Die „Kibus (Kirmesburschen) Lippoldsberg“ graben ihre Kirmes wieder aus

Kibus Lippoldsberg

Die Nachbarn in Hessen geben Gas: Die „Kirmesburschen Lippoldsberg“ machen wieder Kirmes. Tschakka!

Uslar, Wahlsburg, Hessen

Als ich die Meldung vernahm, dass in Lippoldsberg nach ca. 15 Jahren Abstinenz die Tradition der „Kirmes“ wieder ausgegraben wird, war ich total geflasht. Und nicht nur ich. Am ersten Wochenende im August, vom 04.08. bis 06.08., geht es rund in Lippoldsberg auf dem Festzelt an der Weser.

Kirmes ist die Beschreibung für ein Volksfest. Die junge Generation würde es „Party auf dem Dorf“ nennen. Leider haben diese Art von Festen arg abgenommen in der ländlichen Region. Von daher hört man den Ausdruck „Kirmes“ auch nur noch selten. Lippoldsberg wagt nun den Restart, und das mit einem durchaus sehenswerten Festprogramm. Total cool, Jungs. Respekt für diese Entscheidung und das Wagnis.

Warum wurde diese Veranstaltung eingestellt?

Das war auch meine Frage an die Verantwortlichen. Die Antwort ahnte ich: Kaum noch Zulauf aus der Bevölkerung. Das Verhältnis der Vorbereitungen, des Betreuens des Festes und das der Nachwehen stand in keiner Relation mehr. Eine Kirmes erfordert viel Arbeit über Monate, von nicht wenigen Leuten, mal so ganz nebenbei. Ebbt das Interesse ab, muss man nicht selten solche Events einstellen. Weil die Arbeit im Vorfeld und sicherlich auch die finanziellen Mittel in keinem Verhältnis mehr stehen.

Uslar, Wahlsburg, Hessen

 

Aber Lippoldsberg ist mutig und wagt einen neuen Versuch. Richtig, richtig geil.

Ein paar Worte zu den Kirmesburschen:

Kibus“ werden sie auch genannt, und diese Truppe ist gleichzusetzen mit einem Junggesellenverein. Die Kirmesburschen haben in der Vergangenheit Events wie die z. B. die Bootsparty auf dem Weserbergland-Dampfer organisiert, auch die „Black and White-Party“ im Haus des Gastes. Daher war mir die Abkürzung „Kibus“ auch bekannt. Seit über 100 Jahre existieren die Kirmesburschen. Also eine auch schon lange währende Tradition im schönen Lippoldsberg.

Uslar, Wahlsburg, Hessen

 

Ich musste letztens schmunzeln als ich durch eine Kollegin mitbekam, wie die Reaktion der Lippoldsberger auf den Neustart der Kirmes ist: Ein ältere Herr, knapp 80 Jahre, möchte unbedingt auf die Schaum-Party am Freitag. Als man anmerkte, dass es schwierig wird ihn dort hinzubringen weil der gute Mann nicht mehr gut zu Fuß ist, antwortete er:

„Dann zieht mich mit einer Seilwinde auf den Festplatz. Ich will unbedingt zur Schaum-Party.“

Ein Beispiel dafür, wie sehr die Lippoldsberger die Entscheidung begrüßen, dass die Kirmes wieder aus der Versenkung auftauchen wird.

Planung mit Liebe zum Detail

Das Festprogramm lässt keine Wünsche offen, es ist alles dabei, für jedes Alter. An einer Kirmes auf dem Dorf liebe ich immer die Atmosphäre zwischen Autoscooter, Schnökerkram-Verkaufswagen, Festzelt und Karussell. Der Geruch von gebrannten Mandeln, der bebende Zeltboden wenn es auf der Tanzfläche richtig zur Sache geht, die Gespräche die entstehen, das gemeinsame Lachen und Amüsieren, die ausgelassene Stimmung.

Eine Kirmes stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl in den Ortschaften. Zusammen feiern hat noch nie geschadet. Im Fall von Lippoldsberg ist die Kulisse auch rattenscharf: Das Festzelt steht in der Nähe der Weser. Eine besseres Ambiente ist kaum vorstellbar.

Ich wünsche jedenfalls einen tollen Neustart, ein volles Zelt, mordsmäßige Stimmung, dass sich all die Arbeit auszahlt und Lippoldsberg 3 Tage feiert bis sich die Balken biegen. Und natürlich, dass wir jetzt jedes Jahr hören und lesen:

„Kirmes in Lippoldsberg. Wir laden euch alle ein.“

Uslar, Wahlsburg, Hessen

 

Adresse: Festplatz direkt an der Weser, 37194 Wahlsburg/Lippoldsberg

Hier das Programm:

  • Freitag, 04.08.2017

ab 22:00 Uhr Schaumparty und Zeltdisco mit den „White Brothers“

  • Samstag, 05.08.2017

ab 15:00 Uhr Kindernachmittag mit Kaffee & Kuchen sowie vergünstigten Preisen an den Fahrgeschäften

ab 20:00 Uhr Tanzabend mit der Band „TIMELESS“

  • Sonntag, 06.08.2017

ab 10:00 Zeltgottesdienst

ab 11:00 Uhr Frühschoppen mit den „Weserbergland-Musikanten“

Share