„Du bist verrückt mein Kind, du musst nach Berlin“

Fernweh nach der Hauptstadt

„Du bist verrückt mein Kind, du musst nach Berlin“ – Dieses Zitat von Franz Suppè passt zu mir, denn ich habe mich vor nicht allzu langer Zeit in einer Stadt verliebt. Diese Stadt heißt Berlin. Kurios ist, dass ich ganz lange Zeit der Meinung war, niemals Berlin aufsuchen zu wollen. Weil ich etwas Angst hatte.

Grund dafür war der Film „Christina F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“. Diesen Film hatten wir in der Schule geschaut, und mich hat er als Jugendliche vom Dorf total geschockt. Dieser Film ist auch der Grund dafür, weshalb ich niemals auch nur darüber nachdachte, Drogen zu konsumieren. Es war ein abschreckendes Beispiel, und das hat bis heute angehalten. Nichtsdestotrotz eine Geschichte, die ich immer wieder schauen könnte. Der Song von David Bowie, „Heroes“, hat sich in mein Herz und Hirn gebrannt.

Dann lernt man einen Berliner kennen, der so dermaßen von dieser Stadt schwärmt, dass man doch über eine Stippvisite nachdenkt. Dann hat man den Mauerfall, welchen damals man vor dem Fernseher verfolgte, vor Augen und ist im nachhinein schwer beeindruckt von diesem historischen Moment. Erst Jahre später, nicht im aktuellen Moment.

„Ich habe zwei Tage lang alles aufgesogen“

So kam es zu meinem ersten Besuch in der Hauptstadt. Ich habe zwei Tage lang alles aufgesogen, was ich sah und wahrnahm. Wir sind kilometerweit und stundenlang durch die Stadt gelaufen, ich war weder müde noch kaputt, sondern bekam den Mund nicht mehr zu und war fasziniert. Ich stehe zudem unglaublich auf die Aussprache der Berliner, da könnte ich stundenlang zuhören.

Man sagte mir einmal, dass ich total gut zu diesen Menschen bzw. in diese Stadt passen würde, da auch ich ein etwas lockeres Mundwerk habe und neuen Bekanntschaften gegenüber recht offen bin. Das war vielleicht auch mit der Grund, weshalb wir vor einer Kneipe saßen, in der Live-Musik gespielt wurde, und kurze Zeit später mit den Jungs dieser Band die Nacht zum Tage machten.

Eine Stimmung, die nicht zu beschreiben war

Leider war ich erst drei Mal als Touristin dort, habe lange nicht alles gesehen, was ich sehen wollte. Mich zieht es aber immer wieder ins Kanzlerviertel, für mich sehr beeindruckend. Viele typische Ausflugsziele, wie den Checkpoint Charlie, habe ich schon aufgesucht. Noch nie habe ich mich mit der Geschichte dieser Stadt vor dem Mauerfall so beschäftigt.

Bei meinen drei Besuchen in Berlin waren nie Events geplant, einfach nur ein Wochenende in dieser schönen Stadt. Bei unserem ersten Besuch trafen wir auf Hannelore Hoger, welche gerade am Bahnhof drehte. Sicherlich für „Bella Block“. Beim zweiten Besuch trafen wir am Brandenburger Tor auf die Crew der „Küstenwache“, zudem war Tag der offenen Tür im Kanzleramt und bei der ARD.

Fernweh nennt man das

Beim dritten Besuch fand gerade der Terroranschlag in Frankreich statt und wir nahmen eine Stimmung vor der französischen Botschaft auf, die nicht zu beschreiben war und eine permanente Gänsehaut auslöste. Viele sprachlose Menschen vor einem Blumenmeer stehend. Unsere Staatsfrauen und Staatsmänner in ihren schwarzen Limousinen vor die Botschaft fahrend.

Vor zehn Jahren hätte ich nicht gedacht, dass ich mal ein paar Tränen verdrücke, wenn ich nach einem tollen Wochenende Berlin wieder verlassen muss. Fernweh nennt man das sicherlich. Und jetzt mal unter uns: So ein Berliner Mann würde sich unglaublich gut machen an meiner Seite. Zwinker.

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