Surprise, Surprise: Die Überraschungsparty

Es war eine schauspielerische Glanzleistung aller Helferinnen und Helfer

Ich war ruhig die letzte Woche, gelle? Zum einen wurde mein Blog der DSGVO angepasst am Wochenende, zum anderen hatte ich ein ganz besonderes Projekt am Start: Eine Überraschungsparty planen und organisieren. Für den Kurzen.

Ja, wir haben beide in den letzten Jahren unsere Geburtstage gar nicht gefeiert. So dachte ich mir vor ein paar Wochen, dass es total cool wäre den 20. Geburtstag nachzuholen. Jetzt nicht meinen, den vom Kurzen. Etwas ausgiebiger dann. Nicht hier in unserer Bude in die nur 7 Leute passen, ich habe nicht mal Schnapsgläser und auch nur 4 Stühle. Sondern locker – flockig – rustikal. Mit Lagerfeuer am besten. Outdoor.

Also ratzfatz eine Grillhütte gemietet und alle eingeweiht. Keiner durfte ein Wort sagen. Nun rückte der Tag näher, wir hatten uns extra eine Story ausgedacht um ihn auf eine falsche Fährte zu locken. Ich bin wie angeschossen Einkaufen gewesen, hier Fleisch bestellt, da Getränke, und ich war lange auf der Suche nach ökologischem Mehrwegbesteck. Ist ja sauteuer das Zeug.

Okay, hatten wir alles unter Dach und Fach. So organisationstechnische Dinge sind nicht meine Dinge.

Was trinken die heutzutage?“

Wie viel Wurst und Steak isst eine feierwütiger Gast?“

Muss man in eine Grillhütte Flüssigseife und Klopapier mitbringen?“

Hoffentlich pinkelt da keiner aufs Areal.“

Nach Überlegung einer Story, die ihn auf die komplett falsche Fährte führte (meine Freundin feiert dort habe ich ihm gesagt, die Tina) ging der Spaß los.

Der Kurze, im Einzelhandel tätig, hat sich quasi seine Getränke selber geliefert 🙂 Er dachte aber, sie seien für die Tina. Und ich helfe ausladen, weil Tina arbeiten muss, für eine erkrankte Kollegin einspringen. War das ein Gemecker an der Hütte bei 30 Grad. 45 Minuten durchgehend Gemecker. Weil er eigentlich frei gehabt hätte. Und dann die Lästerei über mein ausgesuchtes Bier:

„Warum hat Tina so `ne Jauche genommen? Trinkt keine Sau!“

Er wusste ja nicht, dass es sein Bier für seine Party war und ich das im Angebot gekauft hatte. Nicht das von Tina.

Ich wieder an die Hütte gefahren gegen Abend, alles vorbereitet, der Kurze hatte sich hingelegt. Abgesprochen war, dass der Filialleiter ihn gegen 19 Uhr anruft, weil mit der Lieferung der Getränke was total in die Hose gegangen sein soll. Die er ja geliefert hatte. Und ihn abholt um nachzuschauen, was da falsch lief. Das war unser Plan um ihn an die Hütte zu locken. Wir waren schon alle dort. Nun ging der Kurze nicht ans Telefon, nicht ans Handy und nicht ans Festnetz. Ich rein in meine Karre und nach Hause gebürstet. Als ich aus dem Auto stieg, kam er aus der Haustür: Verpennt und mit wirrem Haupthaar. Auf sein

„irgendwas stimmt mit den Getränken nicht, ich werde jetzt abgeholt“

kam von mir ein

„keine Ahnung, ich war an der Hütte noch nicht.“

Ich fühlte mich mal kurz etwas schlecht.

Ich schnell in die Wohnung, ich hatte wieder die Hälfte vergessen und wieder ins Auto und hinterher. Der Filialleiter hat im Auto voll die Story erzählt, dass er Essen gehen wollte und einen Tisch reserviert hatte und nun wegen der falschen Lieferung alles ins wanken gerät. Selbst die Freundin des Filialleiters hat mitgespielt und am Handy per Lautsprecher Stress gemacht wegen dem bestellten Tisch und der falsch gelieferten Getränkebestellung.

Als ich dann wieder an der Hütte eintraf, stand da ein total verpeilter, verwirrter Kurzer der nicht fassen konnte, dass diese Party nicht die von Tina war, sondern seine. Er brauchte ein paar Minuten quasi.

Alle haben dicht gehalten, keiner hat sich verquatscht. Irre.

Wir haben bis morgens um 3.30 Uhr gefeiert. Seine Freunde waren so süß. Als es kurz Ärger gab, ist bei jeder Party so, kam einer mit 4,9 Atü auf dem Kessel auf mich zu und lallte:

„Steffi, wir passen auf Dich auf. Wir stehen hinter Dir. Mach Dir keine Sorgen.“

Als ich später einem mir unbekannten Polizisten begegnete und er mir mit seiner Taschenlampe entgegen kam auf dem Grillplatz, sagt der:

„Guten Abend, Frau Werner.“

Och nee, ich dachte gleich kommt ein:

„Sie schleichen aber auch immer, Jesses Maria. Man kennt Ihre Fratze. Die ganze Polizeidirektion Niedersachsen kennt ihre Fratze.“

Tausend Dank an dieser Stelle an die Freunde und Kumpels, die dicht gehalten haben. Und brenzlige Situationen im Griff hatten.

An unsere Verwandtschaft, die gegrillt hat wie wild und in rauhen Mengen.

An die Tina, die na klar auch dort war. „Was haste denn da für `ne Jauche genommen, Tina. Hä?“ 🙂

An die Kolleginnen/Kollegen von RE.. J. K. Wiesenstraße (ich darf keine Schleichwerbung machen), welche auch dicht gehalten haben, eine Standleitung zu mir aufnehmen mussten und den Spaß mitgemacht haben. Ihr wart echt oskarverdächtig. Und die vielen Salatmacherinnen, welche so viel lachten und Stimmung in die Hütte zauberten (eure Schüsseln bringe ich die Tage runter).

An den Mich(a)el der Brennholz lieferte, damit das Lagerfeuer aufflammte und ich mich wie 20 fühlte.

An den Tankshop in der Wiesenstraße (ich darf keine Schleichwerbung machen), welche mir in 30 Minuten 60 Brötchen gebacken haben auf den letzten Drücker.

An die Kerstin, bei der ich das Fleisch außerhalb der Öffnungszeit abholen konnte und die mir ausrechnete wie viel und was und überhaupt.

Und na klar die Junggesellen Bollensen, die in ihren grünen Shirts zahlreich erschienen, und mir mit ihren Stories echt so einige Lachkrämpfe abverlangten.

„Wenn … mit schwarzen Müllsäcken durch das Dorf geht, vollgeprümmelt bis oben hin, hat ihn die … wieder rausgeworfen. Kennen wir schon. Der zieht wieder ein. Die lieben sich.“

Die haben sich beim erzählen selber auf die Schenkel gehauen.

Es war ein toller Abend. ^^

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