echt nie vergessen.

Morgen dann gibt es nach einer mehrjährigen Pause eine neue Runde Erinnerungen. Viele sind gespannt wie die Flitzebogen.  Einige reisen sogar von außerhalb an und nächtigen mal wieder in der Heimat. Meistgelesener Kommentar zum Event:

Es war damals eine so schöne Zeit.“

Das war es auch.

Neulich beim Einkaufen rief eine Bekannte:

Steffi, 18.05.?“

Ja, Andrea, 18.05.!“

High Five 😉

Und man darf gespannt sein wer morgen wieder wen nicht erkennt oder sofort erkennt. Wer überhaupt erscheint. Und wie oft über die damaligen Zeiten gesprochen wird. Wie die Party-Gemeinde nach der Musik eskaliert auf der Tanzfläche. Wer vielleicht ihrer/seiner ersten großen Liebe über den Weg läuft etc.

Man munkelt, einige Ehefrauen/Ehemänner sind in Sorge, weil wiederum deren Ehefrauen/Ehemänner morgen auf „the love of the 80th“ stoßen werden. Bei mir recht realistisch, ich war in den 80er Jahren gefühlte 4376 Mal verliebt. Das wissen die Betroffenen allerdings nicht 😉

Die 80er waren meine Zeit. Ich kann teilweise nicht sagen was ich gestern gegessen habe. Aber ich kann sagen, zu welchem Lied aus den 80er Jahren genau was los war. Hier liegen noch zwei Tagebücher. Mit einer Liste ganz hinten, in wen ich verliebt war und wer mich dann auch wollte. Das Schnitt war jetzt nicht soooooo dolle, aber das ist ja wumpe.

Und ich sehe mich schon in der Nacht mit meiner Handtasche schleudern nach Hause gehen bei Sonnenaufgang, und „take on me“ von aha trällern.

Was muss, das muss, gelle? ^^

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Investigativ in Bodenfelde unterwegs – für den Schüttenhoff

(Quelle Bilder: Schüttenhoffgesellschaft Bodenfelde, Steffi Werner)

(M)ein Kommentar

Uslar/Bodenfelde/ Kaum nimmt man am Fahnenausmarsch und an der Generalversammlung teil, werden die wildesten Spekulationen aufgestellt. Ich bin gefragt worden ob es stimmt, dass ich neuerdings zu den Marketenderinnen gehöre. Zur Beruhigung an alle:

Nein, ich werde NICHT in einem kurzen Uniformrock als Marketenderin durch Bodenfelde marschieren. Das will auch keiner sehen. Es war ein kurz aufkeimendes Gerücht. Woher auch immer es kam.“ Schenkelklopfer 🙂

Da ich am Freitag beim Hexentreffen teilnehmen durfte (Dankeschön für die Einladungen an dieser Stelle), war ich quasi mittendrin statt nur dabei. Investigativ um genauer zu sein.

Aber beginnen wir von vorne.

Fahnenausmarsch/Generalversammlung

Ich war schon ziemlich uffjeregt muss ich zugeben an diesem 10. März. Und dann erstaunt. Erstaunt darüber, dass der Mann, der an meinem 18. Geburtstag mucksmäuschenstill auf meiner Rattan Couch in meinem Kinderzimmer saß, so brüllen kann. Herrschaftszeiten. Meistgehörte Worte/Sätze bei der Meldung an den Hauptmann:

Augen geradeaus“,

stillgestanden“,

rührt euch“.

(Selbst ich nahm teilweise Haltung an)

Vom Herrn Oberst gab es für die Einheiten stellenweise etwas „Lack“, natürlich humorvoll untermalt.

Der Fahnenausmarsch war etwas verregnet, was den Damen und Herren allerdings nicht die Laune verhagelte. Man konnte einigen die Vorfreude auf das Pfingstwochenende schon ansehen unter dem Regenschirm.

Bei der anschließenden Generalversammlung war der Saal rappelvoll.

Es ist ja unglaublich, wie viel Arbeit hinter all dem steckt. Das wurde mir bei einigen Tagesordnungspunkten erst klar.

Hätte ich gewusst, dass das Freibier dort fliest wie das Wasser die Weser hinunter, dann hätte ich am Montag Urlaub eingereicht, das ist Fakt. Im Verlauf der Veranstaltung jedenfalls standen einige schon auf den Stühlen und haben gefeiert.

Als ich mit dem Uslarer Bürgermeister den Saal verließ, sagte ich so zu ihm:

„Hier, hör mal. Is` so schön hier, ich sollte einen Bodenfelder heiraten.“

Er so:

*………, *……………., *……………..! *zensiert, es war aber positiv 🙂

 

Die Hexen und die Gulaschsuppe

Letzten Freitag dann der Besuch bei den Hexen. Es war das 7. Treffen. Ob die lustige Fahrt nach Willingen dazu zählt, ist ja wumpe.

Ich habe über 20 feierwütige Damen gezählt, allerdings trudelten im Laufe des Abends noch mehr ein. Das hörte gar nicht mehr auf. Man war so nett und beantwortete mir meine gefühlten 4376 Fragen zu dem Part mit den Hexentanz am Pfingstmontag.

Schon Heinrich Sohnrey beschrieb, dass

>>… gegen Abend urplötzlich ein Haufen Frauen aus dem Hinterhalte hervorbrach und die Musik vom Platze holte. … Die ganze Gesellschaft schloss sich an, und unter Schreien und Jauchzen wogte der Trubel hinter der schmetternden Musik im ganzen Ort umher. Auf jedem Kreuzwege und freiem Platze wurde im rasendsten, wildesten Tempo ein Reigen aufgeführt und alles mit fort- und herumgerissen. << (Quelle: Schüttenhoffseite).

Dass genau ein solches Szenario auch an diesem Pfingstmontag in ähnlicher Form stattfindet, kann ich mir nach dem Besuch des Hexentreffens wohl denken. Das kriegen die hin, kein Thema. Herr Sohnrey wird geahnt haben, welche Riege 2019 am Ruder ist 😉

Nach einer nahrhaften Grundlage in Form einer Gulaschsuppe gingen die Damen ins „Trainingslager“, wenn Sie verstehen was ich meine 😉 Feiern können sie jedenfalls. Bis morgens um 3.30 Uhr wurde getagt (munkelt man).

Pfingstmontag um 13.30 Uhr geht`s rund mit den Hexen, nur mal so als dezenter Hinweis.

Männereinfangen: Das wird mein Event

Bei meiner Recherche stolperte ich bei der Beschreibung des Hexentanzes über folgendes Wort: „Männereinfangen“. So, wer sich weiter oben an meine Worte Richtung Uslarer Bürgermeister erinnert, der kennt meinen Plan. Und wenn ich mir dafür in Vaddern seiner Werkstatt noch einen Reisigbesen klöppeln muss 😉

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Während die Hexen feierten, füllte sich auch der Gastraum nebenan. Der männliche Anteil schoss leicht nach oben. An den Shirts konnte man erkennen, dass auch einige Herren der Einheiten kurz auf ein Feierabendbierchen vorbei schauten. Ein mir gut bekannter Pionier antwortete dann auf meine restlichen 325 Fragen ordnungsgemäß und erzählte, wie sich teilweise die vier Tage Schüttenhoff in der Vergangenheit so gestaltet haben. Die Highlights sozusagen. Die legendären Geschichten.

Leute, ich würde das nicht annähernd durchhalten.

Was an diesem Abend allerdings auch wieder zu spüren war, das war die Vorfreude auf den Schüttenhoff.

Vorfreude ist die schönste Freude. Keine 6 Wochen mehr, dann wird der Zeltboden schon beben.

Ich komme dann aber nicht mit dem Auto. Versprochen. ^^

Hinweis:

Eine Abordnung der Schüttenhoffgesellschaft ist am 31. Mai von in der Zeit von 12 Uhr bis 13 Uhr auf NDR1 zu hören in der Sendung „Plattenkiste“. RADIO AN.

NDR1 Plattenkiste

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Die letzte gelbe Telefonzelle: Weg ist sie.

(Quelle Bild: Pixabay/anaterate)

Hach ja, man wird fast etwas wehmütig und nostalgisch wenn man gesehen hat, wie die letzte gelbe Telefonzelle ihre Reise angetreten hat über den Königssee.

Heute noch habe ich den Geruch dieser Zellen in der Nase, die Teile rochen von innen alle gleich. Was wohl auch an den Telefonbüchern gelegen hat, welche rechts vom Apparat hingen. Man musste die hochklappen um Nummern zu suchen. Natürlich waren die nicht immer zu 100% vollständig, irgendein Dödel hat teilweise die Seiten raus gerissen.

Zu der Zeit der gelben Telefonzellen brauchte man immer Kleingeld in der Börse. Und teilweise noch viel mehr Zeit. Und natürlich musste man mit weniger netten hygienischen Zuständen klarkommen. Es war cool wenn man die Groschen rein geworfen hatte und wählte, später dann tippte. Und das Telefonat beendet war wenn die Groschen aufgebraucht waren. Letztes war dann weniger cool.

Manchmal hat man aus der gelben Telefonzelle in der Jugend den Schwarm angerufen inkognito, weil zu Hause die ganze Familie mithören konnte. Gerade dann, wenn die Schnur vom Telefon jetzt nicht die längste Schnur war.

Wir haben in den Dingern als Jugendliche heimlich gepafft, den Weltfrieden geplant, das Universum dumm und dämlich diskutiert, geknutscht und so. Silvester dienten die gelben Telefonzellen als „Testgelände“ für Böller jeglicher Art. Das hat aber auch gerumst und gequalmt 😉

In den gelben Telefonzellen hingen auch diese Notrufhebel, die konnte man im Ernstfall umlegen. Ich erinnere mich noch dunkel, dass in der Zelle vor meinem Elternhaus dieser Hebel oft sinnlos bewegt wurde und so der Notruf ausgelöst war. Da fand Remmi Demmi im Dorf statt, das glaubt mal. 

Heutzutage würde wohl kaum noch jemand den Hörer in die Hand nehmen ohne diesen vorher zu desinfizieren. Auf den Gedanken kamen wir damals gar nicht. Es sei denn es klebte Kaugummi dran. Hubba Bub*a, 3 Wochen alt und hart wie Euterbock.

Wenn abends das Licht darin anging, war alles voller Motten. Es gab auch Zellen, da war alles voller Spinnweben, toter Falter und anderem Flattervieh. Immer dann, wenn die zuständige „gelbe Telefonzellen-Reinigungskraft“ jetzt nicht sooooo oft vorbei schaute. Es war nämlich immer jemand zuständig für die Reinlichkeit. 

Wenn man die Tür schloss von der gelben Zelle, dann war das ein Stück Privatsphäre. Eingebildete Privatsphäre. Weil man draußen jedes Wort verstand. Es sei denn man hat geflüstert und schützend die Hand vor die Muschel gehalten. 

Es gab auch Tage, da standen mehrere Personen vor der gelben Zelle. Das konnte dann teilweise dauern. Hatte jemand ein lauteres Organ, kannte man die Geschichten von den „Vorsprechern“ immer bis ins Detail. Und man wünschte sich in den nächsten Tagen wieder besagte Person vor sich in der Warteschleife zu haben um das alles weiter zu verfolgen.

Wie gesagt, bei uns auf dem Dorf stand die Zelle vor unserem Haus. Man konnte im Blick haben wer viel telefonierte. Nostalgisch finde ich heute im Nachhinein betrachtet den Anblick, wenn die Hausfrau in Kittelschürze in die Zelle ging und das Geld aus der Kittelschürze holte. Und wenn wir als Kinder in den Schacht für das Rückgeld schauten und noch ein paar Groschen fanden.

Hach ja, man wird wehmütig und nostalgisch wenn man an die gelbe Telefonzelle denkt.

So sei der gelben Telefonzelle die letzte Reise über den Königssee gegönnt. Ich hoffe, da hing kein Hubba Bub*a am Hörer. ^^

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